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einiger Hauptrollen kam_der Operette sebr zu statten; namentlich überragt das treffliebe Fraulein Ottilix Collin in der Partie des
igeunermädcbens Saffi ibre Vorgängerin Um ein ganz Bedeutendes,
ie faßte die vorwiegend ernst gehaltenx Rolle ganz künstlerisch auf und sang das schwärmeriscb sebnsüchttge Zigeunerlied im ersten Akt tief ergreifend; noch mehr gefiel dre reizende Exzablung ihrer Hochzeit mit Sandor Barinkay, die sie n_1it dem als tucbtigem Dar- steller der leßjeren Rolle sckon bon fruher vortbeilbaft bekannten Herrn Steiner auf Verlangen wiederholen mußte_ . gab Fräulein Siilassy in Spiel iind Gesang gexall'g und an- mutbig, und als Zigeunermutter Cztpra batte Fraulein H Gelegenheit, in dem schwierisen Lachltede im rrsterz Akt tbre' Ge- sangskunft wirksam zu entfalten. Die Herren Hanno, m dsr komischen RoÜe des reichen Schweirezücbters Zsuvan und Stein,be_rger,rn drr Charge des Conte Carnero siiid als gxwandte. böcblichtt'erbettergde Darsteller dieser Partien ebrnsalis längst bekannt, nicht minder Frau- iein Elise Schmidt, welcbe die Erzieherin_ Mirabrlia 1ebr bamb- ristisck.) verkörveri Neu i_varrn dagegen HLF Klein,_ _ Homonav würrrvoll repräier-tirtr, und Herr S chu [ z., ["Men gute gexang- liche Miml Und jxgendlickxe Ericbeinung ihn für die_R.-ck[1e ds_s Ottokar wobigeeignet erscbäinen laffrn. Die zahlreichen großrn _Cboricenen und Ensembles waren unter_ der Lütung des KaVeUmcxxxers derr- mann sorgfältig mu einiiudirt und gelanxen sebr pracis; _dté wirk- samr, durcb stimmixngsvolie Dekoraiionen gebobere Jb'czyzrung hat Es ist wobl nicht daran zu zweifeln, daß „Der ZigeunrrbarOU' in dieser vortrxfflicbrn NebbrseßuW 1171) droßen- theils neuen Auxstaiiung wiedcr aui large Zélt den Spielplan des
Herr B in der besorgt
Tbeatcrs beherrschen wird. „ Philharmonie.
Fünf Namen von gutem Klangr: (Aitimn),
fcinfinnige
Vortraßswsise in Liekrrn Von P. Schubert. Mozart, .
und zwri Saivnstücke von Ondricek uud Sarasate,
edler weicher Ton, seine eminente teckni5che Fértiskeit und !cine stets interesante Art des Ausdrucks mit Recht_ sicb Ancrkennung er- warben. Der Bassist Herr Foniaine trug mit ]cbr klargvoürr, aur!) in der Höhe leicht anspreäoenker “Stimme ein Lied ben Benmt „Min
Modcrsprak' (Gedicht von Klaus Groth) und eine „Nordstern' Von Meyerbrer vor.
in den Händen des Herrn Brüning.
In den Versammlmigszimmerxi des'Königlicben Overn- banies ist folgender Aushang zUr Kenntniß gebxrgcbx worrén: Seine Majestät der. Kaiser und Konig babsn AÜer-
gnädigst aerubt, mich zu beauftragen, den
Sängerinnen, den Mitgliedern des Orchesters und des Obern-
des ,Fiqaro“ tbätig gewesen sind, sowie dem Kaveümeisier Weingartner, und Ober- regiffeur Tetzlaff die Allerhöchste Anerkennung der im Einzelnen wre
cbors, welche in der Mittwochsvorsteljung
Lillian Sanderson Annette Essivoff (Klaviervirtuosin), ___ Gregorowitscb (Violir-virtuos), Henry Fontczinc (23.111111) und Hans Brüning (Pianist) waren gestern in ,einetxi CH_ncert ver- einixt, welcbes fcb: zahlreich beiuciIt war. Dr? Sängerin _bracbte ihre nikct starke. dock) sebr woblklingende Stimmr, wwre :bre
escbetißkv und Bangert vortrefflich zur Geltur-g vnd gewährte, durcb dén Beifall ermunteii, noch vrr1chiekenr_Zu- ; gaben. AUÖ Fräulein Esswff. dir durch ihr klarrsiirxd getuvoll belebtes Spiri im Vortrag der sebr icbrrieriöaen Variationen vo_n Brabms un: einigxr Stücke von Lescb-„tißkv, Hrar_lcztti iind (Chopin die Zuhörer bczaubcrie, fügte noch ein Kiarterüuck binzp._Herr Gregorowiiscb spielte zweiSäße aus dem 2. Coricsrt ron Wiemawskt
_Sciner sorgfältig ausgsbilxeten Stimme wäre nur etwas mehr _Warme des. Ausdrucks ZU axunkcben. Dae sebr sicher und diskret auxgsiübrte Klavierbegleiturg befand fich
Kenntniß. Graf v on H o cb b e
personal der Königlichen O er
Meisters mitwirken. - Frau Die Ariana
asiert drr Elvira durchgeführt.
fiatifixédxn,
Aissü run . der den (Grafen ! b g
Stückes bleibt unberändert. Morgrn Abend 74 Uhr findet 111. Quartetf-Soirée der Herren
M 1": b l f e [ dt mitwirken.
op 47 von BretboVen. Charles musiker Heise (Oboe),
Moskan veranstaltet am Monjag
SU Eulenburg, Concert mit dem Philharmonischen
ker bisberige Direktor des Karl gewählt.
in denen sein
Arie aus dem Der Afrika-Reisende Coma d
holen. Der bereits angekündigxe S
“Mai in Scene geben.
Sängern und Die Zabl der in diesem Jabre
im Game:: woblgelungenen und abgerundeten Leistung kundxu eben. Mit großer Freude bringe ich diesen Allerbörbfien Befehl hier zur
1: .
In den Gruppen des der Yorstellung der .Zauberflöte' nach- folgenden Taubert'scben Festspiels am Sonntag ini Königlichen Opernbause wird das gesammte männliche und werbliche Solo-
taudigl hat in der gestrigen Vor- stellung des „Don Juan" troß der allersiärksien Unpäßliäkeit. um .die Ordnung des Mozart-Cvklus nicht zu unterbrechen, die Partie
Die erste Aufführung des neuen Volksstückts .Der VäterCrbe' Tbetl von Richard Voß wird am Berliner Theater am Mittwoch
.Das virrie Gsbot' don Ludwia Anzengruber gelangt mlorgen im Lessing-Tbeater in fast voliständiger Neubeseßung wieder zur
Im Residenx-Tbeater tritt morgen Abend Kathi Fischer in Madame Monaodin als Clocinde de Monteplat auf, die bisher von Marie Güstinger gegcbcn wurde.
noffcn statt, in der die Herren [)r. S. Bra dms mid Kammervirtuose
Das Programm der ersten pomzlären Sonntags-Maiinée von Sigism und Blumner, dir am nachsten Sonntag in der Sin'g- Akadem i : stattfindet, lautet: Sonate für Klavier und Violine Symphonische Etüden für Klavier von Schumann. Violin-Romanze von Beethoven. " Qaintcti Üszäur von Mozart. Die Mitwirkupg in dieser Mrtitiée _ubZrnrbmen die Herren Concertmeister Carl Halit aus Weimar wwre dre Königlichen Kammer- Esberacr (Klarinette), Littmann (Horn). - Der Klavicrvirtuoie Albert Vestel a.;s
, Zum Direktor des Stadttheaters in Karlsbad, wurde laut ? Meldung des „W. T. B.“ unter 21 Bewerbern Joseft Ferency,
Jagd.
Morgen,Sonnabend,den_ 12. findet Kö ni glich_e P qr fo rc e - jagd statt. Stelldichein: Mittags 3/«1 Uhr JagdichlM Grune- wald, 1/4 2 Uhr am Saugarten.
Maunigfaltiges.
t ("W übrr Südost-Afcika brate und morgen in der U rania wieder- ! “ chxuß des2Ins§ituts ist auf Montag fest ese t. Die Wiedereröffnung findet am 5. ' ' AuYftatBtungsstück ,Das Antlitz der Erde“ stati. Es Wird somit Sonntag, den 13 d. M. ,Die Geicbicbtr ker Urwelt' zum leßten
für den heute begir-nendcn Weibnacthmarkt „beträgt„ wie hiesige Blätter melden, 2500, alw 500 web_r ais _mi Vorjahre. An Pläßen für Händler von Wxibnacbisbaumen imd 2650 vertbetlt
zur Ehre des unsterblichen
aeseßten wurden
Die übrige Bescßung des
in der Sing-Akademie die Prof. Jos. Joachim und Ge-
an Ihr braves,
Kunze (Fagott),
in der Sing-Akademie ein
Orchester. Potsdam
Schulze - Theaters in Hamburg,
worden: die Aufstellung der Buden begann an der Sibloßfreibeit und dem Arkonaplaß bereits gestern Abend um 10 Uhr. Die Buden“. reiben vor dem rotben Schloß. vor der alten Börse sowie am Leipziger Play kommen je 1 in Fortfall, dagegen wird die Kraußnick- straße mit Budenreiben b evt werden.
Der Polizei-Wacbtmeisier Julius Uderstädt, der seit 27 Jahren im 3. Polizei-Revier in der Neuen Wilhelmstraße staticxnirt rst, feierte, wie der .Tägl. R.“_ berichtet wird, dieser Tage sein funfzig- jähriges Dienstjubilaum. _ " “ dem Jubilar die ebrenditen Vrgluckwunsckyuxige-i zu Der Polizei-Präsident Freiherr von Richthofen tbeilie' ebm seine Ernennung zum Abtheiiungs-Wacbtmeister mit und der General- Obersi von Pape, früher Regiments-Adjuiant in dem Regiment des Jubilars, dem 2. „ folgenden Inhalts: „Mein lieber Kamerad! Da ich " _ selbst kommen kann, Sie zu dem heutigen Tage zu beglackwunscben, so sÖicke ich hierbei einer; Struvertreter, der dies übernehmen soi]. Mögen Sie noch lange kräftig Ihres Amtes Jvalten! Das gebe Gott! In Erinnerung an fünfzégjäbrige treue Dienste und besonders
Von seinen Kameraden .und Vor-
Garde-Regiment zu Fuß, übersandte ein Schreiben leider nicht
festes Verbalten in dem schlimmen und traurigen
Jahre 1848, Ihr alter Freurd General von Pape, Obcr-Bcfebls- babrr in den Marken, Gouverneur von _Berlin, der Jgtxen aber in der Dienstzeit um fast 11 Jahre voraus ist. Kommen S!? nach!“
Der in Bernau vxrsiorbene F. Lorenß war, wie der „Volks-Z.' berichtet wird, nicht der lrßte Veteran (vergl. Nr. 259 d. Bl) der Befreiungskrieze aus dem Kreise Nieder-Barnim. In der Kolonie Nsu-Holiand lebt noch der Altsißer C. Bartel, in „sebr gutxn Ver- bäaniffen. Er ist im Jahre 1796 gxboren, bart „die Feldxuae pon 1:13, 14 und 15 mitgemacht und ist noch sehr rustrg und axinesfriscb. nur etwas schwerbörig. Vor ctwa vier Wochen war er in Liebenwalde a:;f dem Geriäst, um eiksige Sacbkn zu regeln; den Weg, etwa Zim, bat er zu Fuß zurückgelegt.
Der „Berl. Börs-Ztg.“ wird geschrieben: Der
Louisenvlaß in PotSdam am Eingang des Parks von Sanssouci vor dem Brandenburger Tbor wird jetzt g-ärtnerisch_umgesialtet; Die Anhöhe, auf welcher der Springbrunnkn steht, erbalt zum Friihjahr Blumenschmuck und schon jekt werden die Gebüsche und Heckrn ge- licbtet und beschnitten.
Beyricb wird seine beiden Vor-
M. mit dem neuen
andere
zur Austbeilunq gelangten Stände
___-___“
t vom 11. Dezember, r Morgens.
8-
Wetterberi . 8
B ck
Stationen. Wind. Wetter.
in " Celsius
u, d. Meeressp. red. in Millim. Temperatur NURBS: WWW 50C.= “'N.
Bar. auf 0 Gr.
Mullagbmore | 749 WNW Aberdeen . . | 739 WSW Cbristiansund 722 SW- Kopenbagen . 735 SW Stockholm . ! 728 SW avaranda . i 732 SO t.Petersburg 738 SSO Moskau. . . “ 757 __ S
Coerueens- ? 755 WNW
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town . . . | Cherbourg . ]! 758 KRW ' * WSW
eldrr .. 743
vlt . . . . 733 Hamburg . . 740 SW Swinemünde 741 SSW Neufabrwaffer; 740 =»: Memel . 737 SW
aris . . . . 760 WSW
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wolkig wolkig bsdkcki Regen bedeckt Schnee Schnee bedeckt
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Wiesbaden , 754 W .heiters) München . . 757 W 8§bedeck17) Cbemniß . . 750 SSW Zbeitch) Berlin . . . 7 745 SW 4beiter Wien . . . . , 756 NO 1,wolkenlos Breslau. . . i 750 WSW__ 6,b_ed_ecki___ Ile d'Aix. . '; 765 WNW 5,bedeck1 Nizza . . . . i 764 O 2beiter Triest . . . . x 764 stillibedeiki
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1) Gestern und Nackxts Regen. 7) Nachts Reaen- böen. 3) Nachts stürmisch mit Neuen 4) Nachts Regen. “) Nachts Regen. 6) Nachts stürmisch und 2?)Kiegen, 7) Nachts Sturm und Regen. 8) Nachts
egen.
Uebersicht der Witterung.
Das barometrisÖe Minimum. welches gestern beiden Shetlands [an, ist ostnordostwärts nach der mittleren norwegischen Küste fortgeschritten, ein Tbeilminimum liegt am Einßangs des Skageraks und_veranlaßt schwere, lanasam rexbtsdrrbénde SüsweUitürxne _an der westdeutschen Küste. In Hamburg stieg rn em- zelnen Sturmböen die Windgescbwmdigkett auf etwa 40 m pro Sekunde. Auf den Vriti1chen _Inieln, sowie im deutschen Binnrnlande berrscbt sturmtscbe Witterung, Zn Deutsikland ist das Writer warm, trübe und regnerisch. An der Ü::iereibe ift Sturm- ffutb eingetreten. Utrecht meldet 31 mm Regen.
Deutsche Stewart:.
Theater-Anzeigén.
Mokka)! Sihauspielr. Sonnabend: Overn- baus. 262. Vorstellung. Mozart-Cvclns, 6. Abend. Tims. Over in 2 Akten von Moxari. Text frei nach „14 01811161123 cli "Tiro“. In Scene geießt
vom Ober-Regiffeur Teßlaff. Dirigent:" Kapill-1 meister Sucher. (Zum ersten Mal ausgefuhrt _am National=Tbeater in Prag am 6. September 1191, am Königl. Opernbaufe in Berlin den 16. Okiober 1801.) Anfang 7 Uhr.
Schauspielhaus. 274. Voxstxllung. Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aufzugcn von Schiller. Anfang 7 Uhr.
Sonntag: Opernhaus, 263 Vorstellung. Pkozari-
Cyclus. 7 Abend. Die Zauberflöte. Oper m 2 Akten von W. A. Mozart Text von Schrkaneber. J'n Scene gesept vom Ober-Regiffeur Teßlaff, Derr- cxent: Kapellmeister Weingartner. Sceuisches Nach- spiel zUm Mozart-Cvclus, verfaßt vom Professor E. Taubert.“ Anfang 7 Uhr, Schauspielhaus. 275. Vorstellung. Die Büste. Lustspiel in 2 Akten, nach der leicbnannaen Novelle von Edmond Abouis, Von J. ell. In Scene geseßt vom Regiffeur A. Maschke. _ m _Fxnfter. Luxi- spiel in 1 Aufzug von Felix Philippi. In Scene gefaßt vom Regisseur Plascbke. Anfang 7 Uhr.
Deutsches Theater. Sonnabend: 11. Goethe-
Cyclus. 5. Abend. Egmont. Sonntag: Der Compaguou. Montag: 11. Goethe - Cyclus. Iphigenie auf Tauris.
6. Abend
Berliner Theater. Sonnabend: Der Hütten-
befiizer. (Nusoioa Butze, Agnes Sorma, Ludw, Barnay, Ludw.Stabl.] Anfang 7 Uhr. Sonntag: Nachmittags 2é Uhr: Maria Stuart.
(Alexandrine Malien a.G,) Abends ?ck Uhr: Der Hüttenbesiyer. Montag: Hamlet.
L'ksüng - Theater. Sonnabend: Neu ein- studirt: Das vierte Gebot. Volksscbausviel in 4 Akten von Ludwig Anzenqrubsr. Anfang 7 Uhr.
Sonntag: Die Großstadtluft. Schwank in 4 Akten von OScar Blumenthal und Gustav Kadel-
bura.
Die nächste Doppel - Vorstellung von „()-nal- 1orla rnstleaoa“ und „Satisfaktion“ findet am Montag statt.
Wailuer-Theater. Sonnabend: Zum 26. Male: Immer zerstreut! Poffe in 3 Akten von Barridre und Gondinet. Bearbeitet von Franz Wallner. Vorher , neu einstudirt: Die Hanni weint _ der Hansi lacht. Komisckyes Singspiel in 1 Akt von Jacques Offenbach. Anfang 711 Uhr.
Sonntag: Dieselbe Vorsteüung.
Friedrich - thhelmaadnsehes Theater. Sonnabend: Neu einstudirt: Der Zigeuner- barou. Overxtie in 3 Akten nacb M. Jokaj's Erzählung von M. Sebnitzer. Musik von Jobar'n Strauß. Regie: Herr Binder. Dirigent: Herr Kapeümrister Jedermann. Anfang 7 Uhr.
Sonntag: Dieselbe Vorstellung.
Keßdenz-Theater. irektion: Sigmund Lauten- burg Sonnabend: Zum 14. Male: Madame Mon- godiu, SÖwank in 3 Akten von Ernest Blum und Raoul Tocbé. Deutsch von Emil Neumann. In Scene geseßt von Sigmund Lautenburg. An-
fang 7? Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorstellung.
BeUe-„AUiance-Theater. Sonnabend: Nach- mittags 31 Uhr: Vorlr te Kinder-Vorstrllung zu bedeutend ermäßigten Prei en! Zum12.(318.)Ma[e: Der Rattenfänger vou Hameln. Phantasttsebes Volksstück mit Gesang in 12 Bildern. 'NaÖ Sprenger's (Gescbicbie und Cbricb's Cbromk der Stadt Hameln, frei bearbeitet von C. A. Görner. Musik von Caimbusen. _ , ' .
Abends 74; Uhr: Ermaßtßte Eintrixtsvretse Zum 13 (319.) Male: Der Rattenfaugex vou Hameln.
„Adolph Ernß-Theater. Vorlrßie Woche. Sonnabend: Zum 103. Male: Der große Prophet. Gefangspoff e in 4 Akten von Leon Treptow, Couplets von Gustav Görß. Musik Von Gustav SteffenßMu vollständig neuen Kmiümcn. Die neuen Dekorajmnen sind aus dem Atelier der Herren Wagner und Vukacz. In Scene geseßt von Adolph Ernsk. An- fang 7x Uhr.
Sonntag: Zum 104. Male: Der große Prophet.
Thomas-Theater. Alte Jakobstraße 30.
Direktion: (Emil Thomas, Sonnabend: 3. 10. Male: Fliegende Blätter. Humoristische Bilder mit
esang in 3 Akten und einem Vor- und ernem Nach- ,skpiel, arrangirt von Alfred Schönfeld.
& Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorstellung.
Anfang
Concerte.
Zing-„Akademie. Sonnabend, Anfang 74' Uhr: 111. Quartett-Abend. Joachim, de Abna, Wirtb,
Haußmann. Sonntag, Mittags 12 Uhr: Sie i8muud Blnmuer's [. Populäre Sonntags: atiuée.
(Kammermusik.)
Concert-Yaus. Sonnabend: Karl Medder-
Concert unter gefäüiqer Mitwirkung der Hof- Opernsänßerin a. D. Frl. Rapbaöla Pattini. An- fang 7 U r.
Arie des Cberubin aus „Figaro's Hochzeit“ von Mozart, gesungen von Frl. Paitini. Schmuck-Arie aus „Faust“ von Gounod, gesungen von Frl.Pattini. Yabanndra aus .Carmen' von Bizet, gesungen von
rl. Pattini.
Donnerstag, 31. Dezrmber (Sylvester):
]. Familieu- Ban- |.
St. Petersburg, 11. Dezember. „_ Kaiser empfing gestern den neuernannten franzofifchen Bot- schafter Grafen von Montebelxo zur Erztgegennahme seines Beglaubigungsschreibsns in feierlicher Aydieizz. Spater wurde Graf von Montebrllo auch von der Kaiserin empfangen.
Belgrad, , „ _ . von dém Minister=Präfidenten Pas ic gewunfchéenRxduktronen des Heeresbudgets haben der Krregs-Mrnrster und seinen ' ' demissionirt. Die Regentschaft lehpte jedoch die Aimahme der Demisfionen vor dem Zusammentrut der Skupschna ab.
(Fortseßung des Niäzmmtlicben in der Ersten und Zweiten
Nach Schluß der Redaktion eingegangene
Depeschen. (W. T. V.) Der
11. Dezember. (W. T. B.) In Folge der
Standpunkt unterstützende M i ni ster
Beilage.)
Urania, Anßali für volkstbümlicbe Naturkunde.
Am Landes - Ausstellungs - Park (Lehrter Babubqs). Geöffnet von 12-11 Uhr. Taglich Vqrsiellung tm wiffeinfcbaitliÖen Theater. Näheres dre Anschlag; zettc ,
Circus Kenz. Sonnabend, Abends 71Ubr:Gala-
Vorsieüung. „Auf Helgoland, oder: Ebbe und Jlutbf". große Hydrologiscbe, Ausstattuziqs-Pantomime m 2 Abtheilungen mitNational-Tanzen (60 Damen). Aufzügen :c., Dampfscbiff-„und Bootfabrten. Waffer- fällen, Riesenfontänen mri allerlei Lichteffekten :c., arrangiri und inscenirt vorn'Dir. E. Renz. Kunst- schwimmecinnen drei Geschwister Johnson. Schluß- Tableau: Stauäs konmiua l-umjususa, Riesen- Fontaine, in einet Höhe von'mebr denn 80 FUF! außstrablcnd. - Außerdem: prol. Potpoizrri mit 40 der bestdresfirten Freibeiisvferde, arrangtrt und vorgeführt von Herrn Franz Renz. - 4facbe Fabr- schu[e, geritten von 4 Herren mit 8_ Schulpferden. - Climax (Skrickspringrr), vorgefubrt _von Frl. Oceana Renz. - Schulpferd Solon, geritten von Frl. Clotilde Hager. _ Sisters Larvrence am fiie- genden Trapez. - Auftreten der neu enaagirien (Elton Troupe. - Walküren-Manöoxr, geritten vba 16 Damen. - Auftreten der vorzuglicbsten Reit- künfiierinnen und Reitkünstlrr. -- Komische Entrées und Intermezzos von sämmtl. Clowns.
Sonntag: 2 Vorsirllungen. Nachmittags 4 Ubr (1 Kind frei): Große Komikek-Vorstellung rnit exgens für die Jugend gewähltem Programm. ' Auf vie!- seitiaes Verlangen: „Die lustigen Heidelberger . Abends 74 Uhr: „Auf Helgoland“.
“
Famrlten-Nachrrchten.
Verlobt: Frl. Julie Nonweiler mit Hrn, R:- gierungs-Baumeister Max Borgmann (Kirn, Nabe -Berlin). - rl. Gufia Scbxrbexiixig mit Hrn StacriSarmcÖrltS Zchard Friederict (Liptne, O.-S. - Beuthen, _. . . '
Verehelicbt: Dr.Prrm.-Lieut. RudoifRuscbe mtt Frl. Gertrud Mosmer (Albersdorf). _
Geboren: Eine Tochter: Hrn. Guntber von Frocbém (Re(uÉTZttiß). - Hrn. Bauinspektor
tto oppen weh).
Gestorben: Hr. Landratb a. D.Adolf von Malßan. Freiherr zu Wartenberg und Penzlin (Gro-ß-Luckow). "" Hk- Prediatamis-Kandidat Werner Oerling (Walcbow bei Dammkrug). --_ Hr. Oberst-Luut. ;. D. Wilhelm Otto von Premiver (Königßberg i r.). - Hr. Paüor Wilhelm Koevven (Er. SXlönwih). -- Fr. Rechnungs-Ratb Katharina Ties, geb. Weis (Nordhausen). - Verw. r. Oberförster Josephine Knavp, arb. Voelkel (Buz- ibrn O.-S.). - Hr. Polizri-Ratb Max Wenzrg (Danzig).
Redacteur: ])r. H. Klee; Direktor. Berlin:
Verlag der Expedition (Scholz).
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anstast, Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Sechs Beilagen
Billers 1 3 .“ im Bureau des auses.
(einschließlicb Börsen - Beilage)-
Erste Beilage
zum Dentschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
.? 292.
E _ Deutscher Reichstag.
137. Sißung vom Donnerstag, 10. Dezember, 1 Uhr.
Ain , Tische des Bundespraths der Reichskanzler von Caprtvt, die Staatssekretäre 131". von Boetticher, Frei- herr 'von Malßahn und Hollmann, die Königlich Jeußrschen Staats-Minister ])r. Mi uel, Freiherr von
erlxpsch, von Heyden und Thie en und der Königlich baysrische BundeSrathsbevoUmääztigte Graf von Lerchen- feld. Das Haus ist Üark beseßt, die Tribünen find überfüllt.
Zur ersten Berathyng stehen die Handels- und Zoll- vertr_äge des Reichs mit Oesterreich-Ungarn, Italien und Bxlgien, zugleich das Viehseuchen-Ueber- ernkommen mrt Oesterreich-Ungarn.
Reichskanzie: von Caprivi:
Die Zoll- und Handelsverträge, Welche den Gegenstand der bru- 1igen TageSordnung bilden, Werden, wie ich mit Bestimmkbcii an- mbMen kann, zur Stunde um einen vierten, um den mit der Scbweiz. vermehrt worden sein. (Bravo!)
Ich darf vorausseßen, daß die diese Verträge begieitrnde Denk- schrift dem hohen Hause bekanni ist. Sie legt dar, wie die ZöÜe von 1879 entstandrn waren, wie sie 1885 und 1887 erhöht Worden sind und wie sie auf das Deutscbe Reich uud auf das Ausland wirkten; wie die Wirkung zuerst in Deutscbland eine nacb allen Rick)- tungen befriedigende war, wie aber aUmählicb in dem Maße, als andere Staaten dasselbe System annahmen, die Vortheil? drsscibcn sicb für das Deutsche Rcicb in Nachtbeile vsikebrten.
Die autonome Feststeüung von Zökirn, die Feststeüung unferes Zbüsysiems nach unserem eigenen Bedürfnisz, obne fremde zit böten und zu berücksichtigen, bat den großsn Vortbeil gehabt, daß die beimisÖe Industrie erstarkte und sich in eiuer Weise entwicX'elfe, be- günstigt von dem Aufschwung der Tecbnék, von dem Vorhandensein verfügbarer Kapitalien, wie sie es bis dahin nicht gikannt hatte. Je mehr die Industrie aber auf den innrren Markt beschränkt wurde, desto mehr traten mit der Zeit auch Schattenseiten dicses Systems brrvor, nämlich, daß der Markt überfüilt wurde, daß eine Ueber- produkiion eintrat, daß also diese bochgesteigcrte Industrie anfing, wenn auch diese Anfänge bisbcr nur schwache gewäen find, in Ver- 1egenbeit um den Absaß zu geratben.
Neben den autonomen Zöllen war Öarakieristisch für das bis- hzrige Verfabrkn das Bestreben, das MxisibegünäigungsreÖi von ar-deren Staaken zu erWerben. Art. 11 des Frankfurter Frirdens gewährt Frankreich und Deutschland wechselseitig in einem gxwiffen Umfange di: Meistbegünsiigung. Beide Länder schienen Anfangs davyn Vortheil zu ziehen, bis man dann auf der anderen SLU: zu der AKÜÖT kam, daß die ansgedebnte Meistbegünstigung, die dann in Folge von Verträgen,wckche mit dritten Staaten abgeschloffen wurden,. auch Denen zu Theil wurde, ihre Nackx-lheile hätte. Und so fing auch diese gute Seite des Systems an, fich in eine ungünstige Seite zu verkehren; aus der Meistbegünstignng wurde allmählich eineGefammt- beschädigung.
Um nicht einzelne Voribeile gewähren zu müssen, entsckyioß stck) in erster Linie unser w:!"tlicber Nachbar - darin aber werden ibm voraussichtlich andere Staaten folgen - dazu, auch Deutschland nichts mrbr zu gewähren, und wir sehen im Augenblick in Frankreich einen Maximal--und Minimaltarif entstehen, von denen selbst" der Minimal- tarif eincm Probibitivxoll ziemlich gleichkommt.
In unseren Absaßmärkien beschränkt zu werden, isi für Deujsch- [cmd im böchsten Grade empßndlicb. Wir haben eincn Weit aus- gedehnten Handel; wir führen jährlich für etwas 111271“ 4000 Millionen Mark fremde Waaren ein urid führen nur für etwas übrr 3000 Mil- lionen eigene W.:arcn aus. Es bleibt also zwischen Ausfuhr und Einfuhr eine Differenz, die 800 Millionen übersteigi. Was wir vom Auslande einführen, bkbuchen wir; es find zum großen Tbeil unentbehrliche Nahrungsmittel, für unsere Industrie unenibrbrliche Rohprodukie und Halbfabrikatr. Wir müffen in der Lage sein, diese Dinge zu bezahlen, und um sir bezahlen zu können, Haben wir in der Hauptsache nur ein Mittel, indem wir uniere Fa'xikatc dahin gaben, woher wir dirse Rohprodukte, diese Nahrungs- mittel empfangen haben. Wenn wir nun aber um 800 Millionen Mark jährlich weniger ausführen als wir einführen, so kommen wir mit dem, was man gemeinbin die Handelsbilanz nennt, in Ver- legenheit, wir sind anf die Daurr nicbt im Stande, das zu bezahlen, Was wir brauchen, um zu leben und um unsrre Industrie in schwungbaftem Betriebe zu erhalten. Das ist ein Uebelsiand, der fick) voraussichtlich von Jahr zu ber mehr geltend machen wird, Weil unsere Bevölkerung steigt, wir haben mehr Men- fchen im Inlande zu ernähren, und wir müffrn für mehr Hände Arbeit Waffen. Es ist also die Abnahme oder die nicbt mehr hin- reichende Zunahme, die nichT mehr im Verhältniß zur Bevölkerungs- ziffer stehende Zunahme des Exports, eine Kalamität, dcr vorzubeugen wir bestrebt sein müssen. Schon in der Allerböchsien Botschaft vom 4, Februar 1890 War gesagt worden:
Der Rückgang heimischer Betriebe durch Verlust ihres Absaves im Auslande würde nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Arbeiter brotlos machen.
Das trifft fiäyerlicb noch heute zu und nötbigte die verbündkten chierun-„Jen, fich umzuieben, wie diesem Uebelsiande abgeholfen werden könnte. Das ciscbien sebr bald zweifellos, daß auf dem bis- herigen Wege fortxugeben der Ruin nicht nur unserer Industrie, unseres Arbeitersiandes, sondern auch vielleicht des Staates sein würde. Wir können die Frage nicht so stellen: wvllen Wir Freihandel treiben oder woüen wir Sebußzoll haben? Ich glaube, daß das doktrinäre Begriffe sind, die durch die tbatsäcbliche (Entwickelung über- holt worden sind. Es handelt sich heutigen Tages darum, die Mittel zu finden, die für dies Land zur gegenwärtigen Zeit die geeignetsten find, um seine Landwirtbscbaft lobnend zu erhalten, seine Industrie im Betriebe zu wissen und seinen Arbeitern Arbeit zu geben. Auf dem bisherigen Wege würden wir nicht weiter gekommen sein. Bei der Tendenz, sicb abzuschließen, die, wie ja bekannt ist,
Berlin, Freitag, den 11. Dezember
Rußland, Amerika und Frankreich haben, wird, wenn wir ferner in der Abschließung verharren, oder, was wahrscheinlich eine Folge dieses Vrrkarrens würde sein müssen, m):!) weiter in der Abschließung gingen, - die Folge sein ein Krieg Aller gegen Alle; al1e europäischen Staatcn würden sich gegen einander abzuschließen suchen. Das läßt fich machen; aber wenn wir umb im Stande sind, uns ab- zuschließen gegen Andere, so sind wir nicht im Stande, uns auf die Dauer selbst zu genügen. Wir sind auf drn Austausch von Pro- dukten und Waaren mit andern Staaten durcb die Naturgeseße, durch unsere Ausdehnung, unser Klima, unsern Boden univcigerlich ange- wixsan. Wenn wir den Vetsch) machen woÜten, bei dem bisherigen Verfahren 3:1 bleiben, so würde bei dem immer erbitterter rvrrdekden Kampfe ums Dasein zweifellos Deutschland in einiger Zrit in die Lags geraiben, einen Bstrieb nach dem anderen einsieÜen zu müssen. Die verbündeten Regierungen konnten dabsr nichk in Zweikrl sein, daß, sOWie die Dinge fich entwickelt batten, eine weitere Fortéeizung drs Weges, den wir eingesäblagen, anibunlich war. Handelt es 714) nxn aber nicbt um Freihandel und Schuizzoil, so blieb nur ein Miiiel übrig: dm Versuch zu machen, Tarifverträge mit anderen Staaten abzuschließen, auf diesem Wege urascr Ab'saßgsbiet zn erwei- tern, neue Märkte zu Jewinnrn und das, Was unsere Industrie im In- lande nicht mehr finden konnte, was sie im Ao.:slande, Welcbrs sich, wie die vorgenanntcn Staatrn, auf die Dauer gegrn uns abschließen zu woÜen scbkint. verlor, _ das zu crseisen durch eine Vereiriigung mit andean naheliegenden Nationen. Ich kann nicht zugeben, daß wir damit einen nearn Weg eingescbiagen hätten, das; das etwas bis dahin nicht Vorbergescbenes wäre. Als im Jabre 1878 die 204 fich um Varn- büier fcbaxrten und die erste Anregung zur Verstärkung nationaler Arbeit, wie man sich damals ausdrückte, Jabra. babsi“. fie in eincr Denkschrift ausgesprochen: .Die scbwierigen Fragen der deutscben Haüdeispoliiik dürfen nicbt lediglich nacb drn Schlagwortcn von Frsibandrl und SÖUZZOU gelöst werden; es kommt vielmebr darauf an, die wirklicben unvermeidiioben Gegensäße drr Znterrffcn mitSach- keimtniß, Umfiéyt und Vaterlandsliebe auszugleichen."
Die jxßige Rrgirrupg adoptirt dicicn Saß vollkommen. Das ist cs, worauf es arikommt: auszuglricben zwischen den Interessen mit Vatrriandsliebe. Ebenso ist in den Motiven, die dem ersten Gsséß von 1879, durch das die ZöUe erbäbt wurden, brizeßeben wardkn, aasgssprockyen worden, d.“;ß überall sorgsam in Erwäzung ge- zogrn Wcrch müsse, daß die Exportfäbigkeit rer dZUiZcbrn Industrie erhalten biUbe. Disse ersien und nach meiner Ucberzeugmig klaren und noch beute richti-zen Gesichtspunkte, die drr bis zur Slunde gilienden Zollpoliiik zu Grund: lagen, smd mit der Zeit [rider und virifac!) durck) Schlagworte vsrwischt und in den Hintergrund gedrängt wwrden. Wir Woiien sie wieder vorcmstellrn nnd wollen dxrauf auch die künftige Politik ausbauen. Das ist nich anders möglich, als indem Konzessionen gemacht werden, Korzessisnen zunächst im Innern. Wie aber diese Männer um Varn- büier sag-cn: die Vaterlandsiiebe muß zulrßt das Entscheidende sein, so fiNd auch wir dsr Meinung, Handelsverträge mit anderen Staaten find nichf abzuschließen so, daß in beiden Staaten alle Theile be- friedigt find und sick) darübsr freuen. Das ist uicht möglich. Es müssen die Staaten einander Konzessionen macbcn, und chsl) müffrn die Intkreffenicnzrupven im Innern eines Staats gezrn einander Kon- zessionen mach2n um des Staats, um des Ganzen wiUen.
Wir müssen wünsöven, daß bei jeder Betracbtung diefer Verträge der Standpunkt festgehalten wird, daß (I M das Ganze ankommt. Gegenüber dem gesteigerten Werth umd dcm gsstrigcrien ImpUls drr wiribscbaftlichrn Betriebe ist eéne Regierung msbr vielleicht noch als frührr gcnötbigt, in erster Likiik immer das Ganze im Auge zu be- baiten. Dir verbündeten Regierunzen Werden keinen Angenblick ver- gessen, was fir den einzelnen Ermerbszweigen schuldig find, was der Staat ibnen Verdankt, wie eng sein Wohl mit ibrem Gedeibcn ver- knüpft ist. Aber es ist ein alter Saß, daßjede Vereinigung, selbst die Familie, den Egoismus des Einzelnen verstärkt und zum verstärkten Ausdruck kommen läßt. Was ein Einzelner sich niabt gestatten würde, glaubt er für die Genossenschafi, in der er steht, verlargen zu können. So geht es auch mit den wirtbschastiicben Intereffcntengruppcn, sie steigern den EgoiSmu-s und bringen ibn zu einem unverboblcnen Aus- druck. Das ist gut, dagegen ist nichts zu sagen, fie sind berechtigt, es zu thun, Aber je schärfer sie das selbst thun, je schärfer sie ihre eigenen Interessen zur Geljung bringen, um so mehr muß die Regierung darüber wachen, daß der Standpunkt des Ganzen nicbt geschädigt wird.
Wir können von den vorliegenden Verträgen, wenn sie Ihre Zu- stimmung und die Zustimmung der Parlamente derjenigen Staaten, mit denen wir die Verträge abgeschlossen Haben, finden werden, nicht erivarten, daß die Wirkung eine plößlicbe sei; das kann nur langsam gescbeben; langsam nur Werden die Konsumenten hier und da biÜiger kaufen, langsam nur wird die Industrie neue Wege finden, hier und da andere Masckoinrn eriverben, sich auf einen Veränderten Betrieb einricbten. Es ist eben sehr schwer, wenn ein Wagen zwölf Jahre in einem Geleise gegangen ist, in ein anderes Geleise zu kommen, selbst wenn das andere dicht neben dem ersten liegt. Es ist deshalb für die Fßirksamkeit der Verträge ein längerer Zeitraum ins Auge gefaßt wvr en. .
Noch ein anderes Motiv sprach dafür: der Wunsch, den Be- trieben der Landwirtbscbaft und der Industrie diejenige Stetigkeit zu geben, deren sie unbedingt bedürfen. Darüber stimmt Alles, was über Industrie geschrieben hat, von den wissenschaftlicben Werken bis zu den Berichten der Handelskammern überein: die erste Forderung für jede Industrie ist, daß sie mit längeren Zeiten rechnen kann, daß sie WSkß- worauf sie sick) einzurichten hat; werden ihr solche längere Zeiten gegeben, so findet fie Miitel und Wege, den Anforderungen gerecht zu werden.
Wenn auch nicht in so hohem Grade, gilt das auch von der Landwirtbscbaft; einmal ist die Landwirtbsibaft heutzutage selten ein ganz isolirtes Gewerbe, fie ist vielfach mit der Industrie verbunden, sie hat auch die Schwierigkeit zu überwinden, daß sie in der Regel
-“ck* 1891.
ibr Kapital jährlich nur einmal umsevt, wäbrend die Industrie an einen häufigeren Umsaß gewöhnt ist. Aber auch die LandwirtbsÖaft muß wissen, wie sie auf ihren Betrieb sicb einrichten kann; fie muß ungefähr auf eine Reihe von Jahren hinaus wissen köimen, trie sich die Preise, soweit sie überhaupt vorher zr: überscbcn smd, gestalten werden.
Das sind die Motive, die die verkündeten RegierUngen v-xranlaßt baben, von dem bisherigen Wege abzugeben, zu dem Abscbiufse von Tarifverträgen überzugeben und iük diese Tarife einc Zirölkjäbrige Dauer festzusetzen.
Es bleiben nun noch einige Wirkungen der VLÜÜZL zu er- wähnen und einige Bedenken zu berichtigen, die in der Pchr brreits Hervorgehoben sind. Es ist sehr naiüriicb, daß man sib "ragt: wie wird denn die Wirkung dieser Verträge auf unsrre FÜNMZJÖÜL ssin? Jeder Mensch Weiß, daß, wenn man die Zbiie berabsex, eine V2:- minderung der Einnahmen des Reichs , ivcnigsiéxxs zunäÖst, ent- stebrn muß. Es sind Beilagxn der Denkschrift anzefsizt, die es er- lcichxtern, ficb eine Uebersicht darüber zu vcrscbaffcn, wie die vor- geschlagene HerabseßUng auf die Finanzzöllr wirken würds, Man wird im Allgemeinen annrbmrn könxen, das;, Man mcm tmr dis Wir- kung, welcbe die Verträge, wie fie jeßt vorliegen, auf Unérrr Finanz- zöl]? baben würden, ins Auge faßt, kann cin Aixsiaä von etwa 9 Miliionen Mark jährliä) in dcn Ciruabmen dcs Reichs entstehen würde. Geht man Weiter und brgrsifi m;.n disjeriizrn Siaaten mit ein, die dadurch, daß fie das Recbt der Méistbegünéiigxmg haben, von diesrn Maßregeln obne Weiteres Vortheil kxbcn w:":i'i-cii, so würde der Betrag fick) auf 17 bis 18 MiÜionen Mark 17.2211.
Man bat Weiter an uns dée Frage gericiyfet: wic Wird es dcnn mit der differentieüen Behandlung andcr-xr Sixairn? Es [12.31an der Hand, das; diejenigrn Staaten, die das Rcckß drr Meisibrgünsii- gUng noch über den 1. Februar uäÖsicU Iabrcs bimus .;exiisßen, Obr.: Weiterrs in die Meistbrgünsiigung QUO den n-eUrn Vsrcinbarungen gegenübrr Eintreten werden. Es kommt dann eineRsiH: von STaxten, mit denen wir neue Verträz: abscbließrn müffcn; da wird das Be- sirebcn der vcrbündctrn Regierxmgxn dahin (;:bcn, :*.iÖis zu gebxn, obne gleichweribige Konzesfionrn zu bekommen.
(Es bleiben dann übrig Amerika und Raßland. Ueber Rußland zu sprechen, scheint mir zUr Zeit exixbehxlick). Der béklIxzcuswchHS Notbstand, der die russische Regierung genbtbizt bat, eine Sport: für Getrride eintreten zu laffen, wird vsraasii-bilicko nicbt so bald grboben wrrden, MW, so lange der Notbsiand nicbt gebobrn ist, hat es keinen Werth, fick) die Frage vorzulegen, was dann Rnßland gegcnüber ge- schehen soll. Wir selbst sind nichi einmal im Stande, jeßtabzuiebcn. wie um die Zeit unsere eigene Lage, unsere künstigcn Ernten, unsere Vorrätk): fich gestdlien warden.
Was aber die Vereinigten Staaten von Nord-Amcrika anzebi, so werden Sie aUs dcr Denkschiift oder aus dem Abdruck WU Wien- stücken, der dem bobrn Hause vorgelegt wordcn ist, erscben können, daß bei den Verhandlungen über die Einfuhr des SÖMinrfirisÖes aucb dicse Frag? zur Sprache gekommen ist, daß die verbündktcn Re- gierungen, die im Jabra 1885 den Standpunkt eingenommen haben, daß Nord-Amerika zu drn meistbegünstigtcn Siaaicn für uns gsbört, keinen Anlaß batten, “sie Frage jetzt anzurrzcn, ob die amrrikanisckzc Auffass-„tng der Meisxbcgünstigung, die in maacber Bc- ziebung von drr deutschen abweicht, hier zur Giltmig kommrn solT. Wir sind obne Weiteres auf dem Standpunkt von 1885 strben ge- bliebcn, babrn Amrrika das Rccht de: Mristbcgüustigung in kiefer Beziebung zngesprbcbexi, und, wie Sie aus dem Abdruck exsebxn Mrdcn, haben wir dafür die Zusicherung Z(wionncn, daß unser Zucker, dessen Export nach Amcrika etwa 60 MiÜionen Mark jäbrlicb be- trägt, von den rrobibitivcn Geseßen, die in Amrrika gegeben Worden sind und eine diskrciionäre Gcwalt in die .chnd des Präsädcntcn irgen, nicbt werde beircffen werden.
Man bzt d&nn nglaubt, bemängrln zu müssen, dax“; die verbün- deten Regicrungen bei dem Abschluß dieisr Verträge vorgegangen seien, obne binreiÉend Sacbvrrständige zu Hören. Das ist nicht der Fal]. Im Reich und in Preiißen find drei Bebbrdsn verpflichtet, fich unausgeseßt mit den Fragen der Handelspoliiik zu beschäftigen: das Reichsamt des Innern, die bande1spoiitische Abtheilung des Aus- wärtigen Amts und das Preußische Handeis-Ministeiium; in gleicher Weise geschieht das in den Verbündeten deutscbcn Skaaien für ihren Handel. Seit langen Jabrcii war das Material, das aus den Berichten der Handelskammern, aus der Litrratur, der Presse, Petitionen ber- Vorgebi, so gesichtet worden, daß es, als wir die ersten Schritte zu diesen Verträgen tbaten, békéit da lag; man brauchte nur auf- zuschlagen, so war abzusehen: wir Haben sich die Interessen, wie hat sich die öffentliche Meinung über diese Dinge ausgesprochen, Damit aber nicht genug: wo im Laufe der Verbanrlungcn Fragen auftraten, die schwierig, zweifelhaft skin konnten, find Sachverständige gehört worden.
Es ist nun weiter gesagt: warum hat MSN denn die Verband- lungen gebeim betrieben? (Es wäre doch besser gewesen, öffenilicb zu verhandeln und der öffentlichen Meinuyg, den beffer unterrichteten Interessenten Gelegenbrit zu geben, aucb während der Verhandlungen ibr Sckoerflein dazu zu geben.
Ich muß gestehen, daß ich der Meinung bin, daß, wenn die ver- bündeten Regierungen so verfahren wären, günstigen Falls um Ablauf der zwölf Jahre, für die jeßt der Vertrag gelten soll, ein Vertrag zu Stande gekommen wäre. (Hkkkkkkekk- Sehr richtig!) Es ist ÜbsVlUt unmöglick), dergleichen bei offenen Tbüren zu verhandeln.
Ick) babe dann in der Presse gelefcn, man hätte dock) Warten sollen, bis die Valuta bei uns anders geregelt wäre, oder bis sie in Oesterreich anders geregelt wäre. Ich Weiß nicht, Welche Chancen bei uns die Regelung der Valuta bat. Aber ich glaube, daß im Ganzen, selbst wenn der Bimetallismus in der öffentlicbcn Meinung Fort- schritte machte, die Zahl der Menschen sebr gering sein wird, die die Behauptung aufstellen möchten, das; wir im gegenwärtigen Augenblick
ohne die Tbrilnabme von England im Stande wären, unsere Währung
zu ändern. Wann Oesterreich seine Währung einmal ändern wird,