1892 / 16 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 19 Jan 1892 18:00:01 GMT) scan diff

die äLMe Seele dabei nicht zu- verlieren, dies tft 1_1n1ere oberbirtlickze Aufga e.

Der Wille des heiligen Vaters gilt uns aber als Gottes Stimme. Das erhabene Beispiel, das Leo IAU. dcr ganzen _Welt von den Höhen des Felsens ctti dadurch bictét, daß er, sem großex; Kreuz im Glanze solcher ugenden durch so gzoße Wctsbeit in 16111em fo ehWürdigen Greiscnalter leuchten läßt, reine 1egncndc Hand flößen Jsfin den Aengsten und Schwierigkeiten unseres Amtes Muth und

a t ein.

Eine andere QueUc unserer Zuversicht finden wir in dem groKmütbigen Herzen unseres Allcrgnädigsten Kaiscrlichen Herrn, dcr sxme kegicrung mit roßen qese'geberischen, aus dem Grunde drr Nachstcnlicbe er- wach enden We en kennzeichnet, und der aucl) in dieser Wahl, die so unerwartet unsere Person _etroffen, bekundet, daß, sc111 „Herz alle Untertbanen seines Reichs OLM Unterschied der Nationabtat umfaßt. Es äußert sich aber darin auch sein volles Königliches Vertrauen, daß wir es verstehen werden, mit der Liebe und Treue cines Jeden für seine Nationalität, die Llnhänglichkeit nnd Treur für drn Kömg- lichcn Thron zu verbindc'n. _ _ ' _

Die edle Auffassung unseres Allcrgnawgsten Kaiserlichen Herrn Von einst höheren Aufgabe der Reli ion u11d drr _chhc, als bloß cines Mittels der jeweiligen politis en RiclthW, stützt unscr, Ver- trauen, daß das kirchliche chcn 1111ter [61116111 Echter 11ch 111111913111- wickeln wird, und daß AÜW, was für du? ZMS ('; und Förderung d1eycs chens nothwendig erscheinen sollts, sowo [ Zins Anerkennung, als auch seinen hohen Schutz findsn Wird. _ ,

Trotzdem Wolle'n wir weder vor 1111?- fclmt, 'chl) vor Euch die Schwierigkriten dcrbeblcn, die unser 111 dcr Lmtung Eurcr Srclen harren. Wir Wollkn sie Euch dor dic Augen stellsn, um [261 Euch Hilfe und Mitwirkung zu finden. , '

Die Zcit, in der wir leben, brmgt große Gcsabrkn fin: Unscrcn Glaubkn mit sick). Wenn auch die “Zahl der „chde des Glaubkns in unserrn Diözcsen, Gott sei es gedankt, bisher nicht gro?- ist, so haben wir dennoch bei uns [eidrr eine Abnahme dsr srüwrcn, so warmen Anhänglichkcit an den (Hlaubrn zu 1191111111111, „nicht' minder eine Grringschäyung chsclbcn Und Glcichgü[tigkcit, dre Vtrle. als ihre schlimmste Krankheit der Srelc aus drn *bkkla €11Öwertl39n Wandrrschaftc'n in die Frrmde, aus “läste'rnden und 116111 chcn Unter- Baltungcn mit glancnslosrn Mrnschcq, als traurxge Frucht_ gott- losen Beispiels in die [)eimatHlichkn Hütten mitbringen. Du'jrlbc GlciYgültigkeit in Glaubrnsjachcn grrist dri Anderrn 5 lat; durch dcn ; cangel des Nachd€nkcns über dal“) Ziel. des irdisc 1:11 Lebens, durch Sorglosigkeit in der Wahl W11Bixch1111 nud Schristcn, durch Leichtgläubt keit angrsichts jeder rrligwnssmndlichcn Lkrhre, wxnn sie 111 anziehen er Form geboten 1v1rd, söhlicßlich d1trchNachlässigkeit nnd Abncigung, sich im Glaubrn drr Vätcr durch Lcsc'n crnster Wcrk'e zu u11tcr1ichte11 und zu befestigen. , .

Wo (1er Christus Mittclpunkt drs L-klvcns zu sc111 aufbört, wo in den Herzen die Liebe 3115 ibm krlischt, dd lodrrt ein anderes Foyer auf, das “euer dcr Leiden1chast€m da tragt Fleisch und Sinnlichkeit eincn leiclétcn Sieg übor dM Geist davon. _Und 111111161 11111111 1111d kühner wil] man den unsterblichen Mc111chc11 511111 THicre». 'Hcrab- 111ürdigen. Die Folgen dikwr Lehren 111311615911 bmm Anbltck drr Verbrechen, die von Tag 7,11qu (111 xYahLu11dl§ra11sa1nkcit 311- nelwnen, alle um die Zukunft Bejor t€n _i11 «cl)rkckcn, zumal da d1c yexbrecherischc Zügcllofigkeit cht s 011 1clbst dcr Jugcnd sich [ck?- 111 ti t.

ck;Uinc-r vcrschirdenen Grstalth ziehtxaucl) schon W111 Wrstln und Osten der Socialismus ein. (“:-ck01] 111chc11s€i11e Boten die leicht- glänbigcn Massen 111 ibrc Nsßerinzztsangxn, mdcm sie die chußsyckü durch übertriebene Hoffnungen 1ch1var1n€r11ch rcrzcz: 1111d__zuglcxc]) „Haß gegen diSjenigkn schürkn, welch von Gott 11111 _11d11chcn (Gütern gesegnet sind. Es ist tief bctrübend, daß die WWE! 11913 Umstnrzcs es selbst wagen, den Glaubcn als das Vern1c1ntltch8thdcmiß dcs irdischen Glücks zu untergrahen. . . ,. _ '

Gleichzeitig dringt 111 die Welt dw stetig Wa scndc Verachtung alles dessen was ChrLstus von den P'liéhtcn gcgrnü er der welkliche11 Obrigkeit Ébrt.Jm1n€r küHner rüttelnfalsche§ 1011171311211 (111 den (5111111d- festen dcs gesammtkn StaatéZvesens _u11d der 111119111111 11111, Erdsn, 11111 die bestehende Ordnung, Sichxrhcrt Und 1'Uhtge E11tw1ck€l1111g dcr mc11schlichen (GLseÜWast zu zerstormx. _ _ ,

Neben dcn vorgeführten Schwwxrgkmtcn, d1_c 1111611111 1116111“ odrr weniger die Arbrit dsr kirchlichen Odkxhirtcn erychwcrcn, 1111111361: die: besonderem Verhältnisse 111116181: Dtözexrn 111111) bssondcrr Schwtcmg- keiten mit ich. . _

Es is in crstlr Neck)? drr 11111stc111d, daß 11_nsc_1'€ chdlkérung nicht in einem “confcsfionell einigen _Landc lsbt. Tagltch€ Bsztcl)1111qr11 führen uns zusammew 1111t Mit111c111chcn andchr Ucbcrzrugnngkn, rt- glicdkrn andrrer Consesfionen. . ' " ,

In dicsrm Verhältnisse dsrlangr d1c Pflnht drr N11chstöllikkbc 11.911 uns, daß wir dic religiösen Gefühle Andcrsgl'äubigrr, nic re1z911, 101€ Ueberzeugungsn, wenn wir sie auch 111 t the1lcn, 1118 bcle1d191311,_ 111 Friedc und Eintracht mit ihnen zu_ [€ 611 MS bcmübcn._ DW “819119 zum cigencn Seelenheil aber verpfl1cht€t 111121, unscren Glaubrn als das kostbarste, göttliche Kleinod zu 'bcwaHrcn, denselbcn 11116 6111- schiedrn zu Verthcidigeu, Gelegenheit zur _cbotenrn Ucd1_111 des- selben zu suchen, weder in Wort 11_och in T,at jemals dcnxel 611 zu Verleugnen; im Gegentheil durch 12111 muste'rhaftcs chen und durch inbrünsti es Gebet Gott für d1€ Gnade der Brrufung zu unserer heiligen *irche, für die Mittel zu 111Yre111-H61l'111 derselben zu danken.

Unser Hirtenamt fmdet auch “chwwrigkexten 111 de'm Umstand, daß unsere Gläubi cn zwci Nationalitäten,_angebören. _ .

Wenn aber AZE beherzigrn, daß (Chrntus alls Z).)kemcbxn, nicht . Bloß ein Volk liebevoll an fem Herz driYckt, daß Er der M1ttelp1znkt

der gesammten M611scheit ist; 1ve11n.w11r rmx pfltchtgetreu 111 samer Liebe befestigen Werden, die weder Freue 11och Sklaven, weder Scytben 11och Griechen, sondrrn in Jesus CHristu-Z unserem Herrn (Coloff.1ll, 11; Röm. )(, 12) Geliebte in Gott und Wegen Gott krnnt, _dann wird ich unser „Ferz erweitern, es wxrd niemanden ausschl1€ßcm die eiligen un t.?)eurew Gefühl? „drr Liebe zur 8191111311 Nationalitat “vor der beidn1schxn B€11n17chu11g des. Hasses, gegkn Andere bewahren. Nur gegc11sett1gc Ltebe 11m Jesu 111111611 wird,alle möglichen Schwierigkeiten unsrres obrrhirtltchcn Amts, die 111 dtcscn Verhältnissen liegen, beseiti en. „Da Gott uns so gel1ebt, „so müssen auch wir einander icben.“ (1. Ioan. 117, 11.) Meme Hirtenpflicht, alle Seelen zu YM. zu „fiihren, werden,deshalh auch dic'enigen meiner cliebten attonalttatsgenoffew 1111r Lrlctchtgrn, weiche dessen einge enk bléiben, dU auf znemc Serie, nicht allein ihre geistli „en Angelegenheiten ge under s111d, und daß 1ch nzYt der Oberbirt aus chließlich eincr Nattonahtat bm. D1e chr1stlt e Klugheit wird sie auch lehren, alles zu tnetden, mod_urck) aus der ge- rechten Anbänglichkeit an das theure Erbe unsxrrr Vater, an dre [)e1ß- eltebte Muttersprache, an die rubmrreren 'Ermnerungcn unserer Ge- ?chichte Intentionen ber eleitet und *.lbstchten untergelegt werden könnten, welchc, den dur dM Glauben gebotenen Unterthan- und Bürgerpflicbten _zuwider wärxn, _ , '

Die Katholiken deut cher Zunge (zber können als gleichberechtmte Kinder unserem väterli cn Herzen 31er volles Vertrauen schenken, daß) wir nichts versäumen, Was für 1_ r Seelenheil 1111") [ich und er- for erlich ist, in dem vollen BeWußtsem daß wir vor ott für “ede durch unsere Schuld verlorene, Seele Rechenschaét able en 1111": en. Christus der err ist das gemeinsame'Vand, das tärker Kt als 'A 613, was die Men en Zcbeidet. In Elxristy vereinigt, Werden w1r vor Gott und der elt eweisen, daß wtr zucht blok; in Worten, sondem auch im Leben Bekenner des katholischen, a so alle Völker 11m- faffenden Glaubens smd. . . . .

Bayern.

München, 18. Januar. Ihr? Kaiserliche und. Königliche oheit die verwittwete “Kronprinzessm, vo1_1 Oesterretch:U11gar11, r herzogin Stephanie KY, w1e d1e „Allg. Ztg.“ 11111;

theiit, gestern Abend von egensbztrg hier e'11_1 und wurde ' am Ba nhofe von „Seiner Konjglichen HFM“ dem Prinzen und *hrcr Kaiserltchen und Koniglrchen . ohe1t der

* JLUOUUULU.

Prin essin Leopold emwfangen. _Zu Ehren der Kron- prinz in fand heute Nachmittag be1_ Seiner Kdniglichen Hoheit dem Prinz-Regenten eme großere Tafel statt. Am (Hehnrtstag Seiner Majestät des Kaisers ist wie alljährlich in der Residenz .Hoftafel, zu der die Minister und die Mitglieder der preußischen Gesandtschaft Einladungen er: halten haben.

Sathfen.

Dresden, 18. Januar. Mit Genehmigung Seiner Majestät des Königs wird, wie das „Dr. J,“ meldet, Seine Königliche Hoheit der Prin?) F riedrich Au ust behufs Orientirung auf dem Gebiete er inneren Verwa tung bei der hiesigen Kreishauptmannfchaft zettweilig Beschäftigung nehmen.

In der Heutigen Sißung der Ersten Kammer wurden auf Antrag der zweiten Deputation die Titel 4, 14, 16, 19, 22, 24, 26, 32, 36, 38, 39 und 40 des außerordentlichen StaatshaushalW-Etats für 1892/93, nachdem bei Titel 40 Frei: herr von Burgk fewer Befriedigung Über die Vorlage und mehre: ren Wünschen hinstchtlick) Erhöhung der Sicherheit auf der Eisen: babnstrccke Dresden-Tharandt Ausdruck verliehen hatte, bc- willigt. Die Zweite Kammer nahm auf Antrag der Finanz:?DcputationZ die unter den Titeln 10, 15, 20, 27, 31 und 41 des außerordentlichen Staatshaushalts:Etats für Er- weiterung der Station Radeberg, Grunderwerb für Anlage eines neuen Vorrangicrbaxnhofs für Chemniß, Verbeffcrung der Bahn- hofSanlagen in Döbe n,.Herstellung cines zweiten Kreuzungßgelcises auf Station Miltiß, Ausbau des zweiten Geleises auf der Strecke Freiberg-Lichtenber und (Grunderwerb für eine künftige Verlegung des .Zaltepunktes Nikolaivorstadt in Chemniß geforderten Summen von 442 000, 250 000, 130 000, 45 000, 412000 und 183000 36 an.

Württemberg.

Stuttgart, 18. Januar. Seine Königliche Hoheit der Herzog Albrecht von Württemberg ist nach dem „St.-A. f. W.“ gestern Nach1111ttag nach London abgereist, um als Vertreter Seiner Majestät des K önigs an der Beiseßun, Scincr Königlichen „Hoheit des Herzogs Von Clarence thci : zunehmen.

Baden. Karlsrulzc, 18. Januar. Die Zweite 111111112161“ hat, 11116 „W. T. B.“ mcldrt, heute ihre Silzungen wieder auf: Die Wahl des nationalliberalen Candidaten, Bürgermeisters Burger in Waldkirch wurde für gültig erklärt. Die Regierung legte mehrere Gesetzentwürfe vor, daruntrr einen solchen wegen Besteuerung des Kunstweins.

Hessen.

Darmstadt, 18. “Januar. Seine Königliche Hoheit dcr Großherzog blcibt auf den Rath ___der Aerzte der Bciseßungs- feier "111 Wmdsor fern, auch Seine Königliche Hoheit der Erb: großherzog ist durch eine Erkältung 111 Potsdam Jurück: gehalten. Zur Vertretungdes Großherzogs bei der Weise ung des „Herzogs von Clarence 1st deshalb der Oberst:Hof-Mar_cha(l von Westerweller nach Windsor abgereist.

“311 Anfang des'nächste11_ Monats wird hier ein hessi- s 11) er Städte ta'xg zum Zwecke der Bcrathung der den Ständen ugegangen'en fümf * crwaltungSgeseßentw-ürfe zu- ?ammentreten. In dem von der Zweiten Kammer bc- stcllten SonderausschUß, brstchcnd aus 11- drei Abgeord- neten auI jeder Promnz, 13111 eme erste Durchbcrathung bereits staftgefunden.

Oesterreich-Ungarn.

Dcr Erzherzog Carl S11l11-„1t111“, dessen Erkrankung an der Influenza und hmzugctrctcner Lungenentzundung 111.

der gestrigen Nummer des „N.: 11. St.:?[.“ u11ter dcn 1111ch -

Schluß der Redaction eingetroffenen Telegrammcn 1115.1grtheilt wurde, ist nach Liner Meldung des „W. T. B'.“ estern Nach1111ttag um 31/4 Uhr gestorben. Erzhchog CaxlSa vator,dcr jungerr Bruder des Er herzogs Ferdinan , Großherzogs von Toßcana, war am 30. 5 pril 1839 zu Florenz gebdren mid hatck 1111) am 19. September 186]. mit der Prinzeéjm Marta Jmmucu: [uta Clementine von Bourbon und be1der Simlien vermählt. Drr zweite Sohn des Verstorbenen, der, Erleerzongranz Sal: vator, ist bekanntlich seit dem 3]- Zztlt 1830 _1111t der E13- herzogin Marte Valerie, zweiten “Too)ter des Kmsers Franz Joseph, vermählt. _

Bei der gestern im AbgeordnsktenhauFe fortgeseßxen Generaldebatte über die .chndelsverträge 1prgch der Ab . Pattsi .die Hoffnun aus, Deutschland1yerdr be_1jdem m11xt : chaftlichrm Verhältniiie mit Rußland 1111111 c111sc1t1g, sond-Lrn tets 11111 111 Verbindun mit Oesterrmch-Ungarn vorgehen, und wü11schte 12111 wirthschaftltchcs Zusammenschlwxzezt EuropaZZ, ]cdoch nich1 unter Beitritt Rußlands, sondern Fraykre1chs Redner trqt femer für Erwerbung des Orientmarkts cm, befurworthe du: Eisenbahnlinien Scrajewo-thtrowißa und erklärte s1chfur das Bündniß mit Deutschland behufs S1chcr1mg des Friedens und_ aus Gründen der Nationalität sowie der österre1chischen Staqtsraxson. Für die Verträge sprachen noch 1118 Alxgg.Ieer.e]91111cz, . ofmann von Wellenhof und MEZULk, gegen 1161116 Ab g. Fallingerun'oLan . HofmannvonWellenhofwünsthe gemeinsame Maßrege 11 mit Deutschland, _betreffend die Specu- lationsringe und Cartelle. Mezmt' beze1ch11ete den Vertrag?- Lchluß mit Deutfchla11d als ein cbemo 1v1x1ses Werk w1e en politischen Anschluß. Die Politik der freien Hand mj'xrde ur Isolirung ren. Drr Bund mit Deutschland wilde ?eäne Gefahr für das c ech1sche Volk, im (Ge enthetl habe Böhmen in chem Con icte mit Norddeutsck) and Kr1egs- drangsalc er eiden und dic_ Kriegskosten tragen, muffen. Jedrzej o wicz sprach fich dagegen aus, dw Grenze nach Rumänien hin zu öffnen. Die_ Verträge [eren zwar kein Ideal, aber sie sien cin Schrrtt zum bes1ern, eme Consequenz der_ politis )en Vündmsse und entsprächen den Traditionen Oeyterrei s. Zallinger wandte MZF haupt: sächlich gegen den ita icnischen Vertra, wegen des emzolls und sprach die Ueberzeugung aus, du neue Verhandlungen ünsti, ere Bedingungen ergeben würden. Hierauf wurde der LJchlu der Debatte angenommen; zum Gcneralredner gc en die Verträge wurdc Katzl, zum Generalredner für dre er: träge Ruß "gewählt, , . _

Die serbischen Dele 111611 für die Handelsver- tragsverlxandlungen ste ten sich gestern oem Handels- Mimster Marquis de Bacquchem vor, wobei die freund- lichsten Erklärungen von beiden Seiten auSgeta11scht wurdcn.

Großbritannien und Irland.

Die Zu den Beiseßungsfeierlichkeiten in Windsor nach EUJand cntsendete Deputation des Husaren-Regiments Fürst B ucher von Wahlstatt (Pommersches) Nr. 5, 5.13. 811ij dessen der verstorbene Prmz Albert Victor, Herzog von Clarence gestanden hat, ist gestern in Dover angekommen und von dem General Duplat Taylor im Auftrage der KoniJin c111vfangen worden. Im Buckingham-Palast zu Lon on smd der „Herzog Albrecht von Württemberg, der Oder:.Hofmeister der Kaiserin Friedrich, (Graf von Seckendorf, nnd der Oberst-Hof:Marschall des Großherzogs von „Hessen, General Westerweller von Anthoni, eingetrosßen, nachdem sie auf dem Vahnhofe von dem Herzog von Edin urg empfangen worden waren.

In der gestrigen JahreSUcrsammlung der afrikanischen“ Section der Handelskammer zu Liverpool wurde ein Schrechy des Marquiß von Salisbury verlesen, in welchem d1eser in Beantwortung der von der Section ange: nommenen Rcsolntionen wegen Abtretung der nsel Ma: facong an Frankreich und W französischen 5 rotectorats iibcrxSamado, sowid der Ausdchmmg des französischen Ein: flusscs_ an der Kru:Küfte zwisckzen Liberia und Groß-Lahou daraus hinwrist, daß die Regierung dabei einfach früher er: worbcnc Rechte und die .HinterlandS-Doctrin respectirt habe.

Frankreich.

Zu der. gestrigen Sißung der Deputirtenkammer richtete,

wic „W. T. B.“ berichtet, der Deputirte Dreyfus eine Inter ellation an die Regierung über die Unruhen in Maro k 11 und fragte, welche Jnstructionen der dortige Vcr- tretcr FrankreichE erhalten habe. Der Minister des . Ans- wärtigen Ribot erwiderte, mehrere Mächte hätten nach dem Hafen von Tanger Kriegsschiffe gesmxdt. Der französische Vertreter habe Befehl erhalten, die französischen Schiffswanufthaften la11de11 zu lassen, wenn die in Tanger befindlichen Europäer in Gefahr gerathcn oder wenn die Kriegsschiffe der anderen Mächte Truppen aus Land setzen sollten. (Beifall.) Er loffe ]edoch, daß die Ordnung in Tanger alsbald wiederberqcétellt sein werde und daß die dorthin entsandten Krie schiffe dic (Gewässer von Jan cr verlassen könnten. (Vcifaii) Damit war der Zwischenfa erledigt. , Nach dem von dem Minister der Justiz in der Deputirten- 111111111617 eingebrachten Geseßentwurf Über die Vereine (stehe die gestrige Nummer des ,R.: u. St.:A.“) sind, wie die „Fr. L_.“ m1ttl)eilt, alle Vcrd'ndun en die nicht g-sgen die Sittlichkeit, dic Geseße oder die öffentli : rdnung verstoßen, erlaubt. Die Gründer eines Vereins habe11 eine Erklärung und ein Exemplar 1hrer, Statuten bei der StaatSanwaltschaft abzu- geben, welche den Empfang bestätigt. Die Auflösung von Ver: einen kann nur _durch cm gerichtliches Urtheil angeordnet werden; allem 11? darf auch im Decretwege erfolgen: 1) 11121111 der Verein neben französischen Mitgliedern auch fremde, besitzt, welche die Mehrheit bilden; 2) wenn sich unter den Vertretern „odcr Leitern drs Vereins einer oder mehrere Fremde befmden; 3) wenn die Gesellschaft, die ihren Siß '111 Frankreich hat, mit außländischen Vereinen verbündet ist._ UebertretUUgcn dcs Auflösuandecrets werden mit Gefängnis; von sechs Monaten is zu wei Jahren bestraft. Die Vereine. dürlfen in dem Maße üter _befißen, als deren Zweck es zu äßt. Schenkungen dürfen nicht den Vereinen als solchen, foydcrn nur einem ihrer Mitgliedcr Ymackx werden, Die Eiaen1chaft einer Civilperson kann den - creinen 11111 durch ein Gesetz verliehen werden. Jedes Mit- glied kann jederzsit aus dem Verein scheiden und die gemachten Einzahlungen zurückfordern. Die Verwaltung wird übri enéz crmächtigt, ein N11fsicht§recht zu üben und den Six, der : er:“- cinc u betreten, _

- ie Zollverwaltung macht bekannt, daß die 9,011- burccms am 31. Januar troß dees Sonntags den ganzen Ta hindurch Zolldcclarationcn noch nach dem gegenwärtigen Turi? annehmen.

Rußland und Polen. ;

Dcr Großfürst Alexis ist zur Theilnahme an der Lc1chsenfeicr für den Herzog von Clarence nach England ab- erci 1. ' g Wir man dem „W. T. B.“ aus St. Petersburg meldet, bereite die Regierung ein (Heseß zur Regelyng des russi- schen Getrerdehandels vor. Die russ1schen und aus- ländischen Preise und Frachtsätze für Steinkohlen, Holz, NapthaRückftände, Etsen und Gußeisen werden vom Fe- bruar d. I. ab dur das Eisenbahn:Departement des Finanz: Ministeriums verö“e11tl1cht werden. „Im Zusammenhange damit sollen auch Daten über die Bedürfnisse der w1cht1gste11 Verbrauch?:plätzc Rußlands in Bezug auf die genannten Artikel publicirt werdcn. *

Die Mittheilung der„St.* et. Ztg.“, daß die lutherisck): tZTeZologisM Facultät in orpat verhleibe, wird dem . T. B.“ bestätigt.“ Die Verlegunq die1er Facultät nach-

einer anderenStadt odcr Yre Umwandlunké in eine Akademic'. a

sei, wie von unterrichteter «eite verlautc, t tsäckxli. beantragt Zewescn und auch wiederholt eingehend im Mrmter-Cowité. crathen worden; die Mehrzahl der Mitglieder des Mimfter: Comités habe sich jedoch ge en den Antrag ausgesprochen, und das roject sei nunme r a s aufgegeben anzusehen. „_

ie erste Sißung es ReichSraths im neurn Jahre 111 auf den 25. Januar angeseyt.

/ Italien.

In der estrigcn Si ung der Deputirten kammer“ verlas der Prä rdent einS retbey dcs großbr1tantzisch1n Botschafters, wel er. darin tm Namen der Komgtn Victoria der italiemschen Kammer dcn Dank ausspricht__f1"1r die Kundgebung der Sympathie fur England und das engl11che Königshaus anläßlich des Todes des H e rz o gs v on C [ar en ce».

- Im weiteren Verlauf der Sißqng „kündigte der Präsident ', an, daß der Deputirte Barzilaz rme Interpellation, betre sder italienischen Pol1ttk 1111 Orientund betreffs“

des erhaltens der Großmächtr egenüber der La e in Bul- arien eingebracht habe. -- BetZortse un der De atte über die andclsverträge erklärte der 5 eri. tertatter, Ellena, dic Commission erfülle ihre Pflixht ohne slch dre Män el und Lücken der Verträ e zu verheölen. Ge enüber dem e: putirten Pantano bemer te er: der Tarif von 1 87 sei derzett der am wenigsten illiberale Tarif der großen Continental-Staaten. Der Redner verlangte die Negierun möge erklären, daß fie den von der französischen. e ierung den Züchtern von Seidenraupen

ewährten Prämien“ ita ienische €Yrämiey entgegenstellen werde,. -- roductton bedrohen sollten. !, Die beiden großen Zwmge der Ausfuhr, Seidenwaarcw .

Halls erstere die italienische

* und Wein, könnten nicht ungestraft an?,e riffen werden. Der - Vertrag mit Oesterreich:Ungarn könnte eLs

er sein; er verdiene jedoch nicht den herben Tadel einzelner Redrter._ Wenn der Austausch von HandelSproducten mit Oesterre1ch:Ungarn nicht so gut vor stckz gehe wie derxcnige mit. Deutschland, so liege dies auch in en natürlichen Verhältniffen. Der Redner ab 11, daß von Italien Deutschland große Opfer cbracbt wor en ?eien, die italienische Ausfuhr nach eutschland sei aber auch eine bedeutende. Ellcna forderte schließlich die Kammer auf, die Verträge zu genehmigxen, ohne die Annahme aufkommen zu lassen, das; M Wünsche Italiens vollständig er: füllt seien, oder daß eine sofortige, erhebliche Besserung der wirthschaftlichen Lage zu erwarten jci. Dcr .Ha11dels:Minister Chim1rri trat ebenfalls für die Verträge ein und führte, dem „W. T. B.“ zufolge, in seiner Rede untcr lcbhaftem Beifall des Hauses aus, die Verträge begründeten für die italienische Volkswirthschaft niißlichc Erfolge und Vortheile. Der Handelsvertrag mit Oesterreich bringe eine wescntliche Verbesserun dcs LeinenzolleH. Die Weinzollclauscl Habe schon in dem bis)erige11 Vertrage bestanden. Hierauf wurde die (Hencraldcbatte geschlossen. _

Nack) einer Meldung drr „Agenzm Stefani“ halzen Italien und Spanien den gegenwärtig zw1schen dic1cn Mächten bestehenden .HandelSvcrtraZ bis zum 30. Juni verlängert; die Bestimmungen über 3_ crzollung dcs Alko- hols sind von der Vcrlängrrung ausgeychloffeu.

T-erPapst empfin gestern denPrinzenCarlMichacl von Mecklenburg; treliß in besonderer Aud1enz.

Die Sitzungen der internationalrn Sanitäts- confcrenz in Venedig sind auf mchrcre Tage unterbrochen worden, da die englischen Delegirten nothwendig gewordene ausführliche Jnstructionen dcr en lischen Regierung auf dem Postwege einholen mußten; ach das Ableben des „Herzogs von Clarence Hat die Arbeiten der Conferenz verzögert.

Portugal.

Das neue Ministerium hat gestern den Cortes sein Programm dargelegt. Laut einrr Drahtmcldung dcs Wolff- schen Bureaus aus Lissabon betonte der Minister-“ r(is1dent, daß zur Reorganisation der Finanzen sich A 6 Opfer auferlegen müßten, und erklärte ferner, die Regie- rung “werde gcnöthigt sexi", an dir Gläubiger des Staates zu appellircn. Nach den bisherigen, 11011) der Bestätigung bediirfendenTelegrammcn des „„I, T B.“ ist das neue Cabinet, wie folgt, zusammengesetzt: Dias Ferreira * räsidium “und Inneres; Oliveira Martins, Finanzrn; Bischof 2 yres Gouoeia, Justiz; Vicomte Clmncellciros, öffentliche Arbeiten; Costa Lobo, Auswärtiges; Genera! PinheiroLnrtado, Krieg; Admiral" Ferreirx, Marino.

Schweiz.

In Bern ist gestern die außerordentlick)? Session dcr Vundrsversammlung, wclche hauptfächl1ch znr Berathung dcr «H)eandclsverträge einberufen wurde, eröffnet worden. Der 5 ationalratl) hat in dor ersten Sißung die für Zwecke der Kriegsbereitschaft geforderten Creditc im Bstrage 111111 771/9 Millionen Francs cinstrmmig bewilligt.

Türkei.

Bei der Pforte eingegangene Depeschen der Militär: und Civilbehörden in Yemen (Süd-Arabien) berichten, das; dort völlige Ruhe herrsche. Die Gerüchte von einer neuen Erhebung in Arabien werden dem „W. T. V.“ zufolge a11ch von Vertrrtcrn der auswärtigen Mächte in Konsta11ti11opcl für

“unbegründet erklärt.

Bulgarien.

Sofia, 18. Januar. Anläßlich des Festes der Was erweihe fand, wic „W. T. B.“ berichtet, heute vor dem ** alais des Prinzen Ferdinand ein Tedeum statt, dem der Prinz Werdmmnd, .die Minister sowie die SpiHen der Civil: und Üilitärbehörden beiwohnten. Nach dem Cercmonirll héelt der Prinz eine Truppenrevue ab.

Der „POl. Corresp.“ zufolge hätten Stambuloff und Grekoff den Vertretern der Mächte in Sofia erklärt, daß der von (Griechenland angefochtene SchulgeseH-Artikel nichi zur anend11ng kommen und durch ein? neue Vorlage an die Sobranxe abgeändert werden würde.

SchWeden und Nouvegen.

(17) Stoxkholm, 16. Januar. Der Kronprinz ist zum General:Lteutenant in der Armee, und der Erbfürst Herzog von Westgothland, _OScar Carl_Wilhelm, ist zum Ober- Adjutwnten und Major 11n Geyeralstabe sowie zum Major in der Fmbgarde zu Pferde und 1m Westgöta-Negrment ernannt wor en. -“

Be-ide KammernUdcsReichstages traten heute unter Vorsnz tbrer AlteerZPrä11de11ten zusammrn. In der Ansprache, dre der Älters:Pras1de11t der ersten Kammer, Hofmarschall

Reutersvärd, an NY?- richtcte, hob er hervor, daß dieser

Re1ch§tag nach allen nzctchen cin arbeitSvoller und be: deutungsvoller zrx werden verspreche:

' „Viele und w1chttge Fragen . stehen auf_ der Tagesordnung, was 1ch.aber vor allem -l)offe„ das ist, daß aus einem Blatte unserer Rcrch§tag§ges§h1chte geschrieben w1rd, der Reichztag des Jahres 1892 war_szch darubEr emig, unsere Vertbcidigungskräfte auf drr tradtttrnellrnGrundlagc zn'cntwrxkeln, zu ordnen und so zu Verbeffcrn, daßwu; 11111 Ruhr und S1cher M der Yukunft entgegcnsehcn können. Mcmeäyerre'n! Beer)r,etn'erleu tetenUrt eil und Ihrer Vaterlandslicbe brauche 1ch dxe Wichtrgxett n1cht anzudeuten, daß wir uns bei Zeiten mit diescr Fragz». beschafttgen mussen, ,denn nut xedcnr ablaufenden Jahre, ja mtt jedem Tage kommen jvxr der Stunde nährr, wo die Kriegsfackel angezündet werdrn und, ihre erheernngen über unsercn ganzen Wßlttherl Wrbrrztmx wird. Mochtc'n wir dann nicht so der- thetdtgmxgslos wre [etzt dastehrn, und mögr der Vorwurf niemals gcgen dre fgeehrte Kgmmer „gewichtet werden, daß sie ihre Pflicht Versäumt Habe. Moge' deSyglb,_1_eder'Reichsta s-Abgcordnete und jeder , waHre Patrw't dre Wichttgkctt und die othwendigkcit einrr lückl1che11 Lösung drxscr Tra e cmsehen_u11d nicht denjenigen ihr Ohr eihen, die wcdrr ihren „zu)alt noch, :brc Bedeutung für ein Volk begreifen wollen- odcr können das smt uralter Zeit in einem freien und unabhängigrn chndc zu leben geWohnt gewesen ist. Bei Beginn ÖW Ja reswechsels ist es wohl 'zu unserer Kenntmß gelangt, daß viele V onarchen Europas die Anßck)? ausgesprochen habrn, im Laufe des, IaKres 1892 Habe man kame Frtedrnsstörung zu befürchten, aber Wetter qben NY die Friedenslwffnungcn nicht erstreckt. Möchten wir d:»shglb mchtdic eit Vorsäumen, so lcxuge es noch heute heißt, damit (',s nicht heißen nzöge: zu s ät. Wtr müssen uns auch erinnern, daß 61111: Armeeorgamsation 1113? mitddem Augenblick ferttg it, wv ie yon dem RUFHNYL beschlo en wwd. Dazu ehört Zett, ange ett, und „Geld, _v1el eld“ das auf mehrere Ja re 'vertlxeil't d1e Zer- thetdtgungElustxn ,wemgcr schwer m_a 111 kann und mu . Viele große und w1chttge Fragen, welche 1i auf die inneren ngele - 1191th beztehen, Werden auch (Hegenstan unserer Beratbungen Kein, 1ch betone abrr vor aUem dtc Losung der Vertheidigungsftage. Kann

diese Frage auf befriedi ende Weise elöst werden, so hat jeder dsr dazu beigetragen hat, ?ich um den auf des VaterlandQs wolylver- dient gema t.“ „_ . _ '

Der lters:Pras1dent der zmerten Kammer, Freiherr Fock, erinnerte in seiner Anrede daran, daß ]eßt gxrade 25 Jahre seit Einführung der gegetzwärtigen Nepräscntattons: form vergangen seien. Er sprach dre . offnung aus, daß die gemeinsame Liebe zum Vaterlande und as Streben Aller nach einer glücklichen Zukunft hoch über allen MeinungSvcr: schiedenheiten stehen möge. - Yon beiden Kammern wurden alsdann Dcputationen an den Konig entsandt, welche um die Ernennung der Präfidenten und BKWPTÜÜÖLUKY ersuxhen sollten. ('Die Namen der Ernanntcn md bcretts gestern gemeldet worden.)

Die wischen Schweden:Norwegen und Fra'nkreich abgeschlo ene „Konvention lautet:

Art. ]. Der in Paris am 30. Dczcmbcr 188], zwischen Frank- reich und den vrreinigte'n kaichsn Sch)11*cdcn und Norwcgrn abge- schlosscnc Handsktractat wird mit Auöncxbme der Art. 2, 3, 4, 8, 9, 18, 19, 20, Art. 12, drittks nnd vicrtrs Stück sowic dic S tus;- crklärung fcrncrwc'it vkrlängcrt. „_ _Art. 2. Der in aris (1111 30. Dczmnbcr 1881 abgryehlossenc Schiffahrtstractat zwischen Frankrcick) und dkn rerckinigtcn Rcichcn Sch1vedc11 und Norwegen wird mit Auönabmc der Art. 13 und 14 fcrnernwit de'rlängkrt. ---- Art. 3. Diese Convrntion soll (1111 1. Fcbrnar 1892 in Kraft treten und bis zum Ablaux Einer Frist 111.111 zwölf Monaten gclte'nd blcibcn, nachdrxn eine der contrahircnden Parteien 1111“? Absicht mitgetheilt bat, die'É-clbc in Krat trctc'n zu lassen. ---* Art. 4. Dir (Convc'ntion soll spätestens am 30.45an11ar 1892 untcr Vorbkbalt der Gcnebmigung der National-Versammlnngrn in Schwcdc'n und Nomwge'nratificirtnnd dir Natificationc'" alsdann ans- g6111€chsclt werdcn.

Amerika.

Aus EcUador erhält der „H. C,“ die Mittheilung, daß durch die: am 14. Ja1_111_ar beendeten Neuwahlew an Stelle des bisherigen Präjidenten A. Flores, deßmx Amts- psriode am 30.Ju11'1 d. J. abläuft, 11111 großer Majorttät zum künftigen Staat?:obcrlwupt ])]: „Intex; Cdrdero ernannt worden sei. Die Walzlhandlung habe 1111) M11 absoluter Ruhe vollzogen.

Afrika.

Bci dcm Kbrdir c Abbas _hat cstcrn im Abdi11-Palast zu Kairofcicrlichcr Empfang jtattgekiunden, der'äußcrst zahl: reich brsu 1 war. Im Namen des d1plomatischc11 Corps hielt der panische Gcnrral-Konsul Ortega Morejon cms. Be: grüßungs-Ansprachc. Dcr thdivc gedachte nach drm „W. T. .I.“ 111 der Erwiderung in. bewegten Worten scineH Vaters nnd sprach,)"odann dcm_ d1plomatischen Corps 1111“ dessen wohl: wollendc Erklärung Minen Dank cms, mdem cr l1111z11f1'1gtr: er werde, dcm Beispiele seines Vaters folgcnd, alleF fiir das Glück. und Wohlergehen des Landes 1111111 und hoffe, 1118111131 (mff dic Unterstüßung der Vertreter der Mächte rechnen 511 dür en.

Der offizielle Forman, durcl) welchen der SUltan N11 Prinzen Abbas Pascha zum .li-"1111111136 11011 Egnptcn “cr: nannte, hat nach der Uebersetzung des „Hamb. Corr.“ folgenden Wortlaut:

„Gott crlwltr Srim'. Majestät den Sultan, 1111191811 erhabcusn Herrn,a1.1fdrm Thronr seiner glorrkichcn Vorfalwcn! Durch zwsi Tnlcgrmmne, das Eine grscndet 11021 Sk'iner (challenz drm PräjidCUtsn dcs 'cgyMiscben Ministckrraths, das andere gcsendrt 11011 Srincr Exxcklenz GHW, Ulbtar Pascha, ist fkstgcstellt wordrn, daß Scim». Hohrit Tcwfik Pascha, der an Pnsunwmr JCÜÜCU, 111111) 811181 Krankheit 111311 e*tlichrn Tagkn 111112 11131“. nac!) Türkischechit, 111 drr Nacht 11911116131811 Donnerstag auf Frritag gestorbcn ist. Seine Scrlk 111118 bci Gott! Der tirfbcklagtr KHLÜVÜ Hat 1111111 Tage seiner Ernennung fiir das cgyptischc 57.1)cdiviat su!) ststs durch die 1111111111111th Anbänglichkeit und Exgcbcnlxit für N11 Kaiserlichen Throu dcs Khalifats a11sgrzcichnet und bat trotz der „großen Schwierigkeitan seiner La das Land gut vcrwalxe'r. Skin Verlust wird dabkr 111111 Seiner ajLsFät dcm Sultan tief Empfunden 11:1d Verursacht allge- mrin großen Kummer. Scine Majcstät dcr Sultan hat in srincr 1ttibegr€nztcn Güte gérnbt, für 11-11; dnrch dk]! Tod vacant gewvrdcnc Kbedwiat in Gemäß eit dss 11011 dem Khalifat als drr syndrränsn Macht Vrrließe'nrn 11111111111; Scinc Hoheit Abbas Pafcba, don ältestkn Solm dcs vert J11vestitio1xsfcrman wird e*genwärtig vorbereitot und wird 1111111111 kurzcém dcm rgyptiscben Hofe übkrmittelt wkrdrn, wd 111" 11111 dsr üblichen Fcicrltchkrit 3111“ Pkrlcsung gelangen wird.“

Parlamentarische Nachrichtem

Zu der heutigen (151) Sitzung des Reichstags, welcher die Staatssccretäre Freiherr von Maltzahn und Freiherr von Marschall, owie der Königlich preußische SOME: Minister von Heyden beiwohntcn, stand auf der:",Tagesord: nung die erste Berathung des Entwurfs eines Geseßes, be: treffend die Ilnwenduw drr vertragSmäZigsn Zoll: säße auf das a1111.-ch*ebr11ar 1892 in eutsdch1and vorhandene unverzollte ausländischo Getrei c.

Staatsfecretär Freiherr 111.111 Malßahn nahm zunächst dasWort zur Be ründung der Vorlage. Die vertragSMäßigen Zollsäße fänden ezüglich aller in den .Handelsyerträgen bc: rührtcn Artikel vom 1- Februar ab ach? für die von meist- bcgünstigteu Staaten eingehenden Artikel Anwendung. Die am entscheidenden Tage noch unverzollt, aber zum Eingangs fertig in deutschen Zolllägern lagernden Waaren kö11nten also nur dann die vertra ßmäßizxanollsäße _ enießen, 11161111 thr Ur prung aus moist- begunéitgten Ländern nacHZzewresen werde. Cn solcher Nach: we1s , fuhre aber zu erzögerungen der Einfuhr. Um anges1chts der hohen Getreidepreife emr olche Verzögerung beim Getreide zu vermeiden, empfehle es st , alles am 1. Februar in Zolllägern befindliche Getreidc ohne Nachweis des-U 1311111 3 Fl den vertragSmäßigen Zollsäßen heremzulasen. Dic glei

e cgünstigung solle das in deutjchcn Zollauss lüffen befindlicéc.

Getreide erFahren. _

' Abg. Rickert führte aus, dgß die Vorlage scmc Er- wartun en nicht erfüllt habe; es 21u11gerecht, wenn nicht auch andere Fonsequen en aus den Han elsverträgen gezo enwiirden. Dieselben Begünßti ungen ten au die Vorrät erhalten, die 1111 Besitze sol er Geschä tsleute _eicn, denen man kerne Transitläger gestattet habe, wie _es in den westlichen Landesthetlen der Fall sei; ,dte Vorräthc, welche unterwegs nach Deutschland vorläuftg in Holland _1111fgestapelt keien, und erner die in Mühlen la ernden Getrondevorrät e, ür die der oll noch nicht gezahlt se. Ebenso wie das e; treide müsse auch das Holz bc andelt werden. Um d1e Vorlage in diesen Punkten abändern zu können beantrage er die Ueberweisung an eine “Commisnon von 21 - itgliedern.

Staatssecretär Freiherr von Malßahn erklärte,_ auf die pom Vorredner berührten Einzelhetten in der Commissmn oder 111 der zwetten Berathung eingehen zu wollen. Nur sei es

orluxnenKhsdivc, zu er11c11n€11. Der K'aiscrlichc

nicht richtig, daß im Westen keine“ Tranfitlä er bewilligt würden; erst kür'lich ser Duisburg ein sol es bewilligt worden, und dieielbe Bermlligung würde an anderen Städten auf ihren Antrag zu Theil werdcn. Dre Mühlm- läger könnten mcht ebenso behandelt werden, wie die Transit- läger, infolge des Regulativs über die soßenannten.Mühlen- contcn, Der Staats ecrctär setzte eingehen auSeinander, aus welchen Gründen in 01111: dieses Ne ulativs eine andere Be- handlung der Müh enläger keine ngerechtigkeit sei. Be- schließc dcr Reichstag dic commifsarische Beratbung, so „bitte er die Commission um möglichst schleunige Arbeit, damit die Interessenten rechtzeitig in Kenntnis; über ihre Lage am 1. Februar gcse 1 werden könnten.

Abg. Dr. Uhl wünschte gleichkalls einc Begünstigung des auf dem TranSport 11ach Deut ck und schwimmenden (HF treidcs sowie der Creditläger und s loß_sich dem Antraqe auf Commisfionsbcrathung an. Die Commisfwn rrcrde den Wunsch nach schleuni er Arbe1t erfüllen.

* Bei S lnß des Blattes nahm der Staatssecretär Frei: herr 111111 Malßahn nochmals das „Wort.

- In der SonnabendSißung drs Reichstags hatte der Abg. Lieber bei der Berathung der Position für die Erforschung des römischen Grenzwalls erklärt, daß Theodor Mommsen fick) die Forschungen des Obersten von Cohausen (die in dem Buche: „Dcr römiche Grenz- wall“ niedergelegt sind) angeeignet habe, ohne des en Namen zu nennen. Mit Bezug hierauf wird der „Nat.:Ztg.“ berich- tigcnd mitgetheilt:

Ju anmscws Röm. Gesch. Bd. 7, [). 140 Anm. 1 lesen wir: „Dies Mas; gilt für die Castrll-Linie 11011 Rheinbrohl bis Lorch (Cobaus 611, drr röm.(§r€11z1va[l S7 f.)." Ebenda ]1. 142 Anm. 1 „Die übri en Trupper Vékfbkilén sich auf dLn 1111105, deffen Casteklc nach CoYaus 11175 (röm. Grenzwall S. 335) Schätzung durcb- scl111iitlich8 1chm 111311 Einander 611tfsrnt sind oc.“ Ebenda x). 143: „(Cobausrn a. (1. O. S. 340 113101161 auf cin mittelgroßes Castcll ci11sck711€f11ich der EXTe'scrve 720 Mann.“ -

_Dic Budget : Commission des Reichstags 11611611) hcutr dcn Etat dcr Effenbalchrwaltnng und ge: nchmigtc die Einnahmen ch Etats nach dkn Ansäßen der Vorlags.

Dem Hause der Abgeordneten ist die Nachweisung 112.111 die Ergebnisse der W Jahre 1891 pachtlos ge- wsrdcnen Domänen-Vorwerkr zugegangen.

Handel und Gejverbe.

Tägliäxc Wagc'ngestrllung für K_ohlen und Koks an drr Ruhr u11d in Ober1chlssiem 52111 drr Ruhr smd (1111 18. d. M. grstrlst 10031, nicht rechtzeitig 5111111! 111116 Wagen.

Verdingungen im Auélande.

_ Dänemark. “30, Januar, 12 ULT. (1011613161180110rat81 1'411'8t11118b311811kii'W11, Koprnbczgen, Helgoland-Zgade 12.

3319161111111 11011 ca. 2000 1- Stablschienrn und ca. 1020 1; Ver- bi11d1111g§thrile11.

Bcdingnngen nnd Zeichnnngrn an Ort und StrÜc auf schriftliche Yiquifiiirn drs lsctrcffcndcn Fabrikanten.

Verkehrs-Auftalten.

3411111111,18.Ja1111ar.(W.T.B.) Norddcukschcr Lloyd. Drr Da111pfcr„B€rl_1n“ 1111111111141. Cap Palmas pasfirt. Dcr Danwfe'r „Allsr“ ist gestkrn Nach111ittag Von Southampton ab- gegangkn. Der Dampfcr Frankfurt ist gcstrrn von Ant- wsrpen anggangrn. Die Dampfer TNünchcn und „Köln “' sind gcstrrn in Dodcr, und drr Dampfer „Neckar“ ist heute in (35011119 angrkommen. Dcr Dampfsr „Preußen "hat von Genua l)1*1.1tc_d11 Fahrt fortgescßt. Der Daxnpfrr „Hohenstaufen ist VorgrÉtCrn 111 Aden, nnd dic Dampfer „Wrrra“ 1111d „Saale“ find „rute 111 Nrw - York 1111gcko111n1r11.

_ ngburg, 18. Januar. (W. T. _V.) Hamburg-Ame- rika111schr Packrtfah'rt - Actigngejellschaft. .Der Post- dmnpfer ., F1andr1a 1st, 11011 Hamburg kommrnd, gestern in St. Thomas cingctroffen. _

London, 18. Januar. (W. T. B.) De'r Castle - Dampfer Ykorham Castle“ ist am Sonnabend auf drr Auskeise von Southampton abgrgaugen. Drr Castlr-Dampfsr „Dunottar- Castlcé 1st am Sonnabend auf dEr Heimreise in London an- gkkdnnnrn. Dxr Castlé-Dampfer „Pcmöroke Castle“ hat gestern 11111 dcr “211113113171“ dir Ca11ar1schc11 Jnsrln passirt.

Theater und Mufik.

„_ Sing-Akademie.

_ Dkk Compomxt „Herr Ales s andro CVJM aus Rom, der Hier 1113711111 zum ersten Mal 111itscine11 Werken erxwrtrat, brachte zwei Q11_111_tetre „und 11111 Lieder zu Grhör, in denen, bei aller Anerksnnung der Ortgmalitat drrErfindung, doch überall eine größere Beherrschung der Ecstaltzmgsche und der formellen Behandlun sriner Gedanken zu wün- 1119111111611. Da-Zcrstc noch 11icht herausxxczgcbene uintcttfürchi Violinen, zwci Bratsckyen u11d Cello brgixmt nut drei Andantesätzen, von denen dsr. zweite am 111€1stc'n dem Gefühl drr Ruhr eines Andantesaszes ent- sprtcht, während dte beiden andern mttihrenZUsäHen 131191'3100“ und „:19911881011M0“,di€ als «im «0111111111960 jn NYSEW er cbeinen, Linen zu unruhigen Eindruck machen. Das Finale. ist 6111 Allegro, das st am meist€n durch schwunngle Mottyc und ges ch1ckte Durchführung auSzei net. Das zweite Q11111tctt für (_Clavwr, zwei Violinen, Bratsche und ello (011, 1), wird 6111g6111tet nut 61116111 „(118.176“, das sehr edel gehalten- Ynd Yast durchwe Von den Gxtgern allein außgefübrt wird, da das Clavier xrst 1111§2wllegrosczße mtt'einrm ftis en und rhythmisch fesseln- d€11Mot1v r*ingrettt. “Dresem letdcmchaftli bewe ten Satze (113411011) folgt em Yndante ((;-11111), das einen anft erubigenden Effect macht, wg rextd dcr [81319 Alle rosaß den Totaleindruck des Werks aby wacht“ da _ dre 11112 611 meist nebeneinander ge- stellten Mottve eme ,mnerr Zusammengeböri keit nicht er- kennen lassen. Das Klawier sZielt in dem ganzen uintett keme sebr dankbare Rolle. Unter den *tedcrn, deren von dem Com onisten xclbst Verfaßtk Texte dw zarten Gefühle der Liebe ausdrü en, die jedoch „nach dem Vorlplde Wagner7s wir dramatische Recitative 111ufitaltsch behandelt smd, gefiel das dritte „An emem Spring- brunnen)“ am meisten; 9.5 wurde wiederholt. Frau Lieban- Glob1g trug, diese Lreder mit klangvoller Stimme und warmer Empfindung vor; Auch die mitwirkenden rren drs Krusez' chc_n Streichquartetts, sowie di? 1 C. Wo [ff 1 lamrr) und 7er 23119115 (Brats e) leisteten sebr onbexstrthes und hatten 1 mit künstlerischer ingebung an der Auxxfuhrung drr Werke Yetheiigt. -* Dax:; zweite Concert des Herrn Coxta fmdct_a1n 25. Marz nut dem Phtlharmonischen Orchester und dem Mohr'1chcn Gesangverein statt.

__ Am Donnerstag gelangt im Königlichen Opernbause nach längerer Pause Verdi's ,Othello“ mtt den Damen Sucher und Rothauser, den Herren SÄlva, Bulß, Lieban, Stammer und Ernst zu crneuter Darstellung. m Freita geht .Mignpn“ in' Scene.

de'm Werke ind dié Danken Nothau er und Dietmch, dre Herren Bey, Philipp, S midt unt Lieban brschä “gt. -