„2wecke ihre Zustimmung, nachdem der Abg._ L_eithold ie vom evangelisch-lutl)crifchen Landes : Conststortum e_r- lasene Verordnung , nach welcher dqs aus Grundbestß ießende Einkommen geistlicher Stellen mcht vom Nußmeßer, ondern von den Kirche?,xzemeinden zu versteuern ist und die araus entfpringende echtSungleichheit beklagt, Scr Vize»- Präsident Streit die Anstcht vertreten, daß dW Verordnung auf einer irrthümlichen RechtSauffafsung beruhe und der Staats-Minister von Seydewiß zugesagt hatte, daß das Cultus:Ministerium wegen einer eventuellen Abänderung der Verordnung mit dem Kirchenregiment in Vernehmen treten werde. Ohne Debatte ertheilte die Kammer fern-sr auf Vorschlag der: selben Deputation in Uebereinstimmung mit der Ersten Kammer dem Entwurfs einer Verordnung der in FMLUJSUÜZ beauftragten StaatS-Minister über eine Fristbestimmun? in dem Beseßungsvcrfahren fü): evangelisch: utherische Zeistliche Stellen ihre Zusttmmung mit dem Anfrage, daß arauf bei Publication der Verordnung aqurÜcklich Bczu_ enommen werde. Zum Schluß bewilligte dte Kammer au ntrag der Zinanzdepufation 13 die unter Tit. 17, 18 und 33 des an erordentlichen Staatshagshalfß-Etats für Er: weiterung der Stationen CoSryi und Kößschex1broda sowie zur Umgestaltung der Bahnstrecke Kuß chcnbroda-Prcschen geforderten Summen von 1 260 000, 1 340000 und 1 300000 «16.
Elsaß-Lothriugen.
Die Zahl derjenigen Personen in Elsaß:LotHringen, wel 6 als frühere franzö ische Militärpersonen oder as Hinterbliebene von sol en eine" Pension aus der Reichs- kasse beziehen, beträgt zur Z betrag der Pensionen 265 936,80 „MQ Jnncxhalb der leßtcn drei Jahre hat die Zahl d_er Berechtigten um 420 (27 Proc.), der Betrag der Pensronen um 102367 «ck (28 Proc.) abgenommen; in dem vorherge enden dreijährigen Zeitraum hatte _die Abnahme der Bcre tigten 315 (17 roc.), die der Pcnsmnsbczüge 83 227 „Fé- (185 roc.) betragen. Unter den Empfängern befmdczt srck) 32 im urch: schnittsalter von 73 Jahren, welche als Rtttcr der Ehrenlegion, und 295 im Durch chnittSalter von 60 Jahren, mel e aleZ Z-n: haber der MilitärÉ edaille einen Ehrensold aus der_kéeichskaffe beziehen. Das Durchschnitt§altcr der eigentlichen Mtlitärpensto: näre ist 68 Jahre.
Oesterreiéh-Ungaru.
Bci Beginn der gestrigen Sißung ch Ab cordncten- hauses. hielt der Präsident Smolka, wre „ . T. B.“ be- richtei, eine Ansprache in welYer er der neuen tiefen Trauer edachtc, die demKaiferlichen . aufe durch daS .?infcheiden ZeSErzherzogs Carl Salvator bereitet ei. - Ein: gegangen ist eine Vorlage Über dc1_1 Bau der Bahn Sta: _ n islau-Woronienka. Dsr MaxrmalbexragderKostenist auf , 98/10 MiUionewGuidce veranschlagt. Zugletck) ist em Ueberein- kommen mit der ungarischen Regrcrung behufs Foxtseßung der „ SFrecke MaramaroL-Ztgeth gekroffen worden. Ftir den Bau
find zwei Jahre in Ausfuhr genommen. - Bei der darauf _ fortgeseßten Berathung der HandelSverträge erklärte der Generalrcdner gegen die Verträge Kaizl, der deutsche Vertrag __[ei kein richtiges Aequivalent für die (Gegenleistungen „estsrreich-Ungarnöx er __enthalte so, ar eine 13.8810 6110111118, sobald die ermäßigten Heuts en Getreidezöllc Rußland gewc'jhrt würden, was_ er alI stcher erachte. Redner verwahrte s1ch gegen die Auffassung Oester- reichs als Agrarstaat gegenüber DM chchyd als anystriestaat, für den Ocsterreich das wirthschaftlt e Hinterland btlde. Der Gencralrcdner für die Verträge Nuß führte was, durch den Dreibund, der die Ordnung im Balkan hergestellt habe, sei der Frieden besser gewahrt, als dnrch_ die_ von den Ung- czechen befürwortete Verbindung Oestkrrélchs- mit Ru land und Frankreich. Der Nbg. Kramar? habe Clsaß:Lothringen erwähnt, um eine Verbeugung vor Fran rei? zu machen. Wenn ein Mächtigerer als der Abg. Kramar o gesprochen hätte, würde er dre entsprechende Antwork erhalten haben. Die Ver: bindung Oesterreich-Ungarns mit Deutschland stärke zwar das Czechenthum nicht, dies sei aber keine Ursache, _den Handels- vertrag zu verwerfen. Keine einzige Handelskammer habe sich gegen die Verträge au§gesprochen. Die Nicht; bewilligun, der Verträge würde _ eine vollständige Zso- lirung Oeterreichs herbeiführen. (Verfall.) Es folgte sodann eine Reihe von Bßrichttgungcn. Der Berrchterstatter der Minorität Klaic bewnte, die Minorität bekämpfc nicht den ' Vertrag mit Italien, sie wünsche nur die Regelung der Wein: ' zolLfrage vor dem Abschluß des Vertrags und glaube, Italien werde darauf eingehen. Dalmatten wünsche nicht _cinen hohen Schuß seines Weinbaus, aber doch ei_nen Mäßngn. Der Berichterstatter der Majorität Hallwrt? _ führte aus, die übertreibende, widerspruchSvolle Oppo Mon der Jung: rechen entspringe Yer Feindschaft gegenDeutfchland und den reibund. Die 5 ein 6116 spielxen bet der östexreichißchen Oppofition die gleiche 5 olle wie dre Getreidczölle rm an els- vertra e mit Deutschland bei der agrarischen Oppo nion im _ Deuts enReichStage. Die Annahme des Votums der inorität würde 1: einem Zollkriege mit Italien führen. Der _ Redner (chloß steh den Stimmen an, welche das Vertrauen geäußert hätten, Deutschland wexde nur im Eipverne men mit Oesterrei :Ungarn in Verhandlun en mrt Ru land ' eint_rete_n, und chloß, er baue? auf die Loya ttät des politischen, milttärtschcn und wrrthschaftltchen Verbündeten. (Großer Bci- fall.) Nachdem dxr Minoritäts: Antrag Klaic, betreffend den Handelsvertrag mit Italien, mit 211 gegen 88 Stimmen ab- Flehnt war, wur_de der Vertrag mitJtalien mit gleichem timmenverhäxtmß angenomme n. Die Resolutionen Vonda, " Terlago,Coron1m, Bartoliwurden dem Zollausschusse_zugewiesen, die ande_lSUert_räge mit Deutschland, Be grenund der chwexz,sthed1eVie seu en-Convention und das Marken: .und Musters uß- ebereinkommen mit Deutschland wurden_ mit 254 gegen 42 Stimmen an- Benommen. Das Abstimmungser ebniß über den Vertrag mit eut chland rief lebhaften Beifall ervor.
n der ßestrigen Sißung der DeleYirten zu den Ver:
handlungen 11 er den _östxrreichs :ser ischen Handels- vertrag nahmen, wxe dre „Po itis _e Correspondenz“ melhet, die serbtschen Delegirten die Proposttionen der österreichi1ch- un arikchen Delegirüen entgegen. In eine Erörterung wurde ni t e ngetreten. _
Das norweqische Kanonenboot „Ellida“ ist gestern 111 ' Pola eingelau en und mit einpfangen worden.
*Corresp.“, daß
Sit noch 1111, der Gesammt--
_ein Gefecht stattgefunden;
dem üblichen Geschüßsalut“
Ueber die in der _Jestxigen Nummer des „R.- u. St.-A.“ erwähnten Walslkrawa e 111 Ungarn berichtet die „Budapester ich in Kaschau aus Aula der Anwesenheit des Candidaten der liberalen Partei, des Gra en Hadik, und des Iustiz-Ministers Szilagyi, cin Exceßabgespielt abe. Abends habe steh eine mehrhundertköpfi e Menge ver ammelt, die demonstrativ auch vor der Wo nung des Candidaten der liberalen Paxtei den nationalen Candidaten Beöthy hochleben ließ. Als d1e Demonstration größere Dimensionen angenommen habe, sei die Polizei e1n„efchrttten. Die Demonstranten hätten einzelne äuser angegri en. Eine Com er nie Soldaten habe um 7 U r die Menge zerstxeut, die tek? wieder zusammen erottet habe um unter antisemitischen AUSrU en der Volks- ?chule der jüJischen Gemeinde, und_ da sie auch ier vertrieben worden sei, der Synagoge sämmtliche Fenster cinzuschlagen; nachdem mehrere Verhaftungen vor enommen worden und das Milrtär ener ischer vorgegangen sei, Jabe fich die Menge zerstreut, die Patroui en hätten aber den tgan cn Abend cirkuliren müssen. In Saros-Patak hätten geichzfalls neuerlich Wahlexcesse stattgefunden. Ein Student und ein Bürger seien erschlagen, viele Personen verwundet worden.
Großbritannien und Irland.
Prinz Friedrich Leopold von - reußen, welcher als Vertreter des Kaisers Wilhelm en heutigen Bei- seßungskeierlichkeiten in Windsor beiwohnen wird, wurde getern bei seiner Ankunft auf dem Victoria-Bahnhof in London von dem Herzogs von Edinburg und dem deutschen Botschafter Grafcxt von Yßfeldt empfangen. Der Prinz nahm im Buckm ham - alast Absteigequartier. Prinz George von Wa es, der nunmehrige einzige Sohn des Prinzen von Wales, wird, englischen Blättern znfolge, dem heutigen Leichenbegängniß seines älteren Bruders, des Herzogs von Clarence, auf den Rath der Aerzte nicht bei- wohnen. Es ist zu kurze_Zeit verstrichen, seit der Prinz _scinc Erkrankun am Nervenfteber überwunden hat, als das; es rathsam cr chienc, daß er sich der rauhen Winterwitterung ausse_ße._ Dsr Herzog von Cambridge weilt gegen: wärttg m Cannes in Süd-Frankreick); er wollte, als er. die TodeSnachricht erhielt die Rückreise antreten, ompfmg aber ein Schreibe_n von dem rinzen von Wales mit der Bitte, seine Reise mch! zu_ unterbrechen. Ur Zeit der Vestatxrung finden in London in der Westrninstcr:5lbtei, in dcr St. Pauls: und allen übrigen englischen Cathedralen, sowie in der großen Syna oge Trauergottesdjenste statt. Die meisten rößeren politischen er: sammlungen smd abgesagt und auf un estimmte Zeit verschoben
morden. Frankreich.
Der Senat hat in seiner gc-xstrigen Sißung die Bern: thung des Budgets beendet. Infolge der zahlreichen Ab: ankzerunqen mus; das Budget nochmals an die Kammsr zuruckgekjeu.
In de_r Dcputirtenkammer ist es „ostern zu turbulen- anl I(Fftrttten gekommen. „W. T. B.“ berichtet darüber 50 gen es: _“
_ Die_Dcputirten Lesscnne und Laux (Boulangistkn) Verlangten dre_ Regterung wegsn der vom „ Jntra117Feant" gegen ein Mr_tgltkd des Cabin'ets .vorgsbrachtc:15 eschuldigungen zu 1nt€ryelliren. "(Lebhafte BLWc-gung.) Der Conseil-Präfident de Frcycxn t syrach fick) gegenxine solche DiScusfion aus, mrt welcher man nur_dte egtcérun discreditxr-en wolle. Mehrckck ,Dcputirte bean- tragtsn dxe Vo frage. LV" Dcputirtc Laux protestirtc', dagegen, indem er herVorho , wenn die Vorfrage angenomn'u'n Werke, so wsrde man wissen, daß die Kammcr eincn Minister schüZe', der schon 1911 langem von der öffentlichen_ Meinung gebrandmarkt sei. Der Mmtstcr dßs Jnn'ern Constans, hierübér c:“rbittcrt, stürzt? “nach dtesen Worten m größter Erregung zur Tribüne» an der Untsren Stufe tra er mitLaur zusammen und schlug diksem _ins Gesichk. Dic Lmke appxandirte lebhaft. (Allseitige Bewegung.) Lam“ wurde als- bald Voyéeinen Freunden, um eben und auf Finsn Pkaxz zurückgexübrt. Der Mm: ter Constans wurde ebhast apostrop ,ir_t. Da (*s dkm Prä i:)kn- teiz Floquet nicht gkLang, den'Tnmult zu bejchwichtigsn, [)ob cr die Stßung anf. Laur Wurds beim Verwssen des Saalés ausg€zischt. Öbwobk das Bureau der Kammer sich entfkrnt hatte, blieben die Dcpukirten in dcm Saal. In dem andauernden Tumult sxhlug dEr Répuklikaner Dchpech dem Boulangisten Castelin ins (Hesicht. Der Kammer- Prastdent Floqmét hatta während dcr Unterbrechung der Sitzung einL Unterredung mit dem Conseil- räfidenten de rcycinek und U16!)- rean andexen _Miniftern. “ ek Wi_ed€raufna me dsr Sißuug wurde der Minixter Constans beim Betreten des Saales von _dcn erublijanisäyen lbgeordneten -lebhaft begrüßt. Der Minister bestieg ch Trxbüne uyd entschuldigte sich, daß er die Berathxg gestört babe; m gxwr en Falle'n sei es unmöglich, die: Kaltblüttgkmt zu Wahren. (Yetfa der Linken.) Darauf Wurde_ über die Vorfrage bszüglics) dcr «511terpellatioxn _ Lesennc - Laur abg-zst'immt und diese mit 338 ge Ln 44 Strmmen angenommsn. Die Rechte enthielt sick- fat durchweg der Abstimmung. Die Siyttng Wurde sodann gc: s [c-Ysén. Nach dem Schlusse se ten JZiel) die_turbu1€nten Scensn in den * ande! cka fort. Dre A gg. umontet! und Montsgut über- _brachxerx Dc pe ) als (Zeugen Castelin's de en Ergusforderung. Hier- b-xi gsrrethen Delpcäy und Dumontei so )k:_ft1g aneinander, daß es auch zwischen diesen beiden zur Verabredung emes Duells kam; 1315 wurde beschlo en, das Rencontre zwischen Delpec? und Dumonteil un- mittelbar nach emjenigenZZviscben Dclpech und Cas clin auSzutragcn. Dozr boulqngistischc Deputirte 5 oud eau wurde in Verfolg einer aufgeregten AnIeznanderyeßun mi_t einem Journalisten von dem Leßteren ge- oh-xfetgt. Die uästoren ersuchten _mxnmebr zyt Vermeidung Weiterer Conflicte die Deputirten, in 1718 m_neren Gange dss ?aus-zs zg treten, da sie sonst genöthigt sein würden, die Wande gänge räumen zu lassen. _
Da_s_-Bureau derKammer_ wird 111 dem. Zwischenfall mit dem Mrmster Constans von einer Intervention abse'hen, da das Reglement der Kammer auf Constans als Senator .niöHt angewendet Werden könne. _
Der Deputirte Lam: bak auf telegraphis em WL 8 Von Roche:- fort in Lond_on Auskunft darüber erbeten, o er ConLtans zum Du::lk forderéz oher thn vor Gericht ziehen solle". _ Das" Gerücht von der Deumsston de_s Mtnisters Constans bestatt_gt _xicb nicht, die übrigen Mintster erklärten fich mit demselbsn soltdaxx ch.
Der Bvulangist Boudeau bsschloß, den Iouxnaltsten, der 11.51: ins Gesicht geschlagen, gerichtli _ zu verfolgen. Das Duell_ wis en “_den Deputirten Delpecb und Caste “m, welches durch den Zw11chcn all m der gestrigen Sißung der Deputirtenkammer Verursacht wurde, soll heute stattfindxn. _
_ Aus Marsetlle war emeldct worden, dw Dahom-cyer batt-xn etwa_2000 Mann tark, _am 30. o. M. Kotonu an: e_grt en, Hten aber_ nach dretstündtgem Kampße geflohen.
_ne dcn _ ariser Zettungen zu egan ene Note eme_nttrt dtese Nachrtcht m formeller Weiße. s habe weder m_ der Region von Ko'tonu noch in den angrenzend_en Landstmchxn
die Ruhe ser mrgends gesxort worden. . Rußland und Polen.
DerGouverneur von. Tambon) hat den sämmtlichen
Dyrf emeindc-xt und Verwaltun en des Gouvernements durch“ Ctr ular Mttgetheilt, daß, 9 chon den Bauern ksinc Wer:“
p xgun seitens _der Krone zustehe, jedem Nothleidenden etchmcIY monatlich 30- fund Brot leihweise gewä_hrt werden Jollen. * iese l_eihweise erabreichung von Brot eitens der Landschaft soll ]edoch nicht eher erfol en, als bis ein Mitglied des LandschaftSamts oder .der Land reis-Chef die Liste der Nothleidenden an Ort und Stelle verificirt hat.
„ Italien.
Der Minister:Präsident Marchese di Rudini hat der Deputirtenkammer gestern das Handels:Ueberein- kommen mit Y_ulgarten vorgelegt. Dann seßte das Haus die Berathung über die Handelsverträge fort. Der Deputirte Prinett_i bra te eine Tagesordnun _ein, in welcher die Genehmtgung er Verträge auf nur (gechs Jahre verlangt wird; CriSpi beantragte einen Nachtrag-Zartikel da: hin lautend: die Regierung zu ermächti en, mittels Specialprotokolis eine schiedSrichterliche klausel zur Lösung aller Fragen zu vereinbaren, die während der Ausführung der Handelßverträge auftauchen könnten. Bei der Begründung seiner TageSordnun verlangte Prinetti dre Zustcherung dcr chicrung, daß ße alle ökonomischen Folgen, namentlich htnsichtlick) des Münzwesens sowie der neuen (ökonomisch Nichtnng, erwogen habe. Der Minister Chimirri theilte ierauf mit, daß dieUnterzeichnung des Ueber- einfommcns wc'gen der Jndustrie-Privilcgien bereits erfolgt sei, und ersuchte Prinetti, die Verträge, deren Dauer eine nothwendigc Bürgschaft für die Ordnung und Stabilität sei, ohne Reserve anzunehmen, worauf Prinetti seine Tages- ordnung zurückzog. Erne von dem Dcputirten Judelli cin: gebrachte Tagesordnung des Inhalts, daß die Kammer,. die m den HandelSverträgen vorherrschenden Gedanken billigend, zur Debatte der einzelnen Artikel Übcrgehe, wurde vom Haufe genehmigt, wel eZ nunmehr die Specialdebatts bxgann. Der Finanz: inister C olombo erklärte, er werde dte Frage studiren, ob es möglich sei, die Procentsäße des Zolltaxifs den vertragslofscn Ländern gegenüber bei der C : drterung des Gcneraltari ?: zu erhöhen, und versprach die Ein: bringung eincr Regierungsvorlage “ur Beseitigung des AUS- fubroncs auf Seide. Hierauf much Artikel [ angenommen. Im weiteren Fortgang der Berathung bLJündete CrisPi den von ihm bLantragtcn Zusaßartikel. Kr Erinnerte an die Debatte von 1890 und behauptete, es sei nichts «schehen, mn das „Ziel zu errsichen, welches man sich gestc 't Habe. Dic WirthsckzafTÉ-politik lasse stch nicht von der all enteinen Politik trxnnen, wie das Beispiel Frankreichs und eutschlands bc? wrese. Wenn die Regiexung auf eine Verständigung mit Franrercl) _Zchofft hätte, 70 hätte 116 vor der C'rneuerun des politischen - ertraxe-Z- dcn Llusgang der, commerziellen Bermud- lungcn abwarten _oUen; die Regierung habeim Gcgentheil dort angefangen, wo src hätte aufhören sollen. Daraus resultire, daß Frankreich sxck) abgeschlossen habe und die Schweiz sich vielleicht abschlie'ßen werde. Da er die mirthschaftliche Iso: lirung Italiens nich_t_ 1110118, so werde er für die Verträ c stimmen, obwohl er 11-2 nicht fÜr gut halte; er fordere jedo , daß ihre Dauer auf sechs Jahre berabgemindert werde, theils, we1l die VerhäÜniffe d-JS Landes sich verändern könnten, theils deshalb, damit heim Ablaufe dcs Dreibund : Vertrags im Jahre 1898 Jtaan in seiner Willensbestimmung freier wäre. Was die Schtengeéri chclauscl anlange, so erinnerte Crispi daran, daß ein Be ch1uß der Kammer vom Jahre 1890 bestimme, Streitigkeiten aus den Verträ cn seien durch e'm intcryationales SchicthLricizt zu beglei „en. Der Minister- Prästdent di Rudini erklärte sich hierauf dem „W. T. B.“ zufolge bereit, die Schisdsgerichtßclausel annehmen und mit den befreundeten Regisrungcn wegen deren Festseßun in Ver: handlungen treten zu wollen, ersuchte aber den orrcdncr von sctncm AntraFe, der die Dauer der Verträge kürzen wolle, a_bzuste)en, weil die Annahme dieses Antrags seiwns dEr „Kammer e_incr Verwerfung der „Handels- verträge überhaupt gleichkommen würde._ Italien würde dann wirthfchaftlicl) isolirt sein; die zwölHährige Dauer der Verträge sci vereinbart, weil man ein wirt Schaftlichcs Factum habe vollenden wollen, dsffen Bedeutung von _ganz Europa anerkannt werde. Im übrigen bedeute dic wölf a'hrige Dauer dcr Verträge nicht die Unmögüchkeit ihrer erbeYserung. Die italienische Regierung habe mit Frankreich nicht liebäugeln, sondern darlegen wollen, daß das Defenswbündnis; mit den europäischen CentralmäcHtcn alle Beziehungen mit allen Staaten, auch mit rankreick), gestatte, gegen welche?: keine Feindschaft bestehe. Tie 1virtl)schaftlichcn Vereinbarungen seien der Erneuerung des Dreibundes vorausgegangen. .Da Cr1',sPi auf seinem Anfrage bestand, wurde dieser ur nament- lichen Abstimmung gebracht und mit ].74 gegen 4 Stimmen anlséhnt' Erst nach. 8 Uhr Abends wurde die Sißung ge 0 en. .
Den neuerdings umlaufenden beunruhigenden Gerüxhten über eine ernste Erkrankung des Papstes tritt die „Köln. VolkSztg.“ mit der Meldung entgegen: Nach Aussage des Leib- arztes Ceccarelli habe Seine Heiligkert einen ganz leichten anluenza-Anfall. Nach einer etwas unruhigen_Nach1. sei gestern Mittag gesunder Schlaf eingetreten. Bis 1th sei keinerlei Gefahr vorhanden. Da egen hat sich nach dem „Moniteur de Rome“ der Zustand es vor einigen Tagen er: krankten Cardinals Melchers nicht unbedenklich verschlimmert.
Der „Magdb.Ztg.“ wird aus Rom das gestern in Fiesolc erfol te Ableben des ZYiten-Generals And-erledy _ e_meldet.
In der gestrigen ißung der technischen Comm1711o11 der internationalen Sanitäts:Con crenz “wurden, wie ,W. T. B.“ aus Venedig meldet, ie_Systeme zur Des:- 1nfection der Schiffe berathen und ein vollständiges Einver- nehmen in dieser Frage crztelt. **
Spanien. .
Der S cnat hat in seiner gestrigen Sißung _dem Gescß: entwurf zugestimmt, der die Negtertxng zur erlangeruxx der Handclsverträge ermächxtgt. Unmrttelbar daran? wurde von der Königin:Negen_ttn daS Gcseß vollzo en.
Der sterblickZen Hülle des verstorbenen _ deutschen Attachés in Ma rid, Rittmeisters von Bülow wurden„ wie „W. T. B.“ berichtet, gestern bei dcr Beerdigun von der Garnison der spanischen Hauptstadt die militäris en Ehren erwiesen.
Schweiz. _
Dcr Bundeßratl] erklärt in ciner Botschaft an die BundeSversammlung: Die_Handelsvertrags-Unter- handlungen mit „Italien seren schwierig, aber er ebe die Hoffnung ni t auf, zum Ziele zu gelan cn. So te am 12. Februar er Vertrag noch nicht abgesch_ossen ein, so ge- nügten die Befugnisse des BundeSratl s, um eder _ entua-lität zu begegnen. Er werde von diesen efugni en ]e nach der
ilitär- .
k
* Gebote stehenden Quellen schöpfen werde.
Sachlage Gebrauch machen. Werde der Vertra aber unter- ?eichnet, so sollten deffen Vortheilc dem Handel ofort zu gute ommen.
Belgien.
In der belgischen Deputirtenkammer wurde gestern von der Regierung die Vorlage wegen Einleitung von H andcls: vertrags : Verhandlungen eingebracht. _Dcr Geseh- entwurf ermächtigt die Regierung, mit den entgey Staaten, deren Handelsverträge mit Belgien_ ablaujfen€ 111 _Unter: Handlung einzutreten. Als Yorbedzngung für _drc „An: nüpfung von Ver andlungen wrrd X_ne Fordxrung hmgeytellt, daß die gedachten taaten Belgien du: medrtgsten Tartfe be: willi en. ZF der Vorlage wird crncr erklärt: der fran:
ösiZche inimaltartf bilde cine annehmbare Grund: Fuge für solche Verhandlungen. Türkei.
Wie man der „Pol. Corr.“ ans Konstantinopel schreibt fand anläßlich des orthodoxen Neuxahrsxages 13. d. M. , nach einem in der Cache der dortr en r_usstschcn * otschaf)t veranstalteten feierlichen (Zöottcsdicnkzt, ber dem Wok- scha ter von Nelidow Lin Empfang statt, wslchcm der serbtsche Gesandte, General Sava _Gru1tsch und der monte: negrinische Geschäftsträgcr Baersch bxuvohnten. __Der russische Botschafter brachte ber dcm__(x_mpfange zunachst einen Toast auf das Wohl des Katsers _u_nd _ der Kaiserin von Rußland sonne der gesammten Kalscrltchen Familie aus und erhob dann sein Glas auf das Wohl des ., önigs von Serbien und dexZ Fürsten von Montenegro, „der Souveräne der beiden Natronen, die_ mit Rxxßland be: freundet und deren Vertreter anwesend setetx.“_ BWL Toaste wurden von den Anwesenden m1t enthustgrtischen .Hurrabs aufgenommen.
Bulgarien.
Einer in aris eingetroffenen Meldung zufolge hat die bulgarische PRegierung qestern_ Y_bcnd dcm türki[che_n Commiskariats-Secretär Re:“hkd-Bex dre Antwor! aus die Mitthei ung der Pforte über die Fassmxg des Entwurfs de_r ur Regelung der Angelegenheit (x_l)adourn9_ an _dte Französische Régicrung zurichtenden bulgartschen Note ubcrrcrcht.
Amerika.
Dcr Mari1re:Secretär der Vereinigten "Staaten Tracy hat, wie „R. B.“ aus Wqshin ton meldet,_ hen Befehlshaber der „Yorktow11“__, Caprta'n (_vans angcwxcjen, die Balmacedistischen Fluchtlrngx m Callao an;; Land zu seßen.
Asien.
Zu der persischen Provinz KallatWasckxt ist_, nach Meldung ciner Tifliser Zeitung, ein von der Gerstltchkett an- gestiftetéc Aufstand auWebrochen. Die von dem Gouverneur von Astrabad zur Unterdrückung des Aufstandes abgesandtcn Trupp-xn seien zunächst geschlagen worden; erst nachdem von Teheran Verstärkungen eingetroMn, sei es gelungen, dte Auf: ftändifchen in einem am 15. d. 5 [tathehabtanHefeckste zu bewältigen. Die Verluste der A1xf;tand11che1_1_ beztfscrt _das er: wähnte Blatt auf 200 Mann, dre der per11schen Regwrungs: truppen auf 80 Todtc und 90 Verwundete, _
Afrika.
.Der abgeseßte Pascha von Tanger Ft, wic vqn dort über Paris gemeldet wird, den Regierungk: alast bereits Wr: lassen. Zu seinem Nachfolger ist von dcm Su!tan_ 11011 Marokkodcr Ober:Ceremonienmeister Caid Mechouejt destgmrt- worden. Man glaube, daß dicsch Vorgehen dem Auf: stande dcr Eingeborenen ein Ende soßen werdc'.
Parlamentarische Nachrichten.
In der heutigen (152) Sißun des Reichstags, welcher d-kr Staatssccretär O1“. Bosse un der Unter-Staatssccrekär [)]-. oon Rottenburg bciwohnten, erbat und erhielt der Präsident von Leveßow die Ermächtigun, Seiner Ma- jestät dem Kaiser den Glückwunsch des .»)anses zu dem be: vorstehenden Geburtstage auszusprechen.
Eine inhs von ctitiynen wurde gemäß dem Beschluß der Commisnon für dre Pelitwnen zur" Erörterung im Plenum für nicht geeignet erklärt.
Es folgte die Bexathun, des von dem Abg. Siegle ein- Jlebrachtcn Antxags, d1e_ Her etführun einer „statistischen - ufnahme uber dre Lage der ar eitendcn Klassen betreffend. _
Der Antrag lautet:
_Der Reichstag vax. beschließen: den Reichskanzler zu €UsUchLU, statistiskhL Aufnahmen Über die «198 der arbeitendsn Klassen, rns- besondere über Arbeitszeit, die Lohnverbältniffe und Kosten der LeßenshaltUFgffder Arbeiter in den verschiedenen Beruszweigen vor- UL MM zu (1 en.
Abg. Siegle sprackY seixx Einverständnis; mit der vom Staatsfecretär Dr. von 3» _oe_tttcher neulich abgegebenen CPklä- rung aus, daß eine Commrélston Zyt: Veranstaltung einer solchen Enquéte gebildet xverdext so e. _ re Ausführungen des Staats- sekretärs deckten sxck) m1t__ dem (Fele seines Antrags und dieser sei daher durch dre erwqhnte klärung erledi t.“
Abg. Wurm begrußte den Antrag un die Erklärun dex; Staatsfecretärs 1)r_. von_ Vocttkchcr als den Anfang an? dem Wege, au dem dre socmldemokratische Partei zum Ziele zu kommen ho „e. _ _
Ab . Schrader _wu_nschte daß st die Commisfion darauf befchrän e,_ [edi li objecnves Mgteria herbeizuschaffen, aber nicht damet befFä tig_t werde, gletch neue_ Gcseßentwürfe aus- uarbeiten. _Redner 1prach ferner v_er(sch1edene Wünsche über
as 31111 geanende statistisFe Materta aus.
nter-Staatßsecretär k. von _Nottenburg bestätigte, daß _die Commissum nur dazu dienen 1olle, tatistisches Material zu ltefcrn, aber nicht (Heseßentwürfe vorzu ereiten.
_ Au_ eine Frage RS_Abg. Siegle ob die Enquéxte; Commis [N'- auch daS statistische Material 11er Berufsgenossen- chaften benußen werde, errmderte der_ Unter:Staatsfecretär
k. von Rottenburg, daß die Commisston aus allen ihr zu
Darauf wuxde der Antra Siegle angenommen.
Es folgte l_ne erste Berat ung des von den Abgg. 1)1'. Baxth und Ntckert ein ebrachten Geseßentwurfs, betreffend Nbanderungen und rgänzungen des WahlgeseßeO
für den Reichstag, vom 31. Mm 1869.
Der Antrag bezweckt,_daß dic Stimmzettel_ in einem amt- lich ab estempclten, mit keinem sonstigen Kennzetchen persehenen nndur sichtigen Umschla anggeben werden; 111 dtesen Um- chlag, der vom Wahlvor leber ]edem Wähler übergeben werden oll, soll der Stimmzettel in einem der Beobachtung unzu äng- lichen und mit dem Wahllokal in unmittelbarer Verbin ung stehenden Raume gesteckt werden.
Ab . Rickert be ürwortete den Antrag im Juterefxe der Wahlfrethcit; alle arteien, welche diese aufrecht er alten wollten, müßten dem Antrag zustimmen. Jeßt werde die Wahlfreiheit schon durch die verschiedene Farbennuancirung der Stimmzettel der verschiedenen Parteien beeinträchtigt, und die thatsächlich vorgekommenen absichtlichen Verleßungen der Wahl; freiheit eitens der Parteien und auch der Wahlvorsteher machten es der egierung und dem Reichsta zur Ehrenpflicht, endlich Feilnnf1fal diese Caricatur von Wahl 2113811; aus der Welt zu
)a en. Bei Schluß des Blattes, sprach der Redner weiter.
_DicWablprüfunqs:CommissiondesReichstagS beantragt, die Wahl des Abg. Dau im ersten Wahlkreise des Regierungsbeßirks Köslin für gültig zu erklären. __
_ Ferner eantragt die Wal)lprüfungS-Commisnon: Der ReichstaZ wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu er: suchen, urck) Vermittelung der Fürstlich schwarzbnrg:sondcrs:
ausenschen Regierung dem Gemeindedicner Ritter zu Möhren:
_ach wegen seiner Vertheilung von Stimmzetteln bei der RZickWtagswalU am 1. März 1891 eine Rüge ertheilen zu laffen, im übrigen aber den Wablprotest gegen die Wahl des Abgeordneten für den Wahlkreis Schwarzburg-Sonders- kaufen [)1'. Pieschcl durch die stattgehabtc Bewetserhebung ür erledigt zu erklären
----- JU dcr Bud etcommission désReichstags stand Heute dEr Etat dcr Rcichs-511stizv6rwa[tun zur Bcrathung. Sämmt- liche? Positionen in Einnahmen und Ausga en des Etats Wurden un- Verändert gsnchmißt.__« Die Budgetcommisfion nahm darauf die gcstern abgebrochenc Bcrathung des Etats dsr Eissnbabnverwal- Tung wicdcr anf. ---- Dic Ersten 13 Titel der Ausxzaben Wurdkn ge: nshmigt, die Fortsetzung der Bkrathung auf morgkn Abend OCrtagt.
- DLM. Hause der“ Abgeordneten ist der EntWUrf eines (Heseßes, betreffend die Führung der Auf: sicht bei dem Amtsagericht ] und dem Landgericht 1 in Berlin, sowie dteHandhabung dchiSctplinar: gewalt bei dem ersteren Gerichte, die Nachweisung Über die Anzahl der für das Jahr vom 1. April 1891/92 zur Klassensteucr und ur klassificirten Einkommensteuer vcrankagtcn Personen und den Betrag der für dasselbe Jahr veranlagten Steuer, ferner der Nachweis über die Verwendung des in dem Etat für 1891/92 unter Tit. 75 der einmaligen und außer: ordentlichen Ausgaben vorgeseßcncn DtSpositions: fonds von 2500000 «MH, forme der Bcrtcht Über die Ergebnisse _der preußischen StaatSEisenbabncn im Ver ichts1ahrc 1890/91 zugegangen.
Entstheidungen des Ober-Verwaltungsgerichts.
De'r Bctricb Linky f&ulischcn Fährc übsr cinen unchifslhaft öfféntlichen Fkus; w.1r_ 18118115 1783 K*öniglichkn ProvinziA-SteMr- Directors, wcil ein Psi 18.1" für die Neubcrpachtung [ich nicht fand, cingestcllt. Dkk 2111ij130 16591“ ])attc diE Fähre". auf Kos en des Stkuer- sichs wicdsr in Betrieb _chtcllf. Ju dM! auf Grund der §§ 55 und 56 des Zyständigkeifs-Gg 61sz Vom 1. August 1883 (»Es-Saturns. S. 237) durchgeführten Vérsahkén [)ak dsr Vierte SLuat des Königlichen Ober:Verkvaltungsgcrichts in dcm Erkennéniffc Vom 6._NVV€MÖ€T 1891 17 . 1013) folgkndßs ausgéführt: In den §§ 49 bis 54 Tit. 15 Thotl11“ unterscheidet das AllgLMLinC Landrccht
. zwischsn Brückcn und Fähren über öffenéliche Flüffk und solchsn 11er
Priwatflü |; 11311?er *Li dM [Syterén dic“ genanntcn Cmnmumcations- mittßl a s Zubeckörungcn der chc gclte'n und ihre Unterhaltungs- pflicht sich nach ÖW Rxcki'svérhältniffkn der Wc? richtst, in deren (Zuge 16 [WM, tft 171665 bsi öffentlichen Flü en nicht der_FaU. BU cßtcren bchande1k dcts_ AUgcmc-inc Landrecht dis F ährcn nnteér dcm (Hcfichtspunkt cmcr geWLrhkichOn Transport- Anftalt, dic untc-rr diE niedxren Nc? 31111671 de's Staats fällt und, wenn seixens dxs Stagts m Ausüéung seincr Finanzézcwalt, Finanzhobeit, em_ Tartf für drs Erhebung von Fäbrgkld verlicyen ist, in so weit auch 1319 Auöübung SMCS .Hobcitsrxechts mit umfaßt, weshakb dic Unterhaltung und Erbaltung so__[cher Fäch-xn an nur Sache? des Staats scin kann, wenn cr_ dre Jahr erechttgkceit se bst ausübt. Er kann dieses Nc,a[ na?) freiem _QrmeJen und cigcner (Entschließung ausüben und Fä Wa 11 er öffentltche _F 11118 anlegen, wo er allein es flip ang€n1esscn hält, und er kantx m der Ausübung diesss seines Rechts durch die Polizeibehörde" mcht bssckrcinkt werden, da Fähren iibcr _schiffbcxre Tbecke von _Gcwassern 652an ML dergléichcn Brücken als [)(-sondere CommnnicatwnSxmttcl anzmchen sind, die nicht unter ein allgsmeines die quebaulaft regelndes Gesey fallen, sondern den bésonderyn für src crlaffann _ Bcstimmungcn unterliegsn. Wie nacb diescm der Staat nun nacht gkzwungcn werden kann, Von seinem Rechte zur AuSiibung dxs _Regals in einem be- stimmtsn Falle Gebrauch zn_ _machen, 10 ist auch gegen das Auf- geben dicses Rechts ein poli etlicher wang 11tcht_mögltch, auch dieses liczlzt in seinem fréien Ernte? en. » bc'esehcn ?terv-on aber ist Jeden- fal s die Ortspolizeibebördc, also der Ämtspor teher,_ nicht zustandig, auf diesem Gebiete gegen den _Ziscus,_so ww ges ehem, vorzugehen. Au bei Brücken über öTentU € Flüjsß hat das * [;ck-Verwaltungs- geri t stets daran estgc altcn, das; _dte Ortspolizeibehörde weder zuständig sei, den taat zur Anlage emex Brücke zu nöthigch noch ermäck)tigt sei, denselben am Abbruch enter bestehenden zu hindern. Ebenso wenig ist, und zwar aus denselben Gründen, dcr AmtsVorsteHer belfu t, den FiScus am Aufgeben enxer Fqbre über einen öffentlichen F uf? zu hindern und ihn zur Wicderrnbetrtebnahme zu nöthigen.
*- _in Amtsvorsteher hatte dem Steuerßßcus aufgegeben, eine von i m außer Betrieb gcsteUte_fi§calrschL Fahre über einen öffent: lichen [u wicdcr in Betrtek) zu (e_en. In der auf Grund des § 56 des Zu tän igkeits-Gcsthes gegcn dis L Anordn_ung bezw. den betxeffßndezr Veschkuß geri teten Kla e *- die schlie [th Wegen _Unzustandxgkett dss Amtsvorste ers zur uhcbung dex) _ es luffezs fuhrte "_- hatte der Steuerfiscus den betre enden Kömgltchen Re terungs- ra1denten als Vertreter der allgcmckinen Bauverwaltung ( egcfiScus a s den- jenigen bézcickynet und klagend tn Ans r_uch enommext, den er aus Gründen des öffentliclcn Rechts statt etnex "r VerÉfltchtet erachtetx. Das Ober-Verwa tungszßericht, Vterter enat, hat 111 seinem Erkenntnisse Vom 6. oVember 1891 (17. 1013 _
daß djeeKlage des SteuerfiScus gegen "den We e aufrscus unzuläs tg sei, weil niemand zugleich als Kluger und _eklagtegayf- treten önne; le teres aber sei hier der Fall dexnz de_r FtScus se: eme einheitliche juri tische Persönlichkeit_ und Étretttgketten verschiedener fiScalischr Stationen könnten nicht tm Rechtswegc ausgetragen werden..
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_ historisschc
dargelegt, _
Gesundheitswesen, Thierkrankheiteu und Absperrungs- Maßregeln.
Der Gesundheitsstand in Berlin hat si in der Berichts- woche (3. bis 9. Januar) wesentlich ünstiger gc tastet und auch die Sterblichkeit war eine nur mäßig kYol)? (von je 1000 Bewohnern starben, aufs Jahr berechnet, 22,6). Zwar kamen acute Ent- zündungen der Athmungsorgane no immer in gröZerer Zahl als sonst um diese Jahreszeit zum Vors ,ein, doch hat die ahl der bekannt geWordenen Erkrankun cn abgenommen und auch die Zahl der durch diese KrankheitZJorme'n hervorgcrufencn Todes- Fllc wurde eine kleinere (75 ge kn 85 der VorWOchc).
uch Erkrankungen an Grippe amen seltener zu_r Be- obachtung (in 4 "Krankenhäusern gc1angten 31 zur Ausnahmk) und aus der der Berichtöwoche vorhér egangcncn Woche wuxden 24 Todesfäuc an Grippe gemeldet. “uch acute Darmkrankhcxten kamen, besonders unter kleinen Kindern, sk'ltcner zur Beobachtuyg. Die Tbeilnahme des SäulingSalters an der Stkrblichkeit war eme kleinere als in 1321" vorher egangenen Woche; Von jc 10000 261581th starben, auf's Jahr berchwt, 64 Säuglmgc. - Das Vorkommen der Infectionskrankbe'iten war meist ein scltene'res als in der Vorwoche. Erkrankungen an Masern nnd Dithhe'ric, Von denen Lxsterc sx in der Schöncberger Vorstadt, im _Stralauyr Viertel un in Moabit, letztere in dcr Tempelhofer Vorstadt und im Stralauer Viertel am häu1gstcn zei ten,. gclangt__en scltcncr zur Anzeige. Erkrankungen an S arlach bieben_ beschrankt, an Urztcr- leibstypbus kamen nur weni ? (5) zur Anzetgc. Etwas zahkretche'r wurden Erkrankun en an Kind cttficber zur Meldung gsbracht; auch rosenarfi e Entzün ungen dcs ZeUgcrvacs dEr Haut nnd Erkrankungen an Ken huxen gelangten häußger zur ärztlichen kaatxdlunß, [c l_ers endeten an in erheblich eteigerter ZaHl (in 17 FMM) töd lick). Schr zahlreich kamen ach rheumatischx Bc chwsrdcn aller Arx, namentlich Muskelrbenmati-Ztnen, zur ärztlrcben Bwbachtung.
Paris, 15. Januar. Die Grippe nimxtxt, wie ds_r „K_öln. 0tg.“ berichtet wird, fortwährend zu. Brest 111 namenxltcl) staxk eimgesuckpt. Gkstern starben dort achtzehn MEMÖUU wabrcnd_d18 “„ab! dsr täglichen Sterbefälle sonst nur scchs bis 165811 „betragt. Seit dem ]. Jannar beträgt die Zahl der dortigen Todc'sfallx: 176 oder doppklt so viel wis im glsichen ZCitrantn_dss_ Voxjahrs. _Auch in Nimes starben in den [6131611 Tagen doppckt 19 vzcl Mcn1chen. Das dortige WHS Seminar wurde géstlsoffsn. Ju Vorrqn fordert die Grippé 6 en alls zahlreichc Opfcr. Vier mit der Erztkßungxcr Waisen betraute Nonnen erlagcn der Krankhkit. Jn__Nanc_y]1nd die Spitälkr überfüllt; in den dor_tige11 anlnchtssxqttcn _für altc Männer und FWUM wüthkt fic [»Monders stark. (Cm Dmtteél der Bewohner ist erkrankt. Aus den übrigen Departements wrrd Ack)!!- 1iches gsmeldet. In Paris sslbst ist die Zak)! dcr Kranken Und Dcr Stérbefällc sshr bedmttend. _ _
Rom, 18. Januar. Ju Liyomo kommen, ww „ . T. "B'.“ meldkt, jeét täglich an 600 Erkrankungsn wor; 111Parma,§).eodm_mund Padua ba dcr Gcsundbcitszustand im aUngm'iklM ('inc Ve'rsckyltmmc: rung 611111811.
Verkehrs-Anstalten.
Die „National-Zeitung“ veröffentlicht in ihrer; Nr. 35 eine neue Zuschrift Über die Bedingungen der Ver1endung Postpacketcn in das Ausland, welchc nunmehr zwar als richtig ancrkcnnt, da[; die lautgcwordcncn Beschwerden sich nicht auf Post:, sondern auf Zoll-Einrichtnngen ÖL: ziehen, jedoch *die Mitwirkung der Aufgabe:“Postanstaltcn immer noch bemängelt. _
Dic (“Zollbehörden verlangen in Befol, un der Zollgkche, daß der I [Asender die ins Ausland Vér2chi ten Gegenstände in den JnHaltscrklärungcn so ausreick)end bczeichnet, (xls dies durch die Zollverordnungen vorgeschricbxn rst. GeschiehtdäcSnicht, so tretenNachtheilc für den Vcr1endcr oder Empfänger ein, indem je nach den Bestimmungen der Zollgescße die Sendungen entm€der an der Grenze zurück: geschickt, oder mit den höchsten ;_ZollsäZcW belegt werden. In einigen Ländern werdsn u. “.l. empfindliche Zoll- strafcn verhängt, oder es erfolgt sogax' einc Beschlagnahme der Sendungen. _
Dic Postanstalten handeln also nur im Zntereßc dcs
bsenders, wenn sie bei Postpacketen nach dem Auslande Vor der Absendung auf die Vollständigkeit der ZoU-Jnhalfs; erklärungen achten und dringen.
Bremc11,19.Januar. (W. T. B.) Norddcutscher Lloyd. Dkr Dampfer „Hann over“: ist gm 16. Januar von Bucénos Aires abgkgangen. Dcr Schnelldampssr „Kaiser Wilhelm 11.“ ist gestern Nachmittag in Colombo und der SchnMdamPfcr „Eidcr" in Ncw - York angc'kommcn, _ _
London, 19. Januax. (W. T. B.) Der_Uniondampscr „Nubian“ ;:st hxute au! dcr Ausreise: von Lisxabon 9bgcgan en. Der Castle-Dampssr „Warwick Castle“ ist Hsutc aux der 81113-- rEise in Capctown angekommen. Der Cgstlc-Dampser „Dun - robian. CastlL' ist am Sonnabend aus ÖSV Heimreise? yon C a V c' t 1.311.111 abgegangén.
Theater und Musik.
_ Königliches Oper11baus._ . _ (dxöcstkrnAbend ing Meyérbcer's Oper „Dtyorab'“ neu em- studirt in Scene». Bas Libretto ist inhaltlich in dre Klasse der dra- * matisirtcn Zaubec1närchcn einzureiben, cnthel)r_t aher _dk's r_echtcn S 7131th66 _und echtkr Empfindurxq, die nur yxellctcht nz cimgcn Liedern Wi! cr quiüt. _Dcr komische TBeil„d_ks Textes letYer an Uelzer- tre11tng,-di-2 M M empfindsamc Strmmung de_r Handlung mchk rech? l)inein§aßt, wie denn auch der Begmn _ des dritten Actcs ein ntermczzo bringt, das 11:11 der Handlung Hupf in keinem Zusammenbau ? stehf. _Die Musik, die'. Syerbecr zu diesem verworxenen Li rctto geschmeben bat läßt nichts- destoweniger den xwfindungöretchen nnd geschickten Tonmeiftkr erkennen, Wenn sich auch keme Gelegenheit findet zu großarti en_und tief ange- le ten S öpfungcn, 1121? 116 die Hervorragendsten erke dcs Compo- niten ent alten. Gleich die Ouderture ist ein? symphvnisch reich cnxs estattete Arbcttz die, auf sich selbst gesteUt," “den?. Hörer ret en Genuß gejvahrt; es werdén bier alle erhabenen Scriten dés Sexlexzkcbcnß a11g52schlagcn,„ das in meisterhafter- Weiss in dem oratortetxartzgcn Finale ausklingt, in dem der C or HintCr dem Vor- bxmg mttwtrkt. _Jn der Oper-selbst finden si einzelne Nummern, die „yon der _Gestaltungskraft des Tondichters, der sclbst _ große _ Stoffe zu bemeistern verstand,_ au aus ro- xnantt chem Gebwt, Zeugnis; ablegsn. (Him e cisen sind 111 den Vxlksmund übergegamen, obgleich _diese per überaus selten zur Auffyhrung elangt. ,„511 der gestrigen Vorstellun , die Vom Cap_ellmetster Ka [ sorgfaltig Vorberettet War und vertändnißvoll elextet _WUrde, warm die ?auptwlken, an deren Isrtreter der Co_mpo_mst bxsondzxrs große An orderungen stelXt, sebr_glüchli durY Zraulem D1_etrtch u_nd Hérrn Bey bescßt. Fräulein iexri _onnte als Dmoral) mcht nur ihre saubere Coloratur au s beste de_währen „, sondern Fe fand voll Gelegenheit , tch als ret volle und poeti che arstellcrin bcmerklich“ zu machen; nament- lüclz) waren _das chlun1merlied im ersten Act und der Schatt_ext- tanz im zwejxen von tie er Wirkung auf dte örer. Herr B zetgte fich in unverandertem *“ eFH seiner s mpathis en, umfczngrei en" und ausdruckSvollen Stiznme, ie alle S Wierigkeiten aux!) m dsr Hohen- lage spielend überwmdet; sein Zéegenbirt Hoöl trat__hterdurch [;_edeutend in den Vordergrund. Die lustige Perßon des Sackyfemxrs Cor-Znnn Wurde von Herrn Lteban mit dexn gew? nten schauspielertschen (Ve ch1ck__und auch musikalis mit komisch wkrkcndcr Llccentuatton dur e_fuhrt. Von ??Ln mehrs immiganäßen Waren Von bcmcrkcnswcrfher trkung
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