1892 / 24 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 28 Jan 1892 18:00:01 GMT) scan diff

Galarock der Gardes du Corps, mit J rer Majestät _der Köni in von Württember und Seine a'estiit der Konig von ürttemberg, in der Um?orm des Cürasßer-_ egtments Herzog riedricl) Eugen von Württemberg (Westpreußäches) Nr. 5, mit hrer Majestät der Kaiserin in die große Mittrlloge und verneigten ich huldvoll vor den Versammelten, bie sick) von ihren Stßen erhoben hatten und mit tiefer Verbeugung Ihre Majestäten begrüßten, während das Orchester die Nationalhymne spielte. In der Mitte der que an der _Brüstung nahmen Fr Linken Jhrrr Majestät der Königin von Württem-

r Seine Majetät der KUF ,und Köni _Plaß, Aller- Ftwel em zur inken Ihre ajestät die “aiserin, Seine Majestät er'König von Württemberg, Jlxre' Komgliche Hoheit die Yrinzessm Heinrich und Seine Komglicbe .Hobeit_ der Groß erzog von Hessen folgten, während Ihrer Maxestät der Königin von Württemberg zur Rechten Seine Königliche „Hoheit der Groß e zog _von Baden und Ihre Königliche Hoheit die rmzcssm Friedrich Carl die Pläße einnahmen. Die Vorstellung, an welcher hervor- ragende Kräfte der Oper mitwirkten, bot den Anwesenden reichen künstlerischen Genuß; m der Pause wurden in dem „roßen Concertsaal, wo Z re Majestätcn Cercle bielten, Er: ?rischungen gereicht. Der 8Lzorstellung, die bis 11 Uhr dauerte, ohnten die Majestäten bis zum Schluß; ber; beim Verlaffen er Lo e verneigten Sich Allerhöchstdic elben, von den Ver: samme ten ehrfurchtsvoll begrüßt, wiederum [)uldvoll „rüßend und wurden bei derÉFahrt nach dem Königlichen Sch von der dichtgedrängtcn icnge mrt brauscnden Hochs empfangen.

Die Feierlichkeiten im Lande nahmen nach den vorliegen:.

den Berichten iiberall denselben erhebenden und patrio- tischen Verlauf; über Fest ottesdienste, Festactc in den Schulen, Flaggenschmuck, esttafcl, leuminatibn, Con- cert, Parade und Kcrpfe'nstreick) wird aus Königsber i. Pr., Danzig, Ebbing, Posen, Nordhauskn, Kis, „Hannover, Köln und anderen preußischen Städten berichtet. Nicht minder betheiligtcn fick) die Hauptstädte der deutschen Bundesstaaten an einer würdigen Veranstaltung der Feier. München erglärxzte in reichem Flaggenschmuck, und in den Offiziers:Speiseanftalten fandrn Festessen statt; jedoch unterblieb weYn dcs Hinscheidens Ihrer Kdniglichcerobeit derHerzogin Max in ayern das im Festsaalch Rathbamcs anberaumte Festessen. In der Hauptstadt des Königreichs Sachsen wurde der Tag durch Festgottesdienst und Festactc in den Schulen, in KarlSruhc auch noch durch eine Gala: vorstellung im . oftheater,_ ferner durch ein Festmahl, bei welchem der taats:Minister [)r. Turban das Hoch auf Seine Majestät ausbrachte, gefeiert; Frstberichtc liegen ferner aus Darmstadt, aus dem Großberzogtbum Mecklenburg: Schwerin, aus dem Großherzogtbum Oldcnburg, ans Hamburg u. s. 111. vor.

Auchdie Deutschén im Auslande haben den Tag nicht

vorübergehen lassen, ohne von ihrer patriotischen Gesinnung

Zeugmß abzule eri, und vielfach haben sich auch Ausländer selbst an den f9?tlicben Veranstaltungen betheili t.

In Paris fand gestern Abrnd aus nlaß des- Ge:

burtstags Seiner Majestät des Kaisers auf der deutschen Bot: .

schaft großer Embfang statt, b9i_ welchem ' die Minister, die Vertreter des Miirtär- und Civristaats des Präsidenten Carnot, zahlreiche sonstige Staatswiirdcnträgcr, die Mitglieder des diplomatischen Corps, Senatoren, Deputirte und die hervor: “ragendsten Mitglieder der deutschexi Colonie Erschienen.

. In Brnyxel bcgiyg die deumhe Colonie dcn Grbiirtsiag Seiner Majestät des Kaisers durch ein Fcstbankett, an welchem der deutsche Gesandte Grqf von Alvrnsicben theilnahm. In dem Toast auf Seine Majestät feierte (Graf von Alvensleben den Häridelzsvertrag zw1schcri Deutschiand und Belgien als ein Érei mß, welches bestimmt sei, eine weitere Annäherung zwfishen dem deutschen und dem bclgischen Volke herbei: zu u ren.

Zn _Gcnu_a veranstaltete die deutsche Colonie im Stadt:

hause em Festmahl, an welchem neunzig Personen tlc'il- nahmen. Der deutsche Consul sowie die Consuln von Oeéter: reich-Ungarir und Dänemark wo nten dem Festmahl bei. „. , In" Triest wurde der Ge urtstag Seiner Maje'tät des Kaisers von der retchSdeutschen Colonie durch ein Fe 'tbankett arzf dem, Stadthause gefeierx. Zacbdem zunächst Kaufmann LuderH cmetr ,TRoast auf den osterreichischen Kaiser aUSgebracht rind eme Militarcapelle die österreichische Volkshymne gespielt hatte, bra te der deutsche General:Kons11(1)r. Michahelles das mit Jubel _au enqmmene Hoch auf_ Seine Majestät den Kaiser aus; die usik syielte dre preußische Nationalhymne.

Jn_Vufare1t„ wurde der Geburtßta, Seiner Majestät durch cm Tedeum 11) der_ protestantischen Kirche gefeiert. Es nahmen daran“. ther! dre Minister Lahovart) und Carp, (General Baro'nz als Vertreter des Königs, die Spißen der Civil: und Militärbehorden, der deutsche Gesandte von Bülow, das GesandischaftSpersonal und Mitglieder des diplomatischen Corps, sowre der deutschen Colonie. Hierauf war Empfang m der_deutschcn Gesandtéchaft, dem ein Lunch folgte. Am Nachmittag gab die deut che Colonie ein Bankett, an welchem sich sbwohl .?crr von Bülow, als auch der österreichisch- ungarische (Gx andte Graf Goluchowski betheiligten. ,

Jri Sofia wurde 111 der protestantischen Kapelle ein Fest- Zottesdienst, abgehalten, an welchem der deutsche General-

oxisui Freiherr von Wangenhetm, das KonsulatsPersonal und Mitglieder 'der deutschen Colonie tleilnahmen. Später «M?SZZZYY vo? J.Vajxgetliheinx Le 5)Tfuche des“ Ykinisters

nn er lp omai en enten, me 6 i re

“Gluckwunsche abstatteten. g ck h nKonstantinopel fand Vormitta s in der Kapelle der deuts en BotschaÉ ein von dem Bot afts rediger Pastor Sable eletteter ottesdizxnst Katt, wel em Yeiwohnten: der Bot a er von Radomts, ie Mitglieder der Bots aft, ,der eneral-Konsul Gillxb , die Mitglieder des Konsu ats, der Commandant, die Offiziere und MatrZen des Kai erlichen thréeugß „LoreleY, der rumänische andte itilineo, die n turkischen iensten tehenden deuts en Offiziere und Beamten und, zahlreiche itglieder der deutschen Colonie. Mittags erschienen_ der Ober-Ceremonienmeister Munir-Pascha und der General-Adxutant drs Sultans, Schakir-Paxha, m der deutschxn Botschaft, ,um die' Glückwünsche des ultans zu uberbrrngen." Zu gleicher Zett ab ein türkisches „Kriegsschiff 21 Salut chuslse ab. Der'Botscha er von Nadawr? empfing dar- au die“ L ieder der Cblome und brachte dabei ie Gesundheit Seiner Ma estät des Kaisers aus. Am Abend fand in dem Saale des deutschen Vereins „Teulonia“ ein Festessen statt, „bei welchem der Botschafter. von“ Radowiß den Trinkspruch * »an Setne.„Ma]e tat_den Keyser außbrachte. Die Versammlung ..„Jandiek _Semer axestät em Gluckwunsch-Telegramm. Der

.

Botschafter von Radowiß wohnte hierauf auch noch der vom deutschen Handwerkervercin verarrstalteten Feier bei. ,

Endlich meldet „Reuter's Bureau“ aus San ibar: Der Sultan statrete anläßlich des Geburtstags Seiner a1estät Fe? cZeußschen Kaisers dem deutschen Konsul einen Gratulations: e u a .

, Zum Schluß erwähxien wrr,_ urn dre festliche Stimmung, die der Geburtstag Seiner Mr:1estat_ alienthalben verbreitet hat, zu kennzeichnen, _noch zweier Festartikel; der „Düssel dorfer Anzer cr“ 1chrerbt:

Königs und. aiscrs Geburtsta ist von jeher ein Freudknfest für dqs ganze preußische i_md deuts (? olk gewesen: ein Volk, welches seinen Monarchen [l?bt, Weches in ihm den obersten Hüter sexnes Wobls, dcn Bcschiißcr seinss Rechts und den Förderer semcr edelsten Interessen erblickt, gedenkt natürlich mit Tbcilnabme und Yankbarkcid dessen, was die hohe Person des Monarchen airbrtrtffr, und wre es alle Handlungen und Kundgebun en, able Er.- cxgmffc_ m dem cherx seines Kaisexrs mit dem Gefühl eßlcitet, daß dxc engster) Wechselbeziehungen zivtschen Fizrst und Volk esteben, so Liebt cs mch. auch der) Empfindungen herzlicher Freuds an dem Tage: *in,“ dcr semenr Kaiser das Leben gegxben hat. In die freudigen Glückwünsche, die dem Monarchen ans Miner Familie und aus seiner engsten Um eburrg enxgxégentönen, stimmt das ganze prrußische und dxutchE Vok nur Aufrichtigkeit ein, indem Es zugleich seine Gsbcte Furddtie Gssundhcit und das Leben des Kaisrrs zum Himmck empor- en 6 ,

Ja, das Geschick möge ibm Kraft Verleibrn, daß er seine-Z bobcn und bxraxttwvrtUtigsvolieii Amts zum Besten des Vaterlands waltc mid dre bohrn Z1€_[€, dw er sich gesteckt bat, erreiche. Mit weichem _Eifer er sich diesen Zrelcn widmet, davon hat der Kaiser in dem rtunnxebr zuriickgelegten Lebensjahre wieder mannig- fache unHWLidrutrge BLWLlsL' egeben. Aus allen einen Kundgrbungrn [euchtet der Gedanke als LRT tern hervor: DL]11«3atLr[aUd€ zu dienen! Dem Vatrrlandc, der Nation ist sein (Tanzes Denken griveiht. Auf drm Festmghle des brandenburgischen F1robinzial-Landtagé; am R.Ke- bruar Vorigen Jahres bbkanntx er offen, wie seine täqli )Ln Gebetc zu Gott auf das Wghl drs Volkes gerichtet sind, ML (3er auf _di'r anderen Seite die Kron? nicht diese oder_ 16118 Partsrwimschc Verwirklichen könne, sondsru ("1er drn jetzigen, auf Jntereffcn gegründrfen Parteien stabc'n miissr. Sick) und srmenr Volke; stclltc _cr die Aufgabe: „Wir müssen vorwärts streben, 1Vlr_ 111ü1seu arbeiten und im Jnncrn kämpfen.“ „Aber“ -- 161516 Lr Hinzu, „ivenzi da?» Ganze gedeihen soll, so müssen bier „und _ da im, Etnzrkmtcreße Opfer g-Zbracl)t werden.“ Es ist dies_ in schlichten Worten das _ ganze socialc P::o ramm drs Kaisers. Ohxre so!_ch€ Opfer läßt sich der sociale ?Zricdc', laßt ich chs Gedciberr rinrs Volkes nicht erreichen. Freikick) mag man Lm cm nach seinem Gcfiihi sch1ver zu tragendcs Opfer an- gxsonnen wcrdcnr abcr der Kaiser bLtbnte in j€ner Rede mit Rcchi" diE Jiotbweitdigketr, dert Blick stets auf das Ganze gerichtet zU halten, und so kbnx1811"ww mit dcm Dichter Hinzufügen: „Wrr den Blick “[WKYPF Halt gcricht'ct, dem ist dcr Streit in seiner Brnst ge 1

„Kaisxx Wilhelm'bar imuletzien Jabrc das Friedenswérk in bobcm Maße ;]?sdrdext. DLL Verlangerung des Dreibundes, die persönlichcn B€s11chc i_n HoÜazid, Cnglaxid und Oesterreich wciscn mit bcrcdtrr Sprache Hierauf bm. „Em ww qufrickßigcr Freund und Fördercr dcs Frredenöwerks „drr Kaiscr aber ist, dabon [Egtc Cr in dLn schöncn Wortxri Zeugntß ab, die cr am 4. Mai bLi dcm Probinziaifesxi in Duseldors sprach: „(' ) wolifr nur, dcr enrbpäiscke FriLdL [ägr m McmerHaud; Ick wir 8 [ebenfalls dafiir sbr cn, daß ('r nie mehr gsstort-wsrder ., . xchthalls werde Ich ni ts unbersuck)t lassrn, ,und was an Mir [wgß dgfur sorgen, daß er nicht gsstört wird.“

Yber, auch; dcm sbciaken Frikdcn,xder Brsserung dcr socialcn VSXHÜ[Tlilff§1111d der Sittsn hat der Kaiser srm Augenmerk zugr- irazidt. Wie besorgi'cr um das bsittlicbc Wohl des Volks ist, darwn liexiérte dcr Eriaß boni 22. Okto Lr Kunde, der aus Anlaß bctrii- bkndcr „Vorgangs emo Rxsorm auf gewisser: Gebieten der Poiizcilichcn Cxécutibc und der Strafrechtspflcge Verlangte.

Mit Warmcm Herzen ist der Monarch auf das Wobs seines Vyiks bedacht. Unserem Kaiser hierfür dankbar zu sein, ist nicht nur [[icht- sbndrrn aucb Bedürfnrß des BMI, und dieser? Gefiihi läßr 165 an semcm Geburtstag nicht bessch zum Ausdruck bringen, als “in dem Wunsch: Gbit scgne, Gott erbaitr unseren Kaisrr und gebe ibm eme langs, gesegnete Regierungszeit!

, Das „Dresdener Journal“ feiert den Geburtstag mrt fol ender Festbetrachtung:

Wä_ rsnd man gm heuriaen Tage in Prr-ußcn das Gr'burtsfést

des Konth und Katwrs erbelm (11. im engstén Anschluß an 216 Vcrehrung dcs mxgestammien Monarcbrnhausrs fcierlick) ba- gebt, Ledenkt Juan im gan eri übrigen Deutschland und so ami) tn Sa )sen rmx Warnzer T,)?rlnahxte und Verebrung des für das gesamnxte geerntgw Reich thattgen Sébirmberrn. Seine frische Kraft und kubnr: Zuvers1chi_ wird geiragen von der Kraft und Zu- berficht, drs germaWcherr Volkes, von der Treus und der brudcrltcberx' 'thgxbung „cines, hochgemutben Fürstenbundes, der in gegenseitixzer Harmonie emen gefeiten Truß- und Schußkreis u_11_1 den _Bcrtreter „des deutschrn Staatslebens ezogen Hat. (Cm ewa_l"ttges,"_m„seiner Ma? wobl upbesiegbares 5 ündnif; trid ermwi “sur Bolkersrtxdxn und 1ttliche Cuiturentfaltun -, so stkht dtc1e 1eg€n§rctche Vereint _ung da, inmittrn Europas, a en Stürmen der Zeir iesr mr_d rn)ig enthgenblickend und inni verbunden rnit zw?! gsc1chgestmtzntenNach arretcben. Das sind ercinigungen und Burgkckxaftcxn, dre 111cht über Nacht geboren sind; das ron Deutschland im immer gleichen Wandel des Rechts und der Mäßigung erworbene Vcrtrauen HIT“ diese Veremigun en geschaffen, und daneben smd dem Deutschen Rerche und seiner Wolitik“ auch von anderen SUÖ'LU'AONUU und Freundschaft in Fülle zu tbcil geworden.

, Dieses cr. abene staatltclngebiibL, Welches uns eine frucht- brmgende „Zukunft versprtcht, ist keine Schöpfun unseres zungen KailLers. Es Wurde „bow der Tbatkraft Wiikhelnks ], irnd der im brrbyridcten Fürsten towie vom Génius drs großen Kanzlers wit Hatrwftrscber Zaubermacht ins Leben gerufrn und war em Vermachtmß fur den, Erben des Kaiserlichen Throns. Darin aber, liegt das chsnsrßiche und Beruhigende, daÉ jenes uncr- meßltcbe Erbe, emen steiner Größe, w::rdigen errvalter ge- funden bat., Dieser frohen Hoffnung, drr sich mehr und mehr in den weitzxsten Kreisetx zur Erkenntnzß umwandelt, eben wir uns am heutigen Tag? mit ehobener Stirnmum [)in. 9 öge die Gnade des Weltenlenkers, dre onne bell scbeinen affen auf den Lebensweg Eines nach Wahrheit suchenden Fürsten!

Heute hielt_ der Bzmdeßrath eine Plenar-sißdung ab. Vorher tagten" die veremrgten Ausf üsse für 3011- un Steuer- wesen "und „fur . rmdel und Werke r, Howie die vereinigten Ausschuffe fur Zu tizwesen und für Elsa :Lothringen.

In seiner Plenarfißyng am Diensta ertbeilte der Bundes- rath unter dem _Vorfiß des Staatskecretärs des Innern ])r; voti Boetticher dem Entwur eines Geseßes, be- tref'“end dix Anwendung der für die Einfuhr nach Deutschland veriragsmaßig bestehenden Zollbefrciungen und Zollermäßi: Zungen gegenuber den nicht meistbegunftigten Staaten, die usttmmung.

Der Köni li „Ober:Ccrcxnonicnmeister, Ober-Hok- und Haus:Marscha einer Majestät des Kaisers und Königs Gra _zu Eulenburg ist von seiner Krankheit hergestellt und hat te Gcfchäfte wieder übernommen.

Ngchdcm das erste Stadium der Vorarbeiten für die- Betherltgung Deutschlands an der Welt-Ausstellun in C htch 13 abgeschlossen und es komik möglich ist, einen eber- blick u er den Umfang der Be chickung zu gewinnen, kommt es xmnmehr darauf an, einzelne hervortretende Lücken aus- zufullen und das Vorhandene derart auszugestalten, daß die deutsche Abtheilung den__Eindruch eines abgeru eten (Han en hervorzurzifen .gcetqyet ist. In ibrcm dahin g ichteten c: 1trebe_n wrrd die Nerchsyertretung vielfach durch die innerhalb- der einzelnen Industriegruppen neuerdings stattfindenden Ver- handlungen wejentlich unterstüßt. So traten die Kunst- gewerbevcretne qm 23. d. M. in Hannover zu einer außerordentlichcn Stßurig zusammen, zu welcher Berlin, Munchen, Dresden, Leipzig, Stuttgart, KarlNube, Frank: furt g. M., Iamburg, Bremen, Magdeburg, Braunschweig 2c. Deicgirte ent andt hatten. _ Nachdem fiir München und Berlin berichtet worden war, dqß dort eine Vetheiligung in nam: Zaftem Urnfapgc “sich bereits gezeigt habe, wurde allseitig die

Zotbwendigkett eines gemeinsamen Vorgehens anerkannt und beschlossen, dgs Kunstgrwerbe unter Mitwirkung des Reichs in zusammenfaßcnder Wxtse zur Darstellung zu bringen.

Mtt dcr 1chlesischen Industrie waren bisher generelle Verhandlungen ULck) nicht gepflogcn worden; dies ist indessen durch emz: am 25. d. M. auf Veranlassung des Geheimen Commerzwn;RatbS Websky, Konsuls Bauer Und Fabrik- besrJers Fißner nach Breslau einberufene Versammlung gc-' sche en, an welcher auch der RetchScommiffar, Geheime Re 1e- r1111gH:Yatb Wermritk) therlnabm Und in welcher nament ich uber die Organisation der Textil:, „Holz: und MetaU-Industrie Beschluß gefaßt wurde.

Endlich forderte cinch, der Verein deutscher Papier- fabrikantzxxi seine Mitglredcr m'ucrdings wiederholt zu einer regen Bethetiegung auf; nicht ]nindcr Mrd fiir die Papier- berarbertungs-Jndustrie ]bwohl in Berlin als im König- reich (:“-achsew von sa'chverstandrger Seite eine rührige und er- beerLtch'e Wirksamkeit cntfgltet. Auf die Stimmung der «m ustrte im ganzen bat dre neuerlich bei dcr Etatsberatbung staZthehabtc Debatte cinen merklich günstigen Einfluß ems- geu . ,

Die'im R_crchS-Eisenbabnami aufgestellte, in der Ersten bzw; - werten Beilage zur cLentig-xn Nummer des „R. u. St.:A.“ vero entltchte, Uebersi t der Betriebs :Er ebnisxe derrtschxßr Eisenbahnen fiir den Monat Dezem er b. ck". ergtebt sur ÖW 70 BaZnen, welche auch schon im entsprechen- de1r Monat des Borja res im Betriebe waren und zur Ver- _icichung gezygbn werden konnten, mit einer Gesammtbetriebs- mige yon 36 982,23 ]“(111 Folgendes: Im Dezember 1). I. be- trug die Emrmbms: rr. aus dem Personenverkehr: im ganzen 22 425 883 ail: _oder 1429 489 «ck melr als in dem-' selbc11_Monat drs Vorjabrys, auf 1 ](m Betrteblänge 618 «sé oder 5,82 Proc. mebr als M demselben Monat des Vorjahres; 1). aus dem Gutcrvcrkehr: im anzen 64221102 «M _oder 964 307 914 mehr als in demsel en Monate des Vor- ]ahrcs, au'f 1 km Betriebslänge 1744 «M oder 0,69 Proc. mehr al;; 111 demselb'eu Monate des Vorjahres. In der Zeit pbm Beginn des Etatsiahrezsx bis Ende Dezember U. I. betrug die Enxnabnie: .4. Bei deiijenigen Bahnen, deren Rechnungs- xahr die Zeit vom 1. 51[pril'brs 31. „März umfaßt &. aus dem; PZrsonenverke' r: rm gan en 217 821658 „M oder 9 236 0264/16. mxhr “„D in demselben eitraume des Vorjahres, guf 1 ](m Betriebslange 7455 «44 oder 2,69 Proc. mehr als in demselben Zeitraums des Vorjahres; b. aus dem Güter- verkehr: im, ganzen: 527651381 «46 oder 22 223 963 „M mehr als i_n demselben Zeitraums des Vorjahres, zins“ 11511 Bcirrcbslänge 17 758 „W oder 2,66 Proc. mehr alß m demselben Yitraume „dcs Vor'ahres. 13. Bei denjenigen Bahnen, deren cchnungS1ahr wit em Kalenderjahre zusammen- fallt, 3, aus dem Perwnenverkchr: im ganzen 63 412 889 ck16 bder„1 423 313 M mehr als in demselben Zeit- raumc des Vorjahrés, ,an 1 km Vetriebslänge 9206 «M oder 0,22 Proc. mehr "als 111 demselben Zeitraums des Vorjahres; b. aus dem: Gitterverkehr: im ganzen 120260338 „44 _oder 4263 173 mehr als 111 demselben Zeitraum:: des Vor- jahres, auf „1 ](m Betriebslänge 17 288 916 oder 1,59 Proc“. mehr als 111 demselben Zeitranme des Vorjahres. Erb et wurden am 1. Dezemberb. Z. die Strecken Walburg-Wbrth a. S_aucr 8,93 km" (YerckxNiscanhtzen in Elsaß:Lothringen)-, Freystadt-Poppsckm 15,30 ](m (Komgliche Eisenbabn-Direction zii Breslau) und Ho xrungsthal-Jrnmekeppel 5,701cm (König- liche Eisenbahn-Dircction zu Elberfeld), am 15. Dezember du: Strecker) Grottkau-Glamback) 26,85 ](m (Königliche Eisen- bahn:Direct1on zu Breslau) und Schmalkalden-Steinbach- Hallenberg 10,64 ](m (Koniglichc Eisenbahn-Direction zu Erfurt), am 20. "Deze'mber 'die Strecke Warmbrunn-Peters- dorf 8,03 ](m (Kbmgltche EisenbaHn-Direction zu Berlin), am 29. De'ember" die Strecke Nagold-Mtensteig 15,11 km (Konig ick), wurttembergtsrhe (Staatbeiscnbahnen?€ am 31. De- ?xmber dic Strerke Oschaß-Strcbla 11,30 111 (Königlich achsischc StaatSLisenbahnen).

Der 64 Communal-Landtag dcr Kurmark ver- l'andeli-e m seiner 4. Plenarvcrfammlung am 26. d. M- ieben (Gutachten des 1. und dreizehn Guta ten des 11. Aus- schusses. Uprer dcn ersteren befanden si , nebst drei bé- wrlligten _Berhrlch zur Beschaffung von Feuerlösck) eräthen, eme gleichfalls beschlossene Abänderung des Yocietäxs- Reglements 'bebufs „Herbeiführung rößerer Gleichmäßr- kxit dcr Vertrage „fur die Land -9Beuer:Societät un eme Vorlage uber die Entsendung von ctectivs zur Ermitte- luzig von Brandstiftun_en. Ein Unterstüßungsgesuch eincr;- fruheren Begmten fand ernährung, dagegen wurde ein solches" um Entf adigung von Sturmschäden, als den Rahmen- dcr Entchadergs flicht dcr Societät übe chreitend, an den_ , us, _uß, zur ctwai cn Berückichtt _ung au? dem DtSpomoysfondS der "Kurmärkischen 1le3- kasse gbgegeben. Yus- chm leßtercn bewilligte der Landtag „111 10 Fallen Unterstußuygen an milde Stiftungen und wohltbatkgc Verechmußte aber 111 drci Fällen derartige Gesuche ablehnen; aus Grunden, welche bereits 111 dem leßten Bericht angedeutet,

„' den nd. Seine nächste Sitzung wird der Landtag am F?)?mersftiag, den 28. d. M., Mittags 12 Uhr, halten.

Bayern.

Mün cl) en, 27. Januar. Seine Königliche Hoheit der

Pr inz-N e g ent hat für Ihre Königlich? Hoheit die H er:

() gin Maximilian in War) er n eme merwochige Hoftrauer angeordnet.

- Sachsen.

Dresden, 27. Januar. Ihre Majestät die Königin, Allerhöchstwelchc sich von ihrer leßten Erkrankung nahezu völlig erholt hatte,. ist, wie das „Dr. J.“ meldet, „neuerdings wieder von einer leichten Erkältung befallen und wrrd vorauß- sichtlich in den nächsten Tagcndas Bett nicht verlassen. Der fur den 28./29. d. M. in Aussicht genommene Besuch Ihrer Majestäten des Köni s und der Königin von Wurtiem: berg am hiesigen «Ho e unterbleibt.

_ Oesterreith-ngarn.

Seine Majestät dcr Kais er und König und Seine Kaiserliche und Königliche „Hoheit dcruErzl)erzog Salvator empfingen gestern Vormittag die Gluckwiinsche der_Erzherzoge und Erzherzoginnen anläßlich der glücklichen Entbindung der Erzherzogin Marie Valerie. " , _

Fiir den verstorbenen Großfursten Constantin Nico: la'jewitsch ist eine sechStägige Hoftrauer angeordnet worden.

Das Herrenhaus erledi 18 in seiner vorgestriJen Sitzung, wie die „Wien. Abdpoft“ mittJeilt, die Vorwge _u er die Ent- schädigung fiir ungerechtfertigt erlittene Strafen im Sinne der Commissionsanträge. Das Abgeordnetenhaus se t'e,dte Berathung der juridischen Studienordnung fort. *Der tmster für Cultus und Unterricht ])1'. Freiherr von (Hautsch legte dabei in einer ausführlichen dee den Standpunkt der Unter- richtsverwaltung dar. _

Wie der „Magd. Ztg.“ aus Budapest 'von gestern _ge: meldet wird, hat das ungarische amtliche Etsenbabnblatt 1th die geheimen Rcfactienvrrträge'iji Fornr emes Bek: richtes veröffentlicht. Danach smd die bisher geheimen Fracht: vergünstigungen in vier Klassen czngetherlt. Erstens werden FrachjveÉziinstigungen gewährt rm Verkehr von, und nach erbien für Güter aller Art bei Ge: ciner Jabrcs-Frachtenaufnahme row 450000 Fr., wovon 70000 Fr. auf “den Verkehr "Ut Triest , und Fiume entfallen. Der Verfrachter ist verpflichtet, die gesammte Sendung aussckließlick) auf dxr ;Bahn zu be- fördern, widrigcnfalls ihm ie Frachtvergunstigung, weiche 25 Proc. der amtlichen Frachtgebühr betragt, entzogrn wrrd. Zwerisns werden Vergünstigungen im Verkehr narh Ru- mänien bei einer Frachtenaufnabme von 300 000 Fr,. tm Jahre ohne Vöthciligung von Triestund Firime gewaFrt. Drittens mird derÖflaumenvertrag veröffentlicht, dxr ei Lieferungnxon 25 “c, wovon 1500 1; über Triest:Fm.mc gehen muisen, Vergünstigungen gewährt. Viertens werden die bishertgen geheimen Begünstigungen der Eisenwerke bekannt gereben. Schließlich werden dre Localtarifc der, Ungarr "chexi Staatsbahnen veröffentlicht, die hin'ftchtlick) der Begunstt- gungen urigarischcr Erzeugnisse dem Sinne der berner Con: vention entsprechen.

währ

Großbritannien und Irland.

Die „St. JamesWathe“ veröffentlicht in einerbesonderen Anlage einen Erlaß der Königin, an_ de1rMinrster des Innern. Die Königin sarét darin,srefr'ihles1ck)*edrrrngenwon *ncuemihretiefgefiihlte Dank 1arkeit Fegenüber den ewetsen treuer Anhängli keit und herzlicher T )cilnahme _auSJusprechen, welche ihr citens ihrer Unterthanen aus ailen Theilen _ cs Reichs *:mläßlich cines Schicksalssckzlages geworden, wre_ em solcher, :inen einzigen Fall aUSgenommen, sie, du: thiaen und die Nation memals erlschiitternder und verbängm voller be'troffen [)abc. DerTod i)res von ihr so innig geliebten und liebens- wertheu Enkels in der Bliithe der Jahre lasse es den twfbe- trübten Eltern desselben, seiner tZeueren jungen Verlobten, seiner „von ihm örtlich geliebten Gro mutter sehr échwer fallen, sich den uncrxorschlichen Ratbschliiffen der Vor chung zu miter- werfen. »ic herzlich theinehmendcn Kundgebungen so meler Miliionen seren in einem solchen Nu enblicb wahrhaft wohlthnend. Die Königin wolle drsbal in ihrem und tm Namen ihrer Kinder hiermit Allen aus dem Grunde ihres Herzens ihren tiefempfundenen Darik aussprechen. Die Königin schließt: „Jch bi1i wahrlich in den 123th dreißig Jahren meiner Regierung recht bart vom Schicksal betroffen worden. Die von meiner Stellung unzertrennlichen Arbeiten, Sorgen und Verantwortun_ en waren sehr große. Nichtsdestoweniger bitte ick) Gott, _da er fort- fghrcn möge, mir Gesundheit und Kraft zu verlerhcn, daß rch fur das Wohl und Glück meines theuren Vaterlandes wrrkc kann, so lange mein Leben währen wird.“ "„ . , -'

Die Albert:!Tapelle in Windsor rst e_mstwerlex) ge- schlossen und wird dem Publikum erst„dann Wieder geoffnet werden, wenn einSarkopbag, ähnlich demxnigcn des erzogs von Albany am Eingange der Kirche, die irdiéchen Ueberre te des H c r- zqgs von Clarence und Avonda c aufgenommen haben wrrd.Der Sar ruht noch inmittendchapellß auf der Bahre, auf welche er na dem Trauergottesdienst medergelaffennwrirde, und wird daselbst wahr cheinlick) bis zur Rückkehr der K om in bleiben, welche im sten Monat von Osborne nach S loß Wind qr zu übersiedeln gedenkt. , _

ie „Daily News“, das Organ der Partei qudstone _so, verlangt unter dem Eindruck des liberalen Wahlsieges M RosBZidalx die baldige Auflösung des tt_rlaments.

xe Feindschaft zwischen den beiden irischen Parteien kyhlt sick) allmählich ab. Es bei t 1th in englischen Biättern, die beidxn Fractioncn würden ernerhin in solchen irischen Wahlkrersen, wo die Gekahr vorlie e, es könnte infolge ihres

ZwiesPa-lts ein unionisti cher Candi ai 2?ewählt werden, von,

der Aufstellung gesonderter Candidatcn bstand nehmen. ., Das neue canadische Ministerium ist nach einer Kabelmeldung des „R. B.“ aus Ottawa folgenderxna en JUsq1nmen?efeßt: J “9. C. Abbott, Premier - Miniter, G; E. ZIV ter, Finanz-Minister, J. A. Cbapleau, Minister der "Us, ackenzie Bowell, Minister der Miliz, Sir Ch. Tupper,

» C Tatterson, Staatsfecreiär, E. Qriimet, Minister der

öffenili en Arbeiten, E. Dewdnet), Minister des Innern, I (H. Haggart, Minister der Eisenbahnen.

Frankreich. Wie dem „W. T. V.“ zufolge axis Regierunxskreisen ver- lautet, wäre zu einer handelspolitrschep Ver tän_digung zwischen Frankreich und Portugal keine Aussrchi Wr: banden. Leßteres würde daher gegenüber Frankreich vom 1. Februar ab seinen Generaltarif anwenden. . Nach einer Meldung des „Journal des Débats“ sind „dre Zollverbandlungen zwischen Frankreich und Spanier abgebrochen worden, _ da das Madrider Cabinet zu wett- gehende Forderun en erhoben habe. Der Genera :Director der Zolls hat nach der „Koln. Ztg.“ an die Zollämter ein Rundschreiben über die An- wendun des neuen Zolltarifs crlas1en. Darin werden die vers iedenen Aenderungen angezeigt, und es wird mit: gctbcilt, das Geseß von 1889, das iialienische EinFängc eincm bcson eren Tarif unterstellte, außer Kraft tritt, un daß auf italienis c Eingänge, vom 1. Februar ab der Maximaltari anzuwenden sei. Der Finanz:Minister Nouvrer wird den Voranschlag des Budgets für 1893 sofort nach dem Wiederzusammentritt der Kammern vorlegen. . , Zum Vertreter der Regierung bet der Säcularfeier der Schlacht von Valmr) ist nach dem „Journal des Débats“ der Minister des öffentlichen Unterrichts Bourgeois bestimmt worden.

Rußland und Polen.

Der Kronprinz von Schweden und Norwegen stattete, wic „W. T. B.“ aus St. etersburg berichtet, gestern aus Anlaß des Geburtstages es Deutschen Kaisers dem deutschen Botschafter General von Schweiniß „emen Besuch ab. Das, Diner nahm der Kronprinz gestern bei dem Großfürsten Wladimir ein.

Italien.

Der italienische Senat beJann gestern die Bcrathring der HandclIverträge. „Nach em Bericht des „W. T. V.“_ Über den Verlauf der VerhandlunJ, ,erklärte der Senator Ross (Schu zöllner), daß er sich der A stimmung enthalten werde. Cence [ spra die Hoffnung aus, die Regierung werde brzug- lick) der Turi posten „Getrockneter Extract“ und „ancentrirtcs Malz“ Verbesserungen zu erlangen suchßen. , Der Berrchterstaiter Finali vertheidigte die Verträge, schloß sick) den von Cencelli außgesprocbenen Wünschen an, bczii [ich deren cr-das .Zustczndc- kommen cines Einverständniffes erhtoe, und verlangte daruber, sowie in Wozu?) auf die Einscyung eines Schiedßgerichiexs fur eventuell aus an Handelsverträgcn entstehende Streitrragcn eine Erklärung seitens der Regierung. Nachdem sich auck) Majorana fiir die Verträge aus esprochrn und den Vertrags: abschluß mit der Schweiz als _se r wün1chenswertb bezeichnet batte, nahm der Minister:Präsident Marchese di Rudini das Wort. Er gab zunächst die Erklärung _ab, daß sich dw Verrrggs: Regierungen hinsichtlich der Schieds erichts:Clausel leicht etmgen wiirden, und antwqrtetcsodann einchend auf dieFragenCencelLi'zZ. Der Minister:Prä1ident hob hervor, daß er volles Vertrauen in die unveränderte und unabänderliche Loyaiiiät der verbündeten Regierungen seße, wie sie voz! ihnen in diesen Fragen stets bekundet worden sei. Er 1ei *Freihändler, bemerke abcr Majorana gegenüber in Bezug auf den Vertrag mit der Schweiz, das; immerhin; fiScaltsche Bedürfnisse berücksichtigt und Wichtige Interessen gewahrt werden müßten. Italien babe bei den Verhandlungen mit der Schweiz das rößte Entgrgenkommcn bekundet, _selbst auf die Gefahr )in, der italienischen Industrie einige Opfer auferlegen zu müssen. Diese ent cgenkommenbe Tendenz werde bis zur äußersten Grenze an recht erhalten werden, ohne daß aber die nationalen Jutercffrn Italiens verleßt werden dürften. Man dürfe nicht ]eden Augenblick die Frage der “nationalxn Würde aufwerfen, die damit nicbtszu thun habe; andererffeits dürften die nationalen Interessen aber auch nicht Gefahren aUSgcse?t werden. Die Rede des Minister:Präsidenten wurde vom Hau e rrkit lebhaftcm Beifall und Aeuszcrungen der Zustimmung be»- eitet. I In der Deputirthammer erklärte der Minister fiir den öffentliZ-Fn Unterricht Villari auf an ihn erichtete An: fragen die eldungen von der auf mehreren ochschulen vorgekommenrn Studentenzinruhen für richtig. Die Nr- sachen der Anordnungen seien mannigfacher Natur. Falls Exceffe vorkämen, werde das Mimsterium keine Zugeständnisse machen, vor allem aber müßten die akademischen Senate die Für die Universitäten bestehenden Vorschriften in Anwendung rm en. gDie Meldungen über die bereits eriolgte Demission des italienischen Botschafters in Paris, Generals Menabrea, werden dem „W. T. V.“ bestätigt. _ Die internationale Saniiäts- Konferenz in Venediß trat gestern als COMUS zusammen und beschäfti te ich mit em Yeßten Gegenstande des Pro ramms, der e- chaffung der finanziellen Hilfsmittel. Au hierüber wurde ein Einverständniß erzielt. _ Spanien. In der ,estri en Senatssißung gab [aut Meldung des „W. T. A?.“ UFS Madrid der Verwalter der Bank Von Spanien die Erklärung ab, .das; die gegenwärtige Lage der- selben eine zufriedenftellcndc sei. Sckxweiz. Der Ständerat!) hat Meru den gefbrderten außer- ordentlichen Credit von, 7 ' 000, Fr. fur Zwecke der Krie Sbereitschaft einstrmmrg bewrlligt. . , er Nationalrat!) Hat dern BrrndeSrat m1t Em: stimmi keit: die Ermächtigung ertheilt, fur den Fa daß vor der nä?hstenScssion der Bundesverfammlung der „Handels- vertra mit Italien unterzeichrzet werde, j-den Vertrag unter * orbeYlt der Gegenseiti keit sqfort m Krajft zu seßen. Der undeSratl) solle ]e ock) dre Byndesver amm: lung sofort ur Ratification des Vertrags einberufen. _- Die Commi sion des Nationalraths, welche die Regelung der andelsbeziebungen, zu Frankreich vorzuberaxhcn hat, at sich einhelli für die Zutimmun zu dxn Antrggrn des undeSraths entch1eden, „nach denen, rankreich vorlauftg gegen Einräumuu des Mimmaltarifs _die Bxbandlung gls meistbegüxistigte - ation zugestanden wrrd. Die Commission verlangt jedoch eben alls, daß dre Bundesversammlung ofort einberufen werde, obald ein Abkommen mit rankrei gc-

Vulgärieu.

Der Assistent des Professors Billrotk), Eiselsberg, ist wie „W. T. B.“ meldet in Sofia eingetroffen und hat einem- Consilium der Aerzte bei Stambulow beigewohnt. Das Befinden des leßteren ist andquernd befriedigend. Die Ku el ist noch nicht aufgefunden, die Wunde zeigt keinerlei gefä r-

lichen Charakter, der Patient ist fieberfrei.

Amerika. ; Nach in Paris einge angenen Myldungcn aus Buenos Aires wird die aus der ationalpartei und der Unjon (:jrjaa bestehende gemischte Convention am 5. März Lrltr Aufstellrmg der Candidaten fiir diePräsidentschaft vo1r r en_tin1,en usammentreten. Als Candidat für die Präsidentchast' wird er Kriegs: Minister Levalle genannt; als wa rfchemlrche Candidaten für die Vice-Präsidcntschaft werdcn General Mitre und Julio Roca bezeichnet. . Asien.

Aus Sing apore vom 25. Januar meldet ein Reuter- sches Telegramm: _

Der Führer drr Aufständischen bon Pahang Orang Kyak) wird allmählich umzingel. Die Zerrschrr drr Staaten Perak und Sclangor lcistcn dm En [ändern *“ eistand. .

In Persien ha en laut Meldung des „N. B.“ aus Teheran vom 26. Januar die Mollahs ihr Verbot des Tabackrauchens, welches sie als praktischen Protest gegen das Tabackmonopol empfohlen hatten, nunmehr aufgehoben.

Afrika.

Ueber die bcrcits gemeldete Eidesleistung der egr)pti- schen Offiziere fiir den Khedivc Abbas wird dem „Reutcr'schen Bureau“ aus Kairo vom 26. Januar bc- ri tet:

ck Ein imposantes militärisches Sébauspiel fand am Dienstag Morgen auf dem Ilbdin-Piatze statt, wo dir Offiziers dcr egyptischen Armor in Gcgenwari der ganzen Garnison dcm K'bedibe den Eid der Trens ablrgtcn. Die Truppen, wrlche schon in aller Frühe auf dem Pfalz Aufsteilung barten, präsentirten bei dem Herannabcn dcs Kbrdibe das Gewehr und die Offizirre schritt€n vor die? Front, wv ibncn sodann ein Imam den _Scbivur abnabm. Dic Stabboffiziere bildeten einen brsondi'rcn Kreis mit dcm Krirzs-Ministcr !Juffuf Cboudi- Pascha, dem Sirdar drr Armee «ir Francis GrenfelT und dem- Schcikb-u[-Jslaxn in ihrcr Mitw. Zuerst leistetcn alle actiben Offi- zicke den Eid, ihnen folgten die? bsiirlaubtcn oder zur DisPofition stehendkn. Nachdrm dis Ccrémonic brendct War, riit der KbcdiVL mit eincr glänzcnden Suite), daruntcr Sir Francis Grsnfeii undder Krisgs-Ministcr, die Front der Präsrntirrndcn Soldaten ab. Srine Hobcit sprach scinc Zufriedrnbrir übkr das stramnw Aussehen und die nwblgslungch Excrciticn dcr Truppcn an:"? und bkaustra tc Sir Francis Grcnfril, cinen da[)in [antcnden Arnwrbsfebl zu erla 211.

Da die Salzsteuer in Egypten um die Hälfte er- niedrit und die Accise abgeschafft werden soll, hat die egyptiJckx Regierung dem „R. B.“ zufoigc von den ten die Erlaubnis; erhalten, den Ausfall mittels einer entsprx. en- den Vergrößerung des Budgets gutzumachen, ohne.]edoch die durch die Umwandlung der privilegirtcn Schuld erzielten Ersparnisss anzugreifen. Auf Antrag des franzöischen diplomatischen Agenten Marquis de cherseaux ist die den Ausländern bisher auferlegte Steuer abgeschafft worden.

Aus Tang er in Marokko wird über Paris gcmeldrt, daß das französische Panzerschiff „Bar)ard“ von dort abge-

angen ist; der französi1che Kriegsdampfcr „Canmao“, das panische Kriegsschiff „Alfonso K11.“ und das italienische“ Kriegssck)?" „Dandolo“ seien noch vor Tanger liegen geblieben. Der engli che Kriegsdampfcr „Thunderer“ habe den “afen ver- lassen und sei durch das daselbst eingetroffene Kriegsschiff „Curlßw“ erse t worden. Unter den einheimischen Stämmen

herrsche cht - uhr.

gcnommrn

Parlamentarisäze Nachrichten.

In der heutigen (159) Sißung des Reichstags, weicher die Staatssccretärc Freiherr von Malßahn und Freiherr von Marschall beiwobnten, wurde in dritter Lesung der (Heseßentwurf, betreffend die Anwendun der ver- rragsmäßigen Zollsäße auf das am 1. Fe ruar 1892 in Deuiséland vorhandene unver ollt'e aris- lc'indische Getreide, auf Grund der Beéchlüffe werter LMM beratlZen. der . wesenili _ von redaktioneller Bedeutung it. , '

Der Abg. Frißen (Centr) bat den Schaßsecretßr, die Zollämter der Einzelstaaten sofort mit den nöthigerrWetFungxn zu versshcn, damit die rheinische Miihlenindustrie uber ihre 111 Holland lagernden Gctreidcvorräthe im Sinne des Gefeßes verfii en könne, ,

lsdann batte bei Schluß des Blattes dcr Abg. Freiherr von StummMp.) dax: Wort.

- In der heutigen (7) 'Siyung des auses, der Abgeordneten, welcher der Präsident des Staats: inistermms, Neichskanzler Graf von Caprivi und der Minister der geist- lichen 2c. An clegenleitcn Graf von Zedliß beiwobnten, wurden zunächLZt auf ntra des Ab . Gra en zu Limburg- Stirum an Stelle der WF]- ne un Zelle die Nbgg. Lückboff und, Goldschmr t zu Mitgliedern der Staats- fchuldencommiffwn durch Zuruf. _ewähit. Die Gewrihlxen' WLMM die Wahl dankend an Mit er Erklärung, daß sie sich an Grund ihres auf die Verfassung geleisteten Eides auch füU dieses Amt verpflichtet. hielten.

Daran wurde die erste Berathung des Entwurfs eines Vo' ksßchuerseZes forStgefeßt. -

Abg. Gra zu im ur : tirum (conxjk) erklärte, daß für die Conservativen nach en bisherigen eden der ;“ rei- conservativen "und Natibnalliberalen eine Verständigung mit den Ersteren wohl möglich sei, aber nicht mit den Leßteren, die nach dem Appell des Abg. ])r. von Bennigsen an das

Dazu lag ein umfan_reiches Amén ement b g. Broemcl (dft.) und BÜTing (nl,) vor, das

Rede des AbgK-obrecht Fegen die Vorlage dieke als Gegenstand des politischen ampsfes etrachteten. Das Vol ss ulgeseß dürfe nicht nur bmi dieem Standpunkt aus ange ehen werden. Allerdin s ser es bedenklich, ein Gxseß zu machen, welches 1) große Unzufriedenheit erreY und emerr neuen Cultur- _ kampf Zeraufbeschwören könne. ie' confessronelle Schule ; werde a er keine Unzufrieden it im_Volk erregen. Redner wies sodann die Bedenken er Nanonalliberalen gegeiz die * Mitwirkung des kirchlichen Commissarß bei drr Lelzrerprufrrng und gegen die Ertheilrmg dcs RelrgronSunterrtchts ur Gets -

. arine-Minister, I. Costingan, Minister für die indirxcten Steuern, Str A. K. P. Caron, General-Postmelstkk-

troffen'sei, oder wenn die Hoffnu'ng auf eine eduction ch französischen Minimaltari'fs aufgegeben werden müsse.

liche zurück und wiinjchte Cautelen, daß die Privatschu en, die

liberale Bürgerthum im Reichstag und nach der entschiedenen ' ,