obeit des Großseizogs Ludwig 17. M “ckck Mein Hausßeno en
t, ist vyn Meinem getreuen Volk aufrichtig getbeilt worden. e Dankbarkext. Verehrung und Liebe, welche der Hohe Entschlafene während_ seines allzukmzen Lebqns fich msbesonderx _als Trgppm- führer m_ schxverer Zeit blutigkr Kämp e und jpater wahrend seiner retchÉxiegncten Regierung allent alben erwoxben bat haben bcwx , _daß Sein anzes Vylk schmerzersüllt n [ciner Bahre blickte. ?ahlreiZF Zuschriften 'u_nd Teichamme, Kundgebungen verschieden ter - rt von _ Gemeinden, Körper- schaften und Vereinen, insbesonders den Knegervereinen, sowie yon Einzelpersonen aus allen Ständen gaben Zeugnis; von aufrichtigsr Trauer um Meinen Hochseligen rrn Vater_und von warmer Theil- nahme für Mich und die Prinze firmen, Meme Schivestern. Pracht- vvlle Blumen und Kränze wurden als Zeichen treuen Gedenkens an der Bahre des Verewigten niedergelcgt. Und nicht nur aus der engeren Heimatb, sondern (l_us ganz Deutschland und weit über desen Grenzen Hinaus, ja aus “fernen Welttheilen baben_ ctreue Heséen und solche, die dem Hohen Entschlafenen i_m Leben na er traten, von ibrcr Trauer um seinexi Hintritt Kunde gexandt.
Wenn Mvas im stande ist, Meinen unx der Vkitglieder Meines Haus€§_herben Schmerz um den erlittenen 1chWeren Verlust zu [in- dern, 10 ist ('S die treue und Herzliche Verehrung, 1velche Wir dem Verswi ten über Tod und Grah biyaus folgen sehen. Tief _bervegt sags J Darum allen, wklche tn dicscxi T_agen schwkrer Heimxucbung an Unserem Lkid Antbei[ genommerx, mmgsten Dank und bitte Gott yon ganzmn Herzen, daß Mir besxbxedsn sein möge, Mein geliebtés Volk auf den unter Meines chhwltgsn Herrn Vatérschikrung ein- gehaétencn chkn in stctigcr und gescgnctcr Envytckclung Mitst- zun": ren.
Ick) Ersuche Sic, diesen Erlaß zu Veröffcntlichcn.
Darmstadt, dcn 27. März 1892.
Ernst Ludwig,
An “dcn Staats-Miniftcr Fingkr.
In dem Befinden Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Alfred von Edinburg, der, wie Mitgeihcilt, hier an einem Magenkatarrh erkrankte, ist nach dem Aus: spruch dcs Geheimen Raths Riegel in_Gicßen keine Vcrschlcch- 1erun_ , sondern eher eine Besxcrung zu constatircn. Jude en wird doch, wie die „Darmst. Ztg.“ meldet, „zhrc Kaiserliche Hoheit die Herzogin von Edin: burg mit den Prinzesiinnen-TöMcrn Marie Und Victoria morgkn Vormittaq aus England hier eintreffen. Ihre Hoheit die verwittwete Erbprinzefsin zu Anhalt trifft heute Nachmittag zum Besuch hier ein.
Sachsen-Weimar-Eisenach.
Weimar, 28. März. Der Landtag hat den Antrag auf Erlaß Liner JlquührungSverordnung zur (Hssindc- o_rdnung_ uud Regelung des Gesinderechts im bürger: lichen (_8c1eßbuch angenommen. Ein anderer Antrag, eine Progresxion im Sicuergcseß dahin einzuführen, daß die Steuersätze fiir die Einkommen zwischen 9000 bis 100000 «46. annähernd gleichmäßig in angemeffeneu Stufen bis 4 Proc. steigen, WUrdL dem Finanz-AuSschuß über: wissen. Seitens der Antragstelicr, die für ihren Antrag Namentlich dcn Gerechtigkeitsftandpunkt geltend machten, wurde die finanzielle Wirkung auf einen Mehrbetrag von 30: die;: 38000 «FH bei Zugrundelegung LMU" mäßiqcn Scala bcrcchnst, auf 73000 „jz, mmm dEr im Herzogthum einingen eingeführte Steuertarif angenommrn wiirde.
Gestern tagte hierselbjt der Verband _zur Besserung der ländlichen Arbeitervcrhäitnisw im Groß: herzogthum_Sachsen. In den Kreis der Berathungen wurden, abgexehen von organisatorischcn An Liegenheiten, Namentlich Maßnahmen ech die sociaidcmokraiißche Agitation auf dcm Lande und Vor€chläge über weitere Mittel und Wege zur Hebung des Verbandss gezogen.
Braunschweig.
_ annnsxhwcig, 28. März. Ihre Königliche Hohkii dzc Prinzcsxtn Albrkchi von Preußen hat sich hcutc zu emcm Vierchniägigcn Aufenthalt nach Altenburg. begeben. In der Begleitung befandcn sick) dic Hofdame (Gräfin Piickler amd dcr Ccrcmonicnmeister, Kammerherr Graf von Keller.
Anhalt.
Dessau, 28. März. Tex Landtag ist, wie der „A. St.:A.“ Mkldct, nach Beendigung der weiten und dritten Lexuyg des Haxtptftnanz-Etgts vorgestern urch den Staats- Mmqtcr von Krosigk geychloff8n wordsn.
Hamburg. _ Hamburg, 29 Mär,_ Auf Anordnung dss Senats 1911 am8. _Mm d. ;;_.__m rinnerung an den großen Brand von 1842 in allen Kirchen der Studi und ch Gebiets ein Tankfest begangen werden;
Oefterreith-Ungaru.
Tie AUSchichsfragc steht in der hierfür eingxscßtcn Commission des böhmischen Landtags noch immer :ur Verhandlung. Die Erklärung, welche der Statthaltcrxon Böhmen Gra Thun am Donnerstag in der Comnnsston uber die Stellung cr Regierung zu der AUSgleicbsfra (: abgegeben hat, und die wir 111 Nr. 74 d, Bl. vom 25. är“ Wieder:
cgeben haben, wird libcralerscits a1s_ein Zexcben da_"r an e: ehen, daß die Regierung das Vlquicichswcrk im Stiche [C_l_ en wolle, während die Wiener, der Regierung UaZcstYkzcnden Blatter betonen, aus der Rede ge ehervor, daß die egierung ngchwie vor an dem Gedanken iind em Wunsche des AuxZgleichs fexthqlte. Ja der Commission sind bei den weiteren Erorterungen diese vcrfchiedenen Standpunkte zum Ausdruck _ gekommsn. Dcr deutch:liberale Hallwick) schob in der gestrigen Sißung dem (Gro rundbe'sitz, der mit seiner Haltung das Vertrqucn der Bevöi erung verloren habe, die Schuld an dem Schettexn des Ausgleichs zu und bezeichnete die Erklärun, der Regierun
in dieser Frage als „Überaus zahm“; Wetter ?orderte er, da
die Regierung selbständig mit eipcr anderweitigen Ab rcnzung und Errichtung von Geri tsbeztrken vorgehe. Der ertreter dcs Großgrundbesißcs Gra Bucquoi) erkiäxte zwgr, daß der Grundbestß auch heute noch an dem AUSJlet festhglie, aber nur unier der Vorausseßung,_ daß be_ide - olksstmpme zu- stimmien; cr suche dahin zu Wirken, daß kYiner Paxtei Unrecht widerfahrc. Zu einem Beschluß kam die Commission auch gestern ni t. _ . _ _
Der 'aiser bai, Wie „W. T. B.“ berichtet, gestern in Budapest die Mitglieder der cvangcliscH-rchr- mirten Synode Empfangen und ihnen _gegcnüber seine Gknugthuung darüber ausgejprochen, de_iß _d1e_ Synode ck)_r geseH_ cberisches Wirken zum Wyhie der _Kirchc m_it Bejonncnhett und ?Lmsicht fortseßc. Der Kaijcr versicherte die Synode auch fürdcrhin fcincr (Gnade Und seines Schußes.
-_ Die Blätter wenden sich, wie der „Köln.
*
_ Aus Trieft kommt die Wheilung, daß d_ort_ ein italienischer Arbeiter verYaf'tet wurde, der uni _emem Dampfer des Lloyd au_s Erie enland nach seiner Heimat!) zurückkehrte und im Vestße von all): an seinem _ArbettSorte entwendeten Dynamitpatronen betroffen wurde. Wie er angab, wollte er diese in seiner Heimath zu erlaubten Zwecken ve_r: wenden. Der Arbeiter wurde wegen Uebertretung der Dynamtt; vorschriften dem Gerichte angezeigt.
Großbritannien und Irland.
Der (mie schon in Nr. 75 d. Bl. telegraphisch gemeldet) an_1 reitag im Unterhaus e zur Verhandlung elan te und mit gegen _162 Siimmen abYZehnxe Antrag es rbeiter- Abgeordneten Fenwrck, den_ tgltedern des Unterhauses Diäten u ahlen, findet bct_der consexvativen und liberal- umonistis en reffe durchweg erye abfällige, daqegen bei den likxeralmi und radicaleti Blättern eine sympathische Beurtheilung. Die „Times“ äußert sich darüber, wie folgt:
„Seit vielen Jahren ist ein beträchtliches und stetig zunehmendes Cvntingent von Arbeitex-Abgeordrxeten nach Westminster entsandt worden, Welches, wie aÜxcitig zugestanden wird, ein sehr wertbvoch Element in _der Zusanimcnseßung des Hauses bildet. Es ist be- kann_t, _d_aß vicle von 1hn8n_nicht im stande find, ihre Dienste obne Enrichadtgung h_erzugeben, em Umstand, welcher _ibrér Wahl indes; m_e xm Wege gcftanden hat. Sobald ihr Wahlkreis einmal zu der Etn11chx gelangt war, daß_sie die gewiffenbaftesten Anwälte der Zisle dcr_ Wabler Vexkörperien, 7chreckie er auch nie davor zurück, ihnen die Mittel zu gewabren, in? Parlament zu gehen. Weiter ist es ziemlich 1_1_cher, daß d_cr_Umstc_md, daß der parlamentari1che Dienst unbezahlt i'i, dazu bcxtragt, eins gro 6 Zahl Abcnteursr der schlimmsten Art Von den höheren Schtchten des öffentlichen Lebens auszuschließen. Die Asnderunge'n Nr [813th Jahre haben mächtig zu dem Wachstbum
und der Cntwickciung dsr gemeingefäbrlichen Schaar der pro-,
fessioneUey_Pol_itier h_eigetragCn. DiE Gewährung eines Stipendiums an alis dxeyc, dte_11ch ihre che zu einem Silz zu balmcn vermocbtsn, würdx _ dlc _Llnzichungskxaft des Geschäfts bedeutend vermehren. Wenigstens in anixchn Landern is_t dics die Folge gewksen, und wir Habkn e_s wahrschcmllcb dcr Tbat!achc, daß die Mitgliedcr des Unter- hauscz'? tbrcm Lande ohn? Yecuniärc Belohnung dienen, zu danken, daß s_1ch has UnterhauH m 10 HoHem (Hradß durch seinc Ehrlichkeit, Redlichkeit und_Jntclltgknz vor andersn geyctzgebenden Körperschaftsn dEr Weit auszeichne't.“ _
Die „Datli)__ News“ _tritt dagegen entschieden für die Zahlung von Diaten LM, indem fie schreibt:
„Nicht unter dM Arbsiisr-Abgeorann des Parlaments sind jene: Skandale Vorgskommcn, welche_unlängst im Unterbausc die ["ckan Folgci_1_ von *Yabsuxht i_1nd_ x_niZleitetem Ehrgkiz, von socialér imd moralixchex Cizrruviioxi [[[Uftrlrf Haben. Dic: Diätenzablung an Ab- Jerrdnets ist Ell] Princw, weiches 1chon je t im Unterhausc dic Obcr-
and befilZi. Es fragt sich nur, ob die *ablkreise oder der Staal
das Geld liefern soßen und ck €:“; zivci verschiedene Klaffcn won Ab- gkordnetcn znit_ Vcr7chi9kcnen Bsdingungsn odcr nur Eine einzige, an eine: gsxpein1ch9st1ichc Bcdingung geknüpfte Klaffc geben soil.“ Die Mynmmung iiber den Antrag Fenwick geschah, der „A. C.“ zufolge, streng nach Parteien. Gladstone war nicht anwesend; die liberalen FÜÜWT des Hauses Sir William Harcourt, Mr. Mandella, Mr. Campbell-Bannermann, Sir George Trevelyan und Mr. Stanhope stimmten dafiir. Da- sgen stimmten die liberalen Unionisten, mit AusUahme von Zr. Barclay und Mr. R. Chamberlain; Joseph Chamberlain war abwescnd. Mit der Regierung stimmten die liberalen JHJJ" __Winierbotham, G. Lambert, Milnes:(§askell und J. “. »0 VU.
Frankreich.
_ _Zn Pari€1__l_)§rrscht große Erregung Über das vor: geytrige_ anarchirtxyche *Atientat. Während die Ein: wohxiciqchaft dcn friiheren Attentaten gegenüber ziemlich ruhig geblieben war, beginnt sie 'eßt ungeduldi_g zu werden, theils wegen de_r allgemeinen efahr , thei H aus Besorgniß, eme_ Fortxeßung dcr Attentate möchte den Fremdenbcsn vxrhmdern odcr zahlreiche Abreisen zur Folge haben. (NaY eincm Telegramm der „Times“ sollen bereits 30 Proc. der Ausländer in den [eßtcn drei Tagen ParicZ verlassen haben.) __ _ _ Ztg.“_F berichtet wird, meist init große): Crbttterung gegen die Anarchisten, die bedroht Mr_derz, daß die Bevölkerung bei Ergreifung an ihnen Lyn : justiz uben werde._ Gleichzyitig wird darauf hingewiesen, da?, xvenn anch nur_die That eines Einzelnen vorliege, doch der ge: :ammte Anarchismus nur dadurch möglich geworden sei, daß die R=gicrung seins Verbreitung und die Anprkifung der Propaganda durch die That gcstaitet habe. ngicrungsfcind: [_iche Blätter werfen der Regierung Heftig vor, daß die Polizei sich sowohl bei dcr Verhütung als bei der Entdeckung der Verbrechen ganz ungenügend erweise; dabei faÜen deut: liche Hinweise auf den 1. _Mai, wo es noch gan anders kommen l_önne. Daraus rmrd dann efolgeri, daß onstans zurückberuscn wsrden müsse, wenn aris sich iiberhaupt der Ruhe erfrcusn solle.__ Dic Monarchisten dagc en werfen der Regierung vor, daß 11e alle Tizatkraft auf die crfolgun der Priester vcrwcnde iind dabei e_r anarchistischen, ungleich) bedrohlichcren Gefahr nicht die entjprcchende. Aufmerksamkeit leihe. Die H__altung der radicalen Blätter, wie „Justice“, ist gezwungen, 16 suchen von dsn Verbrechen möJlichst wenig Lärm zu machen, weil sie befürchten, daß urch sie die Stellung derjcnigen bkfestigt werden könne, die die Gefahr von der Linken her erkennen wollen.
Das Dynamitaitentat vom Sonntag hat auch auf die Teyutirtenkanzmer insofexn eine Wirkung aqueübt, als sie sich infolge desen veranlaßt gesehen hat, die Verathung des Geseßcs gegen die Urheber von Eigenthumsbeschädigungcn durch Sprengstoffe zu beschleunigen. Die Tringlichkciiscrklärung
ür das Gesetz, das die Todesstrafe für den Urheber rcstfeßt, zu leich aber bestimmt, daß die Angeber straffrei b ciben sollen , wenn eine Denunciation
vor der Ausführung des Verbrechens erfolgt, wurde in der gestrigen Sißung ohne Debatte angenommen. Außerdem brachte der Dcputirte für Paris Emile Ferri) den Antrag ein, nach welchem der Staat fiir alle dnrch Dynamitaitenta-ie vernrsachten materiellen Schäden auf“ukommen hat. Emile Ferri) beantragte die Drin lich: keit Jer Verathung für diesen Nnirag. Der Minister:" räident Loubet machte verschiedene Vorbehalte hinsichtlich des An: trags und protestirte gegen „ ewiüe Znsin-uationén und Manöver der Presse, welche geeignet ?eicn, das Ansehen der Regierung zu schwächen. Die Dringlichkeit für diesen Antrag wurde mit 252 gegen 244 Stimmen abgelehnt. Der Dcputirte Dreyfus beabsichtigt in der Kammer einen Antrag zu stellen, durch welchen die Regierung aufgefordertwird, die Fabrikation und den Verqu von Dynamit allein zu über- nehmen.
In der gestrigen Sißung dcs Municipalraihs wies der Polizei-Präscct Lozéx „gegeniiber ciner Interpellation wegen "dcrjiingstkn Dyanmitcxplosioncn darauf hin, daß dicUrhebcr
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des Dynamitdiebfta ls und die Urheber Attentate auf dem oulev_ard St. Germain bis aufZZwei verhaftet wurde:; seren. _Was die Explosion in der ue Clichy e_mgehx, so set den Miethern des betreffenden Hauses vorher keinerlei Drohung ugegqngen, es sei deshalb auch kein Grund vorhanden gewe e_n, emen besonderen Ueber- wachungsdienst in Erwä_ ung zu ziehen. Der Poli ckPräfech fügte hmzu, es eren th ]eßt hie erforderli en Hänel für eincY derartigen eberwachungsdlenst zur Be "gung gestellt wor en.
Die BeZörden sowie mehrere Ingenieure HMMM. im
Fegenwärti? ie T_rümmer des von der Dynamitexplo
er Rue_C ichl) bermgesuchten Hauseß. Bisher wurden kleine S1ahlspl1tter_ gefundexi. Arbeiter smd damit beschäftigt, das- Haus zu stußen. Die Nachforschungen der Polizei nach dem Urheber der_ Explosion wurden die ganze Nacht fort: gxseßt, ohne jedoch ein ernstliches Resultat zu er- zielxn. In Saint-Denis wurdcn gesternpon der Polizei chl Anarchisten verhaftet. “
_ Der Senat beschloß gestern, wie „W. T. B.“ berichtet bet Berathung des (Heseßentmurfs zur NeYuYg der täglichen“.
Arbxitsdquer für Frauen und adchen in den Fabriken mit 138 gegen 100 Stimmen, das; die ArbeitSzeit
dLr-Fraucn und der Mädchen iiber 18 Jahre höchstens-
11 Stunden betragen solle.
Die_ Depyttrte_nka_mmer trat im weiteren Verlaufe der gxstngn Stßung m die Berathung mehrerer Nachtrags- credtte fur verschiedene Ministerien ein. Poincaré, Republi-
kaner, wandte sich gegen die Übertriebenen Credits, die von-
dem Kriegs-Ministerium gefordert würden, während die Lage kemechgs beunruhigend sei; er schlug der Kammer vor, diese Credits zu ermäßigen. den Ministerien des Innern, der Finanzen und der Colonien vexlangi xperden, wurden genehmigt. Pelletan bc- antragte, mrt Rückiichx auf dix Wichtigkeit der Frage die Be- rathung der vom Kriegs-Mimstßrium geforderten Credite bis ?eute_au§zufeßcn, der Kriegs:Mimfter de Freycinet verlangte ofortige Verathung, die Kammer bcschloß jedoch mit 280 gegen 252 Stimmen die Vertagung bis heute.
Rußland und Polen.
Der Präsident des Minister: Comités Bunge, dessen“
Erkrankun bereits gemeldet wurde, leidet, wie „W. T. B.“ aus St. etersburg erfährt, an Lun encntzündung, _ Dcr Erbauer der Usx_11ri:Ba?)n, Ingenieur Urffati, ist am 21. d. M. nach Odem abgereist und begiebt sich von“ dort nach Wladiwostok. Der Bau der Bahn geriet , der „Si. Yet. Zig.“ zufolge, zxttmeilig ins Stocken infolge er großen Schw1erigkett,_das ersorderli ? BÜUHOlZl aus Sibirien herbci: zuschaffen. Binnen kurzem _ollen die rbeiten an der Kos: lory:Ssaratow-Bahn beginnen; Über die Wolga soll eine Brucke _ gebaut werden. Ferner gedenkt das Com- munwaiwns-Mitxistcrium im_ ; rühjahre die Regulirung des Ton und _1eincr Nxbenslüs e zu be innen. Wie das ge: nanxitc Blatt hort, ha_t sick) einc französiigche Campa nie bereit erklart, em neues Waßerverbindungssystem zwischen em Donez. u_Ud_der Oka anzulegen. Es soll eine neue Schiffahrts- [inie längs i_zem Donez, dem Oskol und der Oka organisirt werden, wobei leßtere mit dem Oskol durch einen neuen Kanal verbunden werden soll. Dcr Verkehr soll auf Dampfcrn von amerikanischem Typus stattfinden.
Nach _Meldimg aus Wiicbsk sind von den Anstiftcrn dcr_ Ausychreitixngen und Plünderungen, die im vorigen August bei der Beförderung von Getreide nach den Nothstandsdistrictcn stattfanden, sowie von den Thcil: nehmern daxan nunmehr _drei Angeklagte, gegen welche die Unter- sizchung _bci dcm Bezirksagerichte geführt wurde, durch- die (Hexchworencn freigesprochen worden. Von 49 in de_rselbcn Angelegenheit dem FriedenSrichtcr iibcr- wresenen Personen wurden 11 freigesprochen und 34 zn Arrest von drei Wyckxn bis_ drci Monaten verurihsili. Viki“ Angeklagte: warcxi nicht erschienen. (Hegsn eine andere Anzahl _von Peysonen, die bei demclbsn Excessen betheiligt waren, soll im April vor dem Appellationshof verhandelt werden.
_ T_cr Gcncral-Gouperneur von Turkestan soll, Wie die „Mask. Ztg.? nytffcn will, die Be ugniß erhalten, solchß_2[usland9r, dlL sich dort als schädli oder gefährlich eeren, aus disxsm Gebiet auszuweisen.
Italien.
Die mit großer Spannung erwartete Debatte über die Eisenbahnvorlage hat, wie schon gemeldet, dem Mini- sterium Nudini ein neues VerirauenSvoium seitens der Deputirtenkammer eingeira en. Denn die am Sonn: nbsnd vorgenommene geheims bstimmung ergab für die Vorlage die bedeutende Majorität von 175 gegen 20 Stimmen. Wie schon in Nr. 58 d. Bl. dargelegt wurde, mindert der Gescßcntwurf die Ilusgabcn fiir none
Eisenbahnbauten ganz crhcblich herab und berührt daher"
vielfach locale Interessen. Aus diesem Grunde wurde er von der Opposition lebhaft bekämpft, die ihrer ablehnenden Hal- tung auch dadurch Ausdruck gab, daß sie den Beschluß der Kammer, die Fragc noch am Sonnabend zu erledigen, zum Voknzgnd nahm, um vor der Abstimmung den Saal zu ver amen.
Spanien.
Die Königin:Ncgentin hat gestern den neu ernannten"
großbritannischen Botschafter Sir Drummond Wolff in Antrittsaudienz empfangen. Wie dem „W. T. B.“ (L_US Madrid berichtet wird, wurden ber dcm Empfange sehr herzliche Worte ausgetauscht. Die Rededcs Botschafters _gab_ den Wünschen für das Wohlergehen des Königs, der _Kömgltchen Familie und der spanischen Nation, sowie der Hoffnung Ausdruck, daß
die guten Beziehungen zwi_[chcn beiden Ländern, wclche“
sich auf gegenseitige Jntcre sen gründeten, dazu bciiragen wiirden, den allgemeinen Frieden zu befestigen.
Die seit längerer Zeit leidende erzogiy von Mont- pensie'r wurde laut Meldung aus I) adrid qestern von einem ziemlich bedenklichen Ohnmachtsanfall heimgesucht.
Schweiz.
Zur Lage der sch1veizerisch:italienischcn „Handel?- vertrags : Unterhandlun en verlautet nach neueren Depeschen der „Frkf. Ztg.“ aus om: cs würden wahrschxinlich in den nächsten Tagen mündliche Besprechungen stattfmdezi, um die leßten Schwierigkeiten zu beseitigen, die dem Abschluffe des Vertrages entge enstehen. _ _ _ _
In dem de_utéchen Kon_fulat in Zurich ist m der
“Nacht vom Donnerstag zum Freitag 1). W. ein Einbruch
der „
Die Credite, die von;
* „ D;, D*b onen di„N. ' . verubt worden e re Lauck) er Zurch
Geld und den Konsulatsstempel
entwendet aben. Sie erklommen die a und drückten
.“ zafolgx ZZ aßpaptere . . „ße ge _ ie beiden _gtoßen Fenster ein wobei sie steh, nach den Blutspuren zu sch 1eßen, stark ver: [chim. Bisyer nahm nian an , daß Socialdemokraten oder Anarchisten die Thäter sete_n; nach _emem_ der Bundesanwalt: schaft ugegangenen amtltchen Be_r1cht liegen ]edoch hierfür biser eine AnhaltSpunkte vor, vielmehr scheint man es mit gewöhnlichen Dieben zu thun zu haben.
Griechenland.
Das griechische Minisierium k)a_t sich, wie Wolff's Bureau aus Athen alxrt, m leßter Zth_ mit der Berathung von Maßnahxnen bk chaftlgt, Wixlche eventuell gegen das Organ des fruheren Mmrfter:Pras1dxnien _Delyannis, die Ikitung „P_roia“, wegen deren antidynaytischer Haltung zu Ergreifen waren.
_ Ramänieu. Tie rUmänifché Regierung hat nach einem Telegramm
der „Köln. Ztg.“ sämmtliche verdächtigen bulgarischen Flüchtlinge auffordern lassen, Rumänien zu verlassen.
Amerika.
Zur BeringSmeer:Angelegenl)eit xvird dem „Wolff- schen Bureau“ aus Washington bericYet, daß sich der Prä: sideni arrison uber die leßte ntwort des englischen Premier: inisters Marquis von Salisbury (vergl. die gestrige Nummer d. Bl.) seLr befriedigt geäußert un_d der Hoff- nunq Ausdruck geßebewha e, es werde dadurch eme baldige VerständiYmg her eigefuhrt werixen. _ _
Zn rgentinien hat die radicals Pariet, wie der „Times“ aus Buenos Aires gemeldet wird, gedroht, fie werde bei der bevorstehenden Präsidentenwahl an die Waffen: gewalt appellircn.
Asien.
Nac!) Über San Francisco aus Shanghai eingegangenen Meldungen des „W. T. B.“ sollen während des _leßtcn Auf: standes in der Mongolei fast 8000 Aufständiyche mit dem Schwcrte getödtet und 500 lebendig verbrannt worden sein. Im Ching-Chan :(Hebiet wären 1300 Rebellen den Kaiserlich chinesi?chen Truppen in die Häni); gefallen: 800 seien nicdkrgcmeßcli, die iibrigen verbrannt worden.
Parlamentarische Nachrichten.
In der thiigen (208) Sißung des Reichstags, wcichsr“
dic Staatssecretäre ])r. v'on Boctticher, Freiherr _Don Malßabn und Hollmann sowic der_ Königlich preußische Kriegß-Minister von Kaltenborn berwohnten, wurde die dritte Berathung_ des Entwurfs cines Geseßes, be: treffend die Feststellung des NeichßhauShalts : Cinis fiir das Etatsjahr 1892/93, in Verbindung 3._ mit der dritten Beratbun, des Entwurfs einxs GULHTÖ, betreffend die Aufna)me einer Anleihe für Zwecke dsr Verwaltungen des Reichsbeeres, der Marine und der NcichSeisenbaann, und in Verbindung mit 1). hcr Bx: rathung des mündli en Berichts der Commiffton fiir _dic Petitionen, bciref'cnd ie («höhung dcs Tabackzolls (Berrcht- crstaiter: Abg. impau) beim Etat für die Verwaltung der Kaiserlichen Marine fortgeseßi.
Bei diesem Etat wurde zunächst folgender Antrag der Abgg. ])1'. Lingens (Centr.) u. Gen. behandelt: _
DLr inchstag wolle b€schlichcm dic vcrbzindctcn ngicrungcn ZU Ersuchen, darauf Hinzuwirken: daß k€n Offiziersn 11É“Mann- !chaften dcs Reichßkycerxö und di:? Kancrlécbcn Marine aii _Sonntaézkn nicht nur möglichste Ruhe vcrschaffi, fonkcrn anä) Zi*1_t__gela1cn Mrde, soweit der Dienst Ls nicht vsrbictet, rcgclmaßig ccm *.Norgcn-Gottesdienst tbci! zu ncbmen.
Abg. ])1'. Lingens (Centu) begründete [einen Antrag damit, daß man auch bei der Nrbcitcrschzzßchßqsbixng dle SonntagSruhe „cregelt habe; dasselbe miiye au fur Heer Und Marine gcßckzehen, da die militärische KrrchcnorD-nung .von 1832 veraltet sei, _ _ _ _ __ _
Commiffar dcs Königlich preUßi1chetiKrie 1Z:Mxm:7_t€rtums, Gcneral-Lieutenank von Spiß erwiderte, da Yaswmge', i_vas dlc Resolution verlange, schon jexzt geschchß (1111 Grund einer Garnisonvorschrifi von 1888, welche die K1rchenorimung von 1832 ergänt habe. .
Staat-ZFe'cretär Hollmann fiihrte (m_s, daß _auch 11521 der Marine schon alles Nöthigc geschehen sci, nmsxcherzi17tellcn, was die Resolution wünsche.
___ Das Ordinarium des Marine:Etats wurde darauf be: Wi igt. _
Bei den einmali eU Au-Hgabcn dss ordentlicbcii Etats dcr Marinevcrwaltung cantraHlen die Abgg._ Freiherr von Manteuffel (cons.), Gra von Behr (Rp.), Dr. 'von annigfen (nl,) und Ginosscn, die _m zwc'itcr Beraihng gestrichene orderung von zwei Millionen Mark __als erste Rate zum an der Kreuzcr:(§orvctic X( unverandort zu bewilligen. _ _
Abg. Freihem' von Mautcufsel ((Wis.) bchiindctc den Antrag damit, daß es fick) nicht um eme Beseitigung'dcr Krsuzer:Corvette X( selbst handele, wenn der Antrag abgelehnt mo_rde, die Forderung würde doch immer wieder _gestslit werdcn 1UUsi'en;durch die Verschiebung auf spätere Zeit wuxde a-ks_o nur eine eringe Zinscnsumme erspart. Dagegen ipuxde ÖW sOfortigc cwilligung der herrschenden Arbeitslosigkeit jtcuchi.
Abg. ])1'. von Bennigsen (nl,) sprach fick) ebenfalls fur den Antra_ mit denselben Gründen aus. _ _ _
Abg. LJraf von Ballestrcm (Senn,) crklaric, daß die Centrumßpartei troß der Vertheidigung der Forderung m
?weiter Lesung durch den Reichskanzler damit, daß die Ab:_
Lhnung tausend Arbeiter dcs „Vulkan“ brotlos machen Und_ die?- wegen der in Stettin [chon hßxksch9ndkn Arbeitslosigkeit zu einem großen Unglück fiihren wurde, iiach Erneuter Beraihung auf dem ablehnenden Beschluß dxr ZYcrtsn chsUng__bcl)arren müsse und wieder gegen dtc___* orde- WUJ stimmen werde. Der Bericht des Ober-Praß_e*_nten UM Pommern Über die Verhältnisse in Sicttm 1er zu 7chsz gefärbt gewesen, Arbeitsloyi keit herrschc_ anxk) Un meien anderen Orten, und das Rei könne nicht emen_10 Ungewohrzlichcn Schritt thun, zu Gunsten eines Ortes Arbeits- gelegenheit auf Reichskosten zu schaffen.
- Staatssecretär Hollmann betonte nochmals, daß der Bau der KreuZer:Corvette1( für die Vertheidigung des Landes dUrcchusék notpvendig sei und die verbündeten Regierungen
en größten Werth darauf legten, daß dcr Bau
sofort in Angriff genommen werde; Der _ Staatz",- secretär begründete sodann noch aus terschen Grunyen dle Nothwendigkeit der Forderung, namentli unter Hinweis dar: auf, daß eme Anzahl von den vorhandenen Kxe_uzer-Corvetten wegen Unbrauchbarkeit auf dem Aussterbeetat standen. _ _ _ Abg. von Kardorff (Rp.) brachte den von funfzig Mtiglicdcrn des Hauses unterstHßten Antrag auf namentltchc Abstimmung über den Antrag anteu_ffel em. _
Ahg. ])r. Barth Ldfr.) sprach sich gegen die Forderung aus, die seine Partei a lehnen werde. _ __
_ Ab, Graf von Arnim (Rp? [yrach die Zustimmung seiner 5H„artci zu dem Anfrage Man eunel aus.
Ab . ])1'. Dohrn (dfr.) erklärte sich gegen den Antrag. Der O_er:Prästdent von Pommern sei über die Arbeiter: Herhältntffe nicht richtig unterrichtet gewesen; von eincm wirk- lichen Nothstand könne keine Rede sein,_denn dcr „Vulkan“ habe noch bis in den Sommer hinein Ve1chäftigung.
L_lbg. von KoScielski (Pole) sprach im Namen seiner Partei für den Antrag Manteuffel.
Abg. Rickert (dfv) erklärte sich chn den Antrag und legte dq cg_en Verwahrung ein, daß die egncr der Forderung de_r _?bsl tltchcn WehrloSmachung ch _Vaterlands beschuldigt mur en.
Tie Abgg. von Henk ((Mi.) und Frxihcrr von Stumm (Rp.) sprachen für den Antrag Manteuffel. (Schluß des Blattes.)
_ In der heutigen ('8.) Sißung des Herrenhauses- weichxr der Vice-Präsident dcs Staats-Ministeriums, Staats- Minister ])1'. yon Boetticher, der Ministkr des Innern Herrfurtk), der Justiz-Ministcr ])1'. von Schelling, dcr Finanz-Minister ])]: Miquel, der Minister fiir; L_and: wirihschafi :e. von Heyden, der Minister der öffent- list Arbeiteri Thielen und der Minister der geist: li cn U. s. w. Angelegenheiten ])1'. Bosse: bciwobntkn, wurden die Gsfeßcntwürfc 1) zur Ergänzimg der Gescße betreffend das Rubechhali der emeritirtcn Geistlichc_n vom 15. März 1880 und betreffend die Fürsoch fiir die Wittwen und Waisen der Geistlichen cr evan- clischcn Landeskirche in den neun älteren JZrovinzen der Monarchie, vom 15. JUN _1889 und 2) betreffend die Sterbe- und (Hnadenzeii bci Pfarr: stellen, sowie die kirchliche Aufsicht iiber die Vcr- mögenSvcrwalinng dcr Kirchengemeinden inner: bald der evangelischen Landeskirche der älteren Provin 811 der Monarchie gemäß dem Antrqc dxs Berichterétattch, Wirklichen Geheimen Raths von [Zist- R eZ () w in der vom Hause derNbgeordnetenbeschlossenen Faßung in einmaliger Schlußbcraibung ohne DiScussion angenommen. Ueber die Petition der 'Woftsr- und Linielermarscher Deichacht mn Einstellung eines ihr als Darlehn zu gswäh- rendsn Betrages von 1181000 „FC: iii den Staatshaushalts- Etat für 1. April1893/94 behufs Vcstcinung des in der genannten Deichacht belegencn Sccdciches beantragte der Be- richterstatisr _ Etat und fÜr Fivanzangelcgenheitcn, Ober:Viirgermeifter Zweigert zur Tagesvrdnung überzugehen. Hierzu crklär_te der Finanz-Ministcr O1“. Miquci, die Über Erxvaricn große Mehreinnahme aus der Einkommensteuer bxweiw die Noth“- wcndigkeii der SteUcrreform, um die bestehende Doppel- bcsteuerung im “Staate zu beseiiigen. WEnn der Staat die Realftcuern der Gemeinde überlasse, müsse eine Reform der Gemeindcbcsteuerun vorangehen. In der Form der Erhebung der Ncastcucrn köngc den_ Ge: meinden volle Freiheit gelassen werden, nur miizse das richtige Verhältniß zwischen Personal: imd Ncalstcucrn fcftgeseßtwerdcn, damit nicht zu hohe Zuschläge zur Pkrsonalsteucr dien: Staats: steuer wieder demoralifirtcn.
Das Haus beschloß emäß dcm Anfrage der Comnnmon.
Darauf wurde die Äcrathmig ch SiamtEhachbalsS-États fBiir 1892/93 bei der Specialbcxaihung fortgesetzt. (Schluß des * lattes.
_ Dcr Nachirags:E1_at über die _stxqtcgischen Beihncn ist gestcrn Abcnd von der Budgcicommxsyion des Reichs: tags gcgen zwci Stimmen (Sscmldcmokratcn) angenommen ivorden.
_ Die WahlrrüfnngScommission dcs Rsichétags beantragt, die Wai)! dcs Abg. Lucius im vikrtcn Wablkreiye' des Ncgicru11„§bczirks Erfurt, übc'r die in dcr Siyung vom 11. April 1891 dic Enis eidung bis zum Eingang weiterck Ermittcinngcxi aU-chxcyt war, mmmchr für gültig zu erlärM, dagcgen die an dennckch Tags ansg€scßte Bkschlufzfaffung über die Wahl dcs Abg. Von MLUCr- Arnswaldc im Listcn Waidllrkise' dcs chicrungsbczixßs Franksuxt noch fkrnkr üUÉZUsWM, um dic Erm'ritclimgcn zn Ochollstandigcn.
Nr. 13 dcs „Cyntxaliblaits dcr quvcrwaltnng“, [écrausgegcbcn im Mixxistcrtnm dcr ösxentlichxn Ar- beite'n, vom 26. März. bat wigkndkn Inhalt: Villettcolom-Z Grune?-
wald bsi Beriin. 11. Wikia in dcr Hertbastraßk. _ Landungsftslic für Kaiserlichc Salondampfsr bci Syandau. _ Arbeitébild einigc'r Hauptartmi dcs Schneilbrexiißvéntilxé für die: _Einkannusr:Lufxdruck- brcmsc. _ Anordnung größkrsr Berxckpnbbabnböxc. _ Vermijcbtes: Ncubau dcs Domcs in Bcrlin. _ Gcncbmigung und Untersuchung
dcr Dampfkesséi. _ Einfüiérimg Einer EinbciiSzkit in Deutschland. _ Wettbewkrb um einen Entwurf für die Canalisation von Sofia in Bulgaricn. _ Bau dcr (Cbißxiecio Schiffscifcnbabn. _ Paul Schachcri +.
Entscheidungen des Reichsgerichts.
Di? in “kafracbtungsbcdiagungen dcr Transwrtgescli-
? schaftcn cntbaltcnc Bsstimmung: „Hat der Frachtführer laut bcson-
dcrcr Vcreinbaxun, oder laut Hawarik-chlkment dic Haftun für Havarieschädcn ni tübcrnommen, soistjcdeHaftv-rbindli keit kcsfclben,1'icnmg aus 11rsachcn erfolgt sein, aus welchen sie will, QlIgCsCthffLU“ _ befrcit, nach einem Urtbeil dcs Reichs crichts, 1. Civilsknats, Vom 13. Januar 1892, den _Frachtführxr ni t von dsr Haftung für cigcncs grobes Vcrschcn bczw. für das grobc Versehen scinks Vcrtrctcrs.
_ Die Verpflichtungen des Committentcn gxgcn ix_n C ommiss ioxiär zur Erstattung von Auslagkn, chgutung *su_r Arbcitsleistungm und Bemühungen u,dgl. m. sind, nach emcm Urt_bC_tl des Reich§gericht, [. Civilsenats, Vom 16. Januar 1892, xcgclmaßtg am Ortc der Handelsniedcrlassung dcs C_oxnm1ttcnt_en zu erfüllkn und demgemäß aucb bei dem Gerichte _dtZscs Ortes cm- zuklagen. Verfolgt aber die Klage nicht nur Atiypruchc (x_us Com- niisfionsgcsckyästen, svndern auch Ansprüche aus einem [angqun Geschäftsverkehr, welchkr hauptsächlich nach Art des (Hiro- vcrkebrs in Einzabkitngcn bci de'm Banquicr nud m AuÖzabluxtgen für den Committenten gcgcn Checks desselbcn bcstandsn bat, so btldct
dcr Commission für den Staatshaushalts-
regelmä ig die Handelsniederla sung des; Banqxtiers dcn Erf ül u n g_s :* r t, an welchem die nspxücbe _des Banqmers gegen seinen Commtttenten auf Einzahlung behuxs Erganzung des Guthabens cinzukiagcn find.
Kunst und Wiffeuschaft.
Tie Münchener „Allgemeine Zeitung“ veroffentlicht fol- genden Briefwechsel: _
1) Professor Theodor Mommsen an _den _thetxnen Lber-RegierungS-Ratl) und vortraqenden Rath im Ministerium der _qcistltche'n oc. Angelegenheiten ])1'. Althoff in Berlin:
„Charlottenburg, 11. März 1892. .Hockygcchrtkr Herr Gebeimequtkyk _ _ _
Sie legen mit die Frage vor, wre, tch verkönxich _mwh zu_ der xtwaigen rreu'ischen Berufun dks Herrn von Cohauxen m dre News)?- Limi's-Commifion stellen wer e. _ _ _
Ick) darf daran erinnexn,_daß ,ich, als tmr be_1 dsr M1 Jabre 1890 in dieser Angelegenheit nach Heidclberg zu berussnien Coyssrcnz die Ehr? erwiesen wurde, wegen der AuÖwahl_dcr fur Preu en_zu bezcichnenden Persönlichkeit bkfragt zu Werden, *Herrrx von Coauxm dafür in Vorschiag gsbracht habs und daß, wem] drßser, urzd_r_vobl das Publikum überhaupt, sein? Nicht_b€rufun aus n_nch zuruxksuhrt, dic öffentliche Msinung bier wis 10 oft das Hcgsntbeil dcs Nichtigch annimmt. Es War damals im Ministerium maßgkbxnd, daß es bxr dicser Confercnz nicht so sebr darauf ankomm€, die? An elegenbett in Erschöpfendkr Weise sachlich z_U erörtcry, _a_ls dcm [CH_UÜLU urid allgomcmen Wunsch na eincr wichen ab1chlt€ enden Erorterung in möglichst autoritativcr Liss Ausdruck zu _ge cn. 25)st hatte die Vcrirstung dkr bcidkn Akadkmicn Von Berlin Und Munch_cn_ sO-Me dic “des Groß?" Gcneralstabs veranlaßt; und CS hexubte_ lediglich auf der Entschlicßung dcs J,)kinisteriums4 dar; der asiemrgx Bertretsr,_ aus welchen die rrcußischc chierung 11ch glaubte beschraiiken zu muffcn, dsr rbcinisch€n Universität entnommen Wurde, dannt auch derm Stimmc in dieskr Unscr Rheinland so na_[*c bktüßkéiidéttYugelcgenbcrt „zur Gcltung komme. Ich Habe dann wcxtcr b€7rtrkt,_ da!; dcr ne'bm Herrn von (Cobauscn die? Nassauer Untsrxuckyungkn fukdrendq Forschcr Herr Jacobi an “Der (Tonfcrcnz sclbsi mit bkratbcndcr Stimmc zn- g€zog€11 wnrdk, cine chilnaiime, _rvclckxs man Herrn von Cohauysn iclbstvi'rständiick) nicbt antragcn durfte. _ __
Mcincn wissenschaftlichcn Bedenkén gcgen Y_cxxn Von Cohansen s Arbeiten babe ich, lange che an die Litnesccnnxmmon_ €dacht wurds, öff-Zntlicb Ausdruck gegeben, und als iF kürzlicly im N81 _stag dex „Un- dankbarkcii“ gchn kissen Forschc'r bcs uldigt wurdc, nicht umßm gc-
konnt, MLM srübsr (*!*nc Motivirnng ausgßsprochmch Uribeii zu _R- gründcn. Abcr ich habs nic ve'rkannt, daß »Herr Von Cobausxn, nicht MUZ mit Rcckyt, aber auch nicbt ganz mit Unre'cht, kcxn Publkan 3111: ' kit“ als dic crstc Autorität aiif kicscxn GcbZkTE gilt und daß cs insofcrn nabe lag, ibn iii kik Confcrcnz zu [*C- rmcn. Jeb pCrsöniick) würde n*cdcr_ kcxmalx? _Bcdcnken gcbaiJf Haben, mit Hcrrn von Cobauikn gmneimckyastlicky dicjß Angelegkybcu: zu behandeln, nyc!) [*abk ici) icht cin solckycxx Bkkcnkknz xvsgm wrs'cn- schc1ftlich€ Diffcrcnzkn das Zuimnrncnwirksn [*ci gmnctxxszxncn Yk- raibsckxiagim (xn Oerindcrtcn, sc) würdsii 5ai7,[rsichc Comrniiswncn UNd alle Atadmmcn unmöglich wcrkcn. _ _ _
Dcmnach srwiicrc ich auf JHreFragc crgcbcnst,_da§3, wenn Herr Von Cokyauscn in die Reichs-L'meH-Ckmmissimi bcruxcn nzsrden jollte, ich kik von dör Akadcmic mir zugsdachtc _Vcrtreiung zn dcrxklbxn darum kkincswe'g-I abiskncn wcrdc. Erwiichht abcr nxarc cs niir, wcnn gs enükcr dyn irrigcn Anschaunngcn des Publikums meme tliatsäckxli )E Sicilung zn dikscr Angclsgknbsii dcmxklben znr Kunde gsbracht würdc.
In vwrzügiichcr chbacbiung JHr crgcbsnstsr Mommssn.“
2) Geheimer Ober-NegicrungS-Rath ])]: Althoff“ mr Profcffor Theodor Mommsen:
.Bcrlin, 15. Ykärz 1892. «Hocbge'skrtkr Öli? Prvfcffor!
Anf dic gkfälli (' Zuschrift vom 11. d. M. crwidcre ich ancn' Crgcbcnst. das; dic tJntsächlickyc Darlcgnng, MWC Sia übst die? B6- rufung dcr Hkichrgsr LitucH-Conschnz geben, dkm actenmäßigcn Tbatbcstandc durchank; cntspricht uni“ dafl" dic von Jkncn angcrcgte Vsröffcntlichung auch mir mit so Unkédcnk ich€r cricihcint, als dicsklbs boffénilich einkr Vorstänkignng Untcr kkn Ficunksn iss großcn Unter- nckxmcns förkkrlick) icin wird.
In vvrzügiicbcr H(ÄQÖUMJ Jiyr Echbcnstcr Altboff.“
_ In der gcsirigcn, anläßlich dcs SsiftungItach abgcbaikrnmr Fcstiiynng Öls Königlich bayerischen ?kadkmic dcr Wisscnscbaftkn, dsr anch dcr Cnlth-Ministcr 1)r. yon Mülikr béiwvbntc', widmctc, wis dcm „W. T. B.“ «U(- Münckycn bcrickxtct Wirk, dcr Präsidch Profcffor von Pktionkvfsr nakb Eröffnung dcr Sitzung zunächst dem verstorbenen Eßrsnmitglikdc Dom Pedro [WU Brasilien einen ancäcnncndanachruf, wäbrcnk ssiicns dcr Scrrciäre für dis vers 'dencn Klaffkn dcr Akadcmis dcr Übrigsn in dikskm Jahre vxrstor 611811 Mitglicdcr Lhrcndc Erwäbmmg xi€schai3. Hierauf kickt Dirkctor Sskligkr dic Festrede, wclcbc dic aligcmcincn ProleUL dsr Mkclyanik BW Himmels Slbandcitc.
_ Dic Gostbc-Gcsellschaft [UM ikke dicÖjäbrigc kaicrai- vc'rsammlung am 11. Jimi in Wkimar ain Es mag daran Ll'iUUCL'T skin, daß ?lnxrägc', kik Babsi zur Bcratkéung kommen sollcn, sccbs Wochcn Vor dcm 11.J1111i an dcn Vkrstand dcr Gcseilschaft zu richtcn fink.
Mannigfaltiges.
Hamburg. ZUM Untcrgan dcs Dampfers „DLstCT'rV“ (vkrgl. Nr. 7511.76 5,5281.) bcri 1611 die „Hamb. Nachr." Ukch- Folgsndcs: Dcr Damvssr „OportW, vgn Liffabon und Oporto x-ja Rottcrdam kommend, fuhr am "23. d. M. Nacht?? in dichtem Ncbci, sodaß cr fortwäßrknd “Signale gab. Gcgcn ZZ Ubr_Morgcns hörte man dic Ffei 911 zwe'icr andcrer Dsztpscr._ Alle drei Dampfer aut- wortcten estandig mit der DaUWfPsNFL. (xtwa um 4 Uhr gcwabrte man durch dankbcl plötzlich die Nothyi.nalc kinxs dcr bcidexi Datnpfcr._ Dcr „Oporto“ bikit, dcm Schcinc der Signale wlgcnd, soxort auf dcn Dampfer ab. Als man bis anf Sprcckywsitc herangekymmsnwar, böxie man auch deutlich Angstrufc von Frauen und Kindern. Capixän Swan rom „T*Porto“ rief 11ach dcm [»ctrcffknden Dampfer, dsr in- zwischen als dkr „Dcste'rro“ crkanYt war, binüber, ob er Bcistand nötbig Habe“, was bcjakxt wurdc. Kurz darauf kam dann kin Boot kom .Destcrro“ mit eincm Offizier längöscit und c'rynchtk dcn Capitän des .,Tvorw“, in dcr Nähe zu blcibcn, da der „DcstYrro“ schncll 'inkc. (Es stkllie sick) 'ctzt heraus, das: der letztere Dampssr von dcm
ampfcr „Indra“, Cavitän Pavnc, auf der Fahrt von Hamburg nacb Cardiff, angkrmmt _wordcn war. Die „Indra“ Hatte den .Dcstkrro“ mit großcr Wucht an dcr Stcucrbord- skikk gctroffen, uni: dcr gerade Stcvcn dsr „Jndra“ hatte tief in dkn „Dcstcrro“ Hincingeschnittc'n, wodurch cin furcht- barcs Lo verursacht war, infolge dc'ffcn das angeranntc Schiff sicb scbncil fü ie. Es ist als ein Glück zu _bktrgchtgn, das; die ?)Tciscnkc'n rößtc'nthcils an de-r Backbordscitc schlicxcn, wmf wärcn unzweifelhaft ZNcnschcnlcben verloren gegangen. Die „Jndra“ War bald, nachdsm die beiden Schiffe bon einander freigckommen warkn, wisder im Nebel Serschrvundcm Etnm zwei Stunden nach dcm Zu ammenstof; klärte sich das Wetter 'auf und gc'wabrtc xnan auf dem ., porty“ dis in der Nähe ysrbliebknc ,.Jndrax die m_? crstcxem Schifk nabkxte. Pkan tbciltc mit, daß das &chifs fei" schwi'r bkscbadigt xci, namentlich sci dcr Bux? kvliitändrg _cmgcdrückt; bald darauf stYic dic „Jndra“ txrc Fahrt sort, Vermuthlich um