Ministerium des Königlichen Hauses.
Tem Gutsadministraior Reinhold Pilß_ i_n _Sternalis (Kreis Rosenberg O. S.) ist der Charakter als Komglicher Ober- amtmann beigelegt morden.
Justizministerium.
Dem Senatsvräsidenteii, Geheimen Oberjustizrat Lossen
bei dem Oberlande§gericht in Frankfurt a. M und dem 21th- erichtßrat, Geheimen Justizrat Amelung m Rauschenberg ist
Sie nachgesuchte DienstentlaffUng mit Vennon, i_)_em Landrichter Dr. Sieskind in Effen die nachgesuchte Entlanung aus dem Justizdienst erteilt. ' “_ '
Der RechtSanwalt Cronheim in Zchmmm Ut zum Notar ernannt.
In der Liste der Rechtsanwälte find gelöscht.: die Rechts- anwälte JUstizrat Tr. Waetcke bei dem Landgericht in Altonxi, von Wysocki in Tt. Wilmersdorf bei dem Amtsgericht in Charlottendurg und Barilau bei dem Atxitsxiericht in Pinne.
;-iit déi“ Löschung deHRechi§anwalis, Jmtizrais Dr. Waetcke in Altona in der RechtHanwaltsliste ist zugleich sein Amt als Notar erloschen. _, .
In die Liste der Rechtsanwälte und eingetragen: die Recht§anwälte Bartlau aus Pinne bei dem Amtheri iin Königshütte, Dr. Hein (mH Berlin bei d_em Y_lmtßgeri tin Barbi), die Gerichtesaffefforen Dr. Rudolk! Jiny bei dem Kammergericht, Dr. Paeck) bei dem O erlandesgerichi in Königézberg i. Br., Tr. Konrad Rudolph bei dem Landgericht [ in Berlin, Dr. Erich Pollack bei dem Landgericht [11 in Berlin, Dr, Leo Nast außer bei dem Amthericht in Char- lottenburg, zugleich bei dem Landgericht 111 in Berlin, Dr. Karl Bausr bei dem Landgericht in Dortmund, Rosenthal bei dem Athgericbt in Ahlen und der frühere Gerichtsaffeffor Dr. Pohl bei dem Landgericht ] in Berlin. _
Der Landgerichtsdirekwr Tr. Kirsten in Gleiwitz in gestorbsn.
Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
Der Hegemeistertiiel wurde folgenden Förstern verliehen:
Buttsr in Vinnenberg, Oberförsterei Münster, Forstver- waltungsbezirk Minden:
Fiege in Talheim, Oberförsterei Dalheim, Regierungs- bezirk Minden:
Pagendarm in Atteln, Oberförsterei Talheim, Re- gierungsbezirk Minden:
Thönies in Hardehausen, Oberförsterei Hardehausen, Regierungsbczirk Minden.
In 'der Dritten Beilage zur heutigen Nummer des „Reich?:- 1md Staatsanzeigers“ wird eine Genehmigungsurkunde, betreffend eine Anleihe der Carl Zeiß-Stiftung in Jena, veröffentlicht.
Yiehtamiliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 16. Dezember.
Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute vormiitag im Neuen Palai§ bei Potsdam die Vorträge des Staatssekretärs des Reich§marinec1mt§, Großadmiralé- von Tirpiß, dLI Chefe: dec."- Admiralstabs der Marine, Vizeadmirals von Hseringen und des Chef?: des Marinekabinetts, Admirals von MüUer entaegen.
Tie vereinigien Ausschüsse des B u n d_e§ra t s für Rechnungs- wesen und für 3011- und Steuerwesen wwie der Au§schuß für Rechnungswesen hielten heute ZLHUUJ.
Ter Königlich dänische Gesandte von Hegermann- Lindencrone hat Berlin verlaffen. Während seiner Ab- mesenkJeit fiihrt der Legaxionssekretär Kruse die Geschäfte der Gesandtschaft.
Ter Regierungsaffeffor Freiherr Löw von und zu Steinfurt in Haderslcbsn i]! der Königlichen Regierung in Frankfurt a. O. zur weiteren dienstlichen Verwsndung Über- wiescn worden.
Laut Meldung des „W. TB.“ sind S. M. S. „Scharn- ' horst“ mit dem C[)ef des KreYsrgeschwaderI und S. M.
Tpdbt. „d' 90“ am 12. d. M. auf -*.usung-Reede und S. M. S. „Tigrr“ nm 15. d. M. in Tfingtau Lingeiroffen.
Testerreich-Ungaru. .
Tas österreichische.Abaeordnetenhauß hat gestern (aut Meldimg des „W. T. B.“ das von der Regierung vor- gelegte ieéismonatliche Budgetprovisorium mit 276 gegen 180 Stimmen angsnommen. Ein Antrag, das Pro- viiorium auf vier Monate zu bewilligén, wurde abgelehnt. In dsm Budgetprovisorium wird die Regierung zur Auf- nahme eiiiOk Anleihe im Betrage von 177 MiUionen Kronen eräckiiiqt; davon find rund 130 Millionen für Eisen- babnanlagen und 20 Millionen für die Airsgestaltung des Televhonwrisns eingestLUt. Ein Resolutionsantrag des al]- deutschen AW. Malik, in dem die Regierung aufgefordert wird, nnverzüglich eiiien Geseßenxwurf einzubringen, durch den das binier bestébéndé Verbot der Wiederverehelichung katholisckieer Gcscbiedener aufgehoben wird, wurde in nalrnkxntiicher Abstimmung mit 198 gegen 167 Stimmen ab- -' ge e nt.
Hierauf beantwortete der Ministewräüdem Graf Stürgkl) die Jnterveilationen über den Rücktritt des früheren GeneralstabschefS Freiherrn Conrad von .Hößen: dorf und die daran geknüpften Fragen der angrvärtigen « Politik.
Der MinistNrräsikext-fielite zunächst fest, dai“; 'ker Träger der Krone ein dar;!) die Dsrs'affung ihm auskchlirßlich Vorbehalxenes Recht
babe als oberster Kriegsben die erson des 'Cbxfs des Generalstabes, ebenio wie alle anderen militäriéchxn Funkiwnare nach seinem Er- messen auszuwählen. Der Rückmtt des Freiherrn Cynra'kz von_ Hößendorf sei übrigens keineSwexP auf Ursachen zuruckzufuhren, wie sie in verschiedentlichen, insbesondere_' auch auf_ Fragen der auswärtigen Politik anspielendcn vUbllztsüsÖLU' Erorterungen angenommen worden seien. .Die Regierung _ ist“, so fuhr Graf Stürgkb fort, ,in der Lage zu erkiaren, _daZ die Grundlagen der äußeren Politik der Monarchie, wie fie seit gbren wiederholt durch den Miniiter des Aeußern vor den Dxlegatwnen sowie durch meine Amtsvorgänger v-or den_ beiden Hausem des Reichsrais unter der Zustimmung diefer Korperscbaften dargelegt Wurden, auch heute unverändert fortbestehen._ Ich muß es bei _diesem Anlaß neuerlich mit allem Nachdrurk zuruckw-nsen, wenn in per Juterveüation der Sozialdemokraten die Behauptung, „als ob in eiii- ftußreichm Kreisen angeblich gewiße gigen diese traditwknelle „Poliiik gerichtete Strömungen vorhanden wirren, dazu benüßrxvird, emUMYt- glied des Kaiserhauses auf böchsi unparlamxntcznyche Wxne m die Debarie zu ziebeu. Ich betone ferner _nachdrucklicb, L_Jßidte, maß- gebenden Faktoren, denen die Sorge fur dix Webrsakrgfeit der Monarchie anvertraut ist, über _die in, dieser Richtung zu trenen_den Maßnahmen fich in vollkommensten! Einvernebmxn befinden. Schließ- lich möchte ich noch gegenüber einzelnen Ausfuhrungen _der Inter- pelianten mit aUer Beitimmtbeit xrklziren, „daß die auswartta'e Lage gegenwärtig keinerlei Momente aufweist, die uns dier Verpflichtung entbeben würden, die auf die Erhaltung dies FULDLXJS gmcbtete Yolitik der Monarchie mit ruhiger Feitigkeit und mit gehotsner Folgerichtigkeit des Handelns auch weiterhin zur Geltung zu bringen.“
Ter Sozialdemokrat Seiß beantragte_,_über diese Inter- pelLation-Zbeantwormng die Besprechung zu erosmen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. . „_ _ , . .
Tem Abgeordnetenhame M em Dringlichkeitßantrag der Polen zugegangen, in dem das Auswärxtge Amt aux- gefordert wird, bei den *Zignaiarmächten der Wiener KonJreß- akte von 1815 zur Wahrung d_er nunmehr durch die Wsslsche Regierung geiährdeten Unantajibarkeit der Grenzen von K o n g reßv :) [ en Schritte einzuleiten.
Frankreich.
Die Deputiertenkammer nahm in der gextrigxn Ziyung die Verhandlung _über das deutsch-französiiche Ab- kommen wieder auf.
Nach dem Bericht des „W. T. B.“ erklärte der Abg. Vaillant ( geeini ter Sozialist), das Abkommen bedsute das End? kes Alpdrucks cines ieges. Frankreich müffe das Bindeglied zwischen England und Deujichland sein. _DYE nzeiteren trat_ er_ für die (MMW «„ckckan nnd die franzöfixcb-ipanijäde Freunk1chast ein und erbob gegm die kriegerischrn Reden Einspruch, die im leyisn Sommer von gewiffen Mit [jedem dsr Regierung gehalten worden seien. Er tadelti' elcaffé wegen der Rede, die er bei „drr Flotténicbau in Toulon gehalten_ habe. VaiU-ant stelite ierner seit, “daß Deutichland in der marckkani'cbér] Fraaß eine sicb gleicbbieibende Politik getriehkn Habe, während die sranzöfiicbe Politik widerserÖ-Z- wou gewesen isi und ein doppeltré Géficbt gezeigt babe. Der Redner verlas sodann Erklärungen von Rouvier, L_Éon Byurgois und Picbcn, um festzustellen, daß, die Haltang der sranzöfixcben Re ierung ken Erklärungen ibrxc Leiter nicht entiyrochen Habe. Er ma te auf den Wideriprucb aurmerkiam, der zwiychen der yon der Kammer ange- nommenkn _TageSordnung und dsr in_Marokko befolgten Politik be- stehe, und xchlosz, indem er eine vollständigste Jnternationalifierung Marokkos empfahl. „
Der Abg. Ferry, Mitglied der radikalen Linken, gab. ssinem Zweifel daran Ausdruck, ob das Abkommen Marokko von allen politischen und wirtschaftlichen Dieusibarkeitm mit denen es belastet gewe en sei, befreit babe. Zak kritisierte“ die étansel des kommmg, die auf die xn cbt, und sagte, diese Kl usel Deutschland wied * feinen eg in die französi ebe Politik in Marokko hineinfin'ren werde erry bedauerte, daß die französische Diplomatie den Bau der _ ahn von Tanger nacb Fes nicbt zu der Von ihr gewünicbtm _Zeit erreicht habe, da ja Frankreich dock) daI Geld kasür geben werde, und daß die iranzöüichx Inkiiiuie n_icht med_r erreicht habe. Darauf kritisierte kk die KlaiUel, die fich auf di? Eiienbabnen und “die Berggerecbtfame bczirbt, und erklärt?, daß der marokkaniscbc Bodrn mit ssinen Lasten Frankrkicb blikbe, dir_Bod€n_1chäiZe aber mi! ibrem Ertrage ihm Osr- lorsn gingrn. Ferry 1,chl_oß ikine Réde mit der Bsfsirchung, daß das Abkommen n_icht ails Gciabr ciner Verwicklung für die Zukunft Der- schwinden lane._ ngknwärtig iei das beste Mittel, um dem Frieden zu dienen, fich für ilk“! Cysntualirät bereit za balken.
Der Aba. Telakxave, Mitglied der Rrckytcn, griff den Minister- rräs'ikCnten Caillaux an, weil er za vie'l Engegenfommrn Egenüber Deutickoland gezeigt babe, tarelte [zeitig die äaßere P:)!itifS der Re- gierung und wandtc fich gegsn Delcané irsgen seiner Gebeimrsrträge. Zu wickcrkxolten Malm bedankrte er die Abwssenheif res Minister- präsidenten, der im_A_uganblick nicht im Sixzungssaale anwesend sei. Es Uebe in Frankrcich fait 40 MiUionen chauvinistischer Reaktionärc. die die Aufgabe nationalen Grund und Voker"; nicht so leicht binnäbmen wie dir Finanzlevtr. Ohne den Funken m das Pulverfaf; zu schleudern, Hätte man auf dix Enxienkung eines Schik72§ mit der Entsendung cines ankeren Sebines axitworten können Man Hätte dann eincr- ssits cine wenigkr bcrri'ckoe, andetnscits Line weniger unterwüifige Haltung bcokachtet. Delabave führte wcitcr ans, "daß allen eiiroräiicben Zwiiiineiten in Marokko Tür und Tor gcöffnet bleibe, imd bktonie den Wert dsr abgetretenen beietx am Congo Fiir Svanien gtänke die Tür zu einem großen Reiche offen. Als der Nskner Ugiüaux und Rouvicr als Fiuanz-_und Geldieutc binstellte, thÖikkk aUs der Linken d»r Zwischenruf: RéWthiercn Sie die Totcn! Da, Privatzicwiäcbe Tie Stimme des Reiners zsitn'eise übertönten, vkrlisß Dslabavs die Ttibünk mit der Bemerkung, er werks seine Rede am nachsten Taue witsexzén.
Ter Abg. Millerand, der nunmehr das Wort ergriff, iaate, eine _Jres weikegeine Worte leiten: dix Haltung des Landes bei den jüngiien Ereigniiien. _Das Land babe, jo führte er aus, im Vsrlaui der Spannung in Tieikm Sommer einmütig eine Haltung bewahrt, die iar seine Vertreter cine Lehr: und ein Beispiel sein sollte. Die Kammer schulde es ibm, mit der größten Kaltblütig-
xeit _zn vsrbandexn, ohne sich zu _irgsnd Liner Erregung fortreißxn zu [amen und 0an auf andere Stimmcn zu
hören, als die er nationalen Ehre „und der Interessen des Landes. Das Auslank müyie wiffm, das; (I in Frankreich gegenübkr Fragen der auswärtig-xn Politik weder in der Kammer noch im Lande Parteien gebe. Der Redner erklärte sodann, daß er cntschisken für die Annahme des Abkommens sei, und sub! kann fort: Frankreich er- bakte das Protektorat über Marokko unter Bedingungen, die die Kammer prüfen werde. Sei das Protektorat zu teuer bezahlt worden? Habe man es vorschnell gekauft? Man konne karüber streiten, aber yicmany würde zu bebauvtcn wagen. „das; dieses Protektorat tür Frapkrkich _ nicht eine thxvendtgkett sei und nicht der Tradition 1einer Politik entipreckxe. Die Politik der Revublik „kenne wohl die Größe und Fol Nichtigkeit ihrer Zie_le. Niemand könnte dafür eintreten, daß Fran reich, nachdem es kieies Protektorat erlangt habe, es wiedkr auxgsben könnie, um zu verjucben, es morgen wieder zu erlangen. Der Entschluß der Kammer,_ daß Abkommen anzunehmen, mfzne sie dazu führen, keine Unklarheit iortbesteben zu lasen,_dam1t„ die Regierung morgen stark ge_nug sei, um aus diejern diplomatischen Instrument den größtmöglichcn Nuym zu ziehen). Die Abtretung eines Teils des.? Congcs sei für Frankreich eine xrausame Ver. stümmelung und ein empfindlicker Verlust. Man _bgbe Befürchtungen über die Absickxten Deutschlands gebkgi- WM! dl€1e beiden Zipfel? » babe man gkftagt. Der Minisier des Aeußern habe die Kammer "darüber beruhigt. Was die Zukunft des belgischen Congos betreffe,
so tei es unbegreiflich gewesen, daß man über dieses Gebiet habe der-
fügen können, ohne Belgien zu befragen. Die Aibtung vor demRecbt ker Neutralen müsse ein ngptgrundsaß der französischen Politik bleiben-Dßtankreick) bemeüe dic VekpfiickZtungen, die L_gegmüber den anderen ächten habe, nicht nach der Große ihrer militarischen Macht. Nach dem groFen Opfer, dax Frankreich „im Congo ebracbt habe, könne es Deu cbland in keiner „Form eme weitere nischädigung zugestehen. Deutschland könne nicht außer dem CongovertrÉg noch obendrein in Marokko Sonderretbte verlangen. Durch den MX werde in„Marokko die wirtycbaftlicbe Gleichberechting eingefüb Die deunchen StaatSqngebörigen würden dieselben echte enießet wie die aller anderen Nationen. Nicht weniger und nicht meFr. Die Marokkanische Staatsbank bleibe ohne Zweifel besteßen, aber Frank- reich habe darin eine besondere Stellung. Man werde die Mithilie der Zeit brauchen, um das Land von den fre'mken Einrichtungen zu befreien, die sich dort befänden. Das Abkommen werde __sein, rr_a§ Frankreich daraus mache. Seine Aktion in Marokko müUe klug i_ein un_d Züri? nicht einer Eroberung gleichen; es müffe sicb hüten, eine xurchtbare Revolte des Volks- empfindens betrorzurufxn. Das Verhältnis zu Spanien müsse auf Yer Grundlage Yes ge1chloffenen _Abkommens mit Rückficht auf die ipäiern Ereignine in Wahrung_ irgnzösischet Interessen, aber ohne Preisgabgder berzlichen_ reundtchaft geregelt werden. Nur werde eine Verständigung zwi] Zn den Mächten unerläßlich sein, damit Spanien Herr in seiner Zone blkibe. Millerand erklärte weiter, ck 1€i natürlich, daß England fich in die Verhandlungen gemischt babe. Er würdige die_Fieundschaft Englands, aber das eigene Interesse 121 kext gxmeinjame Ma stab der Einzelnen wie der Staaten. EH wgre eme 1chlechte Vor ereitung des Lande?)! für furchtbare Möglich- keiten, subr Millxrand fort, wenn man es mit Hirngespinsien binbalten xvollte. Franerich dürfe diejenigen, die itz schweren Stunden an 1ciner Seit_e geitandßn hätten, nicht enttäuychen. Es müsse seinen erundscbasten unk irinern Bündyis, dix gegen niemand eine Spive ÖZUM, trau bleiben. Miüerand Wrack) kodann feine Befriedigung über die Vertragsbestimmung aus, die iür isn Fall yon Streitigkeiten die Anmmng drs Hauser Schiedégerichtsboies in Aussicht nehme. Das i)?W€11_€,_ daß Frankreich keine Hintergedanken habe. Der Friede is_i für Frankrsicb das sicherste und das er- wünsckzteste Mittel . zur Entwicklung Leiner Ideen. Aber es Verstehe darunter mcht den Frieden ohne_Ehre und werde ihn nie darunter erstebrn. Jm Vertraue) aus 1eine Stärke, fieber seiner Frcund1chart§n und seines Bundniiieß, weil die reunde und der Ver- bündete rrußtßn, daß auch i_"ie (_:_us Frankrei zählen könnten, sei Franxr-eicb (;_[NÖCUUUZLU entjchlonen, die_ Rechte anderer zu achten und 18111611 eigenenR-ecbten Achtung zu reriebaffen. Es werde diesen Vertrag halten, Mit dem „sorglicben Bemühen, alle Konfliktémögl' keiten zu vermerken, aber mit dem Entschluß, aus dem Vertrage a : gegebenen und nüslicbrn Folgerungen zu zie ,.en.
Die Beratung wird heute fortgeseßt.
Rußland.
Die Reichsduma beriet gestern in geheimer Sißimg das neueGeseZ,urNege1ung der Wehrpflicht. Wie „W. T. B.“ meldet, [esnte die Duma mit 150 gegen 70 Stimmen einen OppofitionéI-antrag ab, die Webrpflichtvorlage an eine be- sondere Kommission zu verweisen, und ging zur Beratung der einzelnen Artikel über. Tie Abstimmung über eine Tages- ordnung wurde auf die nächste Zißung vertagt.
Spanien.
Der französische Botschafter Geoffrai) hat gestern, wie „W. _T. B.“ meidet, abermach eine Unterredung mit dem Mininex des Aeusern Prieto gehabt, der auch der englische Botschafter beiwohnte.
Portugal.
'In dxr Deputiertenkammer hat gestern der Marine- minister emen Geseßentwurf, betreffend die Erneuerung der Flotte, eingebracht.
Serbien.
Tie qup1chtiiza _hat in ihrer gestrigen Sitzung das Budget de_s Minineriums des Aeußern angenommen.
Jm'LZUse drr Debattx Hatte der Vkinisterptäfikent Milo- wanowrtxcb aus die_ AuHUibrungen des Vorredners Novakowitscb, kes Führers der Ferticknirtépartei, laut Bericht des „W. T. B." erklärt, die axlgemeine Lage sei derart ernst, daß niemand wissen könne, Jie, 112 sich im Frühjakr-x gestalten werdk. Deshalb müffe Serbien vorsichtig sein wie Bulgarien und Griechenland.
Für __d_ie Balianstaaxan _icheine es i_rünschenSwert, daß die euroramcben Machte mb in di? Balkansragen nicbt einmengten.
Geqxnübsx dcr _Bebauvtung rss Fcrtscbtittlch Marinkovitscb, rer serbncbe König !ei _in Paris mkbr als ehemaliger franzöfiicber Leut- nant _denn als Hkrrycher Serbiens begrüßt werden, was sicherlich in Teut'cbland ungrrn gesekxen n.'crden sei, erklärte der Ministervräfident, daß der _König_Pet„er in Paris als rrscber Serbiens emyfangen wordenjei. Daß hierbei auch die Dienstleistung des Königs im französikcben Heere bervvrgeboben worden wäre. könnte keinen Wider- ivruch in „Serbien erregkn. _A_Uch in Deutschland, wo militärische Tugßndeq in hohem Maße gk1chayt würden, sei man über die Ebrun. ke? icrbiichen Königs nicbt ungehalten gewesen.
Amerika.
Der amerikanische Staatssekretär Knox hat an den Führer der deniokrati1chen Partei im Nepräsentantenhause Underwoord einen vom „New York Herali)“ veröffentlichten Brief gerichtet, in dZm er, „W; T. B.“ zuwlge, eine Bevollmächtigung des Präsidenten Tast zu d_urchgreifenden Tarifmaßregeln fordert, u'm der_unter1chiedlicben Behandlung ein Ende : machen, die _gewine fremde Länder der amerikanischen EinfuJ-r noch _angedeihen ließen. Knox führt Beispiele einer solchen unterichiedlichxn Behandlung seitens Belgiens, Deutschlands, Jtaliens,_ Oenerreich-Ungarns, Portugals und Bulgariens an und empnehlt dic Anwendimg von Vergeltungßzöllen, um ihr entgegenzutreten. In einigen FäUen werde es vielleicht not- wendig sein, Zuschlagözölle von 5 bis zu 25 Prozent auf einige Artikel zu legen, oder man könne die _esamte Ausfuhr einer Nation nach den Vereinigten Staaten hößeren Süßen wie denen des bestehenden Minimaltarifs unterwerfen. In “äUen schwererer Art könne sogar ein Einfuhrverbot notwendig e'm.
Afrika.
Wie „W. T. B.“ meldet, lagen gestern aus Tripolis, Ainzara, Tadjura iind Harris keine neuen Nachrichten vor. Kundschafter_ und Flieger benätigen, daß das Gebiet nördlich von Azizte fast völlig vom Feinde geräumt ist. Ein Teil der Türken soll sich in Gurion, ein Teil in Azizie befinden.
Die „Agenzia Stefani“ teilt mit, daß der türkische Kriegs- minister eine Depesche des Kommandanten der türkischen Truppen in Benghaii veröffentlicht habe, die besage, daß die Italiener Dumdumgeschoffe und andere Erploüvgcfchoffe verwendeten, die durch die intcmationalen Uebereiiikommen verboten seien, Diese
durch den türkischen Minister veröffentlichte Nachricht entbehre aber jeder Begründung.
Koloniales.
Die neue Regierun sstation auf d'en Admiralitäts- inseln ( eutsch Neuguinea).
Die von der Schußgebietéverwaltung schoii lange angestrebte Er- richtung einer Regierungsstatiou auf „Y_Admixalitatsinseln isi, nach- dem im Etat für 1911 die Mktel hierfur beMlligt waren, nunmehr vemirkl' t worden. Durch Bekanntmachung dW Gyuverneurs von Deutsch euguinea vom 1. Oktober d. J. wurdey die'Admirali- tätsinseln und die Westlichen Inseln, die bisher zu_ dem Bezirke des Bezirköamts Rabaul _(Neu Pommern) ge'hor-ten, von diesem abgetrennt und zu einem neuen, selbstandtgen Stationsbe irk verein" t. Die neue_Station_Wurd,e _am 25. Okiobxr d. I. am eeadler afen, im Osten dxr Haupnnkel dsr Admirali-
Sgrupye, errichtet; sie führt der_i Emgelxorenennamen der Ad- aitalitätsinseln Manus als amtliche Bezeichmxng. Das_ PersZnal 'der Station besteht aus einem Stationsleiter, einexn Yolizeimeiiter, einem Sanitätsgebilfen und fünfzig eingeborenen Polizenoldaren, Die Station ist dem Gouvernement unmittelbar untoxrjtellt. _ _
Die Admiralitätsinselrx sind etwa 2300 (ck11) Skyy: die eingeborene Bevölkerung wird auf extra 30000 Sxelen escbaßr. Die Eingeborenen find den übrigm Stammenieé Bisinar “AYÖWLW an eisti er Befähigung überlegen; fie sind )xdoch noeh Kaqgibaletx und icht ?riegeriscb. Blutige Stammesfelyden xowre Uebexgrixik aui die in ihrem Gebiete aniässigen Weißen und derep_Arbett_er w-areri bis in die le te eit binein an der Tagckordaung. _ Dieke Zrzstande behingten szlrei trafexpeditionen, die aber, da O_ie Schuldigen fich net? in das undur dringliche Innere der Inseln zuruckzygen, einen_nachalti_gen Erfolg ni t haben konnten. Der neuen Station, die aui _ken Jmeln selbst festen Fuß fassen kann, „ wird es eher gelingen, isn Lanerixden herbeizuführen. Daneben wird es die Hauptaufgabe der Station icin, die Eingeborenen noch mehr als bisher zurArbeit auf deri Pflanzungen der Weißen geneigt zu machen und_ibre 21ng P;:Zdirktxon zu heben. Ja den 1 ten Jahren hat sich aus den 5lemirzilitcitsin!eln eine rege Yftanjungstatigkeit entwickelt; besonders die Firma x_Iernsbeim u.
o. in Matupi bat umfangreiche KokoHvaimyflanzungen angelegt und unterhält mehrere mit je einem Euroxaéx che tesSta'rirnen. Es ist anzunehmen, daß diese Entwicklung raxcb fort! reiten wird.
Die Westlichen Jnieln, die ebenfalls zum Gebiete “cer neuen Station gehören, liegen norkwestiicb von iYen Admiraliätsinseltx und umfaffen mehrere kleine, auf einen we Ln Flächenraiim zerstreute Jnselgrupyen, die zusammsn nur etwa 100 (ck15 groß Und und von einer schwachen, dem Aussterben verfallenen _Emgebxrenenberölkkrung Wohnt werden. Der größte Teil der In'clrx ist _Eigentvm der Km:: Heinrich Rudolph Wahlen und Von Dik'ex mit Kokcsvalmen
stanzt. Der Six; der Firma befindet sich aus Maron in der
Hermits-Grupre. (Deutsches Koicnialblatt.)
Statistik und Volkswirtschaft.
Die deutsche überseeische Ausirandergng im November1911und in dem glkichen Zeitraum: des Vorjabrs.
Es wurden befördert "deutsche AuZwanderer im Monat November über 191
1 1910
Bremen . . . . . . . . 846 1127 Hamburg . . . . . . . 404 767 deutsche Häfen_ zusammen . . 1250 1 894 fremde Hafen (wweit ermittelt) 231 272 überhaupt . . . 1 481 2 166.
Aus deuxschen Häfen wurden im November 1911 neben den 1250 deuticben Auswanderern noch 20696 An ebörige fremder JUWSMÖWM; davon gingen über Bremen 10 00, uber Ham-
g .
Zur Arbeiterbewegung.
In der am 6. Dezember in Dresden unter dem Vorsitz des Landtagsabgeordneten Dr. Föpkel-Leipzig abgehaltenen Vorstands- ftßung des Deutsche:] “ ndustrieicbußverbandes wurden 65 S_treik- und Ausiyerrungssälle mit inssesamt 131410 ausgefallenen „Manntagxn auf Grund des Berichts der mit dsr ein- gehenden Prüfung beauftragten Kommission als_ €niichärigungsberechiigt anerkannt. Die Beratung dxr übriBn Gegcnxtände Yer Tages-ordnung mußte vertagt werde:). Dem kutfchen Jiiduitrießcbußverbande geböron zurzeit 52 induitrieue Arbeitgebcrrerbänke, dargnter 12 Reichs- nnd 20 Landes- oder Bezirksverbände an. Der_Amcbluß mébrerer kekeutender Bran enverkändS steht für di? näcb'ie Zeit in AULsickpt. Die Mitgliekerzal) hat sich auf 2760 Bktriebe mit einer Lohnsumme von rund 230 Millionen Mark gehoben. -
(Weitere „Statistische Nachrichten“ [. i. d. Erften Beilage.)
Kunst und Wissenschaft. '
DaS Museum für Meereskunde ist während der Feiertage cm „2. Weihnachtstage und Sylvester von 12 bis 4 Uhr geöfxnet. _am Heiligabend und am 1. Feiertage sowie am Neujabrétagx g€1chlon€n. Im übrigen gelten die allgemeinen BestimMUngm über kl? öffentliche Wsuchözeit.
In der Deutsch-Aiiatiscben Gesellschaft sprach gestern Odear Jden-Zeller über das Thema: „Meine Durchquerung von OU- und Nord-Sibirien“; ein Gebiet, von dem bisixer wenig bekannt geworken ist. Der Vortragende behandeltexier Retie- abschnitte: die Jlußfabrt von Katscbuga an der Lyne: bis Jakutskx die Schlittenreise von Jakutxk über das Wercbojamicbe Gebirgeszum asiatischen Kältepol unter 67 0 34 “ n. Br., 133 o_- 51“ ö. L.; kl? Fabri von Wercbojansk durch die WildniY zu den Uierrr" Yer Kolping und scblieszlich die Durchquerung der Tichuxtsckpen-Halbiniel von Ntshny Kolvmsk zur Beringvraße. Er bat die REUS unter ganz außer- ewöbnlicben Umständen zurückgelegt. So mixt. er_ nacheinander Flößerknccht auf der Jena, Begleiter ?ck POllZEjst, Von Wer- chojansk, Hilfepostillon, und bei Bewaliigqxig der viertrn Netse- etavpe arbeitete er als Knecht unter den bUdnzichen„_nomad1_finendm Tscbuktschen. Es liegt auf der Hanix, raf; en) Renenxer, indem er "ck den jeweiligen Verbälkniffen anpaßt und niit den Eingeborenen in en sie Jüblung tritt, auch eine genaue Kenntnis von Land un? Leuten
(I zu eigen macht, und so bot denn auch der Vortrag viel neue
'nzelbeiten über das Leben in jene'n fernen Gxgxnkext. Der 3000 Werft lange Weg Irkutsk-Jakutsk ist ohne Schwierigkeit zuriick- jule eu, davon etiva 300 Werft zwi? en Irkutßk und ercboxanYY im Poi gen; von dort fährt man an dem Pondamvfer uber, Witixisk nacb Jakuték. Während des Winters (Mitte, Oktober, bis Mixxe April) wird die ganze Reise mit Pferdekcblitten aus, „dem Ene yer Lena in etwa 10 Tagen zurückgelegt. Von L_mesk aus tft Gelegenheit, den Witim mit einem Dampfer _au artßfabrend, die ostfibirische Goldgräberzentrale Bodaibo „zu dem xn; die Gold- Fvben arbeiten dort mit den neuesten Maschinen und tbr Betrieb ist
bnend. Ein anschauliches Bild entwarf _der Vortragentze von
akutsk, dasimter dem 620 n. Br. liegt,_ als außerster Vorpoiien der
ivilisation zu betrachten und berühmt ist als Stapelplas fur alle aus Nord-Oft Sibirien kommenden wertvolle)! Felle; Z_n Jakutsk werden auch die Reniieffarawanm zusgmmengeitellt, dte_wabrend „des Winters in monatelangen Märschen uber das wercbosamscbe qutrge und unter Ueberwindung des 1600 m hoben Tukulgnpaffes bis zu den Ufern der Jana, Jndigirka und Kolvnza vordnngen und alle Niederlassungen jenseits des Polarkreises mit Nabrungßmitteln_ ver- sorgen, denn über Jakutsk hinaus ist Ackerbaxi n_icht mehr moglich. Der Vortragende schilderte verschiedene Völkerxcbaxten, dxren Gebiete er durchquert batte, und entwarf ein recht gunstiges Bild von den Jakuten, jenem großen ural-aliaifcben Stamme, von dem fich auch
die Tataren ' en. Wir finden sie „Mischen Jahissx und dem nördlichen GYM fie find im weientltcben Viehzucbter un? Händler; die von ihnen gezüchteten Pferde und Renntiexe werden mit
orliebe gekauft. In dn Nähe des «meeres treiben, Je auch Fischerei urid find Hundezüchter- Der Vortrageyde [WZ kann die Jakuten, Tungusen, Lamuten iind Juxagiren an den Hörern vorüberzieben und diese in jener „Hutten „und _Zelxe eintreten. Er schilderte, wie er mit ihnen die Wildnis durchftreiit und an ihrem schweren Kampfe ums Lehen textlgenommen babe; er führte in Gebiete jenseits aller Kult'ur, rz'o die Baume imme_r kleiner und kümmerlicher werden, bis in_ *le Picbaunberge, wo selbst ein armseliger Strauch nicht mehr gedeihen kann, und wo er, vom Morgen bis zum Abend auf Rennnekscblittetx „durch die Einsamkeit ziehend, sich mit Yomaden dem Os1ende S1btrien§_ naßérte. Eine große Zahl vvrzügli rLicbtbil'ker gab dem Vortrage SMS iriUkommene Ergänzung, ,
Literatur.
Der kürzlich erichienene 149. IUÜFSUJJ UTG 01779] [(den Genealogischen Hofkalenders nehit kli-[OZTTZLUich-UQUUUÖLM Jahrbuch bringt die Bildniffe des sPMZÉÖW KOULZÖUIMLÖ _nnd des Prinz-Regcntkn Luitvch won Bayern LMM YFZ TLZ Verstorbenen russischen Ministerpräsidenten Stollxvm. _ Eine gayz€_ Reibe füritlicber Häuser wurde in die 111; Abtxilyxig iss Hyikalsnksrs neu aufgenommen: die neuen oftexrreichixckykn FÜUTLU Ven Thun und Hohenituin und von Weierxbxm); dsr ungarische Fürst Festetics von Tolna, _dte itglxenikäxen Casteicicala uni: Monteleone iiiid-enklicb die polnischen Fariten Puzsbua (Kozielsk). “Fm Gsbilds der Staatén Europas und der _andsr-Zn _Weltteile traten feine wesxnilicben abgeschlossenen Aenderungxn tm ablauiendcn Fabre ein, xie im Kalsndér zu berücksichtigen gevasen w-Zrén. Dis kivlomati1chen und statistischen Angaben konnten für alle Landsr der Welt, mit Aus- nabm€ von (Cbile und Spanien, von densii Angakén nicht rechtzeitig eingingrn, Figänzt werden. Wohl iioch n_ie konntsn in einem Jahr- gang drs sxoikalsnderZ die Ergebnisse W _ zaklreicbsr fast gleich- zritiget Volkszählungen Vorgelegt werkxn irie in diciem Jahrgang. Mitqeteilt konnten werden die Ergebnme der Zählungen im Deutschen Reichs, in den Vereinigten Staqxen Von'Amsrika, in Bulgarien, Tankmark, _Großbritannien, Briiistb Indisn, Britisch SÜd-afrika, Canada,AU1tra[ien Und einigen kleinen Kolrnikn, LUx-xmburg, Mexiko, Ncmegsn, OeitZ-rreich-Ungarn, Schweden, in der SÖWE'LZ- in Spanien und Kreta. Von China lagen noc!) nicht die' Er, gebnins aller Provinzen O_qr; _von Italien und erbisn konntsn erst 'die vorläuägén Ergebnine für den ganzrn Stagix uur fiir die Provinzialbaurtstädts mitgeteilt Werder). Noch nicht isirgrireüt Waren die _Erge_bniffe der Zählun en in Belgien„ in Frankr-éich und in isn meiiten ieiner Kolonien. rafilien bat die_1ür 1911 geplante Zäblimg hinausgeschoben, wäbrend über die beabsichtigte Zahlung in Argentinien nichts zu ermitteln war. Ueber die Firzanzen; ken Handsl und Ver- kehr der einzelnen Staaten konnte ein 19 umsangrsiäxs Mxtrriax neu Mrarbeitet werden, daß nur wenige der ältrren Angaben itsbén gs- blieben find.
Tsr 85. Jahrgang des TaschenbUch§ der Gräilirhen Juiai“, gcicbmücki mit de Bilde des Gcnsralieldmaricbaüs Alfred
aien ron Schlisffen, konnte durch Arxiksl iibcr die Gräilickxsn HäU'Zk Horn, _Hülsen (Hülsen : Haskeler), 111. Linie, Krockow, Laönvav, C., Narri : Mocenigo und Podewils = Dürniz bercicb-crt werden. Die Redaktion des Tasckoenbucbs weist darauf bin, 13? Berichtigungen und Ergänzungexi jederzrir sntgegsnzsnwmmen und ohne ErlegunZ einer Gebühr aumxnomm-xn werden. Auch die Einsteliung neuer Familien erfolgt vollständig kostenloZ, srbalr die den Graientitel begründende Urkunde im Original Oker iii beglaubigter Abs riit rorgelegt wird vorausgeskßt, dar“; T_is Erbebung in den Gra enstand 1:er feine Änerkennung _bezw. Beitätigimg durch einen deutschen Fürsten „bezw. eine deutich zuixändige Behörde (Oester- reich einbegrinen) eriolgte.
Jn_dem 62. Jahrgang des Taschenbuch der Freibetr- lichen Häuser, der mit dem Bildniffe des Generals dsr Infanterie Freiherrn von Plxttenberg geschmückt ist, wurden Artikel über folgende
amilien neu ausgenommen: Beschwiß, 11. Linie, - Beust, ]. Linie (Wiederaufnahme), - MüUMheim-Recbberg, s., c„, - Münchhausen, 3. Weiße Linie, ]., - Schleinitz, ll. Linie, - Schwarycnberg und Hobenlanisberg, - Tbaxonai, - Ungern-Sternbsrg,14. Fiir B2- xichtigunßsn und die Autnabme neuer Familien geltkn disselben Be- !timmungsn, die oben hinsichtlich des Taschenbuch? der Gräf1ichen Häuser mitgeteilt worden find.
Der Vorlie ende_13. Jakrganß kes Taschenbiich ker ur- adeligen Häusier iit mix drm Bi knis des Admirals von Holßen- dorff gsscbxnückt. Der Britand wiirde durcb Aktikkl iiber sieben in ihrem Pericnalbejiand zum Teil _1ekrr umfangreiche Géschlkchter Vcr- mcksrt. Es sind das die kizrlänriicben Behr, die uckermärkiscbcn Burk), die Gagern, Prsxn, Saliich, Unriib und Vietin Hoff gen. Schscl. Ziir Aufnahme in daS Uraxiigs Taschenbu ist erfordsrlicb der Nachweis, daß ein fich€re§ Mitglied _des Geschlechts in irgend einer Urkunde vor 1350 genannt worden ist, ferner die Beschreibang des Wapprns, die Aufstellnng rer Ziammreibe (won Vater auf Swim) und die möglichst vollständig? Angabe drs Personalbestandss im 16, 19. und 20. Jahrhundert, auch dcr Zweige, die mittlerweile crlricbcn find. Alle männlichen Geichlecki§mitglieder, dic, obne Nachk0mmsn zu hinterlassen, verstorben sind, LÖSWZJ die Familirntöcbter werdcn nach ihrem Trike nur noch einmal im_T21chenbuch erwähnt. .
Dem 6. Band des Bris'aksligen Tafchenbuchs ist das Bild des Großherzoglich besfiicksn Miizist'ers des Innern yen Hrmbergk zu Vach_vorangestellt. Der in D1§iem Taschenbuch darzitiiellenkc Stoff in dsrart angewackzisn, 1.11; er von diesem Jabre ab in znxei Bände bat zsrlégt rrerken müffen. Aehnlich wie das ?cbon bei dem freibrrrlicbkn Taschenbuch durcbgéfübrt wurde, wird vom Jahrgang 1912 an in die .geraden“ Jahrgänge der ältere Briefadél, in die „Ungrrxken' der junge Briefadel aufge- nommen werden. Als Grenze 37295.“er altem und jungem Brieiakel ist „der 6.211; ust desJabres1806 angeieyt, gn dem das alte Deutsche Reich_römi1 ! Nation aufsslé]: wcrden in. Nach dieser Zeit stand all_en iouveränen deutschen Für!tc:1_kos Recht zu nobilitieren zu, F;??rend dies vorher nur einzclw: 419 Bayern und Preußen) erreicht «1 en.
Es sei s(hlieszli nocb karaiii autmxrksam gemacht, das; jedem Bande der genealogicben TaschsmbixÖYr fur 1912 ein VsrzeiÖnis aller derjenigen Häuser angeheftet in, M lm Hostalender, in den Tascbkn- büchxrn ker Gräflichen, eiberr1ichsm Uradeligen und Briefadelige'n Häujer bisher genealogis dargeitsilt worden smd.
- Mit dem 20. soeben crichisnenen Bande der ,Klaifiker der Kunst“, ker die Gemälde Hans [“El-help des Jüngeren (9 «461 bringt, hat sich die Deutsche Verla,:Iarzitait in Stuttgart ein besonderes Yerkienst erworben. Seit dem_ „(Fricbeznen des eingehenden, zwei- bankigen Werkes „Holbein und !SMC Zetx“ von Wollmann sind etwa 30. Jahre verfloffen; die srätsrxxi_Arbeiten über den Meister von Leitbc'xuser, H. A. Schmid, Knackiyxx_Goette, Maus und His beiaiien fick) i_ucbt mit der gesamten Kumx Holbkins. Da lag ein wirkliches Bedurfnis nach einer neuen Darnsllun vor, die den in den leßten
abrzebnten gemachten Fortschritten Yer ynstqeschicbte Rechnung trägt. er auSgeber des vorliegenden O_olb-xm-Bandes ist der Direktor der aseler Kunstsammlungen, Proiesor'Ganz, einer der besten Holbein-Kenner der Gegenwart. Er gibt tm des Buches neben einer Schilderung des Lebens Holbeins „eine fein ige Charakteristik seiyer Kunst als Maler, ihrer Entwicklung, usgmmenbänge und Wukun en. Der Kunstbistorikergrird in der Darstellung eine Fülle wertvo er Erläuterungen, Zeitbeitimmurxgen und Nachweise finden. 11 252 Abbildungen werden kann die „erhaltenen Gemälde hes eisters Yückenlos vorgeführt; unter ihnen befindet sich eine Anzahl, bisher nicht nachgebildeter, fast unbekannter Werke die, in privaten Sammlungen _ _kes Anstands, namentli En lands, zerstreut, der wiffenichastltcben Forschung ziemlich un- jug ngiicb waren. Ferner sind die ixntergegxmgenen Monuznental- maleteten nach alten Kopien und Streben wiedergegeben; samtliche Stiche des berühmten Kupferstecbets Wenzel Hollar find dazu heran-
gezogen. und ein Anbang'gibt, wie auch in den früheren Bänden der „Klassiker der Kunst“, die Hauptixückc unter den zweifelhaften oder Holbein ?. I. zu Unrechi zugeschriebenen Werken. Die Güte der in- diesen Samzniungen Wiedergegebenen Bilder ist an dieser Stelle wiederholt rubmxnd „berVoFeb'oben, E*Z sei Daher nur betont, “ra? dieser Band ficb'auch in dieset eziebiing den früheren würdig an chließt. YFlJrapbiscben Arbeiten Holbkins sind einem besonderen Bande vor-
en
_ Der 13. Jabrgan des von dem Kai*iiänlyutnant a. D. B. Weyer berauSgegebenen ** aschenbuchs drr Kriegsflvtten für 1912 ist im _Vkrlag von J. F. Lehmann in Münchsn erschienen. Die_Flottenliiten sind in ibm [316 Ende Norembcr d. I. auf “rem Laufenden erhalten: der Bilierteil iii vieliaeb ernruert und vsrmxbrt, Die wichtigsten nzarinc'rolitiicben Ereigniss res Jakres sini: wisker im _2. Teil beirrockyen werdcn. Das Kavitel .Marineartilieris' wurde zum Teiljumgkarbéitet. DSU Abscbnitt .SesinterCFZU“ bat der _Dirsktor kes staatswiffensäyaftlicben Instituts dsr Univérsität Kisl, - 012112: Dr. Harms _Übetnommrn. Das mit 925 Schiffsbiikern, c-kiz„zen und ScbatTSm'iiisn ausgkstattsts TaiÖenbUÖ kost€t gsb. 5 „46.
Jagd.
Dienstag, den 19. d.M., findet Königliche Parforce- jagd itait. Stelldichein: Nachmittags 1 Uhr, auf dem nge von Siaaken_nach Täberitz am Sicherheit§srand 1. Der ZUJ, ab Berlin Lehrter Bahnhof 11 Uizr 10' Vormittags nach DaUgow-Döberiß Und zurück, verkehrt nicht mehr.
Theater und Musik.
Driirichss Tbkatsr. Man Mik"; nickpt rerbt, war 8? ein Erfolg OKS: Mißerfolg, den das Drama „Tiiizißrs' ron Ftir: rrri Unruk, :.? skirern “311111 ersten Mal? auf dsr BMW M Tsxiichxn Tk-smérs SkiÖién, dawn- trug: Klaticber und Zi'chr warkn zi€mlich gieick) VSLTLUT. Jnkéffsn den kritischsn Beurteilen“ rss Stücks kati daß irsnis ksksrmmsrn, ibn ZLÖT mir das Wékk als solche.? (in unD di? Frage, [35 SZ HanUngsn zu Merken seignei ist vier nicbt. Dirie Fragx ist tro KULT Fsßlkr, die diese !rstlingsarbeit «Uirreist, enticbisksn zu ??jaksn, weil ihr VersaffN die WM mit den Augen BLZ Dichtkr? an*"isbt. Lb fkkilicb skins Lorbesren ani dramaiiickyxm Fxlks waÖien wxrken, läßt fich beute noch nicht ermeffsn: da? wird karxn akbänzsn, rb sr die Meiiterichaft, die in der Bxichränkan lith, rrlaUgsn, Ober ka; ruin Handwerkliche der dramatischn Kunst fi „ zu aigxn machM wird. Nr*:!) strebt er in die Breite, verlisrt sir!) in der AbfiÖk, möglichst [ebrnsgstrsu zu schildern, in umständlich? Einzelbxitsn, schwel't ZUrrSil-Ln gamze Akte lang in Stimmungkn, di? swb, so tisi fi? aii emriundsn sind, ihm imbswußt, aui der Bübné in lange, [sers Zirxcken rerwxnxeln und Die Sehnsucht nach “dem Retstiit wacbriiisn. Und Dock) mniz man den rffrnbar sebr jungsn Verfaffcr, dsr sicb iiach den Aktiäxlüffen dkm Publikum zsiate, um seiner selbst wiUsn lieb gewinnsn und mÖcbt-Z Wünsch-xn, daß er Sélbitkritik genug béiäßs, dix seinem Drama .in- baiienden 'Mangsl zu erksnnsn Und aus skinkn Fskrlern zu lern?"- WaZ besonders angenehm an ibm berükrt, iir “'Eine völlig t-Zn'denzirkie rt, Menschen und Dinge anzuschau€n._ Disse Offizisre, die er im Frirden in der Gamiirn und als Kämrxer iii Särweitairika roriübrt, imd nicbt herkömmliche Trren unk Schablonen, nicht mit der Akücbt, irgsnd cine Theis zu verirckxtén (*ké'k gekémitslte rarrioiiickos Gefühle zu erwscksn, konstruierte Gösiairsn, irnrsrn Ykenscben Ven Fleisch und Blut, Man sis auchfrei1ich aux; ker Sphäre BUMI zu Verstehen sind, in der s:? [?bcn und sich bewegen. Etwa?- Wm Geistä KlCistZ spürt man in ihnen, an resien „Prinzen ron Homburg“ man unwillkürlich erinnert wird, nicht zum mindesten kadurck), daf; zum SMW der Hkld des Stücks, 0an irn Befehl des Okrriten abxawartsn, aus eigener Verantwortung das Leucbrkugelfignal zum Angriii aiif irie Hrreros gibt und den Sie entscheidet, den Lk selbst, von einem ieindlichen (Hsscboß etroifen, ni s mehr erlebt. Ter Konilikt zwischen Tatkndrang imd Filicht, der in der Brust dieses jungsn Lsutnants tobt, wird noch durcb die Liebe zu seiner Brant, der Tochter des Obsrsten, die ihm als Krankrnscbwester ins Feli: folgt, rsricbärft. Eine der b€stgesebenm Figuren dss Stücks ist ferner ein Oberleutnant, der sein Herz ebén- fai]; .in kié_ Lbsrstsntrcbter verlorsxi bat, skin Geiübl aber als Ciit'aßknkér HHN: [Mk gétreusr Kaiiixrad ch Vorerwäbnrsn sorgfaltig verbirgt und den Tod im Géischt iiicht und finkrr. Auch unter dkn vielsn anrxrsn Oiäziersgestalten, die in übergroßcr Zabl durch das Stiick “CIM, ist manche gut beobachtet und mit fichxrén Strichen bingeite !. Aker dikis VOkFÜZL können die: feblsrbaike Komroütivn de:? GesamNrSiks nicbt wsttxnack'en, Own deffén "SÖZ Vilkern man einzslnk, wir 3. Bkknlangen, auf dem Schir7€ iviélsnrsn Akt, glatt sjreich€n könnts, :kiis rcrßanklam irgcnk rincn rrrienxlicb-Zn Bestandtxil Zu iicl'msn. Auch sonst ist in Tkn einlercn SFCLLLU noch sekt rirl Uskxiilüifizés unk Unklarss, UH den Gan rer Handlung lähmt und das Vsrstänknis nicht 85211 i-Zrksrt. “Seiki: die beste Nuiiübrimg - unk fis war géstsrn durchaus gut - könnt? darüber nicht binwsgkommen. Die vornekmiisn Kräfte der Neinkarktbübnsn wurcsn inZ TrcFen gsféibrt. Friedrich Kavßler gab dic Hauptrolle rss iungM tatsndurxtigen Leutnants von Schlichting anfangs“ vrrtrriilicb, srätrr risUsicbt extras zu wild und drauigängrriich. Ein Kabinerfftsick isinxr Charaktrriitik bot Paul Biensieldt als deffen entiagangsrrkisr Ncbenbubier. Schlicht und racksck ivislte Paul chxnxr dsn Oberst, und die vroblsmatisckoe REUS eines leicbjfinnigen, im Frieden seiner Skicl- schUlkcn wegen verabschiedetxn Oiiixiers, (“Cr al?- Krikgéirciwilliger dén Feldzug mitmacht, fand in Dxrrn Baffermatm Sinän intsreffanten Vcr- treier, wenn 85 ibm auch nicht gelang, die Wirérirrüch 172€; Charakters zU lösen. In drr NVU? ker Oksrixentrclytkr iübrrk fich Cornelié Gekübr als ivmratbische Künstlerin ein. Unter den anderen zakltsickxcn Mit- wirksnken fin': noch kik Herrsn Diigslmann, Maßmann, Liedtke, rrii Winterstéin, Ebklt bkrrorzubebkn. Von eigenartigcni Stimmnnss- reiz waren di? Dekorationcn: besonders das SchiZHHrkei? Unter kl.“.r-ém Sternbimmel nur die afrikaniicbsn laurscbaitlichen Bilker. _ Dar Aufführung wrbntxn Ihre Königlicbsn Hoheiten dsr Hsrwg wn Coburg und der Prinz August Wilbrlm mit ibrcn Grmablinnsn bei.
Im Königlichen Lrérnbauic :rirk morgen, Sonntag, „Ter Rosenkavalier" wiederbolt. FräUl_cin Ober singt zum Riten Male die Titelroüe. In den übrigcn WiirtroUSn smd die Damen Veneta, Dux, Rothauier, von SMSlk-Miiüer iowie rie Hsrren Knürier, Hoffmann, HMke Und Sommer beschäfti t. Dirigent ist der General- musikdirckwr Dr. Muck. Weiter? Wickérßclungcn res ._Rosenkavaliers' findsn an den Tagen Mittwccb ".*wic Freitag der näcbitrn Woche statt. Außerdem bringt der Svielrlan noob Wiskerauiiükrungen von „Don Juan“, mit Frau d'Alberx als Dorina Anna, Hsrrn Mang als Leporello, sowie van „Triitan unk Jxolke', mit Herrn Maclennan ziim ersten Male als Tristan. __Der am_ Sonntag, den 17. d. M., beginnende VÖkVÜkkÜUf uuxfaßt iamtlich im Spielplan angekündigten Vorstellungen bis einschließlich 28. d. M. _
Jm Königlichen Schauwielbaizie gebt morgön, Sonntag. neueinitudiert, als 284.Abonncmentsvor1tellun_g Hie 1. und 2. Ab- teilung Von rickricb Hebbels _.Nibclungén'_in folgentcr Beseyung in Szene: . er gébörnte Siegfried“, Vorspiel in Einem Aufzuge: Köni Gunther: Hort Grisxndörfer, Hagen Tronje: Herr Kraußneck, Dan art, reffen Bruder: Herr Manniiädt, Giiclber: Herr Boettcher, Gerenvt: Herr Werrack, Volker, der Spielmann: Herr Keßler, Rumclt, der Küchenmeister: Herr_Eichbolz, Siegfried: Herr Staege- mann, Ute: Frau Buße, Knembtld, ihre Tochter: Frau Willi . __- Zu dieskn Perwncn tretsn in Sie frieksTod“, Trauerspiel in fünHAus- zügen, noch hinzu: Vrunbilk, .Éönigm Von Jsenlcmd: Frau Poppe, Frigga, ihre Amme: Fräulein von Arnauld, ein Kaplan: Hkkk Eggeiing, ein Kämmerxr: Paris, Recken: die Herrin Winter, Koch und Stange. Die Dichtung ist von Herrn Regi eur Patz!) in Szene geseZk. - Am Montag werden ki? beiden “türke H. von Kleists . *obert Guiskard' und _,D_er zerbrochene Krug", denen Goejbes .Geschwisier' vcraUSgehsn, aufgeiübrt. Der am Sonntag, den 17. d.M. beginnende