Königreich Preußen.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst gerubt:
dem Besitzer des von WuthenauschenZamilienfideikommisses ohenthurm-Rosenfeld und des von uthenau-Glefienschen amilienfideikommiffes MaxHeinrich Adam von Wuthenau, öniglich sächfischem Kammerherrn und Major a.D., die Gräf- liche Würde unter dem Namen Graf von Wuthenau- Hohentburm zu verleihen.
Seine Majestät der König haben Allergnädigstgeruht, auf Grund,bes § 28 des LandeSverwaltungSgeseZes vom 30. Juli 1883 ((G.-S. S. 195) bezw. des (Heseßes, etreffend
die Entlastung, des Oberoerwaltung-derichts, vom 28. Juni 1911 ((H.-S. S. 81) den Regierungsaffeffor Rastell in Königsberg zum zweiten Mitgliede des Bezirksausschusses in Königsberg und den RegierungSrat Dr. Böninger in OSnabriick zum zweiten Mitgliede des BeTrks-ausschuffes in OSnabrück
auf Lebenßzeit; erner den Regierungsrat eußen in Königsberg zum Stelb, vertreter des zweiten Mitgliedes des Vezirksausschuffes in Königsberg, den Regierungsaffeffor Dr. Frielinghaus in OSUabrück zum Stellvertreter des ersten Mitgliedes des BezirkSausschuffes in OSUabriick, den RegierungSassesfor Dr. Schmige in Münster zum Zteüxerireter des ersten Mitgliedes des Vezirksausschuffes in iin ier, den Regierungszaffeffor Dierig in Münster zum Stell- vertreter des Regierungs räsidenten im VezirkSausschuffe zu Münster, abgesehen vom orfiße, und den Regierungsrat BreSges in Arnsberg zum Stell- vertreter des zweiten Mitgliedes der ersten Abteilung des Be- zirkSansschuffes in Arnsberg sowie auf die Dauer ihres Hauptamtes am Siße des Be- éJikrks(msschusses, den egierungSrat Freiherrn von Rößing in Marien- werder zum zweiten Stellvertreter des ersten Mitgliedes des BezirkSauss Uses in Marienwerder au die Dauer der Tätigkeit dieses Mitgliedes als HilfSrichter bei dem ObewerwalmngSgericht zu ernennen.
Seine Majestät der König haben AUergnädigst gerubt:
den Ober- und Geheimen Baurat Steinbiß vom König- lichen Eisenbahn eniralamt in Berlin - an Stelle des als Präsident des Eiéenbahnzentralamts nach Berlin zu verseßenden Präsidenten Sarre - zum Präsidenten der Königlichen Eisen- bahndirektion in Kattowi ,
den RegierungSrat r. Ernst Rundnagel, Mitglied der Königlichen Eisenbabndirektion in Cassel, zum Geheimen Re- kiierungsrat und vortragenden Rat im Ministerium der öffent- ichen Arbeiten und ' ' den Oberlehrer am Auguste Victoria-Gymnasium in Posen, rofeffor Dr. Georg Mühle zum Direktor einer sechsstufigen
Yherden Lehbantsbacbt zu ernfersisnen, d hil s hsck) F kul ä emorenien roeorin er oopien tt de; ?YYrfitF firsts ZFUW DZ;[ 12er sic? NFÜÄÜF dem oren_ en oeor n er pioop en . r Universität in Kiel Dr. (Hö Martius, dem ordentlliZeeo Professor in der pbilosoph en Fakultät der Unive tät in “Greifswald Dr. Gutau Adolf Ehrißmann, den ProvinLialschulräten Ernst Kahle und Dr. Max Kolbe in Danzig, em Yovinzialschulrat und ordentlichen Honorar- Jonor an der estfälischen Wilbelms-Universität in Münster r. aul Cauer, dem Provinzialschulrat Dr. Ma Het)-
nacher in Hannover, den Regierungs- und Schulräten €LT:]ÉÜlipp in Magdeburg, Dr, Quebl in Caffel und Salinger in Danzig und dem Stadtschulrat Dr. Karl Michaelis in Berlin den Charakter als Geheimer RegierungSrat,
dem o_rdentlichen Profsffor in der medizinischen akultät der Univeriität in Bonn Dr. Moriß Nußbaum den C arakter als Geheimer Medizinalrat,
dem etatSmäßigen Professor an der Technischen Hochschule zu Berlin, Baurat George de Thierry den Charakter als Geheimer Baurat sowie
dem Registrator und Kalkulator bei der Generalverwaltung der Königlichen Museen in Berlin Robert Schnepel und dem Konsistorialsekretär Emil Winhold in Hannover den Charakter als Rechnungs-rat zu verleihen und
der Wahl des bisherigen Leiters der in der Entwicklung begriffenen städtischen Höheren Mädchenschule in Sorau Dr. Erich Reuter zum Direktor der Anstalt die Allerhöchste Ve- stätigung zu erteilen.
Seine Majestät der König haben AÜergnädigst gerubt:
dem Rendanten der Königlichen Theaterbauptkaffe zu Berlin, bisherigen Hofrat Paul Blanck den Charakter als Geheimer Hofrat zu verleihen.
Verordnung
über die Kommission für deutsche Ansiedlungen in den Provinzen Westpreußen und Posen.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König Preußen usw., verordnen auf Grund des § 12 des (Heseßes, betreffend die Vefördemng deutscher Ansiedlungen in den Provinzen West- preußen und Posen, vom 26. April 1886 (Geseßsamml. S. 131) und des Artikel 1 Nr. 95 des Geseßes iiber Maßnahmenzur Stärkung des Deu1schtums in den Provinzen Westpreußen und Posen vom 20. März 1908 (Geseßsamml. S. 29), was folgt: Dem § 1 der Verordnung vom 29. September 1908 (Gese „samml. S. 195) wird folgender Absaß 3 angefügt: ie beiden von Uns nach Artikel 1 Nr. 91) des (Heseßes vom 20. März 1908 ernannten Mitglieder bleiben bis zum EintrLiLttkdeZlYuemtmmZeisi in Täti, Zeit. b bi _, r un i un er nerer ö teigen än gen Unte rit und beigedrucktem Königlichen Fa tegel. rsch f
Gegeben Berlin im Schloß, den 18. Dezember 1911. (Siegel.) Wilhelm K. von Bethmann Hollweg. von TirpiH. Delbrück,
Weseler. von Breitenbach. Sydow. von Trott zu Solz. von Heeringen,
von
Iustizmiwistxßium.
Der Kammergerichtsmt Loren?!" ist um hauptamtlichen Mitgliede der Iustizprüfimgskoz UW be teilt,
Dem Oberstaatsanwalt, M melt O erjustizrat Hepner in Stettin, dem Landgerthsdirektor: Kanz o m vom Landgericht1 in Berlin, den Amtsgeri tSräten Ge. [imer stizratSchmidt in Hannover, Geheimer Ju uzrai “ umÄf in Halle a. S., Dr. Böhmer in Küstrin„ eber," in o um und Hille- meyer in Soest ist die „nachgesuchie Dienstentlassunß Pension, dem AmtSr'uhter Meyer . in Trittau die Ent a aus dem Justizdienst erteilt. „
Ve eßt sind: der Land erichtsr'at Pre er in Prenzlau na Zildeshe m, der AmtsgeriÉxtsmt Bur arbi in Suhl na
einbek, die Amtsrichter: a ner in ro Wartenberg na Landeshut, Engel in Neustad i. Holst. a S Landrichter na Altona, Tittel in Tuchel als Landrichter nach Elbing un FOr. Steinbrecht in Solingen“ als Landrichter nack) Magde- urg.
Der Landrichter Dr. von Simson in Düsseldorf ist in- folge seiner Ernennung um Geheimen RegierungSrat und vor- tragenden Rat im ReiiYs us amt, der Landrichter Dr. Ols- hausen in Potsdam in o ge' einer Ernennung zum Kaiserlichen RegierungSrat und ständigen * “liebe des Reichswersicherungs- umts aus dem preußischen Jus 'ienste geschieden.
In die Liste der Re tsanwälte md ein etragen: der RechtSanwalt von W socki aus .Dt. ilmers orf bei dem Amthericht und dem and ericht in Graubenz, die früheren Rechtsanwälte Dr. Reins agen bei dem Landgericht 1 in Berlin, Ratajski bei dem ndgericht in Posen, die Gerichts- affefforen Dr. Vieberfeld „ei d'em LandgeriY 1 in Berlin, Steppe bei dem Landgericht 11 in_Berlin, Dr. chapp bei dem Landgericht in Aurich, Dr. Ma Oppenheim bei dem Amts- gericht in Charlottenburg imd em Landgericht 111 in Berlin, Max Lehmann bei dem Amthericht und dem Landgericht in Neu Ruppin, Urbach bei dem Amthericht und dem Land- gericht in Liegniß, AMrmis en bei dem Amthericht und dem Landgericht in (Hö gen, r. Stelm achowsk i bei dem Amthericht und dem Landgericht in Ostrowo und Drall) bei dem Amtsgericht Wyk a. übt,: '“
Der LandgerichtSpräs ent'iEngelbreckt in Meseriß, die Landgerichtßräte Otto in Cottbus und Na ke in Memel, die AmtherichtSrät-e Badsbübnér vom Amthericht Berlin- Tempelhof und Schnurre 'in Cassel, die Rechtsanwälte Justizrat Ollendorff in Breslau und Morris in Berlin sind gestorben.
mit sung
Ministerium der geistli en und Unterrichts- angelegen eiten.
Den Privaterenten in der juristischen Fakultät der Universität zu Kiel r.G_erhard'Beseler und Dr. R.Hermann Kriegswann, dem Aßsksuten bei dem Anatomischen Institut der Universität Berlin r. med. Ferdinand „ein, dem Ersten Assistenten am KaiserW e_lm-In'tiiut für P ysikalische Chemie und Elektrockzemie in *" [ [em Dr. Gerhard Just, dem Lehrer an er UnterciYSanstalt bes Königli en Kunst- gewerbemuseums - u Berl , Maler Max Kut ck 111 ann, den Lehrern am an ervat'orium der Musik in Cöln Franz Bölsche und , ed „_ _, r*„macher, dem Dr. jur. et phil. Edmund K;“.a p_pe“ 7ij eld s ie den Zeichenlehrern brich P,...ß a&Nd:MW§Zsch?RNls ule in Breslau, ustav K-nébel an der“ _ ig- [ich se, in rankfurt a. M„ Ernst Schneck am Realgymnasium * in Pots am und Ober- lehrer Georg rief e am Realgymnasium 1 in Hannover ist das Prädikat roerzr verliehen worden. Dem Direktor r. Mühle ist die Direktion der Realschule in Wollstein (Regierungsbezirk Posen) übertragen worden.
Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
Zur Ausfii rung von Pflanzen- und Obst- 2c. Unter- suchungen beim ,auptonamt in Malmedy ist der Oberlehrer Schneider ebendaselbst zum Sachverständigen ernannt worden.
Ministerium des Innern.
Bekanntmachung.
Ich bestimme, das; die durch BundeSratsbeschluß festgese-te deut che Arzneitaxe 1912 mit dem 1. Januar 1912 Ür das önigreich Preußen in Kraft tritt. Die amtliche AUSgabe der Arzneitaxe ist im Verlage der Weidmannschen Buchhandlung in Berlin 8117. 68, Zimmer- straße 94, erschienen und im Buchhandel zum Ladenpreise von 1 516 MH fiir ein in Leinen gebundenes Exemplar zu beziehen. Ueberschreitungen der Taxe unterliegen der Bestrafung nach § 148 Abs. 1 Ziff. 8 der Gewerbeordnun fiir das Deutsche Reich (Fassung vom 26. Juli 1900 R.-G.-B. S. 871 fg.) Berlin, den 22. Dezember 1911.
Der Minister des Innern.
von Dallwiß.
Finanzministerium.
Der bisherige Regierun skanzlist Schulze bei der MiniFterialH Militär- und Bau ommisfion ist zum Geheimen Kanz eisekretär beim Finanzministerium ernannt worden.
Yiehfamtlichcs.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 23. Dezember.
Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute vormittag im Neuen Palais bei Potsdam den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts, Admirals von Müller.
Der KönigliéZ3 württembergische Gesandte Freiherr von Varnbüler hat erlin verlassen. Während seiner Abwesen- heit _führt der Militärbevollmächti te, Generalmajor von Graeveniß die Geschäfte der Gesan tschaft.
Der haitis e Gesandte Callist bne Fouchard ist nach Berlin zurückge ehrt und hat die eitung der Gesandtschaft wieder übernommen.
Freiherr von Schorlemer. von Dallwiß. Lenße.
„Persien nehme alle Forderun en des ru
Laut Meldung des „W. T. B.“ find vorgestern S. M, S ,Vineta“ in Havana, S. M. S. „Victoria Luise“ j; ort of S ain (Triniddb) und S. M. S. „Geier“ jn iräus ange ommen.
Elsaß-Lothringeu.
Die Er ste Kammer des reichsländischen Landta s ' gestern endZthig die GeschäftSordnun T_est undg sxxitx? dqrau zur ahl des Bureaus. Zum rä identen wurd, wre „ . T. B.“ meldet, mit 16 von 30 gültigen Stimm“; Ywählt EFQM Dr. Back, zum Ersten Vizepräsidenten- der
eheinze edizmalrat Dr. Hoef el mit 23, zum ZWLilen Vize rafidenten der RechtSanw'at Dr. Grégoire Mit 19 Stimmen. Nach der Wahl der Schriftführer vertagte fich der Landtag auf unbestimmte Zeit.
Frankreich.
Der Senat hat gestern dieKommission zurxlxrüfung dss deutsY-französischen Abkommens gewählt und wre „W. T. .“ meldet, einen Geseßentwurf angenommen, der gestattet, Generale vorzeiti fe en, wenn sie nieYt mehr un geistigen Kräfte ind.
-_ Bei der gestrigen Beratung der Deputiertenkammer über die Erneuerung des Privilegiums der Bank von Frankreick? brachten die Sozialisten einen Geseßentwurf ein, der auf Ab chaffung des Privilegiums abzielte. Der inan mmister Klo? ersuchte die Kammer, den Gegenentwur abzu- lehnen uiid tellte die Vertrauensfrage. Der Gegenentwurf wurde mrt 433 gegen 89 Stimmen abgelehnt und die Er- neuerung bes Privilegs genehmigt.
Im Laufe der Debatte bemerkte der Sozialist Thomas, obiger Queue zufol e: wenn die Kreditinstitute die leidige Tendenz hätten, französisches eld im Ausland anzulegen, so trage die Bank von Frankreich einen Teil der Schuld daran. Der Abg. Ajam erklärte, alle Abgeordneten seien einmütig der Ansicht, daß man den Schleier, der die Vorgänge in den Kreditinstituten verhülle, lüften müffe, Wenn das Haus einverstanden sei, solle es eine parlamentarische Untersuchungskommission einsetzen. Thomas fügte hinzu, die Bank von Frankréich helfe den großen Kreditinstituten aus. Wie erzählt Werde, sei im vergangenen September französis es Gold nach Deutsch, land auSgefübrt worden. Der Finanzminister [oZ bestritt auf das entschiedenste alle diese Erzäblungen und erklärte, er werde bei Ge. [egsnbeit der angekündigten Interpellationen auf diese Behauptung zuruckkommen.
Der „nationalistische Abg. Ernest Roth hat in der Kammer eme Interpellation dariiber eingebracht, welche Maß nahmen zu ergreifen seien, um in Zukunft dem Parlament die Gefahr zu ersparen, sich Verträgen gegenüber zu sehen, die es zucht gene nrigt hat, oder deren Genehmigung man von ihm in deinem eitpunkt erzwingen wii], wo es zu spät ist, sie abzw- an ern.
in den Ruhestand zu ver- m Vollbesiß ihrer körperlichen
Rußland.
Der persische Geschäftsträger erschien, einer Meldung der „St. Petersburger Telegraphenagentur“ zufolge, gestern im Auswärtigen Amt und erklärte namens seiner Rexxierung,
i chen Ultimatums an. Der Mini'tér es Aeußern akonow nahm diese Mitteilung zur 'Kenntnxs.
-Die Reichsbuma hat gestern im Dringlickzkeitswege die Regierungßvorlage, betreffend den Ankauf der Warschau- Wiener Bahn zum 14. anuar 1912, in allen drei Lesungen gegen die Stimmen der olen und einiger So ialdemokraten angeiiommen, und fiir den Ankauf 32,2 Mi ionen Rubel angewrssen. Die Obligationsschuld wird auf Rechnung der Krone ubernommen.
In der chatte erklärte der Ministerpräsident Kokowzow laut Bericht des .W- T. B.", das; der Regierung nach den Statuten der Bab'n das Recht zusiebe, zu einem gewiffen Zeitpunkt unter gewissen Bedingungen die Ba'bn zu verstaatlichen. Dieser Zeitpunkt sci je t gekommen. Die Regierung habe deshalb die Gefeßvorlage eingebra t und darauf'btngewteien, daß der Vorteil des Staates den Ankauf der Bahn erbei che. Die BuRetkommission und die Verkehrskommisfion batten die erechnun der Lgierung geprüft und für richtig befundey. Wenn auch die Rei sduma die Berechnung als richtig anerkenne, io müsse sie die_Gesevarlage annehmen, andernfalls aber ablehnen. Die Regierung sei bei ihren Berechnungen nicht von problematischen An- nahmen auSgeaangen, sondern die realen Betriebsbedingungen bewiesen, daß der Staat von dem Augenblick der Verstaailichung an bis zum Jahre 1932 eine Reineinnabme von 49 Millionen Rubel erzielen würde. Da für den Ankauf 32 Millionen gezahlt werden soÜten, ergebe sich „ein Rcinüberschuß von 17 Millionen. Unter so ünsjigen Umständen sei die Regierung ver- pflichtet gewe en, die Vorlage über den Ankauf einzubringen.
die Bahnbeamten' und die Kulturintereffen schäbige. Er sehe keinen Grund, warum dte_ Beamten aus der örtlichen Bevölkerung den Dienst nach der Verstaatlichung ni t fortsetzen sollten. Für eine Erseyuns gewiffenbgfter Beamter dur andere liege durchaus kein Grund vor. Anderersetis begreife er nicht die VorauSseßung, daß die russisch?" Begmten schlechter arbeiten würden als bisher die polnischen auf dieiet Linie. Kokowzow schloß: der Augenblick des Ankaufes sei eingetreten- das Recht des Staates sei unanfechtbar und die Vorteilhaftigkeit des Ankaufs unwtderlegbar.
Durch Kaiserlichen Ukas ist die Reichsduma bis zum 23. Januar 1912 vertagt worden.
Niederlande.
In der Zweiten Kammer stand gestern die Beratung des Marinebudgets auf der TageSordnung.
Wie „W; T B.“ meldrt, kam es im Laufe der Verhandlunf!eu zu großer) ,Larmaufkritten. Der Abg. Kuyp er batte den vom Marineminister gebilligten Antrag eingebracht, den Kredit für einen neben Kreuzer für den indischen Dienst bis zum Wiederzusammen- tritt der Kammer hinauszuschieben. Als der Abg. de Savornin L ybman hierauf das Wort verlangte, entstand ein solcher Larm, daß der Präsident die Siyung für eine halbe Stunde aufheben _ mußte, em in den (Generalstaaten der Niederlande, obne Beispiel dastehender Vorgang. Im weiteren Vérlauf der Stßung kritisierte __der Liberale Thomson lebhaxt das Monopol Kruvps, das dem Staate einen Schaden von unge äbr einer halben Million verursacht babe. Der arineminister erwiderte, die von einer anderen Fabrik eingereichte Offerte auf Lieferung von Kanonen sei durch eine angesehene Kommission, der auch der Artillerieinspskwr angehört babe, geprüft worden. Dieser sei über die andauern Agitation gegen die «ma Krupp sebr empört. Er, der Mimik"-
wolLe nicht, daß die airosen ein Opfer von sogenannten wbblfeilen Kanonen würden.
Türkei. Die aus Jschtip zurückgekehrten Mitglieder der
Kammerkommission erklären, wie das „Wiener - - Telegrapben-Korrespondenzbureau“ meldet, das; die Behörden
Kokowzow wies sodann die Behauptung zurück, daß der Ankauf der Babu “
me el in tip hätten verhindern können. Einige
' Fm? sin bereiiIsschverhaftet worden," andere Verhaftungen
, sollen bevorstehen. Bisher smd 18 Turken, 1 Jsraelit und
] Zigeimer als Schuldi e verhaftet wordeii. Dix “oppofitionebe
Pre e 1th ihre Angri e gegen den thsterprastdenten Said Pas a fort.
Serbien.
der gestrigen Sißung der Skupscht1na wres der Mininpräftdent Dr. Milowanowits bei ,der Beratung des Budgets des Ministeriums , des Neu ern die Behaupnzng bezü li seines angeblichen passwen Verhaltens ' vor der Ein- „erkei un BoSUiens und" der Herzegowma zuruck und führte na em Veri t des „W. T. B.“ atis; '
Er ba e alles auf e ofen, um sich von der Richtigkeit [einer Ver- mutung, daß die Eginverleibung erfol ep werde, zu uberzeugen. szolski babe ihm in Karlsbad die Ri tigkeit seiner Annahme be- stätigt. Er babe hiervon die serbische Regierung telegrgpbisck) ver- sjändigt und nach seiner Rückkehr nach Belgrad an" dir serbischen Politiker unterrichtet. Alle hätten 'in der Ansicht u eremgesttmmt, daß die Verkündung der Einverleibung nicht mehr zu vereiteln sei, und daß es erst von der weiteren Entrvicklung der Dinge abhängen werde, welcbe SUMMIT man xin- nebmcn könne. Im Weiteren Verlauf seiner ede xrklarxe der Minister, das Yrinziv: .Der Balkan den Balkanvolern , wahre am besten die ntereffen der letzteren. Europanmöge ihnen nur freie Entwicklung gewähren, dann werde das Lebensfabich bestehen, bleiben, das Krankbafte von selbst absterben., Das Prinzip werde auch von den übrigen Balkanvölkern gebiUrgt, insbesondere von Bulgarien. Wenn auch Ru land schloß „der Minister, diese Hoff- nungen Serbiens nicht in do em ' czße erfullt habe, so habe es doch sowohl für Serbien wie für alle übrigen Balkanbolker so_viel getczn, daß man ihm Dank schulde und ihm vertrauen konne. D'tejGemem- samkeit der Jnter-Zsen Serbiens mit denen Rußlands sei eine starke Garantie für die ukunft.
Amerika.
Wie eine vom „W. T. B.“ verbreitete Depesche aus Guayaquilmeldet, ist der Präsident von Ecuador Estrada
torben. . „ . ges - Die politische Lage in Bahia ist ernst. .Der Gouverneur des Staats ist, obiger Quelle ufblge, zuruck- getreten und hat die RegierungSgewalt dem rasidenilexi der Deputiertenkammer übergeben, nachdem der SeriatSprasident, sein geseßlicher Nachfolger, es abgelehnt hatte, die Funktionen zu übernehmen.
Asien.
Wie das „Reutersche Bureau“ meldet, haben die Vertreter der persischen Regierung gestern _ den Forderungen des russischen Ultimatums zugestimmt.,
Der Generalschaßmeister Shuster isi, der „St; Peters- burger Telegrapbenagentur“ zufolge, bereits voii seiner Erit- laffung benachrichtigt worden. Heure werden die'_Basare 1," Teheran wieder geöffnet werden. ' Die Regierung ist dur die blutigen Ereignisse in Täbris und R_escht sehr eur)- rubi t. Sie hat an die Ortsbehörden und die Endschumen die Mel ung von der Beendigung des Konflikts _mit Rußlqnbge- iandt und ihnen die strenge Weisung erierlt, die Feind elfigkeiten unverzüglich einzustellen, mit den russ1schen_Konsuln in Ver- handlung zu treten und die normale Lage_w1§derk)erzustel12n.
Der zwischen Anhängern der Konstitution und russischen Truppen vorgestern in Täbris begonnene Kampf hat, obr er Quelle zufolge, eine emße Wendung genommen. Angse en von*dem Feuer auf rusische Strei weichen voti den Bachern aus, machten die Fidai am Na m1t_tag eme_n heftigen Angriff auf Bagitxchemah wo die" russische Abteilrzng sieht, wurden jedoch von er Artiüerie zuruckgeschlagen. Die rusirsche Kolonie flüchtete sic? in das (Generalkonsulat, das nach , dem Eintreffen von drei iompagnien in der Ngcht mit der_ russischen Abteilung in Fühlung trat. Gestern fruh begaim die russische Artillerie die ununterbrochene Beschreßung der Ziiadelle, wo die Hauptkräfie'. der Fidai stehen. Vier Kompagmen sz'ogixn, mrt zwei Geschü en kämpfend, von dem Standort der rus ischen Ab- teilunq na dem Generalkonsulat und zuruck und sauberten den Weg.
Afrika.
Nach einer Depesche des türkischen QberbeZehls-lwbers rn Tripolis versuchten die in Zanzur befindlichen taltener, wie das „Wiener K. K. Telegrapben-Korrespondrnzbureau“ mitteilt, die türkische TelegrapZenleitung 'in der Nahe 'von Zanzur zu erstören, mußten si jedoch infolge" des Widerstandes der ürken und Araber nach Zanzur zuruckziehen. 'Am nczchsten Tage griffen Türken und Araber Zanzur an. Die Italiener mußten die Stadt räumen. Ihre Verluste betrugen 48 Tote, darunter drei Okfiziere und uber 300 Verwundete. Auf seiten der Türken un Araber frelen 9 Mann, verwundet
wurden 40. , .
Einer Llodemeldun aus Alexandru), zufolge ist der ägyptis e Postdamp sr „Menzaleh , der, sich mit dreißigtau end Pfund Sterling an „Bord nach Hodeidab “unter- Wegs befand, von dem italienischen Kriegsschiff „Puglia be- schlagnahmt worden. ' .
Die „Tribuna“ schreibt: " ' '
Gegenüber den Versuchen der turkiscben Re ierung, durch unwahre Meldungen die Ansicht zu verbreiten, daß fi die ixalieniscben Truppen in Tripolis von der Haager Deklarathi pon 1889 nicht erlaubter Gescbo e bedienten und daß die turkische Ne- Tierung sogar im B rße von Dumdumyesckxossen sei, die i_e Fabrikmarke einer italienischen Staaisfabrik trugen, ist „erstxns fSUzUsieUen, daß den Türken in Tripolis „niemals italteniicbe , unition in die Hände gefallen ist„ und weitens, daß es keine italienische Staatsfabrik gibt, die Flmtenges_ offe herstellt, die' ihre Gestalt beim Eindringen in den Kbr cr verandern oder ? lodieren. Es handelt sich also um ein Unterne men der turkiscben egixrung, die von den Italienern gegen die Türken erhobene ,und, woblbearundete A"UWE, daß fie selbst mit solchen Geschossen auf italienische Soldaten sksch0ssen haben, umzukebren und gegen die Italiener zu erheben.
*
Koloniales.
Neu Kamerun.
n der „Deut en Kolonial eitung' berichtet C. Koch-Wieö- badeZ .Das an usn er bisheri ezs Südostkamerun direkt anstoßende Gebiet ist reich an Gummibe fänden, da die „franzosischen Kon- kesfionsixkscxllschaften es bisher an intensiver Bearbeitung feblen ließen “kid die Eingeborenen zu wenig ablreick) „und zu träge sind. Leßtere trei häufig Raubbau schlimmkter Art, indem fie Baume i_tmscblagen “m adurch nicht nur die Gummimilcb, sondern auch leichzeitig ein si leicht spaltendes, also wenig Arbeit er orderndes bis zu gewinnen. JIT habe an der bisherigen deutscb-franzö schen Grenze, ungechbr in der H0 e des dritten Breiten rades, Brücken und Versammlungshauser an-
'kann, läßt fili?
'm üdli ti Teil des Bezirks Molimde erkennen. Ick babe dort in eit JTabrbzrieunbettc-teuen Buschzonen Baume_ angetroffen, die vor 5 bis 8 Jahren eradezu musterbaft m Gratenform an- eschnktten wurden; die Schn e waren durchweg gut vernarbt, und Lie Bäume batten anscheinend keinerlei S aden genommen. Größere Elfenbeinbestände sind noch imBefix-zl der ingeborenen, die das wert- volle Produkt nur ungern weggehen.
Statistik und Volkswirtfthaft-
Zur Arbeiterbewegung.
Die schon ast dreiMonate dauernds allgemeineLobnbxwxgung im Steinbruch ewerbe bat, wie du'- .VVff- Ztg.“ mttteilt, iri- sofern eine enis eidende Wendunlß genommen, (xls zUUÜQbst in Berlin die Steindruäereibi fSarbxitizr, die_ sich mit den Ausftändigen oder ekündigten Gehilfen solidarisch „erklart haben, sich bedin ungslos zur iederaufnabme der Arbeit gemeldet haben. us Manchester wird dem „M- T. B." gemeldet: Der Aus- schuß der Vereinigung der Baumwollsxinner bat beschloffen, in allen Fabriken der Vereini ung die Aus perrun zu empfehlen!, die am nächsten Mittwoch beg nnen s [1- Von der ussperxunq wurden 160000 Arbeiter betroffen werden. Der Grund zu dieier Maßregel liegt darin, daß die Mitglieder der Trade Uniori darauf bestehen, daß sich alle Nichtmitglieder der Trade Union anschließen.
Kunst und Wissenschaft.
Ueber die Wärme des Erdinnern führt der Professor Dr. . Wagner in einer kleinen S rift „Grundfragen der Geologie“ éVerlag von Quelle und Meyer m eqßztß, 1,25 „M) folgendes aus: Daß in Bergwerken eine merklich ö'ere Temperatur herrscht als auf der Erdoberfläche, ist eine allgemein bekannte Tatsache. Für wissenschaftlicbe Folgerungen brauchbar sind aber nur die Brobacbtungen, die man in Bobrlöchern angestellt bat. Solche Tiefbohrungen, wie sie meist im Interesse „des Bergbaues vorgenommen werden, führen uns zurzkit mehr als 2 km in die Erdkruste. Man verivendrt für diesen Zweck zylindrische Stablbobrer, deren unierer Rand mrt etwa erbsengroßen Diamanten besetzt ist, sodaß im Innern der Rohre ein „Bobrkern“ losgelöst und beraustZboben werden Yann. Um den Entstehenden Bobtschlamm zu bese ttgrn, wird bestandig Wasser in die Tiefe epre t und dann schlammbeladen wieder erx-por- gesaugt. Da die B0 rlö er in der Gefahr sixid zusammenzusturzen, mü en die Wände durcb eingesetzte Rohr? qestuizt wcrden. Schreiter die [Lsöobrung in größere Tiefen fort, so mussen die nruen „Nobrtouren“ wie die Außzüge eines Fernrohres binabgeschoben wcrden. Sie mussen also einen immer engeren Durchmessxr bekommen, und Wenn schließlich die Bobrkerne nur noch die Dicke eines Fingers Haben, ist der ganzen Arbeit ein Ziel geseßt. Die Tbermometer_ zur Bestimmung der Tiefentemperaturen werden - xe 3-4 zniammen -. in Stabl- kapseln Verschlbffen und am Bobrgestange in die Tiefe gesenkt, möglichst gleich ganze Reiben übereinander. Die Thermometer haben oben offene, schräg abgeschnittene Röhrchen. aus denen'das Quecksilber überläuft, sobald die Wärme den Faden hoch genug thlbt,- sind also eine Art .Maximumtbermometer'. Nachdem sie hinreichend lan e (9-83 Stunden in C uchow) in der Tiefe ewes'en smd, holt man ie herauf, und das Quecksilber zieht sich naturl cb'wrtxder zusammen. Nun wird jedes einzelne Thermometer gleichzeitig mtt eincm Normaltbcrmo- meter im Waßerbad so weit erwärmt, bis ,der Qurckfilberfaden eben überfließen wi . In diesem Augenblicke wird die Wasserwarme am Normalinsirument abgelesen. Solche Uebexlauftbermometer find naturgemäß sebr zerbrechlich und gegen Erscbutterungen empfindlich", außerdem wird der Zeitpunkt des Ueberftreßens wegen der starken Kohäsion des Quecksilbers ziemlich schwanken. Auck) sonst gibt es zahlreiche Fehlerquellen, die dem anzen, Meßverfahren anbaften: Eisenverrobrun wirkt als auSglelcYender Warmeleiter, eben 9 ein- dringendes Wa er; Schlamm mach die Mxssun en namentlch auf der Bobrsoble oft unmöglich, sodaß die Maximal efe meist nicht der Ort der gefundenen Maximaltemperatyr ist. _ ' Um aus den beobachteten Warmegraden ,Schluffe_ auf die Wärmezunabme nach dem Erdinnern zu zxeben, wahlt man folgendes Verfahren: Ausgehend von der_OberfiaZentempi-„raiur - am besten einem Mittelwert aus langjabrigcn ' eobachtunaen - berechnet man zunächst die Bodentemperatur m 0 m Meeres- böbe, indem man nach Hann auf je 100 m Erhebung „0,57 0 () in Abzug bringt. Diese Bodentemperatur wird „(wit ubergeben klein;: Korrektionen mit Rücksicht aux FeuchtiÉkeitsgebalt usw.) von der im Bobrloche gefundenen öcbsten emperatur abge- zo en, und schließlich wird die, „betr. Bobrlochtiefe durch die geibmdene Temperaturdifferenz dividiert. Das Ergebnis, die ,gcotbermifche Tiefenstufe', gibt dann an, wieviel Meter man in die Tiefe geben muß, um eine Tewperaturzunabme von 10 () zu finden. Wir verfügen zurzeit über eme ganz erklecklicbe Atzzabl von wiffenschaftlich brauchbaren Angaben, der geothermischen Tiefenstufe, aus denen man als allgemeinen Mittelwert etwa 33111 annehme'n darf. Die beträckZtlichen Schwankungen in den Einfzelfallen haben die verschiedensten Ur achen: Art, La erung, Bergfeuchtigkeix der Gesteine, chemische Vor änge, abkühlende „a barschaft u. (1. Fur ebene, nicbt jun eruptide esteine nimmt Königs erger als Normalwert 35 111; bei flarßgelagerten Schichten 34 11], fur stark bergfeuchte oder steil Yiellte Schichten 34-39 rv, trockene, lockere Schichten 29-34 W.“ _irken große Wa ermaffen in der Nachbarschaft kublend, so wird „die Warme- zunabme tark berabgese t; die Tiefenstufe bei Neapel ist 100, bei Dünkirchen 130, am O eren See 123 xn. Tunnelbobrungen unter Bergen ergeben ebenfalls höhere Werte: Mont Cenis 50, Gotthard (Scheitel) 44, Simplon 43,5 rn, _Tauerntixnnel 37 m. In jung- eruptiven Gegenden, in denen diluviale und ielbst noch tertiare Laven wärmespeickpernd wirken, ist rasche Zunahme der Temperatur: bei Neuffen(Württemberg) aller 11,3, in der Lava von Santorin ca. 7 11] um 1 0 (3. Es ist für uns nun die bedeutsame Frage: Darf man den Betrag der geothermischen Tiefe'nstufe benuyen um daraus die Temperatur des Erdinnern zu bete „nen? Es ist ja sebr verlockend, dic Zunahmeztffern einfach zu ver roßern, indem man sagt: auf 33 m Tiefe kommt 1 0 () Temperaturer obung, also auf 33 km 1000 0, 3300 [(TU 100000". auf 6300 km, also den Erdmittelpunkt, knapp 200 000 0. Aber abgesehen'von dem Wagnis, von dem 3000. Teil einer Kurve, den man wirkst beobachtet hat, auf ihren Gesamtverlauf zu schließem ergeben äs eine Menge schwerer Bedenken. Schon die Ersa run , daß bei te gender Tempe- ratur die Wärmeleitungsfäbigkeit der G teme abnimmt, mabnt zur Vorficht. Immerhin kommen Vers iedene hervorragende Gelehrte auch heute noch zu ganz ungebeaezren ablenangaben. _ Von fast allen Gelehrten, die_si mit der Frage der Erdwarme beschäftigt haben, ist als selbstversland iche Vorausseßung an enommen wvrden, daß die gegenwärti vorbandege Wärmesumme ini rdinnem ein Rest der ursprünglichen allun swarme sei, und da dieser Vorrat durcb fort eseßte Abgabe an den eltenraum eine kon 1ante_Abnabme erfährt. Zinn haben aber die letzten Jahre eine neue Warme- und Energiequelle kennen gelehrt, die, uns noch mancherlei Ueberraschungen bringen wird" das sind die radioaktiven Substanzen. . So bleibt uns nach allen berichteten Untersuchungen als An_twort auf die“ Frage das betrübend unsichere Ergebnis: Die qume nimmt innerhalb der Erdrinde zu, bis zu welLer Tiefe, wissen wir nicht; der Höchstbetrag wird zwis en 2000" und 100 000" angegeben.
Wohlfahrtspflege.
Wie die „Münchner Neuesten Nachrichten“ mitteilen, hat der ver- storbene Verleger des Blattes Knorr zugunsten der Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller, des Landesverbandes der bayerischen Presse und der Münchner Journalistenvereine zu Wohl-
Bauwesen.
Als Preißaufgaben des Architektenvereins in Berlin um Schinkelfesfe des Jahres 1913 smd, wie im „Zentrgl- blatt der Bauverwaltung“ mitgeteilt wird, gewahlt worden un Gebiete des Hochbaues: Der Entwurf zu eine.m ' lieben Palais im Park des Schlosses Bellevue im erlmer Tiergarten; auf dem Gebiete des Wasserbaues: Entwurf zu einem Sport- und Flugplaye im rbeinisckd-ivest'faltscben Industriegebiete und zWar in der Nabe von Gelsenkirchen; auf dem Gebiete des Eisenbahnbaues: Entwurf zum Umbau undcb EYeitebrxing Li))chs Sérmmelbabnbofs Bettemburg wi en ieden 9 en un uxem urg. z sDas Prinzlicbe Palais soll im Park des Schloffes Bellevue errichtet wsrden, Wobei die gesamte, jeßt vorhandene Scb'loßanlage mit Neben ebäuden als nicht Vorhanden anzunehmen lst- Dre Haupt- zufabrt so vom Gro enStern aus erfolgen;,auf dczs dort vorhandene Bildwerk und die traßenbabn braucht keine Rucksicht, genommen zu werden. Das Palais ist durch die Terraffenanlagen mit dem Park in schöne Verbindung zu brin en. Der vorhandene Baumbestand und die fianzungen des Par es smd tunlicbsF zu erhalten), ixdoch ist die Ge taltung der Gartenanlagen in der Nahe des Palars Sache des Entwurfs. Das Palais soll enthalten: getrerznte Wobntzxigxn fur dcn Prinzen und die;?rinzessin sowie ein eineiiisamss Speiiexiinmer und Wohn: und S lafraume nebst Zube br fur Hinder; Fur (Ge- sellschaften sind ein Festsaal von etwa 400"qm, em Speisesaal von etwa 250 qm und zwei kleinere Nebensale Von" zuiamrrien etwa 220 qm Fläche dorzusrben. Alle vorgenannten Raumlichkeiten find in ein und demselben Geschoß unterzubringen,; Ferner soll das Palais Wohnungen bezw. Raumlichkeiten fiir Fursilicben Besuch und Gefolge sowie für Dienerscbaft und WirtschafjszweiYe enthalten. An Nebengebäuden find vorzusehen, und zwar niir tm Lageplan: ein Pförtnerbaus am Haupteingang, Wohnhäuser fiir den «Kastellan sowie für Beamte und Dienerschast, ferner Strillungen und [inter- kunftSräume für Wagen, Kraftwagen und Zubehör. Außrrdem ist eine Gärtnerei im La eplan zu berückfiYigen. ' An ?erckyimngen Werden Verlangt: ein aaeplan 1:1000, rundrtffc, An “(MM und Schnitte 1 : 150, eine farbige Darsteüung don Wand und Decke drs Speisezimmers 1:25, ein Teil der Ansicht mit Frontscbnitt nnd em Schaubild des Aeuszeren. _ ' _ Diejenigen Bewerber, welche den Erlaß der bauslicben Arbrit zur Staatsprüfun beantragen, haben außerdem: . " 3. die Geßamtanordnung der ?eizungwes Pixlais zii erlqyte'rn und in den Grundrissen darzu teilen wwie fur das Speiixzimmer, Nr. 3 des Programms, den Wärmebedarf und die Luft- erneuerung zu berechnen; _ " ' 1). eine der wichtigeren Konstruktionen des Baues ausfuhrlich dar- zustellen und statisch zu begründen.
Der Entwurf zu einem Spqrt- und Flugplaße gebtdon der Annahme aus, daß sich im rbeimscb-Westfalischen Industriegebiet ein? Vereinigun gebildet bat, die beabsichtigt, im Mittelpiinkte des In- dustriebezir s, in der Nähe von Gelsenkirchen, einen ,?roßeren Sport- und Flugplaß zu errichten. In Aussicht genommen it eerlaZ, der in der Näbe der Eisenbahn und des Rbein-Herne-Kayals_ltegt, wdaß er für das Heranbringen von Geräten und Materialien 1owie großer Menfcbemnengen leicht bergericbtrt werchn kann. Auf dem Plaßeßfind Unterkunftsräume für alle Arten Fabrradßr, Krczstwagen imd sing- zeuge sowie für lenkbare Lufticbiffe und *sur Frsiballons zu schaffen und auÉerdem Anlagrn herzustellen, die eine Betatigung und Priifung dieser erkebrs- und Sportmittel in vorteilhafter Weise ermoglichen. Endlich ist dafür Sorge zu tragen, daß Schaustellungen abgebalte_n werden können, zu denen 100000 bis 150000 Menschen herbei- strömen. Für Beschaffung von Gas, Wasser und, Elektrizitat sowie für Entwässerung ist Sorge zu Fragen; Auch auf Versuche mit Militär- und Marineflugzeu en ist Ruckficbt zu nehmen. ierfür"ist eine 60 am tiefe Wasser „äche von 300:60 m vorzusehen. Ferner sind Maßnahmen zu treffen, die den Flugpla dem Luftschiffer schon auf weite Entfernung sowohl am Tage wie be Nacht besonders kenntlich machen. Gefordert werden: ein Ueberficbtsplan 1 :25 000, ein Sonderplan im Maßstab 1 : 1000 des Sportplczßes und drs an- liegenden Geländes ein Entwurf zu einer Halle fur lenkbare Luft- schiffe rößter A me“ung im Maßstab 1:200,_ Einzelheiten, 1:50, Cntwur sskizzen zu S uppen für Sport-, Mtlitar- und MarmeFlug- zeuge, Grundriß und Querschnittskizze vbm Hauptwirtickpafisgcbaude, ein Erläuterun ssbßriäbt, cin Standficberbeitsnackyweis fur dic Haupt- teile der Lut i a e. „
Umbaxis und Erweiterung des Sainznrlbabnboss Bettemburg. AufGrund genauer Abgaben uber die jetzt quf dem Bahnhof Bettemburg bestehenden Verhaltnisse, die fich auf die Lage, die Aufgaben und den gegenwärtigen Verkehr erstrecken, soll ein neu- zeitlichen Anschauungen entsprechender Verschrebrbabnbof „entworfen werden, der die Mängel dcr jeßigen Anlage, beseitigt, dabei aber auf die Erbaltnng des Bestehenden und auf die Ausnußung" des Bahn- geländes tunlichst Rücksicht nimmt. Das Empiaygsgebaude braucht nicht erhalten zu werden. Wegen der naheren Bestimmungenuund der verlangten Zeichnungen, Berechnungen und Ausarbeitungen mussen „wir wegen der verwickelten Verhältniss in diesem Falle auf das ausfuhr- liche Programm in der nachstehend bezeichneten Nummer des Wochen- blattes des Architektenvereins verweisen.
Die Entwürfe zum Schinkelwettbewerbe sind bis zum 1. Noveirtber 1912 in der Geschäftsstelle des Berliner Architektenvereins einzureiin-n. Die näheren Bedingungen und den Wortlaut der AuCgaben ent ä1t die Wochenschrift des Architektenbereins vom 20."Dezem er 1911. Die Bewerber müssen sich spätestens bis 'zum 31. Marz 1912 zum Eintritt in den Architektenberein (Berlin, Wilhelmstraße 92/93) gemeldetbaben.
kinz-
Theater und Musik.
Das Königliche Opernhaus bleibt morgen'geschlossen. Der Spielplan kündigt für die Festwoche den Rosenkqbalter“ zum 25. und 27., für den 26. .Mignon' an. - Als Nachmrttagsvorstellun gebx am 2. Feiertage, zum 250. Male wiederholt, „Hansel und ret'el in Verbindung mit dem Ballett ,Die Puppenfee“ in Szene. (Beginn 2[ U r. _ .
2 Im) Königlichen Schauspielhause _Weren an „den beiden Feiertagen, Nachmittags Lok Uhr, zu ermaßigter) Preisen .Der Scbla baum“ von Heinrich Lee bezw. .Der Stbrenfried“ von Roderich Benedßx in der üblichen Beseyung aufgefubrt. Anz 1. Feiertag, Abends, tritt Frau Anna Schramm nach_ibrer Krankbxit um ersten Male wieder in Hugo Lubliners Lustspiel „Die gluckli „8 Hand" auf; an er ihr wirken die Damen Buße, Arnstädt, Heisler und Meder Howie die Herren Vollmer, VaU-xntm, Boettcher und Keßler mit. - Am 2. Weihnachtsfeiertage (Dienstag), Abends, wird H. Sudermanns Tragödie „Der Bettler von SyrakUS“, mrt Herrn Clswing in der Titelrolle, gegeben; die andereii Hauptrollen liegen in drn Hirnden der Damen Poppe und Tbimig sowie der. Herren Pohl, Gcrsexidorfer, Schroth, Kraußneck, Sommerstorff und Zimmerer. - Am Mittwo , den 27. Dezember, wird der „1. Abend von Friedrich Hebbe s „Nibelungen“: „Der gehörnte Sißgfrird“ und „Siegfrieds Tod“, in folgender Beseéung wiederholt: Siegfried: Herr Stqeqemann; Knem- bild: Frau W Uig; Hagen: Herr Kraußneck; Brunhild: Frau Poppe; Gunther: Kerr Geisendörfer' Ute: Frau Buße. "
Die uSgabe der Äbonneurentskarten fur den Mdnat Januar 1912 zu 30 Opern- und 31 Schauspiel- vorstelkungen in den Königlichen TbeaternKfixidet am28. und 29. Dezember, Vormittags von 101 bis1 Uhr, in der Konrgli en Theater- hauptkaffe im Köni lieben SchauspielYause (Eingang Jager traße), und zwar nur gegen Horlegung des A onnementsvertrages, statt. Es werden am 28. Dezember nur die Karten zum 1. Rang und Parkett und am 629. DezeÖnsz diejenißefxnl Zum 2. Rang bezw. Balkon und 3. Ran ezw. 2. a on vera o g. ,
Degr Weihnachtsspielplan des Deutschen Theaters bringt
etroffen, di 1 " li aus Gummibäumen erbaut waren. Wieviel Lurch MtsprTcLersanirkung auf die Eingeborenen getan werden
f a h r t s zw e ck e n inSgesamt 45 000 „“ leßtwillig hinterlassen.
Montag, den 25., „Turandot', Dienstag den 26., „Offiziere“, Mitt- woch, den 27., .Turandot“. - In den Kammerspieken wird am