1892 / 109 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 07 May 1892 18:00:01 GMT) scan diff

“Angekommen:

Seine Excellenzdder commandircndeEeneral des [F. Armee- Corps, Ge_neral ex Cavallcrie Graf von Waldersee, GeneLrlY-Adjutant Seiner Majestät des Kaisers und Königs, von ona.

Yiehtamflithes.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 7. Mai.

Seine Majestät der Kaiser und Köni begaben Sich gestern Vormittag um 113/4 Uhr nach dem Sta tschloß in Potsdam und nahmxn dortselbst die Meldung Seiner Kaiser: lichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen, welcher anläßli Höchstseincs Geburtstags zum Second: Lieutenant im 1. arde-NegimentzF. ernamzt worden,entge en. Unmittelbar darauf über aben Seine Majestät Höchstdense en dem im Lustgarten au gestellten genannten Regimenx. Im Anschluß hieran fand eine Ehrentafel _im Stadtschloß statt. Nachmittags unternahmen Seine Majestät einen Spazier- gang im Park von Sanssouci. Nach der Abcndtafel verabschiedeten Sich hre Königlichen Hoheiten der Großherzog von Hessen und bei hein und der Prinz Heinrich von Preußen gclegentlick) Höchstihrer Abreise von Seiner Majestät.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen hat heute Vormittag von Potsdam die Rückreise nach Darm: stadt angetreten.

In der am Donnerstag_unter dem Vorsiß des Vicc- räsidenten des Staats-Minifteriums, Staatssecretärs des «znnern L)]: von Boetticher abgehaltenen Plenarsißung be- schloß der Bundeskath, der vom Mickzstag dem Reichs- kanzler zur Bcrücknchtigung iiberwiestnen Yetition dcs WaldeckBereinS zu Friedland wegen rerchtdessßli cr Regelung des Vereins- und VersammlungL-rechts und der Eingabe des Mgistrats einer Stadt, betreffend die in einem Bundesstaat ab: gklehnte Zwangsvollstreckung we'gen rückständiger Gemeinde: steuern, keine Folge zu geben. Die Petition de-Z_-_Ilufsichts: raths des internationalen Vereins der Gasthofbeßßer wegen Verbesserung der handelßrechtlichen Stellan dcr Gastwirthe wurde dem Reichskanzler zur weiteren Behan [ung übergeben. Mit der Vorberathung der neuen Bearbeitungen dcs Bahn: polizei-Neglements fiir die Eisenbahnen Deuts lands, der Bestimmungen über die Befähigung von ahnpol' ei: beamten und Locomotivführern, dcr Signalordnung l?ür die Eisenbahnen Dsutschlands, der iormen für die Construction und AUZrüstun?) der Eisknbahnen Deutschlands und der Babnordnung für eutsche Eisenbabrxcn untergeord- neter Bcdeuiung wurden die AuSichüffe für Ei1enbahnen, Post und Tclegraphen und für das Landheer und dieFestungen beauftragt. Endlich wurde über die Seiner Mawstät dem Kaiser wegen Beseßung der im Reichshaushalts-Etat für 1892/93 ncu vorgesehenen beiden Ratbsstelleiz bei dem Rsichs: gericht zu unterbreitenden Vorschläge Beschluß gefaßt.

Heute traten die vereinigten Ausschüsse fiir Zoll: und Steuerwesen und für Handel und Verkehr zu einer Sißung zusammen.

Laut einer Bekanntmachung in Nr. 31 des Reicth-Gescß- blatis von 1891 (vergl. _auch „Mittheilungen der Kaiserlichen Normal-Aichimgs:(§ommis7ion“ Nr.17) find seitDezcmber d. J. Aräometer zur Bestimmung der Dichte von Mineralölen (Petroleum jcder Art oder Herkunft und dessen Producte, wie Benzin, Naphta, Leu töl, Schmieröl und Destillate aus Braun: kohlcn- und Steinkd lentheer) zur Aichung zugelaffcn. Die Anwendun_ dieser Aräomctcr wird erheblich erleichtert und gcsiZcrt durch die Bcnußung von Rcductions: tabellen, welche das für den _Handelswcrtk) und_ die Zollabfertigung entscheidende wccimckze Gewicht bci ]eder Bkobachtungstcmpcratur 0h11€_ weiteres crnchtlich machen. Solche Tabellen sind zunächst für die Petroleumproducte amerikanischer Herkunft von dcr Normal-Aichnngs-Commission unter dem Titel „Tafel zur Erznittelung der Dichte von amerikanischem Petroleum und dwsen Prodncten mittels des Thermo:Aräometch“ herausgvgcch und soeben_ im Verlage

„von J. Springer, Berlin, Monbijouplaß 3, er_Jchicncn. Bx riickiichti t bei der Bearbeitung dieser Tabellen Find vor allkm dic Bedurfniffe der Industrie und dcs Handels. Der Preis lwträgt 2 „FH

Das Central-Blatt für das Deutsche Reich vcr: öffentlicht die vom Bundcsratk) in seiner Sißung vom ?.April beschlossenen Ausführungsbestimmungenzu dem Zuckersfeuergeseß vom 31. Mai 1891 und Bestim- mungen iiber die Zuckerftatistik.

Das „Marine:Ber0rdnungsblatt“ veröffentlicht fol: ende Mitt eilungen uberSchiffsbewegungen (Datum vor cm Orte edeutet Ankunft daselbst, nach dem Orte Abgang

von dort):

S. M Verinefffbrzg. ,Aibatroß' Wilbklmsbavcn 9./4. _ (Post- statiog: Wilhelmshaven.) S. M. S. .Axcona“ Wiibciuwbaven. (Poststation: Wilbelmßbadcn.) S. M. Pzrsbrzg. „Bcomulf' Wil- belinsbavkn 29/4. _( oststation: Wilhelmshgven.) S. _M. S. .Blüchkr“ Kiel. (Po! tation; Kiki.) S. M. szbrzg. „Bremxe' _Wil- kelmsbaven 29/4. (Poststation: Wilhelmsbaven.) M. Pzsbr . ,Brummer“ Wilhelmshaven. (Poststation: Wiibelmsbabkn.) SIR, Krzr. ,Vusiard' 17/2. Auckland 1./4. __ Rundreise durch di? dkutschen Schu ebie'te. (Poststation: Ayia.) S.M._S. ._(Hneisenau' Kiel. (Posts ation: Kiel.) S. M. Av. „Greift Kiel. (Post- station Kiel.) S. M. Av. .Grille" Ki€[ 26/4. _ 26/4. Sonder- buxg. (Poststation: am 3. Mai Pillau, vom 4. bis 6. Mai irüb Danzig, vom 6. Mai früb bis 7. Mai Stkjtin, am 8. Mai Swine- münde, am 9. Mai Stralsund, vom 9. Mai Abends bis 11. Mai Vormittags Warnemündk, am 11. Mai Trave'münde, Vom 12. Mai ab Kiel.) SM. Krzr. ,Habicht' 21/4. Quittab "23/4. ;- (Poskstation: Kamßrun.) S. Vi. Fbrz . „Hab' Wilbelnisbqven. (' oik- ftatidn: WilbelmÖbaven.) SM. Ya t „Hobenzollern' Kiel. ( ost

_ rei

stgtiou:-Kiel.) S.WKnbt. , väne' 25./2. Kamenxn. o kation: Kapstadt.)) SS. Y KKbt. . ' PF.SH_(_U19HN. , tation: ona. . . Fbrzg. „Loreley an nopel. * n: YZ. Mai Konstantmovel, v. 14. bis 16. ai iraeus, v. 17. aiab Alexandrien.) S. M. . ,MarS“ Wilhelms . st ' : Wilhelmshaven.) S. M. Krzr. .Möwe" . . _ s . (Poff- station: Sanfibar.) S. M. S. .Moltke“ 8./4. Kingston ( amaica) 15/4. _ 27./4. Havanna 1./5. _ Norfolk (Virginia). (Po tftation: Noxfolk Virginia).) S. M. Fbrzg. „Nachtigal: Kamxrun. (Post- station: . amerun.) S. M. Vermefffhrz . .metiluS' Kiel. 25/4. _ 25/4. Sonderburg 29./4. _ Kiel. ( oKtation: KielZ S.M.S. „Ni e' Kiel. (Poststation: Kiel.) S. . Fbrzg. . tier“ Kiel. (Poxtstation: Kiel.) S. M. Transportdmpfr. _.;épelikan“ Kiel. ( ost- _iation: Kiel.) S. M. Minens uls iff . bein" Kiel. ( okk- *_tation: Kiel.) S. M. Krzr. ,k- wa e' Dar-eszSakam. ( oi- "tation: Santbar.) S. M. szhrzg. ,Siegftied' Wilhelms- Haven. (Posts ation: WilhelmshaVen.) S. M._ _Krz'r. .Sperber' 12/4. Sydney. 3/5. _ Ayia. (* ojtytation: Ayia.) S. M. S. .Stosch' Kiel. (Poststation: 'el.) S. M. Knbt. ,Wolf*18./3. Shan hai 12./4._ 14./4. Na asaki 4/5. _ Shanghai. ( oststation: Hon QUE) Kreu er-Gesychwader: S. M. S. „„ ipzig“ (Flaggschiff), O.M.S. . lexandrine“, S. M. S. ophie' 10./4. Dar-es-Salam 19./4. _ 19/4. Sansibar; S. M. S. „Leipzig“ und S. M. S. .Alexandrine' Sannbar 2/5. _ Seychellen. _ Colombo. (Poststation: bis 9./5. Colombo, vom 10. bis 13. Mai Singapore, vom 14. Mai ab Hongkong.) S. M. _S. „Sophie“ SaYbar. (Poststation: Sansibar.) Manöberslotte: S. M. . .Baden' (Flaggschiff), S. M. "“7 S. .Oldenburg“ Kiel. (Post- ]

S._ „Bayern“, »» M. station: Kiel.) UebunM-Ge cbwader: S. M. S. ,“riedriY Carl“ (Flaggschiff), S. . _S. „Deutschland', S. M. S. „Friedri der Gro“e“, S. M. S. .Kronprmz“, S. M. Yv. „Macht" 22. 4. Kiel. ( oststation: Kiel.) S. M. S. „Prinzex; Wilhelm“ 24/3. Kiel. ( oststation: Kiel. _ Torpedoboots-Flottille: S. M. Av. .,Bliß“ (Flotillenfng), S. M. Torpedodivifionsboot ,L). 1“, S. M. Torpedoboot „Z. 7', S. M. Torpedoboot „8. 8“, S. M. Torpedoboot .8.9“, S. M. Torpedoboot ._8_. 10“, S.M.Torvedoboot „8.12“, S. M. Torpedoboot „Z. 14“ Kiel._ ( ostsiation: Kiel.) S. M. Torpedodivifionsboot «„1). 8", Wilbe mZhaden. “(Post- station: Wilbeltnsbavxkn.) «. . Torpedoboote „Z. 15“, „Z. 16“, „Z. 17", „Z. 18“, „Z. 19“, „Z. 20" Wilhelms- bayen 25/4. _ 27:4. Kiel. (Poststation:_ Kiel.) _ Ablösungstransport: für S._Yk. S. _,Leipztg' __ganze Besaßung _, S. Mk. S. ,Mexandrmef, S; M. Kbt8._,Wols* und .Jltis' _ Besaßungstbeiw _ Aqueiie mit dem Dpir. „Lawanzz' der Féliltséhkn Danipfschiff§rbkd€rei zu «Hamburg: WilbelinsbaVLn 27., 4. _ do ombo.

Hel oland. Ueber denAufenthait Seiner Majestät dcs KaiJers auf Helgoland am vergangenen Freitag biin t das „Hclg. Wchbl.“ folgende Mittheilung: Am 28. v. 9 ., Mittags 1 Uhr, hieß es, das_ _Panzerfahrzeug „Beowulf“ sei in Sicht und habe Seine Majestät den Kaiser an Bord. In ailer Eile wurde die Insel_ ur würdigen Begrüßung Seiner Majestät in reichen21aggenchmuckverseßt, und als der ,Veo: wulf“ seine Anker fa en ließ, die Kaiserliche Standarte am Maste sichtbar wurde und die Salutfchüsje von der Insel herab Über das Meer hinweZdampften, war Alt und Jung auf den Beinen, um bei der Lan un Seiner Ma _estät zuge en zu sein. Auf dcr Rhede lagen ©. M._ Schiéi „Bremße“ und mehrere Torpedoboote sowie der Poxtdampfer „Ariadne“, lcßtcrer reich bcilaggt. Seine Majestät landete in Begleitun Ihrer König- lichsn Hoheiten des Prinzen Heinrich und des ?'rbgroßherzogs von Oldenburg sowie anderer _hoher Pcrsönlichkettsn. Nach einer Be11chtigung der Fctungsbauten und Einkehr in dem RegierungSgebäude begab Sich um 6_Uh_r Seine Majestät wxedcr in das Unterland, wo 2l11erhöchxtderyelbe das ncucrbaute Badehaus in Augenschein nahm. Sodann kehrte Seine Majestät, von dem begeisterten „Hurrah“ der auf der Landungsbrücke nachdrängcnden Menge begleitet, zurück an Bord des „Beowulf“, der am folgenden March um 81/2 Uhr seine Anker lichtete, um nach (Hecstemünde weiterzudampfen.

Bayern.

München, 6, Mai. Die Kammer dxr Abgeordneten hat in ihrer heutigen Sißung, wie der „Köln. Zt .“ berichtet wird, das Ausfiihrurx Sgeseß zur Kran cnkasscn- Novelle an einen Auschuß von vierzehn Mitgliedern vcr- wicsen. Ferner wurde gegen den Widerspruch der Regierung beschlosssn, die Eingaben wegen Abänderung des Vieh- qewährscbaftsgescßes, unter Streichung der Lungen- und Perlsucht als Gewährsfehler, der Regierung zur Würdigung

zu überweisen. Sachsen.

Dresden, 6. Mai. Ihre Majestäten der König und die Königin begeben sich dem „Dr. J.“ zufolge margin Vormittag zu mehrwöchigem Aufenthalt nach Schloß Sibyllenort.

Württemberg.

Stuttgart, 6. Mai. Wie der „St.:A. f. 52.“ erfäHrt, ist für das“ diesjähri Kaiser-Manöver vorläufig folgende Zeitsintheilung in zlueF-ficht genommen worden: Sonntag, 18. September: Eintreffen Seiner Majestät des Kaisers in Karlsruhc. Montag, den 19. 'Scptcmber: Parade des )(U'. Armchorps bei Karlsruhe. Dienstag, 20. Sep: timber: Parade des )(111. Armce-Corps bei Stuttgart. Mittwoch, 21. September, CorpL-Manövcr des ITU]. Armsc- Corps in zwei Parteien gegen einander. Donnerstag, 22, Freitag, 23, und Sonnabend, 24. September: Manöver dss )(111. gegen das )(U'. Armee:Corps. Wo die Manöver fick) abspielen werden, läßt sich jeßt mit Bestimmtheit noch nicht sagen. _ An den Kaiser: Manövern wird auch das zum )(i'. Armee-Corps abcommandirte 8. ananterie=Regimcnt Nr. 126 (Groß: verzog Friedrich von Baden, wslchcs von Bsginn des Negimentßexerciwns an zur 54. Jnfanteric-Brigade übertreten wird, theilnebmen. Sodann wird über die Zeit der Corps- Manöoer anf 14 Tage eine weitere Division, bestehend aus zwölf Landwchr-Jnfanterie-Batailloncn, wslche in vier Regi- menter und dic1e in zwei Brigaden cingetbeilt werden, formirt; Cavallerie und Feld-Artillerie wird diese Divifion aus den Linien-Truppen zugetheilt erhalten.

Baden.

Karchruhe, 6. Mai. Die „Karlsruher Zeitung“ der- öffentlicht, wie telegraphisch berichtet wird, ein Dankf ck) reiben Seiner Königlichen „Hoheit des Groß?erzog6 fiir die an: läßiich des Regierungs-Zubiläums veran talieten Kundgebungen.

Hessen.

Darmstadt, 6. Mai. Ihre Königliche Hoheit die Vrinzessinéeinrich von Preußcn hat nach der „Darmst. Zi .“ heute bend mit dem Prinzen Waldemar die Rück: 72 nach Kiel angetreten,

W €56 Ma Ihr “2 lch Hh eimar, . i. e (in' i e o eit d' Großherzogin hat fich gestern Abend an ihre in Schlesietxxe belegene Befißung Heinrichau begeben, von wo sie der „Tdh. ÖT.“ zufolge Ende des Monats hierher zurückzukehren ge en .

Sgthsen-Cobnrg-Gotha.

Coburg, 6. Mai. Ihre Hoheiten der Herzorg und die Herzogin haben folgenden Erlaß bekannt machen affen:

Zum Ta e, an welchem Wir still in der Ferne die Feier Unserer ?_oldenen HNL eit begin en, sind Um“; von überallber, zumal aus der teben __“matb, aus Stadt und Land Unserer Herz tbümer, in tele rap nchen und briefl' Glückwünschen, in kürkäleriscb aus, Hefti tt_en Adreffen und köst ichen Festgaben, so unendlich viel Zeichen rcundlicbster _und treuanhänglicher Gesinnung zu tbeil geworden. daß es Uns drangt, von ganzem Herzen dafür Dank zu s en. Die Fülle der Zusendungen macht Uns unmöglich, jedem EinzYÜ-iien egenuber_ es zu, thun; aber jeder Einzelne möge aus diesen Zyklen erabren, nne warm seine Tbeilnahme "Uns berührt hat und rote da_n ar egen Gdtt Wir es empfinden, daß Unsere sorgende Liebe nir Un yr Land jo treu und herzlich Mvidert wird. Wir werden des; immer mit Freude und Rührung eingedenk sein.

Nizza, im Mai 1892.

Ernst, _ Alexandrine. Herzog und Herzogin von Sachfen-Coburg und Gotha.

_ Uexber die Feier in Nizza ist der „Cob. Ztg.“ folgende Miitheilung zuqegangen: „Am 3. d. M., Vormxttags 11 Uhr, hat in dem von Jhrxn Hoheijen bewohnten (311503311 (16 173an dur_ de_n xvangelisihen Geistlichen von Nizza in feierlichster Wet e die Emsegnung des Hohen Jubelpaarsstattgefunden. Bei dem Herzog und der Hxxzogin find telxgraphische und briefliche _(Hratulatwgien, sowie kojtli 6 Blumen penden und Festige chenke in fast unuberyehbarer_Zah eingetro en. Von _Fürstr keiten brachten persönlich Gluckwünsche dar hre Königlichen Hoheiten dcr Großherzog und die Großhxrzogin von Mecklen- burq-Schwerin, die Prinzesyin Clementine und

.die Prinzen Philipp und Ferdinand von Sachsen-

Cobyrg=Gotha Seine Majestät der Kaiser sandte zugleich Mit seinem Glückwunsch eine werthvolle Por ellanvaje. Die Herzogin verehrte, wie die „WeimZtg.“ erfälth, ihrem Gemahl ein Bild, das die Hochzeitsfeierli kit in der Schloß- kapelle zu Karlsruhe am 3. Mai 1842 darstellt. Das Ge: mälde, das nicht weniger als 90 Figuren, darunter 34 Porträt: figuren, enthält, stellt die Scene dar, wie Großherzog Leopold von Baden, der Schwie ervater des Jubilars, diesen nach erfolgter _Trauung beglü wünscht. Der prächtige Rahmexi, der es umjcbließi, trägt auf goldenem Grunde die Jnschrisi: „Jn dankbarer Erinnerung an fünfzig Jahre be- glückxndjtcr Ehe Ihrem innigstgeliebtcn Gatten Herzog Ernjt 11. von Sachfen-Coburg gewidmet als bleibendes Familien- Dcnkbild von Alexandrine, geborenen Prinzessin von Baden, 3. Mai 1892.“ Ich Herzogliche Paar hat den Festtag in krwünschtejtcm Wohlxein begangen..

Anhalt.

De_ssau, 6. Mai. Heute Nachmittag fand im hiesigen Bahnbor-leqtei zu Ehren des Tcheidenden Staats:Ministcr-Z von Rrong cin Abschicdsmah statt, bei dem nach dem ,A. St. 21.“ dcr Landtags:Prästdent Lezius den Toast auf en Minister ausbrachte.

Oesterreich-ngaru.

Der Kaiser empfing heute den AbschiedsbcsuY des Großherzogs von Luxembur , der nach Schldß „ohen- burg _in Bayern zurückkehrt,_ful)r x?pätcr bei dessen Hotel zur Abschiedsvisrte vor und ließ, da der Großherzog abwesend war, stine Karte zurück.

Auswärtige Biätter hatten gemeldet, der Erzherzog Albrecht werde _nch im nächsten Monat nach Belgrad be- geben, um den vorjährigen Besuch des Königs von Serbien in Ischl im Namen des Kaisers Franz Zoskph zu Erwidern. Dieser Nachrichtwird, wi? „W. TB.“ meldet, in unterrichteten Kreisen kein Glaub-xn eschenkt.

_ Eine Conéerxnz der Club:Obmänner beschäftigie sich gestern in Anwejcnhcit dss Finanz-Ministers [)1'. Steinbach mit der Bchandlunq der Val'utavorlagen und einer Fest: ste_[lung des yariamcntarisckzen Arbeithrogramms. Der Fmanz-Minixter machte den Vorschla , nach Einbringung der _Valutavorlagen mit eincr _]nzahl Abgeordneten verschwdener Parteien zwanglose Besprechungen behufs Mxmungsiiustauschcs vorzunehmen. Die Obmänner erklärten, dicien Vorschlag erst nach der Beschlußfassung der einzelnen Clubs beantworten zu können. _ Jm Abgeordnetenhause brachth der zur antisexnitischen Gruppe gehörende Abg. Schleiinger und Genoyseu eine Resolution gegen die Einführung der Goldwährung und für Amor: tisirung dcr Staatsschulden ein.

Großbritannien und Irland.

“Dcr Marquis von Sa_lisbury_ hat gestern in einer großen Versammlung der Prnnrosc-(Hejellschaft im Convent: garden-Thcater zu London eine Rede gehalten, die deshalb bemerkenswerth ist, weil fie die Stellan der Regierung zu der Homerulefrage in dem bevortehcnden Wahl- kampf deutlich kennzeichnet. Nach dem darüber vorliegenden Wdlff'schcn Telegramm führte der Premier-Minister aus: Ein gewaltiger Kampf stehe bcvor, welcher eine Entscheidung von höchster Wichtigkeit für das englische Volk herbei: führen werde. .Homerule werde nicht den Frieden, sondern eine Zeit bür Lrlicher und religiöser Kämpfe bringen. Der Premier-MiniZer rieth hierauf den Conservativen und Univ: nisten, hinsichtlich der nächsten Wahlen alle Kraft aufJubieten, um Homerule abzuwehren, denn Homerule würde as Art- sehen En lands vernichten und seine Macht in allen Welt: theilens wächcrx.

In der gestrigen Unterhaussi-ßung hat sich der Erste Lord des Schaßes Balfour über die schon erwähnte Eingabe der conservativen Abgeordneten, welche Maßregeln egen die Einwanderung m_ittelloser Ausländer eantragt, folgendermaßen geäußert: C'r kenne den viYeitig im Lande kundgegcbenen Wunsch nach einer Mc ode zur Behandlungd der ange der Einwanderung _ solcher Fremden, ic vorausyichtlich dem Lande zur Lajt fallen würden: er ebe auch zu, daß verschiedene Umstände, darunter die Action auswärtiger Regierungen, die AUS- wand-srung vom Festlande nach England wesentlich beeiniilussen und zukünftig in noch stärkerer Weise beeinflussen dürften. Die Sache biete viele Schwierigkeiten; der Minister des Innern erwäge jedoch sorgfältig eine im Hause einzubringende

'Im-lage, die der Regierung hinreichende Gewalt _ zur Be:

' d n dstegeuftandes ew"re. .

“han'lZZa'L Schwu'rßericht atarhn der gestrigen Verhandlung _ egen die Anarchi en Nicholls und Mowbray Reduc- teur bezw. .HerauSgeber des a archistischen Blattes ommon- weal“, ersteren zu 18 Mo aten ZwangSarbeit verurtheilt,

[esteren freigesprochen. Frankreich.

- Der 5Kapst hat, wie_ _telegraphisch aus Paris berichtet

wird, an ie sechs franzostchen Cardinäle ein Schreiben

- gexjchtet, worm kurz die auptpunkte der leßten Encyklika

* ieder olt und diejenigen Conservativen ene isch etadelt Ierdenh, die, wenn auch_ im Glauben, Ker ?)?eligion zu dienen, au! Grund _ihrer personlichen Anschauung “oder um politi cher Parteizwecke willen die nothwendige Einigkeit aller Katholiken stdren und das_ öffentliche Wohl hintan: WM. Die Encyklika dulde mcht zweierlei Deutung; ihr Sinn sei: man müsse die Republik xmbedmgt, ohne Hintergedanken und mit vollkommenster Ehrlichkeit anerkennen und ihr als der von Gott gekommenen Staatsform unterthan sein. Eine Stelle des Sendschreibens _spricht yon den beilagenswerthcn Vorfällen der jüngsten Zett, womit auf die anarchistischen Attentate hingedeutet wird, _und schildert diese als olgen der Bestrebungen, welche auf d1e_Entchristlichung Fran ei 6 ge: richtet seien. Das Yandschrexbew schließt mit einem rotest gegen die Freiheits eraubung, die der päpstliche Stuhl in Italien erleiden_müffe.

Der Deputtrte Kranß ist zum General-Commissar für die Ausstellung in Chicago ernannt worden.

Im MonatApril ergaben die indirecten Einnahmen 41/2 Millionen Francs mehr, als im Budget angenommen, und 13/4 Millionen Francs mehr als im Vorjahre. „Die Zöllebsind um 2300000 Fr. hinter der Budgetziffer zuriick:

eblie en.

9 Das Leichenbegängniß des bei_ der Explosion im Restaurant Véry verwundeten und, wie _ejtern cmeldet, verstorbenen .Hamonod soll nach einer eldung es „W. T. B.“ auf Staatskosten stattfinden. _

Die Republik vo_nSan Donitngo hat für die frau- zösischen Producte dicjelben Zollvergünstigdngcn be- willigt, die den Vereini tcn Staaten zugestanden 1ind.

Von dem die Exde ition ge_gen Samort) (im Senegal, Afrika) befehligenden Obersten Humbert ist ein Telegramm eingegangen, dem zufolge Lieutenant Huillard bei_ Auf: ständen in der Nähe von Suba, fünfzig Kilometer 1üdlich von Seßu, getödtct worden sei._ Capitän Briquelot sci dahin a gegangen und habe mit 1einer _Mannschaft _die Auf: ständischen in drei Gefechten zerstreut. Ans fran: „zösischcr Seite seien fünf Eingeborene getödtet und zwei: unddreißig, gleichfalls Eingeborene, verwundet worderz._ Capitän Briquelot, Lieutenant Poitevin und der Schiffsfahnrich Deffaux hätten leichte Verwundungen davongetragen. Briquclot sei nach Se u zurückgekehrt. _

Den französiscZewKanonenbooten,_ die auf dem Uiéme (an der Sklavenküjte) operiren sollen, ist von England 'das Passiren von Lagos gestattet worden. '

Rußland und Polen.

Die GctreidecommisYion hat der „Nord. Tel.:Ag.“ zufolge auch der Freigabe es Exports der Haferdor: räthe aus dem Hafen von Archan el zugestimmt; deHgletchen sei die Freigabe der Maisaus uhr aus dem gesammten Reiche genehmigt, Ueber die in den leßten Tagen veranstalxte Au fnahme d er Getreidev orräihe an den Hauptmärkten tm Innern des Landes sowie an den Hafenpläßen smd nunmehr die teicgraphischen Berichte in St. Petersburg eingegangen. Danach haben, wie „W. T. B.“ erfährt, die Getretdevorrätlxe seit Neujahr eher zu: als abgenommeri. Der Bedarf fur die Volkßverpflequng fei vollständig gc1rchert, außerdem ei_ em namhaftes etrcidS-Exportmaterral, insbesondere an etzen, vorhanden.

Gestern ist ein Ges 23 veröffentlicht worden, welches die Organisation der privaten Ber werke __ sowie die Leuerung von Arbei tern fiir diese betrifft und 112 unter die

ontrole der Regierung stellt.

Italien.

_Uebcr die Ursachen der Ministxrkrisis äußert sich ein "Artikei der „Nat. th.“ dahin, daß ,ich die Anhänger CriSpi's “und die radicgle Linke zum Sturze Nudini's vereinigt hatten: exsterc, weil ste den Militär-Etat verstärken, leßtere, weil sie diesen Etat noch weiter herabgc'eßt und Ersparunqen erade auf dtejcm Gebiete herbeigeführt milieu wollten. Die er Fundamen- tqle Gcgerxsaß bilde auch für die rasche Lö1ung der Krisis dle Haudtychwierigkeit, zumal es zu gleicher Zeit gelte, das Dcficii _tm Staatshaushalt (nach der lthcn Rede Rudini's 33 Millionen, wovon 20 Miliionen durch Reform der Erb: schaftssteuer und Einführung des Zündhölzchen:Monopols gedeckt wexden sollten, während der Rest von 13 Millionen durch andere Eripdyungcn aufgebracht werden sollte) zu tilgen. Das Cabinet „Rydtm, das in seinem miprünglichen Programm erklärt hatte, keinerlei neue Steuern zu verlangen, habe sich geqenüber den ungünstigen inanzvcrhältnissen in einem argen ilenzma be- funden, da die Politik der Ersparnisse nach der Auffassung der Einen vor der Armee und Marine alt machen sollte, während die Anderen nach dem Aüheilmtttel der radicalen Linken (?mbriani u. Gen.) gerade auf diesem Gebiete ihre franzosen reundliche Gesinnung und ihre Abneigung gegen den Dreibund an dcn_ Tag le ten.

_Die französischen Bättcr legen, wie „W. T. B_.“ aus Paris meldet, den Sturz Rudini's in ihrem Jntereffx aus und erbiixken darin, obwohl doch nur ein Theil der MaLorität Eyparnzsje auf militärischem Gebiet erstrebt und nach Frank: re_tch neigt, einen Beweis dafür, daß das italieni che Parlament nichts mehr vom Dreibund wissen one' as „Journal ch Débats“ hebt hervor, der M1nister:Präsident sei an dem Widerspruch gescheitert, der zwischen den Verpflichtungen der

[Utanz und der Ersparun Spolitik bestehe. '

In der _gestri en c*ißung der Deputirtenkammer ,zeigte der Minister: räfident Marchese di Rudini formell M, dgßdas Cabinet seine Demis ion gegeben und daß der_ Konig fick) seine Entschließung vorbehalten habe. Die Minister würden die laufenden Geschäfte inzwiéchen weiter Versehen. Dre Kammer hat sich sodann auf unbetimmte Zeit

vertagt,“ Der König hatte gestern Besprechungen mit cn

' Präsidenten des Senats und der Kammer. _ Nach Ansicht

_r römis chen Blätter werde die Ministerkrisis vdraußsick)? [[ck lange_and_auern und schwierig zu lösen sein. Ste erortexn die Moglichkeit einer Combination Saracco-Giolitti, sonne

_ eines Cabinets Farini, da nach Aussage der Freunde Rudini's

;“

leßterer die Bildung eines Cabinxts nicht wieder übernehmen wolle. Gini e Blätter meinen, Jedes neue Cabinet werde all- gemeine Wa ten ausschreiben mussen.

Shania.

_ Die xandelsyertrags:Unterl)andlungenSpaniens m1t Gro britannien sind laut Meldung des „W. T. B.“ aus Madrid abgebrochen worden, w_e1l Spaxiien es abgelehnt habe, die Clausel bezüglich der meistbegunsngten Nation auch auf die Colonien aUSzudehnen.

Schiveiz.

„In Lausanne, wo bekanntlich am 29. U. M. in einer Vorstadt ein anarchistisches Attentat stattgefunden hat (s. Nr.104 d Bl.), find am darauffolgenden Sonnabend drei fremde Anarchisten verhaftet worden. Die Voruntersuxlzung ist noch nicht beendigt. Ob ge en die drei Indio: nen auf _ Grund des Bundesstrafre ts oder_ des madi- ländiichen Strafgeseßcs vorgegangen werden kgnn, laßt fich, wie der Berner „Band“ schreibt, erst beurthetlen, wenn die polizeiliche Voruntersuchung ab eschloffen lst. Sollten sich keine AnhaltsPunkte zu strafrechtliZeni Eiyschreiteti ergebext, so werde der BundeSrath die drei Anarchisten admmistrativ ausweisen, in Anwendung von Art. 70 der Bundesvyrfaffung, wel er vorschreibt: „Dem Bund steht das Recht zu, __Fremde, wel e die innere oder äußere Sicherheit der E1dgen011enfchaft gefährden, aus dem schweizerischen Gebiete weazuweisexi.“

In Luzern war in leßter Zeit die _ommisnon des Ständexaths zur Berajbung des BundeSgUe es über die Organimtion der BundleechtSyflege ve ammelt. Die Commisfion hat die allgemeinen Bestimmungen des Entwurfs bereits bis zur Frage der öffentlichen oder geheimen Berathung des Bundeßgerrchts durchberathen und ohne wesentliche Abände- rungen angenommen. Der Vermehrung der Mitgliederzahl des Bundesgerichts von nxun auf vierzehn und Thexilung des: selben in zwei gleich große Abtheilungen von je sieben Mit: gliedern wurde zugestimmt.

Ueber dieFrage derBefestigung des oberen Rhone: thals wird der Chef des schweizerischen_Militärdepartewents, Bunchrath Frey dem Bundesrat!) nächstens Bericht erstatten und Antrag teilen. Von den beiden unkten, die dabei in Betracht kommen, St. Maurice und artigni) im Canton Wallis, wird, wie die 1chweizer Blätter vernehmen, die Be: festigung von St. Maurice wahrscheinlich den Vorzug vor demenigen von Martigny erhallen. Die Befestigung von Martigny würde etwa zwölf Millionen, die von St. Maurice nur zwei Millionen kosten. "Die am 30. Mai zusammen: tretende Bundesversammlung diirfte sich bereits mit der Be: festigungsfragc zu beschäftigen haben. Es sind nur halb- permanente Befestigungen in Ausficht genommen. (In Nr. 106 des „R.: u. St.:A.“ war auf Grund telegraphischer Meldung von_ der Befestigung von St. Moriß die Rede; es muß also heißen: St. Maurice, was nicht zu verwechxeln ist mit dem in Graubünden liegenden St. Moriß.)

Belgien. .

Zn Lüttich und Umgebung sind troß der zahlreichen Verhaftungen von Anar ck ist en abermals mehrere Dr) 11 ami t: ans chläge verübt worden. So wurde, wie man der „Mgdb. Ztg.“ berichtet, das Schloß Hombroux, wo der reiche Gutsbcnßer Paques wohnt, infolge einer D namitexplosion beschädigt und gleichzeitig in dem Vorort crsta? ein Dynamitverbrechen unternommen. Auf der Schwe e des Sélys'schen Hauses, dem Schauplaß der Explosion vom 1. Mai, wurden gestern atronen mit com: primirtem Pulver gefunden. In der » acht zum Frxitag wurde ein Anarchist, Namens Ehx, angeblich L_M Deutscher, und gestern Abend ein gewisser Fonteyn verhaftet, der der Verbreitung anarchistischer Schriftstücke verdächtig erscheint. Nach Meldungen aus Alleur wurden dort in der Nacht zum 6. d. M. an einem Fenster der Wohnung des Bürgermeisters zweiPatronen aufgefunden, von denen die eine explodirte und mehrere Fensterscheiben zertrümmerxe. Aus Arras endlich wird dem „H. T. B.“ gemeldet, daß die Eisenbahnbrücke bei Belgisch-Steenbcque durch eine Dynamitexploswn bc- schädigt worden sei.

JnfoHZZe der fortdauernden anarchistischen Attentate _hat die belgische“ egicrung nunmehr in AusführunJydcr Ve1chlü11e des besonderen Ministerraths, der am 3. d. . unter dem Vorstße des Königs tagte, einen Ausschuß zur Aqubeitung eines Anarchistengeseßes eingeseßt. Durch dieses Geseß soll, wie man dem „Hann. Cour.“ aus Brüssel berichtet, dc; Justiz: Minister ermäcbtigt werden, die dort erscheinenden anarchistischen Blätter „L'Homme libre“, „La Révolte“ und andere ähnliche Schriftxn zu unterdrücken, was nach dem gegenwärtigen Vreßgejeße nicht angängig ist. Das neue Geseß soli fe_rn_cr selbst den Versuch, einen gemeingcfährlichen _Sprengjtoff m verbrecherische]: Absicht niederzule cn, mit Todesstrafe bedrohen. Durch ein besonderes Gech so sodann die Herstellung de_s Dyndmits und anderer Sprengstoffe sowie dex Handsl damrt der strcngen Ueberwachung des Staates unterstellt werden. _

Die Milizklasscn von 1887 und 1888, welche anläß- lich der am 1. Mai erwarteten Kundgebungen eingezogerx worden waren, werden, wie „W. T. B.“ aus Brüssel erfährt, aus einen Monat entlassen und später einige Tage vor den Wahlen zur constituirenden Versammlung wieder einberufen werden.

Der Antra der Regierung, zu den bevorstehenden Wahlen die Zahl der enatssiße auf 76, die der Dcputirten- siße auf 152 zu er!?öhen, hat die Zustimmung der Kam: mer gefunden. Diee hat nunmehr vor dem Ende der Session, das in die Mitte des Monats Mai fallen dürfte, nur noch zwei chierungsvorlagen u erledigen, und zwar das außerordentliche Budget und ie olltarifvorlage. Bezü lich der lc teren wird dem „Hamb. orr.“ gemeldet, daß der ammeraus chuß_ die von der Regierung vorgeschlagenen Zollsäße auf franzöfiyche Erzeugniffe und Producte der Textil: ix_idustrie von 10 auf 15 Proc. erhöht und auch hohe Einfuhr: zolle fur andere Artikel, wie Wäsche, Mehl, Malz, (Gerste 2c„ hinzuZefügt habe.

xr Senatsausschuß hat in seiner gestrigen Sißung bcschlonen, alle Anträge auf Revision der Verfassung den neuen Kammern zu unterbreiten, aber die Umgestaltung des gcgenwärtigen Senats abzulehnen.

Rumänien.

Die Regieriing hat, wie „.I. T B.“ berichtet, _den (Heneral-Pxocurator beau agt, die Untermchung m_ der _Rustjchuker Bom enaffaire- persönlich zu leiten. Die Untersuchung hat bis ]eßt ergeben, dqß das Complot nicht nur gegen die Ordnung rn Bglgarien, sondern auch gegen die Ruhe und Ordnun aller großeren Städte des Orients gerichtet war. Bisher fin dem

„W. T. B.“ ?ufo m ..dieser Ange eg

e in das Gefängnis; in Bukarest sieb tt it verwickelß Persdnm eingeliefert wordt?» Montenegro; „. Dxr Conseil-Präsident ist, wie „'W. T. B.“ aus Cetinxe meldet, gestern nach Skutari abgereist, um den Besuch des General-Gouverneurs Abdul Kerim:Pascha zu

erwidern.

Dänemark. __ Kopenhagen, 6. Mai. Der Reichstag ist heute er: . offnet worden. Im Landsthing und im Folkething wurden * die bisherigen Präsidenten wiedergewählt.

Amerika.

- Der „New York Herald“ vom 5. d. M. veröffentlicht ein Telegramm aus Cumana in Venezuela, in welchem es heißt: Einem bisher noch mxbestätigten Gerücht zufolge sei Genexal Cas a nas, der Oberftcommandirende der Armee des Präsidenten, in Calabo o, von einem Dußend Soldann, die vor aben, von den Aufständischen desertirt zu sein, ékfnordet wor en. Zugleich versaute, Valencia sei von der Neger: Armee des Jusurgenten-(Henerals Mora erobert worden.

Parlamentarische Nachrichten.

In der heutigen (59.)_ Sißung des Haxses der Ab- geordneten, der der Mnijter des Innern Herrfurth, der Finanz-Minister ])1'. Miquel und der Minister der öffent- lichen Arbeiten Thielen beiwohnten, wurde der (Heseßentmurf weißen Verlegung der Landes-Buß: undBettage ohne Dc alle in dritter Bekäthung angenommen. Die zu diesem Gesetzentwurf eingegangenen Petitionen der Handelskammern in Wiesbaden, Lüneburg, Kiel, Frankfurt a. O., Göttingen, Düsseldorf und des Directoriums des Vereins für die Rüben Ucker- Industrie des Dcutschen_Reichs um Festseßung eines an eren, als im Geseßentwurf bettimmten Tags zum Buß: und Bet- tag wurden auf Antrag der Petitionscommission durch die Beschlüffe Zu dem Geseßentwurf für erledigt erklärt.

Es fo gte die zweite Berathung des Gescßentwurfs über die Erweiterung, Vervollständigung und bessere Aus-rüstung des StadtZeifenbahnneßes.

Die Bud etcommrssion beantragt die unveränderte Annahme des cseHentwurfs. [12er die Frage der Nach- bewilligung von Mehrkosten für bereits früher" be- willigte Secundärbahnbauten , sowie darüber, ob es wirthichaftlick) richtig sei, die Miitél für Er: neuerung _und Erweiterung von Bahnhöfen, Wsrkstätten und Wagcnjchuppen, für vermehrte Geleise und für Erneuerung des Betriebßmaterials ferner aus Anleihen zu entnehmen, beantragt die Commission folgende Resolytion:

Die Regikrung aufzufordern, die für den Ernsusrun sbau yon Bahnhöfen Erfordsrlichen Bedürfni1e in dem Staatsbank; alts-Etat auszubringen und demgemäß die ittel zur Befriedigung derselben auf dem für den Staatshausbalts-Ctat gegebenen Wege zu beschaffeé'n.

Zur Herstellung neuer Eisenbahnlinien und zur BK- schaffung von Betriebsmitteln für sie verlanZt die Vorlage 26 289000 416, und zwar 1990000 „FH für die inie Gramenz _Bubliß, 2 450000 «46 für Hchievelbein-Poizin, 5 300 0007“: für Stettin_Ja1eniß, 6569000 „75 für Geestemünde_Stade, 3290000 «FH für Paderborn_VÜren, 3 000000 «M für Bier- feld_TÜrkieZ-Miihle und 3690000 «FH für Betriebsmittel.

Die ersteren vier Linien wurden nach kurzer Debatte be:

willi t.

Yei der Linie Paderborn_Büren wünschte Abg. vom Heede (nl,) den baldigen Weiterbau der_Linie nach Brilon und nach Geseke zur Verbindun mit Lippstadt.

Der Minister der öffentlichn Arbeiten Thielen onte die Entscheidung dariiber der Zukunft überlassen,

Die AbglgHesse (Ceytr), v0n_ ilgrim ?freicons.) und ])1'. Düncke berg (nl,) 1chlo1sen fr den Aus ührungen des Abg. vom Heede an, Abg. _1)1'. Sattler (nl,) beantragte die Zurückverwsisung diescr Pojxtidn cm die Commisnon.

Der Antrag Sattler wurde abgelehnt, die Linie bewilligt, ebenso nac? kurzer Debatte die Forderung für die leßte der sechs (inge Ührtcn Linien, deSglcichen die Betriebswirtel für diese Linien und die Forderungen zur Anlage zweiter, dritter oder vierter Geleise auf den Strecken Thom_Korschen4816320„4ß, Trier_Landesgrenze bei _Sierck 1 275 00036 Chorzow_Georg: grube 1050000 „M, Ko1el_Kandrzin_Nendza 1270000 «% Ebenso wurden die eutsprechenden Forderungen bewilligt für die Strecksn Breslan_.§éöni_gSzclt 400 000 «M zum Grunderwerb, Berliner Ringbahn zwiichen Schöneberg und Signal- station Mix). 150000 „FC:, Ringbahn zwischen Wilmers: dorlf : Friedenau und Halensee be w. Halensee : Grune- wa d 1537000 „is:, Char offenburg_ runewald 835000 „16 ,und die übrigen Positionen dieses Abschnittes der Vorlage, u. a. Bahrenfeld_Blankenese 59500035, arburg_ Buxtehude 1 000000 W,_Sagel)orn_Bremen 550 W Für den _Ausbau der Bahnstreckxn Morgenroth-Veuthen O-S. (Boriigwerk)_Karf einschließlich Erweiterung der Bahnhöfe Morgenroth, Borfigwerk, Peiskretjcbam, Kari und Beuthen O.:S. werden 7 400000 „46 gefordert. Dazu lag eine _Petition der DonnerSMarckhütte in Zabr e vor, welche die Herstellung einer Haiiptbabnverbindung (Zwis cn Karf und Bohreck beantragt und den Anschluß ihrer isen- und Kohlenwerke an die ober: schlesische Schmalspurbahn durch zwei verschiedene Lixiien, Er: mäßigunq der für fie gültigen Tarifsäße und entxprechende Zuriickerstattung der_ seit dem 1. Oktober 1890 zu viel gezahlten

eiträZe wünscht, jowie um die; Beförderung ihrer Frachten nach : esterreich auf dem kürzesten Schienenzvege und um Aufhebun der Oderber er Brückengebühr nachxucht.

Die udqetcommiston beantragt, die Petition in ihren ersten beiden Punkten der Regierung als Material zu über- insdßn, im übrigen durch Uebergang zur TagLSOrdnung zu er e 1 en.

ie orderung wurde bewilligt, nachdem _Abg. Szmula

(Centr.) "r den ersten Theil _der Petition _xingetreten war,

Flv? die Petition wurde gemäß dem CommqsronSantrage be- o en.

Zur Deckun, der Mehrkosten für den Bau bereits bemiliigtcr Eisenbahnen und Bahnanlagen _ _werden m 10 einzelnen Posten zusammen_ _ca. 13 _MtUronen vex- langt, darunter für die Lime Deut1chwett_e_Groß: Kunzendorf 372000 „ck, Strehlen_Grottkau 635 _000 «jk, Nimptsch_Gnadenfrci 460000 „FQ, Neusal Sagan_ Reisicht 610000 „46, Berltn_Zehlendo 910 „ck qu- Babelsber _Potsdam 350000 „sé, Ze a__Mehl1s__§_letw Schmalkal en 2200000 .F.; Bahnanlagen innerhalb der Stadt

Köln 7 400000 416