1912 / 44 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 17 Feb 1912 18:00:01 GMT) scan diff

" ellner Tor an) Wessel endsöur , Oberbeterinäre *Wdi? 2. Aus:;(ebots? ÉZlgeling (Fklam), betveterinär der Laudw. 1. Aufgebots, - der bschied bewilligt. _ .7. Februar. Dr. Witte (WeißenfelS), Dr. Blum Mul- usen i. E.), Zeddies (Rheydt), Behler (Limburg a. d. abn, eier (Perleber ), Strauß (Siegburg), Nierbaus (1 Cassel, SYnellUWelear , Roeder ([ Darmstadt), Wachßner (1 Breslau , Mayer (Stockach), Hassenkamp (1 Dortmund), Dr. Salfeld (Mainz), Finger (Aschersleben), Bolten (11 Cöln), Unterapotbeker des Beurlaubtensiandes, zu Oberapothrkem brfördert. Kirstaedter (111 Berlin), Di eckb ä u s er (1 Essen), Oberapotbeker des Beurlaubten-

Fiandes, der Abschied bewilligt.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben AÜergnädigst gerubt:

den Regierungs- und Baurat Niese, bishxr in Poißdam, zum Oberbaurat mit dem Range, der OberregrerungSräte und

den Oberlehrer am G mnasium in Patschkau, Professor Paul Walter zum Gymna ialdirektor zu ernennen sonne

der Wahl des Oberlehrers Heinrich Sparruik) an der städtischen Höheren Mädchenschule nebst Lyzeum in Hameln a. W. zum Direktor der Anstalt und _ '

der Wahl des bis erigen Leiters der öffentlicher Höheren Mädchenschule in Nenn irchen, Regierungsbezirk Trier, Ober- lekrers Dr. Arnold Knoke zum Direktor der Anstalt dir Aberböchste Bestätigung zu erteilen.

Justizministerium.

Dem LandgerichiSrai, Geheimen Justizrat Kauffmann

in Danzig, den Arntsgrrick)1§räten Seligf 01)_n bei dem Amte“- ericht Berlin-Mitte und Hirsckrin Drossen 111 die nachgesuchte I)ienstentlaffung mit Pension erteilt. '

Versth smd: der LandgerichtHrat Wechselmann 111 Memel als AmtheriMSrat nach Königßberg i. Pr., der Amts- richter Dr. Bovensiepen iii Löbau i.Wes1pr. als Landrichter nach Kiel und der AmiSrichtcr Dr. Herrmann in Zabrze als Laiidrichter nack) Danzig. . ,

In der Liste der Rechtsanwälte smd gelöscht: die Recht?: anwälte Max Kamps bsi dem Landgericht in Düsseldorf, Stryck bei dem Amtedericht in Wiesbaden Und Schoettler bei dem Amth ericht in Neidenburg. _

In die Liste der Recht-Zanwälte smd eingetragen: die Rechtsanwälte Heydeman aus Bochum bei dem OberlandeS; gericht in Hamm, Negenbrecht vom Landgericht 1 bsi dem Landgericht 111 in Berlin, Bolze aus Diisseldorf ' bei dem Ami§gericht und dem Landgericht in Kleve, der Amtswrhter Dr. Schimmel aus Duisburg bei dem Kammergericht, die Gerichte?- asfefforen Dr.Amberg, Dr._Herbert Fuck) S, Dr.Alwin Sandcn bei dem Landg cricht 1 in Berlin, Bathmann bei dem Land- gericht 11 in Berlin, Dr. Alfred Les f er bei, dem Land- gericht 111 in Berlin, Kahle bei dem Amtsvgerickst und dem Landgericht in Cottbuß, van Bebber bei dem Amis-gericht und dem Landgericht in Kleve, Arens bsi dem 21mt§gerichi und dem Landgericht in Düsseldorf, Aumann bei dem Amts- gericht in Storkow, Ottawa bei dem Amthericht in Tartu)- witz mit dem Wohnsitz in Mikulischiiß, Delius bei dem Amts-

gericht in Pa enburg, Heinrich KamW bei dem Amtsgericht

in Bonn, S ulte - Winirop und alter bei dem Amts- gericht in Duisburg-Ruhrort mit dem Wohnsiß in Hamborn, Obbarius bei dem Amtsgericht in Homburg v. d. H. mit dem Wohnsiß in Oberursel, Dr. Johannsen bei dem Amts- gericht in Sonderburg, Rinsck) bei dem Amtsaericht in Balve, Wichert bei dem AmthericN in Heiligenstadt, Herrmann bei dem Amthericht in Jerichow, Bubolß bei dem Amts- gericht in Kammin, Dr. Villmow bei dem Amthcricht in Lauenburg i. Pomm, die frübrren Gerickßßaffessorcn von Chmielewski bei dem Amtßgerth und dem Landgericht in Beuthen i._-O. S 1. und Hubert S )ulte bei dem Amts- gericht und dem Lan gericht in Essen. .

Der Landgerichtsrat, Geheime Justizrat Brensfeldt in Königsberg i. Br., der AmtéderichtIrat von Xumetti in Lüneburg, der AmiSrichter Scherschmidt in Nr. Stargard und der Staatsanwalt Lorvien in Gnesen sind gestorben.

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Der Negierungßbaumeister dees Eisenbahnbaufachs Ham- mann, bisher in Suhl, ist zum Eisenbahnbrtriebsamt 1 nach Saarbrücken verseßt.

Dem Regierungsbaumeister des Maschineribaufach§ Dr.:Ing. Gustav Wagner in Dortmund ist die etatsmäßige Steile cines ?iegierungsbaumeisters bei der StaatScisenbahnberwaltung ver-

ieben. Der Oberbaurai Nies e ist mit Wahrnehmung der Ge- sck)i'ifte des Strombaudirekwrs der Weichselstrombauverwaliung in Danzig beauftragt worden.

Verseßt siiid die Regierungk- und Bauräte Holmgren von Rathenow aléZ technischer Dirigrnt an das Hauptbariami in Potsdam Und Stiiwert von (Greifenbagcn a. O. nach Raidenow (im Geschäftsbereich der Verwaltung der Märkischen Wasserstraßetc? sowie der Regierungsbanmeister Ostmann von Potsdam na Grrifenhagen a. O. als Vorstand des BauamtS fiir die Regulierung der unteren Oder.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Den kommissarischen Direktoren der höheren Maschinenbau- leen in Hagen und Aachen Maßkow und Tiiz, dern berlehrer Büge an der “Fachschule für Scemaschinistcn m Flensburg und den Mai iurnbansrbuloberlehrern Genion und (Hubaß in Dortmund, Schierixz und Regner iii Cöln, Strauß in Bresiau, Benz in „Hagen i. W., Dr. phil. ziir in Durs-

burg und Günther und Rößler in Görlitz ist der Charakter

Kammer und Frei) in Gleiwitz, “Dr. phil. Aulich

Professor verliehen worden.

Der Lehrer Friedri bauschulen in Dortmun der Anstalt ernannt worden.

Ministerium der geistlichen und Unterrichts- angelegenheiten.

Dem Gymnafialdirektor Paul Walter ist die-Direktion

des Gymnasiums in Neustadt O. Schl. iibertra en worden. Dem Kantor und Orgariisten Yredm

Schweidniß ist der Titel Königlicher

worden.

B ru n e an den vereinigten Maschinen- ist zum Maschinenbauschullehrer an

D r o k) [a in usikdirektor verliehen

Bekanntmachung.

Von den zuständiLen “Staats- und Kirchenbehörden wird die Umxfarrung e nes Teiles der Luisen-Kirchen- gemein e in Charlottenburg in die KaiserFriedrich- GedächtniS-Kirchenger_neinde in Berlin beabsichtigt. Demgemäß haben wir nach Anhörung der kirch1ichen Körper- schaften der Luisen-Kirchengemeinde in Charlottenburg und des Gemeindekirchenrats der Kaiser Friedrich-(Hedächinis-Kirchen- gemeinde in Berlin mit dem errri Polizeipräsrdenten von Berlin folgende Festseßungen iu ussrcht genommen:

1. Die Edangelischen in "- demjenigen Teil von Charlottenburg, der umschrieben wird durch die Mittellinie ies LaerWehrkanals von ihrem Schnittpunkte mit der Charlottenburger Bruxke a'n, bis zu ihrem Schnittpunkte mit der Verlängerung der Mittellinie der im Be- bauungsplan der Stadt Cbarlotienburg projektierten Straße160, Von da ab durch die Mittellinie dieser Straße bis zum Schnittpunkte ihrer Verlängerung mit der Mitteliinie der Spree, durch diese stromaufwärts bis zum - Treffpunkt mit der Parochialgrrnze der Kaiier Friedrich-Gedäckyinis- Kirchengemeinde, sodann durch diese Parocbialgrenze bis zu ihrem Schnittpunkte mit der Mittellinie dcr Charlottenburger Chaussee und von da ab durch dirse Mittellinie bis zum Auögangspunkte auf der Charsoitrnburgrr Briicke werden aus der evangelischen Luisen-Kircbengemeinde zu Charlottenburg in dir cban- gelifscbet Kaiser Friedrich-Gedächtnis-Kirchengemeinde zu Berlin um- grp arr . Berlin, den 13. Februar 1912. (11. Z.) Königliches Konsistorium der Prbvinz Brandenbrrrg, Abteilung Berlin. Stcinharrscn.

Bekanntmachung.

Nack) Anhörim der beteiligtrii Gernrindckircbrnräie [)abrn wir in Gemeinscha t mit dem „Herrn Poiizripräsidenien von Berlin folgénde Festseßung in AUSsU'ht genommen: Die Ebangeiischn des östlich Von drr Mitte'llinic dsr Krrcsebr-(k- straße liegcndkn Teils der Trinitatis-Kirchengcmrindc zu Charlottenburg und dieZenigcii Ebangrlischrn, Weiche auf dem von den Miitrllinirn der Fa arrrnstraszs, Krirfsirijcrallre und Harden- bergsiraße umgrcknzien Drsieck nwbncrr, n'rrdrn aux der Trinitatis- K'ircbengemrinde in Cbarlotterdbnrg iii dioxiaisrr Wiibrim-(HcdäÖkUis- Kirchrngrmeinde zu Berlin, Diözrsc Friedrickyswrrdrr 11, umgrpfarrt. Indem wir diesen Plan zur dffcntiicbcn Kenntnis bringrn, fordern wir die Beteiligten auf, etwaigr Eiich-ndungen grzicn dmr Plan bis zum 15. März 1912 entWeder schriftlich bci uns einzureichrn oder an einem Wochentage in der Zeit Von 10 Uhr Vormittags bis 2 Ubr Naebmiiiags im Zimmer 2 unsrrcs Dirnstgebäridrs, Schbizrnstraszc 26, bicrsrlbsi, Erdgeschoß, bei dem Drrrn Konsistoriaisckrriär Berndt odcr deffrn Sielidertreter unter geeignrtmn AUSWeis über ihre Lrgitimmtion zur Sache zu ProtokoÜ zu erklären. Berlin, den 14. Februar__1912. (11. Z.)

Königliches Konsistorium der Provinz Brandenburg,

Abteilung Berlin.

Steinhausen.

Bekanntmachung.

Die in (Ho. „äßbeit der Bekanntmachung vom 13. Juli 1889 ?Zentralblatt .. das Deutsche Rrick)“ S. 421) nach Scllnß deS aufenden Wiriterbalbiabres an der hiesigen Hochsckiule ab- zuhaltende tierärztliéhe Fachprüfung beginnt am Mon- tag, den 1. April 1). I. Die Meldungen dazu sind biEzum 23. März d. J. an mich einzureichen. Hannover, den 16. Februar 1912. Der Direktor der Ticrzärztlicheu Hochschule. Dr. Dammann.

YTÉZUMMÉES. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 17. Februar.

Die amtliche AuSgabe der „Jahresberichte der König- lick) preußischen Regierungs- und (Gemerberc'ite und Vergbcbörden für 1911“ wird Ende März 1912 im R. von Dcckerschcn Verlage, Berlin 8117.19, Jerusalemer- straße 56, erscheinen. Die bis spätestens zum 29. Fc- brucrr 1912 unmittelbar bei der Direktion der Reichsdrnckerei, Berlin BW. 68, Oranienstraße 91, besteÜten Exemplare des Werkes werden zu einem Vorzuchpreis e abgelassen werden, der auf 2,75 «16 fiir ein broschierte-Z Exemplar imd auf 3,25 „16 fiir ein in (Hanzleincn gebundeneS Exemplar festgesetzt ist. Die nach dem 29. Februar 1912 bei der Reichßdruck'erei eingehenden Bcstcllrmgon werden von dieser dem grrmnnten Verlage iiber- wiesen wrrdrn. Fiir die Ausfiihrung solcher Bestellungen wie für alle Lieferungen im Wege des Buchhandech ist der Laden- preis zu zahlen, drr 5,25 „16 fiir ein broschiertes und 5,75 „16 fiir ein gebrmdeneS Exemplar beträgt.

empfangen worden. Bayern.

Hantzsch reiben gerichtet:

8111110 drs Jnfantcrieseibrecrimcnis zur Dispofit

Kiel, 17. Februar. Seine Majestät der Kaiser und König ist, wie „W. T. „V.“ mrkldet, heute früh in Kiel ein- getroffen und auf dem Bahnhof von Ihren Königlichen H obeiten den Prinzen „Heinrich und Adalbert sowie dem Prinzen Ludwig von Bayern, dem Chef der Hochseeflotte, Admiral von Holtzeirdorff, dem Chef der Marinestaiion der Ostsee, Admiral Schröder, dem Stadtkommandanten, Obersten Albrecht, dem Polizeipräsidcnien von Schroeter und anderen

Seine Königliche Hoheii der Prinz-Regent hat an den zurückgetretenen KriegSmtnisier, Generalobersten (Grafen von Horn laut Meldung des „W. T. B.“ nachstehendes

„Zu meinem lebhaften Bkdauern haben Sie fick) veranlaßt ge- skben, um die Enihebung von der Leitun dcsKriegsministerinms und um die Bewiüi ung des Abschiedes na ius11chen. Indem ich diese Bitte mit cht auf Ihre (HesundbeitSVrrbalrniffe genehmige, sieUe ich Sie hiermit unter Einreibung in die Zahl der Staatsräte im außerordentlichen Dienst sowie unter Belassun? im Verhältnis r*;- 19.

on. Sie wissen, wie hoch ich Sie und Ihr Wirken in dar Armee stets geschäyt babe. Durchdrungen bon erbt soldatischem Geiste Waren Sie in allen

erfüllun und ritierlicber Gesinnung. Das Vertrauen", das ich Ihnen entgegen rachte, als ich Sie an die Spitze der Militarverwaltung be. rief, haben Sie "in vollstem Maße gerechtfertigt. Empxan en Sie darum meinen warmsten Dank für die treuen Dienste, d e ie mir und der bayerischen Armee geleistet haben. Um Ihnen auch beim Scheiden aus der Aktivität einen neuen Beweis meiner Anerkennung und meines Vertrauens zu geben, verleihe ich Ihnen den Hausritter„ orden vom Heiligen Hubertus und bestimme, daß Sie im Verhältnis als Generaladjutant verbleiben und in den Listen der aktiVen Armee fortzuführen sind.

_ In einern Allerböchsten Handschreiben teilt Seine König- liche Hoheit der Prtnz-Negent dem Kris Sministerinm die Ernennung des Generals der Kavallerie und ommandierenden (Herrerals des 111. Armeekorps Freiherrn Kreß von Kressen- stern zum StaatSrat im ordentlichen Dienst und zum Kriegs-

minister mit. Sachfen-Coburg-Gotha.

Seine Majestät der König der Bulgaren ist, wie „W. T. B.“ meldet, mit Gefolge heute vormittag anläßlich des grstrrgen Todestages seiner Mutter, weiland Ihrer Königlichen „Hoheit der Prinzessin Clementine von Coburg, in Coburg eingetroffen und auf dem Balnbof von Seiner Königlichen Hoheit dem Herzog Kar Eduard empfangen wordrn.

Oefterreich-Ungarn.

Ueber das Befinden des Ministers des Aeußern Grafen 71) on Aebrentbal ist gestern laut Meldung des „W. T. B.“ folgender KrankheitSbcricht ausgegeben worden: Der Zustand de_s Grafsn don Arbrcntbal ift andauernd ernst. Dcr Patrrnf bat die! 191th Nacht Liwas unruhig geschlafen. Die Nahrungsaufnahme und drr K'räftezustand smd etwas bermindert. Das Scnsoririm ist frei. Trmprraiur 36,5. Puls 120. Frankreich. Ter Senat hat gostcrn den Marineeiat nommen. * Jm Lgrrfe dcr Bcratrmg wies drr Brricbirrsiattrr (Tbautemps, wie „20.2. V.“ meldet, auf die dringrndr Noiwkndigkcit bin, zrvri Parrzrrschrffe, drrrn Bau berkits brfchloffcn ist, und den Ersatz fiir dre „Librriri“ sofort auf Stapri zu ie ru. Frankreich sei in Gefahr, skilill'i drerirn Platz untcr irn Scrmä tmr zn berlirrrrr. Obm- starke Marina wiirrr Frankreich aus drr eripolitik anésckxcidcn. (Er; sei e- gi'zwungen, deri andkren Miicbtsn zu folgi'n. Deutschland werde ?m Jabrc 1912 mrbr als 500 Millionen für seine Flotte angeben. Wa? die Qualitat'aniange, strbq Frarikrrick) nikmandrm nach. Be- züglich der Artillerie bcsitsc rs s0g0k €iii€11€b8rlcgcnbcit dank der (Embritlichkrit drr Kaiibcr und der Ladung] aber Geschosje mitMelinit. Das Prrlbsr selbst babe? scirrrsgleickpcn nicbt, wcnn rs sorgfäitixr ber- gesielit sri. Drr Redncr bcdaucric, das; Franerich fich im Untersee- minrn- imd Torpedowrsrn babe überholen lassen.

Im Weiteren Verlaufe drr Sitzung wies der Maririsminisier Delcajsri darauf hin, daß die Jlbtie im Jahre? 1911 um das Ge- scbrrcrder drr Dantonklasse, um iünf Torpedobootdzrrstörcr und vier Untersccboote sowis um drm. Kreuzer „Waiirck Rousseau“ gekrachsen sei. In diesem Jabra werde eine neue große Einheit in Dirnst ge- stcÜt. Die nruen Krruier wiirden schnelicr als die altcn boÜcndet. Zwei wiirdi'n in den «taatswersten auf Stapel gelegt, ein dritter wiirdc bei dar Priwaindustrie brstrlit werden. Frankreich wrrde außerdem eine grwiffe Anzahl Torprdobootszerstörer urid Untersee- boore bauen. Rrserbegeschüße srirn fiir alle Einheiten Vorhanden. Noch in diesem Jabra werde das schwarze Pulvrr fiir die Granaten doliständig ersrlzt werdkn. Das Puibrr werde Vrrbéssrrt eder versenkt werden. Nur 600 Tonnrn absolut einwandfrrirs Pu1v§r babe man zuriickbebaiicn. Vis Juli könne ein ganzes GesÖwadrr mit neuem Pulver vdrirbrn sein; abrr schon jrßt könne? _man aULn Ebrriiuaiiiäirn dcr Lage ins Auge seberx. Die Brsimiie an Kohle und Pétrolcum seien grnügrnd groß. Cbrnw befriedigend srirn dic Scbiffßddcks, wrrm auch in dicjrr chirbung bis ]914_ scbr vicir Sch1vierigkritrn 311 über- winden srin würdrn. Dklcasié- WWE, er worde rs fich angelrgen icin laffen, dir Flotie um mächtig? »inbritrn zu Vermehrrn und die Tüchtigkeit drr Mannschaft zu erhöhen; er sei wilirns, das Programm, das er drm Pariarnmit Unterbxriikt babe, mrtbodisck) zu Wrwirklichen; dic Flotte stelle nunmehr Line achturggrbirtrndé: Sireiikraft dar, sodaß es sich jkder überlegen werde, Frankreich anzugreifen.

_ In der Dcpnticrtcnkammer wnrde gestern, obiger Ortelie zufolge, nail) bewegter Debatte mit 5521 gegen 2155 Stimmen auf Antrag des Ministewräsidenten Poincaré dcr (Hesamiinbali des Artikel::o 11) ch Wablreform- entwurf?) angcnommcn, dcr festscizt, da[; jedes Departement cinen Wahlbezirk bildet, und die Berechnung der auf eine Liste fallenden Mandate regelt.

Jn Beantwortmig einer Nrrfragr, die Brüsseler Zucker- konvention betrefrcnd, machte der Finanzminister Kloß folgende Mitteilung:

Alle Mächte wollten die Zrickcikonvrniion 13011 1907 aufrrcht- erbaltrn und Rußland eine Erhöhung seinrs Exportkontingents um 250 000 i, gewähren. Die Mächte sricn darüber einig, das; dabon 150 000 1. bis ziim 1. Srptembcr 1912 ausgeführ; sein soUcn, sodas; mir noch dcr Termin fiir die Ausfuhr Von 100 000 r fcstzuseßen sci. Frankrsicb sei fiir schnrliste Aus- fuhr und irerde j€der Kombination zustimmrn, dir., geeignet sei, dic cinmiitige: Zustimmung zu findcn, drrrn Wenn die Mäcth nicht zu ciner Einigung kämen, wäre Es um die Kondentiorr Zcscbebrn. Riis;- land wiirde nicht in der Konvention bieibrn, biztrcichtlicbck Vorräte wiirdrn plößiicb auf den Ykarkt geworfen werden, die'. Preise würden stürzen und dar Bruch wiirde einen Ernstlicben Konflikt herbeiführen- Dock) seirn dic Mächtc über fast (1116 Punkte einig.

Rußland.

In der Vcratrmg iiber das I)iilitärdienstgekjeß bat die Reichßduma, wie „W. T. B.“ mrldet, dcn Arti cl außrecht- erhalten, durch den drn jüdischen Familien, dercn Ange örige sich dem Militärdienst entziehen, eine (Heldstraxe von 800 Rubel auferlegt und anf die Ergrrifnng der Flü )tlinge eine Be- lohnung auSgesth wird.

ange-

NorWegen.

Wie „W. T. B.“ meldet, haben gestrrn auch der Mini ter“- präsident Konow, der Finanzminister Berno, der Acker au- minister Holtswark und der Minister für öffentliche Arbeiten Darre-Jenssen ihre Entlassung eingereicht.

Amerika.

Der argentinische Senat hat nach einer Meldung des „W. T. V.“ daS ibm von der Kammer vor elegte Budget für 1912 abgelehnt, weil es ihm zu pät unterbreitet worden ist, um ernsthalft ge riift zu werden, und fiir das Re?- nungsjahr 1912 dasse be udget wie für das Rechnungsja r 1911 genehmigt.

Asien.

Unter dem Vorst?3 des Generalgouverneurs Ts ck a o erhsün hat in Mukden eine eratung der höchsten Beamten statt- gefunden, um zu der AbdankungSaktc des Kai ers

Stellungen Ihrer an Erfolgen reichen militärischen Laufbahn im Kriege wie im Frieden der gesamten Armee ein Muster treuer Pflicht-

Steliung zu nehmen. Wie die „St. Petersburger Telegraphen-

agentur“ meldet, „wies Tschaoerhsün darauf hin, daß diejenigen, dre die neu? Regrerrmg nicht anerkennen und ihr nicht dienen wollten, serriem Beispiele folgen _u_nd vom Amte zurücktreten müßten. Dre Ernennung Tschan lisiliangs zum neuen General- gouverneur der Mandschurei'als acbfolger Tschaoerhsüns findet in den gesellschgstlichen Kreisen Mu dens wenig Beifall.

_- Nach einer Meldung, des ,Reuterschen Bureaus“ aus Weihaiwei dauern, die blutigen Ünruhen in der Nähe des englischen Pachigebietes arr. Im ganzen dürften etwa underl- iinfzig Revolutrorirrre getötet worden sein. Die britis )en Be- xxörden sm_d bxmubt, Verbandlungen szchen Vertretern der beiden gegner1schen Parteien. ?erbeizufü ren. Militär und Polizei halten die Ruhe im brrti chen Gebiet aufrecht.

Afrika.

Der arabische Prätendent Said Idris organisiert nur! einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ eine Trupperrmachi zur Besexzung der Farsan-Jnselu, die kürzlich von der Armee Mohammed Ali Paschas geräumt worden sind.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberichte iiber die gestrigen Sixzungrn des Reich- tcrg-I und des 'Hausrs der Abgeordneten befinden sick) in der Ersten und Zweiten Beilage.

-«- Der Rerch§tag„se§te rn der heurigen (I.) Sißung, welcher „drr Staatssekrctar des Innern Dr. Delbrück, der Kriegsmmrsirr, General der Infanterie von Heeringen, der Staatßsekretar deTReichSscha „amtes: Wermuth und der Staats- sekretär des ReichNUsUzamts r. Lidco bciwobntrrr, die General- disiussion drs RetchShaqualtLetatS Und des Etats der Schußgebrete für 1912 fort.

,Abg. Ledebour (Soz.): Gesiern find hintereinander drri Bits;- prrdiger [)ierjanfgetreten. Graf Posadrwsky bat seins Mabnnngen nail) an-n Serienngeriäxtet. Dcr Reichskanzler und drr Abg. Mumm baden" frei) " b€m111)t,' gerade diejenige Partei mit Ermahnungen zu uberscbuitrn, dic cigeni'lich aus diesem Wahlkampf mit „einkm gewissen Sribstgcfsrbl dcs Erfolgrs birVorgrgangrn ist. Eine Bußvrrdigt „ware besser bei drnjenigen Lrutrn angebracht, drr durch die Tatsachen darüber schon belrhrt worden smd, daß ' ck auf falscbkm Wege waren. Der Abg. Mumm nrgcbt anf rm den Eindruck wir ein Posaimenengel, der am Tag? des 'rrinxisten Gerichts__anf seinsm Instrument diE armen Sünder in die xwrgc Berdamnis bla1'i. Er, hat rs für angebracht gebaiten, eine giegnrriiche Zertang, die sernsr Tätigkeit unbequem geworden ist, rin iiberairs Blatt, „bei den Bebdrdsn zu denunziercn und sie aufzu- sordsrn, dirsrs „Zcrusalcmrr“ Blatt von drn Bcrbnböfrn zu verbannrn. Dirsrs Aufbrhen drr Brbörden war riiic Demrrrziatiori, auf die der VriiRnund emen Vsrs gepragt bat, drn ich mit Rückiicht auf den Prasrdcnten nur, mit den Wortdn wiedergeben kann: „Urberall im ganzen ,Land wird als - sina minder kacblbare Persönlicbkrit dsr Drrwnzrant gcnanrit“. Sodann hat der Abg. Mumm uns den Vor- wurf dcr Heuchelkr irma t, weil unser Genosse Seysring in irgrnd etnrm Orte" des Wa lkrei es Bieirfeld eine Versammlrmg mit cinrm Choral Lroffnct habe. Zunächst gibt Es auch unirr uns christlich grfinnte Leute genug. " Aber jene Behauptung ist schon im Januar in dar"„Yoikswacbt fur, Bielefeld“ won imiercm (Génossen SCVSring ngchdruckirchst zurirckgewwsrn wordLn. Vor ein paar Jabrrn bat aÜer- dlngI§b€l einem Bauern eine Vsrsammlung stattgefunden, in der disser, kxin Sozialdemokrat, die Versammlung aufforderte, mit ibm ein Kirchen- iird zu singrn. Dax; gcschak) gegen 0811 Willen und die Zusiimmung des (Hrnoffen Sedermg. Es war der Gipfel der Unberfrorenlxit, zu bebgrrptrn, daß die Versammlung mit einem Choral eröffnet wurde, scbrrrb Gsnosse Sebering. Dem Abg. Mumm konnte das nicht Unbekannt [Lin, drnn „Der Raysnßberger“, das christliche Organ jenrr Grgrnd, brachte ririi'n „Bericht 11er die Versammlung, Worin es bird, drr Briitxisr sermrt Bibel und Gesangbuch auf der Bildfläche eri“ )irnsn Und habe die Versammlung aufgsfordert, mit ibm das erwähnte Lied 311 firrgxn. Die Genossen hätten ihn abrr in seinem Vorbabrn nicbt imierjtuyt, der Reicbstagsabgeordnlie Srbering hätte es anfcbrinend m „Unbebaglickyrr Stimmung abgelehnt, und so babe sich dcr Bcsrßer ganz allein gesehen und bald aufgehört. DL]: Reichs- kanzirr war am. ersten Tage! der Etatsdrbatte hier nicht arirrrscnd, am zweiten Tags buschte er wie ein triibsrliges Irrlicht auf 5 Minuten durch den Saal, am dritten Tage hielt er seine Brißdredtgt uud'brute ist xr wieder nicht da, troßdem er genau weiß, das; auf die bsfitgrn Angriffe, die er gegen meine Partei geschleudert hat, sofort eine Antwort erfolgen wird. Das Entspricht nicbt dcn Vcrpfiicbtirngen drs leitenderrStaatsmannes in solchen Situa- tionrn, er bares nicht einem (Hrafrn Westarp zu übrrlaffcu, die Rigier'ungßpoliiik zu Vertridigsn. Das ist eine üble Angewohn- bxtt, die die deutschen Reichskanzler sich angccignet haben nach dem Borbi'lde des Fürsten Bismarck, der zuerst, wenn cr mit dem Reichs- 10516 in Konflikt geriet, anf mebrcre Monate einfach Vers Wand.

ZWcrin die Nachfolger dcs Fürstrn Bisinarck glauben, dadnr Arr- seben zu bekommen, daß

" sie ihn hierin nachahmen, so irren src sich, dann paßt auf sic [)ochsmrs das schön? Wort: „Wie (*r iich räuspert, wii» cr spuckt, das habt ihr ibm glücklich abgrgnckt!“ Wenn dann writer kin Beamter des Deutschen Rrichs, ein Mann, der nicht kraft seiner rigrnrn Uebrrzeuyung, sondcxrn nur infolge höfischer Gnade in sein Amt grkommrn si, src!) Erlaubt, hier den drutschn Reichstag beruntrr- zllputzrn, „Werl rr diLsSn oder „jenen in das Präsidium gewählt bat," der ihm nicht paßt, so itt das eine unerhörtr Anmaßnng. (Prasident Kaempé: Herr Aba. Ledrboirr, ich bitte Sie, die Grenzcn dcs par amentariscb Zitiässigcn nicht zu überschreiten.) Daß ,der Abg. Arendt gestrrn dieser Handlung des Rciciwkanzlers öligestgnmt bat, Wundert mich- weiter nicht von diesem Verteidiger Us »eutschtums“. Aber Von allen anderen Parteien erwarte i , Laß 116 Ebenso wie wir Sozialdrmokraicn alle drrartigen Ucbergri 211168 Bxamten gegen die Abgeordneten, drnen die (Ehre zu 1811 ge- worden ist, das deut che Volk bier zu vertreten, zrrriickwciscn werdcn. Dcr Reichskanzler at sachlich s(xbr Wenig vorgebracht, er hat eigsntlich nur Entrüstung über die „Sozialdemokratie ausgrsébütiet Und noch größeren Grimm über die FortsYrittliébe Volkspartei UUML'gZffcn, weil sie die Sozialdemokratie ei den Stichwablen Undtrrtujzt bat. Die Stichwablen wrrdrrr bei allen épartcien “lv ein Uebel angesehen, deshalb sollte man die Gccgenheit [)?UULLU, cht das Wahlrecht dur dcn Proporz zu ersrßcn. Wenn drr Virichskanzler die leisten gro en Partrifämpfe als (11161'01108 ujjcznmmiosz brzeicbnet bat, so wi ic? ein anderes Beispiel dafür "MUM, das er gestern selber geliefrrt at, als er sich nämlich über das chifinnige Wablflugblatt in seinem Wahlkreise beschwerte, und

besonders darüber ausregie, daß ihm dieses Flugblatt "Wk mri einer Dreipfcnnigmarke, sondern mit einer Fünf fennig- Marke in krcscbloffenem Kuvert zugeschickt worden sei. Da sieLt man dock) end ich, was in ngTßrr Zeit die Seele des leitenden Staatsmanns des Deutschen eichs bewegt.

(Schluß des Blattes.)

Dem Herrenhause sind, Entwürfe von Geseßcn, betrLffeni)dieAenderung der Landgerichtsbe irke Duis- Urg nnd Kleve, der AmtherichtSbezir e Warten UNd Rastenburg und der Amtherichtsbezirke Dorum UUd Geestemiinde, nebst Begründung zugegangen.

Nr. 14 des „Zentralblatts der Bauverwaltung ', berausYegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 14. Je- bruar at folgenden Inhalt: Aus drm Reichsbausbalt für 1912. - Vogelschutz und Bauleute. - Vermischtes; Wettbewerb für Entwürfe zy Einem Brunnen auf dem Kornmarkte in Witten. - Preisbewerbung fur EirWurfe zu einem Laufbrunnsn auf dem [aße „Am Hof“ gegenuber der Unibersität in Bonn. - Wa erbausa verständiger beim GeneIrkczchonsfulFri ind Schau bail; - TOLFUJ e *LZOYschule in Stuttgart. * ru ur en der tor enen er aura r. einri er . _ Oclzusaß bet Beton und Mörtel. H ck G ber

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Die im Zentralberband der Bildhauer Deutscbbrnds or ani ierten HOsztldbader Groß Berlins faßten, hiesigen Blättrrgn zrsfoige, nachdem béxeiis rrrshrrre Versammlungen fich rnit der Ueberstundrn- frage beschaftigt baitkn, in ihrer ??sirkgen GcrrrraiMrsammrung folgenden B§sch1uß: „Jede Arbeitsic stung über dis im Betriebe geltende Arbeitszeit hinaus ist strikt zu Verweigern. Blk Ucbrrtretung dicses Beschlussxs erfolgt nach einmaliger Verwarmmg Ausschluß drs betrsfferrden Mitglirdes aus der Organisation.“

_ Aus Trirst wird dem .M- T. B.“ gemeldet, das; wegen Nicht- xinbaltung der Arbrrtszrit gestern sämtlich? Arbeitrr der Wers. tri Monsal'c 0,11€, drrrn Zahl rund 2000 brtrc'igt, cntlassenwurdsn

Das Einigungßamt für den Koblenbergbau in Süd- Waxes hat, wre dcm „W, T. B.“ aus London berichtet wird, gemaß deni Anfrage des unparteiischn Obmanns drn Berg- arbeitern _Line allgemeine Lohnerhöhung zugrsianden. Die Grubenbesrßer "zeigen sich bereit, wieder in Vsrbandlungen einzrttreten, erklarrn" aber, nicht sämtlichen Arbciterklaffsn den Mrpdestldbn ngbren zu können, und besirhcn darauf, daß die Regrrrung cingrcrfc, um dem in 14 Tagen drobrndsn Aassiand bor- zubrugen. Nach dcn leßten gestern eingelaufencn NachriÖtcn ist jrdcr ZinzBlenF Brzrrk des Verbandsgebirts für drn Ausstand. (Vgl. Nr. 41

Der in Angcrs tagcnde Kon ref; der fran ö*i en Bergarbeiter sprach sich, wir? „W. LJ V.“ mrldct, gburidsTiYiiÖ fur drn allgsrrreirixri Ausstand aus, dock) zeigtrn sicb UWEinUNgF- Verschiedenbcitsn darirbcrß wann der Streik brginnen soll. Bei der Abstimmung nacbder I)iiiirliederzabl dcr ererkscbaften wurde dcr Antrag, de'n ]. Marz als Zsitprmkt für den Gssmritausstand fgstzu- sryrn, abgelehnt, Uarhdem er Vorher bei cincr in icri Gcwerkschaffrn vorgenommsnen Abstimmung mit großrr Mcbrbeit (rn enommßn worden wdr. anfolae dlksLs widerspruchöbolirn Votums erief die Kdngreßleitung einexNacbtfißung ein, über deren Verlauf strenge Ge- heimhaltung beschloßen Wurde.

Der aus dem Ausstand drr Eisenbabnangesieiltsn MM 8 an ene allgemeine Airssiand in' der Quernsländer *HäillKÜstad?) JBrgis baue (vgl. Nr. 34 d. B1.) isi, wie die „Köbi. Zirr.“ eräbrt, am 5. Februar wiéder bcigclcgt worden. Die an die Bundesregierung ergangene Aufforderung drr 'Qucensländcr chirrrrrrg, militärischr Hilfe zu leisten, hat der Minisierpräfident abgelrhnt, dagegen kam es zu bxftigen Szenrn zwrschn der Polizei und den Aussiändigen. In mcbreren Stadien und namentlich Häfen Queenslands wiirden Sym- pathieausstände veranstaltrt. -

(Weitkre „Statistische Narbricbten" s. i. d. anriien Brilagr.)

Kunst und Wiffeusckmst.

DCM Reichstag isi znglsich mit dem Reichsbau§baiiscniwurf einc Drnkschrifi über die wissenschafilichrn undiünstlerisäyen Unternebmnngen zugegangen, die aus den Etats fiir das Auswärtigc Amt und fiir das Reichsamt des Innern ge- fördLrt wcrderi. Vom Auswärtigen Amt :verdrn an erster Stelle das Archaologiscbr Jrrsiitnt und drssen Sekretariaie in Rom und Alben subbenironicrt. Jm diesjährigen Etat worden für. dissen Zweck 209 500 «16, d. 1). 12000 „16 mrhr als im Vor- ](ibre, gcfor'dert. Jn drr Derrksckyrift wird zu diesc'r Forderung 1:.a;a11sg€fnbrt, dafi das Arcbaologische Institut dir Verschisdrnen Zwmge seiner Arbeit, Forschrri1gs-, Lebr- mid Publikationstätig- keit, auch in drrr chien bridrn Jahrrn ungssiört bat pflegrn können. Dir Zweiransiald in Rom bat fich mcbr dcr Lebriätiakrit und dsr Mnsrmnswrscbrmg gewidmct, wäbrknd der Anstalt in Atbe'u vorricbmlici) die Ausbildung unserer Archäo- logen it) der Geländridrschimg und dcr AuGgrabungstätigkrit oblirgt. Die periodischen Veröffriitlrckyrrngrrr drs Instituts wnrdsn fortgesetzt; Von den sonstigen wiQerrjcbafilichen Vixröfféntlicbrrngen, die das Jrrsiitut [81161 oder fördert, onnten mrbrsrc größere Werke boiirndet wrrdrn. Neubinzirtraten eine Bearbditung dcr rneliscben Terrakottrn und die Herausgabe der Ergebnisse? der [exztjäbrigsn Grabrrngen in Tiryns. Mit Dank ist es zu brgrü *cn, daß drm Institut angcsichts der Steigerun? seiner publizi tischen Tätigkeit auch von pridater Seite 21) itte! 311 diesem Zweck zur Ver- fügung gesirlit wordrn sind. Dic AuSgrabungen in

crgamon konnten im lcßicn Jahr mit gntcm Erfokg ortgrscßt Werden; in Griechenland batten die erwähnten Graburmen in Tiryns überrascbcnde Ergebniffr; irt Numantia wurde die Er- forschung der altrömiscbkn Lagrr fortgesWt. Im Frühling 1911 br- teiligte das Atheniscbe Institut fich auf unsch Seiner Majestät des Kaiscrs an der AuSgrabung drs archaischen Tempels in Korfu. -- Zur Förderung der römiscb-zr'rrmanisckpcn Altertums- forscbung in' Deutschland isi dri? drm Archäologischen Institut zugehörige rötmscb-grrmanisckye Kdtrvmrxsion tätig. Bei ihren Aus- grabungcrr siebrn diejenigrn in „Haltern und Oberadrn, wo rs sich um die Aufdeckung röiriiscber Lagc-rr aus der Zrit dcr Besißergreifung Dcutscblands durcb ric "Römer handelt, im Vorder- grund; dazu tmr die fiir dic „Spatzrit wichtige Untersuchung des Kastells bei Alzey in Rbrmbcssen und die Beendigung der Unirrsuchung dcs Kastells (Taniistatt. Auf dor cschichtlichrm Gebiet wurde'der neolithischen Periode und dcn Ringwä en besondrre Aufmerksamkeit gsschenkr: jener durcb Grabungrn in Rbeinbe cn und bei Frankfurt a. M., diesen durch lintcrschxmg bcsfischrr, rl ässiscber uud nassauischer Anlagen. Die Vcröffcntli ungen wurdcn fortgesc t, znr Ausbildung don Arbeitskräfirn und zur Förderung des Jntere ck an den (Grabungen wurden Strrdicnfabrten unternommen und zahl- reiche Vorträge gehalten. Zur Unterhaltung des deutschkn JnsiitniS für ägyptische Altertumskunde in Kairo sind 24000 „kö in den Etat ,ein- Jlesieklt. Das Institut war im verflossencn Jabr beteiligt an den

uSgrabungxn der deutschen OricntgefelischaftinTcll el Amarna und der Berliner Königlichen Museen in Tbeben; die deutschen Unternehmungen im Lande selbst fanden, soweit sie nicht Von den Beamten des Instituts srlbst qußgefübrt wurden, jede mögliche Unterstüizung, auch einer österreichischen Ex edition wurde Rat und Yilfe zuteil; dic Jntere en der bon der Harbard UniVer tv nach egypten entsandjen Gra un sexpcdriion wur en, als deren eiter für längere Zeit das Land verla en mußte, von dem Direktor des deutschen Instituts wahrgenommen. 27 im Laufe des Vorjahrrs im Orient arbeitende deutjscbe Gelehrte wurden beraten; unter ihnen befanden sich wie _ in rüberen Jahren wieder Stipendiaten des deutschen ArchäologisYFn Instituts und des „Instituts in Jerusalem. Künftig soll diesen atsuchendcn ein bereits außgearbeiteter Rei eplan zur Hand gc eben werden, der einen lichst billigen und sehne en Besuch der Den mäler Aegyptens ermöglißyt. Das Deutsche aus in

deutschen Papyruskartells erledigt. Die Ebers-Bü erei korinte durch Ankäirfe und Geschenke erfreulich vergrößert Herden. Die Phoiograpbrensammlung ist um mebr als 600 Nummern, die Negativsgmmlurig u'm 200 Nummern gewachsen.

Als Beitrag fur die geologische Station des Professors Dr. Dohrn in Nea'pei werden 20 000 „sé ßefordert. Die Station ist im leyten thr in ihrer eschäfilickpen Entwicklung durch die Cholera sebr bZeinttächtigt gewe en. Dennoch bat sie es an wiffen- schaftltcber Betatigung" ni_ t feblrn lassen und insbesondere die Tief- seeforfchung nacbdrucklr betrieben und auf größere Gebiete und Tiefen aUSgedebnt. Gleichzeitig find die Beziehungen zur inter- nationalen wissenschaftlichen Welt enger geknüpft und erweitert worden. Der Besuch der Laboratorien war trotz der mißli en GesundheitsWrbaltnisse kaum grringer als in den Vorjahren ie Mehrzahl 'der Besucher Waren Deutsche. Die Ausfuhr der Station an korrserwertcm Studienmaterial ist im Gesamtwerte noch gestiegen-

Fur die geologische Station in Rovigno in Istrien wcrden xbenfalis 20 000 „M arfordert. Der Besründer und Eigen- tumer dreier Station Dr. Otto Hrrmrs ist im März 1910 ver- strrben; die Anstalt_ wurde zunächst bon seincn Erben fortgeführt, die fie an den preyßiscbrn Sxaat zu verkaufen beabsichtigten. Da in diesem Falle der birhrrige Neicbszuscbuß nicht mehr erforderlich schien, wurde er" Vom RsrcbsbgushaltSLtat fiir 1911 abaesrßt. Die Verhand- lungen Ubrr deri Besr wechsrl zsrschlrrgen fich indes und um die (Erbgitung drs fur die iologrsche Forsckyuna außerordentlich wertvollen Instituts n(ght m Fragt: zu stellen, haben Seine Majestät der Kaiser fur das Jahr 1911 aus, dem Allerböcbsien Dispofitionsfonds 20 000 .“ fur das Institnt brwiliigt. Die Entwicklung des Unternrbmcns ist fur die Zukunft insofern gewährleistet, ali; am 1. Okibbizr 1911 die aiser Wilhelm - Gesellschaft zur Jdrdarirng drr Yklffk'isisÖa'stLn" Eigentümerin der Anstalt geworden ist. ;Sie 1er dcfir Betrirb in unveränderter Weise. fortführen Und dem „Reichs grgrmiber die gleichen Vcrbindlichkeiten cinaebcn wie seinerzeit Dr. Hermcs, faiis eine weitere Unterstüxzung der Station erfolgt.

Theater und Musik.

Morgrn, Sonntag, findrt im Königlichen Opernbau e eine Arrffirhrurig dmr (Jrorgrs Bizeis „Carmen“ untrr dcr musrkcxlifchen L_euung __dzzs KaprUmristLrs Blech stalt. - Am Montagabsvd findet rinc Ausfiihrung Voir „Der große König“ in dcr békannteri Beseßung statt.0 Die "musikalische Leitung hat dcr Kapellrririsier bon Strau .

«Lm Konig-1ichen Schauipielbause wird morgen der 3. eil (2. Ybrnd) bon Jrlkdkkck) Hrbbrls Nibelungrnlriiogie „Krienrbilds Yiachc“ Wiederholt. Frau Willig spielt dic Krismbild, außrr ihr sind die Damen BWC, bon Arnauld und Tbimig sowie die Herren Kraußnrck, Gcrirndörfrr, Mannsiädt, Boettcher, Werrac'k, Eggeling, vori ercbur, Zirrirnxrcr, Korb, Arndt und Vallentin in den anderen Haub'trollen beschaftigt. -, Am Montag gebt Mozarts Oper .Die Crrxfabrunß “0119. dem Serail“, mit Fräulein (Hatss als Gast und Traulein Dietrich sVWlS drn Herren Sommer, Fischer, Lieban und (Kabir in den Haup_tro[len, in Szrne.

In der Komrsckorn Oper findet am Montag cin? Wieder- holung bon Marscbirrrs „Vatnpyr“, mit Franz Egenicff in der Titel- rolie, sicrti. Am Dirnstgg imd nächsten Sonntagabend wird „Die Zauberfloi'e“ argebrn. Fur'Mrttwoch ist .Der Barbirr Von Sevilla“ aygeie'ßt, im AnsckyluZan die Vorstrliung tritt die Dreédner Barfuß- ianzcrin (Ewa Von ernbach in rinigcn ihrer Pbantasieiänze zum erstenfMale Vor das Berliner Publikum. Am Donnerstag wird .Undirie“, am Freitag „La Traviata“, mit Aurelie R(ivy-Cbavman in der Titelrolle, am Sonnabend „Rigoletw“ gegeben. Am Sonntag, YU 25. d. M. Nachmittags, geht zu kleinen Preisen „Undine' in

zen?-

" Jm Schillertbrater 0. (Wailnertbrater) wird morgrn und nachsten Sonntag, Nachmittags, .Der Probekandidat', morgen abend sowie am Mrntacr „„Der Probepiéii" gegeben. DirnLtag wird „Wilhelm TEU“,' Mittwoch und Freitag „Der Kilomrterfre er“, Donnrrstag „König Heinrich“, Sonnabend „Die Wildente“, sten Sormtagabcnd „Gräfin Léa" wikderbolt.

Das Scbillertbcaicr Cbariottenburg bringt morgen und nächsten Sormiaa, Nachmittags, „Don CarloS“, morgen abend [owir mir Montag, Mittwvch und Freita „Gräfin Léa“. Dienstag findet die „erste Ausfiihrung bon „Kyritz- yriß" statt. Diese Vor- sirllmrF wird Donnkrstag, Sonnabrrid und nächsten Sonntagabend wirdrr vlt. - Jm Schillersaal, Cbarlotirnburg, wird morgen ein ,Nicbard Wagner:?lbend“ veranstaltet.

Jm Nerrrn Scbcruspielbause wird Fritz Friedmann-Frkderichs „(Schwank „.Das Familirnkind“ morgrn srwic am Dirristad,Trnnrrstag Freitag und am nächsten Sonntag wiederholt. Am Montag wird „19151;“jrrxtirirrxié, am Mittwoch „Urber unsere Kraft" (11. Teil), ge- gcbrn. Am Sonnabend findrt eine Wiederholung Von „Heiligen- ivald“ statt.

Das Leysingtbratcr hat für näcbstr Wrche fdixrcnden Spiel- blan aufgestellt: morgrn abend und Sonnabcnd: .Krmiesse Mizzi' und .,Aiiawl“ („Wéi[)110ch1§€inkäufk“, „Abschiedssouprr' und „Anatols Hocbzcitkmrrrgruf); Montag und Donneréiag: .Gudrrtn“; Dirnstag: „Glaubr und »mmat"; Z).)Littwrcb und näcbsirn Sountagabend: „Erde“ und „Komtcsic Mizzi“; Frkitaß (Jbsenzyklus, 1. VorstéUung): .Der Bund drr Jugend“. Als Nachmittagöborsieüung ist fiir morgrn „Dic

rau vom Mserc', für nächstfolgenden Sonntag „Dic Versunkene locke“ angeseizt.

Als Nachfolger Dr. Karl Yiircks an der Königlichen Oprr ist, wie die Gcnrrcriintc'ndantur der Königlichen Schauspich mitteilt, de'r Hofkaprürnristcr Emil Paar auSerseben. Emi! Paar wurde im Jabra 1855 in Czrrnowiß (Bukowina) geboren. In Berlin sirUtc er sich als Dirigent zum crsirn Male mit großem Cr- folge im Jahre 1874 Vor, als, Adalbert bon Goldschmidt ihm, dem Ncrmzcbnjäbrigcn, dic Einsirrdirrnng und Aufführung seiner „7 Tod- siindrn“ anvertraute. Darairibin dsrpflicbicte ibn drr damaliac (General- inicxrdantVotbo bonHiilscn als Kapellmeister fiir die Obst in Cassel. Von Caswi folgte (Emil Pant ('inrm Rufe des Gcbsimen Hofrats Staege- warm an das Stadjtbeatrr nacb Königsbrrg i.Pr., wo er zuerst scinen Ruf als Wagner-Dirigcnt durch musisrgüitigc Aufführungen be- gründete. Ein Jahr darauf, 1880, ging er als rrstrr ofkaprlimcisier nach Mannheim, Wo er längere Zrit mit größtem rfolge wirkte. Von_d0rt berief ibn drr Geheime Hofrat Staeasmann abermals als Nachfolger Nikisckps nach Leipzig, wo er bis zum Jahre 1892 tätig war. (Ein glänzender Antrag dez berühmten Svmpbonirorchesiers berief drn Kiinstlrr dann nach Boston in Amerika, wo er fünf Jahre mit großem Erfolge an der gleichrn Steile wirkte, die sein Vorgängcr im Amt bier, Dr. Karl Muck, vom nächsten Ic_rbre an dyrt wirder cinncbmcn wird. Nach Ab- lauf seines fünfjährigen Kontraktes in Boston trat or an die Spisc dcr Pbilbarmonie in New York und wurde zugleich zum Direktor des NationalkonserVatoriums gewählt. Außerdem leitete er die deutsche Oper in New York und London. Nach nerinjäbriger Abweaneit krbrie der Künstler 1902 nach Europa zurück, lie sich in erlin nieder und folgte - da si xine ibm zusagende Dir gentensielle zurzeit nicht bot- von hieraus me riacben ebrendollen Einladungen als Gast- dirigent nach London, Madrid und Wien. In Wien verlebte er den Winter 1903/04 und stellte sich nach langerer Zeit seinen Landsleuten dort in dreifacher Eigenschaft als Dirigent, Komponist und Klaviervirtuose in einem mit auisebenerrcgendrm Erfolg am 4. März1904 ver- anstalteten roßen Orchesterkonzert wieder vor. Dieser Abend hatte den ehrenvo en Antrag zur olge, die Direktion der Gesellschafts- konzerte der .,Gesellschaf für kusikfreunde“ in Wien zu„übernebmen. Fast leichzeitig erging (: er an den Künstler abermals cin Ruf nach

mer ka, dieSmal unter den länkendsten Bedingungen nacb Pittsburg zu geben. ?aur entschloß six), d esem Anerbieten zu fol en und den Vertrafcbau drei Jahre zu unterzeichnen. Der Künst er ist," vor-

Tbeben wurde besonders stark besucht; es war die Bars für die Ausgrabungen der Berliner Musren. Für Zahlreiche deutsche Kunst-

bebaltl der Allerböibsien Genehmigung, nunmehr aux die Dauer von fünf Jahren für die Königliche Oper verpflichtet wor en.

anstalten wurd en E r w e kbit n g e n vermittelt und Aufträge des

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