«..,-«ck25:yexxxß.:«52é-chch5X&:M.:.-„x *
..»:L-YJ- ZI,-
„“i 12, .- 3» yo e
pro en. Denn der ursächliche Zusammenhang zwischen ugeskörbberscbädigenden Eingriffe in die Persoxi des Klä ers und dem Betriebe bleibt bestehen, da" außer jener von em Kläger mit bewußter Absicht aus ef_uhrten Handlung _(dem Niederlegen von Pulverkörnern au _dte Wetterlampe), die den vorhandenen Bedingungen die Nichtimg auf den _einge; tretenen Erfolg gegeben hat, neck) hinreichende andere, in der besonderen Gefährlichkeit des Bergwerksbetriebcs beruhende, vom Willen des Klägers unabhängige und von seinem Be- wußtsein bei Ausführung der vorgedachten Handliing nicht umfaßte Umstände vorhanden waren€ ohne deren_ MitWirkung der Eintritt des von dem_Kläger nicht beabsichtigten Erfolgs unmöglich gewesen Lein wiirde. _
ArbertSpau en konnen unter Umstanden dem Betriebe noch zugerechnetwerden unter der Voraus: seßung, daß die Arbeiter an eiiiem Orte der Ruhe pfiegen, welcher ihnen hierzu vom Arbeitgeber enrideoer ausdrueklich angewiesen ist oder doch als stillschweigend angewrefen gelten kann. __ _ _
Ein Arbeitsverhaltniß kann nicht angenommen werden, wenn das Eingreifen in den Betrieb ge en den er- klärten WiUen des Betriebsunternehmers stattgefun en hat.
Einem concessionirtem Dienstmarin, welcher von einem Schlächtermeister zur Hilfeleistung beim Abladen eines mit Fleisch gefüilten Korbes gegen Entgelt angenommen _war, ist der Entschädigungsanspruch versqgt nzorden, da er bei der fraglichen Hilfeleistun lediglich sein eigenes Gewerbe aus- eübt habe, nicht (: er als _Arbeiter in den Betrieb des chlächtermeisters eingeireten sei. _ _ _ _
Der Entschädigu_ngSUnspruch cines m_ ciner Privat- heilanstalt angestellten Wärters ist _?urückgewiesen worden. Der Wärter hatte dadurch einen Unfa erlitten, dgß er die Haustreppe heruntergcstiirzt war, als er im Begriff stand, fiir einen Kranken Milch aus der Küche zu holen._ Der Betrieb des Krankenhauses, abgesehen von der zu Anstalts- zwecken benußtcn, durch einen Motorbetriebenen Heizanlage, unterfällt zur Zeit nicht der 111xfallvers1cherung
Ein formalrechtliches Versicherun Hverhältniß und dgmit die Entschädigungspflicht der Beru Igenoffenschaft entsteht regelmäßig nur dann, wenn die Veruchgenoffenscbaft einen
eiammten Betrieb oder die Person eines Unternehmers als
bei ihr versichert anerkannt und daraufhin Beiträge erhoben hat. Dagegen kann die Aufführung eines einzelnen, nicht versicherten Arbeitnehmers in _den Lohn: nachweisungen eine Versicherung und damrt zugleich eine etwaige Entscheidigungsverpflichmng im allgemeinen nicht herbeiführen. _
Die (freiwillige) Selbstversicherung von Regie: Bauherren _ wie iiberhaupt von BetriebSunternebmern -, die es entgegen der statutarischen Vorschrift unterlassen, in ihrem Versicheriingsantrage auch die Bezeichnung des der Ver: sicherung zu Grunde zu legenden Jahresarbeitsverdienstes an- zugeben, kommt bis zur Beseitigung dieses Mangels regelmäßig nicht zu stande.
Die formelle Bedeutung, welche auf dem Gebiete der Unfailversicherung der Eintragung eines Betriebes in das (Henoffeiischaftskataster zuerkannt wird, muß auch der Auf- nahme in das Unternehmerberzeichniß des land: wirthschaftlichen Unfa[(versicherungsgeseßes bei: wohnen. _
Nach der SonderaUSgabe der „Amtlichen Nachrichten des NeichH-Versichcrungsamts, Jnvaliditäts: und AlterSversicherung“ vom 1. Oktober d. Z. ist der AlterSrentenanspruck) einesielbständigen Goldschmieds, der als Taxator bei einer städtischen Leihanstalt beschäftigt werden war, zuriick: gewiesen worden. Der Kläger war als Tarator den im J“ 36 der Reichs:(§3ewerbeordnung genannten selbständigen Gewerbe: treibenden zuzurechnen.
Bei Beantwortimg der Frage, ob jemand Unternehmer oder unselbständiger Arbeiter sei, kommt es bei der Invaliditäts: und Altersverficherunq ebenso wie bei der Unfall: versicherung nicht wesentlich daranf an, in welcher Weise die Arbeit gelohnt wird, sondern im allgemeinen nur darauf, ob der Betrieb, in dem er arbeitet, fiir seine. oder eines anderen Rechnung erfolgt.
Das in den §§ 77 ff. des Invaliditäts: und Alters: 'versicherun Sgeseßes vorgeschriebene Yerfahren (Berufung auf schiedSJeri iliche Entscheidung, Nevijion) hat auch im Falle einer Streitigkeit iiber das Ruhen einer Renie (§ 34 a. a. O.) Anwendung zn finden.
Die Vorschrift des F" 3 Absaß 1 des Jnvaliditäts- und AltersversicherungSgeseHes, wonach der Turchschnittswertb von_Naturalbezügen von der unteren Verwaltungs- behbrde festznfeßen ist, gilt iiberhaupt nicht fiir die vor: aeseßlichc Zeit und ist das Schiengericht, soweit diese Zeit in Betracht kommt, völlig frei iii der Schäßung dieses Werthes".
*
_ Ter „Kaiserliche Botschafter in Paris Graf zu Münster ist von der_n ibm Allerhöchst bewiUigten Urlaub auf seinen Posten zuruckgekehri Und hat die Geschäfte der Botschaft wieder Übernommen. -
Der_Kgiscrliche Botschafter - am Königlich italienischen Hofe, Wirkliche (Geheime Raik) Graf zu Solms-Sonne: malde hat einen _ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub ange: treten. Während seiner Abwesenheit fungirt der Erste Secretär der Kaiserlichen Botschaft, Legationß-Nath von Maßen- b e ch e r als (Geschäftsträger.
_ Der Kaiserliche Botschafter in Wien Prinz Reuß hat emen ihm AUerbochst bewilligten vierzehntägigen Urlaub an- Ytreteii. Während seiner Abwesenheit fungirt der Erste ecretar, LeganonZ-Ratk) Prinz von Ratibor als Geschäfts- rager.
Dcr inserliche Gesandte am Königlich niederländischen Hofe,_ Gebeime _BeJUUVUFRaM Graf zu Ranßau ist von dem ihm Allerhockzt bewiliigten Urlaub na demHaag zuriick- gekehrt und bat die Geschäfte der Gesandtchaft wieder Über- nommen.
_ Der neuernannteKaiserliche Gesandte bei der Schweizerischen Gdgenossenschast, Wirkliche Geheime Rath ])r. Busch ist in Bern eingetrbffen und bat die Geschäfte der Kaiserlichen Gesandtschaft ubernommen.
Der _Commandeur der ]. Garde:Jnfanicrie- Division, GetieralÉreutenant von Holleben ist vom Urlaub hierher zuruckgekehrt.
Der Director des Waffen-Departements, Gcneral:Lieuienant Müll er hat Berlin auf einige Tage verlassen.
Der Jnspecteur der _1. Jngenieur-Jnspection, General- Lieutenant Andreae ist hierher zuruckgekehrt. '
Der Präsident des Kaiserlichen Patentamts von Koenen ist vom Urlaub zurückgekehrt.
Der Referendar Schlössingk ist auf Grund „der be- standenen StaatsPrüfung zum (Herichts-Asseffor in der Justiz; verwaltung von Elsaß-Lothringen ernannt worden.
_S. M. Kreuzer „Habicht, Commandant Corvetten- Capixän Zeßner, ist am 1. Oktober in St. Vincent (Cap Verdische nseln) eingetroffen und beabsichtigt, am 6. nach Sßnta Cruz auf Teneriffa (Canarische Inseln) in See zu ge en.
Dem Kaiserlichen Gesundheitsamt vom 1. bis 3. Oktober, Mittags, gemeldete Cholera-Erkrankungs- und Todesfälle:
Datum:
Staat und Bezirk.
tx“) (O » D W .O R O ...* K p-x O [O
erkrankt gestorben .
./10.
I
gestorben . erkrankt gestorben
erkrankt gestorben .
W W [€) .;. 7--
)J [D )..-
Hamburg. Hamburg.
Preußen. Schleswig.
Mecklenburg: Schrverin.
Altona.
Boizenburg. _ - - - 4
Vereinzelte Erkrankungen:
Regierungsbezirk Schleswig: in der Stadt Wandsbeck und 1 Ort des Kreises Stormarn 2 Erkrankungen 2 Todesfälle.
Regierungsbezirk Stade: in der Stadt Stade und in Achim 2 Erkrankungen 1 Todesfall.
Neqierungsbezirk Stettin: in der Stadt Fiddichow, und 3 Orten der Kreise Random und Greifenhagen 2 Er- krankungen, 3 Todesfälle.
Regiernngsbezirk Potsdam: in der Stadt Lieben- walde 1 Erkrankung.
Regierungsbezirk Koblenz: in der Stadt Koblenz 1 Todesfall.
Bayern.
München, 2. Oktober. Seine Königliche Hoheit ber Prinz-Regeni ist gestern aus dem Algäu hier wieder em- getroffen. Morgen begiebt sich öchstderselbe nach Berchtes- gaden, von wo die Rückkehr am 3 . d. M. erfolgen Wird.
Saasen.
Dresden, 2. Oktober. Seine Königliche HoFeit der Prinz und Ihre Kaiserliche uni) Königliche Ho eit die Prinzessin Friedrich August smd vorgestern aus Lindan hier wieder eingetroffen. _
Durch den Cultus:Mini1ter von Seybewiß, der dazu von den 11] ereiriZeUejZ beauftragten StaatS-Ministern mit Auftrag versehen war, erfolgte gestern_ die Einführung des neucrnannten Präsidenten des Landes-Conyistoriums von Zak) n in sein Amt.
Baden.
Karlsruhe, 1. Oktober. Seine Königliche Hoheit der Crbgroßberzog [)at vorgestern Schloß Mainau verlassen und fick) iiber Bregenz nach Innsbruck begeben, UM von da aus die VereiUSalp zu erreichen, wo Ihre Königliche „Hoheit die Erbgroßherzogin bei Höchst- ihrem Vater weilt. Ilm nämlichen Tage empfingen Ihre KöniglichenHoheiten der Großherzog und die Groß: [) erzo gin den Besuch Ihrer Königlichen Hoheiten des Fürsten und der Fürstin von Hohenzollern und gestern den Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Luise VOU Preußen.
Oldenburg.
(U.) Oldenburg, 1. Oktober. Seine Königliche Hoheit Fer _?Hroßherzog hat fich heute von Güldcnstein nach Eutin
egc en.
Vrauusthweig.
Braunschweig, 1. Oktober. Seine Königliche Hoheit der Prinz Albrecht ven Preußen, Regent des Herzog- bums Braunschweig, ist heute wiederum in Kamenz in !Schlesien eingetroffen.
Sachsen-Cobnrg-Gotha.
Coburg, 1. Oktober. Jbre Kaiserliche und_Königliche Hoheit die Herzogin von Edinburg mit Höchjtihren drei ältesten Prinzessinne_n-Töchtern sowie Seine Hoheit der Erbprinz und Ihre Königliche Hoheit die Erbprinzessin von Sachsen:Meiningen find heute Nachmittag von München wieder hier eingetroffen.
Deutsche Colonien.
Ter Compagnieführer ck 13 Zujte der Schußtruppe für Teutsch-Ostafrika Ramsay ist unter Entbindun von dem Commando zum Auswärtigen Amt _mit dem 1. ktober d. J. in die Schußtruppe wieder einrangirt worden.
Premier:Lieutenant von Stetten ist am 3. AuzZUst in“
Kamerun eingetroffen und bat die Führung der olizei- truppe übernommen. __
Der Second:Lieutenant a.D. Bronsart von Schellen- dorff ist nach Ablauf seines drei1äbrigen_Commandos ur Kaiserlichen Schnßtruppe für Deutsch-Ostafrika am 30. v. . aus derselben aus eschiedcn.
Der Second-Qieutenant a. D._ Langheld yon _der Schuß: truppe für Deutsch : Ostafrika ist, unter gleichzeitiger Ver- längerun seines Commandos zu berfelben bis zum 30. Sep: tember 1 95, der Schußtruppe definitiv zugeiheilt worden.
Oeßerreickx-Uqaén.
Der Kaiser und der König v_o_n S_achsen trafen am Sonnabend Abend von den Jagden in Steiermark in Schön- brunn ein. Gestern früh 8 Uhr kehrte der Konig von Sachsen nach Dresden zurück; der Kaiser geleitete Allerhöchstdenselben ZUM Nordwest-Bahnhof, wo sich die Monarchen auf das herz- lichste von einander berabschiedeten. Gestern Abend at sich der Kais er zum Empfang der Delegationen nach Bu apcst begeben, von wo die Rückkehr nach Wien am 6. d. M. er: wartet wird.
Ueber das Befinden des Prinzen Hermann u Schaumburg:Lippe wird aus Kirchdorf vom 1. d. ZM. gemeldet: „Im Allgemeinbefinden des Prinzen ist keine rbesentliche Aenderung eingetreten. Der Prinz verbrachte die Nacht ruhig und Flies auch etwas. Die Intervalle mrt _ klarem ewußtsein dauern etwas langer.“ Nach eincm Telegramm des „H. T. B.“ von Leitern war das Befinden des PriiYen anhaltend zufrieden- tellend, urid es sei Aussicht auf enesung nunmehr vor: handen. Die Wunde werde kleiner und beginne sich zufüllen.
_ Prinz Heinrich )()(1)? Reuß, Yremier-Lieutenant im 1. Preußischcn _Gaxde-Feld-Artillerie: egiment, zweiter Sohn des Prinzen Heinrich )(. Reuß und dessen Gemahlin, geborenen Freiin von ZSÖUH und Leipe, ist, wie aus Czernowiß gemeldet wird, am 30. September in Radauß an der Diphtheritis gestorben. _
Beide Delegatioyen haben sich vorgestern in Buda: pest constituirt. Die österreichische Delegation wählte ZUM Versißenden den Abgeordneten von Chlumeckt), der in einer 19ngeren_Ansprache die Sympathien der Delegation fiir das _orterreichische Heer zum Ausdruck brachte, die Noth- ryendigkeit _ einer ungestörten Erhaltung des finan- ziellen Gleichgewichtes hervorhob und die durch Blind- msse besonders gekräftigte conservative FriedenSpolitik" der Regierunq unter deren voller Anerkennung betonte. De_r Redner schloß mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser, das entk)_Us1astisck) aufgenommen wurde. Die unga- rische Delegation wählteden Grafen Ludwig Tisza zum Präßdenten. der in seiner EröffnungSrede hervorbob, daß in interxiationaler Beziehung im leßten Jahre nichts geschehen sei, was eine Kriegsbesorgniß hervorrufen kennte. Yer Dr_etbund wirke als Bremse gegen kriege: rische Geluste, all_ein der Augenblick zur Abrüstung sei no nicht gekomineii, im Gegentheil seien die Rüstungen möglich t JU vervoilstiindigen. Wenn der Frieden bisher erhalten worden se1,__[_o sei dies dem Bestreben der Mächte zu danken, einander in i ren Rüstungen zu übertreffen. Dieser Zustand sei krank- bczft; allein Denk habe _esagt, die ärgste Krankheit 1er der Tod, aegen diese ranfbeit brächten die Völker gern qlle _Opfer. _ Unter solchen Umständen müsse die Delegation __emen Mittelweg zwischen der größten Sparsamkeit und deti_Rucks1chten auf die Sicherheit der Monarchie finden. Graf Tis a schloß mit einer be eisterten Loyalitätskundgebung fur den onarchem welche lebZaften Widerhall fand. Heute Mittag _ um 12 Uhr 1111st der Empfang der österreichischen Delegation, um 1 Uhr der: der ungarischen Delegation durch den Kaiser in der Burg statt.
In Delegirtenkreisen verlautet, der Minister des Aue: wärtigen (Y_raf Krilnokt) werde in der heute Nachmittag 4 Uhr stattfindendexi Sißung des Budgetauss usses der öster- reichi1chen Delegaiion das herkömmliche : xposé halten. Yen _Jixngczechen wurde in der Vorbesprechung ber biterretch11chen Delegation, wie das „ Frdbl. “ be- richtcr, nahegelegt, im Plenum keine roßen Reden zu halten; sie Wiesen dies indessen zurück, die * elegirten Herold und Eim sollen über Aeiißeres, Paßak iiber das Kriegsbudget, Masaryk iiber BOSmen sprechen.
In einer am Sonnabend in Budapest abgehaltenen Versamnilung des protestantischen Kreißconvents hielt der Vornßende Graf Ludwig TisZa, wie der „Magd. Ztg.“ emeldet wird, eine Rede, in der er betonte, die Lösung des * egtaufungsstreits müsse erfolgen unter voller Einhal- tung des Neligionsgeseßes. _
Der Landtag für Kärnten ist vorgestern gc1chloffen worden. '
Die anläßlich der Schließung der griechischen Schule 11 in Bulgarien seitens des Athener Cabinets an die (Gros;- mc'ichte gerichtete Note (Siebe Nr. 228 des „R._u. St.:A.“ vom 27. U. M.) ist der „Pol. Corr.“ zufolge vorgestern Nack)- mittag_durch den griechischen Geschäftsträger in Wien dem Ministerium des Lleußern übergeben worden.
Aus dem Exposé, mit dem der Fizianz:Minister ])1'. Wekerle am Sonnabend das im ungarischen Rei Stag
eingebrachte Budget erläuterte, sind bereits in der vorgetrigen *
Nr. des „R.-u. St.-A.“ einige von dem_ „W.T.B.“ gemeldete kur'e AUszÜge mitgetheilt worden. Wir _ eben beute nun im Zuéammenhanq das von der Wiener„Pre1 e“ gebrachte Resume: der Rede des Ministers Wieder, die von dem ganzen Unter- hause mit lebhaften Eljenrufen aufgenommen wurde,
Der Minister bob in seiner Rede zunächst berbor, daß die erdenklichen Einnahmen ein a_nsebnlickyes Y_[us aufzuweisen batten; demi daraus cr ebe_fich zur Emdenz, _daß_ die ordentlichen Außgaben nicht in dem aße stiegen_wre die Emnabm i_i. Er legte ferner Gewicht darauf, daß es wenige Staaten gebe, die zur Amortisation ibrer Lasten solch große Summen _auZibren ordentlichen Einnahmen deckten wie Ungarn. Trbydem die »eblußrecbnungen in den leZten Jahren stets_einen Ueber_1chuß auszuweisen batten, sei er doch auch- diesmal bei der Feststeüung des Präliminars mit größter Rigorosität_ vorgegangexi, sodaß man auf den EinganY der Präli- minirten Einnahmen niit unbedingter Sicherheit rechnen “önne. Wenn aucb zur Herstellung des Gleichgewichts große Opfer gefordertwürden, so 1ei dies nicht etwa zur Erzielung eines mechanischen Gleichgewichts geschehen, sondern_ es babe auch der Regierung zur Durchführung einer mtenfiben und zielbewußten Politik Gelegenheit geboten. Wie aus den Einnahmen bisher die Erfordernisse der_ wirtbschaftlichen Reformen gedeckt worden seien, so würden m_ Zukunft auch die *gesteixierxen Erfordernisse für die ,adminiZZZJtZVen und cul- turellen Reformen gedeckt werden. Der _ [nister erwäbnte sodann, daß es auch Ausgaben _gebe, die im _Rabmen dieses Bridgets_keine Bedeckung gefunden batten. So wü_n1che das Handelsa Ministerium zur Bestreitnn der Kosten der Regulirungs-Arbeiten an der unteren Donau einen achtragscredit von_ 12“ Millionen in An- spruch zu nehmen. Damit dort, ivo da? Eisenbabnneß bei Orsova sein Ende erreiche, auch größere Seeschiffe, wenigstens_folche bon mittlerem Tief ange, hereinkommen könnten, solle namlich der Kanal entspre end bertieft werden. Eine zweite unbedeckte Ausgabe bijdeten die Kosten für den Außbau ber _Marmaroé- Szigeter Grenzbabn. Der Fincin :Minister jkrzztrte sodann das finanzpolitische Programm der na sten Zukunft. In erster Reibe stehe_die FortseZung der begonnenen Valuta-Action, die mit Hiife der ichen vorhandenen Goldbestände und mit Inan riffnabme und Beendigung der Goldbescbaffung in einer den Verbältni en des Finanz- portefeuilles entsprechenden Weise zu lösen sei. Er hoffe, die Vorarbeiter:-
' 1 Million
zur A „„ abme de_r Baarzablungen und NeLelung des Yankwefens in der nä s eit, vielleicht schon bis zum Sch use des raltminarjabres, zu beenden. r habe auch die Hoffnung, daß die gro en Converfionen demnächst in Fluß gebra t werben kbnnten', und er werde von dem Grund edanken geleitet, aß die erzielten Ersparnisse zur Bedeckung des Er?order_nisfes der neuen Emrsfiozien dienen soÜten. Der Minister führte weiter a_us_, daß er die Absicht habe, im nächsten Jahre 150 Millionen Kronen_ Goldmünzen, 30 ' Kronen Silbermünzen, 10 Mintonen Kronen Nickelmünzen und Kronen Vronzeniünzen prägen zu lassen. Der Münzgewinn werde unter _dem Titel „Kosten der Valutaregelunq' ver- bucht werden, sodgß die Bilanz Durch die Auslagen für die Währungßreforxn_ in keiner WME werde alterirt werden. Der Finanz-Mmister kündigte ferner an, daß das Geseß über die Erhö ung der Veamtengebalter _nocb vor dem Budget ver- handelt Werden folie _und dcÉ m den Voranschlag der volle Betrag bon 2,6 MiÜionen _ ulden für diese Erhöhung ein- estellt worden sei. Bezügltch der “;_Staatsbabnen erklärte der ZNinister, daß_die Re terung nicht die Absicht babe, einen be- sonderen Credit für 5ieuanscbaffung in Anspruch zu nehmen, sondern daß 6,5 MiUionen _Gulden für Erweiterungsbauten und Ver- mebrun bes Wagenréarks in das Budget eingestellt worden seien. Es so e die Bescha ung des Wageyparks in der bisherigen Weise auf zebnjäbrige Amortisation beWerksteÜigt werden; dadurch werde diese Summe für die weitestgebenden Ansprüche des Verkehrs auSreicbend sein, denn diese Summe babe einen dauernden Charakter. Der Minister stellte ferner die Organisation des Check- und Giroberkebrs, sowie eine vollständige Regelung _der finanziellen Administration in Aussicht, Welche Arbeit aber erst wir der _Regelung der staatlichen Verwaltung beendigt werden könne,_ und erklarte, seine Aufmerksamkeit auf die Vorbereit_ung der Reform der direeten Steuern zu richten. Er wünsche1chbn demnächst glke Vorarbeiten für die geplante Reform zu veröffentlichen. bamrt die Oeffentlichkeit und die Presse über das Reformwerk ihre Meinung abgeben Ybnnten. Schließlich empfahl der Minister die Annahme des Staats- boranschlags. . _, Großbritannien und Irland.
Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Heinrich von Preußen siiid nach einem Telegramm des „W. T. B.“ gestern Abend in London eingetroffen und nahmen im Buckingham-Palast Wohniing. Die Ueberfabrt über den Kanal war durch Nebel verzogert. Heute begeben sich der Prinz und die Prinzessin zum Besuche der Konigin nach Schloß Balmoral. _ _ _
Der britische Botschafter in Berlin Sir Edward Maler ist gestern Vormittag von London nach Deutschland abgereist.
Capitän Lugard ist gestern Abend aus Uganda in London eingetroffen. _ _ _ _
Neue agrarische Gewaltthätigkeiien smd in der irischen Grafschaft Clare vorgekommen. Y_l-Z der Farmer Walsh am Mittwoch Nachmittag bei Bodyke sem Feld bestellte, wurde er plößlich von drei mit_ Gewehren bewaffneten Personen angefallen, die mehrere Schiisxe abfeuerten, ohne den Land- mann indessen _zu verwunden. Wali!) konnte zwei seiner An reifer identifrciren, so daß es leicht war, auch den dritten aus'ndig zu machen. Alle drei wurden ins Gefängnis; ge; steckt, - Eine Bande Mondscheinler feuerte Mittwoch Nacht einige Schüsse in das Haus des Farmers Macnamara ab, doch wurde Niemand verleßt. Verhaftungen wurden nicht vorgenommeri. _ '
Nach einem Telegramm _der „Times“ aus S_imla soll eine Be?egniing des Emrrs von Afghanistan mit Generix Roberts in der ersten Woche des Monats Dezem- ber stattfinden.
Frankreich.
Der Präsident Carnot hat, wie „W. T. B.“ meldet, eine Einladung angenommen, die ihm vorgestern durch eine Abordnung der Stadt Lille zuber am 8. Oktober d. J. stattfindenden Centenarfeier der Aufhebung der Belagerung von Lille Überbracht wurde.
In St. Etienne fand am Sonnabend zu Ehren des Handel&Ministers Jules Roche ein Festmahl statt, bei dem der Minister in einer längeren Rede ausfiihrie, wie die Regierung sick) bestrebt habe, die Handelsbeziehungen - rankreichs mit dem Auslaxide iicherzustellen, indem ie ein möglichst geringes Maß von Zugeständnissen ge: macht habe. Der Minister gab sodann einen kurzen Abriß der mit der Schweiz geführten Verhandlmrgen und_erklärte, die Regierung habe der Schweiz n_ur diejenigen Zugeständnisse gemacht, die nothwendig gewesen seien, um den wirthschafilichen und politischen Frieden beider Länder, die so sehr darauf an: ewiesen seien, mit einander in Eintracht zn [eben, zu ver: bessern. Die Regierung werde den Vertrag vor dem Parla- mente mit voller Ueberzeugung Und Zuversicht vertreten, denn es handle sich vor.allem um patriotische Erwiiungen und darum, daß ein Bruch mit der Schweiz ernste Fo gen für die französische Industrie gehabt haben wiirde, die in der Schweiz durch die Industrie anderer mit Frankreich rivalifirender Nationen hätte verdrängt werden können. Gegeniiber den: jenigen, die das _ egenwärtige Zollregime uri ünstig beurtheilten, sei auf die ThaZache hinzuweisen, daß dure?) die seitens Frank: reichs gemachten Zugeständnisie dessen Einfuhr um kaum 21/2 Yrocent betroffen werde. _ _ _ _
er Deputirte Lockror) beabsichtigt, bei der in der Kammer zu erwartenden Debatte iiber den Strike in Carmaux einen Antrag auf Verstaatlichung der Berg- werke einzubringen.
Rußland und Polen.
Nach den bisherigen BestimmunHen wird der Kaiser, wie „W. T. B.“ meldet, zum 1 . d. M wieder _in St. Petersbur eintreffen.
BelJufs Bil ung einer finländischen Schüycn- Briga e, bestehend aus einem ersten bis vierten finländischen Schü§en-Regiment, sollen aus vier Reserve : Bataillonen ebenZ'ovielc SchüßenWegimenter zu je zwei Bataillonen formirt wer en.
Italien.
Der „ opolo Romano“ meldet, daß in dem gestern ab: gehaltenen inisterratk) bie Berathung über die von dem Finanz-Minifter Grimaldi vorgeschlagenen_Finanzmqß= regeln erledigt worden sei. Das Blatt W111 wissen, jede neue Steuer größeren Umßangs oder ]ede Umgestaltung der gegenwärti en Steuern, wo urch den S_teuerzabiern auch nur die qeringste ehrbelastung erwachsen konne, sei aUSgeschloffen. Den Ministern sei es positiv gelungen, nicht nur für die Differenz zwischen den wirklichen Einnahmexi und AUSgaben, sondem auch für das Deficit Deckung zu finben, welches fick) aus der für 1893/94 etwa 47 Millionen Lire betragenden Bewegung der Kapitalien ergiebt. Die Staatsschuld werde nicht um einen Centefimo erhöht werden.
Millionen 7
.-die Kaiserin habe gestern der Messe beigewolznt.
Portugal.
Gleichzeitig mit dem Decret, das die allgemeinen Wahlen auf den 23. Oktober festseßt, ist ein anderes er: schienen, welches die bisherigen Diäten der Abgeord- neten abschafft. Die Diäten bestanben in einer (Held- entschädigung_ für die Dauer der Session und Crsaß der Reisekosten: sie beruhten auf Artikel 38 der Verfassung, und durch Gesetz von 1886 war die Gesammtsumme der Dotation der Zweiten Kammer auf 79,7 Millionen Reis (400000 Francs) festgesetzt worden, abgesehen von den 6 Millionen für die iiberseeifchen Deputirten. Die leßteren behalten ihre Diäten, die erstere Summe aber wird zu Gunsten der Staatskaffe-erspart. Dafür bestimmt das Decret, daß die Deputirten freie Fahrt auf_den Staatsbahnen und den Kriegs- schiffen haben, sowie daß sie von den Gemeinden ihrer Wahl- kreise Diäten annehmen können, wenn man sie ihnen gebe.
Die Zolleinnahmen in Lissabon und Oporto be- trugen im September d. J. 157 Conto Reis weniger als im September 1891.
Belgien.
In Brüssel war am Sonnabend das Gerücht verbreitet, die Kaiserin Charlotte, Wiirme weiland des Kaisers Maximilian von Mexiko, sei ernstlich erkrankt. Von unter: richteter Seite wird, einem Telegramm des „W. T. B.“ zu- folge, diese Nachricht für unbegründet erklärt und hinzugefügt,
Die „Gazette de Bruxelles“ meldet, er Congostaat habe dem Häuptling Tippo Tip den AUstrag ertheili, mit den arabischen Häuptlingen am Stanley:?ßall wegen Aufrecht- erhaltung des Friedens zu unterhandeln. Tippe Tip soil von Sansibar bereits abgereist sein, Um den Auftrag auSzu: führen.
Türkei.
Zn Erwiderung auf die vorgestern nach der „Pol. Corresp.“ erwähnte mündliche Mittheilung des rujfischen Geschäftsträ ers in Konstantinopel we en der Rückstände der türkisgchen Kriegsschuld hat em „W. T. B.“ zu- folge der (Hroßve ier geäußert, er werde die Mittheilung zur Kenntnis; des inisters des AUZwärtigen bringen, u deffen Ressort die Angelegenheit gehöre. Jm Übrigen wer e er__v_§)rforgen, daß die Rückstände bald und regelmäßig beglichen wur en. *
Montenegro.
Ein Hauptmann und 15 österreichische Soldaten überschritten, wie „W. T. B.“ aus, Cetinje berichtet, ohne Cr: mächtigung die montenegrinische Grenze bis auf eine Entfer- riung von anderthalb Stunden. Sie wurden entwaffnet und sodann freigelassen.
GesundheitZwesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
Cholera.
Aus dem Krankenbanie Moabit find «nach der „Rat. Z.“ am Sonnabend drei an der asiatischen Cholera erkrankt Gewesene als ge- beilt entlassen worden, und zwar der BootSmann Lück und die beiden Söbne des Sckyiffers WVUÜkOWZki. Der Bestand der Cbolerakranken Verminderte sich damit auf acht Personen. Am Soringbenb Abend rrur- den,wie den „Neuest. Nachr.“ mitgetheiltwird, füaneryonen eingeliefert, unter denen sich drei Krankenpflegerinnen des Diakonii nbauses zu St. Pauli in «Hamburg befanden. Da fie fick) ausschlie lick) rxiit der Wartung cholerakranker Personen beschäftigt batten, wurden 1ie aus dem Lehrter Babnbof angebaiten und zur ärztlichen Beobacbtung nach Vioabit gebracht. Das Befinden der an der (.'11016r3 Z.ZÜUÜIQ, Cr- krankten is_t fortdauernd günstig. Der Bestand der in Moabit befind- [ichen Perionen betrug gestern Vormittag 54.
Die am 1. Sebtember d. I. bei Beginn der Cboleragefabr zum Zwecke des Nachweiies ärztlicher Hiife Und ziir Belehrung des Pnbli- kimis gebildete Gesundheitscommissibn für Alt-Berlin, Pbxtstraße 13, bat beschlossen, mit Riicksicht anf den gegenwärtigen Gesiindbeitszusiand in Berlin, ibre Thätigkeit borläUfig einzustellen. Die biZber tbatigen fünszebn Aerzte Haben sich jedoch für die ärztiicbe Hilfe wahrend der Nacht auch ferner zur Verfügung gestellt.
Aus CbarlottenbuW wird gemelbet, da[“; in der Nacht zum Freitag die Frau des Schiffers Taicbe, der mit “seinem Kabir auf der Spree unweit der Englischen Straße liegt, unter cboleraberbäcbti- YU Zeichen erkrankte und, abs fie am nächsten Morgen mich dem 3 a_rackenlazaretb übergeZibrt werden soUte, auf dem Wege bortbin beritarb. Die Untersu ung des Failes ist noch nicht abgeschlossen. Kahn und Mannschaft Wurden desinficirt. _
Der S iffseigenihümer Stolp aus Zerpenschleuse iii auf der Fa rt bon Berlin nach Spandau an “asiatischer Cholera gestorben. Die Leiche ist am Sonnabend in Spandau ge- landet worden.
In Hamburg sind nach den amtlichen Mittbeilungen bis zum
29. September 17 514 Personen erkrankr und 7510 gestorben. Die“
erhebliche Abriabme der Cbolerafälle in Hamburg spiegelf sich auch recht deutlich in der Beiegung der Krankenhäuser mit Cbolerakranken wider. Wäbrendbm 5. September ein Bestanb von 2190 Cbolera- kranken gezählt rburbe, ist er am 28. b. M. aur 928 zurückgegangen.
Die Bürgerxcbast in Hamburg bat in einer am Sonnabend Abend abgehaltenen außerordentlicben Sitzung den dringiicben Antrag des Senats wegen der Verordnung über_ Maßnahmen zur Unterdrückung der Cholera nach eingehender BUprecbung mit einigen unwesentlichen Aenderungen endgültig angenommen. _ Seine Königliche obeit der Prinz-Regent Von Babern bat iür die Hamburger I otbleidenden 5000 «Fü gespendet. In einer Versammlung angesehener Bürger Münchens konstityirte fich am Sonnabend ein HilfScomité; fiir die Notbleidenben in Hamburg und Altona. Der Versammlung wohnten u. a_. der Minister des Innern Freiherr von Feilitzsch, der Oberst-Hofmarkchall Freiherr von Malsen und der General-Jntendant Baron von Persal] bei. Aus Bremen find am 1. d. M. dem Hamburger Comité für die Notbleidenden Hamburgs weitere 19 904.96 überwiesen worden, sodaß die Gesammt- Zuxnxnet der von dort aus überwiesenen Beiträge bis jexzt 85 826 .16 e ra .
mtlicher Melxung zufolge ist in Stettin bei einer am
1. Oktober dort ejtorbenen Person durY die bakteriologische Unter- suchung asiatische bolera als Todes“»ursa e seMeste-[lt werben. Ein Weiterer Cbolera-Todesfall ist bisher mcht zur eldung gelangt. _
Nach Mittheilung des Bürgermeisters vom Amsterdam _1an im Laufe der vergangenen Woche dort zwei Cholera :Tokesiaüe vorgekommen. Aus Rotterdam werden zWei Erkrankungen und zwei Todesfälle infolge ben Cholera gemeldet. Außer- dem smd aus acht kleineren Ortschaften fieben Erkrankungen und zwei Todesfälle bekannt geworden. _ Ferner wird uxiter dem gestrigen Tage aus Rotterdam ein Cbolera- Tobeßsall, aus Maarsen Werden drei Erkrankungen emeldet. In leZterem Ort sind inSgesammt elf Personen an der C blem erkrankt, von denen fünf estorben md. Nach in Gent eingegangenen Mel- dungen ist die atatische bqlera in Moerbeke, einer Gemeinde Ost-Flanderns an der holländiichen Grenze, aufgetreten. Die Zahl der bisher dort borgekommenen Cbolera-Todesfälle beträgt acht.
Arn Freitag sind in Paris 29_Cbolera-Erkrankungen und zwölf Todesfgüe, innerhalb der Bannmnle sechs Erkrankungen und zwei Todesfalle, _am Sonnabend in atis 29 CboTera- rkrankungen und fünf Todesfglle, innerhalb der * annmeile sieben rkrankungen und fiinf Todesfalle borgekommen. In Havre erkrankten am Freitag bier Personen an _der Cholera, eine ist gestorben, am Sonnabend erkrankten dort zrvei Personen an der Cholera, drei find gestorben.
_ Jm LÜUfL der Nacht zum Sonnabend und am Sonnabend Vor- mittag find in Pest sechs unter choleraVerdächti en Erscheinungen er- krankte Personey m das Barackenbospital einge iefert worden. Durch die bakteriolbgiycbeUntersuchun ist bei drei Verstorbenen, wie den Zeitungen Mitgetbeilt wird, a iatische Cholera als Todesursache fest- gestellt worden. Sßäter iind weitere drei cboleraberdä tige Er- krarikungen vorgekommen. Der Ma istrat von Pest bat, o wohl der Eptdemre niich kein gefahrdrobender C arakter beiwobnt, beschlossen, schon morgen mrk dem_ Bau zweier schleunigst serti zustellender Cholera- baracken zu beginnen sowie eine zweite Not wohnung für solche Personen_ zu errichten, die ibre Wohnung der Cboleragefabr wegen raumen müssen. Der Verein vom Rothen Kreuz stellt 75 Transportwagen zur Verfügung. Von Sonnabend Yhend bis Sonntag Nachmrtta§414 Uhr Wurden dreizebn unter cholerabechächtigen “Symptomen erkran e Personen in das Barackenbospital gebracht. Sechs Cboierakranke sind gestorben. Jm Barackenbospital befinden fich zur Zeit achtzehn (T_bolerakranke. Angesichts_ der bedroblicb ge- wordenen Lage an der runischen Grenze und des Auftauchens der Cholera 1.1 Pest, sand qm Sonnabend in W i e n eine Sitzung des Obersten Sanitäts- rgtbes zur Beraxbung weiterer Yiaßnabmen statt. Von Freitag früb bis Sonnabend “srüb find in Krakair zwei Personen an der Cboiera erkrankt und zwei gestorben. Jn Ludwinbw bei Pedgorze ist eine Frau an der_Cbolera gestorben. _
_ Neu ausgetreten ist, wie arts St. Pere rsbu'rg gemeldet wird, die Cholera im_ Gbuvernement Kielce. Vrin 25. bis ziim “29. Sep- tember sind dayelbit achtzehn Erkrankungen und sieben Todesfälle bor- gekobiinen._ Ferner ist die Cholera neu aufgetreten in der Stadt SbiibMir; bom 15. „bis zum 30. September Tini) daselbst fiebzebn Personen erkrankt und vier gestorben. «zm Goubernement Grodiib sind vom 24. bis 30. September fünf Personen erkrankt und zwei gestorben. Jn Odessa tritt_ die Cholera biSber nurichwack) auf; am 29. September starben daselbst zwei Personen.
* Belgien.
_ La_ut Königlicher Verordnung vom 17. September 1892 und der irn An1chluß daran ergan enen AuéfübrungS-Verbrdnung des König- lich belgischen landwirtbs afilicben Ministers born 18. dess. Mts. ist Vom 22._September ab die Ein- und Durchfuhr ron Fischen jeder Art (frikck), getrocknet, geräucheri eder gesalzen), bon Fischabgängen, Schal- und Weicbtbieren aus Gegenden, in welchen die epidemiscbe Cbolera innerhalb der leHien zwei Monate bor der Absendung solcher Waaren aufgetreten ist, in bezw. durch das Königreich Verboten-
Die Eiri- und Durchfuhr solcher Producte, feiern dieselben aus anderen Orten Deu-tichlands, Rußlands» Frankreichs und der Nieder- lande kommen oder die genannten Länder Pasfirt haben, ist, faÜs der Durchgang nicbtbirect obne Umladun erfolgt ist, niir gegen Vei- bringung einer Bescheinigunx der zuétändigen Localbebörde darüber gestattet, das; der betreffende Sri nicht mit der Cbolera behaftet ist bezw. wäbrend des borgebacbien zweimonatlicben Zeitraums be- baitet gewesen ist. Dieser Vestimmesng nicbt unterworfen iii jedoch diejenige Durchfuhr durcb Belgien, welcbe direct obne Um- [arimg auf dem Schienenwege erfolgt. '
Sendungen obiger Art, welche nicht mit den vorbezeicbneten Zeagnissen berseben sind, können Von den ZbÜbebörben, falls? denielben nicbt andere befriedigende Nachweise erbracht werden, an die Grenze zurückgewiesen werden.
Theaxer und Musik.
Deutsches Theater.
Moliéreké .Misantbrbp', WU Ludwig Fu[ba ine" Deuiicbeübertragen, fand bei seiner ersten Anffübrung am Sonnabend eine würdige und beifalisfreudige Aufnabtne. Der Ueberseßer, der sich bier wie Won früber als ein echter feinfühliger Dichter erwiee; _bat die gereimten Alexandriner in leicht Und gefällig fließende fünssüxzige Zamben umgewandelt, denen er__ nach seinem klassischen Vorbiire den Reini erhielt. Fulda bezeichnet diese Mustereombdie MeliéZre's ais ein_§chauspiel, Uni: in der That wendet sie dem Zuicbauer ein io krattbeUes, strenges Antliiz zu, daß sie tre); der leichten *Oüile bon rriiziien Einfällen Uni“ von saiiriscben Sportreden iiber “ren Raanen des eigeniiicben Lustspiels binaussirebt. Tie Uebersetzung ist tadellos iewobl in Bezng auf die äbßere orm, wie an den Geist der Dichtung. Pian findet die scharfe Zei nung der iittiickxen Gebrechen der guten Gesellsckyaft der Zeit MOUSre's, die der Dicbter nacb bekannien Lebenden Mustern ausgeführt bat, auch in der reutickyen Uebertragimg wieder; mit bat ibr Fulda, wo _es irgend- wie anging, ein aUgemeineres un? der Gegenwartieichter verständliches (Berräge gegeben. Der Ueberierzer scheut fich in soichen FäUen nichr, kleine_ Aenderungen borzunebmen, ein einem bestimmten Gedanken beyonders giinstiF entsprechendes Wort zu gebrauchen, seibst wenn es in dem esenderen Sinne einer gaziz mbdernen Vrrsteilung entspricht. So läßt er den in eitler Selbitgeiiügiamkeit mir fiel) und seinen Erfolgen zufriedenen Marquis Acast von einer „sebneibig' durchgeführten Affaire sprechen, wo Mrliére sagt „YZ1118KÜSWQU19TS“_J die Umarmungen und überschwänglicben Freunx- sebafrsbetbenerun en, die, wie Alcest dem Oroni empbri Vorwirsi, an jeden Glei gültigen berscbwendet werden, denen Namen und Cbarakter man mexiig oder 11111? ven einer Übler! _Seite kennt, andert Fulda entkprecbend den gegenwärtigen GejeliicbaftÉ- formen um; er setzt einen Händedruck an die SteÜe der Um- armnng. Durch diese und andere kleine Abweichungen vom Urrert, die nur das Gewand etwas modernifiren, ' aber die klaxsiicbe Gestalt der Dichtung unberührt lasen, bat Fulda eine glückliche Verbindung zwischen der älteren und der neuen Zeit geschaffen; er bat uns die sittlichen Verkebrtbeiren der Menschen, die vor zwei ngrbunderten dieselben waren wie beute, zum tbeil in die Formen unierer Zeit umgegoffen. Im Übrigen War es» erstauxilich, wie frisch und urwüchfig das meiste rein und_unveränbert aui die Zuhörer wirkte. Alcest's Empörung und eifriger Spott über die eitle Sucht der Unberufenen, nich_t_ UUL' Gedichte zu Verfassen, sondern fie aucb drucken zu [amen Und den Freunden zur Kenntnißnabme aufzudrän en, ist beute noch ebenso begründet wie da- mals; die stürmischen reundschaftsbetbeuerungen, die bosbaften Sticheleien unter der Maske liebenswürdiger Antbeilnabme, die bis auf die Spi e getriebene Medisance Arsmwé?2 und _Celimenens blühen ebenfaÜSzua enZeiten. Ein Meliere von beute ware wahrlich ebenso- wenig um Muster verlegen, wie _der große (»),omödiant Lubtrig':€ des Vierzebnten. Dabei md alle dieie Narrbeiten Und Verkebrtbeiten des menschlicLen Gescble ts in der Moli€*re'!_cben _Dickptunß _ in glatte, öfiscbe Formen ek[eidet, wie es die Etiquette esabl, wdaß die düstere Mens enverachtung, der gerade Sinn, die be ersterte Wabrbeitsliebe Alcest's doppelt ] roff, und in ibrer äuZersten Betbätigung, besonders durch den s arfen Gegensaxz mit der überfirnißten _Umgebung, tbbrich_t erichei_nt._ Und doch, wie groß steht Alcest da, relbft wenn er sein men1chlicb Tbeil an den Tbor- beiten der Erde nimmt; seine maßlose Entrüstung über die kleinlichen Bosheiten und Heucheleien dex Men é, seine schwache, demütbigende Liebe zu Celimene, der herzlojen Ko erte, er1cheinen wie Nebel, durch die seine große Seele hindurcb glanzt. Die kraftvolle Zeichnung dieser Gestalt steht als UUV€rg[€lch[lchcs Muster feiner Beobachtungs- gabe des schöpferisÖen Geistes und der schönen Seele Meliere's da.
Es bereinigte sich an diesem Abend_alles, mxi eine Musterleistung zu stande zu bringen. Der französijche flasiiscbe Comödiendicbter batte einen Vorzüglichen Ueberseßer gesunden, einen wirklichen Dichter, der feinfübli und sprachgewandx den innersten Gedanken der Ur- schöpfung na Fespürt und_ nacbqefüblt bai und _fie in schöner Form, mit edlem Ge ,alt in unyerer Sprache wiederauiersteben ließ. Dazu