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Bekanntmachung.
Ueber die Thätigkeit der ärztlichen Schi controlstationxn im Stromgebiet der Oder vom 16. 'bis 31. Ztober 1892 em- schlicßlich wird folgende ziffernmaßtge Zusammenstellung zur Kenntnis; gebracht:
Zahl der fe tgestellten EW
Controlftaiidn.
Fahrzeuge. Fahrzeuge. Zahl der revidirten Personen.
verdächtige
Erkrankungen
Zahl der desinficirtcn cholera-
Zahl dcr revidiricn
Cholera- Er- krankungen
Oder-Controlstatidn 1 in (Hartz (1. O.,. . . Oder-Contrylstatwn ] in Zohenyaathxn . Odcr- ontrolstatton 111 in Küstrin . . . . Oder-Contr_olstation 117 in Frankfurt ci. O. Oder: Controlstatton 17 in ürstenberg a._O. . Wart e-Controlstation 1 in Küstrin . . Wattbe-ContwlstafionU in Landéberg a. W. . NcHe-Controlstatwn 1 in Czarnikau '. . . Netze-Controlstatwn 1 in Nakel . . „_ . . Swine-Controlstation in Swinemündex . Nebcn-Controlftatton am Uecker-Kancil Peene-Conirolstatwn 1 in Wolgast . _. . . Peene-Controlstation ]] in Anklam . . _. . Peene-Controlstation 111. in Demmin . . . . kaeinschaftlicb preu- ßisch - mecklenburgrszher Uebrrwackyungsdienit auf Peene und Trrbel 96 ' „76 248 „„. - Außerdem hat die yon dem Kontglichen Polizei-Director , zu Stettin eingerichtete ärztliche Sch1ffsconßole tm Hafenbezirk Stettin in der Zeit Vom 16. bis 31. Oktober d. I. folgende Er-
“ * b : gebnis? geha t | 560] __ ' 2049! _“ i _- Summe .] 9398| 4765| 30 880] ] ]
Vemrrkungen: Zu 2. Dir Staiion ist am 23. d.M. von Schwedt a. O. nach
ohensaatben derlegt worden. _ " ' , H Zu 14. Dis Station hat ihre Thatigkrtt am 1,5. d. M.
- begonnen.
Zu 15. Ort Ueberwackynngédicnst wird seit dcm 27. d. M. im Umbcrfabrcn aasgcübt. Stettin, den 31. Oktober 1892. Der StaatScommiffar ' für die (Hesundheitßpflché im Stromgebict der Oder. Üllcr.
Yiehtamtliehes.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 2. November.
Seine Majestät der Kaiser und König fuhren am Montag Morgen um 8 Uhr 15 Mmuten von der Wildyark- staiion ab, um in Wittenberg der Einweihung der S_chlofzkirche beizuwohncn; die Rückkehr nach dem Neucn Palais erfolgte kurz nach 9 Uhr Abends. . „
Gestern nahmen Seine Maxstat von 11 Uhr an den Vortrag des Chefs des Militärcabinets und von 123/4 Uhr an militärische Meldungen entgegen. Im Anschluß hieran hatten der Premier-Lieutcnant von Roerdansz m_id der Ltcuteziant zur See Philipp die Ehre der“; Empfangs, xener, um 1116 Orden seines vcrstorbenen Vaters, des (Generals der Artillerie J. „D. von RoerdanSz, dieser, um die Orden _des verstorbenen Vice; Admirals Deinhard zu Üborgebcn. Hierauf nahmen Set'ne Majestät die Monats-Napporte der Commandeure der Leib- Regimenter entgegen. _ _ "
Hsute Vormittag nalmcxi _Scme Majestat' um 10 Uhr den Vortrag des Chefs cs erlcabincts sowic daran an: schließend den Vortrag des MinistrrWräsidenten und des Fmanz-Ministcrs entgsgcn und empfingrn darauf den Chef des Generalstabs der Armee zur Meldung aus Anlaß seiner Rückkehr vom Urlan.
Dem Magistrat der Stadt Berlin ist auf die an Ihre Majestät die Kaiserin und Königin „ericbtete Ge- burtstags:(Hliickwunschadreffe das folgende AUerYöchste Dank: schreiben zugegangen:
Dem Magistrat Von Berlin dankr Ich aufrichtig für den Mir zu Meinem Geburtstage crnrut dargebracbten Ausdruck guter Wünschr und treuer Gesinnung. Es ist wahr, daß Ich auf ein reich gcsegnctcs Jahr in Mixinmn Hause zurückblicke. Mit freudigem Stolze konnic Ich die Entwickelung Meiner Söhne Verfolgen, und di? Geburt Unserer Tochter erfülltc Mein Herz mit Dank grgen Gottes Güte. Wenn Ick) auch in dem ab- gelaufenen Lebensjahrebestrebt war, leiblicher und sittlicher Noth durch Förderung und Anregung christlicher Liebestbätigkeit entgegenzuwirken, so bleibt doch auf diesem Gebictc noch sehr Vieles zu thun übrig, und
* Ich Vertraue gern, das; es der Magistrat auch férnerweit an opfer-
williger Mitarbeit nicht fehlen laffcn wird. Neues Palais, den 27. Oktober 1892. Auguste Victoria, Kaiserin und Königin. An den Magistrat Von Berlin.
Dem BundeSrath "sind neuerdings wieder einige T eile des Etats für 1893/94 zugegdangen, und zwar der Etat „ber den Reicthnvalidenfonds, cr Etat uber den Allgemeinen Pensionsfonds, der Etat der Einnahmen an Stempelabgaben und der Etat der Reichsdruckcrei.
Nach dem Ergebnisse von Yersuchcn,_wc1chc seit einer Reihe vonZahren in mehreren E11epbahnZDirectwnsbezirken ge- macht worden sind, kann vielfach em crhohtcr S UH der von der Eisenbahn durchschnittenen ledungen, ms esondere der Nadelholzwaldungen, gcgen Entzundrtng d'urch Funken- auswurf der Locomotiven damit erreicht werdeii, daß die vorhandenen Forstschußstreifen mit chubholz nx mederem Umtriebe aufgeforstet werden. Derartige Anpflanzwngrn find gxeignet, jowohl die Funken aufzufangen und urijchadlich u machen, als auch das Wachsthum feuerempfanJltcher Vegetation auf dem Erdboden hintanxxhalten. Es edarf hierzu der Erzielung Möglichst dichtcn .,aubwerks m solcher Höhe, wie sie die Riicksicht auf den Schuß der'Eisenbahn gegen Gefährdung durch Windbruch zuläßt. Die emzclxir'n Baume müssen in solcher Anordnung und m so_lchen Abstandew yon einander angepflanzt werdcn, daß das nicht ganz vermetdltche Aufbrechen dees Bodens und das Entfernen „des trockenen Landes möglichst erleichtert wird. M9hrfach wird außerdem das Wundhaltcn cines etwa 2 111 breiten Streifens oder die Anlegung eines Grabens zwischen der Laubholzanpflanzung und dem zu chüßcnden Yrste empfohlen.
Welche olzart sich 1: den angegebene): Zweck aw brften eignet, hän t selbstverständlich von „den ortlichen _Verhaltmffen im EinzelfaZe ab und wird zweckmäßigerweise“ nicht dhne Zit- ziehung eines Forstsxxchvcrständtgen “u' prufen sem. Jm allgemeinen scheinen sick) Birken und ?Yeidey am meisten zu bewähren, weniger Buchen, Ei en und Akazicn; Versuche mrt Weißerlen sind noch nicht ab € chloffcn, ebenso so'lche mrt An- pflanzungen von schottischer JYaunrdse: und "srhwcdischem Bork?»- dorn. _ Durch Erlaß des inistcrs derwftentbchen _Arbcttrn sind die Eisenbahn-Dircctioncn von dlLsLn Ergebnissen 111 Kcnntniß geseßt worden.
Srine Hoheit der Erbprinzvon Sachscn-Meiningeri, Gencral-Lieutenant und Commandeur der 2. (_Garde-Jnfanteric- Division, hat sich für heute und morgen nach Gotha begeben.
Dcr neuernannte Kaiserlickw Botschafter „bei der HoHen Pforte, Oberst-Truchseß und Wirklich? Geheime Rath Furft von Radoltn ist in Konstantinopel eingetroffen und hat die Geschäfte der Botschaft übernommen.
Der Chef des Grneralftach der Armee, cheral: Lieutenant Graf von Schlicffcnx11., Gencral-Adjutani Seiner Majestät des Kaisers und Königs, ist vom Urlaub hierher zurückgekehrt.
Der Gcnrral-StabSart der Armee ])]: von Color, Wirkliche (Geheime Rath, (hef des Sanitäts-Corps 1_md der Medizinal-Abtbeilung dcs Kriegs-Minixteriums, hat sick) mxt Urlaub nach Pommern begeben.
Dcr Wirkliche Geheime Obrr-Regicrungß:Nath ])1'. Schneider im Ministerium der geistlicher), Unterrichts- rind Medizinal-Angclegcnheitcn ist aus der Prdmnz Sachsen zuruck- gekehrt.
S. M. S. „Alexandrine“, Commandant Capitän zur See von Franßius, ist am 1. Ndveinber in Anding (Insel Formosa) eingetroffen und beabsichtigte héUte Wieder in See zn geben. -
Sackjsen.
Drcsdcn, 1. November. Zhrx Majestät die Königin ist, wie das „Dr. J.“ meidet, gejtcrn Abend und Seine Majestät der König heute früh von Sibyilenort in der Konig: lichcn Villa Strehlrn wieder eingetroffen
Württemberg.
Stuttgart, 1. November. Für die Trupp'en dcs KU]. (Königlich Wiirttembergisches) Armee:CorrZ§ smd be: züglich der Trauer folgende Bestimmungen getronen worden:
In der erstrn Abstufung der suchswöckyigen Landestxdrter, bis zum Tage nach erfolgter Beichung, tragen sammtircbe Offiziere dczs Wappen und dio: Cocarde am Hehn oder Czdixka, dic Epaulrtten rnit Falter, dic Achscliiückc, das Portepec, dic Schgrpe und das Kartusch-
andelier mit Flor überzogen und _ cinen Flor an „dem linken Oberarm; die Generalr außcrddm zur, &esttckten Uniform dir Achselbändcr mit Achs611ch1111k611, dic „enrral- Adjutantcn, Generalc 5. 13 501th und Flügel- Adxutwntcn die Achselschnürc, die Ulanen-Offizich die Fangickyniire 'Mit Flor" ubcr- zo Ln. In der darauf foLJKnden zweitrn Abstufung wrrd Von sammi- [i en Offizieren der Flor am linken Oberarm gerragen." ,Die Ofßzierc derjeni en ngiinentrr, deren Chef die verewigt? Komgm- Wittwe Olga . ajestat war, Grenadi_6r_-Neaimcnt Kontgm Olga Nr. 119 und Dragoncr-ngime'nt Königin Olga Nr. 25, tragen den Flor um den linken Oberarm iwc!) weitere 1e_clzs Wo'cben. Diese Bestimmungen gelten auch _fur_ die Sa'iiltats-Offizléke und oberen Beamten. Solange als die fur_die Offiziere 2x. des be- treffenden Truppentbeils bestimmte "Trauer wahrt, tragen die Fahnen und Standarten zwci [ange herabbangendr lore, welche untcxr drr Spitze befrstigt und auch bei „verhüilten Fa nen 29. angelrgi werdeii. Bis zum dritten Tage einschließlich nach der'BeiseYung ziehen dre Wachen still auf und wird bei den Truppen kein Spiel geruhrt.
Oesterreith-ngarn.
Gestern sind in Prag die" czechis en Partei- vertretcr dcr Landtage von Bohwen, „ ähren und Schlesien zusammengetrcten, um über ihre kunfttge Haltung der Regierung gegenüber gexneinsam zu'ber'athe'n. Dem „W. T. V.““zufolge nahm die Vermmmlung emsitmmxg nachstehende Resolution an:
„Dic Conferrnz, dir an ihren langjährigen, auf die Verwirklichung des Staatörcchts uud die Sicherung einc'r angkmrssenen Vertretung
der böhmischen Länder im Kronrathe, die D1zrchfühxung erachtet Wablordnungen und gleichen Rechts für „dre Nationen m _den andern der böhmischen Krone sowie auf die Entgaltrxng der Selb1ivxrw91tung hinzielenden Grundsäßen festhält, erklart 1er Bereitwrlltgkett zur energischen, einigen Vertbeidigung und _Durcbfubrung derselbxn m_td erachtet zu diesem Zwecke sine Verstandigung aller Parteien fur vortbeilhaft.“
In Prag sollte vorgestern die Uebernahme der von der Prager Stadtgemeinde erbauten ncuxn Landwehr-Kaferne seitens des Militärärars &onck; die Vertreter des leßtercn erklärten jedoch, wie der iencr „Presje“ gemeldet wird, daß sie nicht in der La e seien, „das Gebaude zu uber- nehmen, falls die Prager tadt ememde bei, ihrer Forderung beharre, daß die Aufschrift an er ter Stelle (links) in czechischer und an zweiter Stelle (rechts) in deutscher Sprache angar9chr werde. Die Vcrtreter der Stadtgemeinde wiesen aufSizdtntrol hin und beharrten bei ihrer Forderung. Das Militararar Übernahm daraufhin das Gebäude nicht.
Bei der Beratbung des Etats des Handcxs- Ministeriums im Finqnzausschysfe drs UnterhauMS erklärte der Handels-Mtnister, die; Regierung babe re_ch_ß zeitiq Schritte unternommen zur, Sichergng der Stabilitat der Handelsbeziehunxen mri Serbien._'2_)1c Theilnahmc aii der gelungenen usstellung _m Philipyopel habe ' die Position Ungarns in „Bulgarieii “auch M' (Wwerziellcr und industrieller Hinsicht gckraftigt. ?_Oie Thrrlnahme des Landes an der Ausstellung 111 Chicago. 1er wegen mangelnden Interesses in den Jndustrtekrezsen 111cht moglzé), doch sei die T eilna me einzelner ungarischcrnFirmeiz m 1: verwehrt. Hintchtli dcs Vertrgges, rnit Rumamen konne cr (dcr Minister) zur Zeit keine Mittheilu'dg macbexi. Er habe Vorkehrungen getro en, _daß der „ermaßigte Wernzoll nur im Nachbarverkebr mit Italien ziir Artmendrxng gelange und daß nur italienische Naturwcine eingefuhrt wurden.
Großbritannien und Irland.
Dic estrigen Londoner Morgetiblätter widmen der Feier in ZLitienbcr, beifällige Artikel und rubmen ms- besondere den Geist der uldung, der die Rede des Deutschen Kaisers besecle. , " .
Am Montag fand ein Mtiiisterrath _statt, 11) welchem, der „Mgdb, Ztg.“ zufolge, als Hauptgegenstdnd die irische Homerulebill sowie andere Vorlagen, dic Zleichzeittg mit ihr im Parlament eingebracht werdewsollen, erortert wurden.
Die Königliche Proclamatron, durch welche das Parlament bis zum 13. Dezember vertagt Wird, ist nnr als eine dem Herkommen entsprechende formeUe Maßregel' an- usehen. Dic Kammern werden kurz vor. Abiauf diescr)
rrmins weiter vcrtagi werden, Und zwar, Wie die „Trmcs“ glaubt, bis zum Januar, um in der leßten Halfte dieses Monats zur Erledi ung der Geschäfte zusaiznncnzutreten.
Dcr Premier: inister Gladstone wrrd quf den Rath seines Arztes dem Lord-Mayors-Bankett m der (Smid- hall, am 9. November, nicht beiwohnen.
Die am Sonnabend in Driblin abgehaltene Wochczi- versammlung des irischen parlamentarischen CQWLWS unter dem VorsiZ des Abg. Michael Damit hat Lmstlang folxenden, vom cputirten Healy beantragten und dort W. O'Brien untcrstiißien Brschluß gefaßt: „Der vom Erzbischof Crokc gestellte Antrag auf Zurückerstattung der Pariser Fonds und deren Dcponirung im Namen von drei Cura- tor-en wird angenommen, ebenso der Antrag, III der Grz- bischof selbst als einer dieser Curatoren fungirrn 1oll.“
Frankreith.
Seine Kaiserliche Hohrit dcr Großfurst Wladimir von Rußland begicbt sick), mie „W. T. B.“ aus Paris meldet, heute nach Stuttgart, um_ (le Vertreterdes Kaisers von Rußland der Beiseßung der Königin Olga beizuwohnen.
Aris dcm Etat drr fr,anzösi1ch"en Armee sur 1893 bringt die „Straßb. Post“ cinen ausfuhrlrchen AuSzug, dem wir Folgendrs entnehmen: . ' '
Seit dem KrikgE, also 50111871 bis szt, find m Frankreich 15 368 Millionen Francs _für das Oker verquSgabr_wvrde"n; rechtzct man dazu die während diejcr Zrik gezahlten RuhegehglferFiir Militar- dersonen und den Bau strairgijcber Eisenbaßn'en mrr 870,9)?1111011611, so ergiebt dics, ungrrechnet die Angaben für die Z))?arrm) emen 298ng Von rund 18 Milliardc'n. Hirrdon wurden 2591 Mr_[lwnen fur „7,73€ Wirdcrherstrlkung und Neubesehaffung don quresgeratb urid "111774 Miiiionen für die Unterhaltung und Vorbrrrttung' der mxlttaxiscbrn Streitkräfte MrauSgabt. Aus den Angaben iiber die; Bewafxßnnng drr Infanterie und Artillerie ergiebt iich, dax; m'fuiif 3abrrp sämmtliche Lrbelgewehre für- die Infanterie und Cadailrrie' m franzo- sisckpcn Waffenfabriken Herzicstellt wurden und man ]eßt Mit der"er- stellun derselben fiir die übrigen Waffen und zum Vorrgtb besckZasttgt ist. abei wird angefüdrt, daß das Lebßlgewehr, eme Anfangs- gcsc'bwjndigkeit Von 632 m besitzt; die Sertenabwcrchung des (He- schoff€s beträgt auf 200 m Entfernung 6 cm und auf 1000 m Ent- fernung 40 0111; auf 500 m wird 61118 Lich€n8 Hokzplanke Yon 27 am und auf 2000 111 noch eine solchc Von 8 0111 bon dein, Gesthoß durch- schlagen. Bei dem Genie ist eine Liste der YrrtbetdrgungSWers ÖA-
efügt und dabei angegeben, WFT in den mianrrscben _Bauwerkcn zur
Zeit Untrrkunst für 630000 ann und_ 124 000 chrde „Vorhandcn ist, während fir im Jabre 1870 mit Einrcbsu derjcnrgcn tn dcn ab- getretenrn Probinzcn nur 380000 Mann und 5000'Pferde brtrug.
Die active Armer baric im Jahre 1889_eme S_iarkr vdn 24 005 Offizierkn, 385 372 Mann und 89 702 Pserden; isl? 1st_ tm Jahre: 1892 auf 28 382 Offizikrc, 484 015 „Mann und 140.879 Pferde angewacbsc'n. Die Zahl der G6f€chiöcig§ettew bai 'in gleicher Weise eine Erhebliche Stcigsrung erfahren. So stwg bet, der Jnfantrrrc dic Zahl der Batailxdne yon 372 auf 727; bet der, quallcrze die (&ckde don 238 auf 448; bei der Artillerie , dre Bartrrien ron 232 auf 456; beim Genre dir Bataillone von 6 auf 22. Diesen Formatioticn der „activen Armee müffen noch die Reserveformattonen bergezahlt _wcrdqn, wodurch eine Gesamrntstärke von 1650, Bataillonen Jnsgnterie, 600 EIcadrons Cabaüerie und 750 Batterien" entsteht, 'wgs tmr Em- schluß der Depottruppen einen Bestand von iiber 2 Millionsn Mann ergiebt. Dabei ist die Reserde der Territorial-A_rmee_, 6111- sprrYend unserer Landwehr zweiten Aufgebots, noch garnicht mtt_em- gers net, welche in 6 Ic_ihrgängey ungefahr 850000 Mann umfaßt, jedoch noch nicht vollstcindtg organxfirt ist;; ' __
Die: Friedensstarke dcs sranzostschen Herres [ur 1893 entspricht den Bestimmungen des ngrechxfrtzes uxid ist als dieSoll- stärke zu bezeichnen, welche die active rmce. _die Gendarmerie und die Garde Républicaine umfaßt und 28 382Off1z1ere iind Gleichgeftcllte, 41823 Unteroffizirre, 83 223 Corporgle und AbancirZe, 418 862 G9- meine, im ganzen 572 290 Köpfe zahlt, dazu„140 819 Pferde. Die AuSgaben find jedoch nicht nach dieser Soüstarkß, wndern nach der wirklichen Jstftärke berechnet, die 11ch rnit den bei der! _ahnZ befind- lichen und abcommandirten Mantischaften auf 5153 :) Ko ie be- ziffert. Es crgirbt dies einen Mmderbetra Von _56 915 öpfen, welche auf die als krank im Lazaretb, auf rlaub, m Unterstxcbung- in Haft oder als fahnenflüchtig „waesenden _entfallen. Be: den Pferden fehlen 354 an der geseßmafnchn Soüstarke; der Grund hier- für liegt in der Vkrzögerung dcr Auxstellung der sechsten EScadron
„Depretis wurde dagegen 1882 die Listenwahl mit dem SÖstem
bei den Spabis und in der Nerzerri tung nur eines Reiter-Rrgi- ments im Jahre 1893 anstatt zweier egimenter.
Die ftanzöfische Infanterie, setzt si für das nächste Jahr, wie fol t, zusammen: 163 Linien - Jn_anterie - Regimenter zu 3 Batai onen mit 4 Compagnien; 30 Jagerbataillone zu 4 und 6 Compagnien, unter letzteren die Alpenbataillonc' 4 Juavcn-Regi. menter zu 4 Bataillonen mit 4 Compagniew 5 Öatai one leichter afrikanischer Infanterie zu 6 Compagniew in Älgier; 2 Fremdcn-Regi- menter zu 4Bataillon'en mir 4Compagmen nebst 1 Depot-Compaqnie (Fremdenlegion). In dieser tritt danach eine Vermehrung um 2 Bataiüone und 2 Depot-mepa mewem, da es an „Zuzug zu derselben nicht fehlt. Die Starke a er dieser Truppenthetle ist festgeseßt auf 12 231 Offiziere, Militär=2lerzte und 011818 (16 150519116, _21472Unieroffiziere mit 13 967 Capitylantrn und Commisfiomrten, wwie 304 485 Cor- poralc und (Hemerne, im ganzen 338188 Köpfe. Es befinden sich darunter 3555 berrttene Hauptleute und 10 bcrittene Lieutenants; es Yebt außerdem_nochq378 unberittenc Hauptlcute _bei der Infanterie. ' on disier Starke 1md 615 Offiziere; theils zuin Kriegs-Minifterium, zum Generalstab, zr:nx_„be[ondercuGeniestab, zu denMilitär-Bildungs- anstalten, zu den mlgndtf en Angelegenheiten, zum Nachrichtendienft und zur Schule für VW Fe dbesestigung abcommandirt. Für die In- fanterie beträgt der Geldbedarf einschließlich der Uebungen _des Beurlanbtenstandes 129159670 Fr., was eine Steigrrunß yon Yast einer Million gegen das Vorjahr ergiebt. Um aber die 1 atyächliche Steigerung zu erhalten, muß man noch eine Million hinzufügen, welche für die Zahl der Fehlendrn in Ansaß gebracht, ist, d. h. für solche Mannschaften, welche wsgen der Unzulanglichkett der Jahres: klasse überhaupt nicht zur Einsteilung gelangen können und fich ans 4000 Mann beziffern. _,
Die Cavalleric umfa“t gcgenwäriig 13 CitrajsikW 30 Dra- goner-, 21 Chaffeurs-, ]3 L' u atem, 6 afrikanisch Jager- und 4 Spahis- Regimenter, zusammen 8 Regimenter. Jm Jahr:; 1893 tritt ein neues Ciirassier-Regiment Hinzu, und es bleibt dann "nach dem Gesetz über dir Formirung der Cavallerie noch, cm Regiment zu errichten, fiir Welches die Gattung noch nicht bestimmt ist. _Der Heercshaus- Halt enthält aber schon die Stellen für alle 89 Regimenter, und zwar für 76 Obersten, 76 Tberst-Lieutenants- (diE zum theil Regimenter commandiren) 234 Majors, 996 Rittmeister, 1028 Lieutenants, 984 Soué-Lieutenants, im ganzxn 3394'Offizierc, zu „denen noch das ärzt- liche und roßärztli e Perwnal hinzutritt. Die Mannschastssiärkr beträgt für das nächte Jahr 73 996 Mann, was cine_ Vermehrung Von 1833 Mann gegen das Vorjahr darstellt. Der geforderte Credix für die CavalTerie einschließlich der Re1erbeübun en beläuft sich auf 36 749 950 Fr., was einem Mehr Von 1263 727 r. entspricht.
Bei der Artillerie sind für das naÉste Jahr_wesentliche Arn:
derungen nicht in Aussicht genommen. Die Stärke dieicr Waffe ist auf 3719 Offizicre u. s._ w., 37 736 Unteroffiziere und Gemeine festgeseßt; in der Zahl der Offiziere find 230 Licutenaytsstellen einbcgriffen, dir aus Mangcl an Ersatz Vorläufig nicht_ 5616th werden können. Dis gesammte Artillerie beansprucht an p€r1_ön[ichen ?[usgabcn mit Ein- schluß der Uebun en des Beurlaubtenstandes 35 277 360 Fr; oder 1155634 _Fr. me,): als im Vorjahre. Bsi der Genietruppe treten ebensaUs keine erheblichen Veränderungen ein. Die Friedens- ftärke derselben ist auf 434 Offiziere und 11819 Mann festgesetzt, wobei. die Mannschaftsstärke we en der _Verrnehrung dcr Militär- tclegrapbisten um 160 Mann gr liegen ist. Die Artsgaben sind mit 4919 720 Fr. in Ansatz gebracht, was gegrn das Vorjahr ein Mehr von 303 926 Fr. austnacht. Für die Unterhaltung, Aus- besserung und Verstärungen der zahlreichen Befsstigungcn sind nur 2767 000 Fr. auSgeworfrn, sodaß dic Hingusscbiebung drr Pariser Stadtumwaüung im nächsten Jahre dorau§1ichtiich noch nicht zur “Ausführung elangt. ' Die auYLrordentlichen Außgaben sind mit 60138000 Fr. m Ansatz ge racht, eine Ermä igung um fast „6 Millionen «gen das Vqrjghr, welches grgen früher shon eine Herabteizung 1111123§ illionen aumnes. , Auf diese W'eise wcrdsn zur AuSglei ung drs Heercsbaus- haltsuiwn Jahr zu Jahr die Ausführun Von rbeiten und die Ver- vvllstandigung der Bestände und VorrätJL binaqueschobm Nack) dem Gcfrtz von 1888 waren 770 Millionen auf fünf Jahre, (1110 bis zu Ende 1893, zu außerordentlichrn Aiisgaben bewiÜigt worden, und es würden dahxr für den Rest dieser Zeit noch etwa 300 MiÜionen zu verwenden )ein. ("ür Pferdeersaß, Lebensmittsl und Fourage smd rund 138 ' illionen bestimmt, was cine Grsammrvcrminderung für dicse drei_Tit€[ um anderthalb Misiionrn grgirbt. Die Pferdestärke bktragt im nachsten Jahre 1535 mehr als bisher. Der Ersaß ist be- rezchnct auf ein Siebentel der Osßzierspserde, Babn- und Rennpferde und em Achtel der Mannschaftspserde. „Danach müffexn 2054 Offiziervferde angrkaufi werden, und zwar 1832 xür das Mutterland, 176 für Algier und 46 x_ür Tunis; frrner 113 Bahn; und Rennpferde und 12 813 Pferde einschließlich Maultbieren vxr1chiedener Art; für den Ankauf ssian 130s GKN; För. aFgcworfscn, wosi§§ 1000 Ycrddi? (L?Hyafftl (rlverdL? 0 en, 5 a er » reis iir ein fer fi nr nitt i ) an 1300 Fr. stcilt.
Die Zritung „Lc radical“ von qcytcrn bringt eine Depesche gas Koton 11, wondck) der Oberst Dodds Montag sriil] seinen ULZWlchl'U Einzug m 5115031181), die Haupistadt von Dahomer) gc alten habe. Das Schickml des Königs wi unbekannr.
Rußland und Polen.
In einer gestern in St. Petersburg abgehaltenen gemein: samen Sißung des Minister-Comités und des ReichSrat E: Departewexxtß fiir Reichsökonomie wurde, dem „W. T .“ ?,ufolge, cmsttrxmng beschlossen, die Moskau-Kursk-Eisen-
ahn zu Neuxahr 1893 zu verstaatlichen.
Italien.
Die aufK11achsten Sonnta , den 6. November, aus: geschriebenen Kammermublen kFinden, wie man der „Köln. Lg.“ aus Rom schleibt, zum ersten Mal nach dem von der ruhcrcn Kammrr [Zn April 1891 beschlossenen neuen Wahl: gefeß statt. Ursprunglrch h_errschte in Italien das Wa [- vcrfgkiren nach Einzelcochien, wie es schon das erte saxdmrschc Wablgeseß vom Jahre 1848, das unter Mit: Wirkung Cavour's zu stande gekommen war, vorschrieb. Untcr
dcr Minderheiisvertretung eingeführt. Nach diesem cscß wurde; aber nur zweimal, 1886 und 1890 gewählt; die 508 Abgeordneten vertheilten sich darnach auf 135 Wahl- collegien derart, daß jedes Cdllcgiu'm zwei bis fünf Vertreter wählte. Man war durch die Wirkungen, des Listensystems ]edoY allenthalben enttäuscht, und schon Crispi mußte wenige Wo en nach der Wahl von 1890 versprechen, mit einem neuen WallgeseZN wieder zu dem alten Verfa ren zurück- ukeincn. as inistcrium CriSpi gclqngte m t mehr zur us ührung dieser Zusage, aber unter seinem Nachfolger, dem Marchese di Rudini, kam an Grund einer Vorlage aus dem Schoße der Kammer das eßt giiltige Wahlgefeß zu stande, mel es die Einzelwahl in 8 Collegien wieder herstellte, und Wei es im vergangenen Sommer durch einige Yosttmmuwgen uber das Wahlverfahren ergänzt wurde, die eine außere Bur - ;)??th sge en die Beeinflussung und Verfälschung der Wa [ M o en.
Schweizo
( Der . BundeSrath hat, wie man der „Frkf._'Ztg.“ aus „Bern berichtet, den BundeS-Präsidenten ermachttgt, ,das *hm von Frankreich und Venezuela in Sachen Fabriam ÜUZLÖUÜLNL SchiedSrichtcramt zu übernehmen.
* Ueber die Angelegenheit, betreffend den Gesandten von Salvador (f. d. gestr. Nr. d. Bl.), veröffentlicht der Berner „_Vund“ folgende weitere Mittheilung: „Der VundeSratl) hatte dre Regierung von Salvador über das Vorleben ihres Gesandten in Bern benachrichtigt. Daraufhin wurde dieser abberufen. Doch traf die Abberufung erst in Bern ein, nachdem der Bundeßrath schon seine MTFnahmen Fetro en Hatte. Sie konnte dem Adressaten an nicht 1": erge en werden, da er verreist war. Derselbe ist 1883 in Paris we en Betrugs und wegen Gründung einer Bank, für welche ix staatliche Genehmigung nicht eingeholt worden war, ver- urtheilt worden. Der Bundeßrath war in den Vefiß ciner Photographie des Verurtheilten „erlangt. Seine BeglaubigungZ- briefe waren in der Ordnung, ?odaß die Regierung von Sal: vador die getäuschte war.“
Türkei.
Ueber den Empfang des neu ernannten deutschen Bot: schafters Fürsten Raddlin durch drn' Sultan wird dem „_W. T. B.“ aus Konstantinopel berichtet: Der Botschafter ist am Dienstag Vormittag in Konstaniinopel eingetroffen. Im Namen des Sulotans wurde er am Eingang der Darda: nellen durch den Einführcr der Botschafter und bei seiner Ankunft in der Hauptstadt durch den Oberst-Ceremonienmeister Munir-Pascba begrüßt. Die Mitglieder der deutschen Bot: schaft und des deutschen Konsulats sowie die in türkischen Diensten stehenden deutschen Würdenträger erwarteten den Botschafter „an Bord des StaiionHscHiffes „Lorelei)“, mit welchem er fick) alsdann nach Therapia begab.
Griechenland.
Die griechische Deputirtenkammer ist auf den 11. d. M. nach Athen einberufen worden.
Amerika.
Die sterblichen Ucbcrreste der Gemahlin des Präsidenten Harrison sind am Tonnersta, v. W. von Washington nach anianopolis, dem Heimat Sort des Präsidenten, über- geführt worden, nachdem am Morgen im Weißen Hause eine gottesdienstlichc Trauerfeier privaten Charakters statt: gefunden hattr. Zn Jndianopolis wurde sodann in der preßbyterianischcn Kirche ein Gottesdienst abgehalten, und nach diesem Erfolgte die Bestattung an dem Crown Hill- ?riedhof daselbst, wobei mehrch Minister als Babrtuchhalter ungirten. - Am 31. Oktober hat PräsidentHarrison die Leitung der Staat-chschäfte wieder übernommen und eine Proclamation erlassen, welche die Wohlthaten dcs amerika- nischen VerlaJSgeseßes auch auf Italien ausdehnt.
Aus Nalei h in Nord:Carolina wird dem „R.B.“ von ernstlichen usammcnstößen zwischen Anhängern der beiden politi chen Parteien berichtet,' wobei ein Mord- versuch auf den Staats-Rrchnungsfiik)rer verübt, fünf Vchoncn gctödtöi U;;d mehrere verwundet worden sein sollen.
Kunst und Wissenschaft,
41: _Bei der festlichen Einweihung der wiederhergcstellfen Schloßkirchc M Wittenberg wurden Facfimile-Reproductidnen _des xrsten Thesendrucks Lutbcr's (nicht, wie gestern irrtbumlich gemeldet, der ersten Lutherbibel) an die Fest: thei nehmer vertheilt. Bis vor kurzem war nur ein Exemplar dieses frühesten Thesendrucks im Britischen Mnscum bekannt. Vor etwa zwei Jahren fiel dem Director des Berliner Kupferstichcabinets, Geheimen NegierungS-Ratk) Lippmaxm bei einem Londoner Antiquar cin Sammel: band mxt Reformationsschriften des sechzehnten Jahrhunderts m die Hände, dem das seltene Thesenblatt in einem vortrefflich erhaltenen Exemplar beigebunden war. GeYimer Raik) Lipp- mann stellte das Blatt dem Cultus:Minister rasen von Zedlitz: Triitschler _ zur Verfiigung, welcher es der Königlichen Bibliothek in Berlin überwres. Nack) dicsrm Exemplar wurde die obcnerwc'ihnte Nachbildung in der Reichsdrurkcrei hergestellt.
_- Jm Goxibrbausc zu c"rankfnrrci. M. ist jetzt, wie dic „Frks. Ztg.: mrttbcilt, dic volltändige Reihe der von dem jungen Gdethe wahrend seiner Leipziger Studentenzeit angefertigtrn Sibhouexten srinsr Freunde und Bekannten, besonders aus der Sdekopsyclyen Tischgese s cxft, ausgesteklt. Dis sechzehn lebexisgroßkn S attenriffe, anch denrn a1hchen SchönkOPf, ihr Vater und Pro- fessor Oeser erwahnt sem niögen, sind Eigentbum der GoetHe-Gesell- schaft und dem Goethe-Natwnal-Muscum als Depositum cinderlcibt. Dem Entgegenkoixtm9n dcs Vorstandés dcr Goetbc-Gesrüschaft Ver- dazikt das Hochstift die Möglichkeit, fie einige Zeit lang seinrn Mit- gltekdxrn und dkn Besuchern des Gosthehausrs zur Anschauung bringrn zu onnen.
- Der Münch. „AÜJ. Ztg.“ wird berichtet, es sei einem be- kanntcn Forscher nglückt, auf dem Donnersbergc eine „Glas- bur “, d. l). emen Schlackenwall der Vorzeit, aufzufinden. Er maZte jedoch dort noch eine: zweite Entdeckung. Er Erwarb in Dan- nensels mehrere Von dem roßc'n Ringwail herrührrnde Stein werk- zeuge, wrlchc aus 5ForPkWr bestehen. Diesr weisc'n im Grgensaße zu sämmtlichen Steinwrrkzeugen Vom Mittelrbcin keine Spizr von Schleifung auf, sondern eine kunstdoli berechnete Bchauung. Dieje Werkzru 6 gehören demnach der sogenannten palaolitbischen Zeit an. Es iigt dies, wir das genannte Blatt hinzufügt, die erste derartig? Entdeckung im anzen Mittelrheingebiete.
-*» USer wichti c unde in den neuen Theilen der Bau- mannsböhle bei 11 eland berichtete Professor 1_)r. W. Blasius in der 1613th SYung des Vereins für Naturwiffenschast in Braun- s chweig. Na dem im .Braunschw. Tgbl.“ veröffentlichten Stßungsberigbt weisen diefe Funde an er zahlreichen Knochen des Höhlenbaren und Höhleanlfs charakteri tische Reste vom Höhlen- [öWLn (178115 5p81868), vom Höhlenleoparden (178115 811151903) und von einer kleineren Kaßenart (Vrrmuthlich 176155 03615 k035.) auf; insbesondrre aber, heißt es dann _weiter, sanden'sicb im Knochenselde mehrere unzweifelhafte, ro? gearbeitete .Feuerstem-Geräthc diluvialer Menschen“. Sämmtliche is jeßt infder Baumannsböhle gefundenen
Jeuersteinftückex zeichnen n;!) dure? ihre m11chweiße Farbe aus, im
egensaß zu dem im arz die es Jahres ixi drr Hermannshöhle eFuZidencn Feuersteinmesser von meist durchfchemend bräunlich-graucr ar ung. - ' „ _ In der Nähe von Neckarbuukxn in Baden werden zur Zeit tm Auftrage des Conservators der badischen Antiquitäten die Reste eines alten römi chen Ca tells auSgeYab-Zn. Wie der „Schwäb. Merk.“ bxrichtet, md unter eitun des sfistcnten 1)1*. Schumacher bereits. die undamente der Uwfa mn Imauern und der an denselben befindlichen hürme rößtentbeils blo gelegt. Gegen Oste (in der Richtung nach dem or 8 DaUau) war die Frontseite bezie un sweise -Mauer von gegen „90 m Länge; in deren Mitte befand 1ch die yorca prQSt-orja, Mit 2 viereckigen Thürmen versehen, deren Funda-
mente bereits bloßgelegt sind; gegenüber der Oftmauer, ge'gen
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Neckarburken zu, la die Westmauer Mit der yards. äecumana, dem Hauptthor, wel es ebenfalls mit zwei viereckigen ürmcben, deren Fundamente gegenwärtig aufgedeckt werden, verse en, und mit der 10. Cohorte der 22. Legion besetzt war. In der Mitte der Nordseite des CasteÜS war die Polka Zjantra, ebenfalls mit " zwei Würmchen versehen, deren Fundamente bereits bloß- gelegi find; *die Nordseite des Castells ist an den Ecken a gerundet und mit so gewalti en Widerlagern Versehen, das; sie Be- roundcrung «re en. In der itte der Südseite (resp. Mauer) dds Casteas, wcl (: an den Ecken nicht abgerundet ist, circa 75 m breit, war die [30145 ÜELU'Ü; die 130149, äsxdra „war mit der 130145 5171151312; verbundrn durch dic 1'13, [)rjmzianZ, mit zwei viereckigrn cThürmcbrn versche'n, dcren Fundamente auch schon aus- egraben smd. Bei Bloßlegung der zwei Tbürme am letzteren Thor ?])01'04 (19xdm) fand man bis "Exzt fünf römischr Münzen Von Bronze mit den noch woblsrbaltenen ildniffcn der Kaiser Antoninus Pius (138-161 n. Chr.)- und Commodch (180-192g-s1. Chr.) auf der LinsnSeit-Z der Viünzen; auf der andcren Skiff: ist “617“? den “Speer in der Rechten haltende Roma abgebildet. Die Uinsassungsinaucrn des Castrkls haben an manchen Steiirn cinen Durchmesser von 14111. Noch nicbi aungrabrn ist das ]31'ÜSUU'11111] in der Mittr des Castcüs. Bei Bloßlcgung dcr Umfassungsumucrxi des Castekls fand man ferner verschiedene römische Gerätbsckyaitenx unter anderen einen runden eisernen oblmsißel, cin Horn zum Reibrn, einzslne Bruch- stücke don römis rn Gefaßen, don rczi'm 51Z111ar5, auf weichem ver- )Öicdrne Figurrn abgebildet sind, wie ein Dämon, Haseu, Elephanten TC. Sobald die AUSgrabungen an dem sogenannten ('35r011iim 1207115110111 der_ndigt iind, soilen auch noch Nachgrabungcn in der unmittelbarstrn Nahe von Neckarburken borgcnommen wrrdcn (Hinte'r drm dortigen Schu1hauis). wo, wi€ es heißt, dir so enannie Beiburg stand, d. 1). wo diE Wobnungrn des römischcn Fsld „rrrxi und der Offiziere waren, eme Ari OffiZierscafino. Man vrripricht iich bei dieser Aitsgrabung noch mtcrcffante Funde.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
Cholera.
_ Wien, 1. Nodember. Dis Vrröffcnilicbung täglichrr Bdrichie uber dw Cholera-Erkrankunasn ist einge stellt worden. Pest, 1.'th)€mber. Von gestern Abend 6 Uhr bis heute Abend 6 Uhr sind Hier 22 Personen an CHrlera erkrankt und sechs gestorben. Amstrrdam, 1. Nobember. In Utrrcbt ist eine Person an Cholera gestorben; aus vrrschiedcnen andcrcn Orten werden di€r Todc§= sails und eine Erkrankung gemeldct. -
Schivcden.
» Königliche Bekanntmachung, bctrMcnd die: Einfuhr Von Kunst- oder sog. Sboddy-WOUL, vom 23. September 1892.
1) _Kunsiwoüe darf nur seewärts über eine Hafenstadt und nur dann crugcfixkyrt wxrden, wenn der Empfänger den Jiachwxi§- führt, daß sr uber cm Pa_s1€ndes Magazin zam Lagern der Wache.? verfügt..
'2) Jedes_Kolli der Waarc ist Vor drm Löschcn auZWendi-g mit DeSmsectwnöjtoffen zu behandeln. Sofort nach dem Löschen ist die Waare unter Zollbewachung in das Magazin zu bringrn und dort unter _dopp'eltrm Verschluß zu lagern. Der Schlüssel zu dem eincn Schloß wird don dem nach 4 bon der Grsundbeitsbehörde zu cr- ncnnenden Aufteheé aufbewahrt. _ -
. _ 3) Bebor der )Eigcntbümer Über die Waare berfü en darf, muß dicirlch, nebst dcr Umhüllung in besonders Vorges riebrner Wrise chinficut werdcn.
' 4)_Zur Beaufsichtigung der Drsinfcctionen nach 2 und- 3 crncnnt die Gerundhmtkbebördr einc paffcndc Person.
_ 5) Die Gesundheitsbebörde _erläßt ferner Vorschriften, um An- steckgn en. unter denjsnigen Prryonen zu Vcrbüten, welchc vor der Drsin Lctwn wit dcr Waarc zu thun habrn.
6) 21116 Koster) hat der Eigrnthümcr der Waare zu tragsn.
7), Wenn Besitzer von Fabriken, wel s nicht in Seestädtcn be- lcgcn smd, Kuristwolle Verarbeiten und die “enebmi ung zur Lagerung und Desinfrctwn solch„er Waare in der Nähe? der abrik beaniraacn, s () wrrdcn solche Anfrage besondxrsdrprüst Und bkschicden werden.
„ “NJW Bezug auf dirse Vizrychrrften wird ferner brrordnet, da" Schiffs, wclchc aus cholrradcrdachixgen Pläßcn kommdn (Vergl R.Ki3 Nr,. 203 und 209 Vom 29. 8. bezw. 5. 9.92), allein aus dem Grund?, wrtl'fie Kunstwolle an Bord haben, nicht nach eincm Quarantäncdrt werwiesen erden soÜLn, und daß, wenn Schiffe mit solcher Waare 9n_ quaranianeorirn ankommen, nur dann eine Nsinigung und Des- msectwn dxsrselbsn stattzufinden bat, MM 83 Von dem Arzt an- geordnet wird.
. In Erganzung der borftebsndcn Bekanntmachun find schwedischcr- seits unter drm 14. Oktobkr 1892 die folgenden“ estimmungen gc- troffcn worden: . ,
1) Soxern die Ctgcnthümcr dcr_zur Einfuhr kommrnden Kunst- wollc es wzxnschcn, wird gesgtfrt, daß die Waarc _ obne Desinfrc- th am LotrhungSorte “- Wort mit der Eisenbahn nach einer andcrrn “Stadt transporttrt _und crst dort gelagrrt und desinficirt wird.
Vcrxügt drr Ergentbiimcr nicht über das unter Nr. 1 drr B:- kanntmachnng Vom 23. Septsmbcr erwähnte I.)?agazin, so darf die Waarc dcnnoci) unter Beobachtung drr nachstrhcndcn Vorsichts- maßregeln gclö)cht„werdrn:
Dsr'rxiir der _außercn Desinfsction der Waarc brirautr Aitfscbcr nimmt dixyrlbc beirn Entlöschen i1_1 Empfang und orgt dafür, daß die_Waarr nach gc1chcbener Desiniection unvcrzügsi dcr zuständigcn Ei1eiibahiti*rrwa1t_un übergeben wird.
" Jn _drn Cijendbnwagen, in wc1chen dsr Transport stattfindet, durfen 'nicht g161chzetttg andere Güter geführt wcrdc-n.
„Die Waarc darf nur in Gcgcnwart des unter Nr. 4 a. a. O. erwahxiten Aufschrrs Vonder Bahn angeliefert werden und
die Waard tft unm1tt€lbar nach der Ankunft am Bestimmun s- ort unicr Aixfsicht des A'ufschrrs nach einem Von dsr städtischkn ('- sundheitsbchorde gutgebct eyen Magazin zu schaffcn und dase[bst unter zwei bxr!ch1cdenen„Vers [uffezt zu lagern. Den Schlüssrl zu dem 811er Schlosse bsbcckt dcr Aunfielwr“ welcher darübc'r zu wachrn hat, dais; bevor dcr"Eigentbümer uberÜdte Waare vsrfügrn darf, dieselbe ne | der Umbullu'nZ, m wclcber 11? eingegangen ist, der unter Nr. 3 a. a. O. Vorgeschrie enen Desinfe'ction unterzoxxen wird.
2) KunstwoÜL, welche in Schweden ein efubrt wird, kann vor der Vornahmeder unter Nr. 2 a. a. O. erwä nten Desinfection gelöscht werden, sofern der Aufwher weicher die Ausführung dieser Desinfection zii ubrrwacheq bat, .bLUU' ntloschen zugegen ist und fich dafür der- bur t, daß die DeStnfection anstatt dcsssn unmittelbar nach der Ent- lös ung vorgrnommen wird.
_ Dir Dauer der „Yeybach'tung, welcher dir aus choleraverdächiigen Hafen cinlaxtfenden OchtIc m den sogxnannten .Beobachtun Sorten“ behufs qrztltcher Untersu ung unterworfen find, ist zufolge öniglich schwedtschen_Erlaffes vom 28. September 1892 Von 48 auf 12 Stunden, abgekurzt „worden.
Ergiebt fiel) bei der Untersuchung kein Grund zu der Annabmc', daß durch Persoxien oder Waaren die Cholera eingeführt werden kann, so darf das Schiff mrt Passagieren, Besatzung und Ladung nach Ab- lquf d&,Bedba'chtizngszeit seine Reise fortsetzen, nachdem der Arzt hierzu seiya )chrtftltclx Genehmigun nach einem von der Medizinal- waltung „festgestellten Formular ert eilt bat.
Ergirbt fick), da _das Schiff während der Reise Cholera-Kranke, -Todte dder -V€rda tige an Bord ebabt hat, oder Leit fich die Krankheit an Bord wahrend des An enthalts am Beo aZtun Sorte, odcr befinden sich an Bord Kleider oder Betten oder andere äßnliche Waaren odcr Cffecten, durch welche möglicherweise Ansteckungsstoff
eingefübrx werden kann, „ko ist das Schiff underzüglich nach dem Quarantancplaß zu vermet cri, um daselbst in Quarantäne zu gehen.