1892 / 261 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 03 Nov 1892 18:00:01 GMT) scan diff

Geschäfwzweig wurdcn neun Sachverständige gehört, nämlich drei aus Hamburg, zwei aus Berlin, 12 einer aus Emmerich, Heilbronn, Mannheim und Münchxn. Hierauf wurden die Bcrathungen über die Fondsbörse Wieder aufgenommen urid die Fragen des Maklerwesens, der Cursfcitstellung, dcr Borserz: organisation, des Ebrengcrichts fur Börsenvesuchex sonne des Commissionsgcsckiäfts einschließlich anderer, nicht un- mittelbar dahin gehöriger Punkte des Fragebogens _er: ledigt. Die gefaßten Beschlüsse werden ixi einer 3111611811 Lesung nochmals geprüft werden. In der Zeit biszrmz Wieder: zusammentritt der Commisnon soll_cn noch statistische_ _Er- hebungen unter Leitung einer dazu emgeseßtcn Subcommzfswn veranstaltet, die Nachrichten über die ausländischen Borsrn- verhältniffc ergänzt, die Beschlüffc erster Lesizng s_yst_cmatqch dargcstcUt und die Specialbcrichte der Referenten uber die einzelnen Fragcgruppen vorbereitet werden. Anfang Januar k. J. wrrdchnn mit der Abhörung von Sachverständigen dcr Productenborsc fortgcfahren werden und zwar zunächst denen der Landwrrlk): schaft und verwandter Berufsarten,

In den weiteren Sißungcn (vergl. Nr. 241) der im Kaiserlichen Gesundheitsamt errichictcn Cholera: commission ist wieder auf Zinc Anzahl von _anragen einzelner Behörden und Privatperwnen, welchc vdrwwgcnd das gewerbliche (Gebiet und das VerkehrSwesen betraicn, Auskunft erjheilt worden. _ & _

Ein von einer Bundesregierung eingelauieties "Schreiben wünschte einc gutachtliche Aeußerung uber cm sert dem 7. September erlassenes Einfuhrverbot auf Nahrungswittel, insbesondere auf Seefische und Lebern aus Hamburg. Die Commission erkannte in ihrer Sißunq vom 30. September mit Rücksicht darauf, daß von derartigen Waaren noch nie eine Verschleppung der Cholera festgestellt ist und daß auch seit dem Bestehen der Epidemie von Hamburg aus die bczercbneten Waarcn vielfach verschickt worden sind und dennoch in kbiticm Falle die Cholera verschleppt haben, die Notbwcndigkcii der *infubrverbote nicht an. _ __ _

Die Polizeibehörde zu C'. Hatte den dortigen Burgcrti _die Vcrpflicbinng auferlegt, Ziireifcnde axis Hamburg _mchi aufzunehmen, sondern dieselben zu einer freiwillrgcn sechstägigen Quarantäne im SchulgebäUdc zu ver: anlaffen: infolge einer hieran bei dcr Ncgicrang in S. ein: gelaufenen Beschwerde bat iic das Kaiierlichc (stndhcixsamt um eine zustimmende gutachtliche Yleußerung zu der getroffenen Verordnung. Die Commission konnte sich nicht überzeugen, daß in E. wegen örtlicher Verhältnisse eine besondere Wirk- samkeit jener Maßregel, wrlche iiber die Grenze ds_r durch ministericllc Verordnung vom 1. Skptcmber in Prsußcn für zulässig erachteten Verkehrsbksckxänkungcn hinaUsging, zu er- warten wäre. _

Auf einige Anfragen aus Privatkreiscn erklärte die Commission Einfuhrverbote auf getrocknete amerr: kanische Akpfel, welcbe iiber Hamburg nach Dcutsckzlagxd kommsn, fcrncr auf Vici), Weine Und alte Metalle sur Überflüssig. _ __ _ _

Eine Anfrage des Burgcrmcistcrs zu B., ob die in dcr Umgebung scincs Orts xwonncne gasförmige, bezw. com: primirte Kohlensäure (Zick) zu DesinfectiOUSzwecken eigne, wurde in dcr Sißung vom 5. _Oktobsr durcb „Hinweis auf die bereits vorliegendewErgcbniUc von Unirrsuchungcn, durch welche rin Nahezu iiidificrentcs Verbaltch der Koblen- säurc gegeniiber den Cbolcrabaktericn crwissen i1t, brantwortct.

Auf eine von der Reduction ch „Hamburger Tagcblaits“ an das Kaiserliche GcsundbeiiSamt qerichieic Anfrage, ob die aus Furcht vor der Cbolera von Hamburg geflüchteten Personen bei ibrcr Riicikcbr dcr Anitxckungsxzefahr izr" er: höhiem Maße auSgcscZi smd, äußerte fick) die Commimwn, daß na dcn bishkrigcn Erfahrungsn an andercn Orten nach der kehr solcher Flüchtlinge das Wiederaufffackcrn eincr Cholera:Epidcmie häufig beobachxct worden ist. Nack) neucrcn Nachrichten scheint in Hamburg ]cßt einc ähnlichr Beobachtung nicht gemacht zu sein. __ _

Auf dir Anfrage dsr Herren W. und K. äußerte 11ch dic Commission, daß die Einfuhr fertig vcrarbciicier Pelzwaaren aus Hambnrg unbkdcnklick) sei, da von einer Verschleppung dcr Cholera dUrch derartige, schon vcrmögc ilirer Trockenheit wenig dafiir geeignete Waare noch niemals etwas bekannt eworden isi. _

Das zur bwchr dcr Cholera von Brasilirirgcgcii Mineralwasser erlassrne Einfuhrverbbt [i_iclt dic Commission in ihrer Siyimg vom 11. Oktober für un: bcrkckitigt, insoweit natürliche Mineralwäffer in Frage' kommen.

In der Bcsyrechun einer Eingabe der Firma W.,__Fruck)t; und Commissions cschäZ zu B., hielt es die Commisiwn für richtig, daß hiiZichtlick) der Einfuhrverbote die Speise: zwicbeln wic Obst behandelt werden.

Außerdcm hatten wicdcrbolt Gewerbetreibende _und Fabrikantcn sich mit der Bitte um Giitachtcn,durch welche die von ihiicn gelieferten Waarcn als ungeeignet für eine Verschleppung der (Tholera bezetchnri werden sollten, an die Commission gewandt. Dic Commission Hai derartige _“Gesuche zum thcil mit 61116111 Hinweis auf ihre schon friibcr abgegebenen und in Nr. 221 und 228 des „RcichS-Anzeigers“ zum Abdruck gelangten (Hut- achten be“üglich dcs Waarcnverkcyrs, theils in Fällen, wo die Bciorgni vorlag, daß die Gutachten zu Reclamrzweckcn vcr-

*wcrtk)ct werden könnten, ablehnend beantwortet.

Die Nr.21 der„Amtlichcn-Iiachrichtcn des Reichs: Vcrsichcrun Saints“ vom 1. November d. J". enthält folgende bcmer ensweUhen RccurSentscheidungen:

Einem durck) Betriebsunfall verletzten land: wirtbfchaftlichen Arbeiter waren nach Ablauf der dreizehnten Woche nach dem Unfall von seiner Krankenkass 6, welche nach ihrem Statut für 26 Wochen Krankenuntersti'zßung leistet, 115 „46 Krankengeld und während -dc§_ glerchcn Zeitraums an Rente von der Berufsgcnosienschaft, bei der er versichert war, durch Vermittclung der Post _69 «16 95 H gezahlt worden. Danetrag von 115 ck46 hatte die Be- rungcnoffenschast später der Krankenkasse erstattet und darauxdem Verleßten durch Bescheid crönnet, daß ihm bis zur Deckung tefcr Leistung von der ihm vor einiger Zeit gewährten Rente von monatlich 10 „46 50 „5 monatlich Z «46 würden ein- behalten werden. Der Bcscheid wurde vom Schiedsqerichtauf:

ehobe1x, und der biergegerx cingclcgtcRccurs der Bcrungenossen- _.sxichaft ist vom ReichS-Versichcrunqsamt zurückgeimesen worden.

Mit der auf öffentlich rechtlichen G_esichtSpunkten beruhenden Fürsorge für den ungestorten Bezug der einmal festgeftc ten Rente wäre die Befugnis; der Berufs- genoffenschaft nicht vereinbar, GegenansprZiche _ selbst unstreitige _, welche fie gegen den Renienempfanger hat, cm- “fach durch Aufrechnung des entsprechenden Betrages der ihrerseits geschuldeten und rechtskräftig fest eitxllten chxe zur Befriedi ung zu bringen. Sie muß st vielmehr, wre andere Gläu iger dcs Rentenempfängch, welche nicht unter die Ausüahme des 73 des landwrrthschafilichen Unfal_l: verficherunqsgcseßes fa en, an sonstige_VermögenSobjecte, _die für die Befriedigung von Geldanspruchen verwendbar smd halten; kommt ste dabei nicht zum Zrele, so steht eben ihr Interesse Hinter dem öffentlichen Interesse an dem un- geschmälcrtcn Genuß der Unfallretxlen ziirrick. _

Dicjxnigcn Zwischenurthcrlc, m welchen die Ent- schädigungsbc'rcchiigung des Klägers UM.“ dem Griinde Hach anerkannt ist, unterliegen gleich eigentlichen Endurthcilcn der Anfechtung durch das ordentliche Rechtsmittel des Recurscs und können demzufolge auch die Instanzen, und zwar das Schiedsgkricht und di? ge1wffcnschaftlichcn Fest- stellungsorgane, wenn von Einlegung de_sx RechtSmittels gegen ein solches Uribcii Abstand genommen rst, von_ der einmal getroffenen Entscheidmig nicht wieder abgeben, sie Und Viel; mehr an dicselbr cbunden. _ _

Das Verfa )rcn inUnfallversrcherungssachen lst ein auf Erforschung und Gcwinpung materrc_ller Wahrheit gerichtetes. Demzufolge smd dic Schiedsgertchtc, sofern die BerufungSanTräge_ nur iiberhazwt durch die Angabe von VeweiSmiiieln gcstüßt smd oder sonst nach Lage der Zlctcn nicht von iwrnlirrcin als unbcgriindet und aus11chts: los sick) darstellen, nicht nur zur Erhebung drs von den Parteien ctwa angsbotenen Beweises urid „“ur Benußung der von den Parteicn etwa bezeichneten

cweiSmittcl, sondern dariiber hinaiis mich zur Beweiscrhcbung

nach eigcncm Ermessen, insbesondere zur Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen berechtigt, welche von den Par: teren nicht benannt worden sind. Tiescr Grundsatz hat auch in den Fällen eines Antrags auf Erhöhung der Rente". gemäß § 65 des Unfallversicherungs: gcseizes Anwendung zu finden.

AUSWLi-Zlick) der Nr. 21 der Sonderausgabe dcr „Amtlichen Nachrichtcn dch Reick)s:VrrsichLrungr: gmts, Jiivaliditäts: und Altersveriirbcrurig“ bat 1ich das Reichs-Versicherimgsamt als Neviiionsinstanz iiber die Berechnung dcr ziir Erlangung ciner Alter?:rentc gemäß § 157 des Jnvaliditätk: und AlterSvrrsicbcrUUgsgeseZes in dcr Fassung des (Gesetzes vom 8. Juni 1891 erforderlichcn Wariezci_t fiir Vox: sicherte, welche am 1. Januar 1891 das iicbcnzigytc Lebensjahr noch nicht Uollcndct haben, folgrndcr: maßsn ÜUÖgcfPrOckMU: _ _

Zunächst ist frstzustellen, Um wie viele chcncZiahrc Und Überschießcnde volle Wochen das Lebensalter dcs Veriichértcn am 1. Januar 1891 das vollendete vicrzigstc Lebequahr iibcr: stie_ en hat. Das; hierbei nur Jahre und 110116 Wochen, nicht ach überschießende W0chcniheile zu brrückiichiigen sm_d, ??bi aus dcm Wortlaxii der Bestimmung unzwcidßutrg cr: vor. Ebensowenig kann es aber auch einem ?: denken iintcrlicgcn, daß hier unter _ „vollen Wochen“ natürliche Zciträmnc von sieben Tagen, _nicht aber Beitrags-, das Heißt Kalcndcrwochen, zu verstehen smd: denn indZm der (Heseßgcbcr sich der Ausdrucksweise „volle Wochen“ _ Meubar im bewußtcn Gcgcnsaß zu der kurz vorher gebrauchten Bezeichnung „Beitragswoche“ _ bedientr, _ hat er zu er- kennen gegeben, da); er von dcr im täglichen Lebcn _und Verkehr iiblichen Berechnungsiirt dcs _Alicrs_ cincr Person nichr bai abwcichcn wollen. Drmnäcwt ist die so ge: wonncnc Zahl von Jahren Und Wochen 0011 30 _Jahrczi in Abzug ZU bringen, wobei stets das Jahr _als e_m_ Britragsxahr, gleich 47 Wochcn, gerechnet wird. _DW Difsixrenz stellt im Briiragsjalxmr und BciiragSwochcn die'_Wartczcit dar, wcl__chc nach dem Inkrafttreten des Grscßcs ]cdrnfalls. noch erfullt werdcn muß. _ _

Dic sämmtlicbeii bis zum thatsächl1chk11 Bcgmn der Ncnicnzabinng entrichteten Beiträge, auch _dis m_cht zum Nach: weis der Erfüllung der Wartrzcit crfordcrltchrti uber]ch1eßcndcn müssen bei Berechnung der Rente 'm Ansaß gebracht wrrdcn, da alle bits zum Beginn der Rentenzahlung entrichteten Beiträge bei c"citicßxing der Rente zu berücksichtigen sind. enn cm Rcrxtcnbcwcrbkr einen Theil der bei der chjcnbcrcckwimg in Betracht kommenden 1410 Wochen in der vorgescßlichen _tht_,_ den an: dsrsn nach dem 1. JanUar 1891 erfiillt bat, 10 Und aus der vorgescizlichen Zeit nur so viele Wochen in N11: rechnung zu bringcn, als es zur Eraänzung_dcr in die Zeit nach dchnkraftirctcn dcs Gcseßcs fallen- den Zahl bsdarf. __

In der Altchrcnicnsachc ciiics Vcr11chcricn, welcher erst im Jahre 1891 das sicbcqzigste Lebens: jah?) vollrndci hatte, ist folgender GNMWÜH auSgefprochcn wor cn:

Gemäß J“ 157 a. a. O. in der Fassung des Gesetzes vom 8. Juni 1891 hat der Ncnienbcwcrvcr Fir Er1angung_dcr Altcrsrenie aiißor dcr vorgescßlichcp 5 eschäftigung mchtcs weiter nachzuweisen, als daß er dir nach dreier GLsLßCÖ: vorschrift erforderliche Wartezeit vollendet hat? xmt dcr ErfüUung diescr Wartezeit __und der Zuruck- lccung des sicbenzigstcn LebenFZ-xa rcs_ ist der Anspruch auf AFtecmrcnte erworben, und es 1eßt die Zubilligirng der Altchrcntc nicht voraus, daß der_ „_Versicherte“ noch nach Vollendung des _siebcnzigiten „Lebens- jahres cine versicheru1i„§pfl_ichtige Beschaftrguxig aUSgeübi haben miisic. res ist ebenso" wenig erwrder: lich, wie das Vorhandensein der Erwerbsfahigkeit zu jenem Zeitpunkte. _ _ _

Die Bestimmung im § 8 der Kaiserlichen Verordnung vom 1. Dezember 1890, betreffend das Vsrsahren vdr dcn Schiedsgerichten, welcher „vorschreibt, chß der Vorsißendc dic Berufung dem StaaTScomMLssar abschriftlick) unter der Anbeimgabe mitzutbcilen_hat, _bmncn __emcr be: stimmten Fist einc (Hegenschrifi einzureichet), lit derart zwingender -. atur, daß ihre Nichtbefolg_ung emen wesent- lichen Mangel des Vcrfahrc_ns darixcllt. _

Dem StaatScommissar 1tch_t dir Befugnzß zur Nechtswittclcinlcgung gcgen ems die RS_UW seitsechde Entscheidung auch behufs Herbeiführung eines frü eren Rentenbeginns, sowie behufs Erzielung cincrchte von hoherem Betrage" zu.

Dcr Königlich württembergische Gesandte am hiesigen Allerhöchsten HofexStaatsrath von Mos_er hat Berlin ver- lassen, um sicb zur Veiseßung Ihrer Ma estät der Hochseligen Königin-Witiwc von Württemberg nach tuttgart zu begeben.

Dem Kaiserlichen Gesundheitsamt vom 1. bis 3. November 1892, Mittags gemeldete Cholera:Erkran§- kungs- und Todesfälle: _

Hamburg, am 2. November eine tddtlick) vcrlaufcne Er- krankung.

Zn Garß a. O. cin Erkrankungsfall (wahrscheinlich aus- Stettm eingeschleppt).

Nachträglich wurde Cholera festgestellt bei einem am 31.. Oktober erfolgten Todesfall in einem Ort des Kreises Stuhm (Regierungsbezirk Marienwerder).

Bayern.

-Ziinchen, 2. November. Jm Auftraae Seiner König- lichen Hohcii des Prinz-chenten begiebt sick) morgen Seine Königlichc Hoheit der Prinz Ludwig nach Stuttgart, um daselbst den Beiseßungsfeicrlichkeiten fiir die Königin - Wittwe beizuwohnen.

Seine Königliche Hoheit dcr Großherzo von Luxem- burg traf heute Vormitta, von Schloß HoJenburg hier ein und Wie am Abend dix eise nach Luxemburg fort.

_ Jm Cultus - Ministerium fand, wie die „Allg. tg.“ erfährt, heute Vormittag unter" Vorsiß des Ministers- 1)1'. von Müller eine Sißung des Obersten Schul- raihs statt.

Württemberg.

Stuttgart, 3, November. Dcr Extrazug mit der Leiche“ Ihrer Hochseligcn Majestät dcr K'önigin-Witiwe traf gestern Nacht um 111/2 Uhr hier ein. Seine Mmestät der König war mit dem Gefolge am Bahnhof erschienen, woselbst; cine Compagnie des GrenadiechgimcntS „Königin Olga“ (1. Wiirttembergisches) Nr. 119 als Ehrcnwache aufgestellt war. Der Sarg wurde durch 12 UnteroffiÉierc genannten Regiments nach dem Hauptportal des abnhof , bit.“,- wobin der König ihm das Geleite gab, getragen und auf den Trauerwagen gebracht. Sodann scßte sick) der Zug nach dem Nesidcnzschlos; in Bewegung. Voran ritt eine halbe ES:, cadron des Dragoner-chiments „Königin Ol, a“ Nr. 25, so: dann folgte der Trauerwagcn, hirrauf meJr-Zre Hof-(Hala: wagen, zum Schluß wiederum eine halbe C'Radron Dragoner. Vor dem Mittelporial des Schlosses, wo eine zweite Com: pagnic dcs Grenadier-Negimenis „Königin Olga“ aufgestcllt war, wurde drr Sarg von sechzehn HoftHandwc'rksleutcn von dcm Wagen gehoben und in _das Schloß gebracht Eine zahl: rsiche Menschcnmenge hatte sick) auf dem ganzen Wege aufge- stcllt und bewabrte cine cbrfurchtsvollc Stills. In allen- Stéidicn und Orkscbaftcn, die' der Exirazug mit der Leiche pasini hatte, waren bei dcr Turchfahrt die (Glocken geläutct wor cn.

Heffeu.

Darmstadt, 2. November. Zbrc Königlichkn Hoheiten dcr Großbrr'dg und drr Prinz Heinrich von Prcnßcn iind gcstcrn ??bcnd von Wittenberg iiber Potsdam hirrber ziiriick ckehrt. Wie die „Darmst. Ztg.“ hört, wird sick) Sexinc König iche Hoheit der Prinz Hcinrick) am 6. d. M. nack) Kie'l brgcben.

Sackxsen-Weimar-Éifenach.

Wcimar, 2. Novembsr. Jbrc Königlichen Hoheiten der Erbgroßbcrzog und die Erbgroßhcr ogin haben sich brate in Vortrrtung dcs Großherzogs track? Stuttgart bc- geben, um den BriscßungsFeierlichkeiten daselbst beizuwobnrn

Die Skssidri dsr am 7. November ihre Tbäii, keit wieder aufnehmenden Landessynode wird, der „TH. .“ znfqlge, bis gegen Ende des Monaiß dausrn, da noch eine größere“ Zahl von Vorlagcn, wenn auch keine von besonderer Be: deutung, zur Bcrathimg stehen. Wie es heißt, wird der

Synode noch eine Vorlage Über die Verlegung des Biisztags *

auf den in Prcußen künftig vorgesehenen Tag zugrbcn.

Oldenburg.

(11) Oldenburg, 1. November. Seine Königliche 5" obeit dcr Großherzog ist von Witicnberg, Ihre KöniJliche Hoheit dic Großherzogin von Eatin gestern nach Ol enburg zu- rückgckcbri.

Sachsen-Coburngotha.

Coburg, 2. November. Seine Hoheit der Herzog hat sicb heute Nachmittag von Hier auf seine Vcsißungen in Oester- reich begeben.

Deutsche Colonien.

Tas „Dentschc Colonialblait“ schreibt:

Die Schutztrupbc fiir Dsutsch-Ostafrika Hat den Verlust zwcicr Offizicre zu beklagsn grbabt. _ _

Am 11. Oktobsr starb in Mlalo an Dyöentcrie_Conwggnwiübrcr“ Von Sibcrs. Gcbdrcn am 7. Mai 1853 zu Hermdal in Livland, trat er 1871 in die Kaiserlich? MÜÜUL, wurde 1874 zum Offizier bc- fördcrt und trat 1880 zu den Rcsche-Offizicren de§_See-Oifiz1ci*coxrs- über. 1889 ging Lr mit dem Reichsc0inm1ffax_ won Wiff- mann nach Ost - Afrika, “nahm tbeil an der_ Crnnqbnw bon Saadani und drm Gcfrchi bon Palamakaa _und [rind seine bqupt- sächlichste Verwcndnng als Chef der Seeabtlwilun , m wr1cher Eigcxx- schast cr fiir eine borläußge Betonnung drr K_ü te kSor te. Am1.Axrik 1890 als Compagniefü rer in die Karserlt e S i_iiztruppe 1": cr- iwmmcn, War er kurze Zeit Bezirks-Hauptmann bon Lmdi und wurde: im Sommrr dieses Ja res zur Brgleitzmg_ dcs [)r.__Peters bei _dcr Grenzwgulirung commandirt. In ihm ist emer drr altestcn Offiziere der Schuxztruppe dabingescl)iedcn_. _

Lieutenant Heinrich Brüntng Wurdc am 25. Zum 1865 zu Buxtehudc in Hannobcr gcborrn und 1885 aus dem Cadeiten-Corps dcm 1. Hannovrrschen Jiisantcriq-Ncgiment Nr. 74 überwiejey. 1886, zum Offizier befördert, trat er im Dezember v. J._zi_1r Kaiserlichen “Schutztruppe über. Als Compagnic-Osfizier der m K*:[ona stebrnden Sulu-Compagnie zugcthcilt, 11abm_ rr an ber] iedcnen _Expedition-Zn dcs Lieutenants Prince. YIM Masiti und Wackchc theil. Nachdem Lieutenant Prince nach - ahora c'nxsgndt war, übcrnabm Lieutenant Brüning selbständig die Station Kiloffa und sand am 6. Oktober scinrn Tod im Kampfe: gcgen dic Wabcbe.

Ueber die Expedition des Mawrs vdn Wissmann- brin„t das „Deutsche Colonialbl.“ folgende Mittheilung:

.]kajor von Wissmann bcabsichtigtx, gcgen Ende Augustéknr Lager. bom Sambrsi nacb Cbiromo am Einfluß dc's Rub inden c“chirc_ JU“ Verlegen. Für das Woblbefindrn des Führers ipricht, daß er _Mitte

'August eine viertägige Jagdtour südlich des Sambesi unter-

nahm, durch deren Ergebnis; die Karawane für mehrere Tage mit Fleisch versorgt wurde. Er _fand dort ausgedehnte Ur- wälder_ Vor. wie fie in Deutsch-Ostafrtka nirgends vorkommen. Die Vorscbiebung des Lagers bis nach Chiromo hoffte Major VN] Wiss- mann etwa Mitte Oktober bsendet zu haben. Von hier bis Katunga müffezi die Lei ter, jeder für fich, durch Ziehen, Schieben und Segeln vorwarts gebra t werde_n. Wahrend dieser Zeit und während des Landtransports beabsicbttgx Major von Wiffmann boraitSzumarschiren und die Station am Nyana zu gründen.

Oesterreich - Ungarn.

Srinc Majestät der Kaiser bat anläßlich des Ablebens der Konigin-thtwe von Württemberg eine zehn: tägige Hoftrguér angeordnet *

Seine Kdnigltck)? Hobeii__d_er Prinz Alexander von Preußen 11_t nach mcbrwochigem Aufenthalt in Abbazia gestern in Wrxn e_mgetroffcn.

Seine Konigltchc ._Hohew der „Herzog Philipp von Württemberg hat sich gestern mit seiner Familie von Gmrmden nach Stuttgart bsgekscn;

Uebcr den Verlauf der vorgestern in Prag abgehaltenen Confcrcn der czcchischcn VertrauenYmänrwr Böh- mens, - ährens und Schlesiens (11206 die qeftrige Nummer des „R.- u. St.:A.) wird der Wiener „Premc“ Folgendes berichtet: .-

_ Dcr Jungczcche Dr. Eduard Gregr wvllic keine gndcre Con- cci wn machen, als die, daß bei bedeutendereri jungxzerhiichen Untkr- ne mungrn die anderen arteicn zur Cooperation ausgesordrrt 11)erth sollten. Die schlesi chen Vrrtretcr machten geltend, daß das czecbische Volk in Schlesien znr Opposition nicht reif sri, und in Böhmen ]othe man _nicht _oimc Rücksicht auf die ReserVi-„n in Mährkn und Schleiien dre Truppen nach Vorwärts jagen. Sollte Plener ans Ruder fommxn, so würden anze Ge enden in Schlesien in die Germaniiaiion zurückfallen. Prinz arl ScZWarzcnberg verlgngie, daß die Jungczschew dis radicals und principicilc Opposition iaÜen [ixßew Der Hauptseblxr der Fang- czecbc'n sei, daß sie die Kraft der Nation iibsrjchäixzicn. In Ocsterrcick) könnc: Sint: Partei, dic _ sick) __widcrsbänstig zeige, nicht zu Voribrilen kommen. Es isi bsiwr, wcnn fich dir Partei das Vcrtraucn _der _RSgicrnng cririrke. Eincn Antrag Skardaks und Tiicekis ans Einicxxunß Links Comités zur Aiisarbeitung cinks Vkrständigungsprogramms zwiichkir Alt- und Jungczeckykn kViSI Prinz Schwarzenberg zurück, da im Y_cichsratb Grlrgcnbeii gegiben sri, dcn Vrrstäiidigurigssadcn weitsr zu 113111711311. Der Jungczecbe Herold brbarrre dabci, das; nur die radicals Obbomion zum Ziclr führe und ersidie chicrung fich ändrrn müsse, WL11_11 dic Parteitaftik geändert wsrdsn sone. Prinz Schwarzenberg erk1artc, dic Regirrung baltc 11:1er- ändlet an dkn Grundjäch fést, dic iir bci ihrem Antritt kundgctban; sic 161 niemals ibrkn 5 rincipien untreu grwordrn, und wenn die Deutschen ihre Action unter den Schuß dsr Nrgierung stéllten, sb könntrn auch die Czechen dic1en “Schutz crlangen. Es sprach hierauf noch dcr Altczeche Or. Ricger, worauf sodann die bcrcits gestern miigetlxriiic Rrsolution angenommen wurde.

Bci der gesternimFinanzauHWuß des ungarischen Unterbauies fortgewßtcn Berathung des Etats des .Handxls-Ministcrrums steUte der «Handels-Ministcr die steigende TcndcYk in den Einnahmxn der StaatsbaKnen fest, die nach der 5 cmung de-Z MiniitLrS durch das „luf- treten der Cholera in Ungarn nicht bedeutend beeinträchtigt werdcn diirfte. Der_Miniitsr beton1c former, daß die großen Reformen, Zoneytarrx und Localtarif, sowohl volkswirtbschaft: [ich als auch finanziell dcn daran gcknüpficn Hoffnungen cnis prächcn. __

Der Abgeordiieic Iran 1)i, Fuhrer der Unabhängigkeits: parjci, ist gestern in Budapest gestorben. *

Großbritannien und Irland.

Anßcr dcm PremiewOJZinister haben auch Lord Rosebcry,

Sir William .Harcourt, John Morley Und Sir Gsor c Trlexéeliwn die Einladung ziim Lord-Mayors-Vankctt a : gc ? )nt. _ In der diplomatischen Vertretung Großbritanniens 1111 Auslande wcrd21_1_dem „W. T. B.“ zufolge nachstehende Vcr- qnderungcn stattfindM: Der derzeitige britische Gesandte in decniwgcir Sir Herbsrt Mac anell wird an SteUc des Mit Ende YicsLS Jahres in den _Nubcstand tretenden Sir Petre Gesandicrm Lissabon. Nack) Kopenhagen geht der bisherige (Hosandic in Bern Scott, cm dessen StLUc dcr (Gesandte m Belgrad St. John tritt. Tiefer wird ersetzt durch den Legatwns-Secretär Fans in Konstantinopel, zu dcffcn Nack): quger dcr (Hencral-Konsui Sir N. Nicolson in Pest bc: timmt lst.

__ Dcr Londoner Correspondcnt dcr „Birmingham Post“ erfahrt, Lord Er_omer habe vor seiner Rückkehr nach Kairo mritclbgr die Vernckzcrung erhalten, daß auf einige Zeit Hinaus, wcnn rxbcrbaupt, cine _Veränderun in dem cnglischcn Ne- gime in Egi)pte_n_ nicht in Aiisicht genommen sci.

Von den Militärbehörden ist der Bau eines neuen “Forts ans der Straße von Dover in der Nähe von ßhaibain angeordnet worden. Das Fort steht im Zusammen- hange init dcr Kette von Festunchwerken zum SchUH dcr Regierungöwcrfi und der Garnison von Chatham.

In der Zrovembchuwmcr" des „Ninetcenth Century“ hat Chamberlain einen Artikel uber die Arbeiterfragc ver: öffentlicht, welchsr als Programm dcr libcral-unionistifchcn Partei angesehen wird. Seme Vorschläge sind folgende: 1) GeseßiicheKürzung dcr Arbeitszeirder Bergleute und anderer in cfäbrlichen und bewndcrs absreibenden Berufsartcn bc- schä tigten Arbeiter: 2) städtische Verordnungen iiber das frühzeitige Schließen der Werkstätten und Läden (Shops); 3) Gründung von Schi dSJerichten zur Schlichtung und Verhütung von_ rbcitstreitigkeiten; 4) Verschärfung des Arbeitgeber-Haftpstlchkgkskßes; 5) Alters: pensionen fiir die Armc'n; 6)Bcschrä_11kung und Bcaufsichtigung der Einwanderung völlig Mittrlldicr; 7) Erweiterung der Competenz der Städte zur Hcrftcliung von Verbesserungen und zum Bau von Arbeiterwohnungen; 8) Verleihung der Befggniffe an die Städte, den Arbeitern Geld o_orzustrecken, damit ste Eigenthümer ihrer demmgcn werden können.

Aux- dcm Artikel sei noch folgende, fiir d_c_n_ national- okonomrschen Standpunkt Chamberlain's charakteriitische Stelle leVFgehoben: b E __

_ ie Man Lier-S use i'i “( t t atsächli bcgra en. inigc cr (Wenigen, die insnoch énhäng'snj,yfinthiadstYw und Jobn Morlcy. “4er selbst bei ibnen hat die poliiiscbe Nothwendigkcit argc Luckxn in [W GLspwnst erissen. Darnacl) folgcn die „alten“ Gcwerkbcremlxr, dll) Légen 1edc inmischung des Staats brotestiren und 111 dcr Bil- ÖUJU WU GLWerkvcreinen das alleinige Hcil des Arbeiteritandes Lr- bÜCkFM- Jm groSen und ganzen herrscht aber jetzt das neue Gewsrk- bcrcmlrrtburn. ieses bat die altcn Ziele nicht aufngLbklx- absr er- weitert. CÉtst national, ja intcrnational gewordcn- Cs badegWOÖU-

licher: Arbeiter in seinen Kreis ezogen, auf welche die alten GcWerk- vxremler mit Verachtung beta sahen. Jede Verbindung mit con- tirientalxn Genossenschaften, soUten fie selbst anarchistiscl) gefärbx sein, Wird mit Freuden begrüßt. Einer der wesexitlichsten Unterichiede zwiscchn a_tem und neuem Gewerkvcreinstbum ist der, daß das leßtere fur E1nm_tschung des Staats ist. Die drei übrigen Parteien Haben keine annahcrnde Bedeutung; es find die Collectivisicn, Anarchisten und Staats: und Gemeindrsocialistcn. Der englische Arbeiter hat keinen _ Sjnn für anarchistische Lehren. Die chre der Collectivisten ist, daß derjenigc Staat der beste sei, wclcher am meisten regiert. Das Pro ramm dieser Schule ist nur in schöngeistiaen Werken, wie in B? amyis „booking 13301:- M'Ürä“ zu finden. Was endlich die Staats- und Gemeindesocialisten betrifft, so können alle borbergehenden Gruppen disser Lrbre zugetban sein, _mit AuZnabmc dcr deibidualisien u_nd Anarchisten. Jemand, der für Fabrichse? ist, ist ein Staatsiocialist, cbcnsq derjenige, welcher freien «Jol Sunterricht, _»ArbeiteriVObnungen und Jmpfgeseize befürwortet. DZT aügikmeine gcxetzliché achtstündige Arbeitsräg ist nur eine Ausdehnung des Princiys. „111 ww“ kann niemand, außsr rinrm Individualisten, den Siaaiswrialismus vcrdammen.

Frankreich.

Der Präsident Carnot entsandte, wie ,W. T. V.“ be: richtet, zu der Trauerfcier, die gestern Vormiitag im engeren Kreise in dcr ruffifchcn Kirche aus Anlaß ch Ab: lebens dcr Königin-Wittwe von Württembcr_ ver- anstaltet wurde, cinen Vertreter. Morgen wird in der rrFsischcn Kirche ein feierlicher Trauer:Gottcsdicnst abgehalten werden. Bereits am Montag hatte der Präsident den Großfürsten Alexis und Wladimir scin_Vei[eid aussprechen las1'en.

Jm Marine-Miniftarium sind die fo genden aus Kdtopo vom 31. Oktober daiirten telcgraphischen Meldunxen des Obersten Dodd-Z eingegangen: Am 20. und 21, Okto er machte das gesammte HWY der Dahomeykr Heftige Angriffe guf das Lager der Franzosen in Akpa; dic Dahomeyer wnrden jedoch enkrgisck) zurückgeschlagen und erlitten beträchtliche Ver- luste. Infolge dieser Niederlagen knüpfte drr König Unter: handlungen an. Oberst Dodds forderte als deren Vor: bedin ung die Räumung Kokos, die jedoch abgelehnt wurde. Die gfranzömsthen Truppen, zu dcnrn am 26. Oktober eine yon der Küste herangezogene Abtheilung gestoßen war, nahmen 1ddann ihren Marsch wieder auf und crstürmten hinter- einander zwci feindliche Verschanzungen zwischcn Akpa und Koidpo, darauf am 27. Oktober Kotdpo ieLbst und die Vcrschanzungen von Koto, die stärksten, wclche dir Franzosen bisher in Dahomcii angetroffen hattcn._ Die Franzosen hatten in dic1em Kampfe cinen Gcsammtverluii von 10 Todien und 73 Vrrwundeten. Die Truppen schlugen am 31. Oktobkr wcstlich von Koto arif dem Wege nach Kana ein Lager auf, um von hier aus nach Verproviantirimg und einiger Ruhe ihren Vormarsch fortzuseßcn; Oberst Dodds constatirt am Schluß seiner Meldungen, daß der Widerstand„drr Dalwmcycr merklich schwächer werde und daß diese seit Beginn des Feld: zugs sehr bedeutende Verluste erlittcn hätten. Die gestern von dem Jdiirnal „Lc Radical“ gcbrarbte Nachricht von der bcrcits erffolan Einnahm-e von Abomci) ,hat sdtiack) keine Bestätigung ge un en.

Rußland und Polen.

_ __ Dcr Kaiserliche Hof hat ans Anlaß des AdlcbcnS dcr K0n1g1115W1111VL von Württemberg auf drsi Monate Trauer angekcgt.

Der in St. Petersbgrg erbaute Kr razer „Rjurik“, dessen Stapellauf bxute staUsMdLT, ist, wie 081? „Regicrun sbotc“ bc- merkt, das" größre _bisbrr in Rußland erbaute Krirgsßchiff sowic iiberhaupt der größte Kreuzcr der Welt. Seine Länge beträgt 426F11ß; er ist s01131t das längste aller zurZeitvorhandcncnKric'gH: 1chiffk. DaSSMsibat ein Debiackmcnt von 109336". cs besißt eme G01chwmdigkrit von 18 Knoten in dcr Stunde, und seine Mgschinr wird fiir gewöhnlich 13250 indicatorischc Pfkrdc: kxaste entwickeln. Die L_[rmirung wird aus virr acbtzölligen Karwnen, sechzehn sechszolligen Schnellfeuer-Kanoncn, sechs Zwolf-Ccniiwctcrgcschüßen nnd sech ohn .HotchkißSchncheuer: Kanonen bestehen. Ferner werden si cine T“orpedo:Lancirungs: vorrichtung, “Mi 51 Fuß [axigc Torpedo :Barkaffcn und zwci DamyfbarkasF-en an Bord befinden. Wie das amtlichs Blatt hinzufügt, hat auf dem HLUing, wo bis:!)cr an dem „Rjurik“ gcarbcitet wurde, bereits der Bau cincS zweiten Kreuzers von etwa 11700 H begonnen. Später sokl dann ein noch größeres Schiff daselbst erbaut wcrden.

Belgien.

Die Commission der Dcputiricnkammcr fiir die Revision der Verfassung hat gestern, wic „W. T. B.“ meldet, mit 16 gegen 4 Stimmcndas allgemeine Stimm: recht abgelehnt. Ueber daS Princip, wd1mchdasWablrecht an das _Jnnebaben einer Wohnung, verbnnden mit einem gewisjen Bildung?:gradc, zu knupfcn ist, soll heute ab: gestimmt werden. Nach einer Mittheilung des „D. B. H.“ diirfte cin_ hierauf bernhender VermittelungMntrag mit großer Mawriiäi _angenommen werden. Die Eröffnung der Kammern findet, wie nunmehr amtlich bekannt 2: macht wird, am 8. d. M. statt. Für diesen Tag so cn sämmtliche Bär ergardcn Briiffrls LÖUZLL'UfLU werden.

Die bclgis en Vertreter auf der am 22. November zu eröffnenden internationalen Mijn confcrcnz in Brüssel sind nach der „Köln. - tg.“: der zweite ouvcrneur der Nationalbank Weber, der frühere Minister, jetzt Director der Industriebank 8001616 Z'É1161'316 Dc Voldcr, dcr Director der Königlichrn Münze Alphons Allard, der Redactcnr dcs ,.11101ijt8u1'c168 [11661618 111314611815“ (Georges de Lavelcyc und der frühere Minister Sainctelctte.

Griethenland.

Der Commandant des im Piräys vor Anker lie enden französischen Geschwaders, Admiral Bug.e, veranFtaltctc FRM, laut Meldung des _ „W. T. B.“_, zu Ehren dcs

'önigs, der Königin sowrc dcs G_roßiiirsten-Thron: folgers und der dänischen Prinzen an Bord des Dampfxrs „Déwastaiion“ ein Dc'eunrr. Dqs Schiff war in französischen, gricchi§chem däms )Ln und russischen Farben gc- schmuckt. Die sten Herrschaften verweilten bis gegen 3 Uhr an Bord des Dampfcrs „Dévastation“.

Die griechische Darstellung dés Zappa'schen Erb- fchaftsstrcits ist nach der von der griechischen Regierung den Cabinciten mitgetheilten Dcnkschrist folgende: _

Der riechische Üntertban Ebangbrli Zappa starb am 20. Juni 1865 zu ** roschteni in Rumänicn In seinem Nachlaß'1vurde ein vom 30. November 1860 datirtes Testament vorgefunden, welches Nach- stehendcs verfügt: ]) Seinem Vettrr Konstantin Zappa vermachte er das bcwe [iche Vermögen und die Na nießung dcs unbeweg- lichen._ 2) einen unbewe lichen Vefiiz, 1“;(-own- 400 Acticn dcr gric'chiichen Schiffabrt§gesells aft berniaichte er dem griechischen Staat,

.“ der dieses Vermögey _durch die olympiaffcbe Commission venvalten 1911. _3) Der rumamsrben A_kadem_te_ ein Legat von 1500 Ducaten 1a_l)rlich. 4) _30000 Ymster hmterlreß er jenen Verwandten, die auf seine Erbschaft Anspruchs erheben konnte:); 5) ernannte er Konstantin Zappa _zum TestamentvaUsi_reck_e_r. Dieses Testament wurde am 24. Juni 1865_ durch d_as_gr18ch11che_ Konsulargericht (damals bestand die Konsulargertchtsbarken in Rumänien) als gültig anerkannt und am 14. Juli im ,RamaniscbenAmtsblatt“ bekannt gemacht. Am 25.Mai 1866 tbeiltc die ruxnänische Regierung dem griechischen Konsulat in Bukarest mit, daß iie beschlossen habe, die Regelung des Nachlasses den griechischen Kcnsularbehörden, als de_n (“iiizig zuständigen, zu überlasien. Am 19./31_. August wurde dasielbe Konsulat verständigt, daß das Gericht in lew angrivicwn worden iei, K:!) jrder Ein- miichung in dcr Zappa'sckyen Erbschaft zn Enthaltsn. Die Denkschrift

"zählt ncch weitere Fäslc auf, in 0611611 Rumänien den BLfiZ

Griechenlands anerkcmnx habe. und verweist xk'xsonders auf die feiténs der _ rumäniichen Regierung (x_ngCstLU'téti Quittungen über den Empfang des chars don jahrlich 1500 Dukaten, ?oxmell wendet Griechenland cm, Das; zur Zeit der

eiiamcntérröffnung das Bésitzrécht an Grund unbcsckyränkt war, indem wrder dic Heutige Verfassung chi) das Cusa'sckyk Specialgesrxz bcstandrn. Aber Hicrvvn abgesehen, Wi _zu bemerken, daß d€r an- gezogene Art. 7 des nenen Verfassungßgcxécs ausdrücklich die? Erwor- benxy REMZ? achtc und auénebmc. Zum ch*ch[uff€_bem€rfi die? Denk- ickyriit, der strittigen Réchiéstagk könn? ja eine smcbe Lösung gegeben Werdkn, das; der Fremde, dem durch Erbschaf-i Grundbesiß zufällt, VET- ba1ien wrrdk, diesrn zu Vcräaßcrn: Sine? Lösimg, dEr Grischrnland zu- znitimmcn rcrwöckytc.

Bulgarien.

Tic Sobranje' hat in "ilirer gcstrigcn Siizimg im Princip den mir der Läiiderbank abgeschlossenen Anleihevertrag in erster Leirmg angenommen und is)]i hicrauf dem Fiimnz- ausichuß i'zbcrwicscn. Freitag findet dir zweite LesUng des Vertrags statt.

_Nr. 44_ der „Vkröficntlichungcn des Kaiserlichen GeiundbsitHamts“ vom 2._ *)10brmbcr bat folgendén Inhalt: Yersonql-NarbriQt. _ Gksundbrirsstand. Mittheilungién über Volks- xankbextcw mIchndrrr Cbolrrxi. _ Gcsnndbsiißstand Und Sterbe- fälle? im Crbxcmbkr. _ Sterbefälle in deutschen Städi€11 mit 40000 und 1118er Einwohnern. _ Dkégl. in größsrcn Städkrn drs Ans- 1andcs. _ Erkrankungen in Bcrlinrr Krmikendäuskrn. _ Dcögl. m dxutsckyrn Stadt- und Landbkzirkcn. _ Wittcriiiig. _ Maß- rkgßln Feger! (551301er I(- _ Stsrblicbkcit in Preußkn 1890. _ Gltand,ritsvkrbältniiir in Bis:“:[an 1890. _ Gcsundbriiöwesen in Dresdkxn 1890. _ Mcdizinai-Bkrickyt übc'r Dänemark 1858. _ Gc- 111ndi)k_it§-stand in Buenos-Aircs 1891. _ GksWngnng u. 1“. w. (Prcutzcn. Bsrlin.) _Schlachrvicbuntersuckynng. _ ( WKBG. Brom- bcrg.) _Begräbnißplätzr. _ Drsinfectimis-Apparats. _ (ch.- Bcz. Erfurt.) Untersuchungamerikanisckxr Sckyinkrn. _ (Rrgchz. Mindrn.) Ansteckende Kranfbcitixn. _ (Ösrzogtb. Gorda.) Lcichcn- 1ch-.71_1.__ (Oestérrrich-Ungarn.) Handckébkrtrag mit Jialirrl (Sckywß). __(Oeiterrcich.) Viehmarkkweskn. _ Ortborädir. _ (Dänemark.) Anstxckknds Krankheiten. _ (Norwcgrn) SchUluntcrsuchumrn. _ (Rußland.) Apothekcrykrional. _ RcckUsrrcchung. (R61 Igericht und Jandgrrichx Aachen.) EntfernunZ bon Zäbnrn scitrns LinÉZabU- 16chUik€k§ m ieWstsüthigcr Absicht. _ Tbiers€uchen in den Nicdsr- [andcm _ VLZLrinäryolizeilichc Maßrrgrln. (Dcntschc-Z Reisb- Prcuß. Jich-Brz. (Trinkt, Wabern.) _ Sterbefälle" in dkutschen Ortrn mit 15 000 und mehr Cinwobncrn, katc'mbcr. _ DLHgl. in größcrcn Orten dcs Anslandcs.

Kunst und Wissenschaft.

_Tir K'öixig_lick)e Akadcmic dcr Wiss€11schaft€n bat im La_111€_d_0§bcrs1011rn€_n Sdmrxiers wicdcr kind Neibc namhafter Bc- tragr_sur UWS wrs_1_€n1chasi[ichc Unternrbmungrn bczw.drren Fbriichnng angrwwicn. Dc" „Sißungsbcrichtrn“ dcr gsnanntsn Korper1_ck)ait _rntnébmcn _wir dariibixr f01grndc MittHLiÜmgrn. Dis Dbel_diorkirjckx-bxstoriiabc K'1axsc dcr Akadcmic bcwiÜigic zur Fortinbrxrnq drr großcrcn akadrmiichc'n Ardciicn: für dii' Herausgabc dcr Politiiclch CorrUpondan Frirdrich's des Großen 6000 „46.: fiir da:“? („'()k*])U.§ 111501'jjir101111m (Zrkic-Jiéxn'iiir] 3000 916; für *die HERWI- abs dcr Cbmmcnicgorrn dk?» Aristotclrs 5000.46 Fcrner (“rbieltrn zur *?)korderung [[)rrr wqwrxschaitlichn Unterncbmungsn Proscffor FaanöU m Kobsnbagcn zur .OLrausgabc ch 6. Bandes dss intaka-Wrrks 1000 46 u1_1d 1_)r*. John Mricr in Haiic zur ÖLrauSgabr rbrinischcr SprthUdien m kartdgrapbiscbrr Darftcilung 900 .46. Di? PHV)“ i- k_aliich-mgtbcmat_i)chc Klaise bat zurUntrrstüiZimg wissenschaft- li_ch€_r_ Arb-xiirn bcwcklrgt: drm Pribafddccntcn an der Unibrrsität Erkiiswald 1)» G. W Müller zu Unrcrsnchungrn 1":er die Ostracodi'n 1000 ._46; dem _A1111te11tkn an der Zbologischn Sammlung drs Kömgllch€11 Mu]mtmb_siir Naturkunde biersklbst, 1)» W. Wriincr zu Untcr1uchung€11__ ubcr den Bau der Süßwassrrschwämmc 600 „46; _drm qufsmor an dcr Unibcrfität Hakls ])1“. "O. Taschcnbcrg zur Fortichung i_emrr „13113110T1180Tl- 20610Yi08.“ 1400 „16; drm Pro- sciwr 17le O_otanik mi ds_r Unch'rsiiät Grsifswald Fr. Schmitz z1111l Abichluß icmrr Brgrbettung der Floridrcn 600 546; Nm Privat- docrntcw an der _11111b_crfität Bonn 1)» H. Schknck zur Herausgabe des zwcttcn THEO? icmes WerkJ Übcr dic Anatomie dcr Liankn 1000 „46 Der Prdsrffdr an_ dsr bieiigcn Unibcrsität 1)» P. Asckyerson rrbrclt zu Vorarbciten iür eme: nc'uc Ausgabe bon Koch's Stmobfis drr Flora v§11_D81_1t1ch_lm_1ddenBétrag von 200046 angewicsrn; dcr Oberlebrrr O1". “.Kxanzlm Htrrtelbst z_u UytZrsuckpun cn iibcr dic Orchidacecn 900 „46; drr kVsLJ(*l*_a1l drr _Untbcriiiat Brcs au MrdizinU-Ratb ])r. W81- UlckL zur Hrritrllung 611er Atlas des Gro'birns 800 „16: der Privat- docent an drr Univeriität Freiburg i. *I. ])l'. U10i1.“C.Rösc zu Untérsuchungc'n über _die Zahnéntwickclung bsi drn Bcutslfbirrrn, Edenkatczn uxid Reptilien 1000 „46: [A". L. Wulff in Schwcrin i. M. zur Bi'ichaffimg bon Jnftrumentgxi für krystailrgrapbische? Unter- 1uchunßz€n 1000 „46. und der Profkiwr an der TLch11ischcn Hochschule zu C__ar[ottcnburg ])x. H. W. Vogcl zur Jnstandsrßung spectr- grapbiirhrr Apparatx 171 „46 DLM Obsérrawr an dcr Stcrnwarte zu Kdntgsbcrg Professor Dr. J. Franz sind zur Anschaffung eines Apparats zur Llusmesfnn dEr auf der Lick-Steriiwarts von Professor Holdcxraufgenommch - kondphotogravbien 3200 „46 bswilligt ivorden, dem Dirxcwr der Sternwarxe zu Bamberg ])1'. E. Hartwig zur ort- 1ct3ung einer Bcobachtungiöretbc über die Vrrändcrungen der Po höher und zur Bcstttxtmuxig der lecrrationsconstantc 1200 „46, dem ])1'. „H. Baumbaarr m Ludmghausen zu Untersuchungen über die Aeyfigurcn dF KrystaUc 800 „46_und dcm Privatdocentcn an dcr Universität HtraßburgOr. G._Linck zum Abjchluß seincr pctrograpMsckyen Unicr- 1uchungen t_-1 Y_eltltn 600 „46 _ _ Yxc bissige Geselléchast für Erdkunde wird in ibrcr n_achstc11«1ßun, am Somxa end, im Saale dcs Architektsnbauses, dix Wahl des «Zorstandes fur das Jahr 1893 vorncbmen. Die Mit- [iedcr werdcn _dcsbalb ZFebertkn, sich schon um 6Z Uhr einzufinden. anacl) wcrdczi [Zlgende orträgc gehalten: Bericht dks Dclegirtcn dcr Gesellscchaxt i_ur Erdkunde, ,errn ros. Hellmann über dir Columbus: kicrltchkcitcn und Fongrc) m Genua, Huelva und Madrid; crx ])k- F. Stahlmann (als Gast): Ueber seine NSM? rnit EMW'PJÖQA b Ab _ - te 16 u s . dztg." aus Toclz von gestern mesdet, ist daselbst dcr Culturkxgstoriker und Gkograpb Friedrich von Hell-

wald gestorben.