richtigen Verhältnisse stehen. So ge en fie _ neben ver- schwindend kleinen Zahlen _ in Sa sen in einer Anstalt bis zu 21,8 Proc., m der Rheinprovinz bis zu 22,7 Proc., in Westpreußen bis zu 26,5 Proc., in Berlin bis zu 30Proc., in Westfalen bis zu 32,4 Proc. Allerdings bereiten in den meisten dieser Fälle die örtlichen Verhältnisse der Theilnahme entfernt wohnender Schüler am Turnunterrichte besondere Schwierigkeiten, dercn Ueberwindung_ zu erstreben bleibt.
Für das Turnen im Freien stehen bei 289 Anstalten Turnpläße zur Verfügung, von denen etwa die Hälfte un- mittelbar bei dem Schulhause liegt; bei 207 Anstalten können dazu Schulhöfe benußt werden, deren (Größe und Ausstattung freilich mehrfach nur die Vornahme einzelner Uebungßarten und (Gruppen gestattet. Die Möglichkeit, den Turnunterricht, wie es bei günstigem Wetter in der Regel geschehen soll, im Freien abzuhalten, i_st alxo bei etwa 5Proc. dcr Y_riftalten noch nicht gewonnen. Die Zahl der Trimballen bat ilch seit dem Jahre 1882 erheblich gehoben; zur Zett kann bei 472 höheren Lehr: anstaltcn in einer Halle geturnt werden. Allerdings entsprechen von diesen Hallen nicht wenige nur bescheibencn Ansprüchen, manche auch überhaupt nicht mehr den gesteigerten Anforde- rungcn der neuen Lehrpläne, bei dercn Vorschrift, daß jeder Schüler wöchentlich drci Turnstunden haben soll, unter Um- ständen unvermeidlich werden kann, daß die Turnhalle auch von zwei Abtheilungcn gleichzeitig bcnußt wird. Von diesen 472 Anstalten haben 309 eigene Turnhallen, und zwar 282 solche in unmittelbarer Nähe des Schulhauses; dagkgcn müssen sich 163 in die Benußung der Turnhalle mit anderen Schulen theilcn, und bei 128 von ihnen bereitet deren entfernte La e noch besondere Schwierigkeiten für den gesammten Unterri tSbetrieb. Bei der kleineren Hälfte der Anstaltsn, die Über eine Turnhalle noch nicht verfügen, wird im Winter in einem anderweitigen ge- schlossenen Raume geturnt; ganz ausfallcix muß aber der Turnuntcrricht im Winter noch an 26 (mcitt kleineren) öffent- lichen höheren Schulkn, von denen _allcin 10 auf die Rhein: provinz kommen. Die Zahl der Anstalten obne Winterturnen belicf sich im Jahre 1882 noch auf Etwa 80.
Während an den 522 Anstalten im Sommer d. J. ins- gesammt 5479 getrennt zu unterrichtende Schulklassen bestan-
den, waren aus den 131206 am Turncn theilnehmcnden
Schülern im ganzen 2923 Turnabthcilungcn von schr vcrschie- dener Stärke gebildet, auf die _ von den besonderen Vor: turnerstundcn abgeschqn _ im ganzen 7638 wöchcnt1ichc Turn: stunden kamen. Die ]th vorichrift§mäßigen drci wöchentlichen Turnstundkn für alle Schüler waren bereits bei 364 Anstalten eingerichtet, während 158 damit noch im Riickstandc waren (vergl. Erläuterungen und Ausführung?- bcstimmungen u den neuen Lehrplänen untxr 13). Auch den in den neuen „chrplänen hin1tcht1ich der Gestaltung des Turn- unterrichis auf der Unter: und Mittelstufe einerseits und der Zulässigkeit des Nicgcniurncns auf der Obcrstufe andererseits enthaltenen Vorschriften konnte aus äußercn Griinden bishcr nur zum theil entsprochen werden; eine gleichmäßige Regelung des Turnbctriebes in dieser Beziehung wird dem nächsten Schuljahre vorzubehalten sein. _
Mit Turnunterricht betraut smd, zur Zeit etwa 1240 Lehrer (gegen etwa 870 im Jahre 1882 und 1080 im Jahre 1890); eine ganz genaue Angabe ist deshalb unmöglich, weil in größeren Städten mehrfach disselben Lehrer an mehreren Anstalten Turnunterricht zu crthcilcn haben, und so dieselben Personen an verschiedenen Ste_llcn unter den Turnlehrcrn mitgezählt wurden. Von der chammtzahl dcr Turnuntcrricht crtbeilenden Lehrer waren 1064 Lehrkr der Anstalt selbst (674 mit akademischer, 390 mit scminaristischcr Bildnng), während die übrigen ctwa 170 als dem L?Hrkörpcr nicht angehörige „Hilfskräfte bezeichnet WLde. Ein bcsondcres Zeugnis; Über ihre Vorbildung für den Turnuntcrricht, sei es durch Theil: nahme an einem Cnrsus dcr TUrnlebrer-BildungSanstalt, sei es durch Ablegung der Turnlehrerprüfung, bcsißen von den erstgcnanntcn 1061Lchrern 701, von den letztgenannten Turn: lehrern ctwa 1:chs Sicbcntcl. Die Zahl der akademisch gebildeten Lchrrr, die auch Turnunierricht ertheilen, ist im Laufe der _Iahrc zwar nicht gleichmäßig in dcn vcw'chicdcncn Provinzen, abcr im ganzcn recht erheblich gestiegen, und obwohl neuerdings wieder infolge der neuen Lehrpläne hier und dort auch Lehrer mit _Turnuntcrricht bc: traut morden smd,_ die ein annlebrcrzcugniß bisher noch nicht crmorbcn haben, ist doch der Procentsaß solcher von 41,3 Proc. im Jahre 1882 1th schon aiif 31,1 Proc. zurückgegangen. Es darf gehofft werden, daß die Einrichtung von halbjährigen Surfen zur Ausbildung von Turnlcbrern außer in Berlin auch in Hallo, Breslau, Königsberg i. Pr. und Bonn darin noch weitere Fortschritte herbeiführcn wird.
Für den Betrieb von Zugcndspiclen sind bei der über: wiegenden Mehrzahl der Anstalten besondere Stunden ange: fest: nur in den Provinzen Posen, West: und Ostpreußen find die Anstalten mit dcrartigcn Einrichtungen noch in der Minderheit. Die Pflege der Zugcndspiclc ist aber an dcn einzelnen Schulen, was die Zahl der ibr gewidmeten Stunden, die für diese skitens der Schule getroffenen Anordnungen, die B9113eiligung_ dcr Schüler nach Zahl und Alter u. s. m. an: langt, 10 verjchicden, _daf; Yarfibrr cine zusammenfassende An- ?kabszur Yt__noch nicht moglich ist. Thatsache ist, daß er-
eul_1_cher cqe der h_ohe Worth der Bewegungsspiele für die Erfrischung und Kräftigung der Jugend immer mehr aner- kannt wird. _ _
Gelcgenlett, das Schwimmen zu erlernen und zu üben, haben die chülcr vo_n 457 Anstalten. Daß Lehrer der Schule selbst den Schmimmuntcrricht ertheilen, ist freilich vcr- bältnißxnäßig selten; _wohl aber bestehen bei 73 Anstalten zu bxn diejem Zwecke dienenden Einrichtungen irgend welche bc- 1i1_mmic Beziebizngcn. _ Für die Schüler von 65 Anstalten ist leider durch die örtlichen Vcrhältniffc die Mö_lichkcit, das Scbwnnmen m_: erlernen oder zu Üben, ausgesck) ien.
_ Was schltcßlich die Vereinignngcn von Schülern zur leege dcs Trimmis, dcs Turnsyielcs und verwandter Leibes: ubungen bctr1ff_t_, _fo bestehen wlche mehr in den westlichen a_ls in ben ojtlichcn Provinzen. Nach den Angaben, die daruber von den einzelnen Anstalten gemacht warben smd, waren im ganzcn 78 Schülerturn- vereine vorhanden, aus deren Mitgliedern meist die Vorturner für _das Ricgenturnen „enommcn wurden und die dad_urch auch fur den gcfammtcn “* urnbctricb der betreffenden Ayttalt nquar gymacht werden konnten. An 12 Anstalten bxjtanbcn uderocreine, an einigen zwan ig Vereinigungen _fu_r_Bcwcgungsspie-lc, darunter 17 zur Pxege des Fußball; pie es.
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“Kaisers Paß nahm.
Tem Kaiserlichen Gesundheitsauxt vom 12. bis 14. November Mittags gemeldete Cholera alle:
Bei einer zu Kurzebrack (Kr. Marien__erder) am 9. No- vember tödilich verlaufenen Erkrankung qt Cholcra durch bakteriolo ische Untersuchung festgestellt worden. Da egen wurden ci der u Altona am 8. November verstor enen Person („R-A.“ . . 267) Cholerabacillen nicht gefunden.
Der Jnspecteur drr 2. CavaÜerie-Jnspection, General- Lieutenant von Rosenberg, 5. ]3_81Üt8 des „Husaren- R imenis von icten (Vrandenburgijches) Nr. 3, ist von
nah hierher zurückgekehrt.
Der Bevollmächtigte zum Bundeßrath, Königlich württem- bergische Oberst und Flügel:?ldwtant Freiherr von Walter ist hier angekommen.
Der Königlich serbische Gefchäftsträgcr am hiesigen Aller- höchsten Hofe Pavlovitck) hat einen ihm von 1ciner Regie- rung bewilligten kurzen Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit von Berlin nimmt d_cr Attaché Jankovitch die laufenden Geschäfte der Gesandtxchast wahr.
_ Der japanische Gesandte am hixsigcn Allcrhöchstcn Hofe Vicomte Aok i ist von Brüssel, wohin er sich behufs Ueber- reichung seines Beglaubigungsschreibcns an Seine Majestät den König der Belgier begeben hatte, nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.
Der ncucrnannte chierungö-Llffeffor von Volkmann aus Lüneburg ist bis auf weiteres dcm Landratl) des Kreises Kalbe, Regierungsbezirk Magdeburg, zur Hilfeleistung zuge- theilt worden,
S. M. Kreuzer „Habicht“, Commandant Corvettcn: Capitän eßner, ist am 12. d.M. in Plymouth eingetroffen 11er beabichtigt, am 15. desselben Monats die Heimreise fori- zu cßen.
Bayern.
iünchcn, 13. November. Scine Majcstät der König von Rumänien und Seine Königliche Hoheit der Fürst von Hohenzollern find, wic „W. T. B.“ meldet, [)eutc früh 81/4 Uhr aus Ncuwicd hier eingetroffen und im Hotel „Zu dcn vier Jahre-Zzeiten“ abgestiegen. Am Bahnhofc waren der Prinz Fcrdinand von Rumänien und der Prinz Alfred von Edinburg zum Empfange anwesend. Der Prinz Ferdinand reiste Mittags nach Wien weiter. Schwarzburg-Sondershauseu.
Sondershausen, 12. Novembcr. Ihre Hoheiten der Herzog und die Herzogin von Anhalt sind mit der Prinzessin Alexandra gestern Abend zu mcbrtägigem Besuch hier eingetroffen. *
Bremen.
Bremen, 12. November. Die Stcucrdeputation der Bürgerschaft hat nach der „Wes. Ztg.“ einen Bericht ncbst Gescßentwurf eingrreicht, dcffen Zweck es ist, bei der Einkommensteuer in gewissen Rkchtsfragcn dem Privat- mann die Möglichkeix dcs Rechtsweges zu eröffnen. Gegen die thatsächlichen Ent1ch9idungen der Steuerbehörden soll jedoch auch in „Zukunft keine Berufung an die Gerichte? stattfinden.
Oesterreith - Ungarn.
Der Großfürst-Thronfolger von Nnßland ist am Sonnabend Abend 8 Uhr 45 Minuten in Wien ringetwffen und wurde am WahnhoxJ vom Kaiser, den Erzherzogen Carl Ludwig, Franz; erdinand, Wilhelm _ sämmtlich in russischer Uniform und mit russischen Orden _ ferner den Erthrzogcn Friedrich, Rainer, Joseph Augustin sowie em Prinzen von ___Schaumbnrg-Lippe cmpfanaen. Außerdem WU??? dcr kanische Botschafter, die Mit: glieber der rmsn sn Botschaft, der österrcichisch:ungarischs Botjchaftcr in St. -_ Yetersburg Graf von Wolkenstein:Tros1biirg, die zum Ebrendiemt bcfohlencn Offiziere, der CorpE-Comman: dant, der Statthalter von Nieder-Oestcrrcich und der Polizei- Präjidcnt auf dem Valmbof anmrsend. Auf dem Bahnsteig war eine Ebrencompagnie mit “*alxne und Musik aufgestcllt, die bei der Einfahrt dcs_ Groß ürjten die russische National: hymne spielte. _Dcr Kai1er begrüßte den GroßfürstemThron- folger, der die österrcichische Uniform trug, aufs herzlichste. Dcr Czaremiisch reichxc _den Erzherzo en die Hand und fahr sodann mit dem Kaixcr in die Hof urg. Die vor dem Bahn: hqf angesanimcltc_groß9 Volksmcnge bc'griißic den Kaiser nnd jemen hoben _(Han aufs lebhafteste. Zur Aufwartung bei dem Großfüriten waren her Ministkr dcs Aenßcrn Graf K'Ülnoki) und die obersten Hoschargen in die Hof- burg befohlen. Gcstcrn Vormittag legte der Großfürst in der Gruft dcr Kapuzinerkirche cinen Kran am Sarge _dcs Kronprinzen Rudolph __nicdcr, wohnte ?odann dcr Meno in drr Kapelle der rusnschcn Botschaft bei und statietc dem Katjcr in der Hofburg einen „Besuch ab. Ticscn ernndcrte der Kaiicr alsbald und geleitete dcn Großfürsten hieraux in die Gemächer dcr Kaisrrin. Später begab sick) dcr Großfyrst ziim Erzherzog Qarl_Ludwig, bei dem im cngsten Fam1liex1krc1sc cin Téjeuner stattfand. Dcr Großfürst gab sodann in ben Palais dcr übrigen Erzherzoge sowie in dcr Hofbur_q_ fur die _Kronprinzcmn:Wittwc Stephanie Karten ab._ D1e_ _Botschgxtcr und Gesandten der auswärtigen Machxe: xrjchicnen m der Hofburg, um daselbst Karten für dcn Großkurrten:Thronfo_lgcr zurückz_ulaff6n. Bald nach 3 Uhr empfing dcr Großfürst den Minister des Ausivärtigen Grafen Kälnoky, drr nahezu eine Stunde bei ihm verweilte. Dem darauf folgenden Festmahl in dcr_ Hofburg wohnten der Kaiser und die Kaiserin, der Großfürst-Thronfolgcr, die in WEZ“) anwcscnden Erzherzoge und Erzhrrzoginncn, dor i_"unijche Botschafter Fürjt Lobanow:Rostowski) mit den ubrigen Mitgliedern der Botschaft, die gemeinsamcn Minister, der MinisterWrändcnt Graf Taaffc, der Minister Freiherr von Fexrvgrt), Frxibcrr von Sterneck, der östsrreichische Bot: schafter beim Mfinchen Hofe Graf Wolkenstein und andere ervorrageiidc Perxönlichkcitcn bei. Nach dem Diner beqaben
ck der Kaiscr un_d dcr Großfürst-Thronfolgcr in die Oper, woselbst le terer m der Hoflogz: an der rechten Seite des
_ _ Auch die Erzber oge Carl Ludwig, Franz Ferdinand, Wilhelm, Rainer, Josep?) Augustin und die
Erzherzogin Maria Theresia wohnten .der Vorstellung bei. ck Schluß der Oper fuhren die hohen Herrschaften unter leb asien Frufen des Publikums direct nach dem Nordba nhof.
r Großfürst : Thronfolger verabschiedete sich dort auf das herzlichste von dem Kaiser und trat die Rückreise an. Der_ russische Botschafter Fürsx Lobanoty-Rostowsky und das Peryonal der russischen Botschaft hatten 11ch zur Verabschiedung auf dem Bahnhof eingefunden.
_Die_ Wiener Zeitungen: _widmen dem Besuch des Großfür1ten:Thronfolgers so_hr jympathische Artikel. So schreibt die „Wiener Abcndpost“:
.Die engen “ cundschaftlichcn Beziehungen, die seit jeher zwischen den crlau ten entenhäuscrn Habsburg und Romanow bc- star-dcn ha kn und ortdauernd bestehen, bringen es mit sich, daß man den Besuch des di-m russischen Kaiserhause so nahestehenden erlaucbtcn Prinzen mit aÜseitiger herzlicher Tbkilnabme begrü"t. Man erblickt in dctnsxlbcn einen neuen Beweis drs bckzlichen Ver ältniffes zwischen beiden Kaiserlichen Höfen, welchks jüngst in den Ausführungen des Ministers Kälnoky in den beiden Delegationen einen so beredtcn Aus- druck gefunden hat.“
Das „Fremdenblatt“ sagt:
„Dieser Besuch, den der Tbronerbe des mächtigen Nachbarstaats abstattrt. ist ein Beweis der frkundscbaftlichen Beziehungen, die zwischen den bkiden «Höfen bestehen _ Bezirhungcn, deren Weckt!) für das Ver- bältniß dsr zwei Reiche zu einander, angesichts der großkn Bedeutung, die sowobl in Ocsterreich-Ungarn wie in Rußland dem Monarchen im politischen chcn zukommt, sicherlich sebr chh angeschlagen rvcrdcn maß. In der That begegnen sich die beiden Zerrfcher in dem fasten Wunsche, ihrcn Völkern" wie ganz uropa den Frieden zu erbaltcn. Man verschließt sich in St. Petersburg, wie wir brffe'n, nicht der Erkenntniß, dax“; dicsks die kinzigr Aufgabc drs Drribunch ist, dcr, nur zu Vkrtbeidigungsa zwscken g€schaffen, niemanden bedroht, daher seine Mitgiiedcr durch nichts gehindert find, mit den aus;“Fnstkhenden Mächten aufrichtig gute Bezikbungcn zu vflcgen. Die Yestrebimgen Oesterreicky-Ungarns in dicsCrRichtnng schsinen in Rußiand volles Verständnis; zu finden, und auch _däfür darf man wohl als ein Anzeichen das Erscheinen ke's Großsüxst-Tbronfolgers anführsn, der nicht mit an unserem Hofe dcr herzlichsten Tbeilnabme gewiß ist, sondcrn desscn Besuch mit Genug- tHUUng auch von der gesammten Bevölkerung bkgrüßt werden wird.“
_ Usher _die endgültige Vildunq des neuen un gariscl) cn Minijicriums Ziegen nähere Nachrichten bis jeßt nicht vor. Der Miimter:Prä11dci1t ])1'. Wekcrle wurde, als er am Freitag Abend im Club der liberalen Partei in Budapest erschien, von den dort versammelten Abgeordneten mit lang- anbaltcnden, begeisterten Eljenrufcn empfangen, Wie es bélßt,_ h_ätten nch von dcn bisherigen Mit liedern des Ministeriums dic Mixiistcr Graf Csaky, von Szi agyi, Lukacs und Freihcrr von Fexervari) bereit erklärt, ihre Portefeuille?- zu behalten,
Die Wahl des Domberrn Or. Kohn zum Fürst:Erzbischof von Olmuß ist vom Kaiser bestätigt worden.
_ In der am Sonnabend abgehaltenen Sißung des öfter: rexchzschen Ab, cordnetcnhauscs legte der Unterrichts- Minister ])r. _FrJr. von Gautsch, in Beantwortung einer Interpellation des Grafen Hohenwart wegen des Erlasxcs dcs Wieiiixr Bezirksschulratbs über das Schul: gebot“ dcr katholn en K_indcr resp. das Kreuzzcichcn, dcn «achverhalt und ie Entxtebung dcr instanzenmäßigen Bk: handiung dieses Erlasses dar und hob bervor, die Erledigimg des Landessthulraths beircffs dss Beschlusses des Bezirksschul- raths habe auf einer irrthümlichen und unrichtigen (Heichc'iftsbchandluxig beruht , die von der Statthalte'n'i enidcckt worden 181 und unverzüglich Oje nöthigc Correctiir Zsahrcn habe. Tor Ministsr behielt sich vor, in dem weiteren Stabium der Angelegenheit das dem Ministerium zustchcndc Auf1_1_cht§rccht geltrnd zu machen; er wrrdc keine Verfügung, zixlancn, welche die religiösen Gefühle der katholischen Bc- volkerung verleße. 'Im weiteren Verlauf der Sißung nahm bas Haris den Antrag des Anssckwsses an, worin die _ chrcrung axifZefordert wird, die technischen Vor: arbciten ziir ._Hcrxxe_ung _sincs Tonau-Moldau:Elbc: Kana1s Mit tbrmlichxtcr Ve1chleunigung vornehmen zu lassen rind _dic entsbrcchrndcn Geldmittel in den Staatsvoranscblag cmzuyteUcn. Mexbrcrc Petitionen auf Regulirunq der Elbe m_urYenber Regierung zur cingebcndsten Würoigung und Be- rurknchtigung Empfohlen.
Großbritannien und Irland.
_ Reich cincr Msldung dcs „Rcutcr'sthen Bureaus“ wird [m_Au-Ima_rtxg_cn Y_mt ebsnso wie im Bureau dcr Bkltlsck):O1laskik0_n11chLnGeséllschaft erklärt, daß die Msldung, _bas cngiijchc Cabinct habe brfchlossen, Uganda 11_lcht zu m_umcn (1161)? Nr. 269 des „R.- u. St.:A.“, jeg- lichen amtlichen Charakters entbchrc. Dic Goscllschast babe _:_-ox; dcr Regierung keinerlei Mittheilung wegen Ugandas er: a. cn.
Frankreich. __ _Der Pkästd0iit _der Republik, Carnot, und die Groß- xiirytcxi Wladimrr unix Alexis von Rußland begaben iich, tmc „W. T. B.“ berichtet, gcstcrn Vormittag zur Jagd nachckNambouxllet imd kchrtanN-ichmittagcö nach Paris wieder zum .
_ Nach amxlichsr Vckarzntmachun ist der bisherige Sccreiär bci _d_cr franzoyiychen Bot1chaft in; ern Graf de Kcrgolay an (“216116 des Grafen dHéricourt zum Konsul in Stutt- gart ernannt worden. Gradeéricourt ist als Geschäftsträgcr nach BoZZta verwßt worden.
Ati Stclie dss zurßckgctrctcnen monarcbistischcnDeputirtcn Mqrqms d_c Brctcuil ist gestern der gemäßigte Republikaner Alicot im Tkpartcment Hautes:PyrÉnÉes gewählt worden.
In der T_evntirtenkammer beantragte am Sonnabend dcr Generalbxrichtcrstatter fiir das Budget Poincarré, die Bcrathung uber den (Heseßcntwurf wegen der Abände- rung dcr__.__(§etränkcstcucr zu vertagen, da die Budgctcommnnon keine «Hilmeittel ausfindig gemacht habe, “um den Ausfall, der aus der am Donnerstag bexchlbnenkn Aufhebung der Steuern entstehen müsse, zu decken. Tie Kammxr lehnte den Antrag mit 338 gegen 205 Stimmen ab und bejchloß iiach eincr schr v2rworrenen Debatte, den Antragdes Dcputtrten Turrcl, diesc Verluste hauptsächlich WM) eiiie Alkohol:Znschlngsttcurr zu ersehen, in der heutigen SlHlmg_1n Bcratbung_zu nehmen. Sodann brachte der Deputirtc Po_nt01s (Boulangi't) einen Antrag ein wegen Aufhebung dexx Vorrcchts _d_cr Großwürdenträger der Ehren- l_egion, die von einfachen Privatpersonen nicht vor den ordent- lichen Gcrtchtc_n bclcingt werben können; Pontois verlangte außerdem die Dringlichkeit für seinen Antrag. Un- geachtet der Elkiakilnch dcs JtistiFMinisters Ricard, dcr betozite, ' daß der Antrag keine rückwirkende Kraft haben konne, wurde die Dringlichkeit mit 390 gegen
selbe Ziel auch.
“137 Stimmen beschloffén. Nachdem hierauf die Kammer den Antrag Pontois' auf Einfreten in eine sofortige Berathung
“mit 357 gegen 117 Stimmen genehmigt hatte, wurde der
Antrag mit 519 gegen eine Stimme anqenommen.
Dic wegen der Explosion in der Rue des Bons Enfants einßeleitete Untersuchung hat bis_ eßt zu keinem_ Er- gc nis; efüZrt. Die bei dem Ku chncx Yaabe be1chlag: nahmten las cn enthielten keinen Erplofiorton.
Der kurzlich begnadigte Socialist Cu [in e ist in No ubaix neuerdings zum BczirkS-Rath gewählt worden, nachdem seine erste Wahl für nichti erklärt worden war.
In Tunis soll ch Pariser Blättern zufolge ncuerdings eine lebhafte, gegen Frankreich gerichtete Agitatio n bemerkbar machen. Die arabi1che Ausgabe des „Messager tunifien“ und zahlreiche Flugblätter sztchtcn die länd- liche Bevölkerung gegen das frgiizöjische Protektorat und die in Tunis angesiedelten franzömchcn Colonisten aufzu- rkizen. Der Minister des Auswärtigen Ribot habe den fran- zösischen Geschäftstxäger in Tunis angewiesen, solche Kund- gebungen zu untcmagen.
Der „Petit Marseillais“ hatte die Mittheilung gebracht, daß drei Deutsche und ein Belgier in Dabomei) ge- fan en genommen und au_f Befehl des Obersten Dodds er- schoJTen worden wären. 3th in den Zeitungen eine Notiz zugcjtcüt worden, in der betont wird, daß die Meldung der Blätter, bc: treffend dic Erschießung von vier Europäern in Tabomct), mit Vorsicht aufzunehmen sei. Das Marianinisterium habe weder vom Obersten Dodds noch von dem Gouverneur Ballot einc hicrauf_ bczügliche Nachricht erhalten.
Der gestrige „Figaro“ spricht von den dem König von Tahomcy auflzuerlegcnden Friedensbcdingungen und bezeichnet (i_ls so che den Vkrzicht des _Königs auf seixi bis- hcri es Küstengebiet, die Einsetzung franzöyischer chidenten in lbomct) und Kana sowie die Besc_ung diescr Orte mit französischen qunisoncn, die Herstellung _cincr Heeresstraßc von der Küste nach dem Innern un_d endlich Ab: schaffuncz der Menschenopfer. _ Da die curopäi1chcn Truppen in Dahomey vom Fieber stark gelitten babkn, so sollen dem „Temps“ zufolge am 25. d. M. mehrere „Handelsschiffe mit Ersaßtruppen dorthin abgeben und die bisherigen Expedi- 1ionstruppcn nach dercn Ankunft nach EUropa zurückkehren.
Italien.
Von den gestrigen 60 Stichwahlen zur Tsputirtcn: kammer sind bis jeßt 52 drm Ergebnis; nach bekannt. Gewählt find nach einer Meldung des „W. T. B.“ 39 ministerielle und 13 oppositionelle Deputirtc; Vonghi ist wiederum unterlegen. Wie der „Magd. Ztg.“ telegraphirt wird, würde das Parlament am 20. No- vember * zusammentreten. Ter Zustiz- Minister Bonacci sei zum Präsidenten der Kammer auscrscbcn: seine SteUe werde der “ührcr der gemäßigten Radicalcn Forbis einnehmen, sodaß Jann alle Gruppen der Linken im Ministerium vcrtrcten sein würden.
Der ehemalige Kriegß-Ministcr gestern früh in Turin gestorben.
Portugal.
Nack) cincr in Paris eingetroffenen Meldung aus Lissa: bon wäre es wahrscheinlich, das; eine Umgestaltung des Ministeriums durch Aufnahme mchrercr der konservativen Parxei angebörigcr Mitglieder noch vor Eröffnung der Cortes statmnde, Wie es heißt, würden die cgcnwärtigen Minister für Marine, Colonien und Krieg ihre Portefeuiücs abgcben.
Schiveiz. _ Nach einem Telegramme der „N. Y. Z.“ aus Bern hgt nch Rumänien bereit erklärt, untcr ;lnmcndung der Meist- begünytigungsclauscl mit drr Schweiz in Handel?,vcrtragÖ: verhandlungen einzutreten.
Belgien.
Gestern fand in Mons, wic „W. T. B.“ berichtet, eine von den Arbeitervcreinigungcn des Borinage veranstaltete Kundgebung zu Gunsten des all em81nen Stimm: rechts statt. Der aus mehrcren taufen Personen bcstebkndc Zeug nahm_in volicr Ordnung seinen Weg durch die Stadt. -. ach dcr „Kundgebung wurde ein Maffcnmesting abgchalten, an dem mehrere Dsputirte, Anhänger des allgemeinen Stimm- rcchts, theilnabmcn, die von den Manifestanten eine: Adresse zu (Gunsten des allgemeinen Stimmrcchts erhalten hatten, Es wurden mehrcre Reden gehalten. Ein Zwischenfall ist nicht vorgekommen.
Bcrtolc Viale ist
Türkei.
Der nencrnanntc deutsche Botschafter bei der Pforte Jirrst von Radolin hat am Sonnabend dem Sultan in feierlicher Audienz sein Beglaubigungsschreiben Überreicht. Der Botschaftxr, das Personal der deutschen Botschaft und dcs deutschen Kymulats, sowie der Commandant und die Offiziere des in Konrtantinopel liegenden Stationsfahrzcugs „Lorelcy“ wurden in Hofivagen nach dem Yildiz-Kiosk gebracht. An der Spißc wie am Endc__d6s ngcnzugs ritt cine Cavalieri?- EScortc'. Jm Yildiz-Kiosk empfing dcr Sultan, umgcben von denz Großvczicr und dem Minister des Auswärtigen Said Parcha, seinem militärischen Gefolge rznd dem Hofstaat, den Botschafter. Dic Llnjprache des Fürsten Radolin und die Antwort des Sultans bekundeten, wie „W. T'. B.“ berichtet, das frenndschaftlichc Verhältniß, das zwischen Deutschland und der Türkei besteht. Nack) der_n_ officiellcn Empfangsact und der Vorstellung des beiderseitigen Gefolges empfing d_er Sultan den Fürsten Nadolin in einer Privataudicnz, dre einen überaus herzlichen Charakter truq. Vom Yildiz- Kiosk begab sich der Botschafter nebst Gefolge nach der hohen Pforte, um dem Großvczier und dem Minister des Auswärtigen einen Besuch abzustatten, den diese im Laufe des Tach im Botschafterpalais erwiderten.
Griechenland.
Nach neueren Nachrichten hat die griechische chir: rux1 in ihrer in der Zappa-Angelcgenheit m_i die Ma te gerichteten Note deren Vermittelung gcrpunscht. „W. T. B.“ meldet nämlich, die Note schließe, nach einer ge:
schichtlichen Darstellung des Sachverhalts, m_it_ dem Bemerkexi, daß (Griechenland den Auffassungen und Wun1chcn_ der Groß: machte zu entsprechen glaube wenn es deren Vcrmrttxlung an- rufe, um d_1e Meinungsverfchiedcnbeit zmisxhen Grieck)e_n1and Und Rumänien zu einer freundschaftlichcn Lojung zu bringen.
_ Bulgarien. Die Ausstellung in Phili popel ist gestern ge-
sch10ssen worden. Sämmtliche Mnistcr, die Mitglieder
der Sobranje miffariats wohnten der
und der Secretär des türkischen Cym- Feierlichkeit bei. Der Prinz Ferdinand von Coburg hielt „laut Meldung des „W. T. B.“ eine Rede, worm er hervorhob, die Ausstellung habe den hohen Grad der Ausbildung des bulgarischen Volkes bewiesen; es sei Tu wünschen, daß das Vaterland auch künftighin solche Zlänzen en und fried- lichen Siege gewinne. Dem auf die Schluyfeierlichkeit folgenden Bankett wohnten der Prinz Ferdinand, die Prinz "sm Clemen- tine und die dipxomatischcn crtrexer bei. Der rinz brachte dabei cinkn Toast auf das bulgarijche Volk, Stambulow cinen Toast auf den Prinzen, der Metropolit von Philippoyel einen solchen auf die Prinzessin Clementine aus. Tie Veteranen aus dem leßten russrsch-türfiscben Kriege brachten dem Prinzen Ferdinand und Siambulow Ovationen dar. *
SchWeden und Norwegen. _
(17) Nach dem Bericht die:? Staatscomptoirs betrugen die StaatSeinnahmen in den_ ersten zehn Monaten dicses Jahres: Zölle 31930315 Kronen gegen 32 428 012 Kronen , Branntweinsteuer 11523399 Kronen, gcgen 10 711 315 Kronen, Rübanzuckersteuer 1 110 855 Kronen gegen 1011 736 Kronen, Staatseisenbabnen 4900000 Kronen gegen 5200000 Kronen, oder zusammen 49466569F1ronen gegen 49 351 063 Kronen in der gleichen Zeit des Vorxabres.
'In mehreren größcren Städten Schwedens sollen Vor: lcsungsn über militärische Fragen gehalten werdrn. Die erste Vorlesung hielt am 10. d. M. Capitän Iungftcdt in Upsala über das Thkma: „Tie Kriegführung der Gcgcnwart mit besonderer Beziehung auf einen Krieg in Schweden.“ UL Vorlesung behandelte die Vcdeulungber Festungen für die Kriegführung, die Feld: und Seebefcstigungcn, dic Lycrationk: und Sperrfestungcn, dic befestigten Städte, die Vorrach: fcstungen und den Bedarf an “Festungen für die Vertheidigung Schwedens. Tic uhörcr, die den größten Hörsaal der Uni: versität gedrängt fulltcn, zolljen dem Vortrag lehaften Beifall.
Amerika.
Die Meldung Neanorkcr Blättcr von einer Revolu- tion in dem brasilianischen Staate Rio Grande (siehe Nr. 263 des „R.: u." St.:A.“) ist nach einem aus Rio de Janeiro in Paris eingetroffenen Telegramm vollständig unbsgründck
Afrika.
Tem „Reutcr*fchen Brircau“ wird aus Fez vom 7. d. M. gemeldet, der Sultan von Marokko sei sehr unzufricdcn über die französischr Sprcial:(§csandtschaf1; er habe den mit dem französischsn Grsandien Grafen d'Aubigny ab- grschloffcncn mündlichen Vertrag für nichtig erklärt und dem Grafen d'Aubigm) mittbeilen lasssn, Lr könne gegenwärtig nicht weiter mit ihm Unterhandcln. _
Parlamentarische : Nachrichten.
Die Präsidien beider Hkruser des Landtags wurden heute Mittag 12.115!) im bie1iZen Königlichen Schlosse von Seincr Majestät dem aiser und König cmpfan_ en. Vom Hanse der Abgeordneten waren die Herren von Kö cr, Freiherr von „Heere'man und von anda, Vom .Hkrrcnbausc dic Vicc-Vräsidenten Freiherr von Manteuffsl und Ober-Bürgermeister Vöttichcr=Magdeburg erschienen, da der Herzog von Ratibor noch durch Krankheit ans - immer gsfeffelt ist. Unmittclbar nach der Audienz bei Seiner 9 ajsstät wurdcn die Herren auch von Ihrer Majestät der Kaijcrin und Königin emeangen.
Kunst und Wissenschaft.
Ueber die am Srnnabcnd Nachmittag für den am 5.Mai beimgrgangrnrn Gcheimen Régie'rungs-Rath Proxcffox A._W._ron Hofmann Von der Dcutschxn Cbctxiiichcn Gcrellycbaxr im Festsaal des BErliner Ratbbauyes veranstaltete Grdacbrnißxeicr €richtet die „N. A. Z.“: Der mächtiga Nanni, der in strablender Vclcuchnmg rrglänztc', trug ernsten Schmuck: bintcr dcr Tribüne stand bis “Schayer'chyc Büste des Verrwigten. Dcr Staat-Zsecrrtär ])1'. yon Borttickyrr, dic Staats-Miuistcr Freibrrc bon Bkrlépsch und ])1'. Bosc, zablréiclxs Professoren der bissigen und auswärtigkr Universitäten wohnten der Feikr bei. Die Concertvcrcinigung dss Königlichen Dmncbors eröffnete dcn Gsdcnkact mit dem .,Kczqnszm ÜSÜLL'UZW" bon Nicoll) Jomelli. Dann nahm deVOlsitZCndk, Ge- beime NegierungZ-Ratb, Professor ])r. Landolt das Wort. Er er- innerte daran, daß man gehofft Hatte, in fcstlicbchr Stimmung das Jubiläum der (Hessllscbaft zu feiern und den Tribut der Dankbarkeit dem nunmrbr dabingeschiedcncn_Prxisikcntcn darzabringen. 3,3)inan verlas Redner ein vom Oberbosmciitxr Grafen von Srckrndcxrff im Aastra Ihrer Majestät ker Kaikerin sricdrich ükcrißndtes SCHLAFEN, in dem es beißt: „Ihre Majestat brdauert lebhaft, der Gedächtnißfeirr wcgen Abivkscnbcit von der Hrimatb nicht bciwobnen zu können, ntnsomchr, als es Allerhöchstdrrsrlk'en einc bcsondcre Freude und Genugtbuung bereitet [)abcn würdc, tbcil zu nchmrn an einer Vereinigung von Verehrern des zu 1ri'1b_ enf- schlafencn Meisters der Wiffeiiychaft, dem Jbrr Ykajcstai als Schülerin durch eins lange Reihe von Jahren bindurck) Vervunderung und Dankbarkeit zollte, die dem Hkimgi'gangenen zu bewabrcn Jbrcr Majestät stets eins angenehme Pflicht 1ein wird.“ Am!) dcr Rcichs- kanzler Graf von Caprivi hattc sein Ausbleiben mit anerkennendkn Worten für den Heimgegangenen entschuldigt. Na dem Professor Wichclbaus ein Bild der Entwickelung der Dcuts en Chemischen Gesellschaft gegeben batte, widmete Professor 1)1'. Ferd. thmcinn dem beimgcgangcncn A.W.von Hofmann eine Gedknkredc, in der er 1an feicrte als Mann der Wi enscbaft, als anregenden Lehrer, al_s geut- volicn Schriftsteller, desen .lrbeitsxraft die anderer Stcrblicher weit übkr- ragte und dessen Thätigkeit als Fordcber sich über cinen Zeitrauu] von_mebr als 50 Jahren erstreckte. Der Chor trug sodann ben altkchottiscbe'xi Choral ,Das Leben welkt wic Gras“ ror, 1vor9us_. rofeffor __Jo]. Wislicenus-Leipzig das Wort nahm, um der wrchtrgxten chengtxchen Errungenschaften des letzten Vierteljabrhundßrts zu gedenken, wahrend endlich in einem kurzen Schlußwort Geheimer Rath Landolt der Hoffnung AuIdruck ab, daß nach_ abernxals 25 Jahren eine glkicl) warme Thei nahme sür die Gejcllsgbgft _11ch Meitend machen möge, wie dieSmal. Mit _dcr achtittmm1gen otetie von Reichardt „Sci getriu bis m 5211 Zod'_ schloß die Feier. Aus Anlaß der leßteren waren zahlretche_ “Schreiben und Telc- gramme eingegangen. Die (3110151031 8007de m London sandte eine Adre ?, die Kamuté (165 801811065_ _60 L'ar15_ durch Prof; Friedel cin ängcres Schreiben, die rus1ixch2 chezmsche Gesellubat zu St. Petersbur ein in rusfischcr_ m_id deutscher Sprache geha tenes Anschreiben. us Charkow, aus Helmigfors, _aus Genf lagen Tele- gramme vor, den Gefühlen der Münchener Universitat gab der Rector Ad. Bayer in einem Telegramm_ Ausdruck. L_lucb dre Münchener chemische (_GeseUschaft, die chemiychc Gesellschaft_zu Frankmrt, die Cbcmiksr Heibelbergs u. a. batten Telegramme gejandt.
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_ Der_Verein für deutsches Kumftgewerbe feierte ark Sonnabend_ in den Gcrmania-Festsälen mit dem 15. Stiftungsfest die Weihe semes_neuen Banners. Eine zablrciche Festversammlung wohnte dcr Frier bei, voran der Minister für Handel und Gewerbe reiben“ _von Berlepscb; tür dic Stadt Berlin hatte sich St_adtraxb
- "fiel, ,für das Kunstgewerbc-Mqieum Professor Leisnig, für_ die Technische Hochscbule _de_r _Gcbxime__Mgierungs-Ratb, Professor Reulcaux, tür dte_ Kontgliche K_unststhrzle Profeffor Ewald ein- gefunden. Der Verein Ornament, die Vontande der Innungen der Gold- schmiede, der“ Tischlxr, der Tqrezierer, der Maler, dcr Glaser,der Buch- binder, dcr Strumps- und_S€1dentv1rker urid der Schlosser waren mit den Fahnen und Bannern ericbienen. Nach Sitzer VOF! der Finsterbusch'schen Kapelle auSJefübrten Frstoubrrturc trat dre Hcmchauspielerin Fräulein Julie Abich vor, um in einem Poetischer: Prolrg das_deunche Handwerk zu feiern, dar? die 7chwielige Rechte der Kumi germcht und in ihr, treu
- dem Geiste seiner großen Abnen, neue Kraft gafunden, die zu dem
Guten das Schöne gep art und die Werke derHani“ «'r das Gemeine emporgebobrn. An aden Prolog schloß sich *»"inirtelbar die T-arsteUuna lcbendcr Bildkrfricsk. Danach wurd? das neue Banner von 1)r. Julius Lessing bcgrüßt als Lin Symbol der Vareinigung, das das Kunstbandwerk gcmabnm solle, den Forkcrungen der neucn Zeit sicb gewachsen zu zeigen, die kräftigen Keime drr Kunst alter Zeit aufzunekxmcn unk 311416118111 Lébkn zu ge- staitkn. Dcr Fkstrrdner übergab sodann da;"; neue Banncr dem Vor- stand, in "dxffkn Auftrag es der Gcbéime Hofratb Schrökr Übemabm. Mit einem Hock) auf 'Zeinc Majrstäf dM Ka,!iscr schloß der Weibeact.
_ Tir Svndsrausstellung ron 2"eran ?SÖ norwegischen MalerIMuncb im Verrin Verlinkt“ Künstler ist nach cinem m der GsnrralWrsammlung d&? Verrins am 12.1“.YZ. mit 120 grgcn 105 Stimmen gefaßten Bxichlm': gcsckxlosscn worden.
_ Auf derm ?.Hriligen Lanx' bsi Schönbolz, ciner StLÜC dcr Fcirniark Reinickendorf, die mit denkt! rrn Schönbolz und Rosentbal zuxammcnirößt unk schwa srir vielsn Jabrcn Turck) ric gefundcnkn ror- geychicbtiicbrn Usberrksie éaltgermaniscbk Gräber) bekannt ist, imd, wre der .Was. Z.“ mitgetheilt wird, bsi wciterrn Nach- grgbungcn vvn cinc'm Pflkgcr drs Märkischen Museums U;)lkkc'k Einige Graburnen zu Tage gsfördert irorrsn. WOZ Citicr _ron kirsen Urnen fand sich cin fchönc'r klacber Bronzering mr_t ties blbugrünem Edslrvst mid sébr feiner Strichvkrzisrung, der aus emrn !tarfen Daumcn paßt: cin? Bruchfläche und zwei darin Cin- gsbvbrtx Löcher dcutcn abcr an. Tat:: LZ ursrrünglich cin Armring gc- wcxcn i1t_, der mittkls „Haksn iini“ Lese an den Enden verschließbar war. Dax; chcnrnde mu?; dann wobl abgcbrcchen icin, und man hat darauf die bkidanöcher rok) kingkbobrt, in dir. rcr-Iakmiraßt; darauZist dann Cin noch brauchbarct Fingerring geirordrn. '
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Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
_ C bolera.
Peli, 13. Norrmbcr. Von ““Trkitag Abend 6 Ubr bis Somi- abkrid ?_lbend 6 Uhr smd bier ;cbn “srsoncn an Cbolsra e*rkrankt und zwei geftcxrbén; bon grsicrn Abend 6-Ubr bis bkutc Abend 6 Ubr er- krankten fünf und starbcn drci Pörsonrn.
Amstsrdam, 13.»)iove1nbrr. Au? Lecuwardcn wird cin C[*olera-Tode§faü gcmsidct. Dic Meldung von ciném bim: Vorge- komnirncn Cbolcra-Trdesfall brrubt auf cinem Jrrtbum; der Fall brtrifit den Ort Wourden, wo im Laufe dsr vergangenen Woche drci Todksfällr an Cholera Vorkatnen.
Lüttich, 14. Novxmbcr. Hier find zivki near Choksrafällr gemcldet. _
_ Italien.
Dyrck) Wesanitätspolizeiliclzc Vcrrrdnmig rom 11. NoMmber 1892 sind dic_ Tuarantänevorsckyriftcn Vom 31. Angnst und 14. Oktober 1892Wausgcbobkn (vergl. „Reichs-Anzcigcr“ Nr. 216 und 251 Vom 1Z._Septembrr und 22._Okwbkr 1892). Dock) bleibt die im rrsten italreni1chen Ankunftsbaskn zu béwirkendc ärztliche Untersuchung und" die Dköinficirung schmut5ig€r Grgenständc aufrecht Erbalmt für alle Probrnicnzcn aus franzöKschcn, bclgiscbkn, boÜändischkn und öster- rkichixch=ungarisch€n Häfen sowic aus dcn keutschcn Häfkn dsr Nordske Einschlikßlich Hamburg und 5871 rnsfischcn Häfc'n dcr Ost""."k.
_ _ Spanirn.
ZUsolgr Königlich spanischrr Ministcrianrordnung vom 8. No.- chbcr 1892 wrrdcn Provenienzkn aus Rottkrdam, tvelch€ nach i_kem 7. ch-leb-Zn Monats abgsgangkn sind, in den spanischen Häfen Trixi zugelayen, wenn_ dieselbcn mir rcinrm, Dom spanisch€n Konsul visirtc'n Gexuydkxcitsvaß und mit gutrn bvgicniickxn Vkrbältniffcn an Byrb einlaurcn. Die in dcr kardimng Vom 29. Oktober 1886 aufgcsübrtsn Waarsn, wslcbc wäbrcnd dsr Evidemie in Rotkcrdam gelagert babrn, wcrdkn cbknfakls frci zugelaüscn wcrden.
_ Nickerlande.
Dar“ gsgen Hamburg, A(tona und die EleMZr untcr- balb Wittenberge erlaffens Ein: im“? Durchfubrbrrbot, wrlch-Is nach xncbrsachr Eimcbränkung noch in Bczug auf nnbe'arbsite'te W910: und Naarc,_«Häutc, Prizwsrß frische Früchte und Gsmüsc, Buttcr und * uttermrrogatc, Milck),_Käsc, Hülscn rrn thrridcfrüchtén imd Seilc-rwaarcn ( mit Einychkux; von Tauwrrf“) in Kraft stand, ist zu- folge Ministerialbcrfügung vom 11. Nobcmbsr 1892 Vom 14. d. M*. ab aiifgelxoben. _
Das gcgcn ganz Dc'utychland Erlaffsnc_nicdcrländisch-: Ein- und Durchfuhrverbot für Lambert, gebrauchte Kleidungsstücke und 1111- gcwaschrnc Lcib- Und Bsttwä1ch2 wird dadurch nicht brrübrt.
_ B e l g i e' n.
Infolge Vrrrügung dcs Königlich beigischcn M'nistcrs für Land- wirtb1chaft :c. rom 11. November 1892 ist Vom 15. rssclben Monats ab bis (Hin- und ancbqur von Lumben, Hadern und alten Kleidern aus Deutschland. Frcznkreixb und den Niederlanden in und durch bclgiscbcs _Ge'biet wrrxxer gejtattst, sofern de'n betréffendcn Sen- dungsn rin K'onririatszeugniß darübcr béigcfügt ist, daß am «Hrrkunfts- orte dic valkra mrdcr eprdcmisch brrrscht noch im Laufe dss Jahres 1892 gcbcrrfcht bat. (Vkrgl. ZZR" Ak.“_§]ir. 213 v. 9. Scptcmbcr 1892.
nr 81.
Durcb Beschluß des internationalen Gssundhcitsratbs 5:1 Kow statitinorrl 1*ox;x11./23. Oktober 1892 ist die Quarantäne „egen Hcr- künstc mit Panagiercn pon _der Küste dcs Schwarzen ' ccres von Trarczunt bir; Orbit, mit Einschluß dieser beiden Häfrn, aufgehobm und durch cine Bsqbackytung von 24 Stundcn crss? irorden. wrlcbe im Lazarexb yon Smopx: oder von Cabal zu ab olviren ist. Die Klridungsstückc und_Effec_ten der Passagiere und der Besaßung sowie Waaren, wclcbc _dte Aniterkung leicht verbrsitcn können, unterliegen der De-Zinfcction tm Dampsapparat.
Yorstcbknixx Bestimmung findet auf die gcgcnwärtig in Quarantäne liegendem SchM€_A11YVL_UÖUU - *
Die gkgen *Herkunste von der Küste dcr: Schwarzen Mrcrcs von Ordu bis zur BosporuH-Mündung aiiqcordnctc ärztliche Untersuchung fällt fort. (Vergl. „ReubsAnzeig-Zr“ Nr. 256 vom 28. Oktober 1892.)
_ __ Griechenland.
Tie clstagtgc Quarantane gegen Provrnicnzen aus den zwis cbcn Kronstadt [l_nk Cherbourg gelcgcncn Häfen ist-cbensowie dic gcgen Triest und Marseillc _ auf fünf Tage herab- gcsc xt worde!» _
talicnls_chc erkünftc nuierlich fortan nur einer drei- tägigcn Quarantänc- ( eral- .Rcichs=Anzcigcr' Nr. 228, 24-2 und 251 Vom 27. September, 13. Oktober und 18. Oktober" 1892.) _ „ Rumänien. _ __ .
Der rumamychc Gesundheitsratb bat die Einfuhr kammtlicher bisher aus Ani??? dcr Cboleragefabr verbotenen Waaren aus Deutsch- land (vergl. _. .-A.' Nr. 252 vom 24./10. 1892) mixer der Vor. ausfeßung w_icdi)r gestattet, da die Sendungen in ylombirten Wagkn und im directcn Transit dur Ocstcrrcich-Ungam eingeben.
_ _ _ _ NorWLgcn. Die Königlich norrvcgisckpc Regierung hat durch Verordnung vom
5. Norembcr 1892 die französischcn Mittelmeerbäfen unY