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Ueber die Ankunft und den Aufenthalt SeianMaje ät des Kaisers in Wernigerode entmehmxn mtr _den el- dungen des „W. T. B.“ Folgendes: Seine Majestät der Kaiser trafen mittels Sonderzugs gestern Abend 6 Uhr „mit kleinem Gefolge in Werni erode ein und wurden auf dem festlich ges mücktcn Bahnbo e von dem Fürsten OttoZu Stolberg- Wernigero e, dem Erbprinzen Christian Ernst und _em Prin en Hermann "empfangen. VomBahnhofe begaben Sich Semx Maje tät der Kaiser in Iagduniform, begleitet von dem_ Furstcn, zu Wagen durch die mit Fahnen und Tannengrun reich ge- schmückten und glänzend illuminirten Straßen _Yer Stadt nach dem Fürstlichen Schlosse, welche?- von benLalnchen Flammen prachtvoll'beteuchtet war. Die sich in deri _Htraßen drßngende Volksmenge bra te dem Kaiser enthusiastische Huld: ungen dar. Am Porta *des Schlosses wurden S_eine__ ajetät der Kaiser von der Fürstin und der Erbprrnzejtm _zu Stol- berg-Wernigerode begrüßt. Um 7 Uhr fand ein Diner stqtt, an welchem auch der Prinz Heinrich ITU]; und der_ Prinz Weinrich 147111. Reuß jüngerer Linie i_mt_ Gcmahlm,_der =hef des Civilcabinets Seiner Majestat _des Kaisers 131: von Lucanus, der Graf zu Stolberg-Roßla uni) der Graf Görß: Schliß theilnahmen. Seine Maisstät fuhrten die Fürstin _zu StolberY:Wernigerode_ zur Tafel; links _von Seiner Ma1estät saß ie Erbprinzessm. Nach dem Dnier wurde in der Halle im engsten Cirkel _ der Thee e_m- genommcn. _ Zeute früh wurde Seiner Ma1estät dem_Ka1scr von der städtis en Musikgcsellsclzaft ein Hortxquartettstandchen dargebracht. Um 73/4 Uhr wurde das Frühstuck e1n_ enommen, und um 81/4 Uhr fand sodann bci prachtvolle_m _etter der Aufbruch zur Jagd statt. Zunächst wurden zwei freie Suchen im Hasseröder Saupark abgehalten.
Dcr VundeSratk) trat heute zu einer Plenarfißung u- sammen. Vorher waren die vereinigten Ausschüsse für Han el und Verkehr und für Rechnungswesen, dann die vereinigten Ausschüsse für das Secwcsen und für Rechnungswesen, die vereinigten Ausschüsse für Eisenbahnen, Post und Telegraphen und für Rechnungswesen, sowie die vereinigten Au§schuffc für Handel und Verkehr und für Eisenbahnen, Post und xelegraphen zur Berathung versammelt.
Dem Bundesrath ist der.*Entwurf eines GeseßeS, bc: treffcnd Abänderung der Gewerbeordnung, vorgelegt worden. Die Aenderungen" beziehen sich auf den Gewerbebetrieb im Umhcrziehcn.
Die im Kaiserlichen GesundbeitSamt gebildete C?xxlera-Commission hat am 14.d.M. folgende Beschlüsse ge aßt.“
1) In Anbetracht der Thatsache, daß im Hamburéer Hafen seit dcm 13. Oktober eine Erkrankung an Cho era nicht mehr vorgekommen ist, daß fernrr seit dem 23. Oktober nur noch drei vereitizelte Cholera : Er- krankuntien in der Stadt Hamburg sich_ ereignet haben, mit Rücksicht endlich auf die fortlaufende griundheitliche Ueber: wachung der im Hamburger „Hafen verkehrenden Schiffe er- scheint es zulässig, von Anwendung dcr Maßregeln gegen Her-
1888 in deutschen äfcn nunme r abzusehen; _
Aus gleichcn z“rim?"cgungcn ist es zuläsng, dic Herkunftc von Altona und Stettin in ähnlicher Weise zu behandeln.
2) In Anbetracht der Thatsache, daß auch während der diesjährigen Cholera:Epidcmie irgend wclche Frille von Ver: schlcppung der Scuche durch den Waarenverfehr im Jnlande nicht bekannt geworden sind, troßdcm in eine große Zahl von Ortschaften solche Srndrmgexi von Hamburg? aus gelangt sind, erscheint es nicht gerechtsertigt, im Aris ande Waarensendungen aus Hamburg _ (beziehungsweise aus Altona odcr Stettin) gesundhritlick) auf Grund der Choleragcfahr zu beanstanden, zumal _solche Sendungen bis zu ihrer Ankunft im ausländischZn Bestimmungsort erheb- lich längere Zeit nach dem Verlanen von Hamburg (bezw. Altona und Stettin) unterwegs gewesen sind, als die in in- ländiichen Orten cintreffchen Sendungen. __
Mit Rücksicht auf dcn Bsfchluß unter Nr. 1 Und die Nrgicrungen der Bundesstaaten von dem Reichskanzler ersucht worden, von einer gesundheitspolizeilichcn Controle__ der aus Hamburg, Altona und Stettin kommenden Secjchisrc fortan Abstand zu nehmen.
künfte von Hamdi??? auf Grund der Vereinbarung vom Jahre
Der Chef der Marincstation der Nordsee, Vicc-Admiral Valois hat nach Abftatturr persönlicher Meldungen Berlin wieder verlassen und sich na Wilhelmshaven begeben.
S. M. S. „Arcona“, Commandant Corvetten-Capitän Dräger, ist am 12. Nozyember in St. Vincent (Westindien) angekommen und bcabnchtigt, am 24. November nach St. Thomas (Westindien) in Sec zu gehen.
“Stettin, 15. November. Auf der Werft des „Vulcan“ ist heute Vormittag 111/2 Uhr_,_ wie „W. T. B.“ berichtet, der Aviso „(I“ vom Stapel gelaiicn worden. Die Tauf§_vollzog der Geheime Admiralitäts-Nath Dietrich. Das Schi" erhielt den Namen „Komet“.
Altona, 14. November. Gestern find h_ier der Vor- sißende und der Schriftführer der hiesigen Zahlstelle des Ver- bandes der Schneider Deuts lands, sowie ein Schuhmacher verhaftet worden. Sie jte en den „Hamb. Nachr.“ zufolge im Verdacht, anarchistische Flugblätter verbreitet zu haben.
Sachsen. Dresden, 14. November. Seine Majestät der König Lt, wie das „Dr. J.“ meldet, am Sonnabend Abend von "önigSwusterhausen bezw. von Berlin hier wieder eingetroffen. Seine Königliche Hoheit der Prinz Georg war bereits am Sonnabend Morgen hierher zurückgekehrt.
Lippe.
Detmold, 14. November. Der Landtag ist auf dcn 5. Dezember einberufen worden.
“H [» 149! ber D; Erst'Bür “ftrrfür am urg, . ovem . r e germet
das Jahr 1892 131“. Carl Petersen ist heute Ahend nach kurzer Krankheit gestorben. Er war am 6. uli 1809 zu Hamburg geboren und gehörte seit seiner am 7. ebruar 1855 erfolgten Wahl dem dortigen Senat an, dessen nicht nur nach den LebenSxahren, sondern auch nach der Amtsdauer altestcs Mitglied er gewesen ist. Bürgermeister von ,Hamburg war Dr. Petersen m den Jahren 1876, 1877, 1879, 1880, 1882, 1883, 1885, 1886, 1888, 1889, 1891 und 1892.
Oesterreith-Ungarn.
Der König von Rumänien urid der Prinz Ferdi: nand sind heute früh 63/4 Uhr in Wien eingetroffen. Te: Kaiser hatte sich in Be„leitung dcr Erzherzogs Karl Ludwig, Wilhelm und ainer n_a_ch_dem Bahnhofs be- geben, um die hohen Gäste _perwnlich zu empfangen. Ebendaselbst waren der rumäni1che Gesandte _Gbifa und das Personal der Gesandtschaft zum Empfange an- wesend. Die gegenseitige Begrußung dcr hohen_Herrschaften trug einen äußerst herzlichen Charakter. Der Kaiser, der zu der MarschaÜH-Uniform das Großkreuz des _rumäznsxhen KronenOrdens truq, und Konig Karl, der osterrerchqche Uniform und das Großkreuz des St. Stcphan-Ordens__an- gclc_t hatte, umarmten und küßten einander hcr*l_ichst. Konig Kar? küßte auch den Erzherzog Karl Ludwig. icht weniger herzlich wurden der rumänische Thronfolger diirch den Kaiser und die anderen Erzherzogs durch der_i Konig begrüßt. Der Kaiser und der König begaben nch als- dann, begleitet von dem Prinzen Ferdinand von Rumänien, zu Wagen nach der Kaiserlichen Hofburg. Jm L_aufe des Vormittags machten dort der Ministcr dcs Aeußern Graf Kiilnokr), die obersten Hofrhargen, drr (Heneral-Lieutenant Freiherr von Vezecnt), die General-Ndjutantcn des Kaisers und die Garde-Capitäne drn rumänischen Herrschaften ihre Aufwartung. _ _ _
Dcr Großfürst-_Thronfolgcr von Rußland ist, wie „W. T. B.“ meldet, ngtern Nachmrttag in Podwoloczyska, der russischen ernzstation dcr Galizischen Eisenbahn, cin- getroffen. Ein ofncicllcr Empfang fand nicht statt.
Dem „Magyar Ujsag“ zufolge bestätigt es sich, daß Graf Ludwi, TiSza definitiv zu::r Minister am Kaiserlichen und Königlich Hofe aueZerschen ijt. Die übrigen Minister _be- halten ihre Portefeuilles bei. Du?- frei gewordene Portrfeurlle des Innern soll spätestens heute heseßt werdcn, womit jobann das gcsammte Cabinet wieder vollständig wärr.
Großbritannien und Irland.
Die Königin wird nach der „A. C.“ am DonnerHtag von Balmoral abreiscn und am Freitag inWindsor eintreffen.
Von den zu Zuchthaußstrafe vcrnrthciltcn irischen Vcr- brcchern ist der im Jahre 1880 wxgen Erschikßens cines Landagcnten zu 20 Jahren Zuchthaus vcrurthciltc William Nangle dieser Tage begnadigt worden. Er war infolge schleckYen Gesundheitßznstandés seit 15 Wochen im Hospital. Dic ehörden machten seine Freilassung von der Bedingung abhängig, daß er sich sofort nach Amerika bcgch, wo teine Mutter imd seine anderen Freunde leben.
Frankreich.
Die Tcputirtcnkammer seßte gestern, wis „W. T. B.“ brrichtct, die Berathimg des (Hrseßentwurfs iiber die Reform der Gctränkcstencr fort. Nachdrm mehrere Redncr sich über die Frage gränßert hatten, wurde mit 367 gegen 158 Stimmen beschlossen, in dir Bcrathung drr einzelnen Artikel des Antrags Turrcl einzutreten, welchrr vorschlägt, die aus der Aufhebun der staatlichrn Steiiern auf Wein, Vier und Ap clwcin cntstrhcndrn Einnahme: ausfälle durch eine Alkohol : Zuschlagsteucr zu decken. Der Abg. Ratier beantragte, die von Turrcl vorgeschlagene Aufhebung des Privilegs der Rohbranntweinbrcnncr durch eine Börsenstcucr zu crscßcn. Tiefer von dem Finanz=Ministcr Rouvier bekämpfte Antrag wurde mit 339 gegen 196 Stimmen abgelehnt, der Antrag Turrel auf Aufhebung des Privilegs dcr Nohbranntwrinbrenncr hingcgcn mit 318 gsgen 211 Stimmen angenommen.
In den Wandclgäugen der Kammrr beschäftigte man sich gestern eifrig mit der angekündigten Bcrathung des Prof;- Zeseßes und der Pa11atxrakanal:9lngclegenhcit. Die Stellung eines Antrags auf Einlcitung cincr parlamentarischcn Enquéte wegen der Panamakanal-Angelcgenhcit scheint in Aus: sicht mommen zu sein.
* n Abgeordnctcnkreistn wollte man ferner wiséen, dcr Deputirte Tclonclc werde mit Riicksicht auf die urzc bis
um Jahresschluß verbleibende Zeit beantragen, fiir den nfang des Jahres) 1893 zwei oder drei provisorische Zwölftcl zu bewilligen und jodann dcn Voranschlag fiir die Fina:;z: ]cth 1893 und 1894 in einem einzigen Budget zu berathcn.
Ter „Matin“ meldet, wenn schon unter Vorbehalt, der Poli.ci-Präfectur sei die Nachricht zugegangen, daß die Absicht besthe, gewisse StcllcnvermittelungeZ-Bureaux mit Dynamit in die Luft zu sprengen.
Der Municipalratk) von Paris hat eine Resolution beschlossen, worin_gcgen dcn Yersuch_ der Reaction, aus dem leßten Dyxiamitan1chlage für 11ch Kapital zu schlagen, protestirt, die Unterstellung der Polizei unter die. Gemeinde verlangt und das - arlament aufgefordert wird, die Versammlung?- und _Preßsreihcit zu vertheidiZen. Für dir Wittwen und Wai1endcr Opfer der Explonon wurden jährliche Unter: stüßungen bewilligt.
Eine den Zeitungen aus chieryngskrcisen zu„egan ene Mittheilung besagt, daß die demnächst mit Handels amp ern nach Dahomei) abgehendexi 1000 Mann Truppen nicht zur Ablösung, sondern zur Verstärkung der europäischen Truppen bestimmt seien. Wie es heißt, wäre der Beschluß des Marine»- Ministers, dicse Verstärkungen abzusenden, durch eine Depesche des GcneraleZ Dodds veranlaßt worden, wonach die Daho- meyer sich vor Abomey in einer festen, mit Geschüßcn armirten Stellung concentrirten.
Mrldungcn aus Tripolis zufolge dürfte der Major Monteuil, der eine Forschungsreise vom Senegal über das Tschadgebict nacb Tripolis unternommen hat, zu Anfang des Monats T-c'zembcr daselbst eintreffen.
Italien.
Unter Berücksichtigung des Ergrbniffxs der gestrigen Stick): wahlcn zählt das neue Parlament _emem Tclcgramm der „Magd. Ztg.“ aus Rom zuwlge 320 Liberale, 40 ministrrielle
Radicale, 100 Conservative, 15 Anhänger Nicotera's, 10 Ns publikaner, 3 Socialdemokcaten und_ 20 Abgeordnete von unbestimmter Parteistellung. Die Negrerung verfügt also mit 360 Stimmen über eine reichliche Zweidrittelmehrheit. .
Spanien. .
Zn Madrider politischen Kreisen n_)ird dem „W. T. B.“ zufolge von dem Besuch des portugiesischen Herrscher- paares am spanischen Hofe ein für beide Länder ünstiges Ergebnis; erwartet. Der König und die Köni, in von ortugal werden am Donnerstag von Madrid abrei?en; vor er ;_md ihnen zu Ehren noch mehrere Festlichkeiten in us icht
genommen. Schwäck _
Dcr Zwischenfall Bernoud hat durch die in Nr. 269 d. Bl. mitgetheilte Erklärung des Ministers Ribot an den schweizerischen Gesandten in Paris seine Erledigung nicht ge- funden. Die Schweiz verlangt Aufklärung darüber, wie der Minister Viette dazu gekommen ei, eine Angelegenheit, die sich auf schweizer Boden abgespielt abe und die S weiz allein angebe, zum Vorwand seines Einschreitens _zu ne men. Der Vunde'Srath wird sich dem „Band“ zufo ge zu weiterem Maßnahmen veranlaßt sehen.
Luxemburg.
Der Staatshaushalts:Entwurf für 1893 schließt, wie die „Köln. Ztg.“ erfährt, in den Einnahmen mit 9547400 Fr., in den AueZgaben mit 8207 021 Fr. ab. _ Die stärkste Einnahme bildet der mit 2500000 Fr. angesetzte Anthcil Luxemburgs an den ZollvereinSeinnaHmen. Die dirxctén Steuern sind auf 2313900 Fr. veranschlagt; unter dictcn nehmen deix Hauptrang die Grundsteuer mit965000 Fr. und die Mobiliarjteuer mit 820000 Fr. ein.
Belgien.
Der Senat hat gestern die als Antwort auf die Thron- rede u erlaffende Adres s e angenommen, Im Laufe der Berat ung nahm der Minister-Yräsicht Beernaert Vcr- anla11ung,zu erklären, daß die efestigungen von Ant- werpen verbessert werden müßten. .
Vorgestern hat in Brüssel die Jubelfeier der dorti en Universität stattgefunden. Der Minister dc Burlet, er den _Vorsiß führte, wurde nach dcr „Köln. Ztg.“ von den Socialisten nicht, wie angekündigt worden war, durch böse Rufe empfangen. Nur während der Minister unter der Säulenhalje der Universität eine Rede hielt, rief eine Stimme: „Es lebe das allgemeine Wahlrecht!“ worauf die MengcÄßoch- rufe auf den Minister ausbrachte. Die Rcctoren von onn Lille und Leydcn brachte'n, ]eder in seiner Sprache, die Glückx wünsche ihrer Universitäten dar.
In Löwen fand gestern Abend ein von Socialisten ein- berufenes und zahlreich besuchtes Mertin zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts statt. Na dem Schluß kam es zu Unordnungen, indem die Theilnehmer an der Versamm- lung sich auf der Straße zusammenrotteten und dann unter dem Absingen der Marscillaise und mit Hochrufen auf das i_illgcmeine Stimmrecht die Straßen durchzogen. Die 5l_éolizei 1chritt wiederholt ein und trirb dic Ruhestörer auseinan er,
Parlamentarische Nachriäxteu.
Im 1. Wiesbadener Landtags : Wahlbezirk (Kreis Biedenkopf) ist an Stelle des LandgerichtERathS Vork, der sein Mandat niedergelegt hat, der _Amt-ZJerichts: Nati) Seybert in Siegen (national:!iberal) einjtimmrg, mit 126 Stimmen, “um Mitglicde des Hauses der Abge- ordneten gctvä [t worden.
_ Jm 9.WiesbadenerLandtagY-Wahlbezirk (Stadt Wirsbaden und UntertaunueZ-Kreis) irt an Stelle des Land- gerichtsMriths Wissm_ann, der sein Mandat niedergelegt hat, Schenk (druisch-freinnnig) mit 208 Stimmen zum Mitglieds drs Hauses der Abgeordneten gxmählt worden; von Rrichcnau (nationablibcral) erhielt 88 Stimmen.
_Nr. 45_ der ,Vcröffentlichun__gen des Kaiserlichkn Gelundh e_ttSamtsF Vom 9. Novem er hat folgenden Inhalt: Gssundbettsttand. Mittheilungen über Volkskrankheiten, insbesondere Cholera. _ Sterbefälle in deutschen Städten mit 40000 und mehr Einwohnern, _ DeSgl. in größeren Städten des Auslandes. _ (Zrkrankungen in Brrliner Krankenhäusern. _ DeIgl. in deutschen Städt- und Landlczirkcn. _ Witterung. _ Maßregeln ge en (Tbolrra :c, _ Erkrankungen und Sterbefälle in der preußis en Armee U., 1. Halbjahr. _ Aus dem statistischen Jahrbuchs von Wtrn _1890. _ _Erkrankungcn I;. im italienischen Heere 1890. _- erfrctxonskrankhciten in Italien 1891. _Mittbeilungen aus Britisch- Oitmdirn 1890 und1891. __ Gesundheitsstand in der Capcolonie" 1891._ _ (Heseßgrbuya u. 1. w. (Preußen). Apotheken-Revifionen. _ Eiskczlte Mißeralwaffer. _ (Reg-Vez. Hilrrsbeim.) Unterkunfts- raqme fur Arbeiter :c.-_-(Reg.-Bez. Minden.) ebammen._Melde- r_f11cht der IIZrYzinalprr1onrn. _ (Reg.-Bkz. ' maringen). cilr, (chcxm- un_d Schwindclmittcl. _ (Mecklenbur JSchwr-rm.) Vaul- nn_d Klaiienxeuche. _ (Brau_n1chwcig.) Zeichens 1uberichte._ (Lippe.) ?cthn/sxtcrltchkriten. _ (Oeitcrreich.)„Tabackfabriksarbeiter. _ Lungkn- 1811 c-Zperrgcbzrtq. __ (Schweiz. “St. Gallen.) Schulgesundbrits- pflege. _ Großbritannien und Irland.) Lungenseucbe und Maul- Wr Klauenteuche. __ Tbierseucben. Maul- und Klauenseuche in Schwéden. __ Thierseuchen in Italien vom 3. April bis 2. Juni. _ Drögl. m Norwegen, 1. Viertel'abr. _ Veterinärpolizeilicbe Maß- rcarln. _ (Berlin, Danemark.) _ "ermischtrs. (Preußen. Berlin.) Mit Eis rkühlte NahrungSmittel und Getränk& _ (Baden.) Gc- su_ndb_eitsvs 296 _1890. _ (Niederlande.) Sterblichkeit 1891. _ (Cochin- china.) Schutzimpfungen bei Tollwutb.
Entscheidungen des Reichsgerichts.
__ Die Y_cleidigung einer der Kreissynoden in den acht alterexi Provinzen Preußens in chug__aus ihren Beruf ist nach einem UrtH-ktl drs Reiclysgcrichts, 17. Stramenats, vom 5. Juli 1892, auf den Strafantrag dcs zuständigcn C ons istoriums zu verfolgen.
_ _ Die daturch in nichtöffentlicher Sitzung erfolgte Bildung dér Gcscbworenrnbank, daß drr Gerichtsdiener aus Versehen unterlasctx Hatte, dte_ vsrschlosen gewesene Thür zum Zus auerranm aUszzrjchlteßcn, bewirkt, nach einem Urtbeil des Reichs-
rri ts, 11. Straneyats,_vmn 8. Juli_1892, die Aufhebung des Cchwurgertchts-Yrtbeils, jelkst wenn wahrend dieser Zeit niemand versucht batte einzutreten, und noch vor dem Eintritt in- die Verband- lung die Thür geöffnet werden war. .
M und BMW|- Jn dem in Nr. 269 d. Bl. veröffentlichten Bericht über die
"Sammlungen des Köni lieben Museums für Naturkunde und
die Elfchenk eber, die fi um sie verdient gemacht haben, werden der Paetel'sckßen Conchyliensammlurxa infolge eines Ver- sebens 1_1ur 2000 Arten zugeschrieben; fie enthalt, wie uns mitgetheilt wird, vielmehr 20000 Arten.
In der Sitzung der Gesellschaft der Cbarité-ärzte am 10. d. M. _brelt der Stabsarzt Or. Korsch vom Grenadin- Regimenf-12_m Frankfurt_a. O., z. Zt. Assistent an der von Barde- leben'schen (bnurgtschen Untverfitatsklinik der Charité, einen auch für Laicnkreise interessanten, von den _anwesmden Fachgenoffen beifäUig aufgenommenen Vortrag über die Bebandlung der Wein- bruche durch_sog. ambrtlatorischs Verbände. Diese Methode ist an undqsür _sich _nicht neu, da die riorität dem Bau- dagisten Hesnng in _Goggmgen gebührt, wel außer seinen be- quemen _und auSgeze:ch_net_w1rkenden Bandagen für Verkrümmungen und Gelabmte _schon sxit langerer Zeit dadurch einen Weltruf erlan bat, da_ß e_r Bembrüchtge bezxv. Kranke, bei denen fich an der Bra - stelle em falsches Gelenk ßebtldet hatte, mit Apparaten versieht, mit denen sie bequem umher e _en können. Die erstellung der Hessina'schen Apparate erfordert jedo eme mrhrwöcbige nwesenbeit in Göggin Ln, und fie find jo tbeyer, Haß fich nur ri-iche Leute eincr derartigen ?- bandlung zu unterziehen_1n drr Lage find. Stabsarzt 131". Korsch hat nun _erprobt und bewrrsen, wie man durch viel einfachere Mittel, lediglich diirch Anwendung des Gipsverbandes, dcn Krankcn nut Unterkchenkeb und Knöckyelbrüchen die Wohlthat dcs Umbergebens gewähren kann. Er hat daS Vcrxahrcn jztzt auch auf Knochenbrüche mit glricbzeitigcr Verletzun der den Knochen bedxckenden Weichtbeile, sowie auf Obericben elbrüche auSgedebnt, ber letzteren unter Anrvendung einer Schierze, die Von jedkm Schlosser aus Telcgrapbendrabt und Bandeisen Hergrstellt und auch aus solchem Draht und drm Bleek) Liner 'Conservenbüchse leicht improri irt werdcn kann. _ Bei der dem Vortrage folgenden längeren Demon tration sab man unter anderen einc'n ;Yatienten, der vor vier Wochen eine Zcrfchmrttcrung des Unte'rsckxenke s mit starker Blutung und Quetschung der Wrichtbeile erlitten hatte; in mehreren Splittern war eine 2 Km dicke Knochenxcheibe aus dem ganzen Umfange drs Schienbeins entfernt wordkn. Der Mar-n hat nur 6 Tage zu Bette lie en brauchen; er geht seitdcm im Verbande umher. __ Em andrrer „atte vor 3 Wochen durch Ucberfakkren _folgsnde !chwcre Verletzungen erlitten, die alle dcr r€cht€n Körperbälfte an- gehörten: einen durck) cine großr Weichtbsilwunde und Svlitte- rung complicirten Bruch des Untsrschenkelé, einen Bruch des Oberschenkels im obrrén Drittel und einsn solchen dcs Oberarm-Z. Der Kranke konnte nach 7 Tagen das Bett verlassen und betrat den SitzungIsaal, inch: cr sick) nur auf einen Stock stützte. _ „Auch ein zcbnjäbriges Madckycn, das nach nsuntägiger Bestlage bei einem Oberschenkelbruch im oberen Drittel erst am Tage vorher ten Verband crhaltcn batte, ging munter an _ cincm Stocke. _ Das neue Verfahren wird rrrauéfichtlicky tür die Kriegßchirurgie von Brdeutung werden, indem dir Verwundeten init (Hervebrschufzzertrümmerung der untrrcn Gliedmaßsn nach wrnigrn Tagrn obue complicirte Lagrrungsvorricßtung evacuirt werden können. Aber auch im Frieden bieten die ambulatorischen Vcrbäxire den Eminentcn Vortheil, daß die Kraxxkkn sehr bald wiedrr gcxchäftlich tbätig sein können und das; _intolgc drr durch das Umlxrrgrbrn befördertrn Blutcirkulaticn Stristrerden drr Gclknkr, Muskelicbwund und andere nachtheilige Folgen vrrmiedrn ode'r roch wesentlich ver- mindert wrrtcn.
_ An die Vannerweibr des Verein§ für deutsches Kunstgewerbe, die am_ letzten Sonnabäid in den Germania- Festsäle'n stattfand (s. d gestrige Nummer de:? Blattes), schlrß sich ein Festmahl, über desen Verlauf uns nachträglich noch Folgrndes be- richtet wird: DWZ Mahl dcrrinigte übst 600 Damen Und Herren. Der Minister für Hanrcl und Gcwerbc Freilzerr Von Berlevsch, der als Ehrengast an drm Maßle tleilnabm, feierte in markigen Wortkn dkn Versin als rüstigcn Hütrr und Pflcgrr unscrré Kunst- ewerch und_ brachte_ einrn Toast auf die immer weitere ' uÖdebnung_ 1eincr Beitrkbungen aus. Der Schriftführer Herr Dr. P. Jejicn kankte namens des Vorstandes den Ehrengästen als
atbkn ch jungen Banners. Naturns der Jnnunqen dankte Herr Kemmert, Obermeister der Schloffer-Jm1ung; YOU Baumristsr Jaffé- teiertr die Damen,_ Herr Geheimer Hofrath chröcr ric mitwirken- dexi Künstler, insbeiondere den Erfindungsrriclirn Lkiter [“e-F Festsriels, Btlkbuurr (Chr. Lehr d. I. Der Sckzatzmcister Hrn L. P. Mitter- dortrr wünschte dem Vereine neuen Zuivacbs. & __ Dic Frier, welche die Start Marbach und dcr dorti e Schillerrcrein alljährlich an dem Geburtstage des großrn Di : tc'rs brgelxcn. hat silk), mie dcr „Schwäb. Mcrkur“ bcrichtcr, in diescm Jabra zu einer bcsondcrs bedsutungérollrn Und crlxcbkndrn gestaltet. Vor den; Beginn _der Frier im Schülerlauf? tagtr einc Vom Stadt- schultlsexicßcnrls Vorfißrndrn des Schillrrkcr8ins einbcrufenc außer- ordentlt _? (Hauptrersammlung; In diesrr konnte die Ykittbi'ilung gemarlrt Werdcn,_ daß drr Stadt Marbach für den Schillervrrein und für da:? Schillerbaus zur Authewalzran und Ausstellung in letzteer rin höchst ansehnlicher Schatz, als “tiftung übergeben wordczi set, brstebknd in Briefen, Documenten und Re- liqu1_er_1, Welche sämmtlich theils von dem Dichter selbst, tlirils von Aygek'origcn sei_n_er Familie oder von Psrsonen herrühren, die zu dem Dichter oder rernxr nächstem Familie in Beziehung gestanden laben. Yash langkn und1chwierigcn icrbandlungrn ist es gclungcn, dikse Sammlrxrig zu _Lrwerbkn, Die Reliquien dieses Nachlasses aus der Fall_lille Schrlier'é, iin ganzrn 41 Stück, darunter 9 Stück yon dem_Dtchter frlbstherrübrerxd, find zum tbeil schon durch frühere Ausstrllungrn [m_“Schillerhauve bkkannr. _ Die Schriftstücke Weisen YZ Numnxrrii aut. Dazu hat Fräulein Krieger, die: Großenkelin der Lchxvestcr “S:“chillrris, no die Uhr überwiesen, die zur Zeit der Geburt S :Uer's iich in dem immer, in dem er gcborcn wurde, befand. DYE eimkr Rail) Ztäblein Stuttgartstiftete fernerdir gesammte Cürasfier- Ystrmg, in welchcr S ille'r*s Enkel, Freiherr F. von Schiller, im Schillerbaus zu Mariza _in Lebensgrö"? abgebildrt ist, Ort Schiller- verein hat alsbald beschlonsn, einen aum hrrstellen zu lassen, wo zur_Nachtzeit die schriftlichen Documente in durchaus feuerficlzerkr Werse aufbewahrt werden können. Abgesehen von dem gewöhnli cn In- dentar, besteht jryt die Samuxlung im Schillerhaus aus 64 Num- mern und kann dank drr Stiftungen aus" den letzten Jahren und Tagen als eine bedeutende und höchst werthvolle brzerchnet werden.
_ In Coburg i“t, wie die „Cob. Ztg.“ meldet, am 11. No- yember der Maler rofeffor Gotthold Brückner nack) Jahre langem Leiden gestorben. Er ist sonack) seinem vor wenigen Monaten dabmgeschiedenen Vater, dem berühmten Hof-Theatermaler, bald in den Tod gefolgt. Gotthold Brückner, der jüngere von den beiden Brüdern, welche die wohlbekannte Tbeatcr- Decorations - Firma Wetterführten, hat nur ein Alter von 48 Jahren erreicht. Seine be- _deutendften Leistungen find die Decrrationen für das Vühnenfestspielhaus in Bayreuth.
Land: und Forstwirthsthaft.
Königlich preußisches Landes-Oekonomiccollcgium.
_Jm brandenburgischen Provinzial-Ständebause br annen beute V9:- mtttag die Verhandlungen des Königlich preußischen *. nies-Oeernomte- (olle tums. Die Mitglieder batten sich_ziemlich zahlreich emgxsunden. NY vor Beginn der Verhandlung er1chien der Minister sur Land- kvtrt schaft :e. von Heyden. ,
Der _[tellvertretende Vorsitzende, Landes-Director Freibcrr an qumer tein ( nnover), eröffnete die SiYng mrt der _Mtt- theilun , daß der rste Vorsitzende des Landes - ekonounecolle_1ums, Upter-Otaatssecretär Dr. von Marcard, krankheitsbalber ver mdcrt sU- an der diesjährigen Verhandlung theilzunebmen. Der Vorsitzende gedachte alsdann des Ablebens des Landes-Oekonomie-Raths Kiepert
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en Gegenstarxd der ngeSordnuug bildeten: „Die Ur- sa_chen der Subhajtatronen_landli§er Grundstücke.“ Der Dirixctor des Köm lichen Stattftisäöen uréaus, Geheime Ober- RegierungS-Ratb lenck (Berlin) führte aus, daß infolge des ZwangÖ-Yerste'tgerun s-Gxseßes vrn 1883_die Subhastationen ländlicher chndstucke six!) we entlud vermindert hatten. Im übrigen bezeichnete drr Redner die bisherige Statistik über die Subhastationen länd- licher Grundstücke_ als__mmderwertl_)i und bemerkte, daß diese Stattfttk der agitatortjcben. böswi igen Auslegung sebr will- koxnmene Anhaltsvunkte biete; Er beantrage, in Gemeinschaft mrt dem Geheimen Oher-Regterungs-Ratb Vr. Thiel (Berlin):, ,Das_ Landes-Oekonqmzxcollegium wolle beschließen: 1) Eine möglichst genaue_ statistqckye Erfaffun? der jährlich stattfinden- den Zwangsverstei _erungen _votwiegend and: und forstwirtbschaftlicb benu ter Grund cke _ getpndert nach den BefiTkategorien ist wün cbenéwrrtb. 2) Die bisher von dcn Kreisbcbör en ermittrlten Ursachen der_ _waixgxxverftet erun_gen geben kein richtiges Bild der wirklichen_wtrt ichastlichrn org_an e." „_ Der Correfcrent, Geheime ObN-RegrUMgH-Ratl) ])1'. This _crklartc: Er könne dem Vor- redner nur beipflichten. _Dre gcrmge Zahl der Subhastationeu sci eber _ ein Bcwch für den NiederganZ als für das Flortrcn d_er Landwirtbéchafr Ju schlccbten Zeiten würden im allgemeinen _dte Subbaitationen von den Gläubigsrn nicht beantragt, weil diese bksz'trchten, alI-dann mit ißren Fordkrungcn voll- ständig aquusallen. Crit [renn dic landwirtbschaftlichen Verhältnisse fich wieder zu befferq be anncn, nähmen rrfabrung-Zmäßig die Sub- bastationen zu. Chemo abe ('H den_ Anichein, als ob ssit den letzten 20 Jahren die __ Landwirtbichaft allmählich von dem mobilen Kapital _Crprovrtirt rrerde, Als Ursache der schl€cbten Lage der ?gndwirtbtxhafx werde in drr Statistik eigenss Vkrschulden, unzweckmaytge Berrtrtlixcbczttung u. 7. w. angegeben, ohne zu berück- fichtigrn, dag_ die klimatitchenrnd Wittcryngsverbältniffe, dic Zoll- und Steurrgexxengebung sür_ die,Landwirtl)1chaft von einschnsidcndftrr Badeutung seien. Die Landratk); seien gar nicht in der Lage, gsnau dis Ursachen der Subbastationen test_zustrllen, wril gar zu viele Dinge an den einzelnxn Zwangsversteigcrnngrn Jchuld hätten. Eine Statistik der wan s- vcrsteigerungen, in der die Ursachen angegeben werden, mü1e da rr notbwrndigcrwcise ein _falschcs Bild _geben. _ Die weiterrn Redner pflichteten im _allgememen ten therenten bci. Auf Antrag des Gencral-Sexretars Stöckcl (Insterburg) wurde der Antra der Referenten 1chlixßlich rinstixnmig an m_ommcn, jedoch mit der * at“;- gabe, daß es_ beige: 1) „Eine mög ich1t___?enau§ statistische Erfaffung der 1) jahrlich angemkldktrn, 2) der im ich itattfindrnrrn Zwangé- versteigerungen' u. s. w. .
Ernte.
Jm Regierungsbézirk Magdeburg ist Dir“ Wcizrnernte, wie von dort Mitte Oktober gcmeldrr wurde, in drn meisten K'reisrn 81112 mittlere. Nur diejenigrn Zelter, welcbe mit zu dünnrm Bestand aus dem Wliilkr grkrmmkn Und, lieferten ungsnügendc Erträgen Der Roggsn ligt dagrgen Überqll in "Stroh und Korn eine gute Ernte gegebrn. Dl? (358th war sait ohne Ausnahme gut be- standen und Voll im Korn, wabrcni drr Hafer durch die Dürre im August gelittkn bat. Von drn Yülsenfrüchten Haben die Erbsen einen gutrn, die Bohnm ragegcn einen grringen Ertrag qrgrben. “_Sämmtliclye Halinsrüchte find bei dem tryckcnen Wetter zur Erntkzcit tehr gut_eingebracht wordc'n. Von _dcn Yackfrü ten 'qcbcn die Kar- toffeln,1oweit fich rics zur Zeit 1chon übrrse en läßt, eine_ volle Mittrlrrntr, mit Au-Znakyme einiger ngrndcn, in dcnrn die Knollén durcb Madenfraf; gelitten haben. _ _
Jm Reg-Bez Arnsberg lie,?ertezi Roggen und Wsizen im Durchschnitt einc gute Mittelrrnte. Hasrr und (Hrrste Haben infolge der Trockenheit nur eine !chwacbe Mittelstufe er chen. Die Kartoffel- ernte ist nach Menge und Güte einc rorzüqli c. Selbst das guts Kartofféljabr 1889 brachtr krinen so r€ichcn Ertrag.
(Marienfeldex, war die Mit [' d ' des B '! "ds und der H auf s lä g 'ÉÉZoM ZUM" " U
Stand der Saaten.
Jm Regierungßbrzirk F rankfurt “ist dir Herbstbestsllung, wie Von dort Zemeldet wird, untrr günstigen Verhältnissen vor sich gc- ngen;_ tie_zktgt xaber_ mich bis jxßt übrral] erfreulichr Resultate.
"iL Wmtrrxaatsn Und urwg gswachxcn und kräftig brstockt.
Gesundheitswesen, Thierkraukheiten und Absperruugs- Maßregeln. *
Cholera.
Pc_st, 14 Nrrembcr. Von gestern Abcnd 6Uk3r bis hcuteIlrend 6 libr trnd hier elt Cholera-Erkrankungcn nnd zwei Todrsfälle ror- gekommrn.
Rotterdam, 14. Norember. Hier ist bcutr cin Cholc'ra- TodeSsall constatirt wordc'n.
Amsterdam, 15. November. Nach dem vom Minister des Innern Veröffentlichten Wochenbericht beträgt dir Zahl drr in Holland in letzter Woche an der Cholera Grstrrbrncn “22; karo" entfallen die mristrn aus die südlichen Provinzen.
Türkri.
Dir türkischr Sanitätsverwaltung hat untcr dem 22. Oktober 1892
die nachfolgenden Quarantänr-Bcstimmungrn getroffen: Artike'l ]. _
Schiffe, welche aus „19911 Cholera verjeuchten' Häfcn nach einem .chc)_lcrasr8i€n" frcmdkn Hasrn gegangen find, dort ibre sämmtlichen Pamagicre qclankrt und die Ladung vollständig grlöscbt und Von dort eine neue Reisrlcgonnen babrn„_wcrdcn in den türkischen Gewäffrrn nach den für diejen leßtc'n-Herkunxtsort in Kraft stehenden Vorschriften behandelt, unterlikgkn jedoch vor der Zulaffung zum freien Verkehr stets eincr strcngrn ärztlichen Visite.
_ Artikel 11.
Die Zeit der in emxm cholkrafreien fremden Hafen absolvirten
Quarantäne wird aus die in einem türkischen Hafen abzuhaltende an-
gerechnrt. _ _ Artikel 111.
Schiffs, welche aus emrm Hafenkommen, desen Herkünfte der Qu_arantanc unterlicgen, und welche m einern cholerafreien fremden
sen freie _Xraktik erlangt haben, ohne indcnen alle Passagiere ge- barßdet llt“? : re ganze Ladung gclöscht zu haben, Werden, wie folgt,
6 ande :
_9. Schiffe au_s Häfen,_ deren Herkünftg in der Türkei eincr sünstagigen ngrantane i_mterltegen, werden, sofern sie bei der Ankunft m_ einem türkischen, mrt cinetzi Sanitätsbeamten versehenen Hafen sert dem Verlasen des quqrantanepflichtigmi fens bereits 15 Tage unterwegßgewexen sind, einer strengrn ärzti en Visite unterzogen. Werden die Ge ' Praktik gegeben. _ _
13._ Schiffe aus Häfen, dercn Herkünfte in der Türkei Liner zebnta igen Quarantäne unterlicgcn, müssen fich nach einem Lazareth- hafen egeben und dort bis zum Ablaizf von 20 Tagen seit dem Ver- laffen des verseuchten fens Quargntqne haltxn.
Bei_günstigen Ge undbeitsverhaltmssen wird hierauf das S iff zum freien Verkehre zugelassegi, _nachdem die Kleidungsstücke er Papaérere sowie ansteckungsverdachttge Waaren zuvor mit tbunlicher BechJ "(YFM desinficirt“_n_)ord?_n_.c____ H" [che Abl _
. : eaus quaran anep 1 cn atxn, wi? wr an von 15 bezw. 20 Ta en in einem türkisZc-n HaFen emtreffen, Haben die übri bleibende rist in einem mit Samtatsbeamten oder Lazaretb versxhrnen Hafen nach Maßgabe der auf sie anwendbaren Be- stimmungen und der vorstehenden Vorschriften nachzuholen.
_ _ Artikel 17. _ __
Die in einem türkischen Hafen eintreffenden Schiffssuhrer haben den Gesyndbeitsbebörden jede gewünschte Auskunft uber _1hre Reise und die m_t Laufe derselben berührten Ort_c zu geben. Benn Man el VM Beweisstücken, insbesondere von Schiffspaptcren, welche auf ie
undheitsverbältniffe als gute be nden, so wird freie
*-
Reise Be haben, sind sie zu einer schrift und örig voll-
zogenext «mdyng vxrpflichtet. _Verweigem Ric ung dieser“
Zormlicbkeiten, _o wxrd ihr Schiff als verdächtig angesehen und m uarantane ges tckt.
Artikel 7.
Die vorstehenden Vorschriften finden auf Schiffe, die aus dem Rothxn Mxer __oder aus hem außersten Osten kommen oder welche Spectalvor1christen unterliegen, kenze Anwendung.
_ __Rumanien.
Nachdem der_ rumanttche Gesundheitsratb die gegen deutsche Waaren _aus Anlaß der Cboleragefabr verfügten Ein- und Durchfuhr- verbote für _dxn Landvrrkehr bereits aufgehoben hat und zwar, 'mrt- der alleinigen Beschranung, dax; der Transit durcb Oesterreich Ungarn direct und m plombirten Wagen erfolgen muÉ _ ver [. „Reichs-Anzeiger' Nr._ 270 vom 14. November 1892 _ i Y_mme r zufolge_ w_ett_erer Verfügungjener Behörde auch für den "Seeverkehr die freie Zulaiung deutscher Prorenienzen angeordnet nzorden. Lie betreFenden S iffr Haben lediglich AxxxNachweis zu f_1_ck_ren, dcn; sie aus der Reife keinen verseuchten Öäfrii angelaufen „a en.
Egvvten. _ __Dic *: en Herkünfte aus Marseille verfügte, einschließlich der Reixezeit ic cntägige Quarantänx _ vergl. ,R-A“ Nr. 256 vom 28. Oktrbrr 1892 __ ist auf fünf Tage hcxabgric t wvrden. _ _ _Vor d.? Zulanung de_r Schiffc zum rreicn - erke'br findet SMS arztliche Vlitlk und Deswtcction dcr schmutzigen Wäxche statt.
Theater und Mnfii.
Friedrich:Wilbelmstädtiscbes Theater.
_ Dcr 1'1._Abend res Offenbacb-Cyclus brachte gestern den „Orvbeus in 12le Höllc“. Diess Opsrette hat seiner eit wohl vor allen__anrerrn das größte: Juterrsic gefunden, weil die )rrfiflage FSL griechiyrhen (_HöttMvelt, die so ganz mit dcn überkommenen Auf- taitxmgen in Widkrtprucko grrätb, neu war; grrade dieser Gegensatz zwocbsn d€n_ griechischen Göttcrirralen und den Offchachiscben Carica- turgn batte !einen besonderen Rriz, "rst noch durch mufikalisch glückliche Ernndungrn, durch Mélorirn crböbt wurde, welcbe mebr als em Jabr- zelxnt lang alleé heherrtchtrn, was sich froher Laune und Au§gelaffen- beit biniugcben liebte. Wcr Veritänrnif; Hierfür hat, der wird auch Heu_t€_noch_nxi„Owb8uZ“_ seine Rerhmmg finden. Die Oprrette war vor- trsfflicl) _Ztiiitudrrt und Lehr gricbmackrvll au-ngstattet, bsffer als man 85 vor dreißig Jahren _erolxnt war Und rérlangte. Dir Träger der Hauptrollen _Herr StInrr cAristsu-Z-Pluto), HCK Bindrr (Jupitcr), Fraulein E. Schmit! (Jams), Fräulein Klit e (Eury- Yice), Herr erlkws (Hans Sirko, Hrrr Klein (Orpeus) und «Herr Bryda_(Mar_;_Z) betan'drn sich alls am" der HSH? ibrer Auf- gaben; ?_o tebr )18 den Scbwrrrunkt in krn rerben Hmnrr legtrn, _ 10 wurdcn doch tadrirch die künstlerischen Leistun- grn mcbt_ bleinträckytigt Jnébrsondch rerrisncn die gsiang- lichen Lrntungsn des Jräulrin Klu € sowie der Damrn Fräu- lrm Navarra (Venus), Fräulrin C ,cndcs (Diana) und Fräulein Hadek_(C_upt_d_o) Vollr Anerkennung. DSU größtcn Criclg batteHrrr _Wellhqs mrt 1xmem_„Prinzen von Arkadien“, cincr Figur, die des Er- folges 11111118! 11chcr 1ein kann, weil fir schon durch fick) !"?lbst komisch Wirkt. Dre Chöre waren Jill cinstudirt, und dir ganzr Darstrllrmg i_rgr von_1o_ flottem, einbeitlichcxm Gristr 'grtragcn, daß er al:“:bald teme ammrrenkc Wirkung aus 72:05- zalélrricl) anwesenrc Publikum ausübte.
_ Philharmonic).
__ Das dritte Omi Dr. Hans Richter aelcitete rbilharmo- ntlché Concert wurds gestrrn mit Weber's Ochrture zu .Errrrantbe“ cröffr:ct.- Jbr folgtr Ykozarks Klaricrconcrrt (])-111011), das_ von derzr hirr schnell beriilxmk gcwordrnen Pianisten Hrrrn Alfred Rerirnachr mit großer Klarheit und trchnifchkr Sichrr- herr ausgefiihrt wurre; nur erschic'n “das Trinro im Andantr zu lang- )am, wenigstens bis 3U_m Eintritt drs Mittelsaßrs in 641101]. L_iach_ deni Vortrag diryes Concrrts und zweier !klir schwierigen Klarirrsolircm Schubrrt-Liszt folgte lebhafter Beifall dcs irbr zahlreich ertchienenenéublikums. Wagnkr's Vorspiel zu „Parfital', drffcn_au§gez€1chn€te 9usführung durch dir Königlichr Kapelle noch i_illcn in _guter Crinnrrun -“ gkbliröcn sein wird, vcrfcbltr auch bier 161.118 _Wirkung nicht. (15 Orchcstrr spirltr außrrdrm nock) dm ZNrpbttto-Walzrr (Tanz in der Dorfscbrnkr) Von Liszt, Sine Erikorr aus _Lcnau's ._Faust“, i_ie mit srbr trrff'mdcn und glänzendm or_ch61tralcn Mittrln _ geychildcrt ist; dir ungezügrlts Frölxlickx- krtt rcr _ Madchen, m jubklnrcn Flötrn crklinge'nk, kontrastirt !clxr irirkyam zu 15611 wild anstärmrndcn Crntrabaßfigurrn der Männer; kazwmckxrn rrtönt _rurchwrg das xeizcnké, auf und nirdcr fick) [*c- rrcgende ngzermotw. Den STÖWY; dcr? Abends bildrte Schumanns tiere und stilvoll gebaltrne ])-111«)]]-S191nl*k72*nlc, die das Orcbrster gleich drr! andrrcn Wcrkrn in lrbxnéircrtbxstrr Wrisc zu Grl'ör brachir.
_ Tas_D€utsche Theater bringt, wie bereitsmitgetbeilt, morgen „DW Raubrr“ nk'u einsturirt zur Darstrlsung. Die "Besetzung ist folgrxirc: Carl Moor: Ernst Pittjckxau, Kranz: Josef Kainz, Amalia: Terciiiia Geßner, Dcr alte Moor; 5'kar Patcgg, Sri? elbrrg: Clauhius Merten, Schweizer: Karl Bender, Grimm: Adolf fcitirr, Schuxtcrlex Rudolf Senius. Rollcr: Otto Sommcrstrrff, Nazmann: Karl (Halfter, “Kosmskv: Fritz Herz, Iermann: Julius Wessels, Magistratsversrn: Fran; Guibert), Danic : Louis Kühn.
Jm Kroll*!_chcn Tbcatsr geht morgen als Novität mit Signora Bellincirm und Signor Stagno das zwriactige Melodrama ,.„4 Zanm 111013“ ron Täsch _in Scene. Dcr Componift ist aus Sicilien ringetroffcn, um teme Oper dem bissigen Publikum vorzuführen. _ _ . .
_ Die Vcrlincr Liedertqsrl (Cbormeistcr A. Zander) wird in :Irrm am Donncrstag unter Mitwirkung der Hofopernsängrrin Fräulein Ida Hicdlrr und W Pianisten Hrrrn Fritz Masback) in der Phil- harmonic stattfindrniden Coycrrt zehn Clwrlicdcr zum Vortrag bringen. _ T_as nach1tr_Pl)il_l*-.1rmonischc Concert findet am 28. erc:11bcr_1tatt. Dirigent ist Herr Raffa'él Ykaszkowski, Solist HerrRammnd vonZgr-Mühlen. Die unvvllendetr Symphonie in 11411011 ron _Srhulsert, dic k-(irrr-Sympbonie Von BEETHOVLU, io- wir die Tannhaujex-OuvMurc_ bZWen dyn orcbrstralcn Theil des Programms. Dcr K'artenverkaux itt bci Bote u, Bock bkreits eröffnet.
Manuigfaltiges.
_ Skins _Mazestat der Kaiser bat neun Hrlgolänker Ftschcrn, dic ber der großen Parade in Berlin im August disse?- «zabresingeqcn waren„ wre das _ ,Helg. Wochenbl.“ mittheilt, Aller- höchstseme Photographie in Cabmetformat in einem vergoldeten, mit Llpek Kronc verzierten Rahmen 3schenkt. - Dic Bilder wurden den “Tischkrn Montag. den 7. Noyem er, von dem lanrrätblichkn Hilfs- Z-eamtkn, Regxeryngs-Affeffor von Eisrnbart-Rothe nach einer An- xprache im Beisein drr versammelten Gemeindevrrtrrtung übcrrcicht.
_ Die SLgLnSklkche in West -Reinickend_orf ist [mm in Ergrnwart Jbrkl: Majestät der Kaiterin feierlich SMW worden. Die Leststraße war _reich geschmückt. lm _Steucrbaus cxrbob si eine Ehrenvsorte mit einem Vrsartum, das _ die Worte tru : „Gott segne Euren Eingang! ' Zynackyst der Blanke traßc stand eine; zweite Cbrenpsorte _mlt dsr Zuschrift: „Heil unserem Kaixcrpaarex' Am Kreuzuxigspxmkt der Scharnwcbw und Berlinerftr-ße prangte em hoher Obelisk inmitten improvifirter Gartenanlagen. Auch in der Berlinerstxgße_ waren_ mehrere Ehren .forten errichtet, darunter eine als_«vectalbuldigung der Feuerwexr. In der Humbyldtftraße battexi die Schulxugend, dte Vereine, die Feuerwehren und die Turner Reinickendorfs und drr Nachbarorte mit Fahnen und Mitfik Aufstellung enommcn. Zur Thetlnahme an der Feier batten Zick) ems unden: der
Lnkkal-“Obkksk Mn PW?- der Gmeral von Mi chke als esandter ScinerMaxextat des Kaisers, dir Staxts-Ministerßr. ofse und