Frankrciäx
. Zufolge Verfügung des fmnzöfischchinisters des Innern werden seit dem “_7. Vovcmbcr 1892 im Hafen_von Marseille wieder reine "Gesundbxitspasse ausgestellt. Demgemäß find die früher angeordneten Quaran'tanrmaßre eln für die von Marseiüc kommenden, den 'fen von Nizza anlau'ienden Schiffe aufgehoben worden.
Nr. 254 vom 26. Oktober 1892.) Spanien.
Die Königlich spanische Regierung hat Stettin unter dem efrei“ erklärt (vergl. .N.-Anz.'
24. Novembcr 1892 für „seuch Nr. 227 vom 26. September 1892).
. Türkei.
Der internationale
Quarantäneherabseßungcn beschloffrn:
1) einer 24 st ün d i g en Observatiorr unterlikgen: Im :1. rovemcnzen aus norden rop_ä 1sch€n_ Landern, b. a 1agierschiffe__aus italieni1ch en Hafen sowie aus e g 1; p-
ti s ch e n ittelmeerhasen,
2) einer 48stündigen Observation unterlisgen Proyenienzen
aus franz ösischen Mittrlmrcrhäfen, einer ärztlichrn Untersuchung
Mittelmecrhäsen.
_ Sämmtlicbe Herabseßungrn treisn Vom 22. Novembcr 1892 ab
in Kraft.
_ Grgcn Provctxienzsn des Finischen Mccrbusens tagi e Quarantane brstehrn. (vergl. 12. J odember 92.)
Theater und Musik. Sing-Akademie.
Die hier längst geschätzte Pianistin Fräulein Emma Koch 01) Die [*edrutcnd ten
gestern ein Concert, welches zahlreich besucht war. Werke, die zugleich geeignet waren, die Vorzüge?
glänzendste Licht zu ssßcn: das Concert, 941101], das wundervolle Concrrt von Brahms, 13-(1111, in denen besonders rie aus dcr die Kraft und dic fsine S atiirungswriw drr Künstlerin zu [05611 [€ r lcbhastem Beifall
Schubsrt, Die Concrrisän erin Fräu1cin A.Rumpp (Sopran), die ihre Studirn bei Frau -aula in Münchexi gemacht Hat, sang hier zum Ersten Mal; sie grbietet übrr cine be1ondcrs in ch noch writcrer Ausbil- Eine Bcgabung für Lebrndigkeit des Vortrags brwics st? in einer Arie aus „Sywana“ von Wrber und Liedern Von Schubert, Bcsonderr Anerkennung ge?- bübrt auch dem 5011 Herrn MoriiZ MOSszwski gcleitrten
wurden mit den klemcren
Warrn, der a_uch _ _ und Lijzt nicht sLbifE.
Stücken von
der Höhe sehr ausgicbige Stimme, die jedo dung bedarf.
Léßmann, E. E. Taubert und andercn.
hilHarmoni'chcn Orchester. p ! Saal Bechstein.
Die Sängrrinncn Fräukcin Emma und Id 0 W005? (Berlin) battrn fich gcstsrn zu (31116111 Duett- Absnd Vereinigt, in wclchcm sie zum Lrstchal Vor _dem bicfigcn Publikum erschirncn. mehrere Dueiie von Noisini, Wrbcr, Tschaikowsky, Brahms, Hens el, Briden DAMM chlt ihrer Stimmen, die Vor- tragSweise dcr Gesänge ließ manchcs zu wünschen, auch schwanktr im _ Dia birr schon wobl- bekannte Klavierbxrtucxfin Fräulein GöH-Lrhmann unterstützte das Concert durclß LinigE 1ehr Glungkn vorgetragene _Stücke yon S. Bach
„ ' (_Finsn ggnz be1m1der€n künstlerischen Gcnuß gewahrten die ViolinVOrtragc dcs KöniglichsnKammcrvirtuosrn
Ries, Rubinstein, Schumann und anderem. jedoch noch die nöthigc: Ausbildung
Alt mitunter die Reinheit der Intonation.
Chopin, Ru instsin und Liszt.
GesundheitSrath hat folgende
„ _ wcrden Fra tschiffc aux“; iralienischen Hafen sowie aus egyptischrn
„R.:A.“
"Herrn Feli voUendeten ortrag mehrerer Rchfeldt erfreute und reichen
(Vergl. .:A. Königli
weitere
in Scene.
unterzogen wicdcrholt.
, _ _ Tasca, biklbt die Fünf- Nr. 269 Vom mals am nächsten Sonntag zur
Dienstag 11. W. anzuxcizcn.
tag Abcnd 7Z Uhr 111 dsr
ihrks Spir'ls ins Von Chopin und UndoÜrndrtC
Oprr
ramm lautet:
Violinconcert won
auf cnommen, *. oszowkt
Sie san Ln
weiheyde Hofnxann -H_a1_1§ _ Deutshsn chemiychen G€1cU7chaft
Meyer, der die Zuhörer durch den in jeder Beziehung iéeen von Bach, Mozart, Chopin und eifall erntete.
Das ür den 2. Dezember angekündigte Symphonie-Concert im en Opernhau e ist Weingartner ertheilien Urlau s verschoben wvrden. cert wird unter Weingartnex's LettunZJ am 16. Dezember stattfinden und fich zu einer Beethovenseier estat certe des ersten Cyclus sollen im an e des Januar gegeben werden. Im Deutschen Theater get am GriUparzer's Trauerspiel ,Die Jüdin von Toledo“ in Scenx. Den der König Alfons spielt, wie'in früheren Jahren, Josef Kainz, dre Rolle der Nabel hat Lilli Petri übernommen. ' Berliner Tbeater gelangt am Sonntag Nachmittag „Wilhelm Tell“ in der brkannten Base ung zur Aufführung. Am Sonnabend und Sonntag Abend gebt
Eleonore Duse spielt morgen im Lessing-Thcatcr'zum ersten Mal die ,Fedora“ ux1d [äßt dann am Montag eine Wieder- holung der .Cameliendame' folgen. .Die Orientrrise' mit Emanuel Reichcr als
Der bedeutendc Andrang zu drr Oper „.,.4 8511111 1,0015“ von mit Gemma lelincioni und Robrrto Stagno, Direction des Kroll'schcn Tbeaiers vsranlaßt, diese Oper noch- Aurführung zu bringen und dir für dicscn Tag bestimmt gswrsrne erste Aufführung Von „1111111 ?ij,“ auf
Für das 17. PhilHarmonisäye Concert unter R. Maßz- k'owski's Leitung nnd solistischer Mivvirkimg der Herrrn Raimund ron Zur-MÜlen (Gesang) und Charles Grcgorowitsch (Vioüne) am Mon- ' Philharmonie 511st am Sonntag, 12 Ubr Vormittag, die _Hffrntiicbe Hauptprobe statt. Der Kartcn- verkaufxfür dir)“? (2 26.) ist bsi Bots und Bock cröffnci. Symvbonic 11111011 „Die . Mendelssohn , Dcltbcs, Symphonie? 120111“ Nr. 7111 VonsBerthoven. _- Fra)! Eda Gridot dc Grandcourt wird in ihrem am Dienstag in dcr Sing-Akadrmir stattfindcndcn Concrrt außer der Arik: aus Meyrrbceés Oper „Der Prophrt“ und einigen Liedsrgruypen Von Schumann und Bungrrt noch fol bringcn: „1105 0111111115“ von *.. ,.93510rk110“ von Bizet, ..S115115011 (10 171011511“ Von Godard.
_ Drr Gcncral-Jntsndanr dsr Königlichen Schauspiele Graf 5011 Hochßerg ist laut Mcldung krs"„W. T. B.“_zur Thriinahme an dem sünsundzwanzigjährigcn Jubilaum dcs HOstbkaier-Jntcndanten Freihcrrn Von Perfall gestern Abend in Münch um dem Jubilar im Namen dcr Mitglirdrr drs Drutschkn Bühnen- wercins eincn silkrrncn Tafelaufsaß zu überreichrn.
Mannigfaltiges.
IHN; Majrstät die Kaiserin Friedricl) hat, wie die»: „Voss. Ztg.“ „erfahrt, das Protectorat übcr das dem Andenkrn des Vrrstorbenen Chatmkcrs, Gshcimrn chirrungs-Ratkyk) A. W. übernommen.
schr_eib€n an Ihre Majsftät gerichtet. vcr1ammlung der Gcsrüschast firidet am 16. Dezember statt.
wegen des Herrn Ka ellmeister Das vierte Con- gewährt. en; Die beiden leyten Con-
Montag neu einstudirt
ardou's Schauspiel .Dora“
Am Sonntag wird der Schwank
Demeter Mitrovics
hat dir
Unter dem Protectorat Ihrer Durchlaucht der Fürstin Ann Stolberg-Werni erode wird hierselbst am 13. und 14. Dezember F M von Morgens 1 Vereins junger Männer, ZW., Wilbelm-Straße 34, ein Bazar zum Bejtendes Ferienheims in Wernigerode stattfinden.
enenbeim hat im leßten Sommer mehr als 100 armen Erholungs- edürftigen aus Berlin eine vierwöchige unentgeltliche Sommerfrische
bis Abends 9 Uhr. in den Räumen des ChristlichJZZi Das
Die Direction drr Großen Berliner Pferde-Eisenbabn-Gesellschaft hat fich,an den Magistrat und das Königliche Polizei-Präfidium mit Bitte gewendkt, die Straßenbabnanlage Moabit-Th' garten-Lüyow lay, die von Moabit durch die Stromstraße über die Lessingbrü €, die Lessingstraße, den Hansaplax straße„ die Brücken-Allee, den Großen Stern, die Ho jager-Allee, die Friedrich-Wilhelmstraße, über die Herkulesbrücke nach dem Lüßowplaß führt, baldmöglichst zu Prüfen und abzunehmen, um dann die Bahn sofort dem öffentlichen Verkehr übergeben zu können.
Y: Hannover. In Bad Rehburg (Kreis Stolzenau) ist das von remsr Bürgern gegrundete Aiyi für arme? Lungenkranke zum größten Theil im Rpoau vollendet.
St.Fctcrsburg, 24. Roycmber. Na „W. T. .“ _aus Astrachan entstand dase st in der Nacht zum 23. d. M. aus einer Naphtha-Barke cine Feuersbrunst, die durch den Wind auch auf andsre Fahrzeuge übertragcn wurde, gesammt 26 Naphtha-Barkcn und zwei Dampfer verbranntcn.
Ne w-Y ock, 22. Modcmbcr. eine aus zehn Personen brftehcnds Familie. Brand, als alle schliefen.
[Lk-
," die Altonaer-
einer Meldung dcs sodaß ins-
Bei Pittsburxx verbrannte Das Haus gerietf) in
Das Pro- 5011 Schubert, Mkrcrbcer,
Afrikanerin“ VVU Lakmé von
Arie aus*
Deputirten und drn P a r o l e “
ende Lirdercynzpofirioncn zu Grbör affenet, „17101110 0115115011“ und
aus Xméwortung
. a“ cn. c 611 rmgefroffsn, '1 D :: statten, sich „Soleil“
Von Hofmann zu _ DLL Vorstand drr bak aus dieysm Anlaß Ein Dank- Dic ordentliche Gsneral-
©le erhalten
Paris, 25. November. tari1che UntersuchungScommission beschloß, heute den Delahaye,
zu_ vernehmen. gegen die ab10lute Geheimhaltung der Verhandlung und stellte es den Mitgliedern frei, auf eigene Vcr-
Senator V e v a [
wird in habe als Minister dem Präsidenten Carnot ein ver- srcgcltes Schrxiben Übergeben, in welchem- er darlege, es sei patürlick), daß der Präsidrnt der Repablik die Namen der- ]enigen Deputirten kenne, die in der Panama:2lngelegenhcit
Nack) Schluß der Reduction eingegangene
Dep€schcn.
(W. TV.) Die Pärlamen: ferner den Deputirten Proust de_s Journals „Libre Dre Commxssion sprach sich
Vertreter
der Presse vom Journal ersuchte die vor ihr zu Dcpuiirtenkreifcn
Mittheilungen zugehen zu „Libre Parole“ bcschuldigte Commission , ihm zu ge- rechifertigen. Nach dem
erzählt, Constans
hätten.
(Fortseßung des Nichtamtlichcn in der Ersten Beilage.)
Wetterberi Vom 25. Nodember,
t br Morgens.
erafur lsius
“HZ 3- 11
Stafionen. Wind. Wetter.
emp
59 C.
“ONO ISO WSW NNO NNW NW NNW SW
4|brdcckt 3*wo[kig 4KS nee 41130 kcnlos “ 4“Hritcr
??wolkerlos Z'wolkcnlos 2 bedeckk
2§N€bcl 2-chrn
? xwoikig 2-wolkenlos LZ bedeckt 'Halb bcd.1) Schncc 2) wolkenlos bedeckt Nrbel Regen bcdccktZ) Regen bedecki4)
S nrr5) 'S nee S nee
bedeckt ' wolkig i
Mukiagbmore Aberdeen . . Cbristiansund Kopenhagen. Stockholm .
aparanda .
L.Petersburg Moskau . . .
Coerueens-
town . . . Cherbourg .
[der . . . . Sylt . . . . mburg . . Swinemünde Neufahrwaffer 763 Memel . . . 762
ZFI . . . . 768 'nsier . . . 765 K*arlSrube . . 776 Wiesbaden . 776 München . . 765 Chemniy .. 766 W
Berlin . .. 765 NNO Wien . . . . 765 N Breslau . . . 763 WNW Ile d'Aix . . 768 SSO Triest . . . . 774
1) Nachts Regen 11. Graupeln. 2) Nachts Schnee. 3) Gestern 11. Nachts wenig Regen. 4) Nebel, Reif. 5) Nachts Schnee.
. Uebersicht der Witterung.
_Em barometrisches Maximum übst 772 111111 liegt über Südnorwegen egxnüber einem Minimum Unter 746 111111 in dcr abe, ron Moskau; (xine flache, Deprejfion befindet s1ch wcstlicky yon den Britischen Inseln und schemt nordwärts fort- schrettend._ In DxutscHland ist das Wetter in den Krzstengebtetew heiter und kalter, im Binnenlande trube und_Warm9r, in dem Streifen Hannoder- Breslau faut Schnee; in Westdeutschland bcrrscht Wauwetter. In Nordoft-Europa ist es erheblich kalter gewordßn, Haparanda meldet minus 16 Grad. Da das Maxnxrum überRord-Europa fich writer zu entrvtckeln s, amt, dagegen der Luftdruck im Ab- nehmen begri en t„st, so dürfte dcmnächst Abnahme der Temperatur fur unsere Gegenden zu erwarten sem. Deut1che Seewarre.
.[[[[..[[][[[[[[[[[[[[-[lllllllll-[lllll-ll Theater - Anzeigen.
Kömglnhe Ithansprele. Sonnabend: Opern- bazzs. 250. Vorstellung. Tannhäuser und der Sangexkrieg auf der Wartburg. Romantische Oper m 3 Acten von . Wagner. Ballet von Emtl Graeb; „In Scene gFseyt vom Ober-Re isseur ?ZeäFiff. Dirigent: Kaye meister Sucher. nfang
r.
0)“ 515 9
4
0
ONO ONO O
l [
999 . Zr“! QWWUUWWQWQSWQW OÖQQQQCO(ck"Ä O'H4HIHICJCQHLHÉ
Q-LSY
p_z
»" ,..
Schauspirkhaus. 260. VorsteÜung. TelY. S auspiel in _5 Aufzügrn Von Friédrich von SchilTer. - nfang 7 Uhr.
Sonntag: Opernhaus. 251. Vorsteliung. Die Hugenotten. (Hro'c Oper in 5 Arten don Mswrbeer. Text na'chiZ drm FranzösisÖLn des Scribe, ubrrsetzi Von Casirllt. Tanz Von Emil Graeb. In Scene gejetzt vom Ober-ReZisseur Teßlaff. Dirigent: Kapcllmerstrr ])1“. quck. nfang_7 Uhr.
Schauspir1lckaus. 261. Vorstellung. Der Geigen- xnacher von Cremona. Drama in 1Aufzug und m Vrrscn chr) Frangois Coppéc, deutsch von Wolf Graf Baudmsm. In Scene gese 1 Vom Ohrr- ResgiffxuyMax Grube.- Die gele rten Frauen. Lu isp1€l_m 5 Aukzügen 0011 Jean Baptiste MoliSre. In dcut7chen Ver1en Von Ludwig Fulda. In Scene Hesse]? Vom Obrr-ngiffcur Mar Grube. Anfang
)r.
Deutsches Theater. Vater. Anfang 7 Uhr. wSlTnntag: Die Welt, in der man sick) lang-
et .
Monjag: Prinz Friedrich von Homburg.
Sonnabcnd: Lolo's
Berliner Thkatkr. Sonnabcnd: Dora. An- WL 7 in"“ )* ck; "11 “» Uk) W l*onnagQw: mr as._ r: il lmTll. AbVZtsttW UX: DZriag. b s “ Nhe e onag: er 'ttenet er. us anc, Anna Braga, Arthur KraußnecZ Ludii). SYNQW
Lessing-Theatrr. Sonnabend : 4. Gastspikl von El'eondra Duse mit ihrer GsseUschaft unter der YtFZtrwn von (Eav. Fkavio Ando. Fedora. Anfang
Sonntag: Die Orientrcife.
Montag: 5. Duse-Abrnd. Die Camclieudame.
Die nicht abgrboltcn Bestellungen gelangen an dsr Vormittagskaffk zum Verkauf.
Wallner-Theatrr. Sonnabrnd: 26. Gast-Vor- stellung des Lessing-Tbeaters: Die Ehre. An- fang 74- Uhr.
Sonntag: Die Großstadtlnft.
Volksthümliche Preise (Parquet2-Fé). Vorverkauf ohne Aufgeld.
Frredrtrh - Wilhelmaädttsches Theater. Chausseestraße 25. Sonnabend: Zum 1. Male in neuer Bearbeitung: Pas verwunschene Schloß. Operette in 3Auf- zugen von Alvis Verla. Mufik von Carl Millöcker. In Scene gefx t von Julius Fritzsche. Dirigent: Herr KapeUmet ter Jedermann. Anfang 7 Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorstellung.
Nestdrnz-Theater. Direction : Sigmund Lauten-
burg. Sonnabend: Zum 49. Male: Im Pavillon. 1.0 karton.) Schwank in 3 Acten von Ernest ,lum und Raoul Toché. Deutsch von Ludwig Fischl. In Scene geseßt von Sigmund Lautenburg. - orber: er yeue Ganymed. ((:-ts beton.) Schwank in 1 Act von Charles Louveau,
Anfang 711 Uhr.
Wilhelm
Sonntag: Diesesbe VorsieÜung. In Vorbereitung: Madame Agnes.
_ . , , » LnstspirL m 3 Actcn don Julien Berr dr Lurique.
ÜBUU'S Thklktkk. Sonnabcnd: Wegrn Privat- frstYckFeit geschlossen.
Sonntag: Gastspiel won Gemma BLÜincioni und Roberto Stagno. 11 Zaum Quoia. Melodrama m 2 Actcn von Pierantonio TaEca. Anfang 72“ Uhr.
ULULS Theatrr (am Schiffbauerdamm 4/5). Sonncxbcnd: Zum 59.111118: Die Liebeshändlerin. “IKKZMMZ Bühnenspiä in 5 Aufzügen. Anfang 1 r
Somitag: Dic Liebeshändlerin.
Theater Unter den Kindrn Ronarher.
Sonnabcnd: „SrnsationeÜ andanernder Erfolg dCZ pompösen Ansiiattungs-Baüets: Die Welt in Bild und Tanz, Von Gaul und Haßrciier. Mufik von J. Bayer,_BaÜet-Autor€n der K. K*. Hofoper in Wien. JnLcant durch dén Ballctmeistcr Louis Gundla . YUM 9 Uhr: Das rgndiose chinczsische Ballabi e
m Drachcufcs§ _( . itwirkendc: 500 Personen.) Gastspiel dcr. 161ahrtgen Primadonna Fräul. Sophie Dgind. Dr_e kleine Primadonna. Gelegen- hettFschwank m 1 Act von Richard Gcnée. Jn- scemrt dnrch de'n Obcr-Regiffeur Herrn C. A. Friese 5011. Anfang „7:1 Uhr.
In Vorberettqux Das Baby. Schwankin 1 Act Von H. F. (Novitat)
Adolph Ernß-Theater. Sonnabend: Zum 81. Male: Die wilde Madonna. Grsangs- poffe m 3 Arten von Leon Treptow. Couplrts von G. Görß. Musik von G. Steffens. Mit neuen Costumen aus dem Atelier der Fr. Köpke und neuen Decorationen von Lütkemcycr in Coburg. In Scene geseßt von WoW Ernst. Anfang ?ck Uhr.
Sonntag: Dresklbe VorsteUung.
Thomas-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30.
Sonnabend: Ensemblc-Gastspiel der Münchener unter _Dtrectwn des Königlich Bayerischen Hof- schausptelers Max Hospaner. Zum 4. Male: Almenraustlx und, Edelweiß. Oberbayeri ches (Ybaraktergemasde mtt Gesang und Tanz in 5 uf- zugen Von Hermann von Schmid. Musik von Müller. Anfang _7? Uhr. Sonntag: Almenrausch und Edeliveiß.
[430411Hohenx3ollern-Galerie
Lehrter quuho 1 „;ck Sonntags 50 „3. Gr. htstor. Rund emälde 1640-1890. Geöffnet 9 Uhr bis nnkelh. Somit. 9-9.
Urania, Anstalt für volkstbümlicbe Naturkunde. Am Landes- Ausstellun s- Park (Lehrter Bahnhof).
Geöffnet von 12-11 br. Coucerte- “
Zing-Ikademie. Sonnabend, Anfang 8Uhr: Concert des Violin-Virtuosen Arno Hilf aus
Leipzig, unter Mitwirkung des Berliner bildar- momschen Orchc'sters (Dirigent: Herr Rad...?)érfurth).
Concert-jßaug. Sonnabend, Abeniz'17 Ubr:
Karl Meydcr - Concert. Walzeér- und „Yixrcttrn- Abend.
Baal 132chlicin, Linkstraße 42. Sonnakcnd, Agfang 7? Uhr: Concert von Elise Leutheuffer (Sopran) und Magda Eisele (Klavier).
Circus Renz (Carlstraße) Sonnabrnd, Abcnds 771 Uhr: Große 'Gala-Vorfteuung. Aus dem Pro- ramm find u. a. hrrdorzuheben: Hippologischer
yngreß, 36 der Ldrlsten Raccpferde, Vorgeführt dom Direcwr Fraanrxrz. _ Mr. James Fillis mit dem Schulpferde „Marer“. - Schulquadrilie, grritten von 6 Damen und 6 Herrsn. - Mr. Lsop. Rsnz, drr h_estk Jockeyrciter der Gegenwart. - Zmn Schluß dcr Vorstellung: Auf Helgoland, odrr: Ebbe und _Fluth. GroßeÉZ Land:, Waffer- und Yykr-Sclyampiel. Naiionaltanze von 82 Damen.
11 vdütg neusn Einlagen: u. A. .Leib-(Hardc- Artillerie", „Leibgarde drr Kaiserin“.
Sonntag: 2'Gr.er1thungcn um 4 und U 1151“. 411k)r Nachmrttags (1Ki11dfre'i): „Die lustigcn Hctdrlbchrr. 521_[3611d§ 75 Uhr: „Auf Hslgokand“. „
Btücßserkaus durch den .Jndalidendank“, Mark- grascnsiraße 51 a.
|[|[[[[![|[[[|![[[[[|[|[[[-|[[[[[[[[|![|[-[-|[ Familien-Nachriahten.
Verlczbt: Mis; Nellie Puter mit Hrn. Lieutenant Ernst Grasen don Gersdorff (Berlin“Potsdam). ?_rl. Elijabctk) 11911 Kayser mit Hrn. Premier- Ltexitgnanx Ludwrg don Fricdeberg (Msi;- Mumter, 1. W.)
VereHxlrcHt: Hr._Major und Fkügel-Adjutant Dietrich von „Hüljsn mit Frl. Hildegard Von Lucadou (Berlin). _ Hr. For t-Affeffor Constantin Frhr. von Hammerstein-Loxtcn mrt FrlMargarrteZ Von BOUÜVÜZ 1Loccum). - Kr. Alerandcr Gras FJ [D)VMHÖÜ mit Frl. artba Murrmann
er in .
G eb oren: Cin S ob 11: Hrn. Pram.-Lieut. Wilhelm yon Doering (Potsdam). - Hrn. Rittmeister Conrad von Blücher (Potsdam). - Hrn, Ober- Érster Urban Ciel)? (Lüchow i. H.). - Eine
_ochter: Hrn. „Douglas Zachow). - Hrn- Lteut. yon Prittwt und Ga ron (Breslau).
Gefiorbey: Fr; 5) [wine Von ollem, geb. Riecke (Remscheid). - Fr. General: ajor Freifrau Eva von. Nichjhofen, geb. reiin Von Teichmamz- Logrschrn (Breslau). _- r.Maric Eleonore Frei- frau Treusch von Buttlar-Brandenfels, geb. yon Kommerstacdt (Dresden). - Herr Provinzial“ Steuerdirector, Geheimer Ober-Finanzrath Jach- mgen (Hannoder). .
Redacteur: ])1'. H. Klee, Director. Berlin:
Verlag der Expedition (Scholz).
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlag,“ Anstalt, Berlin ZP„ Wilhelmstraße Nr- 32- Sechs Beilagen ( einschließlich Vörsen-Beilage),
nnd die amtliche Gewinnliste der ". Weseler Geld-Lotterie.
zum Deutscher Reichs-Anz
„214€ 2Z0.
Deutscher Reichstag. 3. Sißung vom Donnerstag, 24. November, 2 Uhr.
Der Srßungj wohnen ber die Staatssecretäre ])1'. von Boetticher, Frcxrherr voykn' Malßahnuund Freiherr von Marschall forme der Komglrch prcußnche Kriegs-Minister von Kaltenborn-Stachau.
Ein Antrag der 21ng. Auer (Soc. ,und Genoffen_ rst eingegangen, dcn Rei skanzler zn ersu en, zu veranlaßen, daß die gegen den A g_. Kuriert schmebenden Strafverfahren auf die Dauer der Sesnon, eingestellt werden. '
Die im gestrtgezr Bericht mit etheilte Znterpellatro_n des Abg. Dr. Petri (nl,) wegen es Gebrauchs. der Schuß- waffen von den Wachtpostcn erklärt der Kriegs-Mmister sofort zu brantworten sich bereit.
Abg.1)1*. Petri (nl,): Am Abend des 22. Oktober Habe in Straßburg ein angrtrunkener Arbeiirr iiber den von ihrn einzusrhlagenden Weg den Posirn vor dem Ober:Poftdirectionsgebaude' gefragt. Er sci mir dem Posten in eineu Wortwechsel, gsrathen, 111701 € drffkn der Posten den Arbeiter Verbastet nnd m das Schilder aus_ (15- geführt habe. _Der Arbeiter haßt? die qucht zu ergreifxn g€!Ucht, worauf drr Posten unwerzüglicl) emen scharfen Schu .abgessuert' habe. Der Arbciter sei nicht Verketzt, weil er in dermrl xn Augsnbltck um die Ecke des Gebäudks gekommen sri, auch i_onst seiniemgnd yerwundrt, einr glückliche Fügung,_da gerade an dieyer Stelle Jin jehr_reg§r Verkehr herrsche. Diejer FaU neben aßirltxhxn Vorgangrn [ane dre Aenderung der Vorschriften über _die militärischen Wachtposten als ein unabweisbarks Bcdürfniß erschem€n._ Der Rerclyétgg 1)qu am 15. Februar d. J. einmüil)ig eine Resolutiqn dahin ,grsasx, die ver- bündeten Regierungcn_ um eine mögltchste Emschrankung drr militärischen Wachtposten und des Gebrauch?- der Sch11ßwaff€n zu ersuchen. Es sci zu bedausrn, daß auf „01616- An- regung des Reichstags 11ichts_ geschx'hen sri, „und dax; die „dsr- bündeten Regierungen Es nicht sur notbtg grbaxten hakten, einsm berechtigten Verlangen des ganzem Volkrs „zu entxprerhen, und doch sei es leicht, die nötbigen Aéndernngen 'zu treffen urid dre"Gcfahr zu beseitigen, Welche die Anwendung _dcr jaiZtgrn Vorschriftcn uber die militärischen Wachtpostsn für die GeUindheirund das Lrben harmloikr Personen mit sich bringen müßten. Man kdmzte z. B. dre Pdstrxs wenn nicht VoUständi abschaffsn, so doch Hermtndern, uzid soweit ste durchaus norhwendig ?eien, fie wxmgsiens mcht zntt sxharsxn Patronen versebrn. Dsr Ebrenpostcn bedürfr übrrbaupt keiner 1chars611§3ckatr011€n zu seiner Vertbeidigung. Auch, du? 3051 dxr Stckyerhxitspdsten formte eingrscbränkt werden. Der Sicherh€it5dicn1tkonnc tn visier"! Fallen don Schutzleuten besser Versehen werden, als von_ Mtlttarpostep, weil erstere in der Regel eine brffcre Yocale und personals Kenntmß bättrn. Er seße voraus, da die vrnrbimdetcti Regierungen bcreit sein würdrn, hier Wü11s_e zu xrfrzüzxn„ dreKdem ganzen Volke am Herzen lägen. Die1e BcrertwrÜiFZkeit wurdc? wesent- lich beitra en zur Kläruxig und Vcrsöbnyng" be lebender" Memungs- Verschiedrn eiten, zur Bc|eitigung vdn Mißstanden, zur Forderxmgmdes allgemeinen Wohles und zur Srch€rung des gyten Verhaltmmrs zwischen dem Reichstag und drn Verbundeten Regierungen.
Kriegs-Minister von Kaltenborn:Stachau:
Der Vorfall, welchen drr Herr Jnterpellant zur Sprache gröracht hat, Hat keins Veranlassung gegeben zu besonderen Maßrsgeln (Unruhc [ink5), denn es War schon Vorherr angsordnst worden, daß in sämmtlichen Garnisonen gemischte Commisfioncn zusammentrcten sollten, um zu erwägrn, Welche Posten als überflüsfig oder unnöthig eingezogsn Werden könnten. Die Resultate dieser Ermittelung liegen noch nicht vollständig vor. Dir Vorliegrnden,_zi€1nlich zahlreichen, liefern aber den Beweis, daß die Civilbehörden drn höchsten Wcrtk) auf die militärischen Posten lcgrn, und daß sie die zu be- wachenden Objecte vielfach nicht für ficher genug bewacht baiten anders als durch dir Militärpoften. Die Heeres- Verwaltung ist nun zwar unauSgescßt weiter bestrebt, die Vermin- derung dieser Posten Herbeizuführen, fie kann fich aber nur dann Erfolg Versprechen, wenn es den Civilbebördcn möglich ist, mrhr Wächtcrpersonal anzustellen und durch bauliche Einrichtungen eine vermehrte Sicherheit zu schaffen.
Auch die Abänderung der Bestimmungen über den Waffengebrauch der Posten ist einer Erwägung unterzogsn. Sämmtlichc betheiligten Stellrn find aber darin einig, daß einc Codificirung dieser Bestim- mungen diesclbcn verschlechtern würde. (Hört! hört! links.)
Die Militärverwaltung sucht die Abhilfe der beregten Uebelstände nun darin, daß an die betheiligten Stellen eine Verfügung erlaffrn wird, Anordnungen zr; treffen, daß die in belebten Straßen stcbenden Posten in Zukunft nicht mehr mit Munition versehen werden sollen. Ick) hoffc- daß dam1t den WÜU1chen des Herrn JnterpeÜanien und derjenigen, die die Jnterpelkation unterschrieben haben, Genüge gc- schiebt, und man muß von dem gesetzlichen Sinn der Bevölkerung erwarten, daß auch* mit dieser Maßregel die öffentliche Sicherheit gewährleistet ist. (Beifall.)
Auf Antrag des Abg. Singer (Soc.) tritt das Haus in eine Besprechung der Interpellgtton em.
Abg. Singer"(Soc.)': Mic_ht nur in__Stra burg, sondern auch in anderen Stadtén seicn Falle des Mißbrau s der Schu . waffen Von den Wackytpostxn Vorgxkommen upd _bedeutend unglüx licher abgelaufen. In diesem Sommer sec 61le Nachricht aus Erfurt durch die Preffe geganéen, wonach dort Offiziere mit Civilisten in eine Schlä erer verwickct wordetz seien und em O“fizier der herbei eeilten ilitärpatrouille zu Lrusen habe, guf die ü tenden Civiliiiten zu schießen. Nur dcm mstande,„daß dtesx Pcztroui e nicht mit scharfer Munition versehen gewesen, ser cquzuschretben, dak; me Straßen Erfurts von einer Schießangele ephert_ verschonx geb ieben seien. Was aus der Sache geworden ei, wisse er nicht, jeden- falls sei die Nachricht obne Widerspruch. „geblieben. 'In voriger Tagun habe der Fall vor der Reichsdruckeret m der Oramenstra e hier Veran assung gegeben, dir Frage zu besprechen; nggls ba e der Regierungsvertreter den Bescheid gc ehen, daß die Militaryerwaltung keine Veranlassung habe, eine ?xit 55 Jahren bewahrte In- struction zu ändern. Ende März set in der Wran e'lstraße vor.„der Kaserne des 3. Garde-Regiments zu Fuß em Ar eiter. vonnernem Wachtposten, den er géncckt habe,_ erschossen. Dre stadtiscbe Vertretun Berlins habe wegen diejes Fczlles an den RU s- kanzler wiederholt das Ersuchen gerichtet, fur Aenderung dcs 'e- iebend'en Zustandes Sorge zu tragen. So danFenswerth der heutige BLschezd des Kriegs-Mimfters sei, so sehr nxuffc er es bedauern, da die Berliner Stadtverwaltung darauf keine Antwort erhalten ha 2- Die Entschließung, welche die KriegSVerwaltun xeßt et'ro'ffen babe, kdmme außerordentlic?s ät. Cr könne nur an den riegs- mtfter das drm ende Ersuchxn se en, die VerordnunJ, Von der er ge- sprochen abe, mögkichjt bald in Kraft treten zu affen.
!
Erste Beilage
Berlin, Freitag, den 25. November
Staatßsecretär ])1'. von Boetticher:
Mcine Herren! Ick habe nicht die Absrcht, auf alle Ausführungen drs Herrn Vorredners näher einzugehen. Ich würde, wollte ich dies thun, Gefahr laufen, daß ich, was beispielsiveisc seine Bemerkungen über Militarismus und über die Vkilitärvorlage anlangt, Heute schon in cine Debatte einträte, von der es, wir ich meine, besser ist, daß wir fie 011 1110113550 erst in den nächsten Wochen in Angriff nshmen.
Einige cherkungrn zu dem, was der Herr VorredUCr arrsgefübrt hat, habe ich aber doch zu machen. Ich glaube, darüber kann in diesem Hause und überhaupt in der ganzen Welt gar kein Zweifel sein', daß es außerordentlich beklagrnßw'erth ist, wrnn durch den Waffen- gebrauc'h dcr Posten unschuldige Nkcnschen getroffen wrrden, Un- schuldige [eiden müssen. Darüber brsteht eine 0011111101115 01111110 und es hätte nicht der Emphase bcdurst, die der Herr Vor- rednsr angcwendet bat, um uns zu dieser Auffassung zu bringsn. Wir bcfiyen sie bereits. Allein, meine HEUTE", dcr Waffen- grbrauch der Posten wird nicht Vollständig aufgegeben werdsn können, und es wird, auch wcnn, wie nach den Erklärungen des Hrrrn Kriegs- Ministers anzunchmen ist, die Pöstrn künftig ohne Munition auf- ziehen, also 0011 der Schußwaff€ nicht mshr Gebrauch machen können, doch nicht attßLrHalb drr Möglichkrit liegrn, daß durch drn Gkbrauch drr Hieb- und StiÖWaffen sin Mcnschrn- [Eben zu Grunde gerichtet wird. Ick glaube auch nicht, daß der Herr Vorrsdncr'srlbst so weit wird gehen woÜen, diese Möglich- keit durchaus auszuschlicßrn. Ick) Erinnere ihn z. B. an drn Fal], wo ein Angriff auf Ein größsrrs Pulvermagazin, auf ein Dynamitmagazin gemacht wird zu dém ZWSckL, um diescs Magazin in dic Luft zu sprrngen, sodaß durch solchen Angriff ein weit größerer Schadcn gc- schi€[)t, als durch den Angriff auf ein einzelnes Menschcnlsbkn. Für solchen Fal! wird, 9101158 ich, selbst dsr Herr Vorrcdnsr nicht der Meinung srin, das; der Posten tbatenios drm Angreifer grgenüber- stehen sol].
Also ich bin der Meinung, daß man bei den Untersuchungen und Erläuterungcn, welche der Hrrr Krirgs-Minister angeordnct und über deren “bisherigen Erfolg rr uns heute Mitthrilung gemacht bat, dahin streben muß, das R(chte zu frnden, daß man 011111 «1110 53115 unt€rsuch€n muß, wie ohne Gefährdung drr öffrntlichcn Sicherheit der Gebrauch der Schußwaffrn Von Seiten der Posten Einzurichren sexi. Ick) zWLifle auch gar nicht, daß man auf diesen Wegen zu brauchbarrn und einwandsfreien Ergebniffen kommen wird.
Wenn nun aber der Herr Vorredner-ficl) darübrr beschwcrt, daß auf cine Eingabe drr städtischen Behörden Von Berlin, Welche dem beklagen-chrthen UnfaU aus drm Frühjahr dieses Jahres un der Kaserne in der Wrangelstraße zum AuSgange gsnommen Hatten und welche darauf abzieltrn, eine eriswn der Instruction über den Waffengrbrauck) des Mikitärs berbrizufübrén, noch keine Antwort ergangen ist, so kann ich ihm sagen, daß dsr Grund dafür einfach darin liegt, daß eben die Untersuchungen, Von denrn ich soeben gs- sprochen habe, bis zu diesem Zsitpunkr noch nicht haben becndigt Werdkn können, daß also eine? Auskunft über das Ergebniß der Er- wägungrn, die angesteUt wordcn find, unmöglich abgcgcben werden konnte.
Wenn der Herr Vorredner Weiter meint, Es sei auch höchst be- klagcnSwertb, daß die Verordnung, von der der Herr Krisgs-Ministér Vorhin Mitthcilung gsmacht hat, nicht früher getroffen worden ist, so kann ich darauf nur erwidern, daß die Instruction über den Waffengcbrauck) des Militärs bereits in den dreißigxr Jahren, so wie fie heute gilt, erlaffsn ist, und daß erst in neuerer Zcit durch die Unfälle, die Vorgekommcn find, das Bedürfniß ein dringenderes ge- worden ist, diese Instruction einer Revision zu unteriehen.
Ich finde, das; eigentlich die heutige DiZcusswn nach den Er- kkärungen des Herrn Krikgs-Ministers keinen rechtrn Bodrn mehr hat, denn der Hauptüdrlstand, dern dcr Herr Jnterpellant, dcn drr Herr Vorredner und den wir aÜe mit ihm beklagen, daß auch unschukdige Menschen durch denWaffengebrauch getödtct werden können, der wird, Wenn die Anordnung ins Leben tritt, die der Herr KriegZ-Minister Heute verkündet hat, voUständig auSgeschloffen sein. Dabei sollfe fich der Herr Vorredner beruhigrn und abnmrten, ob Posten, die 0"an Munition aufziehen, auch ferner ein solches Unheil anrichten werden, wie es von ihm beklagt wird. (Bravo !)
Abg. Gröber(C6ntr.): So anerkennenswertl) auch das Entgegen- kommen des KriegI-Ministers gegenüber srinem Auftreten in der vorigen Tagung sei, so könne es doch nicht genügen. Eine Grenze zwischen belebten und unbelebten Straßen werdc sich schwer ziehen lassen, und die öffentliche Sicherheit sei nach wie vor bsdrobt. Der ganze Fehler liege in den alten preußischen Gese en von 1835 und 1837, nicht eigentlich in der Resolution. Kein kcnsch werde ver- langen, daß der Wachtposten thatenlos dastehe, wenn jemand ein Pulverma azin in die Luft sprengen wokle. Darum handrle es sich au? gar nicht, daß der Posten gegen einen mörderischen An-
riff schuß 03 sein soÜc. sondern nur um die Vereitelung der Flucht. I)ie Hauptsache sei, daß man Veraltete Gesetze aufhebe und an drren
Stelle ein einheitliches, klares, den heutigen Anschauungen entsprechendes Reichsgeseß mache; erst dann werde den vorhandenen Mißständen ab- geholfen werden.
Abg. ])1'. Eberty *(dfr.): Er könne sich, de:) Ausführungen des Vorredners nur anschließen. _Dte Frage set keine Parteifrage' alle Mrteien des Hauses seien verpflichtet, zum Schuß rbrer xnchtbewafineten
itbürger einzutreten; der Waffen ebrau_ch des„Mtlttars sei jexzt mit den unendlich vervonommneten Wa en vtel_Jefahxlicher als 1837; die Dur schlagskraft der Geschosse set gegen fru er die fünfa 8. Warum eme odification dieser Bestimmungen die Sache vers le tern solle, Verstehe er nicht. . .
„ AYUDQ Hartmann deuts cons.): Er haltedte Anordnung des Kriegs- nisters für eine ssehr edeut ame und solgenretche. Wenn künftig nx belebten Straßen Wien mit arfen Patronzxn _nicht aufziehen durften dann sei die iederkedr so chcr Fa-[le wre, tn Berlin und Straßiiurg, so ziemlich auSgeschloffen. _Allerdmgs ser der Rßichstag in [einer vorjähriSen Resolution weiter egangen, er bade eme den Yeranderten Verbä tniffen entsprechende evifioq der Bxfttmmun en nder _dcn (HebrauclTl der Schußwaffen durch die Militarposten' er- beZJEfUHrt sehen wo en. Durch die Erklärung deß Kriegs-Mimsters ser der Fall nicht berührt, daß auf einen Fließenden geschossen MWM musse- Dxr Fal] stehe in den deutsZen Gesetzen eitxztg da, daß Wegen des geringsten Versehens von den samten - hier von
riger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
1Z92-
. dén Sokraten - von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden
könne. Eine solche Bestimmung passe nicht mehr in die jeßige Zeit hinein. Er wünsche deshalb, daß. der_ Bundeßrafk) der vorjabrigen Rrsolution Folge geben möge. Em „wl'chcs Enrgegxnkommxn des BundeSraths würde gerade in der 1651901 Zeit Linen beyonderen Eindruck mach€n. . , * ; _ck:
Ab . 131. Prtri (nl,): S0 dankenchrtk) ÖT inßäyerung des Kriegs: inistrrs sei, daß Wachtpostén in hckcbten Straßen nicht mehr mit scharfen Patronen Versch€n erden 10Uten, s01€br"b€dauerech seine Antworten, wegen einiger Puykte drwgerechten Wun!ch€n, die von dem Reichstag ausgesprochen ?cixn, "LÖ? entgßgk'nkonzwen zu wollen. Das gelte zunächst davvn, 171113 der K*rregs-Mmtsterwinx: Zu- ficherung auf die belebten Siraßen b€1chrankt babc; daß sLl em sehr elastischer Begriff. Er hätte «"mit Frkude begrüßt, wenn der Kriegs-Minister Lsagt Hätte, in Stadt?" sollten _ailgemem drs Wacht- poften nicht meJr mit scharfen Patronen vc;1ek*en werden'. Des weiteren Habe Lr keine Aufklärung gegebM weg€1_1_ ds_r Rrsolutwnpom Vorigrn Jahre. Im W892 der Jnstructiog [an? Pcb risl erreichen, aber was dcr Visich§tag als Wunsch atisgchrdckykn babe, könns nicht durch Resolutionrn, scndrrn einzig und (198111 im Wrge drr (HMH- gcbung abgrändert wérdrn. .
Damit schließt die Besprechung.
Dis allgsmeinen Rechnung?) über die Etatsjaixe 1884/85 bis 1888/89, sowie die Uebcr11cht der AUZgabcn__1md Ein- nahmen für 1891/92 werden der Rechnungöcommrsnon Übrr: wiesen.
Dcr Gescßentwurf, betreffend die Control; ch Reichs- haushalts imd des Landeshaushaßs von E11aß-Lothringsn, wird in crytsr und zweitrr Berathung ohne Besprechung cr- ledk'xgt. Der Text des Grsech grlangt Unverändert zur An: na me.
Die Rechnung der Kane drr QbrrzRechnungskammer für 1889/90 ge?t an die NcchnungScommUUon, .. _
Es fo gt die erste 1100 5106118 Berathung des_Ge1eß- eutwurfs, betreffend_die Anwcndnng dcr xür die Einfuhr nach Deut1chland vertragsmäßig bs: stehenden Zollbefrriungen und Zollerrnäßrgungen gegenüber den wicht meistbeTJünstrgten «tagten.
Durch das (861613 wird der undrSratl) ermächtigt, ge_ en die Einräumung gcwiffer Vortheile .516 _dis_ zum 1. Tczem cr gewährten ZoUbefrriungrn3r. s. 11). hrs langxtcnsxzum 1. April 1893 den uicht merstbegunftigtcn Staaten zuzugestehrn.
Abg. Freiherr v. Pfsttrn (Ccntr): Er sri üdkrrascht durch den Geskßkniirurf, Wodurch die Regierung sich eins dcrartigr VoUnzaéht LrtHeilrn lasscn woile in einem Augsnblick, wo der Reich:?tag vsrtam- tnclt sei. Er könne sich nicht 116113851611, daß cine drrartrge Ermärh- tigung auch im matérikkikn Sinne writer gchr, als es noxbwcndig 161. Es würden damit Rcch3ch5 gcwährt, diE xrätcr wieder .aurzuheben srhr schwer srien. Schwere Bedenken Habe Sk, dis Vorlage in dem Um- fan ? zu grwähren, wie sie nach dem Wortlaut dss Gkssßenrwurfs veriianden Werdkn könnt?. _Er Erwarte,_ das; Von dieser kaugxiisz nur Gebrauch gemacht werde, jowrit es die MoriVL zUzulancn Mienen, indcmdicsr nurdonSpanirn und Rumänien 113rächcn. Bevor er aber nicht die erißbeit Habe, daß die Regisrung Von drr vrriangtsn Be- fugniß lcdiglick) Gebrauch machc dcnjcnigcn Staatcn gegrnüber, denen das Rrick) jsyt schon auf Grand des Gexcßrs vom 30. Jaguar d. J. dis Mcistbrgünstigung gcert Habs, könnq Zr drm Gexsßentwurf scine Zustimmung nicht gchn. Has Opfer, welchrs di? de_utwhe Landwirthschaft in den Handclsvertragen gebrachr Habe, [0118 [ckcker auf ihr; man soiite daher nicht rersänmxn, bsi dri] Vertragßverband- lungrn mit auswärrigsn Staaten dir JCLEHÜC? bestehmxdrn ordnunZs- mäßi sn JutereffcnvrrtrLtungEn zu [*örcn, cvyr wmfcre Vertrage zum Lidschluß gelangtcn, damit dcr Nrichötag nicht wirder Vor die Wahl grstellt Werde, im ganzen anzunckmsn odcr abzulehnen.
Staatsfecretär Freiherr von Marschall:
Ick) kann dic Auffassung des gccbrrcn Hcrrn Vorredncrs bezügkick) der Tragweite des Gsskchtwurfs daHin als richtig bestätigsn, daß die Vrrbündetxrn chierungrn lrdigüch gcwiklt sind, von dcn ihnen durch das Grsrtz grgebencn Béfugniffen jenen Staaten grgcnüdcr Gsbrauch zu machen, denen wir cht schon auf Grund drs Grscßcs Vom 30. Januar dJ. vvriibcrgebénd dic Mristdcgiinstigung grwäbrt babcn, nämlich Spanien und Numänicn. Mit briden Staatsn find wir in diessm Augenblick in Handelsverhandlungrn eingetrrtrn, und es liegt auf der Hand, wie mißlich es wäre, Wenn geradc in dirsem Augrnblick die prodisorisckyen Uebereinkommcn, mit wclchen wir uns gegrnsritig die Meistbegünstigung gewähren, außer Kraft trätrn. Ich Erkenne mit dem Herrn Vorrrdncr an, daß es rin etwas ausnahmsweises Vor- gehen der Verbündrkrn Regierungrn ist, daß wir in diesem Augc'nblick eine Varlängerung dcr discrrtionärkn Gewalt erbirten, wo dsr Reichs- tag bereits Vcrsammelt ist. Es ist deshalb grsckyehen, weil die be- treffenden Abkommen in wcnigen Tagcn ablaufen und es dringend nothwendig ist, keine Lücke entstehen zu lassen.
Im übrigcn möchte ich nur noch die BittC Hinzufügcn, die An- gelcgenbrit möglichst czls cine dringrndr zu brbandcln. Es bedarf noch der Kaiserlichen Sanction des (Hrsexzes, es müffcn noch mit Rumänien und Spanien die bctrrffendcn Abkommkn gctroffen werden, und es bedarf noch der Genehmigung dW BundeSraibs; aucb liegt auf der Hand, daß die Jntcrrssenten möglichst bald wiffen mü11en, wvran sie find. .
Ich kann Sie nur bitten, dcm Geseycntrvurf Ihre Zustimmung zu geben.
Abg. 1)1'. 0011 “rc: € (deutsckycons): _ in weiten Kreissn 7,151" Lande mit Grnugtkyuun bcgrußt werden und eine allgemeine Beruhigung zur „Folge "ba en. Ohne diese Erklärung Hatte man in weiten Krclsrn befurchten konnen, daß fich Hinter dieser scheinbar gleich ültigetz Form mehr verberge, was berechtigte Jntersffen schwer gsfäbgrdet hatte. „Solange, der Reichstag nicht versammelt gewesen sei, Habe die Regierung m1t_etxter_solchxn Vollmacht außgestattet werden müssrn, wril sonsx Schwierigkeiten m den internationalen Verhandlungen„eingetreten waren, qber je t, wo der Reichstag versammelt sei, sei Es denkbar, daß diese V9 macht nicht nötbig gewesen sei. Aber nachdrm der Staatssecretar aus- drücklich hervorgehoben habe, daß es sul) nur um Handelsvertrags- verbandlun en mit Spanien und Rumanien handele, "so steüxen seine
arteigeno en, welche die Frage eingehend eronn hatten, ihre Be- orgniffe zurück und seien geneigt, die Ydlltxicz t„zu crthetlen; fie gingen davon aus, das; daraus irgendwelche PMgdtcregemxm Staate gegeii- uber, der mit Deutschland nicht im erstbe unsttgungqurbaltmß stehe, nicht gefolgert werden könnten._ Deuts lands Beziehungen zu Spanien seien außerordentlich wichtig wegen der nach S amen
ausführenden Spritindustrie, deren Interessen mit denerx der oden- melioration und des Kartoffelbaus eng zusammenhmgen. Die
Diese Erklärung werde