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Hohenwaüclub hätten sich jedoch g en jede Unter- brechung aUSgesprochen, worauf der Wänistchräfident Graf Taaffe erklärt habe, die Fra e sei unter diesen Um- ständen nicht weiter zu verfolgen. Infolge dieses negatwen Resultats empfehle der Vorstand der Partei, egen den Dinositionsfonds zu_ftimmen. Der Club timmte dem Antrage des Vorstandes emhellig zu. Der zahlreich besuchten Sißung wohnte auch der Minister Graf Küenburg _bei. Das ungarische Unterhaus Hat gestern m1t großer Majorität das Budgetprovisorium angenommen.
_ Frankreich.
Das Ministerium Loubet hat gestern demPräsidenten der Republik seine Entlassung eingereicht. Ueber die Vor- Yngc. die diesenEntschluß herbeigeführt haben, lieg! folgender
cricht des „W. T. B.“ vor: _ _
In der Dcputirtenkammcr r1chtcte ge1tcrn der Depu- tirtc La Ferronnays eine Anfrage an die Regierung über die näheren Umstände bkzü [ich des Todes des Barons
Reinach und erwähnte hier ei das Gerücht, dgß Rcinarh gar .
nicht .todt und seine Beiscyung nur eine _ fictivc se1._La FcrrommyeZ verlangte die (xxhumiruxtg dcrLeichc. (Beifall auf der Rechten.) Ter Justiz-Minister Ricard bedauerte, daß von der RcdneNribÜne aus solche BS_hauptungcn aufgestht würden. Man wolle _ lediglich 016 Staats- verwaltung in der Achtung herabxeßen. (Lärm_0uf der Rechten.) Bei der Beiscßun, der Leiche Rcinach's jcrcn al_1e üblichen Formalitäten erfü t worden; der Arzt habe ijt: qcstellt, daß Reinach eines natürlichen Todes gestorben 1ci. (Protestrufe auf der Rechten.) Die Justizverwaltung hgbe daher keinen Anlaß gehabt, cinzu_ reifen oder 61116 Obductton der Leiche anzuordnen. Tie z].ancima : Untermchungscom: mission könne ]a, wenn sie Vcrdacht hege, untcr thrcr Ver: antwortlichkeit die Exhumirun und Obducxion verlangen; er aber weigere sick), gerichtliche Unterjuchung einzu- leiicn. (Protestruch Der Minister beantragte darquf, daß die Anfrage La Ferronnays' in eine Interpellation umgewandelt werde, und schloß mit der ersicherimg, daß er _Teine Pflicht erfüllt habe, daß er aber zu gest widrtgcn Maßna men seine Zustimmung nicht geben wcr c. Der T*eputirte Brisfon beantragte hierauf die Obduction der Leiche Reinach's und die Versiegelung seiner Papiere, da 016 Angele enhcit aufgeklärt werden müsse. (BeifallL Er gab ferner ?cincm Bedauern darüber Ausdruck, dax; die S1LY1__111cht gleich nach dem Tode Reinach's angelegt worden seien(' eifall), und beantragte eine in diesem Sinne abgefaßte Tachordnung. Ter Minister-Präfident Loubet erklärte, Brifson? Forderungen ständen mit danesetzen in Widerspruch(Proteftrufe Briffon's), un_d man werde die Aeußerungen Briffon? in diesem Sinne aiif: fassen. Wenn aber die: Absichten der Regierung verdächtigt würden, so habe er nichts mehr hinzuzufügen. (Anhaltende Bewxgung.) Er müsse die von Vriffon beantragte Tach: ordnung ablehnen. Ter Deputirte Maujan schlug vor, der Tagesordnung Briffon? den Ausdruck des Vextrauene5_ dcr Kammer hinzuzufügen. (Beifall links.) Der MinisterLFrändcnt Loubet erklärte, er werde der Pannma-Unte uchungs- weitgehendste Unterstüßung zu thcil wcrdkn (affen, er könne aber auch die von Maujan formulirte Tagesordnung nicht annehmen. Die Regierung nehme nur die einfache TageSordnung an. ((Große Bewegung.) Hierauf wurde die von der Regierung verlangte einfache Tagesordnung mit 304 gegen 219 Siimmen ab elehnt. (Rufe der Ueberraschung.) Die Minister verlie en nunmehr den Saal. TieTachordnurx Brisson:Maujan, nach der die Kammer fich dem Wum ) dcr Panama:Untersuchunchommission, über die Panamakanal- Angelegenheit volle Klarheit zu verschaffen, anschließt, wurde mit 393 ge, en 3 Stimmen angenommen. Die Sitzung wurde ausge ben und die nächste Siyung auf Donnerstag anberaumt.
Das Ministerium trat alsbald zu einer Sißung zu: sammen, um sich über die Einreichung der T_emission schlüssig zu machen. Abends begaben fick) die Minister in das Elisée und überrei ten dem Präsidenten Carnot ihre Einlaffungs: gesuche, welchc di 21: annahm. Bis zur Ernennung 1hrcrNach: folger werden die Minister die Geschäfte fortführen. _In den Couloirs der Kammer verlautctc, daß zu den 5Ferstwlichkeitcn, welche mit der Bildung eines neuen Cabinets eauftragt wcr- den würden, auch Vrisson gehöre. _
" allgemeinen herrscht die Meinung vor, daß _016 Ministerkrifis !chwer __Zu lösen sein werde. Die gemäßigt republikani chen lätter von heute Morgen billigen es durchaus, daß Loubct auf ein Transigiren s1ch nicht eingelaffxn habe: die Nachfolger der jeßigen Cabinetswitglieder seien wenig beneidenswcrth. Dic radicalen Organe sagen, das Land werde damit völlig einverstanden sein, daß die Kammer der UntersuchungScommission Recht gegeben habe; die Lage dcs neuen Cabinets werde eine klare sein, es werde Licht schaffen müssen. Die conscrvativen Blätter geben ihrer Genug: thuun über die _?ejtrigen Vorgänge Ausdruck und fordxrn gleich alls volles „icht über die Verhältniss. Man spricht
commission die
auch, wiewoh! bis cht ohne jeden thatsächlichen Hintergrund, von einer Auflösung der Kammer. _ ' Dic Panama-Untersuchungs“commi1 sion vernahm
?_cstern dcn Untersuchungsrichtcr Prtnet. Tiefer gab keine 3 amen von Mit [i_edern des Parlaments an, die von de_r Panamakanal-Gejelb aft Geld erhalten hätten. In Betren der Behauptung, da cin verstorbener ehemaliger Minister cinen Cheque von 500000 Fr. erhalten habe, erklärte Princt, daß in der Banque de France keinerlei Spur von einem 1olchxn Cheque gefunden worden sei. Prinet theilte ferner mit, daß er die Untersuchung auch auf den verstorbenen Baron von Reinach aus edehnt habe, der von der Panamakanal- (Hesellsthaft 91/2 iUionen Franken erhaltrn haben solle, Ec Ybe nichts gesunden, was dicse NuSgabc rechtfertigen würde. ' ach Wiederaufnahme der zeitweilig unterbrochenen SiYung vernahm die Panama:UntcrsuchungScommisfion den Deputirten Lamarzelle, der über eine Unterhaltung berichtete, die _er mit Charles de Leffeps am 6. Ju_ni d.J. gehabt habe. Diexcr h_abe ihm erklärt, man habe bei jeder Emission sehr bedeutende Summen an die Preffe geben müffen. Charlcs_- de Leffeps habe darauf_Mitthei1ungen über die Garantiesyndirate und über die Credttgesellschasten gemacht, die damals ihre Kassen der Emijfion zur Verfüqun gestellt hätten. SobalH die Emission der Panama-Gesellscha angekündigt worden sei, habe er den Besuch einer AFahl von Personen empfangen. Uebrigens seien dies nicht nur- anquiers gewesen, sondern auch andere eine hervorragende cscllschaftxiche Stellung einnehmexide Xersöntichkeiten, die zu ver tehcn gegeben hätten, das; fie diesc
inanzoperationen begünstigen oder zu Fall bringen würden,
je-nachdem man ' en mehr oder weniger Geld bieten würde. Was“ die hohen inne der Panavmkanal-Unternehmer an- lange, so liege kein Grund vor, fich darüber zu wunderx'i. Sie hätten eine große Gefahr auf fich genommen, da kem Europäer sich länger als drei Jahre in Panama aufhalten könne. Alle Verträge, die mit den Unternehmern abge- schlossen seien, seien von den Liquidatoren geprüt worden. Die Unternehmer hätten eine entsprechende Be cheinigung vom Gericht empfangen. Nur die orderun§ des genieurs Eiffel sei um 3 Millionen herabg eßt wor en Gleichwohl sei Eiffel "seinen Verpfli tungen re elmäßÉg nachg__ekommen. Am Schluffe seiner Aus "brunnen abe arles e Leseps bemerkt, wenn man gewisse 5Personen un gewisse Din e angreife, so werde man das „anze Unternehmen au s Spiel sehen. Man werde dazu eitragen, daß es in die Hände der Amerikaner gelange. Diejenigen, welche das Unternehmen des Panamakanals angriffen, richteten ihre Bestrebungen in Wirklichkeit gegen den Suezkanal. Die Com- mission hörte ferner den ZustixMinisier Ricard, der die Mitglieder unter Hinweis auf das Geskß, das die Veröffent- lichung von Actenftücken vor dem Beginn eines Prozesses unter: sagt, aufforderte, über die Protokolle der Panama=Untersuchung Stillschweigen zu beobachten. _ Der Minister=Präsident L () ubet hat die Untersuchungßcommisfion _davon in Kenntnis; geseßt, Haß es geseßlich vollkommen unzulässtg sci, Drumont promsorifch in Freiheit zu seßcn. Wie verlautet, sollen die Vertheidigcr der in dcr Panama-Angelcgenheit Angeklagten gegen die Mittheilung der Acten ÜTZ Untersuchungsrichters Prinet an die Untersuchungscommisnon als geseßwidrig Protest eingelegt haben. Der Vorfißende des AppeUgerichts Périvier theile ihre Anschaxiung. _
_ Dic Commifnon _nnrd ungeachtet der ausgebrochenen Mmiyterkrifi-Z täglich eme Sißung abhalten. In der heutigen Sißung soll der Administrator der Panama-Gesellschaft ver: nommen werden. _
Gestern VormittaJ ist in Paris abermals ein Deutscher yerhaftet worden, der eschnldigt wird, Anarchist zu sein und frei) an der Explosion in der Rue des Bons Enfants betheiligt zu haben.
Rußland und Polen.
Ter Großfürst-Thronfolger ist nach dem „Kmvkas“ am 19. _d. M. in Borshow eirzgetroffcn, wo er von den Großfürsten Georg Alexandrpwinch und Georg Michailowitsch empfangen wurde, und hat nch von dort am nämlichen Tage nach Aba§1u1nan begeben.
Italien.
In der gestrigen Ziyang dcr Demitirtcnk_ammer legte, wie „W. T. B.“ bericht-t, dcr Finanz-Miniyter das abgefchlosscns Budget für 1891/92 vor, das mit einem Dencit von 46 Millionen Lire für dcn Schuß abschließt, ferner das rectificirte Budget für 1892/93 mit einem Einnahme- Ueberschuß von 10,9 Millionen Lire, sowie auch den Budg et: voranschlag für 1893/94 mit einem Einnahmc-Ueberschuß von etwa 3 Millionen Lire.
Spanien. Die Scésion dcs- arlaments wird laut Meldung des „W. T. V.“ am 21. Januar 1893 beginnrn.
Belgien.
In der gestrigen Sixzung der internationalen Münz: confercnz unterbreitete dcm „W T. B.“ zufolge der britische Telcgirtc Baron Alfred von Rothschild seine Vorschläge, in denen ausführlich dargelegt wird, daß der Bimotallismus für England einc absolutr Unmöglichkeit sei. Zur B9„ründung seines Plans hob Baron von Rothschild hervor, aß die Vereinigten Staaten ]ährlicb 54 Millionen Unzen Zilbcrmetall kauften. Unicr dcr Brdingung, daß die Vereinigtcn Staaten fortführen, dieselbe Menge zu kaufen, sollten die verschiedenen curopäischsn Staaten ein Einvernehmen treffen, durch welches sich jeder Staat zum Ankauf von 5 Millionen Pfund Sterling Silber jährlich verpflichte, und zwar fünf Jahre hindurch 11 einem 43 Ponce per Unze Standard nicht übersteigenden reise. Sollte der Silberprcis Über diesen Preis steigen, so würden die Ankäufe sofort zu susPendiren sein. Er sehe nicht ein, weshalb das Silber in England nicht bis zum Betrage von 5 Pfund StcrLing statt wie bisher zum Betrage von 2 Pfund Sterling als geseßlicheß Zahlun Smittcl gelten solle. Baron von Rothschild fugte inzu, seine Vorschläge seien nur ein Palliativmittel, keine definitive Lösung. Der rustische Telcgirtc Raffalowitsch beantragte, von dem holländischen Dclcgirtcn Vandenbcrg und dem spanischen Delegirtcn OSma __1ebhaft untcrstüßt, die Vorschläge Rothschild? eincr Commisnon zur Prüfung zu unterbreitcn. Dieselbe Com:
'mifsion solle auch die Vorlagen Soetbeer's und Levy's sowie
andere Entwürfe, die von den Mitgliedern der Conferenz ein: gxbracht werden sollten, einer Prüfun unterziehen. Nachdem l)1era11f dic fragliche Commisnon gewä lt worden war, vertagte sich die Confcrcnz bis zum nächsten Freitag.
Rumänien.
Ter Jphalt__1)er Thronrede, mit der der König am Sonntag die Sewon der Kammern eröffnete, ist gestern bereits krirz angegeben worden. Heute liegt darübrr folgende aus: suhrlicherc Meldung aus Bukarest vor:
_ Die Tbronrcde bxtont im Eingangs, daß die beyorstebendc Vw n_mbl_un_g des Thronfolgers Prinzen Ferdinand ein glückliches; Er- 6191111316111 werds, O_on welchem das Land eine Bürgschaft [Zimt Zukunn xrboffcn dfzrse. Die Bande, die durch diese Hetratb zwncben kexn englischen Königshause und der Dynastie Rumaniens g_ek_nüpft wurden, würden die zwischm dem englischen _und rumamschen Y_olkc _von Altcxs ber, durch ikinerlei Widerstreit der _ther- e1e11_ 181110111 geztörtcn und Allen nüßlichen freundscbastüchen _ eztehungey bksrstkgen. Die junLe Prinzcsfin, die bald mt Lande eintreffen werde, be.;e für i r neues Vaterland jme Liebe und Ergrbcnlzczt, die von der schönen Mission, welche_fir erwarte. un- zertrenn11ch_1cten._ Die Beziehungen zu den austvarttgen Mächten men die sreund1chaftlichstem Rumänien ei durch seine correctc Faltung, durch seine Mäßigun und dur seiner] _unwandelbaren ' misch, Europa nach Maßgabe _ einer Kräfte 'die unxchaßbaren Wohl- thaten d&“; __ Friedens zu erhalte'n, ein geachteter Factor des _ curopanchßn Concerts geworden. Der glänzende und berzl1che Empxana, welcher dem König an _ den Häfen von London und Wien zu tbeil geworden sei, set ein Beweis dxs Werths, welchen man der Freundschaft Rumäniens beilege, und em Beweix; für seine günstige Lage. Der von Griechenland in privat- recht_lichen Anaelegenlyeiicn über die Competenz der Gerichte hervor- gxruxene Conflict fei nicht geeig_net, diese günstiY Lage zu becinträch- ngen. Rumänicn halte in diexcr Frgge jeme ' echte als souveräner Staat aufrecht und sei entschlonkn, Lie gegen _ wen immer ohn? Herauswrderung, aber auch o,ne Schwache zu ver-
!
' en. DieTbronvedebebt odajm hervor daßdas M nächste Verwaltungsiaér ein Gleitßgewicbt YUM b dentl'cher Mittel der St auf
anp ameau or 1 o neuer euern - weise, wiewohl die uSgaben beträYchEnzugenommen hätten. Die Mehreinnahmen, die aus der nati'zrli twickelung der Hilquuellen W Landes und infolge einer gewissenhaften Gebabrung der inanzen sich ergäben, betrügen bis zum 30. September d. J. 22_ illionen. Unter den vyn der Thronrede aufgeführten Geseyentwürsen befindet fich cin Gejrß über hie Rejorm des StaatSrechnungswesens und des Staatsrechnungsboses,_ em _ Patentgxseß, Gesetze über die Erhebung der Steuern, dre Errichtun em_er landwirtbscbafilichm Bank, das Gcmemdegeseß, ein Geseß ü dre Reform der Polizei und_ die Schaffung einer Landgendarmerie, _Vorlagen wcgm Revision des bürgerlichen und des Strafgeseßbuchs ]owie we en Reor- ganisation Yer gewerblichen Schulen und des statistisxhcn ureaus, endlich Geyeße über die Vervollständigunq _des Eixenbahn- und Straßennetzes und die Aushildun des Sacularclerus. Ju Bc- treff der Armee kündigt die T ronrede eine Vorlage an be- züglich drr _Wiedererrichtung der unteren Cadres und bezüglich der Reorgayiyatwn der Caballerie. _Jn der Tbrox'rede heißt es, daß die Fegenwartigc militärische Organimtion lange Zcit hindurch eine stabile
_leiben und die Armee nach Ma gabe drr vorhandenen Mittel eine jahrlichc: progressivr Verstärkung er uhren werde. Die Ausbildung der Truppen sei cine stcxig forthhreitcnde; die Concentrirungen der Reserve-Contingsnte erwlgtcn _m der größten Ordnung und lieferten den Beweis de-Z allgeme'in berrxchendcn Pflicbtgefükxks.
Die Thronrede wurde_ wiederholt von lang anhalten- dem Veifall begleitet, insbesondere bei den Stellen bezüglich der Vermählunß des Thronfolgers, der auswärtigen Be: ziehungen und e_s Conflicts mit (Griechenland.
Die Deputtrtenkammer und der Senat wählten
gestern das bisherige Präsidium wieder.
Selztvedeu und Norwegen.
T_cr außerordentliche Reichstag ist gestern durch den König geschlossen worden. In der vom Könige ver- lesencn Thronrede wird, wie „W. T. V.“ meldet, den Mit- gliedern des Reichstags dcr herzliche Dank des Königs aus- gedrückt. Sodann wird betont, daß die bei der Berufung des Reichstags au-desprochene Zuversicht in vollem Maße gerychtfertigt gewesen und die an die verschiedenen Parteien gerichtete Mahnung, alle Partcistrcitigkeiten ruhen zu lanen, nicht unbeachtet geblieben sei. Die Thronrede weist ferner auf die beträchtliche Majorität hin, welche die Vorlagen, betreffend dieArmcereor. anisation, in den beiden Kammern gefunden hätten. Der Rei stag habe fich hierdurch gerechte Ansprüche auf die Dankbarkeit der Zeitgenoffen wie der nachkommenden Generationen erworben. ie ernsten Be; mühungen der Regierun, für die Sicherheit und den Frieden der vxreinigten Königrei e würden schon jeßt durcb das Er- gebniß der Reichstagsberathungen erleichtert. Die Thronrede 1chl015 mit dem Wunsche: „Möae Gottes Segen immer über dem geliebten Vaterlande walten!“
' Amerika.
Nach dem Jahresbericht des Schaßsecretärs der Ver: einigten Staaten betruqen, wie „W. T. B.“ meldet, im Anfange des abgelaufenen Finanzjahres die in Banken befind- lichen disponiblen Gelder in Contanten und Depots 207110451 Dollars, die fick) am Ende des Geschäftsjahres auf 165718150Doilars reducirten, darunter 1141/2 Millionen Gold. In dem Berichte wird sodann hervorgehoben, daß das Be»- streben des Schaßamts, eine starke Goldreserve aufrecht uhaltcn, cin befriedigendes Resultat geliefert habe. Die StaatssckZUld habe am _30. Juni 1892 1588 Millionen gegen 1546 Millionen'im Vorjahre betragen. Der Bestand im Schaßamt habe im Laufe des Jahres um 50 Millionen und der im Umlauf bc- nndliche Betrag um 100 Millionen zugenommen. Der Um: [auf des Papiergeldrs habe durchschnittlich 376 726583 Dol]. bctragcn,_ __ ein Betrag, der bisher niemals erreicht worden 101. _
Das „Reutcr'yche Bureau“ meldet aus Buenos:Aircs von gestern, der ehemaligc MinisterHans en habe ein Schreiben vcröffcntlichj, in welchem Lk behaupte, daß der Finanz-Minister Romero in seinem Exposé. Über die Staatsschuw die Verbind- lichkeitcn ArgentinicncZ um 130 Millionen Dollars zu hoch veranschlagt habe. Der Finanz-Ministcr Romero halte in: deffcn die Genauigkeit der von ihm angegebenen Yffern für die Staat§schu1d fest und führe aus, daß die im efißc der Rogierung bcfrndlichen T_ixres cinen Nominalbctrag von 100 Millionen Dollars repräjcntirtcn. „
Der „New-York Herald“ meldet aus Valparaiso, das Frotokoll über die Ansprüche der Peruanischcn
orporation in London bezügltch der GuanodepotS, das kürzlich von den_ Regierungen von Chile und Peru unterzeichnet wurde, sei bis auf weiteres zurückgezogen worden, da Meinung?:verschiedenheiten wegen der Ernennung cines SchiedSrichters über die erßobenen Ansprüche entstanden seien. Eine baldige Einigung ü er die Streitfrage sei jedoch wahrscheinlich.
Der chilenische Con rcß hat den Geseßentwurf über Aufnahme einer mit 6 - roc. verzinslichen internationalen Anlei_he_ von 6 Millionen Dollars mit cinprocentigcr Amornsatton angenommen, Die Anleihe "011 die Einziehung von Papiergeld und die NusZabe von old- und Silber- münzen ermöglichen.
Asien.
Nach einer Meldung des „Reutcr'schen Bureaus“ aus Wombat) beabsichtigt die indische Negierun eine scharfe Note an den Emir von Af hanistan nach Ka ul zu senden und von ihm eine auSreichde Erklärung für seine Ein: mischung in die Angelegenheiten Chitrals zu fordern.
Parlamentarische Nachrichten.
Dem Reichstage ist im Anschluß an die zu den Local- Etats der afrikanischen Schußécbicte mitgetheilten Denkschriftcn eine von der Neu:GuincaZ* ompagnie auf Veranlassung des Reichskanzlers eingereichte _Denkschrift über _die Beschaffenheit und Enxnnckelung ihres Schuß- gebiets zugegangen. Die 111 der Denkschrift enthaltcnczi thatsächlichen Angaben stehen mit den amtlichen Berichten, pte dem AUSWärtigen Amt über das Schu gebiet vorliegen, im Einklang. Ueber die Lage im Schußgebiete dcr Marschall- Jnseln giebt cin beiliegender, bereits in der Nr. 12 des „Deutschen ColonialblattS“ veroffentlichter Bericht_ des stk"- vertretenden Kaiserlichen Commiffars in Zaluit Aufjchluß.
Außgabeu vermittels der ordentlichen Hilquuelleu ohne 7
".!" _ Dem Hause der Abgeordneten ck der Enctwurf
eines Geßeßes, betre fend die Aufhebung von Stolgebü ren für Tau en, Trauqngen und kirch- li_che Aufgebote in der cvangeltsch-reformirten Kirche der Provinz Hannover, nebst Begründung zu: gegangen.
_ _ Die _Commisfion zur Beratbung dsr Steuer. reform-(Hejesentwürfe, und zwar des Gß1eßw1nvurf§ wegen Al_lfbebuzig directer Stagtsftrucrn nebst Dcrzksrhrift sowie der Ent: wurfe emes Ergänzungsneuergeseßcs und euch Communalabgaben- ges es, besteht aus 28 Abgeordneten und hat Pcb grstern folgender- m en constituirt. Zum Vorsuzenden wurde gewählt der Abg. Frei- berr von Huene (Centr), zum St_xllveuretcr drs Vorfiyenden dcr Abg. Dr. Sattler (nl.),_ zu Schriftjübrcrn dir Abgg. von Buch (cons.), Hoeppner (com.), ])r. Friedherg (nl,), 1)r. Krause an), 1)r. Bachem (Centr.), Reicbszgras yon und zu Hoens-
roecb (Ce_ntr.) und 1)_r. Wuermeling (Cents) Ferner gkbören ker Commtsfion an die Abgeordnsten: von Bi§1111rck Freiherr von Hammersteip, von Jagow , von Kröchcr, LamVrecku, Graf zu Lupburg-Snrum (Mus.); die Abgg. Schlabiß, Stengel, von_ thdexnann-Bomst, Freiherr von Zedlii; und Neukirch (frei- cony.); _ dic Abgg. 1)1*. Enneccerus, von EUULM, Schoof (Lk“); _drs Abgg. Hrrold, Or. Likber, Sverlicky (Ernst.); der Abg. “Schroeder (Pole); dic Abag. Brocmel und 131". Mrycr-Berlin (Öst.). Dcr heutigen ersten Sitzung der Commisswn wohnte»: dcr Prä- fident des Staats-Ministeriums, Ykinifter dcs Jnnkrn Graf zu Eulenburg und der Finanz-Minister ])1“. Miquel mit mehreren Commiffarien bei. Auf Vorschlag des Vorfitzenden Frsiherrn von Huene soll zunächst die principiellc Frage Erörtert werdcn,_ oh _dik g a n 1 cUebcrweisung angknomimn werde'n 1," olle ; demnächjt so„U princwißll entschieden wcrdsn, ob eine Ergänzung in der geforderten Höhe nothwendig sei, und dann sollen nacheinander das Vcr1nögen51teucr-, daI Ueberwei- sungs- und das Communalsteuergeseß discuttrt zvcrden. _ Yer A . von Eynernwl.) hatte dkn Antrag gestellt: .Die_Ccmm1an wo 6 beschließen, zu erklären, das; für den Fall des Zustanxekommens drs Ueberweisun ngxkßeé- grnügende Mitte Horhanden [_eien, welchc cm Ergänzun stsuergescß (xls übcrilüsfig crichemm lauen." Abg. O_r. Meyer-s crlin (di.) 1th nochmgch_ die Gründe a11-Zeinand1'r, die Ygen die Aufheb_ung dcr Grundstruer iprackyen. Abg. v on T i_ed € m annz * omst (frcicom.) bestreitet _den Ncntencharakter der Grundiieucr; fi? set eine Steuer. Er sci zweifelhaft, ob auch die BergwcrkÖstrurrzu über- wkisen sei. Abg. v o 11 E)" 11 € rn vertritt 1" einen bckannten, im Plenum dar- gslegten Standpunkt, stellt sich abcr, da die Majorität anders gesinnt sei, auf den Boden der Reform. Tic Abgg. Svrrlicb (Centr) und Frizr. vo n Ham me rstein (roms) treéen drn Ausfülérungen desAbg. Mxyer entgegen, ebenso 1)r. Frikdberg (nl,), wclckyrr reffcn Aus- ranung von dem privatrechtlichcn Cbarakter der Grundsteuer zu widrr- lkgen nicht und sich_auch gcge'n die Auöführungcn des Abg. von Eimern werzdet. Abg. Freiherr von Zedlitz (freiconi) glaubt, dax“; Hir Rewrm zur wrsentlichen Entlastung der Communrn bcitrage. Finan_z_- Ministxr 1)1-. Miq1_1_el tritt dcm Abg. Friedberg i_n xemer ge1chichtlichkn Auffassung bei, Von cinem Ge- !cbenk kÖnne bci Erlaß der Grundstrurr keine Rede scén. Der Abg. Mxyer vkrtritt denselben Standpunkt wic bci der Grund- stcurr auch _bkl _rer Bcr werkéstcucr. Er halts es 0115 geschichtlichcn Gründen mcht rür gcrr t,_ diese Steuer zu xrlaßcn. Geheimer Ober- F1nap_z-Rat5_Fu1sting Lucht aus* der bi1t0r11chen EntwickelunZ 511 ewcxren, daß die Bkrg11«_e'rksstc11€r weder al§ Gebühr, noch als us üchtsjtcu€r__bei3ubeba11011 ici. Sir ssi tbatsächlicb eins Gewerbesteuer und müns deshalb mit den übrigen Ertra- steuern fallen. _Die Old_gg. Freiherr 11 1111 Z ekl 1 t5 und v o n 37 y n e r n smd für Erlaß dcr Bergwerksjteucr. Ab . Dr. W ür m e l i 11 g (Centrum) möchte Wenigstens cinen Tbsil dcr crgwcrkssteuer für dyn Staat bei- bchalten. Finanz-Ministcr 131". Miqucl glaubt, daß die Bcibckaltung der Vergiverkssteuer der ganzen Reform eincn einseitigen Charakter geben würde. Auch wirf? fie? durcb ibrcn Charakter als thtoxtruer ungere t. _ Damit ist die _Dié-cussivn über die e_rste Principienfrag-Z Jeschlo en. Bci dcr bicraux vorgenommencn Abxtimmung wurde die .lufbchung der Grund: und Gebäudcstcucr, der Ge- werbesteuer und der Bergwerksstcurr mit 23 gcgen 2. (frei- fimngc) Stimmen gutgskkcißcn.
Statistik und Volkswirthschaft.
Ein: und Ausfubr.
Tem Oftobrrbeft dcr Mrnaflichen Handslénachwcisc istFolgcnk-cs zu entnehmen: _ _
Die Ein: und Au§1u11r an _Lumven hat wohl in101_e der wchn dcr Cholera stattgebabten Einfuhrvrrbote im letzten 2) onat wieder abgenommen. Die Einfnkér betrug 11465 (100) kx.- gkgen 23 445 (100) kg rss Vorjahrö-Oktober. _ _
Die Ausfuhr blieb mit 1557 (1001111; um 50951 (100)1;§; gkgkn ken VQZjahrs-Ykonat zurück, wo die Ausfuhr 52 508 (100) 11,3.- be- tragen at.
Die Einfulxr 11011 Gefrride und sonstigen Erzrugniffen des Land- baucs bat _ mit 2111511051116 _vvn Mais _ im Monat Oktobkr bc- dkutrnd abgenommen, wic nach1tckécndc Tabcllk zkigt:
Ok" [: 1891 Einfuhr" *ktb 192
to rr s., 0 st 8 ' Weizen . . . 1 132 505 (100 ***?) 421490 Rog cn . . . 902 708 96 729 Gche. . . . 1055844 770119 Kartoffeln . . 587 915 * 125 323 _Mais . . . , _ 245886 382 537.
_ Gleichwohl überstetgt die Gcsammt-Einfubr von Weizcn in der Zci_t_ vpm Januar bis Ende Oktober mit 12227658 (100) kJ die vorxabrigc 1_nit 7 385 519 (100)_ kJ noch um 4842139 (100) ];,J.
Dre Einfuhr _v_on Wem 1s_t_ gßgen da_s Vorjahr nur um circa 90000 (100) YZ Lcstiegen, kauytiachltch Verjchnittwein 98 095 (100) kg.
Die Emsa r von Wcmbeeren zur Weinbereitung ist von 33 755_(100) kx; auf 149242 (100)1(_Z gcstiegen.
Dic (Einfuhr von Mehl ist inxolgc des gcrin eren Zollsaßcs, hauptsackyltcbxus Lcsterrctchryn 113 253 (10?) 1x auf 214978(100)1§Z Sesli? en, xvahrenx _die Etymhr von MÜLLUZabrikaten für Grknz- Lipo ner m zollfretcn 3 Kilogramm-Mengen Von 223 700 (100) kJ aus 198343 (100) kJ und im Monat Oktober von 29 353 auf 11829 (100) 1; _, _alxo um 59% gefall_en ist.
Auch die _mm r von Cigarren ijt _ wahrscheinlich infolge der C_1_)o_l_cra _ tm Oktobcr von 517 (100) kJ auf 346 (100) 111; g 0 en.
Bei der Ausfuhr ist namentlich die Minderausfubr von Spiritus (128 243 (100)1(g _ Oktober 1891 und 63311 (100111 _ Oktober 1892) zu bcmerkrn. Ebenso ist die Ausfuhr von Zucker ehr erheblich zurückgegangen, mdem an Robzucker _ Oktober 1891: 3832 282 (100)1;Z _ Oktober 1892 nur: 2597 883 (100) kg und an sonstigem Zucker _ Oktober 1891: 1902 899 (100) 119.1, _ Oktober 1892 nur 1 764 271 (100) RZ außgeführt worden _ sind. Die Schuld Hieran trägt die vcrmixidertc Aufnahme dcr Vereinigten Staaten von Amerika infolge der M'Kinley-Bill.
Zur Arbeiterbewegung.
Ueber den Streit, der wegen der Entlassung e_inigcr Arbeiter Her Brauerei Evora und Meyer in Fürth zwis en_den Arbeit- gebern und Arbeitern ausgebrochen ist, wurhe der ,srks. Ztg." untxr den; 27. d. M. Yschrieben: .Di-z Vcreinrgung drr Brauske:- beiitzcr von * ürnberg, Fürth und_ U_mgcbung__bat gestern beschlossen, Abmachungen mit den ererk1chan8ausschunen m_ t zu treffen, auch nicht mit der am 24. in der Vcrsammlung gewa lten Commi sion zu verhandeln (vgl. die gestrige Nr. 282 d. Bl.), sondem dze ent offenen fünf Bmxiburschén der Brauerei EVN»; 11. Meyer vor dre frühcr gemeinschaftlich von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern
drr vereinigten Brauereien gewählte Commission zu laden Und dort dte ZUM Angelegenheit zum Austrag zu bringen. Sollte trohdem der oycott uber die genannte Firma verhängt werden, so beba1_ten fick) die vereinigten Brauereien weitere gemeinsame Scbrttte v_or. Die erwähnte Commisüon hat inzwischen vyn Evora die Wiedereinstellung der fünf Brauxxebilfen oder eme “ dlosbal- tung für dic Dauer ihrer Arbeitslos" eit verlangt." _ Mit welchem Erfo[ge dies geschah, ist aus telegrap ischen Mädungen vom 28.1). M. zu erkennen. Es wird mitgetheilt, daß die chtaldcmokraten dcn Bovcott über die Evoraksche Brauerei verbangt haben, un_d daß der Brauerbund Berlin-Fürth deshalb mit der Entlassung sammy licher organifirten Arbeiter vorzugehen beabsichtige. _ _ _
Aus Königshütte wird der „K_öln. Ztg.“ berichtet, daß_ aus der Königßgrube vom Januar ab sämmtliche Grubrnarbciicrmncn durch_Mä11ner ers t werden sollen. _ _
Hier in Ber in tagte, wie der „Vorwurf? ber1chtct, am 20. und 21. d. M. ein Congreß dcr Maschinisten und Heizer Deutschlands, um cinen Verband zu begrünxen. Vertreten waren Berlin, Bremen, Bremerhaven, Chemnixz,_ Erfurt, Halle, Haleur , «Hannover, Leipzig und mehrere kleinere Städte. Der Verb§1_nd_ ite t .an dem Boden dcr modrrnen Arbeiterbewegung“, d. 11. er 111 xocial- dcmokratiscb. _ _ _
Ueber den Korbmacher-Au-Zstand, der h_icr in Berlin 111 der Werkstatt Von D. Anding ausgekrocben i1t, Entnehmen xvir ciner Mitthsilung im ,Vorwärt-Z' writer FolZLndeZ: Die Arhsttcr dieser Werkstatt nahmen an, das; dic Cntlanung _vvn _zwci Korb- machern im Zusammenbaxxg stehe mit bkstimmtkn Lohnforderungey, *die an den Arb.itgeber ge:!tcklt werden sollte'n,_und legten ?&?halb dre Arbeit niedkr. Zugleich wurdé dieselbe Lobnsorxerung, xxamlwl) yon 58 «1 für Geschüßköcbc, in achn Berliner Werkitätten gcücklt: Nxci Firmen haben dle Forderung bewiUigt. Im ganzen 5671111011 1111) 93 Korbmackoer im Russlands. _ _ _ _ _
Einer Mittheilung dcr „N.,Pr. Ztg.“ 31110ng 11111 7:10 Direction der Gro"en Berliner__Pferdebabn-Gesell!cha7t_cmc Anzahl von Kut chern und Scha nerrz, dic fich an der 11011 Führern Yer Socialdemokratie in Scene 9816131211 Bkwegung bstbeilxgtrn, entlanen haben. Mrhr als 70 Personen 1179 fcrner die KündigunJ bis zum 1. Dezkmbcr *r. J. zuaesteklt wor'kcn sein, weil sie an 1611 Icrsamm- lungen tbeilgr'nommsn “Haben. _
In Königsfe'ld bsi Brünn ist der Arbriterausftapd in der Faßrik von Lcdcrcr 11. 3 orgcs berndkt workcn._ Wie drr „Vorwärts“ brrichtet, bat die Firma fichcrpfiichtet, wakrkixd der ersten sechs Monate krinen am Au-Zstand ** etbeiligtcn zu cntlaucn.
AUF London wird der „Von. Ztg.“ untcr dcm 26. d. M gc- icbrisbcn: DSr Kampf zwischcn Arbkitern und Arbkifgebern 111 d€_n Baumwollsvinncrcicn Süd-Lancastkrs dauert kcreits drei _Wochrn. Die Anzahl drr Ausständigen ist Von 43 000 auf 64000 _geftwgen. Kcme Seite ist genriat, nachzugehen odcr Vermittelungsveriucbe anzubabnrn, und da die Arbeit-Zlosen vor] den _in_ _ den laufenden Srinpkrmqn von Nord: und Nordost-Lancafter bcichasügten Grnoffen rrichl1ch_mrt Geld untcrstützt werden, so ist ein Ende dss Aus“tandez3 vor der Hand noch gar nicht abzusebcn. Tic»: Arbeitgeber, die den *amxs durch das Yer- langcn (311161: fünfprocentigen LohnbkrabseYng Herbeigctübrt Haben, _nnd in 1k1rkr Hoffnung, bei “dcn Spinnereien '. ord- und Ncrkost-Lancasters Unterstützung zu findcn, enttäuscht worden; In diesen Bczirker; babxn dic Arbeitgeber 05 abgklebnt, ihre Wcrkc ftilln'eben odcr nur kurzx Zett lqu1€_n zu laffrn, weil 716 mit ibrknArbeitern vereinbart 11013811, dax; eine xüns- procentigé Lohnermäßigung eintreten sol], wrmx im Süden die: Yrbeitcr unterlikgen, dai"; dagegen dic jetzigen SWL bkxtchenchleiben, 7.111; dic Arbritgebcr dc'n kürzeren ziehen. Durch dicsen 2380th crkxaltcn die auZitänri-gcn Arbritrr alls möglichr Ermutbigung zum _ uébarrsn, da ibncn dadurch dsr Wciterbczug drr regxlmaßigcn Ausstankschdcr gc- wäbrwistst wird.
Kunst und Wissenschaft.
_ Profcüor D 211111 orf in Stuttgart bat, wie der ,Nat.-Ztg._' bcricht€t wird, da;? für Eisenach bestimmte? Luthrr-Denkmal 11) weit fkrtig, daß der Guß drr Statur im Januar 8170113811 kann. Die Lutbcr-Figur wird 3,30 111. _
_ Jn Edingen bei Balingen find, wis der „Schwab. M.“ meldet, im Chor der Kirch? alte Gemäldk. wakrscheinlich drm 15. Jahrhundert angebörend, theils vollständig, 1113115 in ihren größeren Umrissen, zu Tage gefördert workkxx. _
_ UnWCit B 0118 bsi (531052321)an im Landkreiic Celle wurde, wie dem ,Hamb. Corr.“ unter dem 25. d. M. bcrickotct wir?, bei Abräumungsarbeiten drs Alleriluffes cin Einbaum (“ein durch AUS- böblung eines Baumstamme-Z 8019611211185 „11105 Bort) zu Tags gc- förkcrt und mit andersm alten Holze an cinrn Böttcbcrmcistxr we'r- kauft. Ticier hat dcn seltenen Fund drm Muyeum 311 Crüe geichmikt.
Gesundheitswesen, Thierkraukheiteu und Absperruugs- Maßregeln.
Cholera,
Pest, 28.210vemkcr. Zn dcn [cßten 24 Stunkcn kamkn bier zwci Erkrankungen und cin Todcsfall „111 Cbklcra vor. _
Haag, 28, Novcmbcr. Heute ist hier Eine Psricn an dsr Cholera grstorbcn. _
Amsterdam, 29. Novcmkcr. Nach dem von dem Minister des Innern Veröffentlichte" Wochenbericht beträgt d_i€ Zahl der in Holland in leßtcr WocLe an drr Cholera Vorstorbkncn sechzkhn. Davon 811111111811 auf Süd olland zekyn Fälle. '
Handel und Gewerbe.
Tägliche Wagengestellung für Koblerz_und Koks an der Ruhr und in Oberschlejien. An der Ruhr sind am 28. 11.237. gestellt 11084, nicht rcchtzritig gestellt keine Wagen. _ __ _ In Oberfchl_esien jmd am 26. d. M. gestellt 4001, nicht rechtzeitig gesjelit kerne Wagen.
Zwangs-Verfteigerungen. _ _
Beim Kön iglichey Amtßgeri t 1 Berlin stand am
28. November das Grundstück der Frau aufmann Emma Zedliß,
geb. Danitscbcck, Pallasstra'c 6, zur Versteigerung; Remertrag
10,77 :“»; Fläche 12,9 &, Mindesgebot 227600 .411; für das Meist-
ebot von 300000 _ck wurde der Kaufmann Eduard Tro_plowiy,
ägerstraße 25, Ersteher. _ Auf ehobcn wurde 1138 Verfahren der
Zwangsversteigemng we en des (Zrundstücks Y orkstraße 44, dem ngenieur Her m a n n o bl gebörtg.
_ Die gestrige Hauptversammlung “o_es Rheinis ch-West- fäliscben Robeisenverban_des beschloÉ wre die „Köln. Ztg.“ meldet, eine Verlängcrng des [105 zum _31. ezember d; J, laufenden bisherigen Verbandes his zum 30. Juni 1893, 11111 Zeit Ir die Er- richtung einer gemeinxamrn Verkaufsstelle fur Gießerei: obeisen zu ewinnen. Wegen des englts en _Wettbxwerbs wurde ferner die Herab- Jeßung des Preises für G1 ere:-Robeisen Nr. 3 von 58 au 55 „ja un_d für Gießerei-Robeisxn Nr;_1 vox: 65 auf 62 „M bes losen; Hamatit soll mit Gießeret-Nobenan g1e1 estellt werden.
Leipzi , 28.3)kovember. W. T. * .) Kammzug-Termin- handel. La Plata. Grundmuster Z., per Dezembxr 3,82z .“, per Januar 3,85 „15, per el_oruar 3,87k „jk, per Marz 3,90 „x(,
K_April 3,921 „jz, per 01 3,921 „M', HF; Jam 3,95 .“, per [1 3,971 «M, per August 4,00 311, per tember 4,00 .“, per
ber 4,00 „ji, per November _. Umsas 185000 11 .
Wien, 28. Nodember. (W. T. B.)_ Wte__das .Fremdcnblatt' meldet, hat das Wiener Handenger1cht_ fur den 28. Januar 1893 und evsntuell für die folgenden _Tage eme Versanxmxung der Bestser der dre' rocentigen StaatScrserxbabu-Yrtoritaten zur, Wahl von drei ertranenSmännern und_drc1 Ersaßuzannxrn angeordnet. Die Bekanntmachung über die Einberufung und die naheren Details wird Mitte Dezember veröffentlicht werden.
. ' ber., (W. T B.) Äusw-eis der Südbahn vom 18. 1:15 24. November 850873 F1, Mebreinnabme
ondon, 28.November_._ (W.T.B.) Heutige Wollauction gut besu t, reise stramm, mne Combing 1 (1 theater. An der Küste 4 Weixenladungcn angeboten. _ 29. November. (W. T. B.) 21115 Caracas wird gemeldet, General Crespo verwende dis neuerdings bei der Re ierung zur Vereinnahmung gelan endcn Zölle zu _den noch_r1'zck1tän ' en monat- lichen Abschlagsch ,l_ungen für die agéwartigx SKW. Die, “Bezahlung des nächftxälligen Coupons_haso_e mh vxrzogert. _ Die Rio-Tinto-Gesellxchasi ist ermachtigt worden, _dte bereits angekündigte Emissirxn von Obl1gat10nen der dritten Hypothek im Betrage von 600000 Psd. Stekl. zum Cursr yon 95 am 5. k. M. "VNÜUÖLFMM' 78 N bkr (W T B) D' Ychh'“ aZgow, :. . qpem . ." - - le issungen von Roheii 6,11 betrugen in der vorigen Wr.:he L Tons gegen 5468 Tons in derselben Woche des vorjgen Jahres. _ Bradford, 28.Novembcr. (W._ T. B.) Wolle stramm, Lustrewolle ? gegen die niedrigste Notirung tlwurer, andere_ ck bx?“ 1 höher als die niedrigste Notirung; Garne belebt, Prerye [)en-sr; M obair belebt, 2 bis 3 tbeurcr. - _ _ 'New-York. 28. November; (W. T. B.) _Dte Borse *:r- öffnete fEst, verlie“ in steigrnker [Haltung und !chloß matt. DSL [1111- 1015 dcr Actien rtrug 249000 Stück. Dkk Silbererratb wird auf 1330000 Unzen grsch5151. Tie Si_1b?rv€rkause betrugen 20000 Unzen. _ _ _ Wcizen nikdriger, 111111 für cinigs Zcit [»encx, woraus wteitzxr schwächer aus" Realifirungcn 7:21 Hausficrs. Schlu' stetig. __ Mais nach “drr Eröffnung schwächcr, spater aber Wicker eser aux Dcckungen dcr BaiifierZ. Scöluß ruhig. „ _ Visib1c Suvply an Wcizen 70765000 Buihsls, do. an Mai:? 12 032000 Vusbrks. _ Chicago, 28. Novcmbrr. (W. T._ B.) Wyizen anra_11gs unverändert, im sväterxn Vsrlaux abgcicbwäcbk 111701132 Vrrkauie der ausfirrs. Schluß _1t_ctig, _ Mais 1151361 aux Deckungzkäuxe der *„aisficrs. Schluß 1811.
Verdingungeu im Auslande.
Rumänien.
23. Dkzembcr 1892, KrisgÉ-Ministcrium in Bukakkst. Licfcrung 999 „270000 grrßén gslkkn „6111413211 oknk Nummern, Caution
Fk- ;
26. Dkzemkcr. cbenka. ZiSZLrimg 111111 1140 111 rrthe'n Paffe- Poiitucbs, Caution 1000 Fr.:
30. Tkzcmbcr, Lbrnda. 2102111an von 13 000 wasisrdichtkn Lsin- wandsäckkn 011118 Tragkan? fiir Zwicbark (Brytbeutel), Caution 4000 Fr.:
24. Januar 1893, cbrnda, Zisferung von 39000 111 grau-sr Zrin- wand und 1300111 indigoblaurr Lrinwand, (*:-117€?- für Futter, Caurivn 5000 Fr.: _
27. Januar 1893, 811611111. Licxsrung von 50000 111 grauen, 5030111 braunkn, 10000111 indigyblaurn TUchZ, Caution 53 0-30 Fr.;
30. Januar 1893, 011011171. Lieferung von 13000 vollständigcn Jnéantaric-Tornistsrn und 13000 vollständigrn Jnfantrrie-Zrikgurtm mit Vajoncttbaltcr.
Die Termine? sind um 3115r Nacbmittags anberaumt. Ibm? PrixZJctHerirctimg am Platz iit Tie Wakrnkbmang derselbcn nicht mog : „.
Verkehrs-Anftalteu.
_Laut Telegramm aus Aachen ist die dritte englische Von über_ Ostende vom 29. d. M. aUSJLblicben. Grund: Nebel im Kanal.
Im Anschluß an krührrgVBixtbcilixngkn wird "zur Kxnntniß gs- bracht, 7:01; 111 [“Er Scköwxiz 210 Ein: und Turchxubr 131211 rsriönltchcn Ekactén ]szt bedmgnngélrs “(131€ka gcxtattst 111.
London. 28.Novexn1*€r. (WTTV.) D*?! Union-Damvfcr .Spartan' ist auf dcr Au-Zrciir brut? in Capetown angr- kommen. Der Castlc-Damvfcr .Dounc Castlc“ ist am Sonnabrnd auf der Heimreise in Lonkon angekommen. Dar Castle-Tamrfcr .Courland' ist gkstrrn anf dsr Ausfakyrt in D u rk a n (Natal) angckommcn.
St. Pete'rsburg, 28. vakml'rr. Dis Mündungkn dss Don 1111"? de:? Tnicrr sind infolgs dcs ('ingktrstsnkm Frostss unvasfirbar gxwrrchn. Tik Häkén von Holiingfrr-Z 11711: Rsval ünd urch 015,71'81.
Theater und Musik.
Am T011ncr§tag cht im Königlichcn Orerqbanis „(7373119113 111511031113“ mit FM Damon Picrsvn. Dietr1ch11n0 Lammrrt, dyn Herrey Sylva und Bulk"; in Scene". Yrcraus folgt die mvthologixäyc TanzkichtunÉZH „Prymstbcus“. _ Tcr Componist dsr Over ._ agliacci', ., rr Leoncavallo wird dcn fAauptproben seines Werks bsiwgnsn, kg:? nach dcm
„cnsationeklen Erfolg€ in Italien und aus dem Yustteüungs - Tbegtcr in Wien im Opernbauxe _zu Bsrlin zum ersten Mal_aus einer deutschen Bühne zur Darsteüung kvmxnt. Die Uebcrikßung dcs Librettos bat den Musikschriftstkllar Hartmann in Dresden zum Vcrfaffer. _ _ „ _ _
Durch bissige und auéwartige Blarter gebt die Naxbrubt, daß für dir Steklung eines Kapellmeisters_ an der Oper 111 Frank- furt a. M. die Königlichen Kavlllmeistcr Weingartner und Dr. Muck Anträge erhalten Hätten. Nach den SQWUJM dcs dsutschcn Bußncnvereins, dcm die vrreinigtcn Stayf- Tbcater zu Frankfurt _ a. M angebörcn, kann _aber _ em eventueller Uebertritt dicjczs oder jcnes drr genanntxn Kömgltchcn Kapramcister an die Frankfurter Over erst nach Ablaux 11)er hicxtgen Vertrags" überhaupt _m Frage kommen. Bekanntlich xmd k1_de «Herre? auf Jahre hinaus an die Königliche Oper 111 Berlin c'fc'ffc t. _ g Agnes Sormg wird im Berliner Tbkater demyächf1 die Reihe der Shakewearc'schen Frauengestalten, die fie berexts ibrcrn Repertoire xingefügt hat, um_§i_e Rglle der ,Cordelia" erwejtern, Mit deren Studium sie jetzt beschaftigt ist. _ __ '
Eleonora _Duse spielt mor en im Leyitng-Tbearer als skchske Gastvorftellung dj? Gräfin lotbilde in .Fxrnande', 11111 da_nn am Freitag_w1_ed_crum eine neue Rolle, die .Cyvrtenne" in _Victorrxn Sardou's Lustzptel als siebente Gastvocstcllung folgen zu [Men. Dre 3ächsf1€ZLichr olung von „Fedora“ wird Voraussichtlich am Sonnabend
att 11 M.
Die Directh des Kroll'fcbcn Theaters theilt mit, das; wegen Crkrankun KZs Signor Stagno die für heute und morgen cm- gesexten erstexx uséübrun en von ...-111118 171511!" abgefaxt werden mußten; die fur die e Vo teilungen gelösten Billets werden_ an_ der Theaterkasse zurückgenommen. Morgen geht dafür bei volkstbumltchen Freisen _MYart's „Hochzeit des Figaro“ mit Frau Moran-Olden als
räfin tn Scene. _
Jm Adoipb Ernst-Tbeatcr können dte_laut gewyrdenen Wünsche ngch 8111le Wiederholung von „Berlin, wie es wemt und lacht“ vorlaiäfßz nicht erfüllt werden, da sich die Zugkraft der Pose „Die wilde _adonna' unqefchwächt erhält._
Der K!avtervirtuose Leonard Borw1ck aus Frankfurt a. M. wird in seinem hiesigen Klavier-Abend am Popnerstag 711 Uhr [zu Saal Bechstein u. a. dieSx'infzebn Variationen und _Fuge 91 123-0111" von Beethoven, umann's _qunepal- MU Pra- ludien von Mcndelssobn, Brahms' Capriccto m 11111011, ferner