1912 / 104 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 30 Apr 1912 18:00:01 GMT) scan diff

bis zum 30. Juni d. I., Meldungen anderer Bewerberinnen bei derjenigen Königlichen Regierung, in deren Bezirk die Be- treskende wohnt - in Berlin bei dem . Herrn Polizei- oZ

prä identen -, ebenfalls bis zu diesem Tage anzubringen.

Ist der Aufenthaltsort der Bewerberin zurzeit ihrer A Meldung nicht ihr eigentlicher Wohnfiß, so ist auch der leßtere,

anzugeben.

Die Meldungen können nur dann Berücksichtigung finden, wenn fie genau der Prüfungsordnuna vom 15. Mai 1894 entspre en und mit den im § 4 derselben vorgeschriebenen

Schrif Bei denjeni en Bewerberinnen,

Prü ng nocZ) nith abgelegt haben, erstreckt sich die mündli

Prü ng. an

und Untexrichthrundsäsße.

tücken ordnungSmäßig versehen find.

In dem Gesuche it anzugeben, ob die Bewerberin sich zum ersten Male zur Prüfung meldet oder ob und wann fie fich

bereits der Turnlehrerinnenprüftmg unterzogen hat.

Die über Gesundheit, Führung und Lehrtätigkeit beizu- niffe müssen in neuerer Zeit auSgestellt sem. 1es „W. T- chen eugnis muß hervorgehen, daß die be- Y

bringenden ZeU

Aus dem ärztl

e Gr,herzog mit

die eine lehramtliY e die1

auf die Kenntnis der wichtigsten Erziehungs-

ij zxgenten 'in Schwerine1ngetrof11en und, wie „W. T. V.“

. seinerNöniglichen Hoheit dem Großherzog, reWHoheiten den Herzö en Paul Friedrich u_nd oxjßriedrick), dem StaatSm nister Grafen von Baxsenny,

den F? 96 von Roseneck, der Generalität und dem Offizierkorps der (trnison empfangen worden. en gest-k seinem hohen Gaste nach dem Schlo , wo von Ihrer Kaiserlichen Hoheit der b . r Gro herzogm Ale andra un j()xoßherzßxgin Marie bew1llkommnet wurde.

Elsaß-Lothringen. Die ErYtze Kammer des Landtags hat laut Meldung .“ estern gegen die eine Stimme des Abg. lumenthal bei e ner Stimmenthaltung eine von der Kom-

treffende Bewerberin örperlich zur Turnlehrerin geeignet ist*.«knission vorgeschlagene Resolution MISUUMMM- nach der kein

Das Zeugnis von der Aussteuerin eigenhändig zu unterschreiben.

Die Anlagen jedes Gesuches sind zu einem Hefte;* 5452, für die ZUkUUft ins

vereinigt einzurerchen. Berlin, den 17. April 1912. Der Minister der geistlichen und UnterrichtSangelegenheiten. Im Auftrage: Müller.

Dem Oberarzt der Klinik für krankheiten, Privatdozenten in der Me Univerfität zu Kiel Dr. Friedrich Bering Professor beigelegt morden.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Der Kreistierarzt Nippert zu Kölleda_ ist in die KÜS- tierarztsteUe des Saalkreises mit dem AmtSstZ in Halle / S- verseßt worden. '

Finanzministerikum.

Die Nentmeisterstelle bei der Königlichen ékÜSkUffe in Ohlau, Regierungsbezirk Breslau, ist zu beseßet'

Die von heute ab zur AuSgabe gelangend' Nummer 13 der Preußischen Geseßsammlung enthältankek Nr. 11 188 das Kirchengeseß, betreffend VenZIUPg des Je tes der Darstellung Jesu und des Festes der VexkundlgUUJ m" en Inspektionen Badbergen, Bramsche und GeorgSmarrenhutfe, , vom 6. April 1912, unter

Nr. 411 189 den Allerhöchsten Erlaß „betreffend Hie anderweite * Yeaeluxö-l 3 ", Rangverhältnisse der _aatswerksdtrektoren und .- . M'st. Z 7

. ...Ein ,Stahlw. O - "L.

?*14 11193- Vorsißenden -„_, _ d unter _ _ _ _ Y'WT'WMYY'LWT" den 29. April 1912.

Königliches Geseßsammlungsamt. K e r.

“Yiehfamtliäjes.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 30. April.

Seine Majestät d_er_ Kaiser und König hörten gestern vormitxag in_r Achtlleton auf Korfu die Vorträge des Chefs _ Hes Zwrlkabmetts, Wirklichen Geheimen Rats oon Valtenxth hel? Chefs dez? Yilitärkaxinetts, Generals der In- an erte ret errn von yn er un des C 6 ds ' - kabinetts, Admirals von Müller, W e MMW

Laut Meldung des „W. T. B.“ smd S. M. S. „Panther“ am 26. d. M. in Freetomn (Sierra Leone) und S. M. SS. „Emden“ und „Iaguar“ am 28. in Tsmgtan emgetroffen.

Sachsen.

Anläßlich des Stapellauf?» des Linienschiffes „Köni Albert“ hat, wie_der„Zächsische_Lande§diens1“ meldet, zwischengSeiner Majextgt dem Kotxtg Friedrich August und Seiner Maxe tat dem Knrser, folgender Telegrammwechsel stattgefunden :

Seiner Majkstät dem Deutschen Kaiser und König von Preußen.

Das Linienschiff Ersatz Aegir, durch meine Schwester .Köni Albert“ getauft, ist soeben_ glück1ich vom Stapkl g-laufen. Möge da?; Scbtff, den Tradituznen sxmes Namens getreu, aUezeit bereit sein, sein Brstes einzysexzkn fur Kmser und Reich, a1s würdiges ©1161) unserer Flotte. Dtr, 1br_xm obersten Krit'gsvc-rrn, danke ich dabei erneut von ganzem erzen fur die mit soviel Liebe und Treve mir und meinem ganzen «acbsenvqik erwiesene Ehre und für die herrliche Gestaltun *der_ heutigen Feier, die mir und meiner SchrVester unverge li bletben Wud. Friedrich Auguß

Seiner Majestät dem König von Sachsen.

Ich habe mich sehr gefreut über Deins Mitteilun von dem glr'icklicben Sjapelxauf des Linienschiffes „König Albert“gund danke Dir und der Prmzesfin Majbilde herzlich für das Erscheinen zur Stapellavsfeier. Mögx das stolze Sch1ff dem Namen d-s Heerführers auß großer Zyit aüezett Ehre machen und ein neues Band knüpfen zwrschen den Bewohnern des Sachjenlandes und der Z1'Zszu1scheén Marine. . ilhelm.

Mecklenburg-Sckxwerin.

Zum Besuche des Großherzoglichen Ho es ist eute mitta Seine K_önigliche Hoheit der _Prifn Lul5wig vor? Bayern 111 Vertretung Seiner Königli en Hoheit des

über die Turn- bezw. Schwimmfertigkeit ist

aut- und Geschlechts- izinis_ en Fakultät der 11 das Prädikat

der- Bergwerksdirektionen,

Fr" bz tjeJFlffZUd ddl? [ und WaUmerod, vom 1821131113912?

) Bshebung dcr Verkehrßbehinderu?

Mlaß bestehe, eine Kürzung _der Rxpr äsent ati 6 ns be ge des S 1 a t t [) alt e r s , wie dte Zwette Kammer vorgeschlagen Auge zu fassen.

Oesterreith-Ungarn.

Jm ungarischen Ab eorhnetenhause hielt_ der Misterpräsident Lukacs getern eme Programmrede, in d er laut Bericht des „W. T. B.“_“ aus ührte :_ _

Cr bedauere, da sich die österretcbtscbe egieruüg uu erechügter Zeise in die kroa ischen Angelegenheiten eing __ _! abe. Ole Agitation gegen die Staatseinbeit habe in _ yatieneweq so bedenklichen Grad erreicht. daß Auanbmema reFln"-:,„ _ rt en werden mu ten. Doch sei dre ungarische __eg_x1mg., er 1, alle kroati cbrn Beschwerden anzuboren, und HIPEPe daS größte Entgegenkommen beweisen um diese_ abzusteüeü; es" könnten aber die kroatischen Angelegenhe1ten n1cht'1nfolge__der EinmiscbuY? einer fremden Regierung oder eines fremden Vertretungßkörpers, erledrg werden. Was die Wablreform anbetreffe, das M1 rauen der Oppoßtion zu zerstrem'n, alsnob ?.Regierung-die Wablre rm nickoternstlichwolle.Erwerdeeinenbezu li ; Gese?e(_§t rf innerhal einerLFrist vorlegen, daß die nächsten Wal) e Mga- r _ -_ lage des euen ablgeseßes stattfindenkönnten._Nachden1__[eit64-Jöqb n am Wa 1961613 nichts geändert worden sei, musse dWl ein. großer" Schritt n der Wablreform getan Werden. Doch wsrdéyes die Be,-

ierun ermeiden, einen Entwurf zu unterbreiten, ns kle bedeuten würde. Die Regierung Wolle _a__ rechtigte Wünsche erfüUen, anderersetts aber au _ - ' fertigten Bedenken der konserVativen Elrmente be_ Der [ ende Gedanke der Reformvorlcrge rde _ erkennun des Prin ws des 1“ aÜgememen Stimmt“, ts s_e_ _ stufenwei verwirkli t werd wurde. Es,werde)„' ber -_ r-;_,em gewiffer eil der Abgeordnet auf_der_Grundlaas'“des aUge-krymen Stimmr ts gewählt werde Glerclyzetlig nxit dYArlsdxbnyng des Wablrccb werde auch eine -: e orm der „Yan .rdnuyr dur - geführt den. Der Mini rafident appsüterte schließh an (11112 arteien, aß, e bei_„der _stellung der durch diszsJnktionge- KHM" ,krbeits (LYZÜF des Meordnetenhauses mitwirkézäsoüten. 1 Gwßbritanuieu und Irland. der estrigen S1 ung de!) Unterhauses fragte der [3 Z nete Éykes (konsJ an, 67 die Dardanellen noch

Y'HMÖLLSWÜUW geschlossen 111611, ob ferner die britische

e "am an die italienische und die turkisckw Regierung heran-

en wo e um einen örtlichen Waffenstillstand von genügender

auer herßeizuführen, der den britischen und anderen gegen- 'ärtig im Bo§porus vor Konstantinopel und im Marmara- eer festgehaltenen Schiffen Gelegenheit gebe, in das Mittel- ?ländische Meer QUSzulaufen.

Wie „W. T. B.“ meldet, HÉjaHtc dEr ParlamentSuntersckretär , Acland dkn ersten Teil drr Anfxage. Wegen des zwcitcn Teils er- klärte Er, Sir Edward Grky babe _1e am meistrn interc-s11erten Mächte befragt, cb irgend sine 38111V1'111JL Maßnahme: der erwähnten Art zur getroffsn WerdM könne, wrnn die Durchfahrt nickt, wie man ge offt habe, in disser Woche frei- gegeben werde.

Bei der darauf folgenden Fortseßung der Budget- beratung kritiferten verschiedene Mitglieder beider Seiten die Absicht der Regierung, den Ueberschuß von 6,5 MiYionen qund für gewisse, möglicherweise eintretende Erforderniffe zn re eruieren, statt re zur Schuldentilgung zu verwendsn. Der Abgeordnete Austen Chamberlain richtste an den Schuß- kanzler Lloyd (Hexrge die Frage, ob irgend ein Teil des Ueberschusses, der nicht zur Deckung anßerordentlicber “orderungen für die Marine in dießem Jahre oder zur

eckung eines aukergewöhnlichen Eimm meausfaües gebraucht werden würde, zm Schuldentilgung verwendet werden 10116.

Lloyd Georg: erwiderte hierauf, daß die Regierung iibcr den Ueberxcbuß nicht vefügxn WOÜL, erstens wegen drr Unsrcherbeit dsr Wirknng der Arbeterunrubcn _auf die Stamsx'innahmen, zweitens wegen der im Voriger Jahre entnandenen Kcstsn für die Admiralität, die fich auf 600 000 Pfund beliefen, hauptsächlich aber WELL" der Un- srcherbeit der etwa n-cb erforderlichen Geldmittkl für die dlotfe. Es sei sehr schwierig, ich über diese Angelegenheit weiter ausznlaffen, obne viellkicht Schadm anzurichten, und derwegcn möge 566 Haus er-jscbuldigen, Wenn er das nécbt tue. Der Ersje Lord der Admiralität Cburcbil] babe darauf hingewiesen, daß die Voranschläge auf der Annahme beruhten, dcß die rogramme anderer Lander fick) nicht Von denen früherer Jahre mters jeden. Er habe aber gl-xicbzektig erkjärt, daß, wenn diese Programme geändert würden, er an das Haus nkue Forderungen stellen nüffe, und daß solche Aenderungen einc'n schwerwiegenden EinfUß auf das Programm Englands haben könnten, und wie er (Lloyd George) meine, haben würden. „Wir wifjen nicht“, schloß der Sebaykanzler, „,wie es zurzeit damit steht, und ich Weiß nicht, Welche weiteren Forderun 911 an uns berantrrten könnxen, jedenfaÜs aber _müffkn wir mt der Möglichkeit rechnen, um wenn es der Fall sem _soÜte, so wird es 1"1ch nicht nur um Forderungen“ für dieses Jahr aUe-m banyeln. SoÜten aber Weitere Forderungen nötig werden, so branchen w1r_ sicher nicht zu borgen, um ihnen gerecht zu werden. Wenn es möglrcb 1st, eme weitere Besteuerung zu vermeiden, so sol11e man das tun, und chr könnten es Vermeiden, wrnn wir einen Fonds haben, auf den ww Kurückgreifkn können. Wenn die Regierung nach dem 1br vor- isgenden Nachrickyt-“nmarerial und nach endgültiger Gestaltung der DinUe zu dem Schluß kommt, daß es; notwendkg ist, weitere Auxigaben zu machen, so muß die Zustimmung des Hauseskfür diesen Zweck fieber gestellt werden. Diese Frage könnte abcr spater, wenn das Budget in die Kommissionsbergtung kommt, wieker auf- genommen werdrn, und dann wi1d auch 516 Remi rung xmd das Haus im Befiße allks tatsächlitben Materials sein." Eine bestimmte Zusage, die Chamberlain zu erlangen versuchte, daß das (Geld, wenn es nicht für die Flotte oder zur Dkckam eines Einnahmeausfalls aus Anlaß d-s Koblenarbeiterstreiks gebrau t würde, zur Schuldentélgung ver-

wandt werden solle, lehnte der Scbaykauzler ab.

melo t, «J dem mit Fahnen und Laubgew-inden geschmuckten Bahn-

Wem von Preffentln und Dr. Langfeld, den o ersten er , dem Kommandeur der 17. Divifion Generalleutnant

Nach der Begrüßung und dem rbschreiten 'der Front der vom Grenadierregiment Nr. 89 Ehrenkompagnie fuhren Seine Königliche Hoheit der roß-

«zogin-Mutter und Ihren Köni lichen Hoheiten der verwitweten

.,?»„des Aeußern Assim-Bet) laut Meldung des „W. so wünsche die Regiermy-

de'r eknen Sprulxm'x

, “das *

x

Frankreich- .

Der Ministerpräfident Poincaré hat laut Meldung des W. T. B.“ dem Gesandten Regnault mitgeteilt, daß die Regierung ihm ihre volle-Wertschäßunq und ihr ganzes Ver- trauen bewahre und daß fre fich bei Ernennung des Generals Liautet) zum Generalrestdenten in Marokko nur von Erwägungen der höheren Politik habe leiten lassen. Gleichzeitig wurde Regnault beauftragt, die Ankunft des Generals Liautey in Fes abzuwarten und ihm bei Antritt seines neuen Amts mit seinem Rat zur Seite zu stehen.

Rußland.

Der Ministerrat hat einen von 122 Abgeordneten der Reichsduma eingebrachten (Heseßvorschlag, den Fasten des General ouverneurs in Warschau aufzu eben, laut Meldung es „W. T. B.“ mit der Begrünvun abgelehnt, daß eine solche Maßregel unzeitgemäß sei, da in enem Grenz»- gebiete, das in !irategischer, nationaler und religiöser Beziehung eine AUSUahme tellung einnehme, die Erhaltung einer starken Lokalgewalt notwendi sei.

- In der Reichduma stand gestern der KultUSetat zu Beratung.

Im Laufe der Debatte kam der Kadettenfübrer Miliukow aus die große Zahl der Schülerselbstmorde zu sprechen und sagte, obiger Queüe zufolge, auf die Minifterlo e weisend, in der der Kultusminister und 181" Gehilfe saßen: .Die Déörder unserer Kinder sven vor Ihnen!“ Für diese Aeußerung wurde Miljukow zunächst auf fünZ und, als er 718 wiederholte, auf zehn Sißungen ausgeschwssem

Span'eu.

Der Ministerrat beschäftigte sich gestern mit der von dem franzöfiscben Geschäftsträger in Tanger dem dorti en diplomatischen Korps gemachten Mitteilung, daß die frapzösiéche

Regierung die gesamten Befu nisse nunmehr dem Generak die Französrsche (Heßandt-

“E'

residenten übertragen werde, un da schaft in Tanger lediglich ein Amt "r lo ale Angelegen bilden solle.

Türkei.

Bei dem gestrigen Diplomatenempfang teilte der LYNET den Diplomaten mit, daß der Ministerrat bisher keine Ent- Lcheidung über die Wiedereröffnun der Dardanellen abe__ treffen können, er aber bestrebt ?ein werde, demnächst eine Entscheidung zu fällen.

_ ie „W. T. B.“ aus Kanea meldet, hat der britische Kreuzer „Minerva“ den griechischen Dampfer „Peloponnisos“ ._Ygehalten, der eine Anzaßl kretischer Abgeordneter, die

r die griechische Kammer gewählt waren, nach dem Piräus ringen wollte. Die Abgeordneten wurden als Gefangene auf den britischen Kreuzer „Hampshire“ gebracht; dann wurde der Dampfer „Peloponnisos“ wieder freigelassen.

Amerika.

Das chilenische Ministerium ist nach einer Meldung des „W. T. B.“ zurückgetreten.

Asien.

Senat vorsteUt, ist gestern von Yuanschikai mit einer Rede eröffnet worden, in der er nach dem Bericht des „Reuterschen BureaUs“ ausführte:

Die w1cht:g1te Angelegenheit sei die Regelur-g des Finanz- wesens. (China sei zurzeit nicht imstande, die fremden Anleibkn zu bezahlen, wäbrknd neue AuGgaben kic «Feilfe wsitsren ausländischen Kapitals rrforderlicb machten. Die ' egierung wäre jeßt mit der Ankarbeitung cines Mach _von Steuerreformen bsscbäftigt, den er in kurzsn Zügen charakteris16rt6 Die Raie-ung Vlrbandlc mit den Z).)käcbtkn in der Absicht, die Steuer- einki'mfte zu 21565611, die LikinzöllE abzuschaffen und 111 Ausfubrzöüe zu ermäßigen. Er hoffe, daß die Eisenbahn: und andere 111811313111)? Anleibrn fick) 191511 118151111611 würdrn, andemfakls würdendic Salzabgaben da'ür in Ansxruch 1141101111116" wrrdcn müssen. Es Werde nötig ssin, ausländische ck1116n5111chVerstämdige anxustcllen, um ems richtig€ Aufstcüuna dcs B.:dgrts und eine klare Rcchnungsl€gung zu Erzielen. (Tr 50716, das; das Volk den Widerstand gegen die weitere Entwicklnng dcs Landes m11“ Hilfe außlärxdischrn Kapitals aufarben werde. Die Bergwx'rksgksrygrbmg solle reformiert und die überflusfigen Truppen sollten entlassen werden.

Yuanschikai schloß mit dem Hinweis darauf, daß die Mächte in den leßten Jahren eine wohlwollende Haltung eingenommezx und den Wunsch gezeigt hätten, China zu helfen, wofür dle Chinesen sick) dankbar zeigen soüten.

---- Eine Mitteikrmg des Premierministsrs, des Ministers dees Auswärtigen und des Finanzministers an die Gesandten der Viermächtegrnppe steÜt, wie die „Times“ meldet, fest, daß der Vertrag 11er die belgische Anleihe vom 14. März den Noten widerspreche, die am 9. März zwischen dem Prästdenten und den Banken der Viermächtegruppe ausgetauscht worden sind. Die chinefische Regierung verpflichte sich daher, den belgischen Kontrakt für ungültig zu erklären und den Vor- schuß von 1250000 Pfund, den fie auf Grund der belgischen Anleihe erhalten habe, nicht aus der künftigen Anleihe der vier Banken zurückzuzablen. Die Regierung habe die (HS- sandten ersucht, den Banken die Wiederaufnahme der Verhand- lungen zu empfehlen, und diese hätten demgemäß gebanpelt. Tangschaoyi habe den Gesandten mitgeteilt, daß China eines sofortigen Vorschusses von 35 Millionen Taels bedürfe und weitßrhin monatlich eines solchen von 6400 000 TaelS. Das Geld werde 11amentlich zur Besoldung der Truppen und zur Einlösung der während des Bürgerkrieges au§gegebenen Noten gebrancht, die in Hankau aUein in Höhe von 120 Milltonen DoÜarS auszgegeben worden seien.

Afrika.

Nach einer Note der „Agence Hanus“ hat due Unter- suchung der Ereignisse in Fes durch den Gesandten Regnault ergebey:

1) Die Meuterei der Truppen bat ihren Grund in der Un- zufriedenhcif, die durch die Entscheidung, betreffend den Gold, und durch die kaürcbtung der Soldaten, daß fie einen Tornister tragen sollten, beorVoqurufcn worden war.

2) Die Unterzeichnung des Protektorats kann nicbt als eine der Ursachen der Unruhen angsssben werden. Ohne Zweijel bat 111611513t Ereignis in einer fanatischen und unwissenden Bcvö1kerungsschlch 91"? 091111112 Erlegung und Feindseligkeit beworgerufen, aber dieer Geist hätte keine ernste Gefahr herausbeschworen, solange die Truppe" treu blieben. V

3) Auch in den Kritiken, die firb in dem Rahmen einer er- urteilung des Mißbrauchs dec Amtsgewalt des Machsen bewexten, kann kein (Grund oder Vorwand zu einer fe1ndselkgen Veweguna ULJMt uns gefunden werden. Diese Kr1t1ken batten seit der Ankuye Regnaults in Frs je'de Schärfe verloren. Ebensowenig ist irgend em

Spur, die auf fremde Machenschaften hindeutete,„zu enjdecken-,

Der chinesische Beirat, der tatsächlich den vorläufigen

4) Die AußÖt, daß die Juden die Empörung angestiftet hätten, tbebrt jeder Begründung; die Ekel nisse" beweifen dies. Die ,. "85471311, Sultans und seiner Wesrre st ebenfalls über jeden Ver- er _

5) Die Erhebung war nicht organisiert.

6) Die Erregung unter den Stämmen, die im Falle einer Ver- „drang hätte zum Ausbruch _kommen müffen, fiel nicht mit der enterei des Militärs zusammen und zeigte fich tatsächlich nicht ,. er den benachbarten Stämmen.

7) Es bestanden keine Anzeichen, aus denen man die Erhebung tte vorhersehen können; Regnault und Moinier hatten keine Nach- erbalten, die fie in den Stand gesetzt hätte, die Regierung über ,Mögllchkeit einer Meuterei aufzuklären.

Wie die „Agence Havas“ ferner aus Larrasch vom d. M. meldet, dauert die Gärung in der dortigen Gegend . und es wird den Europäern geraten, ihre Häuser nicht zu lassen. Seit dort die Ereignisse in Fes bekannt geworden d, ist die Haltung der Eingeborenen anmaßend geworden. 'e spanischen Verstärkungen konnten des schlechten Wetters gen nicht gelandet werden und kehrten nack) Cadiz zurück.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberi te über die gestrigen Sißungen des R eich S - ags und des Hau es 1) er Abgeordneten befinden fich in , Ersten Beilage.

«- Der Reichstag seßte in seiner heuti en (51.) Sitzung, .elcher der Staatssekretär des Reichskolonia amts Dr. Solf eiwobnte, die Spezialberatung des Etats für das Reich?.- olonialamt in der gestern begonnenen aklgemeinen Be- rechung bei dem ersten AUSgabetitel „Staatssekretär 4000 ck16“ fort.

Abg. Dr. Waldstein (fo1tscbr. V0176P.): Gegenüber der Aeuße- .ung des Abg. Erzberger über die (“.*-„191111719 Frankréichs ten aucb „jswünscben, das; es sich um ein Mißverständnis handelt. ieüeicht

' ndet sich Gelegenheit, diese Angelrgenheit zu regeln, Wenn man an

1: Frage der Konzesfionsgeseüschastkn herantritt, die wir durch das „larokkoabkommerz in unseren neuenGebicten beiKamerun bekommen „ben. Neben die1en Ko11zesfionsgcsellschaften muß aber auch für unsere aufleute genügende Betätiguna offen Uelaffrn werden. Wir wünschen 1cht, daß gcgen die _Konzesfionögessüsckoasten mit ganz besonderer trknge vorgsaangen erd. Damit könnte der Wert drs Abkommens . intrrnationaler Beziebuv beeinträchtigt wrrden. Das Gebist isser Geseüscbaften rst aber 131) groß, das; 116 allein es nicht auf- chließ9n können. Der Frribandel in diesen Gebieten ist außerdem .urch die Congoakfe gérvabrleistet. Der Einschränkung des Alkohol- onsums stehen wir freundlich gegenüber. Dagegen können wir uns icht mit der Auffassung drs Abg. Hrnke über 5811 Bie1km1sum ein- - fanden Erklären. Dre Babmarife müssen allein dem 1ntereffe dcr Kolonie angkpaßt werden, selbst auf die Gefahr in, daß sie anfangs nicht so eindringlich find. Cs andelt fich dabei drcb in erster Linie: um die Auf- "ließun des Landes. Das Balanziercn des Etats darf deshalb icht a ein_aussch1aggebend sein. So ist z. B. der französische arif erbcblnh billiger. Dcsbalb laufen die ngsr bei uns lieber eben der Bahn her, als daß sie 116 benußen. Was die Baumwoüen- [tur anlangt, so richtet fish unsere Jndusirie hoffentlich nicht «5 den Ausführungen des Abg. Henke. Ju Togo ist_ aÜerdings ein ückgang x_u ver1€1chnen, deck) liegt drr Grund daffir auf einem ndern Gebrrte. Andere Länder Habenkbenso an;?efangen. Man braucht ur die Entwicklung auf diesem Gkbicte in 5.) ordamerika anzussbrn. uch dort _batte man zeitweilig einen Rückgang. AUcrdings maß man 1 uns bet dsr Auswahl dsr BaumwOÜsachmxrständkgen etWas Vor- tigér sein. Man sollte fie 11116111 nach Nordamerika schicken, damit dort lernt'n. Dafür muß Geld Vorhanden sein. Zu bedauern ist schnelle Bramtenweckxsel in den Kolonksn, ganz brsonders unter _m Gouv rncurkn. Sie können s1ch BLSÜÜW in ihrem Wirkungskreis 1cht einlebcn. Wir hoffen deshalb, daß der in Aukfickf genommene ouVerneur Von Ostafrika nicht nur drr Platzhalter für einen kommenren Mann ist, sondern rechtlange dort bleibt. Der ScHwerpunkt “_Verwaltuvg der Kolonien muß mehr in diese-selbst Verleat wcrksn. “ltr unterstüßen deshalb den Antrag der Budgetkommisfion, _cln allgemkines Kompctsnxaeskß für die Uesatnten Sckzußgebietc zu schaffen, und ebe_nso cine VolkWLrtretung für Südrvestafrika auf GrUnd des 1111181111111?" gle'icbcn Wablrecbtß. Wir müssen bedenken, daß wir über Verhaltnisse svr6chen, die Tau1ende yon Kilometern Von uns entfernt 1116 Das gilt auch Vom 5391011161611"; Wir gönn6n der Spree al]? mogltcben Zentralbehörden. Wer es 111 doch besser, daß der obsrsje Kolonialgemchtsbof an die Waterkant, nach Hamburg kommt.

(Schluß des Blattes.)

- DaE-Haus derAbgeordneten seßte in der heutigen 160.) Sißung, welcher der Minister deéZ Innern Dr. von Ball_wixz beiwobnte, die zweite Beratung des Etats des Mintsteriums des Innern für 1912, und zwar z11nächft die Zkspreckwng des Kapitels „Landrätliche Behörden und Yemter“, fort.

Abg. Dr.Scbroeder-Caffkl (nl,): Wir haben schon in früheren Jahren u_ns darüber beklagt, daß die DienstaufwankErntschädigungen der Lanßrate zu gering bemessen seien, und wir habxn im vorigen Jahre emen A! trag gestellt, 1) ese E111schädiaungen ent]p:ecbcnd zu er- 1111xn- In diesem Etat ist der Fonds um 500 000 „zz erhöht worden. Mrme p_olitischen Freunde sind dem Minister des Innern und dxm tnanzmmifter dafür sehr dankbar ..... (Der Präsident macht _Redner darauf aufmerksam, daß diese Ausführungen zu einem 135375" TM! gehören, worauf der Redner seine Ausführungen ab-

. Abg. Eberhard (kons.): YFM- ist im echt liberalkn

„ik haben denn auch in dissen Tagen eine große Reibe beweg- lkchkr Klagen über die Tätigkcit der Landräte, über ihre angeb- lich?" Uebergriffe und ungerrchtfertigte Handlungen gehört. Von den 26 vorgebrachten Fäüen über anacbli-v mißbräuchliche An- wkndung des Vereinsgeseßes Werden ficherlicb 25 übertrieben oder aus den FMM _gxsogen sein. ka Landrat steht das sta.1tsbürgerliche Recht kpolznscben Betätigung genau so zu, wie jedem anderen aatßburger; es darf ihm nicht verkürzt wexden. Es ist 1613e111cht erfreulich, wenn man dazu gezWUngen ist, alte la11111cbtc-n wieder auözugraken und breit zu treten, aber man 91111 112 nicht unwidersprochen lassen, um nicht den 1111 111 des Unrechts auf 1ch zu laden. Ich muß des- F'b auf die von dem Abg. Lo mann am 27. April vorge racbten wal]? einYehen, weil dc-r Landrat meines Wahlkreises beschuldigt _okdßn it, in unzuläsfiger Weise bei den Wahlen aufgetreten LÜM- Herr Lohmann sagte damals, daß der Landrat Dr. von 1;Kelmann in Woblau nicht nur in einer nationalliberalen, sondern er in einer konservaiiVe'n Versammlung aufgetreten fe], wozu “"me das Recht nicht besireite, daß jener aber auch offentlich . akt babe: „Wenn ich Wirt wäre, würde ich mern Lokal nur „den ?*wnservativen zur Verfügung steüen“. Herr Lohmann fugte 1", wenn das richtig wäre, so würde zweifellos ein Ueber- Ick) erkenne an, daß Herr Lohmann so LadGerechtigkeitss'mU hat, daß er gegen das Auftreten eines *krats in einer konservativen Versammlung nichts einzu-

Einem Landrat etrvas am Zeuge zu Sinne immer eine gute Tat.

11121 vorliegen.

wenden bat. Ob „er aher damit bei seinen Parteigenossen Beifall finden wird, ist nur zweifelhaft; weiter um? links wird er wahr- che-nlich auf einen scharfen Gegensatz s oßen. Nun zu der Yeußerung selbst! Der Abg. Lohmann hat den Wortlaut der Aeußerung des Landrats falsch wieder egeben. Herr L_obmann hat es so dargestellt, als ob Herr von Enge mann gesagt hai_te, er würde das Wahllokal nur el_nem Konservativen zur Verfugung stellen. Ich habe hier die schrtftliche Erklärung des Staatsbürgers von Engelmann. Danach hat er gesagt: . . . „so Würke ich Ihrer

artei“ - also den Nationalliberalen - „mein Lokal Wbt hergeben“.

as ist ein großer Unterschied, denn die nationalliberale Partei hat den Wahlkampf in dtefem Kreise in einer Form gxfübrk, daß schon aus rem menschlich Empßnden heraus der Gastwtrt dieses Lokal Ver- weigern müßte. Zum Bewe sedeffen, wie der Wahlkampf efübrtwurde, kann ich mich auf die Tätigkeit eines Oberlehrerß h_eru en, Ich war bei der Kultusdebatte verhindert, an den Kultuömtmster die Fra e zu richten, ob er damit einwerstandcn sei, daß die Schulauffickptsbe 5152 die agitatorische_Tätigkekt eines solchen Lehrers dulde. Der Ober- lehrer batte fich m der Versammlung an den Landrat gewandt .und von ihm heanspruchx, dax er se1nen Einfluß dabm thend maehen solle- daß dre Wirte thre okale allen Parteien zur Ver U ung 11811811 Das hat _der Landrat 116111er ab elebnt, denn er hat fi da nicht hinein- zumrschen- Ich schließe michJ aber doch der 231111! des Abg. Lohmann an, daß der Minister alle Fälle untersuchen möge. kamtt er bei einer neuen Debatte wieder so treffendes Material hat. _-

_ Abg. Namdobr (freikons.): Die Landräte mußten in den Kreis- blattern vor den Tricks der Wablkontroüeure warnen. Den Sozial- demokraten kommt es bei der sogenannten WablkontroUe nicht darauf an, dte_Wahlbandlung zu kontrollieren, sonderxr darauf, Proteste zu kOUsYruteren. Bei den Wahlen yon 1903 erscbten auch an dem Orte, wo ub Wahlvorsteber war, ein sozialdemokratisclxer Wablkontrolleur. Uebrigens ist es keine Freude, wenn nur 50 _Wahler da find, den ?gnzen Tag als Wahlvorxteber aushalten zu mussen. Vielleicht könnte ur solche kleinen Wahl ezirke eine kürzere ?ertdauer für die Wahl MEÜLYT Werden. Dieser Wablkontroüeur atte fich eine Menge

atertal mifgebracbt, und als er wegging, 1527; er konserVaUVe Stimtxrzettel lie en. Ein Wahlvorstandsmitglted hat dies noch rechtzettig bemer t. Wäre es nicht bemerkt wwrden, dann hätte es nachher geheißen, daß in dem Wahllokal Strmmzettel Verbreitet würden, und daß die Wahlen infolgedessen ungültrg seien. Man darf uns diesen Wahlkontrolleuren gegenüber nicht der Hartberzigkeit zeiben. Da die Leute den ganzen Tag aushalten müssen, haben fich gutberzige Gemeindeworsteber und GutsVorsteher gefunden, die den sozialdemokratiscben Kontrolleuren noc!) Eisbem und Sauer- kobl gegeben habkn. Aber es kommen am!) andere Fälle vor. Es kommt oft Vor, daß Sozialdemokraten sub unnfxß machen, natürkicb außer dem Hause. Da oft die Leute nicht rvrffen, wie ße sich den WablkontrolleurenWegenüber zu verhalten haben, fragen fie beim LandratSamt an. enn die Antwort" z. B. lautet: „Weisse hinaus", so kann es e*nmal geschehen, daß Verstanden wird: „Schmeißt fie hinauß'. Da kann es denn mitunter etrvas hart zugehen.

(Schluß des Blattes.)

Statistik und Volkswirtschaft.

Die BeWegung der Bewölkerung in Preußen in den Jahren 1910 und 1911.

Im Preußischen Siaate find im Laufe des Jahres 1910 1256 613 Geburten, 675148 Sterbefälle (einschließlich Von 37 166 Totgeburten) und 310415 Ebescblirßungen beurkundet 1111115611. Der GeburtenübersÖuß betrug somit 581465 oder 14,6 auf das Tausend der mittleren Bewölkerung. Im Jahre 1911 find nach den Vor- läufigen Ermittlungen emscbliekxlkcb der Totgeborencn 1222 634 Kinder geborsn und 732 301 Personen gestorben. Eheschließungen gab es 321158. Demnach ist die Geburtenzabl gegen das Vorjahr um 33979 zurückgegangen, während die Zahl der Todesfäüe um 57153 gestiegen ist. Der Geburtenfrberschuß ist dementsprechend um 91132, und zwar Von 581465 auf 490 333 gksunken. Die Zahl der TodesfäUe hatte fich besonders stark im 3. Vtkrteljahrc des Jahres 1911 wer- mehrt als Folge der ungewöhnlichen Sommerhiße. Eine auffälli e Erscheinung der 1661611 zwei Jahre ist die abnehmende GeburtenzaLl bei steigender_El)efrcquenz. Während fich nämLicl) im Jahrzehnt 1901-1910 rm Durchschnitt die Gsburtenzahl auf 1291732, die Zahl der Sterbefälle auf 727420, der Geburtenübexscbuß somit auf 564312 belief, ist die Geburtenzabl im Jahre 1910 bereits 35119 unter dem zabnjäßriqen Durchschnitt gewysen, 1911 aber sogar 69 098. Die Zahl derTodsSfälle hat1910 aklerdings 52 272 unter dem zehnjährigen Durchschnitt bstragen, 1911 jedoch diesen Durchschnitt um 4881 überschrittrn. Die Zak)! der Ehe- schließungen s1LÜ1€ sub 1910 auf 10154 über dem zehnjährigen Dur schnitt 1901-1910, im Jahre 1911 sogar auf 20 897. Es ist also lar, laß die eheliche Fruchtbarkeif in einer nicht unerbsblichx-n Abnahme begriffen ist. DLS besseren Vergleichs Wegen geben wir bier die fo1gende Uebersicht: Es sind bsnrkundet

Geburten [ Sterbefälle Geburten- einschl. der Totaeborwwn überschufx 1 301 299 754 511 546 788 1296 167 717 663 578 504 1 274 850 747 496 527 354 1 304 910 742 425 562 485 1 280 258 765 249 515 009 1 309 094 713 073 596 021 1298 476 719729 578 747 1 308 464 733 035 575 429 1 287 184 705 867 581317 1910 ....... 1 256 613 675148 581465 310 415 1911 (vors. Ergebn.) 1 222 634 732 301 490 333 321 158.

Wichtig md noch die Verhältniszaßlen- A us 1 00 0 der mittleren Bewölkerung etrug » die die die

Sterbe- Heirats-

ziffer ziffer 21,7 16,6 20,3 159 20,8 15,9 20,3 16,2 20,6 16,2 19,0 155 ZZZ 16,4 , 16,0 17,9 15,6 1910 ......... 16,9 14,6 15,5

1911 (vorl. Ergebn.) . . 18,1 12,1 15,9.

Während also die (Haburtenziffer um etwa 16 v. H. gejunken ist hat fick) die Sterbeziffer bis 1910 um 22. v.H. verringert und war fe1bst im leßten, ungünstigen Jahre immer noch um 17 v. H. niedriger als 1901. Die HeiratSziffer bat ebenfaÜs etwas abgenommen, doch ist diese Abnahme n1cht erheblich.

Dem Geschlecbte nacb verteilthKficb die Geborenen und die Ge- sto rbenen der leßten vier Jahre 1901 bis 1910 folgendermaßen:

darunter Tot- Gestorbene einschl. _ geborene der Totgeborenen mann!. weibl. männl. weibl. 20 771 16 395 350 722 324 426 21 216 16 779 369 420 336 447 21 979 16 912 384 626 348 409 21 981 16 678 377 850 341 879.

Cbkscblie- ßungen 288 567 281 532 285 384 294 732 299 988 309 922 313 039 311 131 307 904

1901 ....... 1902 ....... 1903 ....... 1904 ....... 1905 ....... 1906 ...... . 1907. . . . . . . 1908 ....... 1909 .......

der Geburten- überscbuß 15,7 16,4 14,7 15,5 13,9 15,8 15,2 14,8 14,8

W _O'

wwc-och-ow »WNQSRWO

Geborene

männl. weibl. 1910 . . 646 802 609 811 1909 . . 662 356 624 828 1908 . . 673 492 634 972 1907 . . 669 664 628812

Von den Lebendgeborenen waren unehelich: männl.

1910 . 48 108

1909 . 48 962

1908 . 48 651 46 652

1907 . 47 842 45 247.

(Nach der „Stat. Korr.“.)

Weibl. 46 338 46 872

Zur Arbeiterbewegung.

In Stettin find gestern, „W. T. B.“ zufol e, 700 Elektro- morzteure wegen Ablehnung ihrer erhöhten LobUHorderungen in den

Ausstand getreten. Es handelt s'acb vorwiegend um am Bau der

Ueberlandzentrale beschäftigte Monteure dortiger Niederlassungen

der Berliner gro en Elektrizitätsrvexke wie Siemens u. Halske

und Allgemeine lektrizitäthesellschaft.

Zum Ausstand der Rbeinschiffer (vgl. Nr. 103 17. Bl.) wird dem „W. T. B.“ aus Duisburg-Rubrort gemeldet, daß der Ausstand bei denjenigen Firmen erfolgt ist. die die Forderunxzcn (Lohnerhöhungen Und Regeluug der Ueber-, Nacht= und Sonntags- arbeit) nicht anerkannt haben. In Mitleidenschaft__ Find gezogen 9 oberrbeiniscbe und 39 niederrheinische Firmen. ancven Ruhrort und Mannheim liegt bereits eine große Anzahl von Schleppkähneu ZU'MEtin Teil der Lohnforderungen dsr Schiffer Wurde vorher bereits

ewt 9.

In Aachen find, wie die .Rh-Wesjf. Ztg.“ erfährt, am Sonn- abend die Former und Gießereiarbeiter, etwa 320 Mann. in den Ausstand getreten. Es andelt fich um den Abschluß eines Mindestlobntarifs.

Die in den Schwerfubrwerksbetrieb€nLeipzigs beschäftigten Ge- s chirrfübrer find, der .Lpz. Ztg.“ zufolge, gestern früh auf (Grund eines in einer am Sonntag abgehaltenen Versammlm'g einstimmig gefaßten Beschlusses in den Streik getreten. Die Veranlassung war die Ablehnung der neuerlichen Tarifforderungen der Gehilfen seitens der Arbeitgeber. Es kommen inSgesamt gegen 700 Arbeitnehmer bei 86 Arbeitgebern in Frage.

Aus Liwerpool wird dem „W. T. B.“ te1€arapbierk Die Seeleute und Heizer (vgl. Nr. 10 5. B1.) beschlossen gestern in einer Maffenversammlung, nicht auf Schiffen zu arbeiten, auf denen fich chinefiscbe oder nicht gewetk1chaftlicb organifierke Arbeiter befinden. Sie weigerten 1111) ferner, 7111) auf einem Schiff anbeuern zu lassen, auf dem krin Beamter der Gewerkschaft beim Anbeuern zugrgen ist. Der Beschluß fordert schließlich, daß ein (Serverkscbaftsbeamter anmesend sein muß, um die Rettungsbooté und die ArbeitSordnunHk Vor der Abfahrt des Schiffes zu bes1chtige_n. Die Abteilung ersey“ der Seemanns- qerverkschaft Verbot gestern den Leuten, fich auf dem Pacificdampfer ,Oriffa' anbeuern zu [affen wegen Nichterfüüung der Lohnerhöhungs- fordervng der Arbeiter. Anscheinend haben 14 Liverpooler Firmen es ab- YMMD die Forderung der Mersevseeleute auf Lohnerhöhungzu erfüllen. -

ie „TimeS“ meldet dazu, daß die durch die Forderungen der SLL- [eute hervorgerukcnen Schwierigkeiten durchaus örtlicher Natur seien. Sie seien dem Umstande zuzuschreiben, daß ein Teil drr Liberpoolcr Reeder im leßten Sommer sich nicht zu den Lohnerhöhungen VSL“- standen hatte, die die Seeleute anderwärts erlangt batten. Immerhin herrsche eine gewisse Unruhe unter den Lsuten, und die Reeder hielten einen Ausstand in zwei Monaten nicht für auMescblossen.

In St. Petersburg ist eine große AnzaHl von Fabrik- arbeitern wegen der Vorgänge in den Lenaberg1verken (vgl. Nr. 1031). Bl.)ausständig. In der Nacht zum Montag fanden Haussuchungen und Verhaftungen von Arbeitern und Studenten statt. Starke Polizeitruppen wurden in der Nähe dcr Fabriken und der Hochschulen zusammengezogen; fie verhinderten die Versuche einer revolutionären Gedächtnisfeier in den Fabriken.

(Meijer? „Statistische Nachrichten“ s. i. d, Zweiten Beilage.)

Wohlfahrtspflege.

Die JnValidenhauspflege der deutschen Landes- Nrsickyerungöanstalten.

Wie neuerdings über die Vermögenswerwaltuna der Landes- NrficherungSanstaltcn, so hat das Reich§Verficherung§amt nunmehr auch über die Von jenen durckxgx-führte JuValidenhauspflege 6111611 Bericht für das Jahr 1911 erstattet. Schr verschieden ist Von den einzelnen Versicherungéanftalten der § 25 des bisherißen JnValiden- Vers1cherungsgeseßos, nacb dkm einem Rentenempfän er an Steüe dcr Rento auf seinen Antrag Aufnahme in ein InValiden aus oder in ähn- 11ck6 Von Dritten unterhaltrne Anstalten auf Kcsten der Landssverficbe- rungSanstalt gewährt werden kann, angewendet Wurden. NUr in einzelnen Fällen Hat man in umfangreichrrem Maße Von der bier gegebxnen Befugnis Gebrauch gemacht, in anderen Fällen find [kdUllch tastende Vsrsucbe unternommen worden, und eine Reihe won Vexficheruna§anstalt€n hat fich ganz zurückgehalten. Offsnbar find (11111) nicht iiberaÜ die Erfahrungen derart gewesen, daß man erhebliche Opfer auf diesem Gebiete Verantworten zu können laubte. Das (Hesamtßrgcbnis der. Betätigung im [ersten Jahre läßt 1:1) in einigrn Ziffern Vorfübren; In'13 emenen Jn5a1idenbeimen der Versicherungs- träger, in 4 von lhnen für ch'cke der Invalidexrhausvßcge gemischcn Häusern und in 404 frémden Anstalten (Jubaliden- und Sieckpenbeimcn, Krankenhäusern, Hospitälern usw.) find im ganzen 3927 Personen (2744 Männer und 1183 Frauen) gegen 3410 Psrsonen im Jahre Vorber untergrbracbt gewesen. Von diesen waren 1110 Personen (806 Männer und 304 Frauen) lungentuberkulös. Diese Zahl ist 989ka das Vorjahr um 151 gesttegen. An der Zunahme find haupt- sächltcb d1_e LandeSVerficberungsanstalten Schlesien mit 62, Rhein- provinz mrt 48 und Großherzogtum Hessen mit 29 Personen bkteiligt. Die durch dre LandeWLrficberungsMU_ast Westpreußm gefördsrten Versuche der Auékunft- und Fürsorge11elle in Danzig, tuberkulöse Rmrtenempfanaer in Familien verpfiegen zu [affcn - ein Ver- fahren, dem Naherlicb manche Bedenken entaegenstshen -, haben bisher kerne greifbaren Erfqlge gezeitigt. TMZ: drr wenig günsttgen Erfahrungen beabs1chtlgt die _genannte rrficherung§anstalt, die Verfuchc de_r AUOkunfT- _und Füriorgesicllx einstweilen wester zu unter- stüßen. Dre Landesvmstck) rungsannall HaanVer, die im Berrichc des Yeiloerfabrenß seit langen Jahren umfassende und gewissenhafte * e*obachFunßezx bat anstellen lassen, will dagegen aus sachlichen und Zweckmaßigkettsgründxn nur m_)ch Anstaltspflege durchführen. Jn bczzxg au die Unterbtmgung mtr Vorgeschrittener Lungenkrank- h_ert Behaftstcr _steht die VerficherungSanstalt Rheinprovinz obenan'; dre Zahl ist sext dem Jahre 1908 von 209 auf 450 gestirgen. Die Grunderwervs-,"Bau- und Einrichtungskosten der im Eigentum der Versicherungstragrr befindlichen Invalidenheime betru yn bis zum Schlusse des lessen Jahres 1 065161 «16 gpqen 1055 90 „46 im Jahre zuvvr. Die Gesamtkosten stanten srch im Jahre1911 na Abma der Erstattungsn durcb Rente und sonsüg: Zuschüsse an 986 628 «76 gegen 765 630 „16 im Vorjahre. Im Durchschnitt ergibt dies für den Verpflegungstag etwa 92 „z geg61189 „z im Jahre 1910. An den Darlebezt zur _Föcderung dcr Jnvalidenhauspflt-ae smd zwölf Verficberungßtraaer mtt zusammen 7240 000 „js betrikigt. Die Zunahme solcher Darlehen beträgt gegen das Votjahr 729 000 „js. Man s1__ebt auch bier einc-n Fortschritt in der Entwicklung. Man mochte trotz der Mißerfolge oder dock) nicbt voübefriediqenden Erfahrungen, die an manchen Omen mit den Jnvalidenbejmen gemaxbt wqrden find, diese keineöwegs entbehren. Sie bilden_ m vielen Fallen _eme boch wiUkommene Unterkunftsstätte für unbemjttelte, hilfsbedür'tige kranke und alte Renjenempfänger, Yenen es sonst an einem ZufluchtSorte fehlt. Aus den Mitteilungen uber _eine Reihe solcher Heime -- namentlich in Thüringen, Braun- schwetg, Großherzogtum effrn - ift öLter hervorgcxxeten, daß die Jnsaffen der Invalidenbe me fich sebr glucklich und 1111711315211 fühlen.