UKW ui ! 1 ten könne. n nnover ebe ck keine Kirchen- devertLtuxYnésondern mu:J rchenborstägnde. Die Geschichte
u weise wiederholt Fälle auf, in denen Kirchenvermögen spurlos ver- schwunden eien. '
Das aus beschließt nach dem Antrage des Grafen zu
Zum und yphausen. *
Die Petition des Ortövorstehers Müller und Genossen in Garze, Kreis Bleckede, um Erwirkung des fünften ünftels du TaxwerYs ihrer auf poli eiliche Anordnumfz wegen ungen-
smkhenverda
s der HMseSchluß 41/4 Uhr. Nächste Sißung:
ts getödteten inder wird a_u Bekchluß des egierung zur Verückfichtigun uberwie en. reitag 12 Uhr.
„.___-__-
Haus der Abgeordneten.
82. Sißung vom 28. Juni 1893. _
Bei dere Berathun des Berichts der verstärkten Budget- commisfiM und des erichts der Rechnung-Zcommisfion, be- treffend dieUebersicht von den StaatSeinnahmen u_nd :AUSgaben für 1891/92, bat (wie schon im Anfangsbertcht in der „qeitr. Nr. 1). Bl. erwähnt wurde) der Abg. Sattler um Auskunft über den Abschluß der Eisenbahnen pro 1892/93.
Der Minister der öffentlichenArbeiten Thielen machte darauf wörtlich folgende (gestern nicht vollständig wieder- gegebene) Mittheilungen:
Meine Herren! Ich bin gern bereit, diesem Wunsch zu ent- sprechen. Das Betriebsergebniß der Staatseisenbabnverwaltung für 1892/93 stellt fich nach dem nun vorliegenden endgültigen Abschluß, wie folgk:
Die Einnahmen sollten nach dem Etat betragen -- ich beschränke mich, die Zahlen bis zu den Tausenden zu nennen - 966 289 000; in Wirklichkeit haben die Einnahmen betragen 920 949 000, es ist daher die Wirklichkeit gegen den Etat bei den Einnahmen zurück- geblieben um 45 340000 oder 4,9 0/0.
Die Auögaben sollten nach dem Etat betragen 595 566 000, sie haben in Wirklichkeit betragen 581152000, mithin in Wirklichkeit gegen den Etat weniger 14 510000 oder 2,5 0/9, Der Ueberscbuß sollte nach dem Etat betragen 370 723 000, er beträgt in Wirklichkeit 339896000, mithin in Wirklichkeit Weniger 30 830000, oder in Procenten 9,1 0/0.
Zu diesem Ueberschuß im Ordinarium tritt noch eine Minder- auSgabe im Extraordinarium von circa 2000 000 «46, sodaß sich dEr Minderü-bersebuß gegen den Etat auf etwa 28 400 000 stellt. Bei der ersten Beratbung des Etats war eine Mindereinnabme von 64000000 und Sine Minderausgabe von netto 3 000 000 angenommen, was einen Minderüberscbuß von etiva 61 000000 „;ck ergeben hätte. Meinerseits wurde in dem Verhandlungkn der Budgetcommisfion, in der Sitzung Vom 11. Februar 1). J. über den zn erwartenden Abschluß eine Mittheilung gemacht, wonach der Minder- überschuß gegen den Etat auf 46 000 000 geschätZt werde. Hier- gegen ist also der endgültige Absch1uß um 16000000, und wenn das Cxtraordinarium mitberücksickptigt ist, um 18 000 000 ck16 günstigsr ausgefaüen; gegen die ursprüngliche Annahme bon 61000000 „14 Minderertrag würde fich also der gk'genwärtige Hauptabscbluß um die Hälfte günstiger steUen.
Wird das wirkliche Ergebniß der StaatseisenbabnberWaltung für 1892/93 mit dem wirklichen Ergebniß für 1891/92 Vcrglichcn, also die Jstziffern von 91/92 gegen die Jstziffern von 92/93, so ergiebt sich folgendes. Die wirklichen Einnahmen von 91/92 ergaben 919691000, dagegen 92/93 920 949 000, mithin 92/93 1260 000 „M oder 0,1% mehr. Die Jst-Ausgaben von 91/92 babkn bxtragcn 601 847 000, die Jst-AuSgaben Von 92/93 haben betragen 581052000, mithin "92/93 Weniger 20 790 000 oder 3,6 0/0.
Der Jst-Ueberschuß 91/92 hat betragen 317 844 000, der Ist- Uebersch11ß 92/93 339 896 000, mithin mehr 92/93 22 050 000 oder 6,5%. Wäbrend also die Einnahme 1892/93 gkgsn dis Ein- nahme 1891/92, Ist gegen Ist gerkcbnet, um 1260000 „16 gestiegen ist, ist eine sebr erhebliche Ermäßigung dcr Ausgabsn eingsjrcien.
Die Ausgaben betragen Von den Einnahmen im Jahrs 1891/92 65,4 0/0, im Jahre 1892/93 63,1 0/0.
Von diessm Ergebnis; der Betriebsrccbnung muß dieAusgabcseite dieSmal ganz besonders interesfiren, wenn man erwägt, zu welchem ErörterUngen gerade die AuSgabepofitionen der Eisenbahnberwaltung in di-essm hoben Hause und seinen Commisfioncn seiner Zeit gefübrt haben. Die Minderausxzaben von 141 Millionen Mark, beziehungsweise gegen dic Jst-Ausgabe des Vorjahres von 21 Millionen smd fast ausschließlich bei den tsch- nischen Etatstiteln Erzielt worden. Wie schon bei frühsten Gelegen- heiten im Landtag angefübrt worden ist, ist auch nur bsi diesén Etats- titeln im Laufe eines Etatsjabres eine wesentliche Erspxrniß zn erzielen, während Ausgaben für die Löhne und Gehälter an und für fich als festsiehcmd angesehen werden müsse.
Das relaÉiv günstige Wirthschaftsergebniß dcs Vergangenen Iabrcs 1892/93 in den technischen Titeln ist nun nicht etwa dadurch herbeigeführt wordsn, daß nothwendige Auggaben nicht gemacht Wor- den smd, daß nothivendige Arbeiten in der Unterhaltung und Erneue- rung des Oberbaues, in der Unterhaltung und Erneuerung der Be- ' - trieb-Zmitkel, in der Ergänzung und Erweiterung der Bahnanlagen
nicht gemacht oder mit ihren Außgabebeträgcn auf das nächstu Jahr verschoben worde'n sind; im Gegentbeil, Qs find akle dikjenigen Aus- gaben, welche an sich als nothwendig anzusehen, aber aus irgendwelchen Gründen imLaufe des Etatsjabres nicht haben gemacht Werden können, soweit die Uebertragbarkeit nach den Grundiäyen des Etats zuläsfig, dem Etatsjcrbwe 1892/93 zur Last gesetzt worden.
Es ist a1so in disier Beziehung keine Verschiebung der Ausgaben :vorgenommeu worden cus dem Etatsjahre 1892/93 in das Etatsjabr 1893/94; die Summen, welche dem abgelaufenen Etatsjahre 1892/93 noch zur Last Und demgemäß in Rest gestellt worden find, weil die "“beéreffenden Arbeiten nicht haben ausgeführt werden können, belaufen M im ganzen auf die sehr erhebliche Summe von 29 677 000 „js, die dem Jahre 1892/93 also nach bol! belastet sind und der Verwaltung zu den etatSmäßigm Zayecken zur Verfügung stehen.
Ich glaube, aus diesen Mittheilungen wobl den be- rechtigten Schluß ziehen zu können, daß der Abschluß für 1892/93 nach den ftxeugsten Vorschriften der Vorsicht aufgestellt worden ist und als durchaus solide auch vor Ihrer Kritik Bestehen wird. Wenn der Abschluß verbältnißmäßig und über Er- warten günstig gewesen ist, so ist das in erster Linie der außerordent- lich Pflichttreue und Umsicht der mir unterstellten Eisenbahn-
verwaltungen zu verdanken, welche im vollen Verständniß der ihnen obliegenden Aufgabe, alle unnötbigen Auögaben unter den gegen- wärtigen Verhältnissen zu unterlassen und sparsam zu wixtbscbaft'en, im vollsten Maße nachgekommen sind. Ich kann mich der Ueber- zeugung hingeben, daß dies auch nicht nur in dsm laufenden Jahre, „sondern auch in aller Zukunft der Fall sein wird.
Ich möchte an diese Mittheilungen über den Abschluß des Jahres 1892/93 noch kurz diejenigen Zahlen anknüpfen, welcbe fich für das laufende Jahr 1893/94 bezüglich der Einnahmen ergeben, da ja auch diese Zahlen für das hohe Haus von erheblicher Bedeutung find.
Meine Herren, es liegen zweiMonate des laufenden Jahres in ihren Einnahmen vor, der Localverkehr definitiv abgerechnet, von dem directen Verkehr naturgemäß ein Theil nach den bisherigen bewährten Grund- sätzen gescbäßt. Es ergiebt sick) für diese beiden Monate im Personen- und Gepäckverkebr ein Plus gegen das Vorjahr von 5415000 «, im Güterverkehr ein Plus von 3 832000 “js, in den sonstigen Einnahme- quelXen ein Plus von 164000 «44, sodaß im ganzen die beiden Monate ein Plus von 9412000 «14 brachten. Das würde ungefähr das Doppelte von dem sein, was, wenn man das etatSmäßige Plus auf zwölf Monate vertbeilt, diese beiden Monate aufzubringen gehabt hätten. Hoffentlich bleibt das in Zukunft ebenso!
Zu den (ebenfaüs bereits gestern mit etheilten) An- trägen der Budgetcommission äußerte ich der
Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen, wie folgt:
Meine Herren! Ich bin dem Berichterstatter Herrn Abg. Dr. Hammacher fiir die anerkennenden Worte von Herzen dankbar, möchte aber dazu bemerken, daß ich es als meine einfache Pflicht habe an- sehen müssen, überaÜ da, Wo es gewünscht wurde und möglich war, der Budgetcommisfion die vollstc Aufklärung entweder selbst oder durch meine Commissare zu gewähren; dieser Pflicht Werde ich auch in Zukunft im voklsten Maße entsprechen.
Was nun die beiden, von dem Herrn Abg. Dr. Hammacher so- wohl als Von dem Herrn Abg. Schoeller berührten Angelegknbeitcn betrifft, so bin ich in der Lage, erklären zu können, daf; die Staais- regierung die Verhandlungen bezüglich der Aenderung des Garantic- gkseßss auch zur Zeit noch eifrig betreibt und die Hoffnung nicht auf- gegeben bat, dem Hause in seiner nächsten Sesfion einen bczüglichen GesetzentWUrf Vorlagen zu können. (Hört! hört!) Bczüglich einer Aenderung dcs Enteignungsgesexzcs bin ich aÜcrdings nicht in der Lage, namens der StaatSregicrung eine Erklärung abgebsn zu können. Dagegen stehe ich nicht an, als Minister der öffentlichen Arbeiten bier zu erklären, daß ich der gegebsnen Anregung durchaus sympathisch gegenüberstebe. Die Uebelstände, Welche sich unter der Herrschaft des gegknwärtigen Entcignungsgesetzes ausgebilch haben, und die Von dem Herrn Abg. Schosller berdorgeboben smd, werden Von der Staatseiscnbabnberwaltung ebenfalls lebhaft empfunbsn; die- selbe ist auch bcrsits in Erörtkrungen über den Umfang diescr Usbelstände und über die Mittel und Wege, wie denselbsn abzubelfen fcin möchtk, eingetreten. Die Aenderung des Enteignungs- gesetzes ist aber eine sebr weit aussCHende und schwierige Sache; es werden vorausficbtlich noch viele Verhandlungen und geraume Zeit Vergeben, ebe wir, falls das Bedürfniß fkstgestellt Werden soÜte, zu einer geseZlicbcn Aenderung des EnteignungsgefLYes kommen. Ich Habe es daher für meine Pflicht erachtet, in Uebereinstimmung mit dsm Herrn Finanz-Minister in Erwägung zu ziehen, ob nicht ein Theil dEr ULbßlständL, die sich gezeigt haben, im administrativsn Wege be- seitigt Werdkn könne. Wir hoffen, in diescr Beziehung Erfolge zu erzielen.
Den [Eßtcn Gegenstand der Tachordnung bildste dsr Antrag dsr Abgg. ])r. Eckels (nh) und Gen.:
Die Staatsrc'gierung zu crsuchcn, 5911 am 1. Septémbsr 1891 und 17. Dczcmber 1892 Versuchswcisc eingeführten Aysnabxnw tarif mit ermäÖthen Streckcnsatzcn (Stafscltarifc) für Getreids, üblen- Und Malzfabrikate schleunigst wieder aufzuheben. '
Zugleich htermrt wurde bcrathen dEr Antrag der Abgg. Schoeller (freicons.) und Gen.:
Die Regierung zu ersuchen, 1V€it€r€ Ermittckxxngen über die Wirkungsn der Staffeltarife fszr Gctreide, Mühlen- und Vialzfabrikate anzustellcn, da die bisbsrrgen Crfabrungsn fick) auf zwei anormale Jabre stüßen, wovon das (Zinc mit außkr- gewöhnlich geringkm, das andére mit außergewöhnlich bobcm Ernte- ertrage, fsrner (31110 “'racbtcrmäßigung auch auf kürzere Entfernungsn in („rwägung zu ziehen. .
Abg. Cckcls (ul.) gebtausfübrlicb auf bis Geschichte ber Staffel- tarife ein und sucht nacbzmveiskn, daß dieje so gut wie gar keine? Wirkung gehabt Hätten. Disse Tarife würden am. 1. Seytembcr zwe: VOÜL Jahre bestsben, ohne der Landwirtbschaft irgendww gknüßt zu babsn; dennoch würden fie Von der Verwaltun beibehalten. Der Verdacht, daß es fick) um ein finanzielles GesZpaft bandlc, Werde von der Verrvaltung durchaus zurückgewiesen; sbxvobl Herr von Maybach, wie dsr jcßige Minister lehnten dlkjen Stzmd- punkt entschiedén ab. Wenn also das Interesse der Eisen- babn nicht in Betracht kommc', so 1asse fich 8111 Grund für die Aufrschterbaltung dieser Ausnahmetarife nicht ausfindig machen. Für die Tarife Wsrde geltend gemacht, daß sie dem Osten aufbe1fen sollten, und es Werde bestritten, daß der Westen dadurch benacbtbeili t würds. Leßteres sei aber troß alledem der Fall, nachdem st die alten Tarife im Westen seit lange ein ebürgert batten; DLL Stafft'l- tarife hätten eine ganz ungeheure wirtb?chaft1iche Umwalzung gebracht. In solchen prakttsch€n Fragen sollte doch die Theorie nicht ent- scheidend skin. Die Unterstützung der s tlicben Provinzen werdgauch von gewichtigen Stimmen aus den bstli en Provinzen selbst bastritten. Redner bezieht fich untcr wörtlicber Anfübrung dcr bctreffenden Stellen aus die Berichte der Handelskammern von Breslau, ?osen und O peln. Es sei ungerecht, wenn einer Provinz gr; 01an werden 0116, dies zu thun auf Kosten urid unter Benachtbeiligung anderer Provinzen. Aut? im Westen gab; es Landstriche, Welche Ebenso ,und noch me r zu [Eiben hatten als der Osten, namentkicf) seitdem in diessm Früh'abr ein so großer Futtermangel eingetreten. Die Mühlknindustrie iei ebenso schwer ge'troffen durch die Staffeltarife, noch mehr aber, wie Redner ausführlich darzulegen sucht, die Malzindustrie. Lediglich für die österreichischen Malz- industriellen seien die preußischen Staffeltarife von Vortheil. Redner empfiehlt fchließlich die Annahme seines Antrages, dage ey die Abxeb- nung des Antra es Schoeller, der die tbatxä lichen Bergbaltmsse ganz- lich verkenne. enn man der Landwirtbs a des Ostens helfen wolle, fo möge man doch den Identitäts-Nacbweis aufbeben.
Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen:
Meine Herren! Ich befinde mich heute in einer ganz ungewöhn- lichen Lage. Der Minister der öffentlichen Arbeiten soll sich der- antworten wegen einer Tarifermäßigung. In meiner bisherigen Praxis babe ich sehr oft das Gegentbeil erlebt. Ich erinnere mich kaum eines FaUes wie des heutigen, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten sick) wegen einer Tarifermäßigung verantwvrtcn soll, die im wesentlichen auf die Anregung beider Häuser des Landtags zurück- zufübrcn ist.
Meine Herren, es ist auch ein eigentbümlicbes Zusammentreffen, daß an demselben Tage, an dem der Antrag auf Beseitigung der Staffeltarife für Getreide und Mühlenfabrikate und Malz auf der Tagesordnung dieses hoben Hauses steht, ein neuer Staffeltarif mit sehr erheblichen Ermäßigungen wiederum für eine ganze Reihe [and- wirtbschaftlicher Erzeugnisse, und zwar wesentlich auf Andrängen der- jenigen Landestbeile, welche die eifrigsten Gegner der heute bier ver- handelten Staffeltarife find, eingeführt wird. (Hört! hört!)
Meine Herren, die anormalen Witterungsverbältniffe haben nicht nur die Erträge an Futtermitteln in weiten Strichen des Landes fast vernichtet oder doch sebr verringert, sondern haben leider auch das Wachsthum der Brotfrücbte und des Hafers in manchen Landestbeilen so beeinträchtigt, daß eine ungünstige Ernte zu erwarten ist, während andererseits glücklicherweise auch wieder in weiten Strichen des Landes ein guter Ertrag erwartet Werden kann.
Meins Herren, .angesichts dieser tbatsäch1ich€n Umstände, den Staffeltarif, das wirksamste Ausgleicbstnittcl zwischen Mangel und Ueberfsuß, aufzubsben, scheint mir doch mindestens bedenklich. Von den Gegnern der Staffezltarife werden dieselben meist als Notbstandstarife be- zeichnet, meines Erachtens fälschlich. Es ist aUerdings richtig, daß die beschleunigte Einführung dieses Tarifs auf acute Notbständc zurück- zuführen ist. Aber, Meine Herren, wie ich vorhin schon bcrborgchoben babe, ist das Abgeordnetenhaus sowohl wie das Herrenbaus, wie seine Beschlüsse Vom Jahre 1889 und 1890 bmveisen, von der Auf- fassung auSgegangen, daß es als eine wirtbschaftlich und finanzielk aus guten Gründen wobl erwägungswerthc Maßregél aufzu- fassen sei, die Tarife für Gétreide und Müblsnfabrikatc mit wachsendeér Entfernung erbeblick) zu ermäßigen, also Staffcltarifc für diese Artike1 einzufübrcn. Beide Häuser des Landtags haben durch ihre Beschlüsse die: StaatSrégicrung aufgefordert, dahin gcbcnde Untcr- suchung€n anzustcilcn. Diese Untersuchungen sind in urnfasscndcr und cingebsnder Weise angcstsllt worden; fie haben die Staatsrsgicrung zu der Usberzeugung geführt, daß die Einfübrung des Staffcltarifs sowohl wirtbsckyaftlich wie finanziell eine richtige Maßrcgcl, insbesondcrc eine richtige Maßrege! in Anbetracht der besonderen Vcrbältniffe sei, untar dcnsn fich in unsersm Lande Production und Bedarf der Brot- früchts bcwegt. Mcine Hcrrcn, der gewöhnliche Weg, auf dem die Sache Wciter gkfördert wvrden wäre, wäre ja der ZLTVLsCU, das; bis Staatsregierung nun mit den ihr zur Seite gestellten Bciräfbkn, dcn Bkzirkseifenbabnrätben und dem Landessiscnbahnratb, und demnächst auch der Aufforderung beider Häussr des Landtags entsprccbcnd, in diesen dia Sach erörtert bättc. Allsin dsr Staatsre'gierung blieb zUr Betrctung dicsks, wie Sie ja wissen, etwas wcitläufigcn Weges kein Raum. Die «enten Vcrbältniffc dcs Landcs nbtbigtsn die Staats- regierung, tbatkräftig einzugreifcn und das Mittel aiizujvcndcn, wclchcs sich im Momcnt als das wirksamstc darbot: die Ermäßigung dcr Tarife für Gctrc'ide, Hülscnfrücbtc, Müblcnfabrikate n. s. w., um dcn zu befürchtcndcn Notbständen und den zu bcfürchtsndcn Sckxwicrigkcitcn in dEr Ernährung der Bevölkerung Entgcgsnzutrctcn.
Msinc Hsrrcn, der Herr Antragstoükr bat mit bollcm RCM darauf bingswicscn, daß diE Einführung der Staffeliarifc an fick) cine Von finanziclicn Erwägungen in dcr Staatseisenbahn- Verwaltung unabhängige Maßregxl sci. Dic Staatseisenbaanc'rwaltung odcr, sage ich besser, die Staatßregicrung hat die Staffcltarifc nicht Eingeführt, um crböbtc Einnahmen bcrmittcls dkrsklben zu crziclcn, und bis Staatsregierung wird die Staffcltarife auch nicht aufrc'cht cr- balteén, nm die cingctrefcncn Erhöhtcn Einnabmmi zn conssrbirsn, 11Min fis zu Nr Ucbsrzsugung ge1angt, das; der wirtbscbaftlichc Einfluß cin überwikgcnd schädlicher ist. Zu dieser Ucbcrzcugung ist indcffcn dic Staatsrsgicrung, um dies glcich Vorweg zu sagsn, bezüglich ch Gc- trcides nicbt gekommkn. (Brads! rcchts,)
Sie ist bisbcr auch noch nicht zu dcr Ucbcrzcugung bezüglich der Müblcnfabrikatc und des Malzcs gckommsn; sis verkennt abcr nicht, daß die Vcrbältnissc bczüglick) dcr Müblcnfabrikate und béziiglich des Malzcs anders liegen als bei Getrcide. Sie hat dies schon ssit einiger Zeit empfunden und ist ihrerseits be'rcits in die Erörtcrnng Cingctreten, wslcbe wirtbschaftlicben Folgen es haben würde, wcnn man bis Z).)iüblknfabrikate und das Malz tarifariscb in ein andkrcs Vcrbält- nix“; zu dsn bctrcffcnden Rohproductcn bringt. Diess Ermittelungcn sind z. Z. noch nichi in dem Maße abgeschlosskn, daß die Staats- regisrung zu einem Entfchluffc hätts kommen können; sie wcrden abkr rechizlitig abgcschloffcn Werdcn, um, wenn es nötbig ist, noch Vor dem 1,0ktob€r - und das wäre meines Erachtens dcr frübcsw Termin - einc Aenderung eintretcn [affen zu können.
chinc Hcrrkn, das Bestreben der nördlichen und östlichen Provinzcn unseres Landes nach einer umfassenden und unter günstigen Bedingungen fick) voÜzicbendLn Betbkiligung an der Deckung des Bcdarfs an Brot- früchtcn in dcn iibrigen Provinzcn ist ein Ebenso altcs wie nach mcincr Ansicht Vollständig gerechtfertigtes. Meine Herren, es ist dies Ber- langen naturgemäß cin dringenderes und auch wvbl ein bcrccbtigtercs gcworden mit dem Sinken der Erträge aus der Landwirtbscbaft Vor- zugSweise in den östlichen und nördlichcn Provinzen; es ist aber ins- besondere zu einem dringenden geworden, seitdem es diesen Provinzcn nicht mehr möglich ist aus Gründen, die hier im Hause so oft erörtert worden find, daß ich darauf Verzichten kann, fie zu wiederb Olen, nicht mehr möglich gc- wordenist,ibrenl1cberf1uß an dasAusland abzuführen. (Sehr richtig1rcchts.) Sie sind angewiesen, ihren Uebersckyuß an Körncn im Inlande zu ber- wertben. Nun hat ja bisher diese Verwertbung im Inlanbs auch stattgefunden und wie gesagt stattfinden müssen; aber sie hat statt- gefunden unter ssbr ungünstigen Bedingungen. (Sebr richtig! ckckck.) Die östlichen und nördlichen Provinzen smd, da die Eisenbahn- Verwaltung ihnen nicht die Mittel bot, das Getreide auf weite Ent- fernungen zu verfrackpten, angewiesen, fich Entweder direct oder durch Combination mit dem Eisenbahnwege des WasserWeges zu bedienen. Dar WafferWeg hat aber insbesondere für diese Transporte doch seine großen Mängel und Nachtbeile. Ich will von den natürlichen absebsn, daß in einem großen Theil des Jahres der Waffkrweg überhaupt nicht gangbar ist; ich will auch davon absehen, daß der Wafferweg keine constanten Frachten gewährt und einzelne Producenten vor den anderen je nach ihrer geographischenLage begünstigt. Wie der Hsrr Abg. Eckels mit Recht hervorgehoben bat, muß der Wasserweg, wenn er benutzbar sein soU, zu halbwegs annehmbaren Bedingungen günstig liegen zum Erzeugungspunkt und günstig liegen zum Absaßpunkt.
(Fortseßung und Schluß in der Drittc'n Beilage.)
»an kurze Entfe'rnnnge'n.
zum Deutschen Reichs-An
M 153.
Dritte Beilage
Berlin, Donnerstag, den 29. Juni
zeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
1893.
YORK"
Haus der Abgeordneten. Rede des Ministers der öffentlichen Arbeiten T h i e [ e n. (Fortsetzung aus dEr Zweite'n Beilage.)
Das erstere trifft namentlich in den östlichen Pro- vinze'n nur für einen verhältnißmäßig geringen Theil der Landwirtbschaft zu. Absr, meine .Herrkn, der Waffsrweg bat ferner für die Landwirtbschaft des *Ostens und Nordens dkn großen Nachtbeil, daß die Beförderungszc-it Link zu langs ist, daß 11amcnt1ich in den Zeiten, ww dic (Tonjuncturcn bänfigsr wckchseln - und das ist ja in dsn letzten Jahren msist dic Regsl gewesen - sich garnicht überscbcn läßt, 1vs1ch€r Prkis in dem Momcnté, in jvélchem das Getrkich im Wcstkn und Süden auf dcm Markt erschkint, dort gezahlt wird. Und, meine Herren, das sich Hieraus ergebende Risiko der (Konjunctur ist unzrméifelbast immcr dkm Landwirtb auf die Debctscitc geschrieben wordcn. Er bak das Rifiio stets bszablsn müssen. 511er weit schlimmc'r noch ist der ständige Verlust der dadurch entsteht, das; das Gstreide Welchc's aus dcm westprcußisckysn oder ponitncrsckxn Gutc nach dem Wittener Markte oder dsr Hammer “I)iüblc' gebracht Mrden soll, durch bis HänDE von Wenigstcns 4 bis 5 Mitrklspcrsonkn pasfirsn muß. Dis Provisionén, die sich daraus bkrechnen, find so erbcblich, daß es kein Wundsr ist, Wm die Rente dcr Giite'r im Nordkn und Osten crbsblich geschmälert wird. Msine HerLU, die Staatsrcgisrimg komttc sich unmöglich dcr Ucbcrzcugung Vll“- schlicßcn, daß in dcr Bezichung Line Acnderung dcr nngiinstigen Lage dcr öst1ich8n und nördlichsn Landwirkbscbast cintrcfcxi mußts. Als das nächst€ und wirksamsts Mittel ergab sich cinc Ermäßigung der Eissnbabnfarifé, Noch nicmals chr ist einc Akndcrnng dcr Eiscnbabntarife VOUZOJCU wordcn, obne das; sich daraUs eine: Vkrschikbnng dcr Productions- 'VcrbäUnissc dkr cinzclusn bctroffcnkn chigc crgkbc'n bätté. Das ist naturgcmäß; Ob sich die Tarife erhöhen, ob sis sich crmäßigsn, es Ent- sikbt jcdksmas einc Vcrsckyicbung. Dic Verschiebung wird m9br odkr mindck fühlbar, js nachdém die Ermäßigung odcr Erhöhung msbr odcr mindc'r d11rchsch1agcnd ist. Wenn man sick) auf den Standpnnkk stelleri 11101110, de'n Herr Eckcls einnimmt, dann müßten wir unsrc Eiscnbabn- tarife übsrbaupt Vollständig Verstcincrn; dann träke cinC Stagnation Unscrcr ganzkn Tarife wic anch unserer wirtbfcbaftlichln Entwickslimg ein; das können Sie abcr a118 nicht wünschen. Wir miiffsn dcm wirthschaftlickxn Bedürfnis; a11ch in uxtssrér Tarifsntwickclung folgcn. Meine .Herrsn, dis StaatscisLnbaanEkWaitung ist sick) dar sch1vercn VaranUWrtung durchaus bcivußt, die mit der VSL“- staailicixnng dsr Eiscnbabncn auf ibrc Schultern gclegf jvordcn ist. Mcink »Hcrrcn, disse Vcrantwvrtung wird ihr aiich nur tbcüwsise erlcichtcrt durch die Bciräibe, die ibr zur Scifc gcstcllt find. Ich wil] das „Verdienst dicssr Bcirätbs durckyaus iiicht Vsrklkincrn; sic sind für „die Staatseisenbabnvcrwaltung durchaus unentbsbrlich und in 11059111 Grabs nützlich. Aber, meim" Herrsn, dic Staatssisknbabn- Vcrwaltnng mus; fich doch ststs Vor Augen halten, das; dicse Bcirätbc zusammsnglsch find aus Intercffkntcn, und daß dic- Gutackytcn, dic fic bckwmmt, Jutc'rcffentmigutacbtcn sind, daß aber das ab: sckylicszkndc' Urtbcil, sagsn wir mal kinkö Bkzirks-Eisenbabnratbs odcr" dcs Landes-Eisenbab11ratbs, jvsnn «5 beißt: ('s ist mit 17 gegkn 16 Stimmen bcichlosscn wordcn, fick) fiir dicscn odcr gcgcn diksen Antrag aUszusprkciW, an nnd fiir sich keinen großkn Worth bai. Dic? Staats- eisenbabnbcrwaltung kann sich unmöglich dabei bsrubigkn: dcr Landcs- Eiscnbabnratb bat mit 17 gchzn 16 Stimmkn oder wis das Stimmen- vcrbältniß sein möge, dicses odér jkncs bcscblosscn, sdeLkn sic: mus; die Gründe“, bis ihr in außerordentlich dankénswchber Weise - das wiudsrbole ick) * durch die Bcirätbc' gegkben tvcrdcn, gegen einander nach ibrcr Bedeutung abwägen. Und, meins «Herrkn, das ist mit DoUcm Bcwnfziscin dcr Vsrantwvrtung und nach s?.br einge'bsndcr PrÜfUng dcr Vcrbältnisss auck) in dikscm Faüc gcschcbcn.
chn dic Staatsregiérung nun zu der Ucbsrzeugung kam: es Ums; fiir das Getreide Etwas geschehen, es muß etWas gcschcb€n, um die weiten Entfcrxmngcn zwischen dM in Erstkr Linis landwirtb- schaftlich producircndkn und 5811 in Erster Linie consnmircndén Landes- tbkilen zu Verringcrn, so boten fick; dafiir zwei nge. Dcr einfachste und anscheinend näckostlicgcnde War ja der: man Hätte dcn bisherigen K*ilomctcriarif wirksam bcrabgcscvt, sagsn wir einmal Vom Speciäl- tarif [ wären wir gegangen anf den Specialtarif 111. Dicssr Wunsch ist dcr Staatsrkgicrung bon Vcrsckyiedc'ncn Seiten nabe gklcgt morden, Er hätte ja auch für einen Theil de'r Jutcresscntcn unbedingte Vor- tbkile gkbabt; ici) orwäbnc z. B., das; diescr We'g für die Jntereffsn unserer Scestädtc das Lxxünschcnswcrthc gc'weksc'n wäre. Abexr, mcinc Herren, der Weg hat andererseits so erhebliche Bedenken gc'gcn fich, .das; die Staatsregierung davvn abstcben mußte.
Wenn die' Staatsrcgicrung auch keine finanziellsn Vortheilc ge- sucht hat, so war doch das finanzielle Risiko von 10 Millioneén Mark, tvas sicb bcrausrcchnete, Wenn man die Kilometertarifc ermäßigte, ein sehr schwerwicgeudi's Bkdenke'n, namentlich in dcr gsgi'nwärtigc'n Zeit, und zwar um so schwe'rcr wiegend, als mit Vkstimmtbsit angenommen werdcn musste“, daß der größere Theil dieser 10 T).)Lillionen Mark unwicdcrbriugliih vsrloren sein würde, und, inline Herren, dicser
'unwicderbringlick)e Verlust hätte nebenbei noch nach meiner Ueber-
zcugung ami) wirtbschaftlich größere“ Nachtbcile als Vortheilc mit
“sich gebracht, kr wäre in erster Linie dem so sehr gefürchte'tcn aus-
ländischen Grtrcidc zu guts gekommen. Das ausländischc2135ktrcidq das russische, das galizische (Hetrcidk, geht bei Uns fast nur Das ausländische Getreide hätte also die Vortheile von dieser Ermäßigung genossen, cs bättsn aber
auch die Transporte inländischen Getrcides xc. auf mittlere und"
kleinere Entfernungen Vortheilc genossen, dercn fi? wirthschaftlick) nicbt bedurften, und es wären schliefilich alle diejenigen wirtbschaft- lichen Verschiebungen eingetrstrn und noch in vcrschärftcm Maße cin- »getreten, die Sie jevt dem Staffc'ltarif VVkWChM'U; dc'nn das Getreide und die Mühlenfabrikatc und das Malz wären bei der Kilomster; -ermäßigung auf den Specialtarif [11 noch billiger nack) :Uiitta-rb,
West- und Süddeutschland hingefahren worden, als es jstzt mit dem Staffeltarif der Fall ist. '
Meine Herrcn, dieser Weg rvar mithin für dic Sfaatseisenbahn- Verwaltung zur Erreichung des angestrebten Zweckes ungangbar. Dahingegen bot der Staffeliarif die günstigsten Ausfichten zur Er- reichung des Vorgesteckien Ziels. Irgendwelche in Gewicht faklende finanziellk Opfer konnte man selbst bei der vorsichtigsten Bcrechnung nicht in Aussicht steklen. Es hat sick) ja nun auch erwikssn, daß, Weit davon entfernt, der StaatseisenbabriVerwaiiung Opfcr aufzuerlegcsn, vielmehr im ngentbeil der Staffeltarif sebr günstig für die Eisenbabn- verwaltung gewirkt hat. Der Staffeltarif bat ferner dLn Vortbsis, daß er seine Begünstigung 11111: da wirksam zSigt, ivo fie wirklich Noth tbut, nicht (1er zugleich auch di? Nebenwirkunß bat, aach für andere Transportc'ntfcrnungcn und für das ausländiscbe GETreibL vwrtbsilbaft Linzuwirken.
Dann katnsn ferner diejenigen Erwägungcn Hinzu, die dsr Herr Abg. Eckcls als theorétische be'zeichnet hat. Er bat damit ganz rscht; auch diese theoretischen Erwägungsn Habsn Wssentlicf) dazn beigetragen, dcn Staffeltarif zur: Einführung zu bringen. Dsr Staffeltarif - das ist die Tarifirung zu sinkßndkn Sätzen mit wachs€nder Ent- fcrnung __ ist an und fiir sich wirtbschaftlich und finanzisil ger€cht- fertigt; denn Lr sich im richtigen Verhäktniß zu den Selbstkosten. Diss näer darzulegkn, bedarf es wohl kaum; es ist sofort ein- leuchtsnd, daß weit biUigSr ein Wagen auf 1000 km gefahren Wkrdén kann als 100 Wagen auf 10 1911. Ich will in dieser Be- zikbung nur erVorbeben, daß man, Um 100 Wagsn auf 10 1chrU fahren zu kön11611,dad€r Wagsn 2 bis 3 Tage ausbleibt, für diése Leistung 200 bis 300 Wagkn Wrbaltsn muß; wcnn ich 0171011 Wagen auf 100012111 fahre, so erfordert dio Umlaufszeit10 bis 12 Tage, ich babEDaHer n11r10bis 12 Wagsn notbwéndig. Dicssr Uliterschisd des V0rbalf€ns bon 10 bis 12 gcgen 200 bis 300 Wagen ist so einlsuchtend, aUcH für jsden Laien im Tarifwesen, daß Lins rvcitcre ziffermäßigé Entwickelung dEr Vor- tbeile daraUs Wohl überflüssig ist. Es untsrliegi (1581: auch gar keiner Frage, das; die Kostsn, die durch den Transport und die Expsdition bsi dicssm einen Wagen auf 1000 1chm entstsben, sebr viel géringer sind, als bci dsn 100 Wagen aus 10 ]i111. Ein großsr Tbkil dsr Sclbsikvftcn dss Giitsrberkkbrs ist iiberhaupt Von dcr Transport- [änge unabhängig; er cntstabt b€i cinem Kikomcter ebensogut wie bsi 1000 km. Der Frachtbrief, dcr gcschri€ben wird für 1.000 km, die ganzen Erpcditionskosten smd die'sslben wic für 101251; aber auch bis Rangirungskosten, dis Bstrisbskosten nebmxn crbkblich ab mit dsr steigsndcn Entfsrmmg.
Dic Staffeltarif-Z sind daher, Win fiscaliscl) betrachtet, für dic? Staatskissnbabnberivalfung Entschiedkn dis rickyiigcrcn; sik find Ls abcr auch wirtbschastlicb, dknn fie ermögiichkn, odsr ick) wiki [isbsr sagsn, sic Erleichtern dsr Eisenbahnvxrwalfung die Aufgabe, dsn Ausgleich dsr Gütsr zwischsn “can Ortcn dss Angxbots und dcr Nachfrag€ auch iür n*8iter€ Entfe'rnungcn und zu Frachtsäxxn zu bsfördcrn, nchbé 1111ka111 Wsrtbe des Gutes in 61116111 anncbmbarkm Vcrbältniffs |st.
Von diesem Standbnnkt ausgebsnd, ist die: Siaatssissnbabnvsr- tva1tung in ncuerc'r Zeit iiberall da, ww ße nsue Tarifs macbcxn mußté, aUch stets bemüht gswsssn, in erster Linie zu untersuckyen, ob es nicht obne zu arge Besinirächtigung wirtbschaftlichcr JntLreffen, obne zu scharfk Vcrschisbungkn bcrborzurufen, möglick) ssi, Staffeltarifc fiir die bctrcffcndmi Relationcn cinzufübrcn.
Es bestcbcn schon eine ganzL Reibe bon Stafftharifsn bei den Staatskisknbabncn. Schon dsr Specialtarif 111 ist ein Staffeltarif, wenn auch cin sobr mildcr; cs [)kstEHLU Eisencrz-, Düngemittcl-, Rol)- stoff- u. s. w. Tarifs mit Staffkl. Aus dem langen Verzkickyniß bsrcits bcstcbcndcr Staffcktarife will ich nur noch dcn bcreits seit Jahren be- stcbcndcn Staffsltarif für Gctreide ailcr Artcén und für Müblén- fnbrikaic, Hiilscufriichtc, Oelsamcn für den Eiscnbabndircktions- bczirk Bromberg bcrborbcxbkn, der das ostprcußiscbs, wcstpreußisch und possnschs Gctrsidc und Mehl nach Berlin bringt; dersslbc besteht scit sincr Reibe Von Jahren und hat, so viel der Eisenbahnverrvaltung bkkannt ist, nur auf das Vortheilhaftcste gewirkt. Sind die Aus- führungkn des Herrn Abg. Ecksls richtig, so müßte dieser Tarif eben- sogut aufgehobcn werden, wie dsr aÜgexmeine Staffsltarif für Getreide. Denn was dkm Einen recht ist, das ist dem Andern billig. (Sehr wahr!) Warmn soll der Landwirtb in der Provinz Brandsn- burg es sich gsfaÜen lassen, daß das posenschc und Ost- und Wastpreußisckyc Getreide ibm Konkurrenz macht; warum folien e:" fick) die Berliner Mühlen gcfailcn (affen, daß die Poscner nnd Brom- bcrger Mühlen ihnen ihre Producte auf dcn Hals schickcn? (Scbr richtig !) Ist das richtig, was dsr Herr Abg. Eckels ausführt, so müffkn wir zum 1. Oktober auch für Be'rlin wicdcr Getreide: und Mcbl im Specialtarif ], führen. (Schr richtig!)
Dann besteht für Holz ebenfaüs ein Staffeltarif. Meine Hcrrcn, Sie werden sich erinnsrn, daß in den beiden Häuscrn des Landtags schon lange der Antrag gestellt ist, auch für Holz neue Stafféltarife mit stärker wirkender Staffel einzuführen. (Zuruf.) _ Jn Schlesien hättcn Sie cbenfaUs Vortheil bikrVon. - Es besteht für Steine cin Staffcltarif, für Eisen, für Holzzeugmaffen, für bearbeitcte Steine, gebrannten Kalk, Wegebaumatcrial, für Kohlen und für Düngemittkl und für Weiß Gott was alles auch noch. (*Hciterke'it.) Es liegen mir hier 28 Staffeltarifc Vor, die zur Zeit schon innerhalb der Staats- eisenbahnverwalfung gelten; die würden wir dann bei dcr Gclcgcnbcit auch aufheben müssen. (Sébr richtig!)
Aber, meine Herre'n, wir sind nicht allein Weise; unsere Nachbarn smd Ebenso und zum tbcil schon länger Weise gewesen als wir. Allc unsere Nachbarn haben Staffeltarifc und die für unser Getreide in Bctracbt kommenden erst recht. Die Russen sind sogar so Mit gegangen, M*cbl noch billiger zu fahren als Getreide; Belgien bat Staffcltarifc für Getreide und Myhl, ebenso Ocstcrreich-Ungarn und Frankreich. Meine Hcrrcn, das find gerade dicjrnigcn, Welche uns, bezüglich der Getreide auf allen unseren Grenzen flankircnd, Konkurrenz machen. Heben wir unseren Staffel- tarif auf -«- die ganze Nachbarschaft freut sick) darübcr, und die Iutcrcffentcn dsr Wasserwege natürlich erst recht.
Und, meine Herren, was die Wasserwege betriffk -- gerade die- jenigen Herren, die Von jeher und auch heute noch gegen die Staffel- tarife ankämpfén, find es, die in erster Linik als Kanalisten zu bezeichnen sind (Heiterkeit), die für den Dortmynd-Ems-Kanal, den Mittelland-, den Wes», den Rbein-Dortmund-Kanas, die Fortseyung des Main-Kanals, dis Vertiefung (CULT Ström? auf das [ebbafteste eintrßten. ' “ "*
Meine Hkrcsn, Haben Sie sick) einmal vorgesteüt, welches dann die Wirkungen skin möchten, wenn dißse Wasserstraßen in Betrieb sein werden? (Sehr gut!) - Wir transportiren mik den Staffelfarifen immer noch mehrfach tbeurer, wie das die Wasserstraße? tbui _, dann können Sis sich überbaapt nicht mehr 11:65an gegsn Tas inländische Und gegen das ausländisch6 Gétreide; dann kommt es zu ganz anderen Preisen noch ins Land Hinein, (115 es mit unseren dagegen immerhin noch schr Unscbulbigen Staffekkarifsn der Falk ist.
Meins Hsrrsn, ich babe stets erkLärt, 14; bin kein Gegner der Kanälc; im Gkgentbeil, ick) Halte j-Zde Verbésierung der Verkehrswege fiir eine große: ErrunJEnschaf'r 565 8311563; aber man darf sich doch nicht darüber im Unklaert bcfinben, daß die Fertigsteblung der Kanäle, in erstkr Linie dexs Mitteliandkanals, zU VerschiébUngen in den wirth- schaft1ichcn ProduÜiongerbäLrniffSn iübrsn wird, bis wir beutzutage noch Jar nicht Übsrseben können, “diE aber in ibrer Schlußbilanz, dabon bin ich ÜbSrzsugf, für “Das Land Skibrikßlicb sZin werdsn. (Sehr richtig?)
M*Line Herrkn, aas bisssn, ick) erkenM cm, tbsoreti'Lbsn Gründen und (1115 FM rrakriickysn ("Hrünbsw die ich Mir an*zUiÜbran gsstattei: babs, kam bis *Zraaxsr€.§i€rimg “711 TSM Enkiäplixß, am 1. SW- tembsr 15391 diE Sraäelrarife Zianfübren, allerdings gSnötbigt zunächst durch xcuxo Nwtbitänks. „VsrsucbsMiiZ“, bat die Staatsregiexmng gssagt. Auf Km Ziandvimkt stsbi diE Skaats- regiErung aucb 110chT s:»: würbs DEU VStiU-Ö als gescbkitert ansehen, wsnn ibr dcr Nachweis gsiübrr würde, die Ztaffeltarife wirken wirkbschafilich Übsrwisgénb ungünstig. Aüsin dis praktische Erfahrung, die wir in deii zwsi Jabre'n gémaIbt baben, hat uns bsziig1ich dcs (55Ltr8ibcs meinsr Usberzsugung nach das ngentbeik be- wiescn.
Ykkine Hérrsn, als wir am 1. Septcmer 1891 dis Staffeüarifi: citiführtcn, Warde diessr Entschluß dsr Staatsregiarung Von alken Skitcn «- ich crinn€re mich nicht, ein abWEickyendes Urtbeil gebörk odcr in der Prcffc ge1€sen zu Haben _ freudig b€grüßtx man sagte: dic? Staatsregierung bat richtig gkbandélk. NKC'ÖDSM die acutkn Notb- ständk bescitigt waren, bat man ailsrdings in Eimern großén Theil des Landes Erwartkt, ss würd-x nun auch der Zrakreltarii beieitigr werden, uni: babixx gsbsnds 2111117552 siiid im großer 3.151 gesteÜT worden. Die Siaatsrsgisrunß MUST? Fkk; sa.;cn, Daß. Um Ten Veriné) zu cicbtigen Ergsbnissn 'zu füern, Tas Fabr 17cm 1. Zermbxr1591bi§ OaHin 12392 nicht gesigncr wäre. Da- wird wxbL »:cn islam, mag Lr Gegner oder Frsund T€: Staffsiiaréks icin, 5115671311831": MKM. Es 12.11: ein Jahr des Mang61s, und die Vsrfracbtung cm Brorfrüchtkn, tbsikwsifs auch an Mehl, 21116 bsicbräriktc, infolgeksffsn konnte man Von den Staffel- tarifkn nicht 5811 Gebrauch mach€n, de'n man in normalen Zeiten würde gcmacht baben. Auf das Jahr des Mangels fokgte 1892/93, ein Jabr des Usbcrflnffcs. Wir lernfen also sofort die Kehrseite des VcrsuckW kmmen. Die Ernte dss Jahres 1892 im Jnlande wäre im stande gewesen, dcn gesammten Bedarf des Landss zu decksn, obne das; ein Korn vom Auslande nötbig ngasen wärs. Wir wären ja in einer glücklichen Lage gewesen, Wenn es uns „111851 so gegangen wäre, allein dem anderen, wenigstens dem großsn Tbeilc dsr in Nite“: Linik als jvettbewerbknd in Bctracht kommcndcn Ländern war es gérare so crgangcn; insbesondsrs battk Arnsrika cine? ganz außkrkrkenxlich reiche Ernte. Dazu kam noch, daß, Was wir im »Herbsts 1591 UOÖ nicht wußtsn, was wir aber nachbcr constatirsn kennt-cn. 11:23 des Mangols noch großc Vorrätbs in den Jägern vorbandsn warM, ins- besondere: in den Transitlägsrn des Westkns. T.: [agkn aanesreicbex-t Vor der Erntc 1892 noch sochs bsdéntenkk *)]?affsn, da?: die's: aUkin geeignet Waren, cinen füblbaren Drmk auf dcn Preis auszyüben, aucb wcnn gar kein GetrLidc aus dcm Ausland Oker aus dem Osten dazu gckommsn wäre. (Hört! bört! rkcbts.) Wir kwnnfen Uns unter diesén Umständen wirklich nicht entschließen, dM Oben cingcfübrten Staffsl- tarif für Getrcidc wicdkr aufzuheben.
Der Staffelfarii hat aber auch den gcbegtcn Erwartungsn ent- sprocbe'n. Dic Skatistik zcigt, daß dsr Staifcltarif die Beförderung auf weits Strcckc'n erheblich bermcbrt bat, sclbst in dem ungünstigen Jahre 1891, noch vick mehr aber bcrmcbrt bat in dem naturgemäß günstigen Fabre “1892/93.
Bskanntlich tritt der Siaffcltarif im Jnlandc erst von 200 km, vom Auslande erst von 240 12111 von dcr Grknze ab in Wirksamkeit. Es ist Gctrcidc über 200 ](111 vsrfrachtct worden vor der Einführung dcs Staffcltarifs, 10% der Gcsammttransportmengs. Die Ver- frachtung über 200 ](111 stieg im Jahre 1891/92 auf 13,4 im Jahre 1892/93 auf 20 0/0.
Meine Herren, ich möchte bier einschalten: die StaatSeisen- babnvcrwaltnng Hat es für ihre Pflickpt eracbtct, auf das forg- fältigstc der ganzen Bewegung der Artikel des Staffeltarifs zu folgen; wir haben unsere Gütersxpeditionern, BLUiebSdirectionm und Directionsn mit dieser Angelegenheit in den beiden Jahren. reichlich gedrangsalt; abe'r wir können sagen, daß wir über den Gang dcr Bewegung Vollständig und klar unterrichtet sind, und daß. wir über jegliche wirtbschaftliche Vsrscbiebung Ihnen Aufklärung zu geben im stande sind.
Was nun die Mühlenfabrikate anbetrifft, so betrug die Beföng übcr 200 ]«n frübcr 17 0/0, 1891/92 20 c*/a und 1892/93 23 %. Sie erscbcn aus dieser Nebeneinanderstcüung, daß die Befürcdwngeu, die man gebcgt bat, die Angriffe, die daraus gegen die SNMP zu ekntnebmcn waren, doch chigstens bezüglich dc: MühlmfabriW übertrikbcn sind; die Zunahme für die :!)iüblenfxxbrikaie ift garni!“ ix dem Maß? erfolgt, wie die Herrxn Antragstcün glauben. Ek Z| daß auch aus den natürlichen Vcrbältnißen durchaus zu Wray. Vn.