1912 / 236 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 03 Oct 1912 18:00:01 GMT) scan diff

Ministerium der geistlicher) und Unterrichts- angelegenheiten.

Der ProvinzYschFlZat Ori) SchFnidt i? dem Provinzial- lk lle ium in ag e urg ü ertme en “wor erz. _ schu ToOenZ Nealgymnafialdireklor Dr. Tribukait ist die Direk-

tion des Realgymnafiums in Goldap ubertragen worden.

Ministerium des Innern.

Bei dem Ministerium des Innern ist der Kreißausschuß- assistent Turowski aus Nauen zum Geheimen Kanzlei- sekretär ernannt worden.

Die Di tberieheilsera ,mit. den Kontrollnummern ph 1175 bis einschließlich "1214, . . ' geschrieben: „Eintausend einhundert funfuxidfiebziß bis em- schließlich Eintausend zweihundert und merzehxi , eius ben Höchster Zarbwerien _ Kontrollnummer 1174 ist nicht im

i nen _, Handel e ch e “52 und 253,

e rieben: weibünderf' "zweiimdfünfzig ,und Zwei undert FrLFxndfünfzig“? audeF' MerscxixclheZl' (11915 m Darmsta t,

18 is ein tei ', ' ' . . qéschrieben: „Einhundert achtundachtzig bis einschließlich Em- bundert fünfundneunzig“, aus dem Serumlaboratorium Ruste- - ' ambur ,

Enoch m H g 235 und 236,

ieben: wei undert ünfunddreißig und ,wathunde'rt ?eFYandreißig“ , auhs der Fabrik vor'mals E.,Schermg in Berlin

sind, soweit sie nicht bexetts fruher wegen Ab- schwächung 2c. eingezogen smd," vom 1. Oktober). I. ab wegen Ablaufs der staatlichen Gewahrdauer zur Einziehung

bestimmt,

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

Bekanntmachung. , Am 30. September 1912 waren im Preußischen

“"t ats chuldbu e eingetragen €ck6c“l7180sKonten iZ) Gesamtbetrage von 3214 618900 MH.

Berlin. den 2. Oktober 1912.

Hauptverwaltung der Staatsschulden. Z wi ck e r.

Yiehfamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 3. Oktober 1912.

iS k etär des Rei skolonialamts Dr. S_olf ist, wie YZ. JUBIJenrieldet, auf deéHeimkcixr von der Dienstreise nach,Südwest- und Ostafrika in Neapel eingetroffen.

t eldun des „W.T. B.“ sind S. M. S. „Heriha“ am LZZU thembér in Horta auf “Far)al (Azoren) und am 1. d. M. S. M. S. ,Panther“_“ in San Paolo de Loanda, S. M. Flußkbt. „Tiingtau“ m Canton und S. M. S. „Jaguar“ in Hankau eingetroffen. -

Bayern.

11 [icke kemierminister ASquith der iiach eirier MeldFäZ be? ,s,T,ZPT. B.“ vorgestern in Mubchen emgetrofxen war, ist gestern abend nach England abgereist.

Oldenburg.

' ld 1bur„ i che Regierung schließt fich, wie „W. T. B.“ meldcétéjedc; Ziaßnßbmen Preußens gegen dio Fleischteuerung an, soweit fie für das Großherzogtum Anwendung finden

können. Hamburg.

.' ür er a 1 hat nach einer Meldung des W.?é BY“ de? fixrchdix Erweiterung des neuen Hafens ,in Cuxhaven geforderten Betrag von 9160 000 „46 ohne Debatte einslimmig bewilligt. Ebenso wurde der Senatsantxag, betreffend die Erweiterung des „Stad'tbauses ?Poltzei- gebäudes), deren Kosten auf rund eme Million Mar veran-

schlagt werden, genehmigt.

' Oesterreich-ngarn.

ai er ranz Joseph siatiete, wie „W. T. B.“ "meleFrgXtertx voranittag und der Minister des Yenßexn (Hxaf Berchtold, Nachmittags dem aus Kopenhagen in Wien 'em- aetro enen König der „Hellenen im HotebBrtstql emen Vesta?) ab. Heute vormittag empfing der Konig die'Bo't- schafter von Italien, Rußland und Frankreich m gemeinsamer Audienz. ,

_ Der Ausschuß für auswäriige 'Angelegen- heiten der Oesterreichischen Delegation Lst gestern zu- ammengetreten, um den Bericht des Nef,ere_nt'enMaquiS

acquehem entgegenzunehmen. Vor Eintritt m die Tageß- ordnung beantragte der Delegieri'L'EÜenbogen, „wegen der" m den leßten Tagen veränderten politischen Lage die Debqtte uber die aquärtige Politik wieder zu exöffnen und den Minister des Aeußem zu Aufklärungcn über die Lage aufzufordern. Uebßr diesen Antrag entspann sich eme kurze Debatte, in der der O -

mann des Ausschusses Baemreither beionte, der Ausschuß e in der gegenwärtigen Lage eine gemiffe Ruhe und Zuverfi t

beweisen. Darauf wurde der Antrag abgelehnt.

Der Mar ais Baca uebem kam, obiger Quelle zufolge, in seinem Bericht zunäYost auf die Gegensäße zwischen (:Deutschlandb i_idnd England zu sprechen und kanlk's aui dic: Amiabexung dieser eiben Besondkrs eingeben?) besprach erxdann bie Verhandlungen u (“F di? Bagdadbabn, die scbliofxltch rabin gefuhrt hatten, das; RUYHSD Zl?) kommen sei auch für Oesterteicb-Ungarn nicht bekJÉFFgSFT'HT? und Rußland frtundlicb seien.

Mächte. auch England ihre ablehnemde Haltgng aufge,1eben haben..

Befestigm'g ch Frieden? könne nur gewinnen,

ziehungen zwischen Dcutschlan d

' l en,. die eine aggressive Sylke ge en den xeriibteereXoYiilmbtxbtelneikßzrlunZ-„frsi. Die Kaiserzusammenknnft in * altis -

" Ueber eugung gefestigt, daß es füx de Ftterxsélekie deTiZeiLFYYMF und des Zagemeinen Friedens von der großten Bedeutung sei, die auf gegenseitigem Vertrauen beruhende Fuhlung- nahme aufrecht zu erhalten. Die Besprechungen zwischen, dem fran- zösischen Ministerpräfidenten und den russisxben Staatßmmisjernb an- läßlich dessen Besuchs in St. Petersburg wurden eine Verschie ung

' ' ' ie ungen der Mächte nicht berbox-

NY.?" LegrensetéFJitxhterczattYr bespraxb darauf eingehend die

zwischen Deutschland und DiFraZkrUcbder gFFZsgckßxn DYFYWZ " . e on '

lungen uber Marokko betreffend die wirtschaftliche Auf-

. d . , JLZÖF JZMYZY, "TFT.... auch allen anderen Staaten zug 1 ert,

- ndere abe aucb Oesterreich-Ungarn ein leb a txs stxréffe deßxteisogehabt,b daß die Küsten _von Marokko nirgends fur den Handel gesperrt würden. Europa muffe damit rechnen, daß die Tripleentente weiter die englische Pylitik beherrschen werde. Eng- land opfere für Rußland Uebetxtxfemngen wie z. _B. die soge- nannten Pufferstaaten zwischen den britischen Befißungen in Indien und dem asiatischen Teil von Rußland, yon denen bisher niemand hätte abnen können, daß sie je preis.iegeben werden könnten. Die englischen Staatßmänner hielten die Entente für wichtiger als 1ede Tr'adttion, (11165 das, um für England den stäxksten Einfluß auf die kontinentale Politik zu gewinnen. Der Berichterstatter wandt? sicb sydatin dezi Vor- gängen in der Türkei zu und befa te fick) zunachst tmt d.m turkiich- italienischen Kriege. Er hob die undthreue und freundscloaftlicbe Haltung in bezug auf die Bewegungsfreibeit hervor und gab Her H'off- nung auf eine baldige Beendung des Krieges Ausdruck. Dabei meinte er, wenn die Türkei einen Frikden haben woÜeö_der ihre Ehre, ficbxre, so müsse sie ihre Ehre zunächst im Inneren sel 1t Wahren. 'Ste'muffe verstehen, aus den inneren Wirren_ bßrauszukommen und tbr eigxnes Schicksal mit Festigkeit und Bestandigkeit zu lenken. Der Bericht-

au die Anregung des Ministers YZattYeußkYrY 1;anekf)1r)reclycxnf. Eine rasche Verstandigung der Mächte über die geweinsame Politik angesichts der

weren Krk en in der Türkei sei zur Notwendigkeit gkworden, Zvenn bér besiebendse Zustand, die Bürgichaft des Friedens, nicbt erscbuttert werden sollte. Marquis Bacquebem betonte, der Yusschu habe fick) in vollem Einklang mit der Leitung des Aizswartkgen mts zuin

rieden und zum Festhalten an BLU bestehenden Bundnifjen beiannt. Die Znnigkeit des Bündnis: und Freundschaftsverbalttzisses zum Deutschen Reiche sei in der Debatte rnit „großer Waxme bstont worden. Die Monarchie Verfolge keine Politik te'rritorialer VSL"- scbiebungen, sie habe keine ag.:resfibsn Absichten, keine Expanfions- ideen. Sie verfolge eine Politik der Erhaltung des Bestehenden. Der Berichterstatter verwies schließlich Harauf, daß der Ausschxiß be- schlossen habe, sein voUes Vertrauen m das Wirken des Mmisjsrs des Aeußern außzusprechen. ' . Der Ausschuß genehmigte den Bericht des Marqms

Vacquehem mit einigen Abänderungen.

_ m Ausschuß für auswärtige Angelegeiiheit'en der ungJarischen Delegation, dex gestern nachm1ttag eme Sitzung zur Entgegennahme des Bericht?- des Refxrenten ab- hielt, erklärte der Sektionschef Graf Markus Wickenburg in Vertretung des Ministers des Aeußern obiger Quelle zufolge: _ _ ' , 1 d s n betre 'der eanderten VerbaTintffe babe d'er Minis er „e

AeußFrn im ZeereÖauZscbuß der Ungarischen Delegation bereits eme Erklärung abgegeben. Seitdem seisn die „neuen Moxnente einqetreten, daß (Griechenland und auch die Tütkci 'die aügemeine Mobilisierung angeordnet hätten. Eine Axnderung set weder im Standpuykt des österreich1sch-ungarischen Auswärtigen Amtes noch in dem der ubrigen Großmächte eiii etreten. In Beantwortung ' mehrerer, Anfragen exklärte Graf ickenburg, daß nach amxlichen Bertebten des Ministeriums des Aeu ern keine Deserttonen osterxeichischqzngarischer Soldaten an der serbißchen Grenze stattgefunden bmien. Einzelbeixen über das Zusammenwirken Serbiens und Bulgariens zu" eben, ware beute überauS- Wierig. Das Bestreben der Großma te sei am!) beute unverän a'uf Erhaltung des Friedens erichxet. Die Haltun der russischen Regierung babe s1ch durchaus ni t geandert, und au die Auffassung des Ministers des Aeußern, xaß Rußland aucb beute den Frieden ernsklick) Wolle, sei dieselbe'gebiteben. Wa? den Besuch Ssasonows in London betreffe, so set die Information und die Ueberzcuaung dss Ministeriums, daß dieser Besuch an der Haltung der rmfiscben Reaierung nichts geänbert habe, ja, daß er den Stand- punkt der Großmächte nur noch Verstärkt habe, Wonach eine“ frrxdlicbe Lösung der Balkanwirren gesucht werden mizffe. Was schließlich die russische Probemobilisierung bstreffe, so sei diese schon chr [Zugkr HUT beschlossen geivesen. Die Régierung lkge ibr keinerlei großere Be- deutung bei als irgend einem anderen ManJVer.'

Der Ausschuß nahm hierauf den Bericht des Referenien an. Der Bericht wird nunmehr dem Plenum unterbreitet

werden.

_ m eeresausschuß ber _Ungarischxn Delcxga- tion &thwa der KriegSminister m balbstiiiidtgßr geheimer Siyung verschiedene Anfragen. Die Erklarunaxn des Mtqisters machten auf den Ausschuß einen beruhigenden Eindruck. Hierauf wurde das Heer es 0 rdinarium nacb kiirzer Debatte, an. der sick) auch del Kriegsminister wiederum beteiligte, M1 aUgememen a n g e n o m m e 11.

Frankreich.

Der rusi e Minister des Aeußern Ssasonow'ist niit seiner Begleistusnc? gestern abend auFLondyxi m Pari?- em- getroffen und am Bahnhof vom Ministßrprasidenten Poincaré- sowie dem rnssischen Botschaftéx JHtZolskt und den Mitgliedern

ii enBot atberü woren. . der r-1-ff§s.)c1kx)ie die ,?Ygfence L?Havaéz“ meidet, wies der Minister- präsident Poincaré bei dem gestrigen Diplorxiatenempfang die Vertreter Bulgariens, Se'rbixns, Griechenlands und Montenegro?- in der unzweideiztigsten und. dringendsten Form auf den Exnst der von ih'ren Regierungen ex- griffenen Maßregeln hin. Er erklarte ihnen, daß die vier Mächte gsrade im Interesse des von ihnen verfblgten Ziele?- von ailem absehen _ soUten, was den Frieden gefährden könnte. Auch mxt den Botschaftern Engiands, Deutschlands, Italiens und Rußlands unterhielt fich Pomcgrcz sehr lange über die Lage auf dem Balkan. Abends empfmg Poincaré den russischen Minister Ssasonow. Die Unterhaltung bezog sich fast auezschließlich auf die Lage am Balxgii unix auf die Maßregeln, die zur Aufrechterhaltung ch Friedem- zu treffen wären,

Rußland.

' ' ' einri' von Preußen ist, wie ,WYÉL. LYXlitijindscstknzun? Besuchch der Kaiserlichen Familie 111 Spala eingetroffen.

Spanien.

In einem vorgestern nachmittag abgehaltenen Ministesr- rat faßte die Regierung [auf Meldung des „W. T. B; eirze Anzahl Beschlüsse, die das Amtsblatt „bekannt _gebet) _wrrdU ]e nachdem die Notwendigkeit dazu vorliegt. Die Minister smd

sehr urückvaltend, sie erklären mix, die Regierung werde ein VorgThen der Anarchisten unter kemen Umstanden dulden und

d' la in den Ausstand getreten. éeélFffYi. Die Ortsbehörden weigerten fich,

seßen zu lassen.

gestimmt. _ trili1chtig zxx s_sem,

u a en. . xdcclxßensiez einh1e111g die Regierung unterstutzen werden. Die Re-

gierung hat alle TransPortmittel und Schiffe requiriert.

Wie aus Barcelona gemeldet wird, haben eine große AW

' ba nangestellten auch auf den nichtkata- ?Wis UL:? (Yestklxbbnllinien die Arbeit schon jeßt yiedergele t, obwo [ der Streik erst in der nachsten_ Woche be innen so te. Ferner smd die Angestellten der Bahnlinie Manre a_Berga_

Alie Ba nhöfe stehen die Bahnhöfe be-

Türkei. _ Ein offiziöses Communiqué begründet die Mobil-

S ver ü ung , die nach einer Melbung des „W. T. B.“ N??ilenegrste, zrxxeixtJe und einen Teil der dritten Armeemspektum

' 't der Mobilisierung und Konzentrieng 'der THWÉn tm11er Balkanstaaterx. Die ges_amte turktsche Presse betrachtet die Lage mit Ruhe und ist fiegesfreudig,

Bl"tter a ellieren an die Ottomanen, _eitp- Al1e End forxxm sie auf, die Partetunterscbtede Die Parteien haben beschlossen, zu erklaren,

_ Der griechische Gesandte Gryparis hat bei der

Pforte gegen die Zurückhaltung griechischer Schiffe E inspru ch e ck o 1) en.

Griechenland. Der italienische Gesandte hat nach einer Meldung der

' «t ani“ Be ebl erhalten, der griechischen Regierung ZYLZZZZÖF ede zur H'Käßigung zu raten, nne dies bereits die

ern ro te getan haben. Entf recbeqde Weisungßn 711111?) denGVeßrtrean Italiens in Belgraß, Cetmje und Sofia zuqegan_ en. In Anbetracht bes KrieJSzustandeS' mit der Türkei ann Italien natürlich nicht auch in Konstantinopel auf die Erhaltung dex: Frieden?: auf ber Balkanhalbinsel tznd die Durchfühan der in dem Berliner Vertrag vorgezeichneten Reformen einwirken. ' . , _ Ein griechischer Dampfer, der mrt_ememturkrschen Einlaßpaß für die Dardaneüen versehen war, ist" der ,Agence Savas“ zufolge, unter dem Vorwand an"der Ruckke r ver- hindert worden, daß er keinen Paß fur die Ausfahrt habe.

Serbien.

["ttermeldun en zufolge ist von der serbischen Staats- eisenithiidirektion Line für die Türkei bestimmte Sendung von KriegSmaterial im Belgrader Bahnhof angehalten

worden. Bulgarien. ,

Die Sobranje ist fiir den 5. Oktober zu einer außßr- ordentlichen Session einberufen worden, 11111, den im Lande proklamierten Belagerungszustand zu funktionieren und *die durch die Mobilisierung der Ar'mxe notwendig gewordenen außerordentlichen Au§gaben zu beWiUtgen. ,

_ Die Mazedonisch-Adrianopeler Gesellschaft hat„ wre ,W. T. B.“ meldet, die Initiative zur Bildung einxr Freiwilligenlegion ergriffeti, deren, Stari? wahrscheinlich die Zahl von 20000 Mann uberschreiten durfte. Die An- werbungen haben bereitS begonnen.

_ Die Ausfuhr von Korn, Mehl und Fuiteor _uber die Südostgrenze ist, obiger Queue zufolge, durch Komgltchen Erlaß verboten worden.

Gestern find in Cetinje große Kugdgebungen veranstaltet worden. Die Menge zog vor das Konigspalais, zoo fie dem König und dem Kronprinzen zujubelte. Der König ermahnte nach einer Meldung des „Wienez: K. K. Tele-grap en-Korre- denzbureaus“ die Bevölkerung in „211121? kurzen An pra e zur_Be- sonnenheit und sagte, die Mobilisieriing _bedeute noch keinen Krieq; aber in dieser ernsten Zeit musse ]ed_er Montenegrmxr bereit sein, „seine Pflicht zu tun und dbrthin geben, wohin ihn die Behörden schickten. Vor der russischen, serbischen, bul- garischen und griechischen Gesandtschaft wurden Ovationen dar-

gebracht.

Amerika.

Nach einer vom „W. T. B.“ verbreiteten Depxschx aus der Stadt Mexiko haben die Aufständischen dexi amextkanischen Vizekonsul McCagl) in Durango und den Letter einer Tier- zuchtfarm in San Juan namens Russele ermordet. Der amerikanische Konsul in Durgngo exsuchte den Botschafter in Meriko, einen Druck auf die mexxkamsche_ Reglerung aus- zuüén, daß sie mehr Truppen zur Verzolgixng der 'Auf- ständischen entsende. Bei Moxiclova (M?xiko) ist es zwxschen Bundestruppen und Aufständischen zu einer Schlacht ge- kommen, in der 200 Mann gefaÜen smd.

Asien.

Wie „W. T. B.“ meldet, findet auf Anregung Rußlands zwischen den Regierungen der Länder, die in der Sechs- Mächte-Gruppé für die chinesische Anleihe vertreten find, ein MeinungSaustausck) dariiber statt, ob es ratsam ist„ wegen der Zahlung dér 50 Miüionen Doklar Enxscbädigung fiir die Boxerunruhen auf China emen Druck aUSzuuben.

Afrika.

Der Sultan Mulat) Yussuf ist [aut Meldung des „W. T. B.“ am 30. September in Mekines angekommen. Die Bevölkerung bereitete ihm einen freund1ichez1 Empfang,

Das Küstenwachtsch1ff „Maxrachi“ tft heute früh, von Agadir kommend, in Tanger eingetroffen. Als es.“" Aaadir vorbeifahr, wurde es,von fxindlichem Geschuß- fe'u er empfangen. ES erwiderte wahrend mehrerer Stunde): mit dem Kiistenmachtschiff „Fast“ zusgmmxn das Feuer. A adir scheint wieder von Aufstäpdischen,„ixie mrt Waffen gui ver ehe_n siiid, beseßt zu sein. Die franzoftscben Truppen, die Agadir- beseHen sollen, werden morgen eintreffen.

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

e' Monta befinden fick). Wie die „Voss. Ztg.“ mitteilt, dw MebSlletscber Berlins und der Vofror'te im Ausßand. ke- berlat'aen Lohnerhöhung und kürzere Arbettßxeit. Die Gutersckyupveu und Nieblsveiéher sind mit Vorrätpn ange'fullt und_l)arren der Ab- fahrt. Vyrscbiedentlicb haben die Bäckermetstex Berlins beim Bezug von Mehl schon mit Scbwieriquitxn _zu kampfen. Ari ist es schon zu Tätlichkeiten zwischen Ausstandigen und Arbeitßwi igen geo-

' ' ' . et Cin nocb Vlkl wicbtr eres Ekßéhms “der, Potsdamer Emrevue s zweifellos das Verspxcchen dsr be'iden Regierungen ngsen, sich in

über der Aufrech12rhaltung der Ordnung wachen.

kommcn.

Montenegro. 4. „ck '

In Cd ln sind nach der .Köln.Ztg.' gestern früb wegen einer polizeilichen Verordnung über Anbringung von Fabryreißanzeigern an sämtlichen Droschken und der Bestimmung, daß die Droschken nacb feststehenden Regeln jeden Morgen zur fest eseßten Zeit an ihren

teplätzen anzufabren haben, sämtliche Droéchkenkutscber in den usstand getreten. .

Die ausständiaen Arbeiter der Allgemeinen Elektrizi- täts-Gesellscbaft in "Weilburg haben, _der .Köln.Ztg.' zufolge, nachdem eine Einigung zustande gekommen ist, die Arbeit wieder auf- genommen. Es handelt sich um einen Teil der Arbeiter, die bei der YencZUZlZgF leYortigen Elektrizitätsrverks beschäftigt waren. (Vergl.

:. . .

Die Arbeiter der GenossenschaftS-Glasbläserei in Albi haben, wie „W. T. B.“ meldet, mit großer Mehrheit die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen für den Fall, daß der Auf- fichtSrat fich zur Wiederaufnahme der Verhandlungen bereit erklären sollte. (Vergl. Nr. 232 d. Bl.)

Kunst und Wissenschaft.

Zum Direktor der Münchener Kunstgewerbescbule wurde, wie . . B." aus München meldet, an Stelle des in den Ruhestand kretenden Direktors Emil von Lange der Architekt, Professor Richard Riemerschmid in München ernannt.

Literatur.

Das 1. Oktoberbeft der .Deutschen Veamten-Rundscbau“ berauögegeben vom Verband Deutscher Beamtenvereine ( reis jähr- lich 6 .“) hat folgenden Inhalt: Abhandlungen und Au säye allge- meinen Inhalts. Geburtenrückgang und Beamtenschaft. Der Rück- gang der Geburten und das Beamtentum. Die Entwicklung der preußischen Kreise, ngierungsbezirke und Provinzen und ihrer staat- lichen Verwaltungsbehörden; von Radke-Cbarlottenbur . Gemeinde- deamte als Stadtverordnete? Rechtsverhältniffe der samten. Er- örterungen und Nachrichten über Fragen des Beamtcntums. Grund- fäße des Königlichen Staatsministeriums für die Gewährun von Zu- Wendungen an Alwenfionäre und Althinterbliebene. Zur rage der Militäranwärtervkrsorgung. Aus Bayern. Erholungsixrlaub der bavetis .'n Verkehrsbeamten.„ Zur Lage der mittleren Baubeamten in He en. Von der Schriftleitung des Hess. Technikerberbande§. Die TeuerungSzulaae in Schwarzburg-Rudolstadt und der Konflikt zwischen Regierung und Landtag. Vakante Steüen. Gases: und Verordnungsblätter. Entscheidungen. Rechtßgrundsäße und Entscheidungen der obersten bundesstaatlicben Gerichtsböie: Vereinßnachrichten. Verband Deutscher Beamtenvereine und Verbands- einrichtungen. Aufnahme neuer Vereine. Mitteilungen Von Verbands- vereinkn. Trierer Beamtenverein. Der Beamtenverein Tegel. Aus anderen Verbänden und Vereinen. Die Bureau: und Kaffenbeamten der Redierungen Preußeiis. Vermischtes. Wissenschaftlichsr Zentral- vcrein Humboldtakademte. Pilzbergiftun en. Büchxrschau. Unter- haltungsbeilage. Als die Rosen blühten. oman. _ Allerlei Scherze. Rätsel und Spiele.

_ Das Heft 9 des laufenden Jahrgangs der „Kunst unserer Zeit“ (Verlag von F. Hanfstänal in München; Abonnemsntspreis 3 .“; Einzelbkft 4 .,“) ist den Müncbexner Kunstaussjellungen im Sommer 1912 gewidmet, deren künstleriycben Wert Alexander Heil- meyer in einem Aufsaß würdigt. An Bildern enthält das Heft neben zahlreichen Textabbildungen als Tafelbeilagen die Wiedergabe von fünf Gemälden von Löffs, Defregger, Janowitcb, Rißberger uud Jenßsch.

Kurze Anzeigen

neu erschienener S riften, deren „Be recbung vorbehalten bleibt. Zinéendungen md nur an dre edaktion, Wilhelm- r a

e 32, zu richten. Rücksendung findet in keinem Falle statt.

Für alle Welt. Illustrierte Zeitschrift mit der Abteilung Erfindungen und Entdeckungen auf allen Gebieten der Naturwissenschaftezi und Technik. Filx. Jahrgang 1913 Heft 1 bis 3. Jährlrckp 28 Hefte 5. 0,40 „M. Berlin 07. 57, Deutsches Verlagshaus Bong u. Co.

Die deutschen Lande in der Dichtung. 1. Band: Deutschland. Herausgeg. von Dr. Max Goos. Mit 16 Zeich- nun en bon Walter Strich-Cbapell und 7 Nachbildungen land- scbaßtlicber Gemälde. (.Haußbücherei“ Bd. 42.) Gebdn. 1 .“. JFburg-Großbotstel, Verlag der Deutschen Dichter-Gedächtnis-

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Vom Zuge der Menschheit. 1.Teil: Die logische Kon- struktion des Hauptproblßms der Metaphysik von Friß Fidler. 3 „FC; gebdn. 4 „FH. Hamburg, C. Erich Behrens.

Als Deu11chland erwachte. Heft 17/20. Gneisenau. Von Ernst Frbrn. Von Wangenbeim. 96 S. M1t7 Abbildungen und 5 Kartenskizzen. _ Die Völkerschlacht bei Leipzig. Vdn Dr. Ernst Schäfer. 94 S. mit 37 Abbildungen und 2 Karten. _

beodor Körner. Von Karsten Brandt. 108S. Mit 14 Ab- bildungen. _ Belle-Alliance. Von Eilhard Erich Pauls. 70 S. Mit 14 Abbildungen und 2 Karten. Jedes eft bioschiert 0,75 .“, 10 Ex. S. 0,60 „M, 50 Ex. Ö. 0,50 “M, 100 x. S. 0,45 .“, 100) Ex 5 0,40 .“; gebdn. 1 „xx. Hamburg, Gustav Schloeßmanns

Verlagsbuchb. (Gustav Fick .

ilhelm Emanue Freiherr von Ketteler. Von Karl Kötb 8. .F. Mit einem Gsieitßwort von Graf Droste zu Viscbesing. Mit 29 Abbildungkn. 80 ()(11 u. 276 S.) 3 .“; gebdn. 3,60 .“. Freiburg i. Br., Herdersckpe Verlagsbandlun .

Im Kampf um Straßburg. _ Roman von Erica Zörupe- Lörcber. - 3,50 .“, gebdn. 4,50 „Fs. Berlin 8117. 47, Großbeeren- fjraße 27a. Veilag des Vereins der Bü-berfreunde.

General der InfanterieGraf VonWerder. Eianens- und Charakterbild. Verfaßt von Ernst Schmidt, Oberleutnant. 2 .“. Oldenburg 1. Gr., Verlag von Gabard StaÜing.

Volk wider Volk. Roman von Walter Bloem.

5 .“, gebdn. 6 .“. Leipzig, Gretblein u. Co.

Bautvesen.

Die in Halle gestorbene Gattin des „Geheimen Baurats Michaelis stiftete, wie der „Boss. Zta.“ aus Halle gemeldet wird, zur F örde- !Ung der Bauwissenschaft die Summe von 250000 .“. Die Verwaltung dsr Sliftung übernimmt dcr Rektor der chbnischen Kochschule zu Charlottenburg; die Zinsen Werden zu acht S tipendien ur Leistungen auf bauwiffenschaftluhem Gebiet verwendet werden.

Land- und Forstwirtschaft.

YE. Deutsche Gersten- und Hopfenausftellung in Berlin. Die unter Mitwirkunß der Deutschen Landwirtschaftßgesell- _chaft und des Deutschen Hopfen au-Vereins vom 8 bis 13. Oktober 1912 stattfindende Ausfüllung der Ver1uchs- und Lehranstalt für

_rauerei in Berlin weis't troß der vielfach wenig günsjiaen Eintever- baltnifse dieses Jahres, eme recht gute Beschickung auf. Allein 255 An- meldungen zum BraugexstenpreisbeWerb find erfolgt, wont noch

intergersten und 31“ Brauweizen kommen. An dem opfenpreis-

Wyrb nehmen 115 Hopfenmuster teil, die wieder von samten der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei an Ort und Stelle bei den

toduzenten Entnommen wurden. Eine Reihe bekannter Getüm- züchter bringt Mustersammlungen von Anbau- und Züchtungéversuchen zur Ausstellung. Die Stiftungen zum Prämiensonds des Preisbwetbs belaufen sich gaf- über 10 000 .,jé. Verxieben werden wie früher: Wahl- weise Preismunzen in Edelmetal] und Bronze oder Geldpreisk. Außerdem stehen zwei SfaatSmedaiUen als erste Siegexpreise sowie an erdem "VÖ mebrwe silberne Medaillen und Ehrenpreise für Prämiierungs- Wkck? zur Verfugung. Da auck) die gleichzeitig stattfindende Brauerei-

]äbrige Oktobertagun dex. Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei wieder ein reiches ro kamm aufgestellt ist, so darf auch in diesem Jahre auf einen zahlrei en Besuch der Ausstellung gerechnet werden-

Ernteergebnisse und Getreidebandel in Rußland,

Der Kaiserliche Generalkonsul in Odessa berichtet unterm 27. September: Wahrend des BenchtSmonats herrschte etwa 2 Wochen hindurch schönes, warmes und trocknes Wetter. Wahrend der übri en Zeit aber setz1en wiederum zahlreiche starke Niederschläae ein, die tcb auf Janz Südwestrußland ausbreiteten. Diese nasse Witterung hält nuxt chou seit Monaten an; die Hoffnun en, kaß endlich dauernd trockene Witterung eintreten würde, haben fi nicht verwirklicht. Die nasse Witterung hat im Süden Nußlan“s und im Innern einen überaus ungünstigen Einfluß auf den Ausfall dex Ernte ausgeübt und die ge- hegten offnungen zetstört. Die fruberen Nachrichten über den voraussi tltcben Ausfall der Ernte stellen sie!) jeßt als zu günsii heraus. Noch immer ist nicht alles Getreide einaebratbt; das au? dem Felde zurückgebliebene verfault infolge der Nässe; anderes kann nur als Vtebfutter Verwendun finden. Die schlimmsten Klagen kommen aus Beffarabien. Die nalität des geernteten Getreides is1 gleichfalls durchweg niedriger als erwartet wurde. Der Mais sieht noch auf dem elde und kann bei dem anhaltenden Regen nicht reifen. Die gesamje aisernte ist bedroht.

Der Stand der Wintersaaten ist fast überal] günstig.

Jn Weizen kommen nur minderwertige Qualitäten auf den Markt; trockene Ware ist eine Seltenheit. Amerika mit seinen guten Qualitäten beherrscht allein den Weizenmarkt. Die Inhaber von Weizenbeständen in Rußland verhalten fick) sebr zurück- haltend und sind nicht zu nennenswertem Entgegenkommen eneigt. In Roggen bleibt die Nachfrage anhaltend gut; das Ange ot ist jedoch klein, umsomebr, als während der iéßigen Saatzeit einige Wochen hindurch arößsre Zufubren auf den Markt nicht stattfanden. Die Gerstenpreise sind unter verschiedenen Schwankungen weiter

erheblich gestiegen. Tro dieser hohen Preise sind die Zufubren kaum halb so groß as in der gleichen Periode des Vor- jahres. Man muß darauf gefaßt sein, daß das Hinter-

land des Schwarzen Meeres bedeutend weniger wird liefern können als in der leßien Kampagne. Auf entfernte Termine werden überhaupt keine Abschlüsse gemacht. Bei den hohen Frachtraien wird die Ausfuhr von Gerste ganz bedeutend eingesckoränkx werden. erner macht das anhaltende Regenwetter nennenswerte Zufuhren zum arkt unmöglich. Die rudfisckyen Ausfuhrbäuser halten den alten Mais zurück, weil die Ernte des neuen Mais durch anhasiendes Regen- wetter gefährdet ist. Es steht zu befürchten, daß der 118116 Mais grün bleibt und schließlich durch Frost zugrunde geht. Auch die Haferernte hat große Enttäuschungen gebracht. Ganze Posten smd infolge des Regens auf dem Felde geblieben und Verdorben. Die Ernte bon Leinsaat am Schwarzen Meer ist recht klein; Am Asow ist sie besser auSgefallen. In Raps kommen nur nasse Partien vor, die eine Ausfuhr nach dem Auslande nicht aushalten.

An der Odessaer Börse stellten sich die Preise am 25. Sep- tember, wie folgt: Asima . . . . 105-124 Kop.

Zafer . . . . 84-96 insaat. . . . 214 KolzaiRaps) . . 200 Hederich. . . . 115

Die Vorräte betrugen am 14. September d. J.:

Ulka . . * .103-122 3911 - «ck -

er L . . . _ ..

' fur das ud Mals ' 74-84 ' frei an ord.

in Afima 117 936 (12, ., Ulka . . . . . . . 95 004 , Arnautka . . . . . 819 , , versehiedenen Weizensorten 3 518 . Weizen zusammen 217 299 113, . Roggen . . 49 402 , , Mais . 177 960 . Gerste . . . . . . 206 484 ., Hirse . . . . . . . . 819 . Hafer. . . . . . . 1969 . Kolza (Raps) . . . . 13 104 . . anfsaat. . . . . . 328 . , einsaat . . . . . . 1638 , Sonnenblumenkörner 2555 , Rübsen . . . . 819 . Erbsen . . . . 24 590 . Bohnen . . . . . . 819 , . Linsen . . . 1638 . Die Verschiffungen aus Odessa und Cberson betrugen im Berichtömonat:

Weizen . . . 2000000 Pud, Rog en . . . 1000000 „, GLUT? . . . 3000000 Mais. . 1000000 , .

Die allgemeine Lage auf dem Oelkuchenmarkt war fest. obe Frachten machten Yedoch die Ausfuhr schwierig. Die Ernte ist in 0198 des Regens lek'bl ck verspätet.

Die Preise betrugen frei an Bord für:

Leinkuchen. . . . 119 Kop. Rapskucben . . . . . . . . . . . 84 , Kokoskucben in Säcken Singapore . . . 96 „, Ceylonkucben in Säcken . . . . . . . 115 Hedericbkuchen, hydraulisch . . . . , . 64 , Hederichbauernkuchen . . . . . . . . 72 , . Obwohl die ufubren dauernd sich in engen Grenzen hielten,

konntm doch die chiffsfracbten unter Führung Ametikas sprungweise anziehen und sich namentlich für verfügbare Dampfer behaupten. Die gegenwärtigen Frachtralen für Verfügbare Dampfer in Odessa und Cberson sind folgende: nachotterdam. . . ._. . . . . . . . 16/_, . London, Hull, Antiverpen, Hamburg, Weser 16/6.

Saatenstand in Italien im ersten Drittel des Monats September 1912.

Die MaiSernte ist fast überall mit zufriedensiellendem Ergebniffe bxendigt worden; in einigen Gegenden im Süden bat die Ernte sogar emen teichli en Ertrag geliefert. Die Weinernte dauert an, wird aber im aÜgemeinen nur einen ziemlich schwaZen “Ertrag haben. An Güte [affen die Txauben nichts zu wüns en übrig, stellenweise sind sie vorzüglich. Die OliVenernte bie_tet keine besonders guten Aussichten; namentlich in Sudiiaxien, wo man mit der Ernte bereits begonnen hat, scheint das Ergebnis_ ziemlich gering zu sein. Mit dem Schnitt des Reifes i_vurde mrt bef tedigendem Ertrage fortgefabren. Ueberalk klagt man aber den Mangel an Obst, nur Feigen, Aepfel und Nüsse sind reich- licher Horbanden. Die Heuernte geht“ ihrem Ende entgegen. In Sardinien macht sich der Mangel an Niederschlägen weiter fühlbar. _ Bericht des Kaiserlichen Generalkonsulats in Genua Vom 28. September 1912.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten nud Wsperrungs- maßregeln.

Bulgarien.

Die bulgarische Regierung hat die Stadt Witebsk und ihre Umgebung für cholerafret erklärt und die für die Herkünfte von

mafchinenausstellung eine starke Beteiligung aufweist und für die dies-

".R.-Anz.“ vom 31. August d. J.

Verkehrétvesen,

Die Direktion der Suezkanalgeskllsckpaft kündig1e an, daß der

Suezkanal “"7 36 Faß vertieft werden one, di A b alsbald in Angriff genommen Werden. s e r eiten wurden

Verdiugungeu.

Der uschlag auf die von d€m Verwaltungsüffort der Kai er- lichen erft zu Wilhelmshaven am 9. v. M. verdUn Znen Maurerarbeiten und Zimmerarbeitcn für den Bau der Scki bau- wexkstatt auf der Toépedowerft ist der Firma E. Wittber, Wilhelms- haven, bezw. der Firma W. Freudendahl, Rüstringen, erteilt worden.

(Die näbexen Angabexi über „Verdingungen, die beim „Reichs- und Staatßqnzeigxr“ auslte e_n, konnen in dem Wochentagen in desen Expedition Wahrend der ienststunden bon 9_3 Uhr eingesehen werden.)

Niederlande.

5. Oktober 1912. KM]. ZSO. SWN. Zank. sérk-MjZ'ikixx WU LaUäbanakßilileSn in Lienden (Provinz Gelderland): Liéfsrung von rund 65 000 kJ reinkn Leinkuchenz zu liefern Aufang Nobcmber und Februar frei Kesteren.

5. Oktober 1912: Verwaltung der Abteilang 17011e7n110x'x- .1917 0. 1.. YZÜÜZSUQPPF zu Vollenbobe (Provinz OVLrbffkl): ck31st- rung von 40 000 R:; balbweichen Leinkuchen in der zweitsn Hälfte des Oktober und Von 40 000 kg in der zwxiten Hälfié des Febritar. Nähere Auskunft beim Sekretär.

15. Oktober 1912: Verwaltung des Poldkrs bon Zaamslag (Provinz Seeland): Lieferung bon 100 000 kJ Macadam, StÜckL zn 2-4 011]. Lieferung frei auf dem Stadkn oder Sclouttersbvf in Terneazen oder auf dem Abladeplaxz am Margaretbapoldsr.

Theater und Musik.

Theater in der Königgräßerstraße,

Friedrich Hebbels düstere Tragödie „Herodes 1111 ?) Mariamne“, die vor vier Jahren im Verlinkt Theater, mit Irene Trissch und AlbertHeine in den Hauptrollen, aufgeführt worden War, erschien ZFZstexrn zum ersten Male auf dir Bühne des ebsnfaÜs 17011 den Herren cinbard und Beinauer geleiteten Theaters in der König- aräßer Straße. Auch diesmal spielte JreneTriesch, die inzwischn als Mitglied der genannten Theater Verpflichtet worden ist, dis Mariamne. Stark und vol] ließ sie den Grundton des Charakters, die troxz ailcr Demütigungkn von seiten ibrés (Hatten Herode und iroß alTer Auf- reizungen der eigensn Mutter Alsxandra immer wieder fich durcbringsnde Liebe zu Herodes, anklingen. Man Verstand es 561 ihrer großsn kar- stelleriscben Leistung, daß der Tod dieser schon Vorher bis ins Jnnsrste getroffenén Frau nur noch ein symbolischer Akt war, daß Herodes nur eine Laube dem Schivert dss Henkers übermittklte, deren Seele er schon längst selbst bingemordet hatte. In Ludwig Hartan als Herodes batte Frau Triesch einen ibr ebenbürtigen artnet. Auck) er [ixß als Grundzug des meisterlich gezeichneten baraktsrs die Liebe zu Mariamne stets erkennen . aber die Liebe des HJrrsnMnscben, des Selbstlings, der fick) in ArgWobn und (?i1e1sucht ver- zebrt und jeder bösen Einfiüsterung wiUig sxin Obr leiht, Hinter diesen beiden des Dichters Absichten bis ins k!?inste klar- !? endcn darsteüeriscben Leistungen standen die übrigén ziemliä; be- YKeiden zurück, obwohl ksiner der Mitwirkenden etwas bcrkarb.

ehr Ueberzeugungskrast hätte man dem Samsas Alfred KÜÜULI ge- wünscht, dsffen Rede nur Pathos, aber keine Wärme ausströmte. Am besten fanden sich noch Artur Bergsn (Josepb), Friedrich Zelnik (Titus) und Fritz Delius (Soemus) mit ihren Aufgaben'ab. Die Tragödie War von Rudolf Bernauer mit Geschick und Geschmack in Szene gesetzt. Schlichte, ernste Stoffborbänge erseßten die gemalten Kulissen; nur für das Fest und für das Erscheinen der dreiKönige ca_us dem Morgen- lande hätte man _txisbr Licht, Farbe und Laben ans der Bühne gc- wünscht. Die Ausführung machte sichtlich einen tiefkn Eindruck auf die Zuschauer.

Jm Königlichen Opernhause smdet morgen, Freitag, eine

Wkederholung der „Meistersinger bon Nürnberg“ in der bekannten Veseyung der auptrbUen durch die Damen Dux, bon Schsele-MÜÜN, die Herren Bi (hoff, Kirchhoff, Schulß, Henke, Kniipfcr und Habicb statt. Dirigent ist dsr Kapeümeister Paur. (Anfang 7 Uhr.) _ Für die .Carmen“-Vorsielluna am Montag, mit Herrn Caruso als Don José, ist Fräulein Marguerita SylVa Von der Opéra Comique in Paris als Partnerin und Vertreterin der Titelroüe ge- wiyniien wwrden. Fräulein Ariöt de Padilla fingt die Micaéia, Herr Hoffmann den Escamillo. Jm Königlichen Schauspielhause wird morgen .Yie Bluthochzeit“ Von Albert Lindner, mit den Damen Poppe, kael und von Mayburg sowie dsn Herre'n Clewing, Geistndörisr, Kraußnkck, Pohl und Zimmerer in den Hauptroüen, aufgeführt.

Mannigfaltiges. Berlin, 3. Oktober 1912.

Die (Gesellschaft für Verbreitung bon Volksbildung Veranstaltet gkgenwärtig eine Nkibe Von Vorträgen und 116511 11 gen für freiwiÜige Volkc-bildungSarbeit, in dénen die brennknditen Tagks- fragen auf diesem Gebiete von ersten Sachbeiständigsn erörkert werden, 11. a. die Bedeutung und der gkgénwärtige Stand der freiwiÜigen VolkaildungSarbeit in Deutschland, die Jugend- pflege und ihre praktische Bedeutung für die Volksbildung, die VerWendung von Veranschaulichungsmitteln in den Volkstümlicben Vorträgen und Unterhaltungen, die Anordgiung der mußkalischn Bildungßarbeit, das Volkstümliche VortragSern in ssinen yer1chiedenen Formen, der Kinematogravk) und das Kinematograpbsntbeater als V01ks- 11111) Jugendbildungsmittel und nach fxinen Gefahren und Ayswücan, dte Wander- und Lisbbabertbeater, der Kampf gegen de'n Buch1chund und die Pflege der Volks- und Jugendliteratur, die Lehrgänge für ArbSiter- unterrickot, die Tätigkeit der großen und kleinen VOlkÖbÜCbCkkiM, die VolkéunterbaltungSabende in größeren und kkeinercn (Hemsinden. Die Vorträge werden durch Beispisle erläutßrt und duroh Besuche von Berliner Bibliotheken, Kinematograpbentbeatern und Bildungs- anstalten ergänzt. Der Besuch der Vorträge ist außergkwöbth sjark, ein Beweis für die wachsende Ausdehnung und Verticfung dsr frei- willigen Volksbiidungsarbeit. Die Vorträge Werden bon der Gasoli- schaft Veröffentltckpt und damit auch Weiteren Kreisen zugänglicb gemacht Werden.

„Durch den Schwarzwald und die Schwäbische Alb, eine Schülerwanderung in den großen Ferien 1912“, betitelt fich ein, Lichtbildervortrag, der am 24. Oktobsr d. J., Abends 8x Uhr, im Marinebause von dem städtischen Tutnwart E. Hupfert gehalten werden soll. Die starke Schalerbeteiligun an dieser Wanderung, wie auch 581 einer yorjäbrigcn, die dunZ Schweden und Dänemark führte, hat gezeigt, daß ein Bedürfnis für Wanderungen Vorliegt, welche die Schüler aus den Grenzm der engeren Heimat hinauébringen. Um auch unbemitte'ltcn Schülern höherer Lehranstalten Groß-Berlins die Teilnahme zu ermö lichen, ist der Reinertrag dss Vortragabends dazu bestimmt, bei erien- Wanderungen Unterstüßungen zu gewähren. _ Eintrittskartkn zum Preise von 75 „3 (für Schüler 30 „Z) find bei W. Brkitkreuß, §0„ Schmidstr. 24/25, zu haben.

Der Schülervortrag bei freiem Eintritt auf der Treptow“ Sternwarte wird am Sonntag. den 6. Oktober, Nachmittags 5 Uhr, wiedeiholt Werden; das Thema_lautet: .Wandernde Sterne“. Am Montag, Abends 7 Uhr, spricht der Direktor Dr. F. S. Archenbold über „Vé'lchstraße'und Nebel- estirne“. Beide Vorträge sind gemeinversjändlicb und rnit zahlrexchen

dort angeordneten QuarantänemaJZegeZJZZvieder ausge oben. (Vgl. r. .

icbt- und Drebbildern auSgestattet. Jeder Erwachsene hat das Recht,

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