1912 / 251 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 21 Oct 1912 18:00:01 GMT) scan diff

Die italienische Regierung hat den ani 18. Oktober. zu Lausanne erfolgren Friedensschluß zwischen thlten und Türkei amtlich ur Kenntnis der, Denxschen Regierung gebracht. Wie „W.T. .“ meldet, hat die Retchßregiexung diese Mitteilung mit der Erklärung beantwoxtet, daß sie die italienische Souveränijät über Tripolis und die Cyrenatka an- erkenne.

Dem RegierungSaffeffor Dr. Busch in „Cöln ist, die kom- missarische Verwaltung des LandratSamtes im Kreise Alten- kirchen, Regierungsbezirk Koblenz, Übertragen worden.

Der Regierun Sa effor vom Rail) in Danzig ist der Königlichen Regierigmgff in Cöln zur weiteren dienstlicher) Ver- wendung überwiesen, der RegierunogSaffeffor Dr. Springer aus Stettin dem Landrat des Kreises Kammm, der neu er- nannte RegierungSaffessor Dr. von Moßner aus Breslau dem Landrat des Kreises Altena, der neu ernannte Re- gierungsaffeffor von Cossel aus Cassel, dem Landrat des Kreises Mörs, der Regierungsaffeffor Freiherr von Funck in Altenkirchen dem Landrat des Kreises Geldern und d_er neu ernannte RegierungSaffeffor von Conßbruch aus .Caftel dem Landrat des Kreises Lubliniß zur Hilfeleistung M den landrätlichen Geschäften zugeteilt worden.

Angestelltenversicherung.

Mit dem Inkrafttreten des'VersicherquSgeseHeS fur „An- gestelite kommen für die Verstcherung§pf11cht3m Bereiche der Post- und Telegraphenverwaltung in Betracht:_ die Postagenten, die Architekten, Bautechniker, Maschirientechn1ker, Bauschreiber, die Gehilfinnen bei Postämt'ern “[T],"dle' Marken- verkäufer und Markenverkäuferinnen sonne ine staubigen Vex- treter der Postagenten. Vorausseßyng' der Versicherungsxxflicht fur diese Personen ist, daß ihre Tä11gkUt als Angestellte im Post- und Telegraphendienst und bei anderen erwaiungen ihren Hauptberuf bildet, daß sie nicht berufsiinfahig (1111), d., h. daß ihre Arbeitsfähigkeit dauernd auf weniger als „ine Halfte der Arbeitsfähigkeit eines gesunden Vexsicherten voii 9hn11cher Aus- bildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fahigkeiten herab- gesunken ist, ferner, daß sie gegen Entgeltsals Angestellte _be- schäftigt werden, daß ihr Jahresarbeitsve'rdietist 5000 «76 nicht übersteigt, und daß sie beim Eintritt, m die v'ersicherungs- pflichtige Beschäftigung das 60. LebencZ1ahr nock) mcht voliendet haben.

Anlage () zur Eisenbahnverkehrsordnung.

Auf Grund der SYlußbestimm'ung, in Anlage () zur EisenbahnverkehrSordnung at das Re1chseisenbahnamt unterm 2. d. M. einige Aenderungen der Nummern 19, 111 und 11 verfügt: '

191 und 11). In den Eingangsbesiimmungen „4. Sprengmütel. ]. Gruppe““sind unter 9) Ammoniaksa[petersprengst-gffe,nachgetragen Koblen-Siegenit und Tunnelite. Für NitrozeÜulose (Schteßbaumwolle in Flockenform und KoUodiumwolle ung-preßt 12. 11. 1. Gruppe 0) a)) mit mindestens 35k0/0s Wa(ffeF-Héfxr 4211)k)ol)ols?e?taltt rst das Zusammen- laden mit S reng ap eln ] . 5 ge a e.

11. Unthr die selbstentzündlichen Stoffe sind aufgenommen

.Lederkohle' und „Gummi, gemahlen (Gummistaub)“. Das Nähere geht aus der Bekanntmachung in Nr. 55 des ReictheseHblatts vom 12. d. M. hervor.

Laut Meldung des „W. T. V.“ istS. M; S. „foiethen“ am 18. Oktober in Grimsby (ab 22. Oktober) emgetro en.

In der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- und Staat?;anzeigers“ ist der Entwurf eines Ge's 21,366 über Kindersaugflaschen, der dem_11ächst dem Reichstag zur Beschlußfassung vorgelegt werden Wird, nebst Begrundnng veröffentlicht.

Lübeck. -

Der Senat hat, wie „W. T. B.“ meldet, die Einfuhr von frischem Rindfleisch aus Belgien, 9011 Rind- undSchwe1116- fleisch aus Rußland und von Schlachtritidern (ius Holland frei- gegeben, falls das Fleisch zu behördlicherseits festzuseßenden Preisen unmittelbar an die Verbraucher verkauft Wird.

Rußland.

Die russische Regierung hat nach einer Meldung der „Agence Havas-Reuter“ von den Mächten„ die d'er, Inter- Uationalen Zuckerkonvention gngeZoren, eine schriftliche Zu- stimmung verlangt, durch die sie sl verpflichten, ihr zu ge- statten, über das in der internationalen Konvention vorge- sehene Exportquantum hina_uSzuge[)en, wenn außerordent- liche Ereignisse, wie sie in diesem Jahre vorgelegen haben, dies erfordern soUten.

Spanien.

In der Deputiertenkammer hat vorgeste'rn nachmittag eine erregte AUSeinanderseßung über den Eisenbahner- ausstand stattgefunden. , . , ' .

Nach dem Bericht des „W. T. V.“ artff em Sozialist die Regierung heftig an und machte ihr den Vorwurf, sie Habe den Aus- ständiaen. Ve1sprch1ng9n gemacht, denen die Vznschlage des Ministers der öffentlichen * rbeiten Villanueva in kcmer Weise Rechnung 1103611- Der Ministerpräsident Canalejas rechtfertigte das Verhalten der Regierung, deren, _Maßnahmcn' notwendig geWcskn sein, um den Generalstrxtk zu verhinkem, der eine Katastrophe für das Land bedeutet batte. _ Amado, der Leiter der „Correspondencia militar“, auf dessen Vermiltlung die Beilegung des Ausstandes zurückzufül) en ist, erklärte, die Regierung habe ihm Versichert, fie werde einen Geseßentryurf vorlegen, der die Wünsche der Eisenbahner erfülle; die Vors lage Vilianuevas entbieltxn aber .keine Einlösung dsr gegebenen Ver precbungen; _ Canalexas er- klärte, er habe keinkn Vertrag mit den, Amstandigen geschlossen, die Vorschläge der Regierung entbislten eme Lösung der Ftage 14 den

Türkei.

Der Sultan hat an die Land- und Seestreitkräfte ein'e Proklamation gerichtet, die laut Meldung des „W. T. B.“ besagt:

Seit Jahrhunderten hat es keinen so wicbtigen Moment für unser Vaterland gegeken wie den jeHigenv. Unsere Nachbarn, unt denen wir in Frieden leben wolien, haben", uber Gesetz und Gerechtig- keit sicb hinwegskßend, alle Rechte mit Fußen tretend und die Rat- schlä e Europas nicbt achtend, uns herausgefordert, um den Erfolg der Bemühungen, die wir zur Aufrechterhaltun? des inedens entfaltet haben, zu vereiteln. Die ganze Nation hat mt EntrusiunT die ver- wegene Sprache unserer Gegner" vernommen und„uberlaßt Czub die Pflicht zu antrvorten. Jbr mußt diese Spraxbe fachen. Ihr mußt die Ehre und die Rechte meiner Regierung verteidigen und _der Welt beweisen, daß die altererbten ottomanischen Tugenden unverandert ge- blieben sind und daß Ihr die heldenhafte Ueberliefe'rung Eurer Vor- fahren bochbaltet, d e einst, eine klein? tapfere Schar, vbn Anatolien nach Europa zogen und grEße Landsinche eroberten mix emem_Helden- mut, der die Welt in rsjaunen seßte. Eure zweite Pflicht ist, Ordnung und Disziplin zu zeigen und nicht obxie Grund oder grausam Blut zu vergießen, Greise und Frauen und Kinder gut zu behandeln und Leben und Habe der nicht bewaffneten Bevölkerung upd ihre Kultstätten zu schonen. Mit jenen Unglücklicben, aber, die JLJLU Euch kämpfen Werden, nur WC1[,fi€ dem Befehle ihrer Vorgesetzten gehorchen müssen, die aber in ihrem Inneren den KricZg Verflucben und Euch aufxichiig die Hand entgegensirecken WoÜen, mußt _ibr Er- barmen haben und vor dex zivilisierjen Welt, die Euch, Wenig k?nnt, beweisen, da die Ottomanen zu den ,zivilisiertesten Nationen geboren. Vorwäriö! ott mögs Euch zum Stege fuhren! d K s

_ Die Kretaschußmächte haben, wie ie on 1011- tinopeler Blätter melden, in ihrer Antwort auf den Schmit der Pforte erklärt, sie betrachteten die Zulassung der„kr'etischen Abgeordneten in die griechische Kammer als ungultig' und würden keine Aeöiderung des 813312118 quo auf Kreta auch nach dem Krie_ e uge en. _

_ Ilia Meldungen der „Agerxce Télégraphique Bulgare“ über die Operationen der bulggrischen Arniee habenuvor- gestern die Truppen der mazedonischen Armee die Grenze uber- schritten und nach einem Kgmpfe Zarewo Selo, (Horna 11111) Dschuma eingenommen. Die „Rhodopetr'ypyen haben, gleich- falis die Grenze überschritten, siiid auf tur iéchem Gebiet vor- gerückt und haben Mehomig m der_ Ca a Razlog durch Bajonettangriff genommen. Em auf Adrianopel xngrschierendes Armeekorps hat den Feind auf der. ganzen Lime geworfen und Mustafa Pascha erobert. Die bulgarischen T'ruppe'n bese ten die beiden Ufer der Marißq und zogen m die Sta't ein, wo große Mengen LebenSmrtiel und Futter vor- gefunden wurden. Die Brücke über die Marißa wax von den Türken leicht beschädigt worden, aber sie wurde mchtsdesto- weniger zum Uebergang für den Tram benußt. Der Bahphof und die Telegraphenstation waren von den Tiirken unbeschadigt gelassen worden. Die während des ,vorgestrigen „Tages, gegen Adrianopel operierenden Truppen trieben den Feind bis vor die Fortifikationßlinie 1111165 und machten gegen hunderi (He- fangene. Mehrere HölJenpositionen wurden mit dem Ba1onett genommen. , , '

Von amtlicher türkischer Seite wrrd enieldet, “daß eme tausend Mann starke bulgarische Truppexia teilung, dl? „Grenze in der Richtung auf Maktochlar, nördlich von Kirkkiltsse, zu überschreiten versuchte, türkische Truppen aber das Vorgehen der Bulgaren verhinderten und die den Weg behexrfchexidetiPunkte beseßten. Wie die „Jeni Gazetta“ meidet, jmd die turkischen Truppen . über Timrasck) in Bulgarien emgedrungep und mit den Vu! aren zuiiammengestoßen. „Daß (Hexxcht, 111 dem aufbeiden «eiten mt äußerster Heftigkeit ge ampft wuxde, dauerte 36 Stunden. Die Bulgaren wuxden gezwungen, ihre befestigten SteÜungen zu verlaffexi; , sie tyurden von den Türken verfolgt, die strategisch Wichtige Hohen zu bese§en vermochten. Die „Agence TSngraphique Bulgare“ exklart, daß die von Konstantinopler Blättexn gebrachten Nachr1chten, wonach türkische Truppen auf bulgarisches (895191 vorgedrungen wären und eine Reihs von strategischen Positionen und Purikten, insbesondere in der Gegend von Timrasch genbmmsn hätien, auf Erfindung beruhten. Die Tiirken hätten, die Grenze nicht überschritten, sondern sammelten sick) ,bLl Adrmnopcl. '

Die türkische Flotte bat die Blockade über die bul arische Küste bei Varna und Burgas verhängt. Die te sind hiervon amtlich in Kenntnis gesetzt worden. Vor- gestern friih stieß die türkische Fiotte auf der Höhe von Varna im Schwarzen Meer auf bulgqrische Torpedobobte und zxvang sie, sick) in den Hafen zurückzuziehen. (55911911 Mittag erschienen die türkischen Schiffe vor der Ste_idt und beschossen diese.

_ Amtlichen serbischen Ver_1chten zufolge hat vorgestern friih der Vormarsch der serbischen'Arnm'ee an der gcinzen serbisch-tiirkischen Grenze begonnen. Die iurkischen Blothauser [äUgÖ der Grenze in der Nähe von Ristowaisch sonne 11er Ort Bujanowixze wurden genommen " U11d dW strategisch Wichtige Höhe Bujan, 15 km " s11d11ch der Grenze, beseßt. Nack) Meldungen aus turkischer „Quelle haben die Serben bei Podujewo schwerq Verluste erlitten und smd von den Türken bis weit auf serbisches Gebiet verffolgt wo'rden. Auch in der Gegend von Prepolac wurden die serbischen Truppen unter empfindlichen Verlzisten . zurückgeworßn. Weiteren Nachrichten zufolge haben die Tiirken, sich zweier wichtiger serbischer Positionen bei, Tagra' bemächtigi und strzd troß des Widerstandes von vierzig serbischen Bataiüonetz bis Kurscbuml'e vorgerückt. Die Meldungen uber das Vordringen der tiirkifcben Truppen auf serbischßm (Hebiei werden von, amt- licher serbischer Stelle als phantastische Erfindungen bezeickznei. Seit den bei Ristomac und Preyoiac nock)"vor der, Kriegsßrflä- rung zurückgewiesenen Grenzemfallen hatten die türkischen Truppen serbisches Gebiet nichtj mehr, betreten können.

Wie die „Wiener Aligememß Zeitung“ ferner aus authen- tischer serbischer Quelle erfährt, ist der Albanesenführer Issa Boljetinaß mit ungefähr 2000 Mann zu den Serben über- gegangen.

Vom montenegrinischxn Kriegsschauplaß meldet „W. T. V.“, daß gesternGusinxesvon den Montenegrinern genommen worden ist. Der Einnahme des Ortes ging am 19. die Beseßung der Stadt Plawa voxaus." e«"'Oabei zerstreute die montenegrinische Nordkolonne die dortigexi turkischen Truppen, die hauptsächlich in der Richtung auf Djokowg flohen.. In Gusinje, gegen daS dann die Norpkolonne' die Operationen eröffnete, standen 15000 Türken Mit den ihnen verbündeten Arnauten.

Der rechte Flügel der Truppen des Genexalß Martinovitsck) hat die Höhen von Belaje beseßt und die" turkischen Truppen zurückgeworfen, die sick) in Unordnung zuruckzogen.

Sahim Bet), der fich in Plawa aiifhielt und Mi? 2000 Arnauten nach Berane eilte, um „ES zurugkzuerobern, fiel am 18. d. M. in einen montenegrimschen Hinterhalt der nörd-

Bedingungen, die im Bereiche seiner Möglichkeit gelegen hätten.

lichen Kolonne. Seine Truppen wurden nach verzweifeltem

Kampf fast vollständig aufgerieben; er'und 280 Mann wurden gefan en genommen und nach Podgorxßa geschafft. '

ie ,Jeni Gazette:“ meldet aus auxhentischer Queue, daß bei Mojéovaß ein heftiger Kampf mx! Montenegrinern stattgefunden habe und daß diese große Verluste erlitten und in Unordnung zu fliehen begannen.

_ Die griechische Armee hat vorgestern laut Meldungen des „W. T. B.“ unter dem Kommando des Kronprinzen die Türken aus ihren sehr starken Steüungen vox Elassona ver- trieben und die Stadt eingenommen. Die Tru yen kxaben die Höhen in der Umgegend von Ela ona benseßt. ie Turken haben sich in der Richtung auf Serfi je zuruckgezogen." .

Der Kommandant der grie ts en Seestreitkrafte (m Ionischen Meere hat gestern die E fe tivblockaize über die ottomanische Küste, die fich vom Hafen (Homemßa bis zum Eingang des Golfes von Arta erstrexkt, erklart. ' '

Wie die Pforte amtlich bekannt gibt, smd sechs griechts che Kriegsschiffe vor Tenedos erschmen. Das Geschwader, das auf der Insel auch eine Marineabteilung gelanizet hat, sol] wahrscheinlich die DardaneUen überwachen, um die Auasfahrt der türkischen lotte zu verhindern. Die im Schwarzen Meere befindliche türkische Flotte zählt ein Fanzerscht ,"zrvet Kreuzer, vier Panzerkorvetien, mehrere Torpe obootSzertorer und Tor- pedoboote, inSgesamt 18 Fahrzeuge.

Griechenland.

Der König Georg hat nach einer Meldung des

„W. T. B.“ an die verbündeten Fürsten folgendes Telegramm eri tet:

g Yu dem Augenblick, wo die griechische Armee die Grenze über. schreitet, flcben die Gebete von vier Völkern den Skgen des Al], mächtigen auf den neuen Kreuzzug herab. Dgs Volk, _das Heerkund der König Griechenlands richten an die verbundeten Fursten, Volker und Hesre brüderlicben Gruß. Ihre Blicke cLend auf das Kreuz getichtet, und fie erinncrn sich des Wahlspru s: 111 1100 319710- UULGSJ.

_ Die grieclxische Regierung hat den Mächten, chr „Agence Havas“, zu olge mitgeteilt, daß vom 19. ,d. M. ab die effektive Blo ckade über die Küsten des ottomams'chen Reiches zwrschen 89. Grad 32 Minuten und 38 Grad 56 Minuten noriz- licher Breite und 20 Grad 5 Minuten 11115 20 Grad 47 Mi- nuten östlicher Länge verhängt worden lst. (Das fragliche Küstengebiet bildet den Eingang zur Bucht von Prevesti.) Den neutralen Schiffen ist eine seit gestern laufendx Frist „von 24 Stunden zur freien Ausfahrt aus den blbckierten Hafen gewährt worden. ES wird gemäß dßn Bestimmungen des Völkerrechts und den Vérträgen, die Mit den neutralen Groß- mächten in Kraft sind, gegen jedes Fahrzeug vorgegangen werden, das versuchen sollte, die Blockade zu verlexzen, Der Minister des Aeußern veröffentlicht gemäß den Bestimmuygen des Seerechts ein Verzeichnis der Gegenstände, die als Krieg?;- konterbande betrachtet werden. "

_ In der Kathedrale in Athen fand g6st6rn_ zum Dank fYr den Sieg des Heeres bei Elaffona eme feierliche Messe, in Gegenwart deS Königs und der Vertreter von Bulgarien„ Serbien und Italien statt.

Rumänien.

Vorgestern nachmittag hat in Bykarest eine Konferenz der“ konservativen Partei unter dem Vorsiß von Carp stattgefunden,. in der nach einer Meldung des „W._T. B.“ entschieden _merden soUte, ob die bevorstehende, Umbildung des Kabinetts unter Führung (&sz oder eines anderen konserpatwen Staats- mannes erfolgen so 2. Die Umbildun des Kabinetts wrrd aus* der Grundlage der Vereinigung der onservatwen Partei mit den konservativen Demokraten erfolgen, von dene'n Her Fuhxer Take Ionescu und außerdem mehrere andere Mitglieder Stße im neuen Ministerium erhalten sollen.

Bulgarien.

Der König Ferdinand hat an die Armeex eme Pro- klamation gerichtei, in der es der „Agence TSngraphique- Bulgare“ zufolge heißt:

Die unerhörten Leiden unserer Stamnxc-sgenoffen im türkiscbcn- Reiche, die schon lange unsere Herzen qualten, haben 1611 (16161th11 Unwillen unserer Nation hervorgerufen. Nis die friedlichen Mikkel, die darauf gxrichn-t waren, das Leben dieser Martyrkr, unsxrer Bluts- und Glaubsnsbrüder, besser zu gestalten, exschopfi waren, konnten wir ais irxuer Dolmetsch der nationglen Bestrebungen ihrem Stöhnen gegenübkr nickot kalt bleiben und haben, durch unsere vielgeliebte Nation untersZuJi, unserkr wackcrcn Armee den Auftrag (;(-geben, die Grenze: zu, uber- scbreiten und den Kampf gegen den Jabtbynderie (121611 Fei_nd zu beginnen. Unsxr Werk ist heilig und menschlich. In dteskm fur das Los unseres vielgeliebten Vatexlandks bedeutungsvollen, Momentifind wir fieber, daß aUe (Glieder der Armee von der Wichtigkeit ihrer Mission durchdrungen sein und die Hoffnungen rechtferttgxn werden„ die die Nation auf fie seßt. Vorwärts mit Hilfe des Rschie? und der Waffen! Der Gott der (Gerechligkeit möge unsere chhte fuhren!

_ In Erwiderung auf eine Depesche des Ministerrats hat der König Ferdinand dem Ministerpräfidenten Geschow folgendes Te egramm gsfandt:

Jsderzeit durchdrungen von dem tiefen Vértrauen auf dcn Stern Bulgariens, bin auch ich gegenwärtig überzeugt, das; unsere un- vergleichlich tapfere AkMW, cntstammend einem Volke, wie es das bul mische ist, dkffen Aufopferung für die nationalen Ideale in der Geßchichte obne Beispiel dasteht, den ewigen Feind der bulgarischen Rasse bekämpfen und endgültig vernichten wird. Unseren Brudern jenseits des Rilo- und des Rbodopegebirges wird dann die Morgen- röte der 2?freibeit leuchtén. Es lebe die tapfere und siegreiche bul- garische rmee, es [1116 das gute: bulgarische Volk!

Auf die Begriißunasdepesche des Ministerpräsidenten und- Ministers des Aeußern Geschow trafen gesterxi Tepesch9n' des griechischen, serbischen imd des montenegrnnscberi Minister-

räsidenten ein, die,. nne „W. T B.“ 'meldet, ihre, rxude Yarüber aussprechen, daß die Union zw1schen den"chrtilickzen Balkanstaaten zur Verteidigung der unterdrückten Bruder in er Türkei verwirklicht worden sei, und ihr festes Vertrauen au?- drücken zu dem schließlichen Stege der verbimdeten Artpeßn, die ür die gemeinsame Sache der Gerechtigkeit, der Freiheit und es Fortschritts kämpfen und zu der, Wiehererweckung deslvor fünf Jahrhunderten infolge der Uneinigkeit unter den Christen geknechteten Orients.

Amerika.

Wie„W.T.B.“ meldet, ist der amerikanischeKreuzxr „Desmoines“ zum Schuß der Fremden in Veracruz, em- getwffen. Ein deutscher Dampfer, der sich dort befindet, mmmt die deutschen Untertanen an Bord, faÜs die Stadt beschaffen werden solite. _ ährt, sind die beiden feindlichen Streitkräfte überxingekommen, iich außerha'lb der Stadt u schlagen. Dadurch mird die Sorge um das Leben der ameri anischen und anderen Fremden m

der belagerten Stadt verringert. 6

Wie das Staatsdepartement in Washington er-

Asien.

Die chiztesische Regiexung hat nach einer Meldung des „W.. T. B.“ dem Bahyprojekt Mukderi_Taonanfu zu- gestimmt. Das Baukaprtal'soll durch eine Anleihe bei Japan aufgebracht und durch Einnahmen aus Steinkohlengruben garantiert nxerden.

Wie die „St. Petersburger Telegrapbena entur“ porn 11. Oktober aus Ur_ga meldet, hat der Hutu in den von der, russischen Regiexung „nach Urga entsandten fiüheren russischen. Gesandte'n m Peking Korostowez am 11. Oktober in fxterlicher Audienz empfqngen. Dem Empfang wohnten al1e m Urga befindlichen Minister, Fürsten und Lamas bei. Korostowez' hielt eme, Axisprache an den Hutuchtu, in der er auf die Notwendigkeit hinwies, das Verhältnis der Mongolei zu Rußland_ und China festzustellen, und sagte, er sei von der, russischexi Regierung beauftragt worden, mit 11er, mongolischen Regierung zu beraten, wie fich dieses Verhaltnis zu gestalten habe, und welche Rechte den russischen Unte'rtanen „unh dem russischen Handel in den mongolischen Gebieten,'dies1ch dem Hutuchtu angeschlossen hätten, zu ge- währen seien. Der Hutuchtu sprach seine Befriedigung über die Ankunfi Kbrostomez und seinen Dank für die übermittelten Grüße sonne fur das unveränderte Wohlwolien der russischen Regierung aus.

Afrika.

DersSultan voti Marokko ist vorgestern in Rabat feierlich eingezogen. W1e_ „W. T. B,“ meldet, wurde Mulat) Jussuf vom Generalresidenten Lyautey empfangen und vom

Volk mit Huldigungen begrüßt.

Die Kolonsne Gueydon ist auf dem Marsch nach Sidi Nacem angegriffen, worden, hat aber den Angri zurück- geschlagen _und deni Feind große Verluste beigebracht. ueydon entsandt? em Bataillon zur Verfolgung der Rebellen, deren Duars in Brand gesteckt wurden.

Parlamentarische Nachrichten.

Bei den am 19. d. M. im Stadt- und Landkreise Oppeln erfolgten Ersaßwahlen von Mitgliedern de?» Hauses der Abgeordneten an Stelle der Abgg. Kapißa Pole) und Wodarz (Zentrum), die im Laufe des Sommers ihr Mandqt niedergelegt haben, wurden nach amtlicher Fest- stellung, wre „W. T. 53.“ berichtet, in§gesamt 490 Stimmen abgegeben. LandratLücke (kons.) erhielt 362, JustizratWodarz (Zentr) 336, 'Dr. Hylla (Pole) 126 und Pfarrer Jankowski ( ole) 150 Stimmen. Lücke und Wodarz sind somit gewählt.

Statistik und Volthvirtschaft.

völkerungsbewegung,Sch1achtungen,siädtische Spar- se, Krankenbersicherung und Armenpflege in Berlin im August 1912.

Nach dem Augusibeff der „Monatsberichte des Statistischen Amts dxr Stadt Vexlm“ belief sich die fortgeschriebene Bevölkerungs- ztffer der Reichshauptstadx Anfang September 1912 auf 2 078 300 (zu der gleichen Zeit dks Vorjahres auf 2 068 428). Sie ist im August um 1930 (tm August 1911 um 1252) gesiikgen. Lebend geboren wurden im 2111911111912 3546 (im gleichen Monat des Vorjahres 3658) Kinder, darunter 744 (745) oder 20,98 (20,37) % unebeliYe. Auf das Jahr und Tausend der mittleren Bevölkerung berxchnet, ste te sich die Geburten- Uffer auf 20,15 (20,83). Eben Wurden im August 1457 (in ikmselbcn Moyat des Vorjahrss 1298) geschlossen, darunter 299 (247) Mischehen. Die Zahl dsr Sterbefälle (ohne die Totgeburten) belief sich im August 1912 auf 2333 (im August 1911 auf 3219). Im Alter bis zu 1Jabr starben 650 (1346) Kinder, das smd 27,86 (41,05) 0/0 aller SterbefäÜe des Berichtsmonats. Auf das Jahr ixnd Tausend der mittleren Bevölkerung berechnet, betrug die ailgememe SterblichkeiiSziffer 13,26 (18,67).

, Als zugezogen waren im August 13690 (im August des Vor- jahres 113|3) männlich? und 11172 (8459) weibliche, zusammen "24 862 (19772) Personen zu verzeicbnkn. Für die in demselben Monat Fo'rtgezogenen ergaben sich einschließlich des Zuschlags für die unterbliebenen Abmeldungen die Zahlen: 14176 (11001) männ- [ichc, 9969 (7898) Weibliche, zusammen 24145 (18 899) ersonen. Somit „verbleibt bei der Wanderung ein Mehr- foxkzug Von 486 (tm August 1911 ein Mebrzuzug Von 312) mannlichen und ein Mehrzuzug von 1203 (561) weiblichen, zu- samnzxxi ein Mebrzuzug Von, 717 (873) Personsn. Bei der i_aitmk der Wanderungen ist mit Beginn dieses Jahres eine w,?ikniikcbe Veranderung insofern eingetretsn, als die Grundlagen ntcht mehr wie bisher durch die individuellen Listen der Polizeireviere sondern- durch die Originalxnelditrtgen selbst gebildet werden, wodurÉ allem Axxschein „nach auch enge erhebliche Beeinflussung der Ergebniss bnbeigeiubrt Wird, sodaß die Zahlen nicht ohne weiteres mit denen ks Vorjahres berglichen werdcn können.

n Zensrten der StaatSeinkommensieuer, über deren ZUZund Abwanderung Angaben srsi iür di? Zeit bis Ende Juni d. J. MUMM, sind im zweiten Vierteljahr 1912 25 858 (in demselben 2167191]:th von 1911 24456) zugezogen, aber leicbzeitig 27 876

5730), also 2018 (1274) mehr fortgezogen. ur in den Ein- ,ommenssiufen von 900 bis 1200 „ss überwiegt noch der Mkhrzuzug, '" AUM höheren Einkommenssiufen dagegen sehr erheblich der Mehr-

okkzucz Von Steyerpflichtigen. „, Der Auftrieb auf dem städtischen Viebbof betrug für den 6Mat August 1912 17064 (für denselben Monat des Vorjahres 31159 Rinder, 15788 „(15 273) Kälber, 66 626 (47 279) Schafe, . 408 (106299) Schweine. Zu den öffentlichen Sch1acht- ]CUsern .tvurden im August 8953 (im gleichen Monat des Vorjahrth 0051?) Rinder, 11 175 (14237) Kälber, 46 836 (45 686) Schafe,

343, (107 023) Schweine (; escblacbtet.

[ Bet der stadtischen Sparkasse beliefen sich die Einzahlungen 811119161 1912 auf 5812440 .“ (im August des Vorjahres auf 14 647 „79 , die Rückzahlungen auf 6302 344 (5 778 525) .“; .n"ach_ek9a ck) ein Mehr an Rückzahlungen mm 48990496 ' 329szij onat des Vorjahres ein Mehr an Einzahlungen Von , Der Mitgliederbestand der der Aufsicht des Magistrats- " Misars unterstellten Kran kenk ass e n betrug am 1.September 1912 “6 8 (zur 9121chen Zeit des Vorjahres 831 337), unter denen sich ' 3 (56 353) freiwilii Mit lieder befanden. Erwerbsunfäbtg “", an dtesxm „Tage ei den ezeichneten Kassen 28 342 (30 266) *Nicht-zt? Mitglieder. ' I)ie siadti che Armenvfleae umfaßte im Monat August 35474 emseélben onat des Vorjahres 35 403) Almosengeldempfänger [Seinem Gesamtbetrage an laufenden Unterstüßungen bon 630219 „1.981) “FC, darunter 1854 (1786) Almosenempianger mit außerdem nab'UZU 13 586 (12 509) .“ Extrauntersjü ungen. Solche wurden mt fur 7058 (6074) nicht laufend unter tützte Personen im Ge- Uitkaae von 97 232 (79174) „45 gewährt. Pfiegekinrer waren MZ! (13 042) vorhanden, für d e 125 569 (122168) .“ aufgewendet

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Ve kas

A K Zur Arbeiterbewxzaunol- b . 119 ladno wird dem „W. T. .“ te egrap iert: Bei der FkUbschlcht am Sonnabend finy auf fünf SFÜÖUU der Staats- eisenbahngesellschaft (vgl. Nr. 249 d. 1.) von einer Gesamt- bxleqscbaft von 771 Mann 599, auÉ drei Schachten der B usch- tiehrade r Eisenbahn von einer esamtbelegscbaft von 418 Mann 256 und auf dem Mayrauer Schacht der Prager Eisenindustrie- "esellscbaft 176 Mann nicht eingefahren. Nachmittags ollten Besprechungen zwischen den Grubenbesißern und den ausständigen Arbeitern stattfinden.

Wohlfahrtspflege- Zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit.

Von staatlichen Organen nnd privaten Vereinigungen wird in ne'uxrer Zeit den Maßnahmen, die Säuglingßsterblichkeit durch Be- 121111311119 der fie bedingenden Ursachen einzuschrgnken, erhöhte Aufmerk- satztkeii zugewendet. Diese vorbeu ende TYkett im" Kampfe gc en die Sauglingsjierblicbkeit hat, wie die tatistik exmen laßt,günsiige r eb- mssebgezeitigt. Dis, Sterbliebkeit unter den Saußlingen in Deutsch and ist a e„r auch jetzt noch so hoch, daß zu erwägen w_are, ob nicht die Säug- lingsflzrsyrge fich noch Weiter ausdehnen und wirksamer gestalten ließe. Um bieruber Klarheit zu gewinnkn, smd vom Preußischen Minister des Innern Erhebungen Veranlaßt worden, aus denen zunächst ersebe_n „werben soll, in welchem Umfange die Säuglings- sterblicbkßit m den [eßten Jabreti in den einzelnen Kreisen der quqrchte aufgxtxeien ist. Nachdem das Statistische LandeSami diese siattsitscben Auskünfte erstattet hat, ilt der nächste Schritt einer Exforscbuxiz; der Wahrscheinlichen Ursa €U- denen die hohe Sterblich- keit der ]ungsixn Glieder unserer Nation zur Last aelegt werden mauß. NatUrlicb handelt es fich biexbet um schädliche Ein- wirkxmgen mannigfacber Art, die u. a- abhangig sein können: von den ErtzabrungSVerhaltnisen (Fehlen oder zu geringe Dauer der Brüst- ernabrung, upzweckmaßige künstliche Ernährung usw.), von hygienischen Faktoren wie Wobnunngichte und Wohnungstemperatur, Art der Pflegerisckoxq Y_ersorguna der Säuglinge, ferner der Unebelichkeit, der Ermerbstattqkezt der Mütter u. a. m-

Der Minister dks Innern hat nun, um über die Sterblichkeits- ursachen_ eme bessere Uebersicht zu gewinnen, die Kreisärzte beauftragt, fich daxubex zu außern, auf- welche Gründe nach ihren Wahrnehmungen die„Sauglmgssierbliäokeit innerhalb ihres Amtsbszirks bau tsäch1ich zuruckzufuhren ist? Sie sollsn besonders auch darüber beri ten, ob außer den allgk'memen schädlichen Ein üffen in ihrem Kreise noch be- sondere Sterblichkeitsursachen sich na Weisen [ass9n. Endlich soli be- richtet werden, in xvelcber Weise bisher der Kampf SLIM die Säug- lingssierblickykeit in ihrem Kreise aufgenommen worden ist. Für diese den Kreisarzten aufgetmgenk: Berichterstattung ist folgendes Schema aufgesteüt Worden:

5. Belehrung: Merkbläiter? Vorträgek“.ck Kurse Ür Mütter oder in Hoqualtungs- oder Fortbildungsschulen? ropaganda für das Stillen?_ Stillprämien? Erstarren die He ammen Bericht über die Hanfigkeit des StiUenH und erhalten ("16 dafür

onorar? Sind Säuglingspflegermnen vorhanden“.)

1). eschloffene Füisorge: Wöchnerinnenbeims? Säuglingsheime? Krippen “L_ Hauépfleae für Wöchnerinnen?

0. Offene Fursorge: Milchküchen, Fürsorgesiellén? Zentralisierte Ammenbermittelung?

(123611115612 Fürsorge für gefährdete Kinder: Ziebkinderbeauf- sichttgixng? (Welche Kinder Werden als Ziebkinder bezeichnet?) Selbstandig oder in Anschluß an eine Fürsorgesielle?

Kunst und Wiffenschaft.

Die Königliche Akademie der Künste, Abteilung für Musik, i_vtrd zur Feier des Regierungsjubiläums Seiner Maxesiat des Kaisers und Köni 6 am 6. und 7. Juni 1913 im Konzertsaal ,der Königlichen HochscZule für Mufik zivei Fest- konzertx unter Mitwirkung Des Verstärkter! pbilbaxmonischen Orchesters, der Stngakadeznie und berborragender Solisten Veranstalten. Das Programm "Wird nur aus Werksn bestehen, die Von Mitgliedsrn dsr Akademxe Wahrend der Regierungszeit des Kaisers geschaffsn find.

VerkehrsiUesen.

Für Postanweisuxigen nach Konstantinopel und Smyrna (deulscbe Posianitalten) sowie nach den ottomaniscben Posi- ansialien gilt von jetzt ab das Umrechnungöberbältnis Von 100 Piaster (Gold) : 18 „% 90 „_5.

Verdingungen.

(Die nähexen Angabexi über „Verdingungen, die beim „Reichs- und Staaisgnzetgxr“ auslte 611, können 111 den Wochentagen in dessen Expedition wahrend der tensistunden bon 9_3 Uhr eingesehen werden.)

Niederlande.

26. Oktober 1912, 10 Uhr. Architskt H. J. M. Walenkamp Czoon in Am sterdam, im Auftrage des Komitees des 131. )J. “1“. (). 8. (125th5 KOKSÜQUÜZGÜS WSUi-00U59011111J ()x) 80116651931'1Z65196; Ersten Niederländischen Aussieüung auf dem Schiffahrtsgebiete) in Amsterdam, im Burkay des Komiteßs: ()OZWH/kéz 761,25661'3881 im Böt„sengebä11de daselbst: Bau der Haurtgx'baudß dieser Ausstellung gemaß Besjeck Nr. 1. Das Besteck und_d1€ Zetchnun en sind für 5 Gulden im obengenannten Bureau hierclbsi erhältlich?

Aegypten.

Verwaltung dxr Küstenwache in Alexandrien. 16. November 1912, Mittags 12 Uhr: Vergebung der Lieferung von 31007 Stück roterii Dachziegeln. Lastenheft in englischer Sprache beim „Reichs- anze ger“.

Theater und Musik.

Neues Operntheater (Kroll).

Die Schlierseer Gäste batten anz Sonnabend mit der Erst- auffübrung des burleöken Bauemscbwanks .Der Prinz Naßi ' einen Erfolg, wie ck_der trefflicben Tkrofalfcbcn Truppe seit lange nicht beschieden gewesen ist. Das nach einem vorhandenen Stoff von J. von _Plöß von Richard Manz Vetfgßte Stück gab vor allen Dtn ("n XaVer Terofal während dreier Akte reiche Ge- legenbxit, einen unverwüstlichen Humor einzuseßen und seiner so natürlich wirkenden spielfroben Laune freien Lauf zu lassen. Der Inhalt der mit chbt als Schwank bezeichneten Neuheit wird aber auch so droklig, so wirksam auf die Bübne_ gebracht, und wird von allen Darsteüern in solch fiottem Zusammeniviel wieder egeben, daß der Lacherfolg nicbt ausbleiben konnte. Shakes eares orspiel zu .Der Wtdxrspensiigen Zähmung“, das alte Luft viel „Der ver- wunschene Prinz“ _und Hauptmanns .Scblyck und Jau“ baben diesem Schwank als Vorbild gedient. Terofal spielt den Schustemaßi, dem in weinseliger Laune eine Komödie aufgefuhrt wird, in der ihm die VetWandlung m einen wirklichen Prinzen yon dem [eßteren selbst und dessen qugebung zur allgemeinen Belusttguzig vor etäuscbt wird. Welch eine Fulle von Verwicklungen und_dkasttschkn IZZomentbildern ch daraus ergeben, bedarf kaum der Bekrafti ung; die Gestaltungs- kunsi nicht nur Xaver Terofals, sondern an seiner Partner Fri

Greiner (der echte Prinz Eduard) und Fanxml Terofal als Ev , welcbe le tere bei der lustigen Maskerade, die mit ihrem Sebaß dem „S usternasi' vorgenommen wird, wirksam mitbilft, trug an

dazu_ bet. Nachdem dann des Scher es mit dem seudovrinzen gknug getrieben ist, wird er abermals den eistern des eines überantworlet und er erwacht, leicbwie in dem bekannten Märchen vom „Männchen Timpet ' und dem ,Buttcben in dem See“ die Frau „Ilse-Vilse' in ihrer Tonne, fo bier wiederum in_seiner armseligen lickscbusierwerksiatt. Durch die Gewährung der wabrend seines „Pr nzentraums' mit richtiger Bauernscblaubeit ge-

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Vorgänger

für ein Kin

nZerden.

sachfiscben stadt und Wildfangs,

retardierend

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Nummern, tvtedsrbolen

noch hinzu,

muß durch

durch Träger der

_ Dec Au Teilnehmer

erscheinen.

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und trat

an, wo

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kakist. Er

noch mebr.

ihres sank, Vom

jener Nacht, ein der bewa rte,

im Glauben Krieqsleute, Colignv un

uns zu

an uns

daß er an

troffenen Bestimmungen wird er dann durch den Prinzen Eduard zu

von Tirpitz,

Im Berliner Theater sind die abend durch eine neue vieraktige Poffe RudolfSchanzer, betitelt Posse hat einen Erfolg errungen,

folg trug auch die Mufik, mit der W'll FFslteixt Kollio die é) ! y Breds

Vi? ( gen; exma Ln um eine Hauptszene bern d' tt,i auf dem gefahr tltcben Boden der Schlacht bei LeipziTJHiellefnaZuxxri

daran, dennlsie bestehen in einer Reihe von Sabo als Filmdtchter und Kinomime mit Lisa Weise, dsr anmatigen und scbelmischxm, Dgrsiellerin der Geheimratstochter, auSzuführen hat. . cbmeidigkcit ,und körperliche Anmut der Verveguna, diese beiden Unermudlichen entwickeln, ist bewundernswert“. Immer

erfreute nicbt Zurck) seZnenRiZinexi CxiupthVOrtragH

ry un . 1 ar, 9 erren arprecbt, Beckersachs, icha ud Platen zetchncsien sick) in wichtigen Episodenroüen 611125. P R

so braucht man über diesen .Filmzauber'

Jm Königlichen Opernbause Wiederolulng E U " ,räu ein nge und Herm Kirchhoff bese t. rau (Ho *6, Fraulem Rotbauser, Herr BronSgeest, Herr Mang? HRZ HSUkL (???id

Wildpark bei Majestät der Kai auf Station Wildpark ein und begab sich in das Neue Palais.

Wixheleaven, 19. Oktober. . Maxestat der Kaiser und König,Allerböchstwelcher im Sonder- zuge Von Hamburg kommend, Punkt

die traf SLinc Majxstät'bLi demvColigny-Denkm'ai bor dem Gebändk der Nordseesiation em, begrußt von dem Staatssekratär des Reichs-

Admiral Graskn bon Baudissin.

Männerckpöre das „Niederländische Dankgebst“ Seine Majksiät der Kaiser und König

geschworen batte, Beispiel Von kriegerischer Mannbaftigkeit und Tapferkeit. Aber

war auch ein Glaubensbeld. Glaubens wegen schon hielt er fkst bis zum leßten Atemzuge die Treue König, und als er in dsr Schrecksnskiacht Von St,

folgern Respekt ab durch,die Art, wie' er dem Leben abschloß, ein vaer seines (Glaub

die aÜe Kriegsmänner zu pßegen berufen find. jabrein komme Jeb hier nach Wilhelmshaven, Augen zu halten, daß die wachsen kann,

jedem Stande beran. schlagen 112116111115, so werden wir bestehen können.

Standbild jedem von euch, Stärkung und Kräftigung geben möge auf seinem Lebenspfad, und

einem vermögenden Manne gemacht nnd kann seine Evi heimsübren.

Die „in die Handlung eingefügten Schuhplattlertänze und Zitber- Vortrage bringen noch mehr

schon an und für sich innewohnt,

frohes Leben in den Schwank, als ibm

Berliner Theater.

„Großen Rosinen“ am Sonn- . von Rudolf Bernauer und „Film zauber: abgelöst wvrden; die ncue der von gleicher Dauer wie das seiner zu Werden verspricht. Zu diesem Er- “chiteide'c und das ibrtge bei. Die

an derselben Stätte

andlung verbrämt haben,

odrama „Napoleon und die Müllerswckpter' gemacht 1198117911.

Der abwesende BesiZ'er der die Staffage zu diesem Drama bildenden alten Mühle, d_er niemandem das stattet, kehrt, Jvahrend die Aufnahme im Gan e ist, unbermutst zurück und zersjört die (“Z

unwiderstehlicher

Betreten seines Grundstücks (:e- ganze Bildwirkung. Diese zcne bat Momcnts bon

Komik, die in keinem der anderen Akte mehr erreicht

Im übrigen handelt es sich um die Abenteuer eben 'CWs Mühienb'esißers und Provinzialonkels in der Reichsbciuxpt- um die Liebe der Tochter einks Geheimrats, 8111126 r€chten

zu einem berühmten Kinomimen. Daß jeer Topf znisyt

seinen .Deckkl 611st und aÜes gut ausgeht, ist selbsiVLrständlich. Die

en Momente der Handlung find eigentlich das Angenebmste Tanzcouplets, die Oskar

die

rden, ("12 bexborgexufen und mußten ihre anstrengéndkn die in jeden dsr vier 511116 Nrschwenderisch eingestreut fino, . Aber auch Karl Meinhard als sächscinder Probinziaie nur durch den Humor seinkr DarsteÜung, sondern (11111) und auch dieDamen Dora, Perry,

Fügt man . zu wünsch8n läßt, ' _! nichts msbr zu sagen; Lr bis (em Bann gebrochen ist.

daß auch die Ausstattung nichts sich selbst wirken,

' fin'det morgen, Dienstag, CZUS Von „Königskinder“ statt, in den beiden HaUptrOUen

übrigcen Hauptroüen 'Der Kaweümeister W[ecb dirigisrt. ffubrung Von .Lobéngrin' am 24. d. M. jverdsn zahlr€ich5

der zurzeit in Berlin tagendkn internationalCn

FYOMUÜZÉ" Zonferclspzt er ?iengunY deleussteCUungsMsens bci- o nen., 18 MM: m en an ur er önig i en anspiele e ' ckt daher die B€s11cher dieser Vorsisüung, ck M)

im GesellschaftSanzuge zu

__Jm Königlickysn Schauspiélbause wird morgen 569 115116 Luftjptek von Oskar Blumenthal „Ein Waffkngang' wiedérbolt.

Mannigfaltiges.

(s),)otédam, 20. Oktober. (W. T. B.) Scins er und König traf heute früh um 71- Uhr

(W. T. V) Seins

2Uhr auf dem Hauptbabnbofe

temen eingetroffen War, bestieg mit feinem (Heibi e die dort Vor dem Bahnhofsgebäude haltenden Kaiserlickyen Automgobile

sofort die Ankunft

Weitkrreise nach WilhklmsbaVSn

gegen 4 Uhr eifolgte. Kurz daranf

Großadmiral Von TirpiJ und dem (Chef der Stath . _ Ra, dcm Abschr€it€n dsr Ebrsn- Seme Majeftat vor dem Kaiserzeit Aufstellung. Nacbdcm gesungen batten, biclt solgsnde Ausbruch:

Hamburg kommend, Von einer FULL: bon übErwältigcnder Großartigkeit, 811161" Kirchweibe, zu einem nationalen Fest und zu batte, bin Ick hierher gecilt nacb Wilhelmshaven, um das Standbild des großxn Hugenottenfübrsrs, yard de Coligny, zu übergebkn. Kurz escbilde'rt sei der Vorgang, auf den Hier Bezug genommen wird. Der ??

Besaßung von Saini-Qnentin, welch??? (18921111er den Spaniern halten (ollie. der Festung eine Bresche geschossen. Sturm der Befehlshaber der Bélagerer dem BLfEblSHäer der Vcr- teidigung die Aafwrderung zu einer Aufforderung wurde an einem Speer hinübkr geworfen. er sich eine Feder geben und schrieb kUrz dis

tpelchc da_s gesamte Hamburger Volk emem nationalen Feiertag Versammklt

Meines Abnbkrrn, des Admirals Eas-

dmiral stand an der Spixze- der er dsm König Von Frankreich Es War béreits_ im Hauptwall Nach alter Sitte (andte Vor dem

ebrenbolien Kapitulation. Dicse ' befxftigi und fiber den Graben Als Coltgny die ?[ufsordkrung gelesen hatte, [iéß Ablehnung darunte'r mit

Bemerkung: kSZ'EW 115110111115, das bsißt, wir haben einen König, und schleuderte den Speer zurück. Daraufhin erfolgte der Sturm, der glänzend abg€sch1agen wurde. Das isi der kurze bistorisckpe Vorgang. Was soll das für uns hier in Wilheimsbaven

bedeuten “.I Ein Zwie-

Zunächst war er ein tapferer Kriegsbeld, wie dieser Vorgang

bat seinem Landesherrn die Trsue gkbaltcn, die er ibm

und ibm Stadt und Festung gerettet. Er War Lin

Er war nicht nur ein_ Krikgsbeld,

sondern er Als Fuhrer dsr Hugenoiten, Die

damals die! zu leiden battsn, seinem himmlischen Bartholomé dahin gewann er n5ch seinen Ver- im Sterbsn kühn mit Ens. So Wurde er in

die stets ein Schandfleck des Christentums bleiben wird,

Mordstabl gstroffen,

Märtyrer, ebenso wie in späterer Zsit sein Schwiegersohn, roße Oranier,

Mein Ahnherr, die Treue bis zum Tode

Jahraus um den Rekrutxn vor Treue zum König xtur auf dem Boden wo der Glaube herrscht und die freudige Begeisterung an die Persönlichkeit unserés Hcrrn. So molien wir Meine Kameraden von der Marine, den Admiral de 9 zum Beispiel nehmen. In jeder Lage, in und in jedem Alter tritt die Versuchung Wenn wir dann den Mut haben, wie Coligny, als er schrieb: TSZGW , So hoffe Jeb, daß das der hier vorbeigebt, jung und alt, in

daran denken möge, feinem inneren und äußeren

Menschen se nem König die Treue zu halten, und daß er hierzu nur bereit sein wird, wenn er seinem bimmlischen König die Treue hält.“ Hierauf fiel die Hülle. übernahm das Denkm fühlen des Dankes und der Versicherung unverbrüchlicber Treue Aus- druck. Die Rede schloß mit drei Nationalhymne.

Der Admiral Graf von Baudissin

al im Namen der Marine und gab den Ge-

urras, die Musik spielte die Seine Majestät b 1chtigtefmit dem Großadmiral dem Grafen von Baudisfin, seinem Gefolge und dem