Beisi er: Bergwerks-Dircctor Otto Menzel zu Samuelöglück- grade bei euthen. _ Ry__1_.kStellvertretcr: Bergwerks-Director Gerhard Mauve zu
m .
2. Stelldertreter: Bexg - Irispector Hermann Kocks zu Florentinegrube bei Oberlagicwmk (Kreis Beuthen).
1). Von den Arbeitervertretern g6_wäk_)lt:
Beisitzer: Hauer August S ade zu Obeclagtewmk.
1. Stellvertrster: Hauer ugust Neumann zu Beutbxn.„
B 2._ cl?tel__l_vc-„rt__1,'ée iter: _Mascbinenwärter Anton Wyptor zu o ut ü “reis at owi . _
gBeisHi Z(er: Hauer . arl Mielchen zu Neu - Heyduk (Kreis
Alexander
Beuthen . 1. tellderireter: KattowiÉ _ _ 2. teilvertreter: Zimmerhauer Johann Kurztden zu Emanuelsfegen (Kreis Pleß). Berlin, den 20. Oktober 1893.
Der Minister für Handel und Gewerbe. Freiherr von Berlepsch,
Zimmerhauer Ziemba zu
Be-kanntmachung.
Bei dem durch meine Anordnung vom 8. Juli dJ. errichteten Berggewcrbcgericht zu Dortmund smd ernannt worden: _
1. zum Vorsißendcn des Berggemerbegertcbts: _
Berg: auptmann Tae lichsbcck zu Dortmund, mri der commi (irischen Wahrne mung dieses Amtes beauftragt;
11. zum ersten Stellvertreter des Vorstßendcii:
Ober:Bergrat Reuß zu Dortmund; _
111. zu Sie vcrtrctcrn des _Vorsißcndcn untcr gleich: zeitiger Betrauung mit dem Vorsiß der nachstehend bk'chh- neten Kammern des Berggkwerbq SUCHTSL _
1) Bergrath Kost zu Reckinghamcn, Vorsißcndcr der Kammer Recklinghausen; _
2) Bcrc'rath von Dassel zu Dortmund, Vorsißender der Kammer O i:Dor1mund; _
3) Bergrath Scharf zu Dortmund, Vorsißender der Kammer West:Dor1mund; _
4) Bsrgrath Starcke zu Dortmund, Vorsißcnder der Kammer SÜd-Dortnmnd; _ _ _
5) Bergmcister Funckc zu Witten, mit der comm1s1ari- schen Wahrnehmung des Amts cines stellvdrirstsnden Vor: Wenden des Berggewerbegerichts und des Vorftßes dchammer
itten bsauftragt; _ _ _
6) Bsrgrath Schornsteiii zn Hattingen, Vorsißendcr der Kammer Hattingen; _
7) Bergrath Althüscr zu Bochum, Vorsißknder der Kammer Siid-Bochum; _
8) Obechr rail) von Sobbc zn Bochum, Vorsitzender der Kammsr Nor Bochum; _ _
9) Bergmeister (Haute zu Herne, mri dcr commrffa- rischen Wahrnehmung des Amts eines stellvcrtreiendcn Vor: sißenden ch Berggemerbegsrichts und dcs Vorsißcs der Kammer crm: beauftragt; _ _
10) er„raih Hueck zu GLlsenkirchcn, Vorstßcndcr dcr Kammer Gel?enkirchen; _ _ _
11) Bergrath dL (Hallors, zur Zeit zu (Gelsenkirchen, demnächst zu Wattenscheid, mit der commissarischén Wahr: nehmung des Amts eines stellverirstendcn Vorsißcndcn des Ver gewerbegerichts und des Vorsißes der Kammer Watten- schci beauftragt; _ __ _
Os E11?) Bergrath Ncustetnzu Essen, Vorßßcndcr dcr Kammer t- en;
13) Ober-Vcrgrath Niederstcin zu Effcu, Vorsißcndcr der Kammer West-Effcn; _ _
14) Bergmeister Netto zu Essen, mit der (0MW1ss9k1schLU Wahrnshmnng des Amts cines stellv_erireicndcn Vorsißendcn des Berggemerbegerichts Und ch VorstZLS der Kammer Süd- Effen beauftragt; _
15) Bergrath von BLrUUtl) qucrdcn, Vorsitzender der Kammer Werden; _
16) Ober-Ver rail) Selbach zu Obcrhaussn, Vorsitzender der Kammer Ober aufen.
Berlin, den 22. Oktober 1893.
Der Minister für Handel und Gewerbe. Freiherr von Berlepsch.
Ministerium der öffent'iichen Arbeiten.
Der Königliche Regierungs-Baumeister Kruse in Sicgcn ist als Kreis-Bauinspector daselbst angestht worden.
Ministerium der geistlichen, Unierrichts- und Medizinai:Angelegenk)eiten.
Dem Porträt- und Genremaler August Wilhelm Stryowski in Danzig ist das Prädikat Professor beigelegt worden.
Dem Köni lichen Gymnasial=Direci0r ])]: Hense ist die Direction des ymnafiums zu Padsrborn übertragen worden.
Am Schullehrer-Seminar zu Marienburg W.:Pr. ist der Lehrer Peters aus Dyck als Hilfslehrer angestellt WOWM.
Yiehtamtlichez.
Deutsches Reick).
Preußen. Berlin, 25. Oktober.
Seine Majestät der Kaiser und König unicx: nahmen gestern Nachmittag mit Seiner Königlichen _Hohett dem Prinßen Heinrich einen längexcn Spaziergan . B1s_ zur Abendtafe ar eitetcn Seine Majestät aliein un erledigtixn " Regierungßgeschäftc. Um 8 Uhr fand im_ Neuen Pglqts u Ehren des hohen Gastes, Seiner Kaiserlichen und Koxng: Lichen Hoheit des Erzherzogs Albrecht von Oesterrxich, Ta el von eini en 30 (deecken statt, an welcher der oster- rei is :un ariÉ 6 Bots after von Szögyény-Mart , der Rei s anz er raf von aprivi, der deutsche Votsckka ter am russi en Hofe General von Werder und andxre the inahmen.
eute Morgen um 81/4 Uhr wohnten_ Seine Majestät der
Kai er mit Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem
“ Erz erzog Albrecht dem Exerciren einer Compagmx des
arde-Regiments z. F._ vor dem Neuen Pala1_s_bet _und
nahmen hierauf den Vortrag des Chefs des Civilcabineis , entgegen.
Zur Bcglückwünschung Seiner Kaiserlichen und Königlichxn Hoheit des Erzherßogs Albrecht von Oesterreich ist eme Deputation es GrenadierzRegtment-Z Kontß Friedrich Wilhelm 1. (2. Ostpreußtsches) Nr. 3, bestehen aus dem Commandeur, Obersten von Glumer dem etats: mäßigen Stabsoffizier, Oberst-Lieutenant von amqry, dem
auptmann von Ludwiger und dem Premwr-Lteutenant Zanncke gestern hier eingetroffen.
Der BundeSrath trat heute zu einer Plenarsißung zu- sammen.
Die im Reichs:Eisenbal)namt aufZestellte Uebersicht der Vetriebs-Ergebnisse deutscher isenbahnen fur den Monat September d. J. ergiebt für die 70 Bahiien, weiche auch schon im entsprechenden Monat des Vor ahres im Betrtckxe waren und zur Vergleichung JLSOYM wer cn konnten, Mit einer Gesammtbetricbslänge von 3 57,74 km Fol endes: Im September dJ. betrug die Einnahme: &. aus d e_m5 erson en- verkehr im ganzen 32 516 893 „(ck oder 4618 666 «% x_nehr als in demselben Monat des Vor1ahrcs, _an 1 ](m Betriebs- länge 878 «14 oder 15,37 Proc. mehr als in demselben Monat des Vorjahres; b. aus dem Güterverkehr: im ganzen 75 455 371 «FH oder 5206 382 .“; mehr als in demselben Monat des Vorjahres, auf 1 km Betriebslänge 2004 «14 oder 6,14 Proc. mehr als in demselben Monat des Vor: jahres. In der Zeit vom Beginn ch Etatsiahrcs biß; Ende September d. I: betrug die Einnahme: 14. Bei den19nige§n Bahnen, dcrsn Rechnungsjahr die Zeit vom 1. April W 31. März umfaßt, 3. aus dem Personenverkehr: im Janzen 162628 089 «16 odcr 6955 228 «FC» mshr ach in emsclbcn Zcitrmim des Vorjahres, auf 1 km Bcirichlänge 5437-14 oder 3,33 Proc. mehr als in demselben Zeitraum des Vorjahres; 1). aus dem Güterverkehr: im ganzen 355377329 «14 oder 19073179 «14 mehr als in demselben Zeitraum dss Vorjahres, auf 1 ](m Betriebslänge 11675 «FH oder 4,46 Proc. mehr als in demselben Zeitraum dxs Vor- 'ak)rcs. 13. Bei denjenigen Bahnen, dercn RcchnnngSmhr mit em Kalenderjahre zusammcnfc'illt, 3. aus dem Personen: verkehr im gan en 50 857 835 «sé- oder 1510 214 «M mehr als in demselben Zeitraum des Vorjahres, anf 1 km Bciriebs- länge 7266 «14 oder 1,94 Proc. mehr als in demselben Zeit- raum ch Vorjahres; b, aus dcm Güterverkehr: im _anzcn 90 792 109314 odcr 5502187944 mehr als in demselben Zeitraum dss Vorjahres, auf 1 ](111 Betriebslänge 12 828 «ck pdcr 5,18 Vroc. mehr als" in dc'msclben Zeitraum des Vor- ]ak)rcs. Eröffnet wurden am 1. September die Strecken MarisiibUrg-Maldcutcn 55,49 km Und Elvin? (Umchcrbs- 1valdc,)-Ostcrod€ 72,47 ](111 (Königliche Eiscnba)n-Dirccti0n zu Bromberg).
Das Kaiserliche Gesundheitsamt macht folgende Cholvrafälle bekannt:
In Nagnii, Osiprcußsn, starb ein Arbsiicr an (Tholcra. In Tilsit zwci Neuerkrankungen.
Zn Stettin wurde bei cincr am 18. d. M. erkraiiktcn Person Cholera festgcstclli; von dsn friiher Erkranktsn starbon zwci. JU Stcpcniß, Kreis Kammin, eins Ncucrkrankung.
Ber eincm Schiffkr, welcher anf cinem havclabmärts komm12ndcn Flußfahrchgc bci Plößciisce im Schleusenme'gc dcs Berlm:Spa11daUcr SchiffahrtsKanal-Z erkrankte, wurdc im Krankenhaitsc Moabit Clwicra nachgewiesen.
Dcr Jnspkctcur dcr Feld-Artillsric, Gcncwal-Licnicimiit von .defbaucr ist hicrhor zuriickgckklxt,
Dcr Kaissrlixk) imd Königlich österrcick)ifch-u11TLrischc Bot: sckxafikx am [)'icsigen Allerhöchstcn Hofe von GJÖgWiii): Mariä) ist vom Urlan nach Berlin zurückgekehrt mid hat die Geschäfte der Botschaft miedcr iibernommen.
Dcr Königlich dänischc (Hksandte am hiesigen Allcrliichstcii Hose von _ Wind ist vom Urlaub nach Berlin zurii gekehrt und [)NT die (Geschäfte dsr (Hssandtsck)aft wicdcr übsmwmmcn.
_Dcr Gcsatidte dcr Schwoizcrischcn Eidgeiioffcnschast am hiesigen Al_lcrhdchsten Hofe, Oberst Roth ist vom Urlaub nach Bcrlin zuriickge'kchrt und Hat die Geschäfte dcr Gesandischaft wieder iibernomrmn.
Bayern.
Die Kammer der Abgeordneten gcncbmigtc, Wie ,W. T._ V.“ berichtet, gestern nach kurzer Debatte einstimmi die Regierungsvoriage iiber die gegen den Futternothstan zn ergreifendeii Maßregeln. Alsdann begründete der Abg. 131". Jaeger die Anträge des Centrums auf geYLeHg eberische Maßnahmen auf dem Gebiet der grar olitik. Der Abg. von Vollmar motivirte die kocialisti- schen AbänderungSanträge des bäuerlichen Realcredits und der progressiven Einkommensteuer. Dcr Abg. Freiherr von Stauffenberg stimmte der Steuerreform zu und be- stritt di? Schilderung des Abg. 1)r. Jaeger von dem Noth: stande im Volke. Der Finanz-Minister 131“. Freiherr von Riedel hob hervor, daß die Einlagen der Sparkassen in den [eßten Jahren angewachsen seien, daß die Zahl der Sub: hastationen von Jahr zu Jahr erheblich zurückgehe und die Rückstände an Steuern und )Zinsen schr gerinlfiigige blieben. Der Minister des Innern reiherr von eilißsch er- klärte die Schilderungen von de'm Noihstande ur übertrieben; man solle doch dafür forget), daß die bayeris en Verhältnisse nicht dem inländischen Pessimismus Jegenüber vom Auslande alleidn gelobt würden. Heute wir die Debatte fortgeseßt wer cn.
In der vorgestrigen ersten Sißung des Finanz:?lus: schusses knüpfte sick) an den Etat des Ministers des Aeußern eine allgemeine Etatsdebatte wozu sämmtliche Minister erschienen waren. Der Abg. agner fand in den Ueber chüssen das Zei en einer nicht richtigen Etatsaufstellung. Der bg. Daller tade te die Zustimmun der bayerischen Regie- run zur Militärvorlage, ehe Klarheit ü er die Deckun smittel ges affen worden sei, und bezweifelte, ob die eckung durch den Reichstag erfolgen werde. Der Abg. Ke [le Lordertc die Regierung auf, weiteren Versuchen zur Erhö un er Miltiärlast im Bundesrath entgegenzuwirken, un
wün! te die Aufrechterhaltun der_ Getreidezölle beim tussi en Handelsvertrag. DerA g.Fre1herr von Stauffen- berg bedauerte die Zustände infolge der Rüstungen und fragte nach der Sie ung der Regierung zur Weinsteuer. Er bezweifelte, ob daraus große Beträge gewonnen werden könnten. Der Abg. Vür_ er fürchtete von einer Weinsteuer den Untergang des städtiiihen Weinbauers. Hierauf wurde die Erörterung vertagt. '
Sachsen.
Seiner Ma1estät dem König smd, wre das „Dr. J,“ meldet, bald nach der am Sonntag erfolgten Ankunft Seiner Maxestät des Kaifexs m_Dresden die nachstehenden Aller; höchsten .Handschretben überreicht worden:
„Durchlauckptigster Großmächtigsier Fürst, freundlich lieber Vetter und Brudsr!
Als vor mehr als zivei und zwanzig Jahren Mein in Gott ruhender Herr Großvater, dss Kaisers Wilhelm [. Majestät, Eure Majestät bei d€m Einzuge der braVSn TUHPLN des )(1[. (Königlich Sächfi chen) Armce-Corps in di? Heimathli € Hauptstadt, als Anerkénnung hri-r herdorragendsn Leistungen während des Feldzixgss 1870/71, sowohl als commandircnder (Héneral _ des )(1,[. (Königlich Sächsischsn) ArmeL-Corps wie als Ober-Befchlsbaber dEr Maas-Armeé, zum Genéral-Fkldmarsckyqli ernannten, sprachen Derselbe Eurer Majksiät «x)ochseligem Herrn Vater, dcém Königi- Johann Von Sachsen Majestät, diE zuwersichtliche Hoffnung aus, das; Eure Majusiät dem Deutscbsn Reichs in K'riegs- imd FriedLnSzLiién cine fiéste Stüße sein Wükdkn. Wik. sehx Eure Majestät diessn Erivartungen ent1prochen habkn ist Mir ein tiksempfundciiks Bedürfniß, Eurer Majkstät an dem bsuti en Erinnerungs- tage Liner zurückgelcgten fiinfzigjahrigc'n Z).)éilitiir-Dien tzcit zu erkennci: zu gcbcn, und bitts Ick) zugleich, dcn Ihnen Von Mir gewidmeten Feld- marschaÜstab in Brillanic-n ais Ein ganz bssondchs Zcichn Meincr Vollkommensten Hochachtung Und Wahren Fchndsclwst cntgsgcnnchmcn zn wwllsn, womit Jch vxrblcibs
Eursr Maisstät
freundwilligkr _Bctter und Bruder
Wilhelm. DRESDEN, dsn 22.» Oktober 1893. An dcs Königs Von Sachs€n MajCstät.“
„Durchlauchiigstk'r Großmächtixistcr Fürst, frkundlici) [isiicr Veiter imd Bruder!
Dcr [Mutige Tag, an ivclcixm EUW Majiésiät die Feist ZHW iüiifzigjälsigEU MiKtär-Dic'nstjnbiläums bcgchkn, bai 7516 m Mir fiir Eurc Majestät [cbcndsn Gefühle aufrichii Ex Verchrung ganz bc- sonders Warm angcregi und Mich vsranlaßt, Fil]? zn Urscheincn, um (111 dkr Spitz? dsr Gcnxral-Fsldmarschälls Und dcr commandircnden GMCkalé Eursr Majmiät MCislC Und dcr gc'sammtcn deutschen Armes aufrichtigstc'n und bsrzliclsikn Glückwünsche audzusprcchcn.
Ears Viajkstät babsn in (“*iULk langmi thaténrkicben Militärlauf- bahn nicbt niir undi-"rgängliche Lorbesrsn erworbkn, sOndeU auch für die _Entwickxlung und Leistungsfähigkcit unseres .Hccri's so visle BC- wcki76 des bingebmidstcn Interksscs gkgcbcn, da Ick eingedenk der Mir Von _Eiircr Majestät stets cnigcgkngebrackytcn ? reundscbaft, beskelt Von gnsrtkhiigcr, iiéfcmpfundcncr Dankbarki'it, (Furs Majcstät bitte, zur Er- U1__11('UU1F (111 Jbrsn [)CUUJCU Cbrcniag auch zu Msinem Gardc-Corvs iii nabM Bkztclmngkii zu tretcn und die Stéilc als Chi'f d€s 2. Gardi- Ulanc'n-Regimsxits aiizunkhmsn. EMC M*ajcstät können Sich Versichert Halten, daf; diescs_ brads, im Krisch jcdsrzcif bewährt? Negimcnt, Welcth angewiesch tst,_ Eurer Majkftät dcm Rapport [Uld dic Offizisr- Ratigkistc Vorsckyrisismaßig kinzursichmi, sich dsr ihm zu thcil gewox- ÖCULU hoch YLUIzcich11Ung würdig LrWCisM wird.
Von dcm [sbbaficn Wunsche [)?sli'li, däß Eure? I.)?ajcstät Mir auch fcxncr Lin vätSriich-Zr FU'lllid ['Ein und dLl' Armee“ noch ViLiC Jahrc m Voller Kraft und Gcsnndbe'it crbastcn bicibsn mögen, ziim SLIM ch dcut[chkn _Vatéi'landcs, Vcrbleib€ Ich mit der Vcrsickylriiiig dcr Vollkonnnknste'n «Hi'chachtung imd wabrkn Frmmdscbast
_ Eurer Majksiät sri'imdwilligkr Vcttsr Und Bruder
Wilhelm. Drcsdcit, dcn 22. Oktobcr 1893. An dss Königs don Sachskn Majestät.“
Fcrncr 1st Seiner Maxcsti'it dem König am Morgcn dcs, 22,_ d. M._f_olgcndcs Beglückiviinfchitngs::Tele ramm Scincr Maxftät des Kaisers Franz Joseph von- ester: reich, Klinlgs von Ungarn, zugcgangkn:
_ „«ßiide'm Ick Mcinun Vcttér, dyn Fsldmarscimll Erzberzog Albri'cht 11111_dérfrkl1dkv0[[c11SCUdlmg bciranc, Mick) bci dcr Fcicr Deincs dekkUÜkdigkn mrlitärisckxn JUbiläums zu Vsrircimi, Wollt? Joi) dcm Ldlcn Ritter dcs Maricn ThCrLfiLn-OWLUÖ durck eiii [)erviirragcndcs Ordensmitglicd, dym Feldbcrrn durcb dc'n Fcld ern dic buldigcndcn (Hcfiniiungkn Z))kc'im'r g(ésammicn Wehrmacht, niclche mit Mir Dcinc kriex crisch€n TUJLNÖLU béwnndert, ausdriickkn lassen. Méine Gefühls für DWZ, unwandklbqr sLit und so langs Wir [oben, sind die tre'uestcr Freundschaft Und mnigsicr Hochscbäjznng. Der Zeiten und dsr (Hsschickk Gain] sah Dich sikts_voraii DLinem tapfcrcn errc und eim“; mit Dcmcm trkitcn Sachxknvolke. So erbcbcnd Dir die? Ucbcrzcugimg sein muß, i_o glückérfüllt sei Dir die anunft noch in JaHrzchntcn vollster Rüstigkcit und Tbatkraft: Zum chcn Dkkan Königlich Bauses, Deines a1x§gcz€ichnctcn Heerss und schöncn Landcs, sowic Öklltschla1lds, das Dich [)(-ufs durch seincn Kaiscr «hrt,
Gödöilö, am 22. Oktober 1893. Franz Joseph,“ Seine Majestät der Kiinig Hat den Erzherzog Albrecht von Oesterreich zum Chef des 4. Jnfantcrie-Regimcms Nr. 103 ernannt.
Württemberg.
Dic Erzherzogin Karl Ludwig von Oesterreich,. Muttcr der Herzogin Albrecht von Württemberg, ist „Estern in Stuttgart eingetroffen und von dem Herzog Albreth anf dem Bahnhof empfangen worden,
Oesterreich-Ungarn.
Der Kais er und die Kaiserin sind gestern Mittag von“ Gödöllö in Budapest cingctroésen und haben 1ch untcr begeisterten Ovationen dcs Publi ums nach der O ener Hof- burg begeben. _
Wie die „Politische Corrcspondenz“ erfährt,_ tritt der Minister des Auswärtigen, (Graf Kiilnoky, Ende dieser Woche einen dreiwöchigen ErholungéZurlaub ab den er in der Schmerz und Ober:Jtalien zu verbringen gedené. _
Das Abgeordnetenhaus seßte gestern die erste Lesung- der Vorlage uber die Wahlreform ori. ?_Der _Ab . Krona- wetter trat, wie „W. TB.“ bert tet, fur die egterungs- vorlage ein und bekämpfte die __Wirksamkxit der EWE,- wel e den ParlamentariSMus chadtge._ Die gegenwarttgc Coa ition Plener:Hohenwart- aworski nannte Redner einen neuen Dreibund. Der Abg. Graf_ oheziwakt Lührte aus der Club der Confervatwen habe 111 Erwxderung
es der egierun jederzeit entgegengebrgchten Vertrauen?- geyofft, in einer ?o wichtiger) Frage _wenZftens vor Uebe_r- ra chungen gesichert zu sein; leider sei diese 0 ung nicht "3 Erfüllung gegangen. Die Er_klärm] es Miniskez“ Präsidenten Grafen Taaffe sei m t zufriedensteue" **
Dureh die angeregtc_ Wahlreform werde der poli- tische Einfluß_ des Mitxelstandes in Stadt und Land stark herabgedruckt. Es wurde ein Gebot der Klugheit gewesen sein, gerade den Bürger: und Bauernstand in der egen- wärtigen Stellung eher zu stärken als zu schwächen. Die Ne“- ierung sei nicht im stande, die Consequenzen hintanzuhalten. s sei total u_nrichtig, daß die ländliche Bevölkerung von der Wahlreform nichts zu befürchten habe. Die niedri sten Schichten der Bevölkerung, die der Politik apathis gegenüber- ständen würden leicht eine Beute der socialistischen Emissäre. Noch tärker sei das Walxlrecht der städtischen Bürgerschaft bedroht. Obwohl die Mehrzahl der städtischen Bevölkerung liberalen Priycipien huldige, müsse doch die conservative Partei für sie eintreten. Eine Schädi ung der städtischen Wählerschaft involvire aber auch eine S ädigung des Staats. Die conservative Partei könne nicht zugeben, daß das politische Schwergewicht von den besißenden Klassen auf die bcsißlosen abgewälzt werde. Dadurch würde ein höchst bedenklicher Zustand herb€igcfiihri werdcn. Der Abg. Llen- ba cher begründete sodann einen Wablreformantrag, worauf dxr Abg. Siadnicki ( ole) _ausfiihric, das allgemeine Wahlrecht meide auch auf die militärische DiZciplin nacbtheilig einwirken, da «der Rekrut mit Klagen bei seinen Abgeordneten drohen könnL. Zn Galizien würden die neuen Wählerklassen Anarchisten erzeugen; sollte die Regierungsvorlage durch: dringen, dann könne Rußland Einfluß auf die Massen in Galdicn gewinnen. Nachdem noch der Abg. Schlesinger iAUNsLMit) für und der Nbg. Demel (liberal) gegen die Vorlage gesprochen, wurde die Verhandlnng abgsbrochcn.
Die deutsche Naiionalpartci wird bei der weiteren Verathung dcr Vquagc iibcr dic Wahlreform eine Erklärung abgeben, worin sic sich fiir die möglichst wcitgebends Aus: dcimung dcs Wahlrschts mit dirkctcn Landgemcindewahien auEsprcchcn, fiel) jedoch dagegen erklären wird, daß gerade die dcujschen Bfirgkr und Baucrii dEr Maxoripirnng dur die Massen preisgcgcbcn mürdsn. Die Entscheidung dcr i artei werde von der AUfimlwic dicser Abänderung abhängen.
Dsr Viirgormcisier von Wien, _131'. Prix, hat sein Amt ach: Bürgci'mc'istcr nikdcrgclcgt, „jedoch das I)iandat als
GNUCinchUaih bkhi'llikU.
Frankreick).
Dcr Kaiser von Rußland [)at, wis „W. T. B.“ meldet, der Wittmi' dcs Marschall?- Mac Mahon cin BeileidS- telcgramm iibcrsandt. _
Ein Theil dEr rufsischcnOffizicre besuchtc gestern Vor- mittag Vcrsaillks. Von den BEHÖWM empfangen und zum Schlosse geleitet, bcsiciiiigicn die Offiziere die meisten Galerien, vor allen die Spicgclgalcric Und den Park. Spätcr fand in dcr Mairie» cin Dcwuner statt. Fiir dsn Admiral Avclanc Und dicjenigcn r11ssischen Offiiierc, dic sich nicht nach Versailles begeben hatten, war im Elniézc ein chciiiicr zu 90 Ge: dcckcn veranstaltet. Während dcssclben tixiltc der Präsident Carnot dcm Admiral Avclane mit, daß er am Freitag nach Toulon kommen worde. Bei dem Dessert brachte dcr Präsident Carnot eincn Trinkspruch aus, worin es hieß:
„Wir scbkn mii Bcdausrn dic Stnndc bi'raiiiiabi'n, da dic würdigem Vcrtrsicr der riissischsn Marins Paris wkrlaffen miiffén, déffmi Gefiiblk', Frkudc wic Trankr, sii“ mit so ngßlmZÜktgLfübl und mit solch€r Herzlichkeit zn ihyili'n gcwußi [)absn. Dar Bsfuch wird unauslöscblichc' Erinnernngen bei uns zurücklasscn, und ich hoffe, daß dic Erinncrungcn, Miche Sic fiéldsi mitnebmsn, nicht wenigkr fest basicn werden. Im Namen Von ganz Frankreich wünschs ich unsercn Gästxn und Freux1d€n_Gliick und Erfolg und trinke: auf das Wohl dss K*aisc'rs und dcr K'aisc'rin Von Rußland!“
Ter Admiral Avclanc erwiderte:
.Ich kann kciiicn Ausdrnik findcn fiir dcn aufrichtigkn Dank Und die: dancrndc (?rkmmtlichkcit fiir die große und ixsrzlichc Sympathie, wclche das französische Volk Uns bczeugt hat. Wir babcn dkiisclben Empfang gefimdmi nicht nur in dcn großcn Städtcn, sondern auch in dcn klciiicn Städten, sslbst in dcn Diirfkrn. WEnn man dics in Rußiand e*rfa[)rkii wird. wwrdcn diisklbst in gikich€r Wkisé iibcrall, auch in dc'n Dörfkrn, Wünsckyc für di? Größe und das Glück Frank- rcichs gkäußsrt Werden. Ich trinke» aiif das Wok)! dcs Präsidcntcn dsr Rkpublik, auf die Größc und das (Mück Frankreichs!“
Dcr gestrigen (Hi'llW-VVL'ÜLUUUJ in dcr Opcr wohnten aiißer dcn russiscbcn Offizieren dcr Präsidvni Caont, dcr Ministchräsidcnt Dupu 1), der (General Saussic'x und der rnssischc Botschafter Baron von Mohrcnhcim bci. Beim Eintritt des Admirals Avclanc„ spielte die Musik die russische Hymne, bei dem einige Minuten darauf erfolgenden Eintritt dcs Präsidenten nmrde dic Marscillaisc gespickt. Dic Schluß- sccnc dcr Fcstvorstcllmig, in der die Status? des Friedens anf der Bühne erschisn und hinter den Coulisscn ein Kanonsn- schnß fiel, rief dcn lebhaftcsten Beifall licrvor. Bei dem Spiclcn dcr Marscillaisc erhoben sick) dic russischen Offiziere und begrüßten dicse mit [ebhaftcm Beifall. Dcr Admiral chlane rief mit lauter Stimme: „Es lebe Frankreich!“, was einen außerordentlichcn Enthusiaswus hervorrief. Um 12 Uhr 40 Minuten erfolgte die Abfahrt vom Opern- plaßc nach dem Bahnhof inmitten einer unabsehbaren Menschenmenge und unter den enthusiastischen Rufen: „ES lebe Frankreich!“, „Es lebe Rußland!“. Der Admiral Avclanc kam um 1 Uhr 5 Minuten mit seinen Offizieren auf dem prächtig erleuchteten Bahnhofc an, wo ihm der Admiral Gervais untcr herzlicher Umarmung Lebcwobl sagte. Der erste Zug mit den Fähnrichen und Aspiranten ging um ] Uhr 27 Minuten, der zweite mit dem Admiral Avelane um 1 Uhr 40 Minuten ab unter erneuten, an altenden Ovationen. Die russischen Offiziere griißten, bis er Zug den Augen der Menge entschwundcn war.
_ Der Präsident Carnot hat dem Admiral Avelane sein Btldniß mit einer Widmun übersandt. _Die [)eutigcn Morgen lätter widmen dem Besuch der W slschen Offi iere warm gehaltene Besprechungen, worin sie den Gayz und die Harmonie der festlichen Veranstaltungen in Paris und die correcte Haltung der Pariser Bevölkerung her- vorheben.
In einer den Blättern zugestelltcn Noic wird der _Dank dxs Admirals Avelanc und der russischen Offiziere UL“ den ihnen in Paris zu tHcil gewordenen Empfang aus- gesprochen.
Wie das „Journal des Débats“ aus O_gkar meldet, ist der zur Mission des Lieutenants Mizon gchorige Dampfer „Sérgeant Malamine“ mit der gesammten Ladung von
er Niger-Company beschlagnahmt worden.
Italien.
. Der Admiral Se mour und drei britische Offiziere “"d- „lam Meldung des *,),W. T. B.“, gestern Abend 11 Uhr
imuten in Rom ein etro en, um den Leichenfeierlich- keiten für Lord Vivian beiZuwoanen. Am Bahnhof? wurden
die Offi iere von den Behörden empfangen und beim Verlassen des Baßnhofcs lebhaft von der Menge begrüßt.
Söänien.
Die Municipal-Wahlen sind nach einer Meldung des „W. T. B.“ durch ein gestern erlassenes Decrct auf den 19. November Lestgefeßt worden. _
Jn Madri eingetroffenen Prwaimeldungen zufolge hätte
der GeneralMargallo die Verschanzungen derKabylen an der Grenze zerstört, ohne auf Widerstand zu stoßen.
Serbien.
Franaffovic ist, wie„W. T. B.“ meldet, zum serbischen Gesandten in Paris und Brüssel ernannt worden. Der bis: herige Gesandte in Paris (Hiorgjevic wurde nach Bukarest verse i, der bisheri e Gesandte in Bukarest Boskowic wurde zur isPofition geteilt.
Amerika.
Dem „Reutcr'schcn Bureau“ wird aus Washington berichtet, daß die: demokratischen Senatoren, die fiir die freie AusPräqung von Silbergeld cinträten, jeßt ankiiiidigten, daß sie die Nbstimmnng iiber den Widerruf der Sherman-Actc nicht mehr verhindern wiirden. Die Abstimmung werde also voraussichtlich in acht Tagen beginnen.
Dem „Standard“ wird aus Ncw-York gemeldet, daß die Coalition dcr silberfreundlichen Senatoren sich aufgelöst habe, weil die Demokraten fürchtctcn, il)r Ansehen zu vcrlisrcn, wenn sie zuließcn, daß die Repu: blikancr dcn Präsideiitcn Cleveland bci Aufhebung dsr Slxrman-Actc unterstüßtcn. Der „Times“ wird aus Philadelphia berichtet, daß man die bedingungslose Auf- hebung der Shcrman-Actc crlwffqwciles möglichssi,daß die silberfreundlichen republikanischen Sßnatoren ihre Obstruc- tion ciuieben wiirdsn. Die „Dailchws“ erfahren aus New- York, da man dort eine Ma10ritäi voraussagc, die alle Welt überraschen wcrde. Dis Senatoren wiirdenAnsirengungcnmachen, auf Seiten der gewinnenden 5Y_artci zu skin. Die Demokraten fürchtetén das Resultat der im 5 ovcmber staitfindenden Wahlcn, wenn Line Regelung der Franc nicht erfolge, und sähen dic SUtZ-pension des (Hessßes durch den Präsidénten voraus, w-Znn dcr Senat die Aufhebung desselben verweigcre.
Dem „Ncw-York Herald“ wird aus Monicvidco vom gestrigen Tage gemeldet, nach daselbst ans Rio ds Janeiro eingelaufencn Nachrichten ssi redcrico Lorena, dcr Com: mandant cincs dcr aufständichen Schiffc, von dem Admiral McÜo im Hauptquartier zu Desterro zum provisorischen Präsidenten dcr Républik proclamirt worden. Der Ju: urgentcn-Dampfcr „chublica“ habe vor ssinem Ab- cgcln das Kanoncnboot „Tiradentss“ aufgefordert, sick) um Kampfe zu steUcn ode'r sich dcn Aufständischen anzuschlieZen. Eine Antwort darauf sei nicht crtbeili worden. Die Regie: rung von Uruguai habe ("inen Kampf in ihren Gewässern verbotcn. Ferner läét sick) der „New-Yorkcr Herald“ melden, Admiral ds Mello Habe in einer Proclamation bekannt gemacht, Pcixow Habe vsrsucht, ihn zu tödtcn. Ein mit Di): namit !cfiilltcs Albnm sci ihm mit Pcixoto's Einwilligung iibersan t wurdcn.
Asien.
_ Wie das „?)icutcr'schc Bureau“ aus Shanghai vom 29. i). M. meldet, hat daS diplomatische Corps in Psking eine zweite, cingklxndcr begriindetc Note an das Tsungli: Yamyn wegen der Niedermeßslung der schwedischen Missionare in Sungju gesandt. Darin wird die Aufmerksamkeit auf das Verhalten des Vice:Königs Tschang-Tschi-Tnng gelenkt, ferner werdcn Bofiii'chtmigcn fiir_ die EUROPÜEY im Innern des Landcs_a11SJesprochen und schließlich die ?incsischen Beamten beschuldigt, daß sic sick) nicht an die Kaierliche Verordnung vom 13, Juni 1891 Hielten.
Nr. 42 des .Contralblatts dcr Bauverwaltun “, hexaiiSchcbcn im Ministerium der öffentlichen r- bettei), vom 21. Oktober hat folgenden Inhalt: Gutachten dcr Köni [i_chsn Akademie de's Bauwesens, betreffend den Entwurf für die . aiser Friedrich-G€dächtnißkirch€ in Bkrlin. _ Bahnhöfe im Auslande. _- Nsuss zur Arbeiterwobnustrage. " Internationaler pkrznanentér StraßknbabU-Vcrein. - erwischtes: Weitbewerb für Plane zum baysrixcben National-Museum in München. - Wett- béxverb fiir Pxänßzn Anlagcn für die Klärung der Lsipziger Schisuscn- waffßr. - Exsenvahn-fachwisfmischa tlicbe? Vorlesungen. -- Straßkn übsrsührung tn Monierbau. - 3 orrvegische Eisenbahnbauien. - Jutendantur- und Baurat!) R. La Pierre in Berlin +
Statistik und Volkswirthschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Dcr socialdemokraiiscize Parteitag in Köln führte gestern in dcr Vormitta ssi ung die Verhandlung über die ersten drei Gegenstände cr agesordnung (vgl. die gestrige Nr. 255 d, Bl.) _zu Ende. Alsdann wurde von der Mandats- prüfungßcommisswn Bericht erstattet. Nach diesem Bericht sind 180 Abgesandtc anwesend, die etwa 270 Mandate haben; einige neue Delegirte waren gestern noch nachgekommen. Vom Kreise Solingen lagen 6, auf 6 ver- schiedene Personen lautende Mandate vor; da aber die Parteior anisation besagt, daß kein Wahlkreis durch meYr als drei Versionen vertreten sein sol], beantragte die Prii angs- commifsion, dic Mandate von SolinYen zu beanstanden und eine Commission zur Prüfung dieser lngelegenheit u wählen. - In der NachmittaZZ-Zstcßung tadeltc bei der esprechung dieses Antrages der ei stagsabgeordnete Bebel die Ver: Zältnisse im Wahlkreise Solingen. - Nach einem Schlußwort
ueix's zu den drei ersteniPunkien der Tagesordnung wurden die sie betreffenden Anträge zur Abstimmung gebracht. Es wurde u. a. der Antrag an exiommen: Die all1ährlich beim „Vorwärts“ erzielten Uebcrs usse künftig um theil zur Be- reicherung des “Inhalts, ins esondere dure?) Verstärkung des RedactionSpersonalsFu verwenden. Ferner wurde die Heraus- Zaézßleixes Central- ochenblatts mit 134 gegen 66 Stimmen e o en.
Ueber die großen Grubenarbeitcrausständc in England und Nordfrankreich liegen neue Nachrichten von BedeutunZ nicht vor.
Aus eipzig berichtet man dem „Chenin. T hl.“, daß der dortige Verband der Bildhaueragebilfen beschlo en hat, für die Vertretung im Gewerksckpaftscarte einen Dele irten nicht wieder zu ernennen, da es an einer hierzu eei?neten Perixönlicbkeit man le. _-
Die Hamburger K le m p n e r g e il e 11 haben cinkn neuen 0 l) n -
tarif für sämmtliche Klempnergehilfen Deutschlands aUSgearbeitet. Die Leipziger Berufsxieno en halten die jeßige Zeit nicht geeignet zur DurYlführung dieses Tati s. _ ,
us Haynau in Schl. wird der „Köln. Z.“ telexrapbtsch e- meldet: Eine Versammlung von mehreren Hundert besch fti ungsloßen Arbeitern der feiernden Handschuhfabriken (vg . Nr. 229 u. flg.) beschloß die Absendung einer Commission an die Stadt- verwaltun , um eine Arbeitsimterstü ung zu erlangen. Donnerstag soll ebenfa s eine Versammlung der rbeitslosen stattfinden . Die ge- sammte Gendarmerie des Kreises wurde nach aynau berufen.
In Lissen-Osterfeld (Kreis Weißenfe s) haben die Töpfer der Ofenfabrif die Arbeit niederZZleFt.
Ein Pariser Telegramm des „ o ff'schen Bureaus“ meldet aus Sain t-Etienne, daß in einer Versammlung sämmtlicher GlaH- arbeiter Saint-Etiennes beschlossen würde, in der Glasfabxtk Durif, in Welcher drei Arbeiter entlassen wurden, die Arbeit em- ' zustellen. Die Arbeitße'in teilung soll auf alle Glashütten des Districts ausgcdebnt werden, Wel e die “Ausfüh'rung Von Bestellunßen über- nehmen würden, die der Fabrik Durif übertragen waren.
Kunst und Wissenschaft.
Jm Botanischen Garten zeit sich gegenwärtig ein Baum in seiner voUen Schönheit, wel er Verdiente, in viel aus- gsdebnwrer Weise als Parkbaum Zultivirt zu werden, als dies bis jetzt geschieht. Es ist dies die Virginische SumPf-Cypresse, Bald-Cypresse der Amerikaner (Waxoäjum (1151310111115), Ein Baum, welcher an Flnßufern und an feuchten Steslen der östliche'n und südlichen Staaten Von Nord-Amerika einheimisch ist. Einzelne der Exemplare des Botanis en Gartens stehen wohl kaum den schönsten in ihrer Heimat nach und liefern damit den BEWEiS, daß diese Conifere trois des Standes und Rauchs dsr Großstadt hier angezcichnet edeiht. Die Sumpf- Cypresse wird 20-30 m Hoch und bexfiyt aÜZLitig ausgebreitete Aeste mit flachen, ziveirkibigsn, lebhaft grünkn * adéln. Dieser Bamix bildék Einen ganz hervorragend schönkn _Baurnsch1ag und bietet, auf einem Rasenplaßs freistkhend, einen prachtigen Anblick. Das Holz dßssslbsn wird sehr geschäßt, auch liefert er ein auégezeichnetes Terpeniin. Der Grund, weshalb diess Conifsre so ohne S aden - im Gegsnsay zu fast allen übrigen Nadelhölzern - in der I äbe Von Städten odkr in den Städten selbst cultivirt werden kann, ist vor allem dEr, daß er im Winter sLine Nadüln abwirft und zwar sammt dcn begrénzten_ ZWEi_g€11, an denen dieselben 113M- Dadurch“ entgsht cr der *Hauptgesabr, welch€r die im Winter ihre Nadeln behaltenden Conisxrén außgUCYt sind. Der Schnec nämlich, wck1cher im Winter langers Zkii auf dsn Zweigen diefer letzteren liegen bleibt, nimmt aus der rauchigen Luft der Städt€ reich- lich Kohlensäure auf und richtet dadurch h_si langem Liegen oder bei [an samsm Abschmßlzsn allmählich die VÜUML zu Grunde. Dieser Ge ahr ist dic die Nadsln awariendc Sumpf-Cypreffe natürlich nicht angcseizt' fit? ist bei Uns aiich volLständig winterhart, sodaß 121€ die größten_ Fröste ohni: Schaden übersteht. Jm Spätjahr bistkt di€1er Baum dcshalb einen so berhor- ragsxid schiincn Anblick, wsil die sich zum AbfaÜen vorbereitenden Blätter allmählich alle Farbsunuancen durchlaufsn, Vom lebhaftsn Grün durch ein ÖLÜES Geld zu 61116111 prächiigen“ Roxh. (Gerade gegenwärtig kann man an jédem LiUzéitiM Baume dieje 1ämmtlichen Farbungxn wahrnsbmsn. Dic Cultur dieses bervvrragenden Baumes isi einc skbr llicht€x «_r wird am? Samsn erzogen und ist, znmal aiif xtwas feuchtem Boden, _ sehr rizscbwüchsig. Häufig z€igi cr Line msrkwürdige morvbologischs Eigéixxckpaft, für wslche man Eins aU§r€ich€nd€ Erfiaxung noch nicht gefunden hat; diese ist im Tdikrgarién in der Nahe- Cikiks Teiches beim Denkmal der Königin Luise in Herdorragend ichön€r Weise entwickelt. Die Sunipf-Cyprkffe befiFt nämlich, wie die meisten Nadelbölzer, _lang asiförmig untcr dßm5 (ckden, manchznal auch Über dsmselben berlaufende Wurzeln. Es kommt nun sehr daufig vor, daß an dsn Stellen, wo dis Wurzeln an die Oberfläche treten, besonders auf sumpfigem Boden, sick? aus ihnen kegelförmige, bis mcisrbobe, innen Hohle Auéqvüchcz entwickeln. Man konnte bisher noch nicht mit Sichkrhc'it sesisiéllen, ob diese Außwüchse für den Baum selbst von irgend welchem Vortheil smd oder ob sie viellsicht aux pathologijchc Ursachen zurückzuführen find. Diese auf- lelknden Ericbeinungen ind den Indianern und auch den Pftanzern -. ord-Amerikas sehr wi kommen; fi8_werd€n nämlich_dort allgemein als Bienenkörbe benutzt. Von der Gartnerei wurden 1chon zahlreiche Varietäten dsr Sumxf-Cypreffe herangezogen, doch ist kaum zuzugeben, daß fis die Stamm orm an Schönheit odsr_©razie übsrträfen.
"- Die neue Moabiter Brückc 1911, wie die „Nat.-Ztg.“ bcrichiet, als bildnerischen Schmuck v i c r Bären Erhalten, jedoch nicht in stilisicter Form, sondern realistisch bshandclt. Sie werden nicht, wic im Berlinsr W pcn, sitzend, [ondern auf ailen Vieren einber- schrcitend, dargsstcütaxein. Dix: stadiischeri Behörden batten vier Bild- bansr zur Herstellung von Skizzen aufgssordsrt, und zwar dis Herren Frofcffor Carl Bsgas, J. Boese, J. GÖTZ und C. Piper. Die Entwürfe _md bereits eingereicht und baden Biüigung gesunden. Den genannten Künstlern ist nunmehr der Auftrag zur Ausführung ertheilt worden. DiesBäan erhaltkn übsrlsbenßgroße Gisialt und werdcn in Bronze gegoicn.
_ An der alten rbeinischsn Römerstraße bci dcm Dorfe Grim- lin bausern, am Einflu“ der Erft in den Rhein, hat der Archäologe Konitantin K*önen axis 5icuß vor kurzem auf dem sog. Rcckberg dix Reste einss römiyckpsn Castells aufgedeckt. Der „Köln. Ztg." wird darüber berichtet: Das Castell bildet aabszu ein Quadrat, zeigt abgerundete Ecken mit nach innen liegenden Eckibürmen und wird von Einem doppcltkn SpiJgraben umgeben. Die Länge der vier Seiten beträgt: 38,03 36,5 , 38,52 und 36,92 m. Die zwei längeren Seiten sind von W; W. nach OSO. orientirt und laufen parallel der Römxrstraße,_ welche von dem Rande des äußeren WaÜgrabens 8480 m entfernt ist. Die Unifaffungsmaue'r ist 2 m breit und [org- falitg aus Grauwackc hergestellt. In der Mitte der südwestlichen Senta de_fand sick) allem Anschein nach ein Thor mit zwei Flankeniburmen; ob aber auf der gegenüberliegeuden Seite um zivettes vorhanden war, ließ sich vorläufig nicht feststellen, da das Land noch bebaut war. Be'i der Untersuchung kam eme Anzahi Scherben zum Vorschein, von denen die älte ten aus de; Flawierzctt stammen, die jüngsten bis in die späte ais eit rauben; Auch ein Mitteler von Vespafian (69 bis 79 n. C r.) und eine Kleinbronze von alens 364-378 n. Chr.) wurden ge- fiznden. Das Castell scheint demna in der Flavierzeit erbaut und langere Zett m Bennßung gewesen zu sein.
Land- und Forstwirthschaft.
_ _ Weinaussichtcn.
Dre Wembexge im Regierungsbezirk Wiesbaden haben hier und da durch die trqckenx Witterung, so in Lorch,_ Lorchbau en und AßmannShausen, und in einzelnen Gemeinden, insbe ondere in edrirh U_Ud Erbach, durcb Ha el gelitten, sodaß quantitativ kaum mehr als em halber Herbiii, qua itativ hingegen infol ? der ünsti en Witterung der Monate Jux und August ein gutes Ja r in usfi t sieht.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Wertungs- Maßregeln.
P o r t ug (: [. Durch Verfügun des Königlich portu iesischen Mnisteriums des Innern find die Hä en der Provinz San ander seit dem 5. d. M. fur choleraverseucht erklärt wvrden.
E yptcn.
Zufolge Beschlusses des internationalen Ge und . iu Zlexandxien voftzn 161 d. Mt. sJnd die gege? AYwerspenMW uaran anema re e n m: em enann en e an e 9 wurde!“! (vergl. ,R.-A.' 5.1 t. 230 Vom “2k).gSepteml)err).g fg b .
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