mehrstimmi en S5“ 2, die fast schon in jedem Ohr heimisch find und (LY jedeHs Ohr und Herz erfreuen, thaten auch estern wieder ihre irkung, - obgleich man der; gJexwagten Versu ge- macht hat, die wichti e Tenorpartie des Nanki- oo der benen Soprgn- stimme der Frau I ka von §Yalmay an uvertraizen. Es; ist nicht 11 leugnen, daß mit dieser Veranderung der egbsichttgten Wirkung des
onseßers Gewalt angethan wird; aber soweit ein solcher Versuch überhaupt gelingen kann, ist er gelungen. Dix ganze Vorstellung war txiehr auf das burleske und namenjlicl') aus den derben Hunzor'des Ferm Steinberger abgestimmt, als auf . den fetnsmyigen
eschmack und den gemüthvollen Frohsinn, die der SuUivan- schen Musik ursprünglich eigen siiid. Fraiz , von almav spielte den Prinzen mit all tHLLr' naiuriickpsn .lnmutb und verlieh ibm das gewinnende [iebenßwurdigc Wesen, das ihr auch sonst ei en ist, aber sie war natürlich nicht im Stande, in dem kost- licben adrigal oder in dem schönen Maienliede ihre Stimme in einen Tenor zu verwandeln, und in alien solchen Fallexi _kam dW m_usi- kaliscbe Wirkun etwas zu Schaden. Dafür entschad1tx,a11crdmgs die flotte Spieiiweise, an der allc Mitwrrkendeti bet ktltgt waren, und der nie Versiegende Humor des Herrn Steinberger ais Koko. Sehr lobenswertk) war auch die Leistung des Fraulem'Je'nny BUNT), wcklche die Rolle der Yum-Yum gesanglich updschauspieierisch aufs beste zur Geltung bracbtc und in dem Duett wit dem Prinzen, sowiq Mit ihrem Sonnen- nnd Moud-Liedc schöne Wirkungcnßrzieltc. Den Mikado gab Herr A. Maschi] sehr komisch auch die Damsn Maria Bardi und Alwine König als ScbwLstLrn Yum-Yum's und Marie Grimm-Einödsböfer als Katifha bkrdiencn _cmekrfcxmendd Erwähnung. - Die Ausstattung der Overstig vkrbrcitctc iolchen Glanz, wie man es auf dissLr Bübne gswöbnt iir.
Jm Königlickycn Opernbausd wcrden morgcn Lconcalew's .Bajazzi“ mit Frau Herzog, den Herren Sviva,_Buiß, _Frankel, Philipp unter Kapellmxisier Sucher's Leitung, Ferdinand Hummsld .Mara“ mit Frau Pierfon, den Herren Sylva, Fränksl uiid dsr Balletclcvin Ceri ioli unter Kavéllmkistcr [)r. Mucks Dircciwn gc- gebcn. Dim Scl) uß bilst das BaUai .Die Puppknicc“. '
Jm Königlichen Schauspicibauic gelangen morgi'n diE Lustspiele „Vom [andwirtbsckyastlichen BaÜc“, .Eingcschlosicn“ imd ..Militärfromm“ zur Aufführung. . _ , _
Eleonora Dusc wird im Vcriaui ibrcs gcgenwartigcn „Gastspikls am Lcssing-Tbeafer di? RoUe dkr Marguéxiic (Haufler in dEr „Camelii'ndamc“ nur cintnal zur Darstellung bringcn, und zwar am Sonnabend diescr chbc. __ .
Jm U. Philharmonischen Concert, wclchcs mit?; Ldtximg dcs Kammer-Mufikdircctors Schuck) am 11. Dezember itaitiiiidet, gelangt als Novität Goldm_ark's noch ungédruckic „sympbomsckyd Dichtung .Sappbo“ zur Aufführung. Dic Solistin dcs Abends, Frau Teresa d'Albcrt - Carrcöd wird Clwpiws Clavierconcxrt in 15411011 zu Gebör bringsn. , __
Jm Concertbausc wird am nächsten Montag de_r ErkZsck-yd Männcrgcsangbercin unter Léitnng des Herrn Tk). Hauptitßtn die „Bilder aus der Schw€iz“ von W. Tschirch, Link"]! Cykius von zwölf Gesängen mit verbindender chlamation," znr Aufführung bringen. Mitwirken dabei die Königlichen Domsangcr ..Ocrrxn „W. Ricke (Tenor,) uiid G. Rolle (Baß), dcr Großbkrzoglicb sachsische «Hofschauspikli'r *Ykrr E. Tschirch (Sohn dch Componiitkn), das »Herrmann'Wc Zithcr-Luartett und die Meyder']che K*apsklk.
Das Naimnnd-Tbeatcr in Wisn ist gesicrn mit der Vor- stellung des Raimund'sckxen Dramas „Dic gkfeffcltk Phantasie“ feierlich cröffnct worden. Dic Vorstcllung wnrdc mik großsm Bkifall anf- genommcn. '
Vom 29. NOVLMÜLT, setzt Morgens.
Wetterbxzr'
(„*.-**
bon Fcrdinand Delmar.
Miilim. FH-
Stationcn. Wind. katcr.
in “ Celsius
59C. = 49R.
TMsratur
Vaykr.
Bar. aus 0Gr. u d Mkercssp rc'd. in
HLSW 7ibedeckt fang 7 Uhr. JSSW (*; Zwolkig [SW ZiRegen ** 4ZDunst
Belmuüet. . 760 Aberdeen . . 5 753 Christianfund ; 746 Kopenhagen. * 759 W
[».- p.;p-z IW-«kp-z
VOM Ober-chiffkur Kape'limcister Sucher. -
In Scsne gessßt vom Ober-Regiffßur Tetzlaff. Dirigent: ' Die Puppenfee. Pantomimisches Ballet-Dtbcr- tiffemcnt von Haßreitér und Gaul. In Scene Graeb. Dirigcnt: u
Sebaiispiklhaus. wirthschaftlichen Balle. bon Emil Pohl.
Maunigfaltiges.
Ueber eine am Sonntag, 26. d. M., Ws Orleans ix'tr den Reichskanzler Grafen von Caprivi bier eingegangene gefahrltcbe Sendung berichtet die „N. A. Z.“ in Foxgendem: '
„Unter den vielen Briefen, welche fux den errix Retchkan ler eingeben, befand sich am Sonntag ein Kastchen unt folgendem 5.7-
glettschreiben : Akußerc Adresse auf dkm COUVLÜT 01168715 ])kUZZS 24. Roy. 93. U0U§i€11r ]S (Xézuérzi (16 (JU)]"jx'i. (2171.50 (Iiixmwcxiiczr (LS ]meiw ('1'.J.]]0mx-1Z118 (JiLClUkJ-SULX' Ü'ÜUEMZJUS 137310131. 5.07ÜÜUT:
011168115 ]S 23. U0x'6111br0 1893.
& UMZZLM' 18 (245116153 (18 anrjyi.
("beim:(xiiczr (iS 171311»er (]AUSWQZUL.
.]"Qi ]“iioUtiSUr (]S &'0i153 61170376i' U0U§i80r ]S (261161'81, U11 eidiikikiuiUUi (LG (iräjUSZ (!(-*, K&ckjZ (Wms SZYSQS (“*izwnmmt-S“. gmx ]“011 ZÖFUS 31.11 1110j8 (LS ])ÉESUÜU'S ])0111' 671 M*0i1' 10 ])1'0iiiiii. Ul] [UWS (10 i'éx'riSk. (:ck-W 0»?ng 116 (Irxximi PW 1:1 (_:0100.
iitxcéSxW UiMZiSiir „10 ('xéstml [**:]„ZZUkQUES 116 m.“! [mi'kxiit'G (Z7()i“1§j(ié5t':iti()x1
()k']Ö-LULZ 12.00 (!(3 ]30i1b10nzx R0. 17. (_ck. ])SGUUUOWU. .
Als sui) Major Cbmcycr nacb Durchsicbi dieser Zeilen anscbickie, daI Käsichkn auf skincn Inhalt zu prüfen und zunachst den Deckel abheben wolltc, fielen ibm schwarze Körndr entgegen, welche er un- schwcr als Scbiéßpulvcr sLststi'ÜLn konnte. Major Ebmeyxr chte sofort die Polizei Von ikinxn Wabrnehmungen in Kenntntß, dicse ließ den übkrsandten Gegcnstand sorgfältig priiftén und constatirtc, daß der anali jcnks ominösen Kästchens aus Sprengstoff bcstand, wclchcr durch eine: eigénartige Vorrichtung bsim Oi'ffnen dcs Dkckeis zur Ent- ziindirng zikbrachf werden sollte. , &
Dasselbe Blatt erfährt weiter, daß eine ganz gicichc ((;-en- dung, cbcnfalls aus Orleans, mit einém Begleiischrcxbkn dCÖii'lÖLn Wortlaut?) und Datums am Vorgangrncn Sonntag m_itcérdsr _Adrqsis Seiner Majestät des Kaisers und Königs tn Bsrim eiii- getroffcn und an das Gcbcimc Civilcabinct abgcgcbcn worden ist. Auch bier hai ein glücklicher ufaÜ rechtzeitig Argwohn crrcgi imd dic Wirkimg di'r C p[osiOUSrnas )ine bkrcxitclt.“ _- , .
[19er die Confiruction dcr Explosions-Vorrichtung, dic; xcßi dcm Polizci-Präfidium borlikgi, wsrdan _in dcr „Nordd. W[g. Zig.“ noch folgende: Angabmi gemacht: Die äußere HÜÜL bildet ein Hoizfastsy, dm“ genau die Form Link's Dominokastcns bat und auch mir „LME!!! „Dkkkk'l Wrsehmi ist. An dcr, einen schmalen Skitc dss Ka1i€n€x lisgi _ziltll[lch am Boden eins mit Nitroglyckrin gcfiillte M?siingbiilic, ' die', untcn Lin kleinps Lock) bat und vorn mit cinsm gswbhnlicbcn Ziindbiitcbcn vcrskbcn ist. Die Patrone war Von [ojxm Pulber umgkben. Dcm Zündbiitcbkn gsgcnüber ist in Liner Holzsüi)run cm bölzerncr BolZen angebracht, dessen SpilZL mit eineniJiang Uchi'beii ist. De'r Boizmi stkbf mit zivei Gummischnürmi iii Vcrbindung»,_dic rechis und links von den Paironen an dem Holzkastcii bescfttgt sind und das Bestreben babkn, den Bolzén wie bsi xizisr "Arm- brust iwrzuscbnekklcn und mii dem Nagkl gknau das Zundbutckyßn zu Tréffen. Durch einen an der inncrcn Skike dcs Dcckc'ls befind- licbcn Ansaß Wurdk dsr Bolzen zurückgehalten und die Gummr- schnürc glsichzeiiig gespannt. Bcim Abnebmcn ch DECkLbZ _soUte ddr Bolzen frei wcrdcn und durch die Kraft dcr Schnüre aus das Zündhütckxn stoßen. Dicscs soUic das PUlVLr cntziindcn und dann
Tcßlaff. Dirigent: Freitag: Der Vogelhändler. Mara. OPEL“ in [ Act
Hummel. Text Von Axcl Steiner. Die schöne Helena.
Kapkllmeister ])r. Yiuck. -
Musik von J. LfM Vom Balletmeistcr Emil
irccjor Stcinmann. An- . Musottc. Ein
145. «Jorstallung. Vom land- Lustspiel in 1 Aufzug In Scc'ne gcscizt Vom Oer-
Sonnabsnd: Zum Benkfiz fiir *Öki'kil Sigmund
Restdenz-Thcatcr.Direction: Sigmund Lautcn- burg. Donnerstag: Zum 9. Male: Die Dr'agoner. Schwank in Z Actcn von Bossa und DklaViYc. Ju Scene geseizt Von Sigmund Laufenburg. *
Act bon Guy de Maupassant. Deutsch bon Emrich bon Bucowicz. seyt Von Sigmund Lautcnbarg. Anfang 7x Ubr.
Frsiiag und folg. Tagc: Dic Dragoner.
die Explosion des Sprengstoffs herbeiführen. _ Die Oeffnun der an den Reichskanzler elangten Maschine wurde dadurch ungefä ckck daß man xe in Wa, er geseßt „batte. Dadurch war einerseits dag' ulver na eworden, andererseits der Bolzen in seiner übrun so est eingequo en, daß er nicht vorschnellen konnte. Der prengitoff
ist dem chemischen Laboratorium übergeben worden.
Der'Minisier des Innern hat dem Vorstande de'r Kinderbeilstätte zu Salzun gen auf (Hrixnd Allexhöchster Ermächtigung unter dem 20. November die Erlaubmß erthetlt, zu einer ihm von der Herzoglick) sachsen-meiningischen Regierung gestatteten öffentlichenAusspielung yon Ge enständen der Kunst, des Kunstgewkrbcs und der Industrjx zum Weiten der Anstalt auch im ganzen prsußischen Staatsgkbicte Loose zu Vertreiben.
In der vergangenen Woche bat sich auch die Gruppe 17 „Holz-Jndustric" der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 constituirt. Vorsitzender der Grupye ist Commerzien-Ratb Albert § kaff, sichertretender Vorst endet crr Hermann Simon. Jn dcr cbr zahlreich besuchten 5 ersamm ung machte Commerzien-Rath Kühnemann Lingehendc „Mittheilungen übér das „Programm“ und die „Bestimmungen für Beschickung der Ausstcliung“ und wies u. a. darauf hin, daß die etwa erzielten „Ueberschüffc den Aussicliern nach Verhältnis; der gezahlten Plaßmietbé bis zur Hälfte dicser Zablung zarückerstattet wsrdén sollen. Der Rest dLs Ueberschufféö soll nach Beschluß des Gcsammtborstandc's in dir Hauptfach? zu gemiéinnüßigcn Zwecksn verwandt werden; doch hat der (Gcsamniworstand das Richi, eincn Tblii dieser Usberscbüssc noch dLll Ausstelldrn zuzufübrsn.
Zu gclcgcncr Zcit bringt die Verlagsßrma John Hsiirw Schwi'rin, Bcrlin, cin Werkckycn in den Vcrkebr, das de_n Titcl „Sklbst- anfertigung de's Christbaumsckymucks“ fiihrt. Das BW wird alien dcnen wiUkommcn skin, die an dar Hand VM bundertsn klar krsäutcrtcr Ori inal-Abbildungen mit (ianz gcrinzzsn Kosten d(én Cbristbaumscbmuck 1ch sclbst anit'rtigcn WOULN. Da (*in ähnlichcs praktisches Buch_ biöbec nicbt vorhandkn War mid dic: zur Darstellung gcbrachtcn, sclbsi Von Kindcrn leicht nacbzuarbsiiendcn Gcgcnständc durcb Néubeit und ichönc Wirkung sicb auszeichnen, io kann das zeitgcmäßc Werkchcn, ivslcbcs in iudcr Buchbaxidlmig fiir 75 „Z käuflick) ist, cxnpfoblkn wcrdcn.
Flenstrg, 29. Novcmbcr. GLstLrU Nachmittag sind „im biesigsn Haien zWCi Drittel déi? ganzen Yiolc und zuglkicb ?inc 4 w tisfc Straßcnstreckc Vcrsniiken. DLM „W.T.B.' zufolgi' wurd: dic Molinsénkimg verursacht durch den plötzlich ciiigetwtmien äußcrii niedrigen Wafféritmid, nachdem das [Syte starke Hochwaffsr das Bol!- werk llUté'kiL*ÜschLil_baitC. Die Scnkung Lrstreckt sich auf Siwa 12015 und bsträgt zur Hälfte bis 4 171 Tiéfc. _Auck) von dcr “Straßs sin) 5 ]» gLsunkcén. DLL" Verursacbic Schaden iit noch michi ZU *.":bsrsdiémi, da Zinc weitcrc Sknkmig befürchtet wird.
Wien, 28.NOVCTU[)L1*. Infolge demonstrativkr Kiiiidgkbimz'zmi ddr Hdwr ch Profcfforxi dcr Z).)iLdicin Schaum, wclrbsm dic Siudircxich dine übergroßß Strsngd bkidcm *!*ontamcén 1'iY01'0511m Vorwcrfkn, siiid, wie „W. T. B.“ Mkldkt, die Vorlssungcn diss gmiaiintcn Umi- Verfitätslebrérs' bis auf wciteres s istirt worden. HEUTE wiederbochii ctwa 500 Studirende diE Dknwnstrationcn untcr Zoblkn, Pikifkn iind Percatrnfen. Dsr Asfistknt S auta's mabnte vergeblick) bon Dkk! Ansichrkitungmi ab und tbciltc (blicßlici) mit, daf; die Vorl-kiniixxxx: sistirt seicii.
(FortftZMg dcs Jiichtaiiii1ichciiixi der Ersten Bdiiagcx.)
Freitag: Die eiserne Jungfrau.
Sonntag, Nachmittags-Vdrstcüung: Drei Paar "Schuhe. (Toni: Iran Joycfinc Dora.)
Tageskasse: Vormittags von ]0 bis 217.57. MM- kaffe Von 6x Uhr ab.
Concerte.
Philharmonie. Donnerstag, Anfang „“.; Uli: Concert bon Jos. Joachim und Eng. d'Albcrt.
sorbcr:
In Sccnc gc-
Htockbolm . , 743 ;WSW Haparanda . i 74? ;SW St. Petersbg. ; 748 MW Moskau. . . * 742 i
siiUiSckwcüc"
4ßhalb bed. «bedeckt LZbedeckt
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Cork, Queens-L Z
Town . . . ' 767 =WSW Cbkrbourg . k 759 FW Lelder. . . . ' 768 ?SW
ylt . . . . * 701 ZWNW mburg . . ;, 765 FW winemünde ', ZWSW Neufabrwafferi ZWSW Memel . . . (__zW
H.-
! 4Zwolkiq 4xDunst 52bedeckt 4§Dunst1) Zibcdeck't 5ibcd€ck17) 5zRegen3) (ZZNcgEnJ
SSW SW .SW “W München . . * SW Chemniß . . * ["' Berlin . . . 1 ' ; Wien . . . . ;
4... . ?Zbedeckt FZZRegen 3 bedeckt ]?bedeck15) 44wolkig Zébedscki 4xbedeck15) 55b8dcck1 4xbedeckt
Breslau. . .! Jled'Aix..- Triest....l
?_ SW
Iiiwblkenios ; ftiUZwolkenlos -
._- _.... i | LEO: („"IT-""WxZ-dQ-OO'O'QOQ *IOOODOOW OIL."
1) Dunst. 2) Nachfs ngmi, böig. 3) Liöig. 4) Nachts Regkn. 5), Gestern Schnek und Regsn. B Gestsrn Schnse und Regen. .
Uebersicht der Witterung.
Cin tisfes Minimum untér 740 mm, iüdostwärts fvrtschrsitend, likai am Bottnischc'n Busen, während nördlich bon Schottland einc neue Depression €:“- schienen ist; am höchsten, über 775 wm, ist dsr Luftdruck übst der Alpengegend.„ Im deutschen Küstsngebiet websn stark?, im deuticben Binnenlande meist mäßige westliche Winds. Ju Csniral-Europa, Westtußland, sowie im größtezi Theile Von Oestx'r- reich-Ungarn ist es erheblich warmer gkworden, 10- daß die FW renze weit ostwärts zurückgedrängt ist. In eut chland ist daß Wetter warm _und trübe, aÜentbalben ist Re en geiaklen; an der_ Küste lie ! die Temperatur 4-Y is 9, in Mitteldeutickyland 4 is 8, in Süddeutschland ] bis ZZ Grad über dem
Mitteiwerthe. Deutsche Seewartk. _
Theater - Anzeigen.
Kömgltrhe Zchausmele. Donnerstag: Opern- baus. 2-30.Boritel1ung. Baja'xi (l'acllu-j . Ober 'm 2 Acten und einem Prolog. Mu k und Dichtung von R. Leoncavalio, deutsch pon Ludwig Hartmann. In Scerie gk-
chisidur Max Grubx. - Eingeschlossen. Lustspikl "
in ] Aufzug von Karl Niemann. In Scene gesetzt yorn Obsr-Negiffsur Max Grube. - Militär- fromm. Gsiirebild in 1 Aufzug Von Gustav Von Moskr und Tilo bon Trotba. In SOME aesstzi vom Ober-Regiffenr Max GkUbL. Anfang 7 Ubi.
Freitag: Opernhaus. K'cinc Vorstellung.
4. Swnpbonie-Abknd dcr Königlichkn Kapeilc. Dixcction: Herr ])L', Karl Mack, Kgl.Kachmcistcr. Arisang 7-Z Uhr.
Schanspielbaus. 146. Vorsteüung. Das Buch Hiob. Schauspiei in 1 Aufzug nach H. Hölty von L. Adlsr. In Scene gesetzt Vom Ober-Regiffcur Max Grnbe. - Hanneke. Tranmstück in 2 Theilen Don Gi'rbart Hauptmann. Musik Von Ykax Mar- fchalk. Zn Scene (icséßt vom Obrr-chiiscnr Max Grnbx. Anfang 7 Uhr.
Deutsches Theater. Donncréiag: Goethe- Cnclus. 8.Abend. Faust's Tod. Anfang 7 Uhr.
Freitag: Kain. - Die Mitschuldigcn.
Sonnabknd: Der Talisman.
Sonntag: Der Weg zum Herzen.
Die Tageskaffe ist von'10-1 Ubr geöffnxt.
Verlinkt Theater. Donnerstag: König
Richard 11]. (Ludwig Barnay.) Abends 7 Uhr. Freitag: 14. Abonnementd : Vorstellung. Dcr Veilchenfresscr. Sonnabcnd: Jenseits von Gut und Böse.
CeMng-leealer. Donncrxztag: Der Andere. (Friedrich Mitterwurzer, als Gast.) Anfang 7 Uhr. Freitag: Der Andere. (Friedrich Mitterwnrzcr,
als Gast.)
Sonnabend: 1. Duse-Abend. [„a Signora ([alle eamolie. (Einmaliae Aufführung.)
Sonntag: Zum ]. Male: Mein neuer Hut. - Das Spiel mit dem Feuer. _ Nach dem Balle. _ Ein schlimmer Handel. (In allen 4 Stücken Frikdrick) Mitterwurzer als Gast.)
Für die criten sieben Duik-Abende finst der Vor- rc'rk-aui täglich an der Vormittagsfaffs statt.
Ftiedrirh - Wilhelmßädtisrhes Theater. (Chausseestraße 25. Donnerstag: Der Vogelhändler. Operette in 3 Aufzügen nach einer Idee des Bieville von M. West und L.Hkld. Musik von Carl Zeller. Regie: Herr Unger. Dirigent: Herr Kapellmeister Feder- mann. Anfang 7 Uhr.
MLUOI Theater (am Schiffbauerdamm4Q/5).
Donncrstag: 63. Ensemble-Gastspici des Residsnz- Tbeaters. Direction: Sigmund Lautenbitrg. Zum 83. Male: Jugend. Ein Liebesdrama M 3 Actcn von Max Halbe. Zn SOME gkscßt von Sigmund Laufenburg. Anfang 77§ Uhr.
Frcitag und folg. Tage: Jugend.
Uiciorm-Theatcr. Belle „ Allianceitraßc 7/8.
Donnerstag, mit Voliständig neuer Ausstattung an Decorationen, Costumw und Requiüten: „Zum 32. Male: Die sieben Raben. Romantisches Jaubermärcben mit Gesang und großem Ballot.
niang 73; Uhr.
Ycitag: Die sieben Raben. „ ,
onnabend, Nachmittags ZZ Uhr: Kinder ; Vor-
stellung. Auf allgemßines Verlangen: Syecwttickjen und die sieben Ziverge. Romant1sch-komisches Kindermärchen in 9 Bildern.
ClMltkt-ÜUUS, Leipzigc'rstraßc 48. Doxrncrsxnx : Karl Mcydcr = Concert. Gcsellschafts-Abcnd. Anfang 7 Uhr.
Circus Menz (Carlstraßc).“Donnerstag, 53ii»«:-.rs 74“ Uhr: (it'umle Soirée equestre. Bk- soxidcrs bcrborzubebmi: „Blondkl“, neu dressiri Un: borgdfükstt vom Dirkcror Fr. chz. Yionstri Tableau von 00 Hengstcn, nen drkssirt und Wrgcfübrx Wm Dirkctor F1". Renz. Dic Sprin picrde „Pac- tbknia“ und ,Paria", gkrittcn Von Yréiul. Occmm Nknz und Frau chz-Siarkß. Gräniicx (Zi1mirj1]:- (10 ]» ]]QUTG Mniiai-Wm. Die Post mit ]ÜPferdcn, iierittsn bon Hcrrn (Gustav. Mr. Leo Renz, bcstcr JockLyrciier der Gkgknwart. Auftrctcn d-xr Riis- kiinstlsrikmcn Mßi Edits) und Rosc 2c.
Zum Schluß der Vorstsllung: Huldigungsgruß an Berlin. Großcs aradcschaustück mit Fcstspielmi, Aufzügen, Solo- und ,nsembletänzkn you 30 DAMM- arrangirt Vom Dircctor Franz Renz.
Gewöhnliche Preise.
W“ Bcdéutend ermäßigic Preisc. A
Theater Unter den Linden.. Donnerstag: Gastspiel von Ilka von Palma:). Zum 3. Male: Der Mikado. Operette in 2 Actsn Von V. S. Gilbcrt. Musik (Nanki Pooh: Ilka von
sfudirt : bon Artbtr SUUiVan.
Yalmay.) Hierauf: Picrro - Gavotte. Gram] paß (10 (JSUI, getanzt Von
ibertissement.
Billet-Vowerkauf anNde'r Circaskaffs i!?!D b-xikkc Jnvalidendank, Yiarkgraicnstraße 51:1. Freitag: Groß? Vorstellung.
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Familien-Nackxrichten.
V c rl () b t: Gräfin Frcda-Maric zu DoHna-Siblodikx': it Hrn. Wilhklm Grafen von Rotbrnbuxxi
Neu ein- Burleskc
Ballét-
.) . . . ) . 1 der imma LUUSUUQ S ra. (Um und dLm].1“1m0 ( cblodien). __ Frl- Elisabeth Schweißsr 11111
Z:).USkikW Sgr. Poagios? . Yeitag: Der Mikado. onnta : Nachmittags halben Ka anpreisen.
-- BaUet.
Adolph Ernst-Theatcr. Donnerstag: Zum 73. Male: Charley's Tante. Schwank in 3 Acten
Thomas. -- Hierauf: Die Bajaz i. . „ „ Yawdistisckpe PoLe mit Gesang in 1 Act von (Fd. baust'" (RWWA bel RÜWLW)“
von Brandon
acob on ind 5 enno Jacobson.
von dolph Ernst.
Central-Theater. Direction: Richard Schubs. Alte Iacobstraße Nr. 30. Z. 22. Male: Die eiserne
frau. UPoffe mit Gesang in 3 Acten von 8. Musik Von Louis Barney.
Donnerstag :
Clairvi ?ck Uhr.
Anfang U Uhr.
3 Uhr: Vorstellung zu Die Gondoliere. OPCWÜC in2ActenVon V. S. Gilbkrt. Musik von A. Sulichin.
Anfang 7ck Ubr. Frcitag: Charley's Tante. Die Bajazzi.
Herrn StabSarzt Ullrick) (Beuthen O.-S.)- _ Geborcn: (Ein Sohn: (Hrn. Melioratw'ns- Bauinspektor Hennings (Brcykau). - EML" Tochteér: Hrn. Wirkl._Gcb. Rail) und Obcr- Hofmarschail Oskar Graien Von Wkdcl (Weimar)- Gestorben: Hr. Rittergutsbkfixzer Hermann VM Schlemmer (Keimqulen). - „Jr. Ma'or a. „D' Oskar Tile von K'alm (Blankcnbuxgi. -- *M- auvtmann a. D. Georg von Kouimerfiacdk Zscheckwiiz). - r. Pastor Om. Wilbsim Har!-
_-
Jn Scene geseyt chactcur: ])r. H. Klee, Director.
Beriin: Vsrlag der Expedition (Scholz)-
Druck der Norddeutschen Bu_ druckerei und Vcrclagss Anstalt, Berlin ZW., Wi belmstraße Nr. 3.)-
Sechs Beilagen (einschließlich Börsen-Veilage).
ung- «Harles Anfang
Erste Beilage
zum Mutschen Reickxs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeigcr.
Deutscher Reichstag. 7. Zißung vom Dienstag, 28. Novcmbcr, ] Uhr.
Der Sißimg wohncn bei dcr Reichskaiizlcr Graf von Caprivi, dic Staatssecretäre [)x. von Boettichcr, Hollmann und ])1*. Graf von Posadowsky, sowie der Königlich preußische Finanz-Minister ])1'. Miquel imd der Königlich preußischc Kriegs : Minister Bronsart von Schellcndokf.
Die erste Berathung dc-Z RcichHl)iiu§halts:-Etai§ fiir 1894/95 wird fortgescHt.
Königlich preußisckier Bcvollmächiigtcr ziim Vimdcsrath, Finanz-Ministcr ])1“. Miau el:
Meine HMM! Wik Vorauszusebcn war, bat die Gencraldcbaite zun: Etat auck) schon zu cingcbendsn Bktrachtungcn Über die Deckurig de'." Kosten der Miliiäworlagd, und die zu diesem Bebufc sLitLUs dsr vcrbündstcn Regierungcn Vorgeschlagcxnkn Steuern gefübrt. Ich Halte es für richtig meiantheils, so viel als möglich an dc'n eigknkn B8- schluß dcs Rsicbstags mich zn baltkn und auf die Details der Stcucr- Vorlagk gagenwärtig noch nicht einzugehen. Nur Halie ici) ailcrdinch cs schon in dsr gegenwärtigßn Lage für nützlich, einigc allgsmc'inc Bc»- trachtungcn dcn verehrten Herren Vorzutragen, um klar zn mackycn, aus wclcbcn Erwägungcn dis berbündetsn Regierungkn als chkungsmiitA dic vorlicgcndcn Sicucrborlagcn Jhncn Vorschlagen.
Meinc Herren, es war ja Vorauszuskbén, daß die Dcckung der AnSgabsn, um die (5 sich Hier Handelt, Von Sinkt Scite PM Vorne- bcrein auf eins directs Bßstcncrung seiicns ch Rcickxz VLrWiksLn würde. Diess Frage babs ich selbst als Abgeordneter bsreits im Jabrc 1887 gchnübcr d(xm damaligsn Antragc dsr frcisintiigkn Partei wegs" Einfübrung einer progrkssivkn Einkonimrnstmicr bsbandsit, und- icb bin damals schon gkjlaU zn dsnsclbkn Conclufioncn ngommM, dic ici) namcns dcr Vcrbündktkn Regierungen Jbiikn bier borzutragsn cht mir gcstaticn erdE.
Msinc Hirten, ick) [affe dic Frage an:“; dcm Spiel, ob das Reick) formsll r8chiiich bciugi ist, directe StMLU], immlntiich Ein- kommenstCULrn, zu criwben. Ick) pcrsönlici) -- das ist aber nur Lim: vsrsöiilicbc Ansicht VM mir bin dcr Méimmg, daß Lin staats- r€chtlicbcs Hindernis; in dicsdr Hi11ficht michi vorbandcn ist; abcr Vb siiiatsr€chtlichss Hindernifz Odc'r nicht, die: Bcstcncrung Deutsc!)- iands skitcns dcs Rckicbs in Form einer Einkommcnstkiwr ist gcgcn- wärtig iiach Mdincr Mcinmig unzulässig und unausfiibrbar. SEHEN Sid auf di? Lage des diwcicn Steuersystkms in dcn WriclÜedcnen Vinidcsiändcrn, so smdsn SiS, daß gcgcnwärtig allerdings dic Mcbr: kiki? der Buudksstaaicn dirkctc Stcuern in Form der Cinkommensteusr crbcbt, das; aber cim Raiba andcrér Bundcsstaatcn Einkommen- stsucr Übcrbaiipt nicbi kcimf, mid darnntlr find icbr bcdcutcndL größcrc Buridcsstaatcii, in de'ncn das ganzc directe: Stcuer- sbstcm auf dcm Priitcip dsr Realsteucrn basiri. Foiglicb gicbt 05 doch niir zWCi Wkgc: Eniwcdcr muß cine sdlcbc'. dirccfc Rcichßbcstcußrung aufirckicn in Form der Ziiscblägc zn dcn Sikaern dex Cinzsi'siaatén, *- das ist aiisgkschloffcn in dcnjcnigcn VUndcsstaaicn, in VMM eins dirc'cic Besteuerung überhaupt in dsr Form dcr Einkommcnstcucr, dcr unmiitclbar-m PrOCCntUalcn Hebung Wu dcm Eiitkomnisn nicbt Oxistirt. Si? würdén also Vorbei: dicse Staatcn zwingcn miisicn, ivmm sic in Form won Zuschlägsn dic dircctc SWM]: ethbcn ivollcn, auch ihrcrssits zu diesem Webufc ihr gcsammtks dircctc's Stmrcrsystem umzngestalicnz Sic würdién bcispiels- wcisc den Staat Baycrn, aucb Wiirtiembcrg und Meckkcnbiirg und ClUdCL'L dCittschc Staaken zwingen müffe'n, lcdigkicb wcgen dcr Hsrstcllnng dcr Möglicbkkit dsr Durchführung einer Reichs-Ein- kommcnstcucr das ganze bdstdbcnde dirkctc Sti'ncrsvstcm in dikskn Siaatsn mnzugsstalicn. Das wäre doch schbn ein (Eingriff in das innkrc Wéscn dcr Einzclstaatkn, w.:lchcc fick) mit dcr Gksammi- stellung der (Einzelstaaten ziim Rcicb, mit de'm Inhalt dsr Rcich§bcrfaffung, mit dkm födkratibsn Stadtssystcm in Deutschland kaum bertrügs. Mcinc .Herren, Wollen Sie aber in deé'UigM Staaten, in wclciycn Einkommcnstsuern bestehen, die Rkick)s-Einko:nmcnstciwr in Form bon Zuschlägcn Crbcbcn, so werden Sic auch da auf ab- sointc Unmöglichkeitkn stoßen, wenn nicht vorbcr aiich [)ikr diL wcr- ichicdcnen Einkwnmensicucrsysteme gänzlich umgestaltet iind. Dcnn dic: in dcn bersclyiedcnkii dcniscben Ländc'rnbcstcbendkn Einkommcnsteucr- formen smd innerlich Voilständig Vérscbicdcn, sowohl in Bezug auf die unter? Grcnzck der kareiungen, als auch die “Stufen, als aiich die Erlaickytkrungcn auf GrUnd dsr Persönlichcn Vél- bältnisse, alZ auch die Maximal- iind Minimalsäxzs. Sic wiird-Zn also hicr den Zwang sich, eine vollständigc Unigdstaltnng ddr directen Stkusrn in den Einzclstaaien herbeizuführen.
Nun, msinc Hcrrcn, noch unmöglicher aber ist, von dem Zuschlag: system-abzusckwn und nebkn den bestebendcn Einkommcnstcusrn dcr Einzelstaaten eine Reichs - Einkommknstéukr cinzuführen. WSL? soll diese“. Reicbs-Einkommensteucr Veranlagén? Wolien Sic denselben Bkbördcn, die in dan (Einzelstaatcn das Einkommen abschätzen fiir die Einzelstaatsbcsteuerung, nun auch bis Abschätzung dcs Einkommens behufs der Reickysbkstkukrung überlassen, odc'r Wollcn Sie dazu über- gchcn, bksondch Organe des Reichs einzusetzxn, wc'lche » das wäre doch das Einzig Ralionelie in solchsm Falxe » einc bcsondcre selbständig? Veranlagung der ReiÖS-Einkmnmcnstcucr durcb- iübrten? WEnn Sie das Reich mit solchen Organen ausstatten woiidn, wslcbe] so tief in dia ganze Icrwaliung und Verfassung der Einzelstaaten eingreifen, eine ganze Behördenorganisation zu diesem Zwecke hersteüen, .nicht bloß die ersten Veranlagungsorgane, sondern die Berufungsorgane, die Be- schWereorgane einführen, - was bleibt dann überhaupt noch von der Selbständigkeit der Einzelstaaten übrig? Meine Herren, die Einzel- staaten, darüber kann doch kein Ziveifel sein, haben nach der Reichs- verfassung ihrc besonderen staatlichen Aufgaben behalten; Justiz und Verivaltu1tg,*Schiiie Und Kirche, LandeSmeliorationen u. s.w. ist Sache der Einzelstaaten geblicben. Welche Cinnabmoquellen smd nun den Einzelstaaien bisher gelassen, um diese Aufgaben zu erfüllen? Das NSU) bat die indirecten Steuern und Verbrauchsabgaben den Einzel-
Verlin, Mittwoch, den 29. November
fiaatcn genommen, die directen Steuern find ibnen geblieben. Soll das Reich auch noch dicse Queich aufsaugen, was bleibi dann schließ- lick) Uvck) an Eixiiiabniequche'n fiir dic Einzelstaatkn übrig, um ihre Vcriassnngömäßigcn imd (Kuliuranfgabcm zii erfüllkxi? (Schr richtig! Weiss.) «Hier, meind .Herren, sind wir an der Grenze des deutschen Föderalismus. Welche Conscquenzcn das babsn würds, wenn Sie in der Weise in dic: ganze innere Existenz der Einzelstaaten eingreifen, wie das gsstern bist Herr Bsbcl Vorgcschlagen Hat, das braucbc ich ancn garnicbi wkiier ausdinandcr zn sey,.«n, meine Hsrrcn, ich bin in dieser Beziehung Ihrer ZUstimmung sicher.
Nun sagt man: unter allen Umständen ist es dock) billigkr Und gewebter und namentlich wmigcr beschwerlich fiir die Mittelklasscn, das; diEsL AuLgaben, die uns hier vorlicgen, gedcckt werden nicht durch iiidirccte Sicusrn, sondcrn durcb directc Steuern, durch diE Einkommsnstmwr. Meine Herren, wsr zahlt denn vor ailem dick Einkommknsteuer? Gewiß aUck) dic rcicbmi Klasst'n, und wir babcn in Preußen dafür gesorgt, das; fiC in einer ganz anderkn Weise bekan- gczogxn werden, wie das frübcr ddr Fall war. ( Scbr richtig! rccbts; Widcrspruck) links.) --- Abkr, meine Herren, 97 0/0 aller STEUer- pflichiigdn in Prsnszen, wxlchc zur Einkommensteuer dcranlagt sind, licgen zwischen 900 bis 8500 „is. Einkomnikn (Hört, börtk); won Liner migsbcuren Zak)! dir Rcicbsn, auf die man gerne alles wälzen möchte, ist cbcn vor dLmRicbicrstubl der Zablmi [Eider nicht die dec. (Schr richtig! rccbts.) 97 0/0 alier Steuerpflichtigen gehören bikrnach zu dcn Mittelklassén. Das Schwergewicht dür dirccien Steuern würde also auf diks? Mittelklasssn faÜLn. Nun sage ich, kinc Zivaiigs- ftcucr, wie sik jkdc directe Steakr ist, die' jédcr zahlen muß bon dcm Cinkmnmsn, das er bat - ist sie nicht in vieien Féillcn drückkndcr als cinc indirccic Stciicr, die sich lediglich Hält an Ein Génnßobjc'ct, von wccklchcm man Gebrauch machen kann oder nicbi Gsbrcmch macbc'n kann? Würm cin Familienbatcr mit einkr großén Kindcrzabl iiicht raucht, aber doch stCULM maß, trifft ihn das nicht bisl bärtcr, als ivcnn cin iimgcr Mknsck) statt fünf, vier Cigarren in Zukunft WUÖLU würde? Es ist nickyt richtig, mcinc Herren, zu bc- banptcn, das; die (Hösmnmtbkit dsr Minderbcgiitcrten schärfer untcr alikn Umständcn berangczogcn würde durch dic indircctsn Stsucm als durch die dixccten Steuern. Es wird diss Von den Umständen abbéingkn Und Von dc'r Ari dcr Sisucrn, Um wslcbc es sich Handelt.
Dcr.WLin, mcine Hcrrsii, ist in dem größtcn Theile von Déutscb- [and, man kann Viöllcicht sQZM, in OWL" FÜUÜSÜL von Deutsc!)- [and, Lin Gliiiißartikél der wbblbabkndc'n Klassen. Dnrck) soins Heran- ziebmig wird dcr Consum dcr minder chittchn verhältnisimäßig WEUigck beiryffcn, als diirch cine schärfch Heranzisbimg der Ein- kommcnstéucr.
Mcinß *Hcrrkn, wcnn wir so angc'wiéskn sind auf das Gkbict dcr indirectsn Steuern, wcnn wir uns sagen mußten, dai; ivenigstcnö in dcr gcgmiwärtigén Lage [wn allkr Vorlich und Abneigung bon dircctcr Bestsucrung abgsscbcn wsrdcn muß, das; praktisch die" Hilft: dier dirc-xcten Bcsicucrung nicht gangbar ist, schdn wcil dafiir nic einc Majorität im Bundcsratk) zu erziklsn gcwcfcn wärs, wcnn wir die iimkren Gründe, die aus dcr Gesammtconstrmtion dcs deutscbén Staatswesens bcworgdbcn, anerkennen mußtcn, wcnn wir also bon bvrnbsrcin gewiesen waren aus" djs Gcbict dcr indirsctkn BLstLilLrUng; dann ÖLHUUPW ich, meine Hkrrcn, es wird ancn schwcr fallcn, cine indircctc Stoner zu finden, welchc sorgfältiger das Wort ch Herrn Reichskanzlers wahrmacbi'n könntcx und wabriiiachn soÜte, mögiiclsi wcnig dic Unbcmittcltkn .idlaffmi, dic schwächstcn Schulnrn bcran- zuzisbcn. (Zuruf.,d Mixins Herren, cbkn wird mir zugLrufcn: „DiE Bikrstcuer!“ Ja, mcinc .Herren, dic Haltung dss Reichstags hat doch in dsr worigcn Session deutlich genug zu erkennen gcgebcn, das; einc Mcbrbcit für did Bicrsteucr übsrbaupi nicht vorhanden wax, Und ich glaube, der Herr Ncichskanzlér, indem Cr die's crnstatiric, bat nichts weitcr gethan, als fkstgestellt, daß nach dcr Stimmmig dcr Mkbrbcit des Reichs- tags dieser Weg nicht gangbar war. Wenn der Branntwkin schon mit 200 0/0 skines Woribs besteucrt, das Bier in eincm Cthkblifhé'n Theile Deutschlands scharf bcsteuc'rt wird, vergeblich bisbcr der Ver- such gemacht ist, das Bier in dcr norddeutsckysn Braugcmeinscbaft schärfer bkranzuzikbcn, ja, meine HEUER, dann [ikgt doch der Ge- danke sehr nahd, nun auch den Wein nicht ganz frei zu lassen, der dock) einen Consumartikcl dsr woblbabdndkrkn Klassen darstelit. Msinc Hkrren, dc'r Wein ist bcsonders Privilegirt wordcn in Deutschland. Wir habsn den 3011 nikbrfack) berabgescßt, wir haben den Com- munen im größten Theile Deutschlands dic Besteuerung des WLins vcrboten; wir babs" „bon Rcicbßwegcn bisher den Wein überbaupt nicbt bestsnert - um so näher lag .cs, diesc Fragk: dem Reichstag vorzulsgcn. Es macht sich ja allgemein die Stimmung im Reichstag gclicnd, daß man Objccte ['i-steuern sollte, die Vorzugsweise den Génuß dsr wvblhabendercn Klaffcn darstellen.
Meine Herren, eine andere Frage ist auch in Erwägunx) ge- kommen und wird bikr vielleicht noch mehrfach berübrt werden: die Frage der Einführung einer Wehrsteusr. Gewiß, meine Herren, auf den ersten Blick muß man sagen: Diese Stcuer Hat ein sebr sympathischés Gesicht. Es ist ein natürliches Gefühl, daß man sagt: Wenn der Eine dienen muß, Zsit, Gesundheit, sten dem Staat prcißgeben muß, so ist es wenigstens gerecht„ daß diejenigen, die auf Grund kleiner Fehler vieUeicht von dieser Dienstpflicht befreit werden, dafür dem Staat eins Entschädigung in Geld geben. Diesc Erwägungen Haben ja auch in Frankreich, in Italien, in der Schweiz zu dieser Steuer geführt. Nun, ich bin dieser Frage sehr genau nachgegangen. Was auf dcn ersten Blick richtig und ausführbar erscheint, bei genauerer Erwägung muß man vor der Schwierigkeit und vor den Bedenken stehen blcibcn. . Leichter find diese Dinge in Volksversammlungen zu behandeln, als in dcr Commission des Reichstags. Wir habén eine besondere Vorlage gehabt, und nach meiner Meinung berubt diefe, ich glaube im Jahre 1888 vorgelegte Vorlage auf den richtigen Grundsäyenx Sie ging davon aus, eine Kovffteuer zu erheben für jeden Besteiien, und zwar Von 4 „46 Man sagte dann aber weiter: Diese Kopfsteuer kann nicht allein bleiben, fie muß ergänzt werden
1893.“
nach dM Mittkln, die der betreffkndc Wehrpflichtige cntiveder selbst
3141: Disposition “Hat oder über die dcmnächst noch seine
(Flicrn bxrfüzcn kbimcn. Man stkiifL also ncbcn diese Kopfsteuer
cincn ZilickÜäg zur Eiiikommenstciwr, bcmcisen nach der «Hälfte des
Vermögens der Eltern. Nun, meine Herren, bicr kommen wir gsnau
wieder auf dieselbe Frage, die ick) Ihnen vorher Vorgelegt habe in
Bezug auf die Einkoininknsteuer. Es würden diejenigen Staaten, welche
keins Einkomtmnsteuer Haben, lediglich wegen diescr Wehrsteuer, was noch
irrationelisr wäre, als wegen Durchfübrung eincr Reichs-
steucr, Liné bewiiderc Einkommensteuer béranlagen müssen mit UULM dsm kolossalen Apparat, der damit verbunden ist. Wic würde sich nun, wcnn das geschcben wärC, die Sache in der
Praxis stelien? Wir wollen doch Volle Gerschtigkeit babM. Die Eltsrn sollten 30/0 Von der Hälfte ihres Einkommens gdben. Das wäre an sich schon wieder einc Art Kopfstsuer, Weil sie gar nicht unterschied nach der bcrschiedenen Höhe des Vermögens der betrkffenden Eltern. Aber wic Ucrschieden ist nun dis Lage der Eltern! Eltern, bon dcncn vislleicbt kin Sohn tbatsächlich dient und der andere frei- komnit, find dock) in einer ganz andcrcn Lage wie Eltern, deren einziger Sohn frsigckommen ist, oder wis Eltern, Von dsnensogar mehrere Söhne freigckommen smd. DiE crsisn babsn in der ngkl dcm dienendsn Sohne noch zuzuschießen, fie: müssen ihn unterstüxzen, auch während ssincr Dienstzkit, die andersn werden daVon nicht be- troffen. Aber, noch w.:iter! Worauf beruht denn die ganzs Steuer?
Auf dcr Vorausséßung, daß dsr frkigskommene Webr- Pflichiige im großen und ganzkn noch wchrpflichtig ist. Man dcnki sicb: ddr Mann ist Wegen kleinar Fehler freigekommcn, cr paßt nicbt für die Armee, im übrigen ist er abkr vbliig arbciisfähig. Jetzt dcnken Sie sich einmal die Scala durch der VOÜLU Arbeitsfähigkeit Und ali der vcrscbiedencn Grads dcr vcrmindcrtcn Arbéitsfähigkcit: (Zinsn Hinkcxnden, wer nicht recht reden kann, wxr cin mangelbaftss Gesicht bat, den können Sie dock) ksineschs mii cinem Vcrglkickyen, der bloß Plattiüße hat. Wenn Sic «[so in allkn Fälicn gleiche Steuern LTHLÖM, fo begeben Sie die größic Ungcrcckptigkcit. Das fühlt man in einem Einheitsstaat, wo dic Hindcrnissc , die wir in einem Föderativstaat haben, nicht in dem Maße empfunden wcrden, fcb): Wohl. Alle unsere Erkundigimgsn Haben dahin gefübri, daß man auch dort die Wehr- stcukr als Ein mangclbaftes Institut betrachtet, was namentlich in diiscn Ländkrn cingcführt worddn ist, um desu Widerstand gegen die all- ngSiUC strpflici)t, wie: cr sich in dEr Ersten Zeit bsi dcr Einfüh- rung aussprach, möglichst zu Vérmindern. Also, msine Herren, ich glaubé, auch von der sogenannten chrsteuer, wenn Sie der Sach näbcr nachgchcn, Werden Sie abzusehen gezwungen sein. Es b[cibt immer nichts wsitsr iibrig als die Deckung der AuSgabcn in der Vor- gcscblagcncn Wcisc,dcr Auögaben' dcr Gesammtbcit, die beschlossen smd, um die Siebkerbkii, Unabhängigkeit und Ebrc Dkutscblands zu ver- bürgcn, dic als naturgémäß nicht auf die einzelnen Staaten abgewälzt wsrdcn können. Um diese Kostsn zu decken, bleibt für uns in der gcgcnwärtigsn Lagcgcgenübcr dcr Construction unserss deutschen Staats- wcscns nichts Andkres übrig, als die Deckung durcb indirecte Steuern. (Hört, hört! bci dcn Socialdemokraten.) Za! Hört, hört! Nun, ich werde abwartcn, wclch praktischen Weg zu einem anderkn Ziel zu* fommcn, dic Hcrrcii mir zeigen werden. Miau hat auch Von der Erbschaftssteuer gesprochsn. Ich Habe versucht, in Preußen ein, ich möchtc sagcn: klsines Zipf€lchcn eincr Erbschastssteuer einzuführen, wcscntlich ziim chck dcr Controle, dsr richtigsn Veranlagung der Einkommenstcucr. Ick wollte nur ZM) Von den Dcscendentcn, Ascsndenten und Ehegatten nehmen, und Was Joschab? Ein fast cinstimmiger Widsrstand trat dieskr ?)icgisrunJSVOrlage entgegen, so das; ich mich scbr bald überzeugte: mit der Erbschaftsstem'r ist nicht dnrcbzukommkn.
Mcinc Hkrrcn, was war nun dcr Hauptgrund? Vor allen Dingen das mehr oder wsnigcr beiWßtc odcr unbewußte Gciühl, daß das Eigentbnm in Dcutscbland, dic Nachlaffenschaft, noch nicht ein individucller Besiß dcs einzelnen Inhabers, dcs Erblassers, sei, daß einc Bcerbung in dcmSinnc dcs Römischcn Rechts eigentlich gar nicht stattfindc', we'nn der Sohn dem Vater substituirt Werde, das; er nur die' Disposition über dasbskommc, aiif was er schonborber eincn “naiürlichsn, ans dsr Réchtsgkschichtc Dsutschlands hervor- gebendkn Anspriici) Hat. Dissen Vorfall nun zu bcstcucrn, ibn in einer äbniichkn Art zu bssteucrn, als wenn es sick) um (Entfernt-Verwandte handelt, das stick; auf das Widérsircbcn - ich kann sagcn »- fastdcs gcsammtcn Abgeordnstcnbauses.
Aber das war nicht der einzigc Grund, sondern es kam ein andcrkr dazu, dcr nacb mcincr Meinung allerdings gegen die damaLige Voriagc nicht mit vollem Recbt geltend gemacht werden konnte", wohl absr gcgcn die spätkren Versuche, die Erbschaftssteuer an die Stelle der jsyt einzufübrcnden preußischen Vermögenssteuer zu saßen, mit Recht geltend gemacht werden konnte. Der Grund bestand in Folgew dem: Wenn die Erbschaftssteuer hoch ist, wenn sie Descendenten, Ascendcnien und Ehegatten trifft, und um eine solche Steuer könnte es sich bci dcr Reichsbcstcuerung nur handeln, da die Erbschaftssteuer bezüglich dsr SkiienVLrwandten bsrcits in allen dcutscbcn Staaten be- steht - ick) sagc, ivcnn diese Steuer bock) ist, so ist fie nach den deutschen Verhältnissen eine der drückendsten Steuern, die ich „kenne. (Sehr richtig! rechts.) Das ist ein scharfes Wort, das ich ausspreäze, ' und ich bin überzeugt, es könnte demnächst wieder einmal gégen mich gebraucht werden; nichtsdestoweuiger spreche ich es mit vollem Be- wußtsein cms.
Meine Herren, die Erbschaftssteuer beruht auf dem GM_ gedanken, daß die Lage des Erben besser wird, wenn er die Erbscßa'fxz antritt, daß seine materiellen Verhältnisse sicb günstiger gestalten,. das ihm ein Vkrmögen, ein Gewinn in den Schooß fällt, auf"“!vekW . ' nicht gerechnet hat oder keinen Anspruch bat. Nun bebauptk ck in mindestens 80% “ ich glaube, ich würde .nicbt zu M.;; wenn ich sage: 900/0- aUerW'rbfälle in Deutschl'änd-wkcd W der Kinder schlechter, wenn sie die Eltern verlieren. (W“ _! rechts.) Die Summe der Fälle, wo die Kinder lediglU-M'