1913 / 244 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 15 Oct 1913 18:00:01 GMT) scan diff

Bekanntmachung. .

GcMäß § 46 des Kommunalabgabegeseßes vom 14. Juli 1893 (GS. S. 153) wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das im Jahre 1913 kommunalabgabepflichtige Reinein- kommen aus dem Betriebe der Brohltal-Eisenbahn- gesellschaft im Jahre 1912 auf 18500 «15 festgestellt worden ist.

Cöln, den 13. Oktober 1913.

Der Königliche Eisenbahnkommiffar. R i es en.

Die von heute ab zur AUSgabe gelangende Nummer 42 der Preußischen Geseßsammlung enthält unter

Nr. 11317 die Verordnung, betreffend den Ausbau der Unterweser durch Bremen, vom 29. Juli 1913.

Berlin 17. 9, den 14. Oktober 1913.

Königliches GeseßsammlungSamt. K rüer.

Angekommen:

Seine Exzellsnz der Staatsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten von Breitenbach von Dienstreisen.

Yiehtamtliches.

Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 15. Ok ober 1913.

Die vereinigten Ausschüsse des Bundesrats fiir Zul]- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr hielten heute eine SiHUW.

Der Kaiserlich russische Botschafter Svcrbésem ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Botschaft wieder übernommen.

Trier, 15. Oktober. Seine Majestät der. Kaiser und König begab sick) gestern nachmittag von Trier nach Lieser zum Besuck) des Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Freiherrn von Schorlemer. Henle morgen reiste Seine Majestät Über Daun nack) Gerolstein ab.

Sachsen.

Seine Kaiserliche Hoheit der Großfürst Kyrill Wladimirowitsch von Rußland, der in Vertretimg Seiner Majestät des Kaisers von Rußland cm dsr Einweihung des Völkerschlachtdenkmals sowie der russischen Gedächtniskirche in Leipzig teilnehmen wird, traf, wie „W. T. B.“ msldrt, gestern Nachmittag zum Besuch Seiner Majestät des Königs von Sachsen auf dem Dresdner „(Zauptbabnhof ein, wo großer militärischer Empfang stattfan . Zum Empfangs maren Majestät der König Friedrich August, Seine Königliche Hoheit der“ Prinz Johann Georg, der Minister des Aeußern Graf ViHiiUim von Eckstädt, der Polizeipräsident, der Stadtkonxmandant, der Oberbiirqermeister sowie das Personal 061" ruskisckxn Gesandt- schaft erschienen. Nack) herzlicher Begrüßnnq und Vorsteilung der beiderseitigen Erfolge nahmen Seine Majestät der König und Seine Kaiserliche Hoheit der Großfürst den Vorbsimarsck) der Ehrenkompagnie entgeaen und fuhren darauf unter leb- haften Kundgebungen der Bevölkerung nach dem Residsnzschloß, wo Abends Galatafel stattfand, bei der Seine Msjrstät der König auf das Wohl des Kaisers von Rußland sowie der Kaiserlichen Familie trank. Nach der Tafel hielten die Fürst- lichkeiten Crrcle und besuchten die Vorstellung im Königlichen Opernhause.

Seine

Oesterreich-ngarn.

Wie amtlich mitgeteilt wird, erteilte der Kais er Franz Joseph seine Genehmigung dazU, daß dem österreichisch- ungarischen Botschafter in Konstantinopel Mrarkgrafen von Pallavicini die Anerkennung des Kaisers fiir die auf- opferungsone und erfolgreiche Tätigkeit während der jüngst vergangenen Zeit ausgesprochen werde.

_ Einem amtlichen Communiqué iiber die Er- höhung des Rekrutenkontingents zufolge wird, wie „W. T. B.“ meldet, die Erhöhung auf 31300 Mann fest- eseyt. Davon entfallen auf das Landheer 16000, auf die ZriegSmarine 1500, auf die österreichische Landwehr 7800 und auf die ungarische Landwehr 6000 Mann. Diese Erhöhungen stnd bedingt durch die dringend notwendige Erhöbung der

riedenspräsenzstände der in den Grenzbereichen dislozierien nfanteriekompagnien, deren gegenwärtige Stärke voükommen unzureichend ist, wie die Ereignisse der jüngsten Zeit be- wiesen Haben. Die anMathmeise erfolgten Einbsrufungen in den leLten Monaten haben fich sowohl für die Einzrlnen wie ür den Staat in wirtschaftlicher und finanzieller Beziehung rückend erwiesen. Sie so11en daher in Zukunft womöglich ver- mieden werben. Ein weiteres Rekrutenerfordernis ist bedingt durch die Sanierung der Stände der übrigen Waffengattungen nnd Vermehrung der eldartiÜerie, die heute bereits eine Lebensbedingung für die Armee ist, denn das Deutsche Reich verfügt über 70 bis 80, Frankreich über 72 und Rußland über 64 Geschliße für die Jafanteriedivifion. Die Entwicklung der Wehrkraft in „den Nachbarstaaten hat un- eahnte Fortschritte gemacht, während in der eigenen Armee elbst nach Durchführung der Maßnahmen zu ihrem Ausbau erst jene riedensstände erreicht sein werden, die in den aus- wärtigen Staaten inzwischen schon eine neuerliche Erhöhung erfuhren. Iii Berücksichtigung der finanzieüen Leistungsfähig- keit mußte die Durchführung des neuen Organisationsprogramms auf mehrere Jahre verteilt werden. Die Erhöhung des Kon- tingents ist mit einer jährlichen Steigerung für einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren in Ausficht genommen. Die Militär- -verwaltunch ging hierin bis an die äußerste Grenze desjenigen, was bei den gegenwärtigen außerpolitischen Verhältnissen im Interesse der Sicherheit der Monarchie noch verantwortet werden kann.

Rußland.

Gestern ist das Staatsbudget für 1914 in der Duma eingebracht worden.

Die ordentlichen Einnahmen se en fich laut Meldung des .W- T. B.“, wie folgt, zusammen: Dire te Steuern 264 507 384, indirekte Steuern 709167400, Zölle 232 436 700, Staatsregalien 1069 450 750, Staatscigentum und Kapitalten 1 111805 142, Ent- eignung von Staatsei entum ] 925 280, Ablösungszablunaen 944 900, rückzahlbare usgaben der Staatsrentri 116 635 797, vorschiedene Einnahmen 14 823 929, zusammen 3 521697282 Rubel. Die außerordentlicben Einnahmen betragen: Ewige Ein- lage'n bei der Staatsbank 1 400000, die Schuldenzahlungen aus dem aÜgemeincn Reichsv rpiiegungskapital an die Staatskaffe 12000000, zusammen 13 400000. Dazu kommen noch aus dem freien Bar- bestand der Staatsrenten 23164217. Die ordentlichen Aus- gaben belaufen fich auf 3302675714 Rubel, und zwar Hof- ministerium 16359 595, höchste Staatseinrichtungen 8667 051, Synod 52 914 725, Nkinisterium des Innern 206 845 790,_ Finanzministerium 494 523 421, Justizministerium 105 128 399. Ministerium des Aeußern 7 745 977, Volkaufklärung 161 629 822 , Verkehrsministertum 739 938479, Ministerium für Handel und Industrie 71610 525, Aqrarorganisation und Ackerbau 157 628 869 , Gestütsweien 4593 470, KriegSrrsiort 599135 711 , Ykarine 250 397 540, Staatskontroüb 12 743 536 , Zahlungen für Staatsrtileiben 402 812804 und im Budget nicbt vorgessbene Ausgaben 10 Mil- lionen Rubcl. Die ordsnilicbx'n Einnahmen übersteigen die ordent- lichen Ausgaben um 219021568 Rubbl. Die außcrordyntlicben Ausgabrn betragen mir den mit dem rusfischjapanischen Kriege zusammenhängenden Ausgaben 435 000 Rubéél. bie Ausgabrn für wirt- schaftliche Operationen dcs KrisgSrefforts 125420 000, Eisenbahnbau 110 324485, belunaen an Babugesellscbaftcn 1406 300, Hafenber: béfferungen und Hafenbauten 18000000, zusammen 255 585 785 Rubel. Die (Gesamteinnahmen und Gesamtausgaben balancieren mit 3 558 26,1 499 Rubxl.

In einem Exposé zum Budget wird, der „St. Peter?- burger Telegraphenagentnr“ zizfolgc, darauf hingemissen, daß fich von 1912 ab neben einer bedeutendcn Zunahme der Ein- nahmen eine noch größere Zunahme der A11§gaben eingesieÜt hat. Bei einer Zunahmr der Einnahmen im Jahre 1912 gegenüber dem Vorjahre um 154,1Miliionen Rubel stiegßn die Ausxiaben um 185,7 Miklionen. Man erwartet für 1913 eine Zunahme der Einnahmen von 275,1 Millionen, während ein Zuwachs der Ausgaben um 328,3 Miklionen vorauszusehen ist. Für1914 berechnet man gegeniibsr den für 1913 zu erwartenden Einnahmen Linen Zrtwack)s dicssr um 140,7 Mil- li011€11,mährend die JluMabeit voraussichtlich um 252,7 Millionen steigert werden. Der günstige Stand dEr Einnahmen gestattet, die Balancierung durch den Zuschuß einer nur «bringen Summe aus dem Barbestmide der Reichsrentei dnrchznfiibren, jedock) darf das Usbergewickst der Ylusgabenzunabmsn iiber den Zu- wachs der Einnahmen im Interesse der Erhaltung der in Rußland erzielten Festigkeit drr Finanzlage nicbt dauerni) bleiben. Die Erfahrung der [931271 drei Jahre von 1911 bis 1913, bei denen der Zuwachs der Einnahmen zmcier Jahre von der Mißernte Ostrußlands und Sibiriens beeinflußt mar, ergibt, daß bei dem gegsnmärtigen DUrck)sck)nittsjabre die Zunahme Yer ordentlichenEinnahmen mit 200 2171111011811 berechnet werden ann.

»» Auf (Hrnnd des Gesetzes vom 18. Juli 1912, betreffénd Arndsrung der bestehenden Geseße iiber den Hochbcrrat durch Spionage, gibt das Marineministerium bekannt, das; es wer- boten ist, das Gebiet zwischen dem 23._m1d dem 25. Grad östlickwr Länge und zwischen 59 Grad 10 Minuten und 60 (Hrad 10 Minuten nördlicher Breite mit Flugzeugen zn Überflicgrn.

Italien.

Der Ministerrat bat, wic „W. T V.“ meldet, dem General Briccola auf seinen Wunsch dcs Kommandos in der Cyrenaika, das er seit zwei Jahren innehatte, enthoben nnd ibm die Genugtnung Über das von ihm geschaffene Werk ans- gedriickt. Der Ministerrat beschloß, das Abberufnngsdekret des Generals Briccola und die Ernennung des GeneralsAmeglio zn seinem Nachfolger dem König zur Unterschrift zu unterbreiten.

Belgien.

Die Abgrordnetenkammer ist gestorn zu eimer außer- ordentlichen Tagung zusammengetrcten, bis die Aufgabe hat, das neue S chulgesexz durcbzuberaien. Das Haus trat sofort in bis Generaldebaitc ein, die dcr Ministbr der Schönen Künste leitete.

Türkei.

Die Demobilisierung hat, mir „W. T. B.“ msldet, gestern in Eregli, Rodoxw und Galiipoli, wohin Transbort- fchiff8 entsandt worden smd, begonnen.

Grieckzeulan'o. Der König Konstantin besuchte vorgestern Demirhiffar Und Serres und nahm iiber die Truppen die Parade ab.

- Wie die „Siidslawische Korrespondenz“ aus Saloniki meldet, istes bei Xantbi zwischen griechischen und türkischsn Truppen zu einem blutigen Zusammenstoß gekommen, bei dem die Griechen die türkischen Abteilungen zuriickdrängten und Kojumköj beseßten.

Bulgarien.

Mit der Wiederbeseßung der an Bulgarien gefalienen Gebiete Thraziens wird, wie „W. T. B.“ meldet, morgen begonnen. Die hierfür bestimmten Truppenteile find zum Ab- marsch bereit.

Montenegro.

Die Montenegriner haben die Albanesen nach einer Meldung dss „W. T. B.“ auf der Linie (Hufinje----Djakowa zurückgeworfen und zersprengt und einige Stellungen besth. Einzelheiten über die Kämpfe fehlen.

Albanien.

Wie das Wiener „K. K. Telegrapben-Korrespondenz- bureau“ meldet, erschien vor einigen Tagen in Valona ein VerirauenSmann Ess ad Paschas, um eine Versöh- nung Effads mit der Regierung herbeizuführen. Nachdem die Regierung die Forderungen Effads kurzweg zurückgewiesen hatte, erhielt sie cute von ihm ein Telegramm, in dem er seinen Austritt aus dem Kabinettmitteilt und gleichzsitig die Regierung davon verständigt, daß er in Durazzo eine neue Regie: run g g ebi [ d ei babe, derenWirkungskreis sich aufZentralalbanien zwischen den Flüssen Mali und Schkumbi erstrecken folie. Die neue Regierung bestehe aus einem Senat, dessen Mitglieder aus den Städten Durazzo, Kawaja, Tirana und Schiak (je zwei aus jeder Stadt) gewählt worden seien. Der Präsident des Senats sei er selbst. Effad hat von seinem Schritt der Inter- nationalen Kontrollkommisfion Mitteilung gemacht.

Amerika.

Der amevikanische Geschäftsträger O'Shaughn ( Mexiko ist nach einer Meldung des „W. T. V.“ anxJZieseL worden, die me kanischen Behörden in aller Form zu benach- richtigen, daß ie Vereinigten Staaten von Amerika die kzfiir den 26. Oktober angeseßten Wahlen nicht als verfassungs- ig anerkennen könnten, und war wegen des Dekrets Huertas, in dem er die geseßgeberiscben Befugnisse übernommen

abe. Das mexikanische Kabinett beriet vorgestern über die amerikanische Note. Nach der Sißung erklärte der Minister des Aeußern Moheno, die Note bezeichne eine neue Epoche in den diplomatischen Beziehungen mit den Vereinigten Staaten, und fügte bin 11, daß ihr Vertreter nicht verantwortlich sei für die maßlose prache seiner Regierung.

Nach den in Mexiko vorliegenden Nachrichten find in Torreon bisher keine Deutschen ums Leben gekommrn, auch ist kein deutsches Eigentum verlth.

Parlamentarische Nachrichten.

Nach dem amtlichen Wahlergebnis haben bei der am 10. O_ktober stattgebabten ReichstagSersanabl im Wahl; kreise Sachsen 4 von 56 441 abgegebenen gültigen Stimmsn der Arbeitersekretär Buck-Dresden (Soz.) 31 202, der Land- wirt Dr .Hartmann-Ratbstock' (Kons.) 14 240 und der Rechts- anwalt Kloeppel-Blasemiiz (Fortschr. th.) 10 979 Stimmen erhaißelrtt. Zersplittert waren 20 Stimmen. Buck ist somit gema .

Statistik und Volkswirtschaft.

Bevölkerungsbewxr'gnng, Schlachtungen, siäbtiscbe Spar- kasse, Krankcnvxrxicherung und Armenpflch in Berlin im August 1913.

Nach drm Auguiibrfi dsr „Monatsberichte dss Statistis sn Amis derxStadt Brrimf“ belief fick) die fortgeschrirbene Bevöl r- runqsziifrr der Rercbsbauptsiadt Anfang September 1913 aiif“ 2066 938 (zu dsr gleichen Zeit des Vorjahres auf 2078 300). Eis ist, nachdcm die Bebblkerung im Juli 1). I. um 4919 Personxn abgenommen hatte, im August um 837 weiter zurückgegangen (wäbrsnd sie im August drs Vorjahres um 1930 zugcnommcn batte). Lebend gcborcn wurd?" im August 1913 3401 (im gleichen I)ionat bes Vorjabrrs 3576) Kinder darunter 746 (759) odrr 21,93 (21,22) % unc'brlickye. Auf das Jahr und Tausend dcr mitilrrrn stölkerung berechnet, 7161118 sich bis (chnrtenziffer auf 19,37 (20,34). Eben wurden im Angriff 1.309 (in dsmsklben Monat des Vorjahres 1457) gsscblossen, daruntsr 278 (299) Mifcbsbrn. Die Zahl dcr Sterbefalle (obne dic- Toigebrtrtkn) belief sich im August 1913 auf 2148 (im August 1912 auf 2337). Im Aitor bis zu 1 Fabre starben 499 (652) Kinder, das sind 23,23 (27,90)““';5, alier Sxerbeiäilc' des Vsricbtsmonats. Auf das Jahr und Tausrnd der witilsrrn Bsbölkerung brrcchnet, bctrug die aÜgemsinE Sterblich- keitsziiicr 12,23 (13,28).

Als zugezogen Waren“ im August 11807 (in demselbrri Monat des Vorjabxes 13690) männliche und 10 094 (11 172) wcib- liebe, zusammen 21901 (24 862) Personen zu bsrzrichnen. Für die' im [Ei en Mgnat Fortgezogenen Ergabsn sick), einschließlich 1366 «as lags fur „die untsrbliebrnsn Abmeldun en, die Zahlen: 13 784 (14183) mannlichc,“ 10207 (9989) wei liebe, zusammcn 23 991 (24172) Personen. Somit berblikb bei der Wanderung rin Mebrforizug Von 1977 (493) männlicbcn und 113 (im August 1536 Vorjahres L).)iebrznzug wo:: 1183) weiblicbsn, zusammrn ein Mehr- forizng Von 2090 (i. Borj. :).)kcbrzuzug Von 690) ersonen.

Dcr Auftrieb anf bsn [tädtisckpen Vieh of b€tru für drm Monat August d. I'. 14130 (für drnsclbcn I).)?onat des ' orjabrrs 17 064) Rindkr, 14 935415 788) Kälber, 69 595 (66626) Schafe) 123140 (131408) Schwemr. -- In den öffentlicbcn Schlacht- bäusern wurden im Au.]usi 7177 (im gl€ichen Nionat des Vor- jabrcs 8953) Rinder, 9827 (11175) Kälber, 46128 (46 836) Schufa 88 349 (100 343) Schwéine grschlacbtct. Der Verkani yon rusiiicbem Fleisch istbis auf Weitrres eingestellt. --* In Wr Zentralroßschlacbterci Wurden im Arxgust 673 (986) Pferde gsscblachtcn'vbn denen 7 (15) zurückgswiksln Wilden. Zum Konsum und znr Tieriüitcrung griangten somit 666 (971) Pfcrbr, ferner Von der NeuköÜnrr Ros;sch1ächt€rei 111 (149).

BCi der städtischkn Sparkasse belirfrn sich die Einzahlungen im A*rgnsi d. J. aus 5334 093 „46 (im August des Vorjahres aui 5812440 „M), die „Rückzablangen auf 5963136 (6302 344) «M; dsmnaci) ergab fick) em Msbr an Ruckzablungen Von 629 043 „js (in dcmselbrn Monat des Vorjabres ein Mehr an Rückzahlun-gkn Von 489 904 916).

Der Z).)iitgliederbestand der der Aufsicht des Ma istrats- kommiffars unfersiellten Kranksnkass e n betrug am 1. Septem er 1913 867 360 (zur glei en Zeit des Vorjahres 867 298), unter denen sich 68 052 (62 763) reiwiilige Mitglieder befanden. Erwerbsunfäbig warsn an diesem Tage bei dcn bezeichneten Kaffrn 28552 (28 342) verpflichtrte Mitglieder.

Die städtische Armsnpflege umfaßte im MonatAugust d. I. 35983 (in demselben Monat des Vorjahres 35 474) Almosengelk- empfängsr mit einem Gssamtbetrage an laufenden Unterstüßungen Von 651 726 (630 219) 96, darunter 2077 (1854) Almosenempfänger mit auszsrdem gewähttrn 15 200 (13 586) „FC Extraunterstüßunge'n. Solckys wurden ferner für 8896 (7058) nicht laufend unterstüxie Personen im Gesamtbetrage Von 121 040 (97 232) „js gewährt. Pfikgc- kin':er Waren 13122 (13 041) vorhanden, für die 127 835 (125 569) „xk aufgervrndcxt Wurdßn.

Zur Arbeiterbeivegung.

Der Ausstand der Berliner Kürschner (Vgl. Nr. 243 1). Bl.) isi, wie die .Voff. Ztg." mitteilt, beendet. Die (General- versammlung des Arbeit ebcrberbandes faßte « infolge Ab- lehnung der Einigungßbor chläge - einen Beschluß, wonach dcn Ausständigen eine dreitägige Frist gegeben wird, die gemeinsam auf DSM Gewerbegericht festgelegten Arbeitsbedingimgen zu er- füllen. ZU dirsem Ultimatum nahm gestern abend eine Vcr- sammlrmg dsr Aussiändigrn Sthung. Der Vorstand führte aus, angesikts des Vorgehens der Arbeitgeber könne es sich jstzt nur darum handeln, ob dsr allgemeine Ausstand fortgeseßt oder aufgehoben werden solle. Cine Geheimabstimmung, die hierüber borgenommen Wurde, batte das Ergebnis, daß der Ausstand mit dem heutigen Tage für aufgeboben erklärt wurde.

In Cöln sind der „Köln. Zig.“ zufolge die Plattenleger gestern in den Ausstand getreten. "

Nach zehntägiger Dauer wurde, wie die ,Frkf. Ztg.“ erfahrt, drr S'reik drr Brauereiarbeiter in Magdeburg durcb Zugestandnisss biber Teile beendet. (Vgl. Nr. 236 d. Bl.) ,

Aus Ymuiden wird dem „W. T. B.“ telegrapbtcrt: Obva die Forderung der Besaßungen der Fischerfabrze11ge ans freien Unterhalt von den Schiffseignern abgelehnt wurde, haben die Mannschaften gestern in einer Vsrsammlung mit 105 egen 11 Stimmen beschlossen, ihre Forderung aufrechtzuerbalten. So ten die Schiffs“ eigner sie bis Montag nicbt zugestanden haben, so soll der Ausstand erklärt Werden.

Jn Huelva ist, wie „W. T. B.“ meldet, die gesamt€ Arbeiterschaft einschließlich der Werkstättenarbeiter dkk Riot Tinto-Eisenbabngesellschaft gestern in den Ausständ getre en.

Wohlfahrtspflege.

Wie schon kurz mitgeteilt wurde, findet am 22. d. M., Vor- mittags 9 Uhr, der „11. Fürsorgestellentag für Lungen- krank?" im Plenarsißun sfaal des Reichstagsbauses (Eingang Portal 11) statt. Die TageSor nunxx lautet, wie folgt: 1) Organisation der Fürsorgesfellen für Lun enkran e und ihre Stellung zu den anderen für die Tuberkulosebekämp ung in Betracht kommenden Wohlfahrts- e(„richtungen (Berichterstatter: qurat Dr. Ferd May-München); 2) Die Aufgaben der Fürsorgescbweitern in den Fürsorgestellen für Lungenkranke (Berichterstatter: Oberregierungsrat Dr. Oertel-Cbem- "kb); 3) Kurze Mitteilungen und Anfragen aus der Praxis der Für- (orgestellen. Nachmittags 4 Uhr folgt eine Besichtigung der Aus- kunfts- und Fürsorgestelle für Lungenkranke drr Landesbersicherungs- anstalt Berlin, Am Köllnischen Park 3.

Jagd.

Freitag,“den 17. d. M., findet Königliche Parforce- 'agd stati. Stelidichein Mittags 12 Uhr 45 Minuten an ber Plalßgren e auf dem Wege Dorf DöberiZZ-***-Groß Glienicke. Der Paß iii bis 10 Uhr 30 Minuten ormittags durch Scharfschießen gefährdet.

Kunst und Wissenschaft.

Der Jahresbericht des Generaldirektors der König- lichen Museen in Berlin für das Verwalinngsjabr born April 1912 bis Ende März 1913 läßt auf allrn Gebieten wieder ein erfrculichks Fortschreiten der Sammlungen und der Von den Musesn geleitsten oder ihnen nabesisbenden wissenschaftlichn Unternébmungen erksnnen Reiche Förderung ist den Museen dabri bon Vieirn Skiken zu- trii JCWOXdkn. In erster Linie gebührt Seiyer Majestät dem Kaiser und Könige Dank für die unabläisige Fürsorge, die er gleichmäßig aUcn Abtrilungen zugewendex hat. An Geschenkrn sßien enväbnt Line dem Antiquarium übrrwieUne römische Halskriie im Werte von 25 000 Fr. und eine aus dem Allerbbchsien Dispositions- Fonds gewährte Beihilfe von 20 000 „46 zu den bon Profrffor Dr. Sarrs geleiteten Ausgrabungen in Sarnarra.

Das MrtboUste Grschsnk, das ben Königlichen Z).)kuseen, und zwar dem Antiquarium, zuasfallen iii, ist die reiche Sammlung antiker Kunsigkgenstända, besiebrnd in Terrakoitcn, Gläsern, Schmuch1acherwa im Werte Von 1.) Miilibnen Mark, die Hrrr Friß bon Gans in Frankfurt a. M. im Vorigen Jahre béreits leibwrise überwiSsen batts. Die den Königlichen Muieen sonst ngcfalicnen, zum Teil sehr wert- vOÜrn Geicbenke _sind in den monatlich srsckyeincnden amtlicbczn Be- richten einzeln ausgszäblt.

Die Ausgrabungen drr Dcutsch€n Irientgescllschaft in Mesopotamien wurdkn fortgeskßt und krgaben WiLDLr in Babylon und Assur triebe wissenschaftlichk Ausbciite. Dsr Deutschen Orientgeseliscbaft gebührt für ihre Verdienstbolls Tätigkeit im Jntcreffe dieses Unternehmens Warmer Dank.

Dis Arbsiten an der Baalbek-Publikaiion wurdcn fori- g-sseßt. Dirkkwr Winncfeld und Rcaierungsbanmeisicr Kobl Waren von Endc März bis Z).)kittc Juli 1912 in Baalbxk tälig, um das Material an Ort nnd StcÜe nachzuprüien.

Dic Publikation 11er die' im Jahre 1906 nach Aksum in Abesfinien zur Erforschung dsr dortigrn Altertümer ausgrfübrte ExPZOition ist dcm Erstbeinen nabegebracbt. _

Mit Allerbbchixcr Gsnsbmigung Seiner Majxiiät des Kaisers und Königs ist der Gsnrraldirekwr der Museen am 1. Oktbbér 1912 vou der Steliung als 1. Dirthor der (Gemäldegalerie und dsr Sammlung christlickoer Skulpturen zurückgcirsten.

Für di? Erweiterungs- und Neubauten ist durch den Etat für 1912 die 5. Rate mri 1500 000 «16 bcéwiiligt wordcn. Die Funbamentisrun abtsiiung dcs Ministeriums drr bffrmiickyen Arbeits" ausgsfübrt.

Die sonntäglichen Besuchszeiten dcr Kbniglichsn Masern smd icit dem 1. März d. Js. dabin geändert, daß die Vkussrn statt um 12 Uhr ÖSkLiks um 113 Ubr Vormittags bum Publikum geöffnet und, abgesehen Von den Monatcn Dezember und Januar, in denen xv'ge'n der eintretenden Dunkeibcit schon um 3 Uhr Nachmittags gs- ?Öioffsn wrrdrn muß. bis 4 Uhr Nachmittags offsn gsbaltsn wsrdén.

Die von drr Abteilung antike-r Bilbwcrke Unternommenén Aus-

grabungen in Samos und Didyma sind mit Erfolg fOkMSsCHt wordén. Aus Samr's Wurden Proben der Ti'UWlelkaitkktUk sowie anisrc Fundstücke imd Kleinfunde hierher g€schafft. _ Zn ÖL!" Vorderasiatiscben Abteilring wnrdsn die Kon- !Crvicrung babylonischer Tontafrln unter inrung des (Chemikers Professors Dr. Ratbgrn sowie dic Zusammsniczzung Von Tonziegei- reliefs mit Dariikllungrn bon Löwen, Greif?" "Uv. fortgeführt.

Das Kupfersjicbkabinett beransialirtr' eine Wander- a'usstellung aus dem Gebiete der neurrsn britisch?" Graphik, die 010061? in Danzig (Stadtmuseum), Brombch (Kunstgeivcrbescbule), Greifswald (Kunstbereixi), Stettin (Versin (111: Kunst und Kunst- gewerbs) und Kiel (Kuniiverein) zur Ausstkilung gsiangt ist.

Der Kusios Profrssor Dr. Schubart isi Von Mitte Oktobér 1912 an aus 7 Wochen zur Erwerbung bon Payyri nach Argywten beurlaubt geWSsen.

Der Direktor _der Amerikanischen Abteilung des Museums für Yölkerkunde, Profeysor Dr. Seler hat an dem in der Zeit vom 27. Niai bis 1. Juni 1912 in London tagenden )(7111 inter- nqtionalen Amerikanistenkongreß tcilgenommrn. Der wiffenscbaftliche Hilfsarbeiter Dr. Planert und der Volontär (38.114. Crabmer smd nach einer firbénmonatigen Forschungsr-Zise im nörd- lichen Schweden, Norwegen und Rußland am 20. Oktober V- „J- zurückgekehrt. Der ehemalige wissensäpaftiichs JW, arbriier Dr. Wilbeim Müller wurde mit einer auf etwazweix abre berechneten Forschungsreise nach dem Malaiiickpen Archipel betraut. I)ie Ausreise Erfolgte am 24. Nobember v. I Der wiffenscbaftlicbe Hilfsgrbeiter Dr. Schachtzabel hat am 26. März d. I. eine etwa iwLijabrige Forschungsrcife_ nach Portugiesisch Wéstafrika angetreten, Der wtffenschafiliche Hilfsarbeiter Professor Dr. von Le Coq, der bereits die 2. Turfanexpedition in den Jahren 1905 bis 1907 geleitet hatte, unternahm Ende März d. J". in Begleitung drs Sammlungsaufsehers Vartus die 4. Expedition nach Turfan.

Die Vor cschicht1iche Abteilung desMuseums für Völker- klmde veransta tete in den Provinzen Pommern, Brandenburg und Westfalen erfolgreiche Ausgrabungkn. Der Direktor der Abteilung,

Lbeimer Regierungsrat, Professor Dr. Schu bardt unternahm init Untersibsung bon pribater Seite bon Anang September bis Mitte Nobember b. I. umfangreich? archäologische Forschungen in Sudfrankreich. Der Kustos Dr. Hubert Schmidt bereiste bom 8- September bis 30. November 1). I. die Iberische Halbinsel, um eine Ueberficbt über das bisher dort gesammelte prähistorische Fund- material zu gewinnen.

Kunstgewerbemuseum.

_ Der Wiederaufbau des am 17. Fsbruar 1911 durch Feuer be-

schädigten Daches des Schulgebäudes tit beendet wvrden. Durch Ankäufe wurden 75 Kunstwerke für 82 827 „js erworben; “", Geschenken sind der Sammlung 40 Kunstgegenstände zugegangen. die Erwerbungen Verteilen sich vornehmlich auf die Abteilungen Aer vizarbeiten, Keramik, Glasmalereirn, Textilien und Metalle. CU obeln find besonders zu Verzeichncn ein toskaniicbes bor iMuhs aus dem 15. Jahrhundert, aus der Hoc!)- ;enai ance ein schranks'örmiges Orgelbaus venezianischer Herkunft; von "iti en! Arbeiten ein Erfurter Schrank und ein Vortrefflicb krbaltener a chkeibttsch v_on David Roentgen. Mit dem lrßteren Stück ist nun ckck“ die Frühzeit des berühmtesten deutschn Kunsttiscblers des r ' Jahrhunderts im Museum Vertreten. Von Werken des hervor- dagendsten und produktivstrn Glasmalers der Spätgotik in Süd- kZUlscbland, des Ulmer Mriiiers HansWild (tätig von 1470-1499) mi;)nten eine siattliöbe Scheibe mit der Muttergottes als Himmelskönigin 1, _eine ornamentale- Scheibe aus den ehemaligen Kapitelsaalfensiern zu “"Tanz erivorben Werden; außerdem verdienen genannt zu werdcn eine

des 2. Bauabschnitts wurdx durch die Waffkrbaur

Holländische Scheibe mit Schwarzlotmalerei und eine cölniséhe Rund- scbeibe beide vom Anfang des 16. Jahrhunderts. An bedeutenden Metaliarbeiten erhielt das Museum durch Schenkungen einen überaus fein in (Eisen geschnittenen Schlüssel der italienischen Renaifsance, einen Mörser von voliendetem Bronzeguß aus der Werkstatt des Nürnberger Wenzel Jamnißer, eine vergoldete Silbermonstranz von Antwerpener „Arbeit des 16. Jahrhunderts und einen italie- _niscbrn Türgriff in Form eines Satyrkopfes. An der Spitze der käuflich erworbenen Metallgeräte steht ein aus Kupfer getriebenks und Vergoldetes Einhorn in der straffen und lebensVollen Stilisterung der venezianischen Seidenmusier aus der Wende des 14. Jahrhunderts. Von Edrlmstaiiarbeiten sind ein spätgotischer Meßkelä), zwei Silberiafeln mit trans- luciden Schmelzbildern in der Art des Chr. Lencker von Augsburg und eine klassizistische Silberterrine, Londoner Arbeit von 1798, zu erwähnen. Der Verbesserung der Sammlung deutscher Fayencen diente der Ankauf von Vasen aus den Fabriken von Straßburg, Ansbach und Kiel; auch die Deister Fayencen haben durch Kauf und Schrnkung Zuwachs erhalten. Für die Majolikasammlung Wurde ein Teller aus der berühmten Serie von Nicola Pellipario im Corrermuseum ersteig-rt. Zu den Erwerbun en von Porzeuanfiguren und Gruppen der Fabriken Meißen, Wien, Derlin, Höchst, Franken- thal, Nymphenburg und Sébres baben dankenswerie Schenkungen er- heblich beigetragen. Von ' den Erwerbungen für die Textilabteilung ist als Hauptstück ein gemirkter Westfälischer Teppich aus dem Jahre 1608 Herborzubeben.

Die Entlastung des Sammlungsbestandes ist während drs Be:- ricbisjabres in den Abteilungen der dcutschen Fayencen und dss Por- zellans fortgeseßt worden. Es Wurdsn namentlich solckpe Gegenstände ausgesondert, die wrniger künstierisch ais wissenscksafilicbe Bedeutung haben und daher m-br fiir eine Studiensammiung geeignet sind.

An Verbffentlickyungsn ist die ,Kunsigsichicbfe dcr Seidenwebrrei' Von Otto bon Falke in 2 Bänden mit 612 Abbildungen fertig- gestellt worden. Das Buch dirnt znglsic!) als TextWer für die Von J. Lessing in den Jahren1900u1908 [)erausgegebkxnen 330 Folio- tafeln mit Seidenmustern. Auch die Publikation der Glasgemälde- sTmnsicZunF des Kunstgewerbemuseums von Dr. Hkrmann Scbmiß ist (1 gr 10 en.

Die Ornamentstichfammlung erhielt an wichtigeren Ge- schrnken: Ein großes Kupfarwerk mir179 Tafeln: „(.. 120551711, [10 il-Uk-iijibÜ 1101118110 0 (101 0011i0r'11i (11 1201115. R01!) 1926. 1829“, eine Foige bon Gartenarchiiefturen, um 1650, und eine große dekoratiVe Wandiüllung bon Boucher. Arts den Ankäufen sind zu er- wäbnen: Blätter bon Dürer (Stirkmuiterscbeibe), Solis ((Hold- schmisdkornamente), Flöttzer (Schmrtckstückc), Ornamentr von Watteau, Boucbrr und Caffieri, eme Handzeichnung von Bergmüiler (großer Plafond) sowie dic Originalausgabe von Palladios 4 Büchern der Architektur.

Die Sammlung von Buchvrnamenten erhielt als Ge- schenk ein Blatt aus dem Catwolicon, das in GUtenbergs Werkstatt im Jahre 1460 gedruckt Wordén ist.

Für die Sammlung angswandier graphischer Kunst scbrnkti'n mehrere Künstler eine Anzahl eigener Arbeiten und ein Londoner Herr eine Sammlung bon Exlibris seines Verstorbenrn Vaters. Eine Auswahl bon Plakaten und anderen Blättern der an- gervanbten graphisckpen Künste „erhielt die Bibliothek als Gescheik aus der Sammlung des Dr. S. Rabmer-Brrlin. Viele Schriftgießerkien und Druckereien überwirsen der Bibliothek Proben ibrer Erzeugniffe; aus Stockholm ging eine größerr Anzahl von Proben schwedischer Buchkunst ein. *

_ Cine bedeutende Vermkbrung erfuhr dis Pboioarapbirn- 1am mlung durch die geschenkweiie Zuwendung bon rund 6000 großen Photographien nach älteren und neueren Bauten aus Deutschland, England und Frankreich sowic Von 650 Photographien nach Bau- Weren bxrschiedener Länder. Die Direktion des Kubiersiicbkabinetts überwies aus ihren Dubletten rund900 Photographien von Gemälden.

Unter den Erwerbungen der Lipperbeide-Sammlung sind besonders hervorzuheben: Seele, Volz u. a. .Cbarakteristiscch Dar- stellung der Vorzüglichsten europäischn Militärs", Augsburg (1800 bis 1810), ,.1)i;_xiii(m._ ()])ZWÜGÜSW 3-6 1119 "NSR 1311111 01' 13116 “110x971“, London 1825, L. Kisl „72 Blatt Nusfischs Militär 1815-1820“. Eine Berlinrr Verlagsbuchbandlung schenkte eine große Zahl bon Pariser Modsnpbotbgrapbien und Übsrweist [aufsnd die von ihr heraus-zegebenrn Néodenzeitschristrn.

Die Zahl drr Besucbrr der Bibliothek ist im Berichtsjabre wisder erbrblicb arsiiz-gen, und zwar Von 77 429 Personen im Vor- iabre auf 85 427 Psrionen. DiezZunabme bktrug rund 8000 Per- ionen, d. s. 10 33 0/0. Auf die Lipperheidesche Kostümbibiiotbek Ent-

fallen dabon 2875 Besucher.

Die Ausstellungen im AussiellungNaum der Bibliothek babén in dsr Regel monatlich gervscbselt. Es sind ausgesieUr worden: Ornamentaie Schriften aus den Lebter- und Schülerkreisrn des Malers L. Sütterlin, Brrlin, Abbildungen der Bautsn dcs amerikanischen Architekten Lloyd WFM, Farbenbolzscbnitte nsuersr Künstler, graphische Arbeiten - ucheinbänd€ und Flachmuster -- des Lehrers an der Kunstgrwerbcschule in Stuttgart, Professor I. V. Ciffarz, bucbgewerbliche und grapbische Arbeiten bon Lucian Bernhard in Berlin, drkoraiive grapbiickve Arbeiten bon Frau H. bon Trapp in Friedenau, Drucksachen und Geschäftsbüch8r Von J. C. König 11. Eb- hardt in Hannobrr als Beispiele der künstlerischen Durcipdrin ung eines bestimmten Arbeitsgebiets, Mrtboüe Bücher aus dem 5 esiß

von Mitgliedern der Maximilian-GeseÜFast.

Sonderaussiellung cn wurden veranstaltet :

1) Vom 1. April bis 12. Mai 1912 im Liebtbof: Schülerarbeiten aus dsm Zeichenunterricht an den böbéren Schulsn Preußens nebst Aufnahmen heimischer Bau: und Kunjtdsnkmälsr, Veranstaltet Vom Landesberein akademisckyoqkbildeter Zeichenlehrer und Zeichenlehrerinncn.

2) Vom 1. April bis 5. Mai 1912 in den Vorderen Räumen: Bauten des Verstorbenen Architekten Oberbaumts Karl Schäfer in Zeichnungen und Aufnahmen. _

3) Vom 4, bis 30. Juni 19.12 im Lichthof: Joicpb Olbrichs Zeichnungen für Baukunst und Kunstgewerbe, eine Siiftnng für die Bibliothek des Kunstgewerbemuseums.

4) Vom 4. Juni bis Juli 1912 in den Vorderen Räumsn: Chinesische Architektur nacb Aufnahmen bon Regierungsbanmeister Boerschmann.

5 Vom 13. Juli bis 1. September 1912 im Lichthof: Vorbild- liche naben- und Mädchen andarbeiten zur Anregung für den Hand- fertigkeitsunterrickpt in den chulen.

6) Vom 15. Ssptember bis 20. Oktober1912 im Lichthof und den Vorderen Räumen: Alte und neue Gartenkunst, Veranstaltet von der Gruppe Brandenburg dé'k Deutschen Gesellschaft für (Gartenkunst.

7) Vom 16. November 1912 bis 3. Februar 1913 im Ltchtbof und den vorderen Räumen: Schülerarbeiten dcr Unterrichtsanstalt des Kunstgewkrbemuseums.

8) Vom 28. Dezember 1912 bis 1. Februar 1913 im oberen Rundgang: Corona-Leopardus-Schrein, bergesieÜt für den Aachener X(Ysthaxz, Von Hof- und Stiftsgoldfcbmied Bernhard Witte in

a en.

9) Vom 20. ebruar bis Ende April1913 in den bordsren Räumen: Branden urgiscbe Gläser des 17, und 18. Jahrhunderts, und Neuerwerbungen der Sammlung des Kunstgewerbemnscums.

10 Vom 20. cbtuar bis Ende April 1913 im Lichthof: Ber- liner 5 ronze- und essingguß.

11) Eine Ausstellung .Neue Deutsche Buchkuns “, äbnlicb denen, die in früheren Jahren in Kovynbagen, Swckbolm nnd Kristiania statt efunden haben, wurde im Mai 1912 mit Unterstrißung von Axel Jun ers Buchhandlung (Karl Schnabel), Berlin, im Kunstmuseum zu Göteborg veranstaltet.

12) An der Ausstellung, die die Berliner Perückenmacberinnung anläßlich ihres 175jäbriaen Bestehens vom „12. bis 15. AUJUst 1912 in den Räumen drr Handwerkerkammer veranstaltete, betei igte sich die Lip erbeidesammlung durch Darleihung ciner größeren Anzahl hisioris er Blätter und Modckupfer.

Wanderaussiellungen fanden statt:

1) Die Wanderausstellunk von Nad-larbeiten zur Ante ung für den Handarbeitsunterricht n den Märchenschulen ist im B chts- jabre in Hamburg, Hagen (zur Generalbersammiun des Landesvereins Freußischer technischer Lehrerinnen), Dortmund, etlin, Kiel, Neu- tadt a. d. H., Elberfeld, Solingen, annoVer und Braunschweig ge- zei1gt worden. Im ganzen ist sie bis er an 46 Orten auSgesteÜt ge- we en.

2) Die Wanderausstellung von Steinzeug und T5 fer- waren ist in Thorn und Braunschweig borgeführt worden. isher ist dikse Ausstellung an 18 Orten veranstaltet gewxxsen.

3) Die Wanderaussieüung .Grabsteinkunst in Bildern“ (vergrößerte Ybotograpbien heutiger dkutscber Friedhöfe und Grab- ieine) ist in ofen, Herford und Halle a. S., bis jetzt an 17 Orten, auSgesieÜt wvrden.

4) Die Wanderaussiellung „Meisterwerke der Goldschmiedekunst in galvanoplastiscben Nachbildungen“ War in Düsseldorf, Cöln, Barmen, Düren, Aachen und Iserlohn. Sie ist bisher an 10 Orten gezeigt worden.

5) Aus dem für die Sonderaussieliung von Knabenbandarbeiten bereinigten Material ist eine umfangreiche Wandersammluna gebildet wvrden, die bisher in Cöln, Düsseldorf, Dortmund und Magdeburg ausgestellt worden ist.

Folgende öffentliche Vorträgr im Hörsaal des Kunstgewerbemuseums gehalten:

1) Dr. Rudolf Bernoulli: Heizanlagen und ihre künstlerische Gestaltung (8 Vorträge).

2) Dr. Oskar Fisches: Das Wandbild, Beispiele und Aufgabm der Monumentalmaleréi (8 Vorträge).

3)'Dr. Robert Schmidt: Geschichte dezs Möbels vom Mittel- alter bis zur Neuzeit (8 Vorträ c), .

4) Dr. Ernst Kühnel: Ar itektur Und Dekoration in Spanien (7 Vorträge).

5) Dr. Hrrmann Schmiß: Geschichte der Bildwirkerei in Deutsch- land und den Niederlanden (8 Vorträge).

6) Dr. Schulir-Kolbiß: Das brutige Kaufhaus und seine Ein- richtung (5 Vorträge).

Oeffentliche Vorträge baben, außer im Kunstgewerbemuseum, in auen anderen Museen und Sammlungen in sehr erheblichem Umfange durcb Professoren und Pribatdozenten dEr hiesigen Hochschulen und Lehrkräfte hiesiger Unterrichtsanstaltenstattgefunden. Sonntags fanden weiter die? Von der Zentralstelle für Volkswoblfabrt eingerichteten Vorträge statt. uch diE Versinigung für staatswiffen- schaftliche Fortbildung Veranstalteie ibre Führungen wiederum in allen Sammlungen. Der wiffenscbafiliche Kursus zur Ausbildung von Seminariebrern hielt in dissem Jahre ebenfalls seine Rund- gänge in den Museen ab. Die Führungen dcr Abgeordnrten haben in der gleichen Weise wie bisher stattgefunden. In der Woche nach- Ostern fand, wie alljährlich, der archäolosische Ferienkursus für Lehrer höherer Unterrichtsanstalten statt, bei dem die meisten Vorträge einem. größeren Kreise zugänglich gxmacbt Wurden.

wurden

Der Verein für deutsches Kunstgewerbe in Berlin er'- öffnrt heute die Reibe seinrr diesjährigen Wintervorträge mit Ausfüh- rungen dss Kunsthistorikers Dr. Oscar Fische! iiber MOÖLXUL Graphik. Verbnnden mit dem Vortrage sind Lichtbilder und eine AussteUung berborragendrr graphischrr Biätier aus dem Besfiße namhafter Berliner Kunsibändler- - Gleichzeitig vrrscbickr der Kun igewerbeverein sein Winterprogramm, aus dem wir berborbsben: Vorträge über die Kunst-

ewerbeschule bon Kunstgewerbeschu1direkwr, Profeffor Thiele; über die asibetisckye Fortbildung des Verkäufers Von Privatdozent Dr. André Jolies; über amerikanisches Kunsigrwerbe von Gebeimem Ne- gierungsrat, Direktor Dr. Peter Jessen; über Zarbenwerte und Farbenwirkungen in Natur, Kunst und Kanstgewer e von Augenarzt Dr. Schlodtmann; über künstlerische Hainerware bon Dr. Ernst Jaffé; über bäusiichs Handwerk auf dem Lande von Oekonomierat Dr. Stieger; übkr Gartenplasiik bon Direktorialassisient Dr. Bernoulli. Dazu finden noch Fach.:bende statt, die zum Beispiel den Verleger- einband und dsn Handeinband, Linblkum und Linkrusta, Schmuck und Klsibung, neue Bildverfabren und WWW behandeln. Die Geschäfts- stelle des Vereins, Berlin 97. 9, Brüebuestraße 3, Künstlerhaus, gibt übsr alles andere Auskunft.

Gestern beggnnkn in Straßburg i. E. die Verhandlungen des 5. Deui1chen Hochicbullebrrrtages mit der Wahl des nächsten TagungSortes, die auf Wien fiel. Die Aenderungsworsckvläge, be- treffend das Promotionswesen, Wurden cinem Weiteren Ausschuß über- wiesen. Der Profrssor Dr. Brer-Leipzig berkas darauf, wie „W. T. B.“ meldet, einen Vortrag des erkrankten Profrffors Bücher über Neuaründung bon Unibersitäten, der sich mit einem auf der Tagun s- ordnung stehenden Referat des Profeffors Dr. Kaufmann-Bres au deckte. Dieser erklärte die Neugründung von Universitäten für eine: nationale Angelegenheit, für die nur die Bedürfnisfrage aus- schlaggebend sein dür €. Im einzelnen wandte er sich gegen die Gründung konfcisionc er oder kommunaler Unibersitäten. Die auf den Vortrag fol ende Aussprache bezog sich bor allem auf die Bedürfnis- frage, das erhältnis der Technischen Hochschulen zu den Unibersitäten sowie auf die beabsichtigtrn Neugründungen in Hamburg und Dresden.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Malta.

Jn Malta sind durcb eine Regierungsverfügung vom 8. Oktober Alexandrien in Aegypten und Tripolis in Afrika als pesifrei erklärt worden. (Vgl. R.-Anz. vom 9. April 1). I., Nr. 84 und 13. August d. I. Nr. 190.) .

Italien.

Die Italienische ngierung hat durch seesanitäispolizeilickpe Ver- ordnung Vom 9. d. M. die Insel Salamina (Griechenland) für choleraberseucht erklärt.

Nr. 81 des „Zentralblatts der Bauberwaltung', beraus- gegeben im Mininerium der öffentlichen Arbeiten, vom 11. Oktober d. I., hat folgenden Inhalt: Amtliches: Dienstnachricbten. - Nicht- amtliches: Die Erweiterungen der elektrischen Hoch- und_ Unter rund- babn im Westen Berlins. - Die Entwicklung des deunchen affek- siraßenberkebrs. - Vermischtes: Ergebnis des Wettbewerbs für eine Eisenbetonbrücke in Pforzheim. * „Kommunaltechniscbe und bauwiffeu- schaftliche Woche". „_ Stauköchr für Gewässer, der in einzelne Klappen unterteilt isi. » Beschrankung ker Bauhöhe in Amerika. - Bücherschau.

Theater und Musik.

Königlicbes Opernhaus.

Am Dirigentenpult des Königlichen Opernhauses erschien gestern ein skltener Gast. Camille Saint-Saöns, der auf Einladung der Gencralintendantur dcr Königlichen Schauspiele seine Oper . Samson und Dali1a_' persönlich leitete. Der sympathische Komponist wurde Von der das Haus, füllendkn Zuböretächaft nach jedem Akt lebhaft be- grüét. An dem Beifal] beteili te aucb Ibre Majestät die Ka serin und Königin, A erböch twelche mit Seiner König- lichen Hoheit dem rinzen Adalbert der fesselnden Aufführung beiwobnte. esentlicbe Abweichungen von der hier übli en Auffaffung der etwas oratorienbaften Musik dieses wirk- samsten * übnknwerks des französischen Tondicbtcrs traten bei seiner