1913 / 246 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 17 Oct 1913 18:00:01 GMT) scan diff

Dem bei dem Kaiserlichen Generalkonsulat in Neapel be- schäftigten Vizekonsul Köcher ist auf Grund des, § 1 des Gese es vom 4. Mai 1870 die Ermächtigung ertxili worden, in ertretung des Generalkonsuls bürgerlich gultige Ehe- schließungen zwischen Reichsangehörigen vorzunehmen und diese Heiraten zu beurkunden.

Bekanntmachung,

betreffend die Ausführung des Börserigeseizes hinsichtlich der Berliner Metallborse.

Vom 9. Oktober 1913.

Auf Grund des F" 35 Abs. 1 Nr. 1 des Börsengeseßes (Reichsgeseizbl. 1908 S. 215) hat der Bundesrat beschlbffen, daß zur Mitwirkung bei der amtlichen Festseßung des Vorsin- preises von Waren an der Berliner Metallbo'rse keine Kurswakler im Sinne des § 30 des Börsengsseßes ernannt, sondern nach näherer Bestimmung der LandeSregierung von der Handelskammer zu Berlin amtliche Agenten bestellt ,werden, mit der Maßgabe, daß bei Feststellung des Bbrsxnpretf'es nur die von diesen vermittelten Geschäfte zu berücksichtigen sind.

Berlin, dsn 9. Oktober 1913.

Der Reichskanzler. Im Auftrage: Richter.

Die von heute ab zur AUSgabe gelangende Nummer 57 des Reichsge ehblaits enthält unter

Nr. 4290 den Vertrag zwischen dem Druischen Reich, Italien und der Schweiz, betreffend die Regelung der gegen- seitigen Beziehungen aus Anlaß der Verstaatlichung der Gott- hardbahn durch die Schweizerischs Eidgenossenschaft, vom 13. Oktober 1909, und unter

Nr. 4291 die Bekanntmachung, bstreffend die Aus: führung des Börsengeseßes hinsichtlich der Berliner Metall- börse, vom 9. Oktober 1913.

Berlin 177. 9, den 16. Oktober 1913.

Kaiserlichés Postzeiiungsami. Krüeu

Königreich Preußen.

Seine Majestät Der König haben Allergnädigst gcrnht: den VezirkSrichier im Schuhgebiete Kamermi Max Weise zum Amtsrichter in Stolp i. P. zu ernennen.

Justizministerium.

Der Rechisanwalt Ringe in Hagen (Bez. Bremrn) ist zum Notar fiir den Bezirk des OberinndeSgcrichis zu Cells mit Anweisung feines AmissiYL-I in Hagen (Bez. Bremen) ernannt worden.

Ministerium der geistlichen und Unterrichts- angelegenheiten. Königliche Friedrich Wilhelms-Univrrsität. ** Bekanntmachung.

Aus den Einkünften der bci der UniVSLsiiät Berlin besirhsnden Johann Christian Jüngken-Stiftung sind an Stndierende,

insbesondere Söhne? bon Unibersiiätsprofcssorcn iind bon höheren Staatsbeamien, wsnn sii». bon Liner höheren BildungSansiali mit dsm Zeugnis der NEife entlaffrn smd, wäbrknd ihrer BerlinEr Stndienzeit und auch über ihre Studisnzeit hinaus, brbufs Erlangung einer höheren wisssnsrhaftiickykn Ausbildung, Unfri- siüßungen Von jährlich 900 bis 1800 «16 zu bsrgeben.

Die dem Einzelnen zu gewährsndeUntcrsiÜZi-ng wird immer nur auf ein „Jahr bewiliigt, kann jrdoch demselben Stipéndiaten, sofern er sich bkwcibrt, 4 bis 5 Jahre hintereinanicr zuerteilt wsrdcn. Zur Zeit der erstmaligen Bewrrbung muß der Aniragsieiisr jedenfalls aiif der hiesigen Uniberfität immairikuiiext sein.

Studierende haben ihrer Bewerbung das Zeugnisdér Rrife, das

Anmeldungsbuch. die Abgangszeugiiiffe etiva früher beiucbisr Unibcr- siiäten und ein Dekanaiszsugnis, in Welchem aiisdxxücklich bsrbor rhoben sem muß, daß die Prüfung behufs Bewerbung iim eine UnterLiühung aus der Johann Christian JÜngken-Stiftung 6712191 isi, beizufügen. Uebrr die Vermögens- und Einkommensberbäliniiie der Eltern ist ein amtliches Zeugnis oder eine Erklärung des Vaiers Vorzulcgen. ' Wiederbewerbsr, welche nicht mehr auf der biesigsn Unibrrsiiät immatrikuliert sind, müssen ihr Reifezeugnis, ihre Unibrriiiätsieugniffe sowie Zeugnisse über ihre sittlichs Führung und ihr? wisisiisrhaitlicbr Tüchtigkeit einreichen. _

Das Kuratorium i1i gußerdém bsrecbtigt, Von jedem ererbrr vor der„Verleihung einen Ungebrnden Bciichi Über seine wissenschaft- iicbe Tatigkeit sowie eine Darlegung feinst: wiffenscbaftlicben Ziele zu erfordern, kann auch im Falle der Bswerbung um eine erneute Ver- leihung einen Bericht über die StUdien des leZibergangenen Ver- leihungsjabres Verlangen.

Bewerbungen um die für das Jahr 1. April 191415 zu ver- gebenden Unteritüßungen find schriftlich an den unterzeichneten Vor- sißenden des Kuratoriums bis zum 31. Dezsmber d. I. ein- zureichen. _ Abzugeben im Zimmer Nr. 8.

Berlin, den 16. Oktober 1913.

Das Kuratorium der Johann Christian Jüngkcn-Stiftung.

Der z. Rektor dir UniVZrsität. Planck.

Ministerium des Innern.

, Der Geheime RegierungéZrat Dr. Bauer und der Re- gierungMffeffor Petersdorff in Allenstein sind zu Mitgiiedern des der Regierung in Allenstein angegliederten Oberversiche- runngts an Stelie der von diesem Amte entbundenen Re- gierungMffefforen Eckardt und Heffter ernannt worden.

Angekommen:

Seine Exzeilenz der Präsident der Hauptverwaltung der SiaatKséUllben, Wirkliche Geheime Rat 5 on Visck) o ffsh au s en vom r au .

Yichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 17. Oktober 1913.

In der am 16. Oktober 1913 unter dem Vorsiy des Staats- ministers, Staatssekretärs des Innern Dr., Delbrück ab- gehaltenen PlenarfiZZung des BundeSrats wurde der Vorlage, betreffend eredelungsverkehr mit Röhren aus schmiedbarem Eisen zur Herstellung von Gösteinsbohrern, die Zustimmung erteilt. Zur“ck nnahme gelangte ferner die Vorlage, betreffend Veredelungsverkehr mit ausländischem Pflanzen- wuchs usw. zum Reinigen, Bleichm, Zusammenfchmelzen, Färben und zur Herstellung von Wachswaren. Den zuständigen Aus- fchüffsn überwiesen wurden die Rechnung über den Haushalt der Schutzgebiete fiir das Rechmmgsjahr 1908, dsr Entwurf neuer Muster für die Salzstaiistik, dic Aenderung der Be- stimmungen zur Ausfiihrung des Weingeseßes, der Entwurf von Vorschriften zur Ergänzung der Eichqebiihrenordmmg vom 18. Dezember 1911 und der Entwurfs einer Bekanntmachung, betreffend den Zinsfiiß fiir die vericherunastechnischsn Be- rechnungen der Reichsversicherungsansialt für Angestellte. Dem- nächst “wurde Über die Besrxzimg erledigier Stellen bci den Kaiserlichen Disziplinarbchörden sowie iiber cine Reih? bon Ein- gabrn Beschluß gefaßt.

Nachdem durch die Bernfung des Bischof?- Dr. von Hartmann auf don erzbischöflichen Sinhl von Cbln dcr bischöfliche Stirhl von Miiiistsr znr Erledigimg gßkommeii, hat nach Maßgabe dsr bestehenden Vorschriften am 7. Mai 1913 durch das Domkapitél zu Münster die Wahi eiiies nsnen Bischofs stattgefunden, die anf den Kapitularvikar Domherrn Johannes Poggenburg gefailen isi. Dieser hat diirch Päpst- liches Breve vom 4. Juli 1913 die Vcstäiigmxg 5111“ Ausübung seinrs bischöflichen Amtes erhalten.

Seine Majestät der Kaiser und König haben mittels Mlerhöchsicr Urkunde vom 24. Septrmber 1913 dem Bischof Johannes Poggenbiirg die nachgesiichis landesherrlichc An- erkcnmmg als Bischof von Münster zu erteilen xirrUht. Die Urkrmde ist dem Bischof am 15. Oktober 1913 durch BLU Oberpriisidenten der Provinz Wcsifcilen ausgehändigt wordén, LiachdLM der Bischof ÖM diirch die Verordmmg vom 13. F9- bruar 1887 Vorgeschriebenen Eid abgeleistet hai.

Diejrnigcn Prrsönlirhkciien, die diirch Abgabe 11011 Karten Jhrer Majestät der Kaiserin und Königin ihrs Glück- wünsche zu Allerhörhstdcren Grburisfest darzubringcir beabsichtigen, kömien die Karton am Dienstag, den 21. d. M. von Vormittags 10 Uhr bis Abends (7; Uhr und am Mittwoch, den 22. Oktober cr. bis Mittags 12 Uhr im Königlichen Schlosse in Berlin, im Portal 4 links, und in Potsdam zu dLUsEibLn Zeitcn im Königlichru Stadtschlossc in der Eci"? am Lilstgarikti, am Aiifgang ziir friihcrcn Wohnung Ihrer Kaiserlichen Mid Königlichsn Majestiiien abgeben.

Laut Meldung 589 „W. T. B.“ sind S. M. S. „Eber“ am 12. Oktober in Corisi'o-Bai) (Guinea), S. M. S. „Vinsia“ am 15. Oktober in Rio de Janeiro, S. M. Flußkßi. „Tsingian“ an demselben Tage in Hongkong Und S. 9.11.S. „Gcisr“ am 16. Oktober in Triest cingéiroffsn.

S. M. S. „Heriha“, die in drn nordmnrrikanischcii (336- wäffern weilt, hai Befehl erhalten, ziim Schiiizc der dcnischsn JUiLkLffLU in Mexiko nach Veracruz zii gehen. Sie wird spätrr dnrch S. M. S. „Bremsn“, den Stationär iii den amerikanischén Gcmäffcrn, abgelöst werden,

Baden.

Iiiis Anlaß drs 25jiihrigen Regiériiiigsjiibiiéinms Seiner Majestät drs Kaisers und Kbiiigs hat das Ministerium des Innern, wic „W. T. B.“ 11101591, aiif Grund der ihm iibertragciicn Begnadigungéözuständigkeit in 45 Fiilien Strafncichlaß, Siraferlas; und Strafaufichub aiif Wohlbcrhcriicn einirsten lnffsn.

Oefierreich-Ungarn.

Gestern nachmittag fanden sich Vrrtreicr der beiden Gruppen des Großgrundbesihcs in Böhmcn bei dcm Mitiistsr- Präsidenten Grafen Stiirgkh znr Eröffnung der Konferenz 11er die Berständignngsakfion fiir Böhmencin, an drr auch der Minister des Innern Freiherr von Heinold und der Statthalter von Böhmen Fürst Thun teilnahmen. Wi? „W. T. B.“ meldet, knüpfte sich an die eingehende Darlegimg des I)iinisterpräsidenien 1":er Gegenstand und Ziel der einzn- leitenden Akticm eine längsre Erörterung, wiihrend deren die Vertreter beider Gruppen ihre Vereitwiiiigkeii zur Teilnahme an 5211 Ausxileicherverhandlungen aussprachen und ihrer Ueber- zeugimg Ausdruck gaben, daß die wertvolle Mitwirkimg des Statthalters Fürsten Thun, der sich als unparteiischer und viel- erfahrener Mitarbeiter an dem AUSJleichswsrke bereits bewährt habe, auch weiterhin gesichert bleibe.

Frankreich.

Dsr Präsident Poincaré- hat gestern brieflich vom fran- zösischen Konsul in Cartagena die Antwort des Königs v on England auf das Telegramm erhalten, das der Präsident Poincarés und dsr König Alfons nach dem Besuch des „Jimincible“ an den König Georg gerichtet hatten. In dsr Antwort, die erst nach der Abreise des Präsidenten in Cartagena anlangte, drückt der König seine Freude über den Besuch der beiden Staathoberhäupter an Bord des „Jnvincible“ aus und fiigt hinzu, daß er sich von ganzem .Hsrzen Ihren Versicherungen herzlicher Freundschaft anschließe.

_ Der russische Minister des Aeußern S as onom, der gestern in Paris eingetroffen ist, wurde am Nachmittag von dem Prä- sidenten Poincaré empfangen und hatte sodann mit dem Minister des Aeu ern Pichon eine längere Unterredung. Wie „W. T. B.“ me det, erklärte Sasonom später einem Bericht- erstatter U. a.:

Rußland wünsche gleich allen Großmächten eine li Befestigung des Friedens im Orient. Er glaube, daß gkeéist YYY Balkanftaat verkennt, welches gemeinsame Jntereffe mit dieser 6 e- festigung des Friedens Verknüpft sei, was allerdings durch angenommene Gewohnheiten und einander widerstrebende Interessen erscbwrrt worde Rußland habe den lebbaftesien Wunsch, dem O3manisch8n stché eine normale und gedeihlicbe Existenz auf der gegenroärtigen Grundlage zu erleichtern; dazu seien innere Reforrmn un. abweislich. Als Nachbar der Türkei habe es nur den einen Wunsch auf dem eigenen Gebiet nicht durch die Rückwirkung etwaigkr Ruby: störungen in der Türkei beunruhigt zu Werden. Rußlands Offensicht: liche Selbsilosigksit siehe mit einrr anten Verwaltung der türkichen Interessen der asiatischen Türkei im Einklang. Was die Baikanstaaien anlangk, so werde es zweckentsvrkckyknd sein, ihnen dnich die den Großmächten zur Verfügung sirhcndkn Mittel die noiwcndige Rub? zu erleichtrrn und ihnen insbesondsre srnanzieUe Krisrn 111 ersparr-n. Er könne* die zwischén irn Großmächten aufercht erhailrnx Vrrbindang UU! bkgriißen, duch die manch8rlei Verwickiimqsn bintangehaltcn worden seirn. Rußiaiid habe in boiicr Uebersin. stimmung mit seinen Vcrbündetrn und Frsnnden séine Kraft iii drm Dienst drs Friedens gssielit. Dix europäische Diplomatie babe srit einem Jahre ein gemcinsamrs Zick berfolgt und das Ergebnis sei ge:- eignet, überall Voreingenommenbeitm zu zerstreuen.

_ Der Ministerrat hai gcstsrn die Eröffnung der Kammern auf den 4. November festgeseizt. Darauf sprach der Minister ch Arnhem Bichon iiber die aiiswärtigs Lage, insbesondere iiber die Reiss des Präsidenten nach Spanisn imd iiber die praktischen Ergebnisse, die man erwarten dürfe von dieser neuerlichen Bekundimg der Gefühls dcs Einvernehmens und der herzlichen Freundschaft, die dir Beziehungen zwischcn den beiden Ländern regeln.

Dcr (Hrnrral Faurie, kommandierendrr General des 16.21rmc910rpS, ist, obigor QULÜL zufolge, wegen eines VffMLU Bricfes, den cr an den Krisgsmiiiistsr grrirhiei hat und 111 dem er den vom Generalstabschef Joffre grgen ihn erhobßnen Vbrwnrf drr Uiigesciscklichkeit zuriickwcist, von ssiner Steilimxi enthoben worden. Es wird oinc Untersurhimg wegen Versioszrs gegen die Disziplin «egen ihn cingeleiiri Werden. Der Divisionsgeiieral 111150101198mriir von Lyon (Tourbebaisse, kommaiidicrendcr Gcncrai des 14. Armeokorps, ist verabschirdei, der _ Dibiiionsgcncral und kommandicrcnde (Zienerai des 17. Armeekorps Plagiiol, der General Bessel, Kommandeur drr 31. Dibhioii, und dsr Brigadegeneral Alba sind ziir Disbosiiion gcsielit wordrii.

Griechenland.

Doi, Kiiiiig Korisianiin ist gcstcrn bon .*)iiidolibbs abgereist, mo cine P(LMÖS staiifmid. fiihr dcr Köiiixi iiaci Drama WLiiLi'.

* Dic Fricdcncheicgicrirn gingcn gLsU'M drii Trift dcs FrirdensbcririixicZLiitimirfs diirch. Wir „W. T. B.“ mridct, Wiirdrii sich dir Drirxiicririi 111101“ bcsiimmio Ariii'rl' einig, jedoci besteht iibcr allsZSi'OkÖMiiick) wichtigr Pimkie, wie iibrr dic Vakiiffrage iioch kciiic 1[cbGreiiistitniiiiiiig, und es Wiirdc daher bcichiosscn, dis ,Vciiiiffrrige bis Sonnabend aiifzusrhicbrn, wo der drittctiiriifthe Delrgicrtr,Scna Eddin, in Athen eintrifft.

Ferres nach Kiiiichiiiiiiags

Rumänien.

Wie die „Epora“ ankündigt, wird drr (Ziencraistab drm: nächst dem Kriegsministerirtm eincn Entwarf znr Reorgani- sation dcr rumänischen Kavallerie und Artilicrir vorlrxicn. Die erorm soil sich auf die Erfahrimgcn, dic wäh- rend drs rmniinischenEinmarsches ixiBulgariengemachi morden siiid, stiiizcn.

Bulgarien.

Die bulgarischen TWPPLU [1011211 gestern, wis „W. T. V.“ mcidci, Mustapha Pascha wicder beseizi.

- Das iirisgederiri)t hat xicsirrn das Urteil gegen den Lirihadekommmideur, Oberstsn Pcteff xicfäilt, dcr wrgen Vcrimchliissigmm seiner miiiiärischsn Pflichtrn im Kampfr Mixen dic (Griechßn bri Lahana angskiagi war. Oberst Poieff wurdo ZU vicr Zcihrcii Kerker, Degradation mid Vrrliist dcr biirgrrlichen Rcchie vcriirteilt.

Albanien.

Dic Internationale Konirollkommisfion trat gestern in Balona zn iOWL' ersten Sißnng zusammrn mid cricdigte diE «xorarbciien fiir die spiiwre 11121110klsch0 „satixiisii,_ die nach bei EUWUUUUJ dcr albaneyischcn Delegiertßn, die 111 eimgen Trigon ersoigcn diirfte, anfgenomtnen Wird.

Amerika.

Dcr Präsident Wiison Erkiiirte gestcrii, wic „WTLB.“ meidet, in einer Rede iiber die Lage in Mexiko, er sei 1111- widerruflich entschlossen, abe Verbiiidungen mit der Regiermiii .Hiiertas abzubreckwn. Man erwäge andsre Maßnahmen, Um in Mexiko den Frirdeii wicderherznsirilcn.

_ Nach einer vom „W. TB.“ verbreiteten Meldung aus San Domingo hat die doriigsRegicrung infolge desWieder- ansbmtchs der Revolution den Ausländern geraten, Puerto Plata zu verlassen.

Afrika.

Wir amtlich mrs Melilia gemeldet wird, haben gestern 500 Mauren in verflossener Nacht die Von den Spaniern vor zivei Tagen bei Hnrhacen befehle Stellung aUgrgriffen. Der Kampf dauerte bis 5 Uhr früh.

Koloniales.

Dem nrii eingesehien Standard-Ausschuß der Kautschitk- kommission des Kolonialwirtschaftlicben Komitces lagen in seiner Sihimg am 13. Oktober die wichti sten beats im Handel brfindliäben Plantagenkaulschuks0ri€n aus Deutßcb Ostafrika zur Ansicht vor. Es wurde beschlossen: .1) Zur Vorbereitang der Schafkyng bon einheitlichen Marken wird zunächst eine planmäßige wms"- schafiliche und fabrikaiorische Priifung borgenommen, WCW? Eigenschaften und Beschaffenheiten die einzelnen Sorielx besihen. Die Ergebnisse der Prüfung Werdrn dann an da» Kaiierlicbe BiologisÖ-landwiriscbafiliche Institut Amani hinausgegebkn, zu dem Zweck, die Aufbereitungsmethoden der hier geprüften Sorirn sowir deren Gestehungskosten an Ort und SteÜe in der Kolonie_)fcsk- zirsi-Üen. Die für diesen Zweck erforderlichen Mittel stellt die Kaut- schukkommission zur Verfiigung. 2) Beim Kaiserlichen GouWrnement bon Deutsch Ostafrika wird beantragi, die Einrichtungen des Kaiser- lichen Biologiscb-landwirtschaftlicbsn Instituts Amani hinsichtlich der wiffenschaitlich-technischen Prüfung des Kautschuks weiter auszugestalkkn und ferner einen Weiteren wiffenfchastlichen Beamten einzustelien, dex die Kautschukgsbiete fortgeseht bete si, aufklärt und Verbeffcrunas vorschläge insbesondere für eine einheitliche Produktion und gleich- mäßige Liefkrungen macht.

Statistik und Volkswirtschaft.

Die deutsche überseeische Auswanderung im September 1913 und in dem gleichen Zeitraume des Voriabrs.

Es wurdcn befördert deutsche Auswanderer im Monat Septsmber

über 1913 1912 Bremen. . . . . . .. 936 775 Hamburg . . . . . . . 941 540 deutsche äfen zusammen . . 1877 1315 fremde Hafen(soweitermittcki) 495 629

überhaupt 2372 1944.

Aus deuis chen Häan Wurden im Srpiember 1913 neben den 1877 deutschen Auswanderern noch 35 284 Angehörige fremder Staaten befördert; davon gingen Über Bremen 19 856, über Hamburg 15 428.

Die Produktion der bergbaulicben Betrijebe iin Deutschrn Reiche im Jabre1912.

Das „";. ,Viertsljahrsbrft zur Statistik des Deutschem Reichs“, Jahrgang 1913, Enthält erstmalig die Ergrbniffr drr diirch Bandes- ratsbeschlnß Vom 21. Dezembrr 1912 abg'änderten Z))iontansiatiiiik. Die Ukbcrsirhien, dic: sicb auf di? Produkrion drr brrgbaalirhen Br- iriebc beziebkn, treten an dir StSÜL der Zilsanitiiénstéiwklgén über di? „Bergwerks, Salinen und Hiittsn“. Trix Libwcirhungrn bon dsa friiheicn Usberiichten brstehen darin, das; die Hütien und RohkisM bkrarbeitkndsn Betrieb? in die Vsröffeniiichimg nicht einbezogen und daß bsi der Befragung an:ere (Griindsäße angeivrndet Wordsn smd. Es wird nicht mehr die gesamir Fördernna, sondern nur die Förde. rung der Verwertbarrn Produkts festgestrilt.

Die Produktion an Strinkohle belief sich auf 174 875 297 d im W811? bon 1,8 Miiliarks Mark, die Prodnktion an Braunkoble auf 80 934 797 r. im Werte bon 175,6 Miliionrn Mark. An Eisen- erz wurdsn 27199944 1. im We'rtc bon 110,1 Millionen Mark, an Blei-, Silber- und Zinkerz 2928 585 t. im Werte bon 59,2 Millionen Yéark grwonnen. Dam kommt dis Förderung bon Arsen-, Kupfer-, Schwef€[-, Wolfram-, Ura11-, Zinn- und anderen Crzkn im Werte von rand 35 Miliibnen Mark.

Dir Jabrksibrderung an rohem Erdöl brtrag 134 986 b im Werte bon 9,5 Millionen Mark, an Asphaltgssiein 96117 1. im Werte von 825 000 «16, cm Rohgrabbit 12532 r im Wsrte bon 335000 «16. Di? Salinen erzrudtcn 6716221 Siedesaiz im Werte yon 17,6 NiiUionen Mark, während sich die Förderum der Salzbergbanbetrirbc auf insgrsamt 12457 726 t. im Wrrte VM 125,9 Miliioxien Mark stellte.

ZUr Arbeiterbewrgung.

(Eins Versainmiiiiig dsr englischen Natibnalen Matrosen- und Hrizer-Unibn bfai, wie dem „M. T. B.“ aus London (18- mrldct wird, einitimmtii b€sch10ff€n, auf Frachtdampfern fiir grohe Fahrt nach_d€m 1. Mai nicht mehr anziibeuern, weiin sie nicht mit einer [eiiinngssabigrn Einrichtung für dr abilose Tele- graph ic versehrn sind,

Aus ZMancbésirr wird drm „W. T. B.“ téirgrapbiert, daß der Strcit zwischrn Arbriigrbern und Arbritern in den Baumwoll- svinnereien bon Lancasbire(bgl.Nr.24113.251), der zu einer Ausspsrrung zu führen drbbte, géstern beigelegi worden ist, und zwar aus dem Griinde, wsil die_ Ausständigen in der Spinnerei ,Becbibe" in Boiibn beicbidiien haben, am närhsien Yiontag die Arbeit wieder aufzimrbmrn. Die *.*-[ibeiigeber babsn die Zusicherung geriebrn, daf; fie keins schischie Behandiimg der Arbeiter durch Auf- iehcr duid-Zn werden. ,

Die Zahl der bei dizn Rio TintO-Bergwerken aussiän- digrn Arbeiter wird, wie „W. T. B.“ Criährt, amtlich aiif 15000 aniigcbsu. Ausiiändigr mißbmidelten und vérleizten €in€n Arbeits-

wiiligrn. Sonst herrschte Ruhe in dcr Stadt. (Vgi. Nr.245d.Bl.).

iWriirr-x „Sidiistiscbc Narhriibtcn" s. i. d. Erstmi Briiagr.)

Wohlfahrtspflege.

In drm zi'ixidcrgartcn für tanbstumme Kindrr in Brrlin, Sdbhikniiraßr 18, sind mit drm Birrtrljahrswrchiri durch die Abnabc schiiibfiiÖiiger Kinder an Taubitiim_1iirtiansialten wiedcr einige Plätze frei gewordrn. Anmsldimgcn taubiiumrner Kinder vom “1.th 7. chensjabre wcrden wochsntägiicb von 9 bis 1 Uhr Vor- mittags im Kindcrgarien srlbsi odizr Von 4 bis 5 Uhr Nachmittags bon Profi'ffor Dr. Theodor S. Flatau, Potsdainkr Straßc113, Villa 3, LUTJCQSUJSUOMMM. Unbriiiittelten könnrn Freistellen gewährt werden. Auch Kindsr, bis in Folge bon Srbwerhörigkeit oder von berackdebicMn in ihrrr Entwicklimg zuriickgebliebsn smd, sindrn

11 na me.

Kunst und Wissenschaft.

„4. 11". Unicr dem Vorfi _ bon Gebrimrai Hellmann Eröffnete am leßien Sonnabend die ., Hssellichafi für Erdkunde“ ihr Studisnjabr 191314. Nach Vorlage rinigkr litrrarischsn Nsubeiten, ZUMList wiffensrhaftiicbcr Brrirhte Übrr Forschungsreisen, gsdackyte drr Vorfihxndö in ebrsndrm Nachruf des jünzist brrsiorbrnen Profeffors Vambeéry - Budapest, der [7017 kincm Z).)iensckpenalier, als Derwisch derkleidyt, eine damais die geographisihe Wiffrnschaft fördernde Reise YUYch Cbiwa, Barbara und Turkeiian ausgefüibt und beschrirben, water fick) dem Studiam der Sbmchrn des Orißnts zugewandt hattr. * Den Vortrag dss Abends hielt der Profrnor Dr. Tb. Koch: Grunberg, Freiburg i.B., über seine der Erforschung der Orinoco- Queüen geltende Reise durch Nord-Brasilien zum Orinoco, 1911_1913. Unter Vorführung zahlrricber Licbtbiider bon drn darckpwabderten Landschaften gab der Vortragende eine lrbendigr Dar- sirllung séiner im Juli 1911 von Manaos am Amazonsnstrom aus begonnenen Expedition. Damals hi'rrscbte dort noch ein leb- haftes Treiben: Die böse Kautschukkrisis hatte sich noch "Wbt _ bemerkbar gemacht. Der Reiiriide fuhr zunächst den Rio NLJW und dessen Yrößten linken Nebrnstuß, den Rio Branco, Ws Einem [einen Dampf vote aufwärts bis nach Sao Marcos.

0161)? Dampfer diencn dort in ersirr Linie zum Ochsentransport.

Egleiiet smd sie mrist noch yon Lastkähnen. Eine Straß? längs des 1,0 Negro zu baurn, hat man einsiweilrn wieder aufgeben müssen, weil sie auf weite Strecken hätte durcb Urwald und durch ein Gebiet L?subrt Werdcn müffen, wo noch .Wildstämme' [eben, die "OÖ 1905 leider zu Greueitaten gegen sie Anlaß gcgsben haben. Dinge, die fich in Zukunft allkrdings Voraussichtlich nicbt wikdcr- Olen werden, nachdem di? brasilianis e chierung für die Indianer LÜULn'„Protektor“ ernannt hat. Es esicht daher die Hoffnung, das; man in nicht ferner Zukunft das Gebiet bis zur (Grcnze v-'n Britisch

“WMF: wird minder beschwerlich und ungefährst ccforschrn können.

en Nto Branco bsgleiten auf beide'n Ufern Sern, ssine von rechts "Nd links ibm zusjrömenden zahlreichen Nebenflüsse sind noch vöUig Ybekaynt, Am mittleren und unteren Rio Branco, wo nur spärliche i«siediung vorhanden ist, wird schon etwas Kautschuk gewonnen. In e[em Janzen Gebiet herrscht der Gegenfah bon Sabanne und Wald. 1“ abrend am Rio Negro noch Sonnsnsckyrin und Regen abwycbselten, Kl am Rio Branco Vom Srptcmbcr 1911 bis Januar 1912 „kein bCJW- Die Sabanne war ausgebrannt, Viebsterben und Waldbrande egieiteien die Trockenheit, ihre Fokge war eine vom Februar bis ZZNJUU Fmbalfende Hungersnot. Der Dampfer brachte die Expedition änbakbsi bis nach Caracarabv. Dann waren, unter Erschwerung diescr ükx eit durch die Stechmückenplaae, die Schnellen des Flusses xu iLLTWinde-n. Am 1. Juli wurde Sao Marcos endlich erreicht. Es

g “M Zusammenfluß der beiden Queufiüffe des Rio Branco, des

Uraricuera und des Tacutu, und bildet den Mittelpunkt einer staat- lichen, brasilianiicben Viebdomäne. Auch Private Viehzüchter haben fi_ch dort angesiedelt. In ihren Händen befinden sick) zwar Von der 351 qkm großen Domäne nur etwa 8 (]](111, aber Von dem Gesamt- viehbeésiande bon 18 000_20000 Stück gebören der Rrgieruna nur etwa 5000. Makuschi- und Wapuschana-Jndianer smd die Vieb- birten. Die_bydrograpbischen Verhältnisse des beikts jknsrits Sao Marcos sind aaßetsi verwickelt: Der bis zur Grenz“, bon Briiisck) Guayana zu beriolgende Tacutu nimmt Vor seiner Mündung in den Rio Branco den Summa auf. An drffeiz 345 m breite Mündung tretrn Gebirge dicht heran, und an seinen Usern erbebrn sich 6-8 111 hohe Tonhügel. Das Tierleben dieser Gegend ist spärlick). Es beschränkt sich auf Reiber und Leguane (Kammxidecbsen). Tie Besiedlung istspärlicb. Alle Flüsse zeigen viele Stromschnellen und Katarakte. Zur D,u1chiranderung des ausgedehnten Gebietes wurde die Zeit bon Juli bis Nobember 1911 benötigt. Die Reise fiibrts nördlich drs Uraricuera bis zum großen Sandsteiuqebirge, das aiif drr Grenze bon Venezurla, Brasilien Und Britisch Guayana [i(gi. Diss Roroiina genannte GLbirge bildks eins chJkakteristische Wasier- imd Wktterscheide. In seinem Süden wahrend der Rrgmzsit überschwemmxe, unpaifierbarr Sabannen, Briixberde zablioier Sirrhmiicksn, in ssinem Norbrn, jensriis drr Was1erschride zwiicbsn Amazonas und Oiinoco, eine schöne Grbirgs- gegend. Es war Mitte Skvtember, als man das Roroimaßrbirgß erreickyie Dec einziiie weiße BEZlEitEk Professor Kochs, HSNUIUU Schmidi aus Wittstock, batte, vorausgeiandt, den Eingeborenrn das nahe beborstebrnke Einircff-xn der Expedition angkkändigt, wclche als- dann von dirsrn Yast noch unberiihrtrn Naturmx-nscbcn in der frenndlirhsirn Wiriie aufgénommrn witrdr. Ganz unbekannt mit der W811 außerhalb ihrer Wobnfitzé Waren iir aÜerdings mitnichten; denn Es ergab sich, adWeichcnd bon drr bfteis grhbrien Brhaupiuna, die Indianer b-Ziäßen kiin€ Urberiirferumi, daß in guter imd freundlichsr Erinnerung hier drr bor fast 80 Jahren Erfolgte Besuch der deutschen Forsihér Richard und Robert Schomburgk lebtiz. Das Rowimagebirgc sirigt in zwri Felskoloffcn bis zu etwa 1500 m über das umgebsnde Tafilland auf. Es bildst zwei Sandiirinwäiie mit abgeflacbtkn xGipfeln. Vom west: lichen Fels€;1 stürzt dsr Fluß Kukanang herab, der in den Caroni, einen Nebsnflufi des Orinoco, fäÜt. Er biidei Linen 400-500 m hohen Waffsrfall born FLksen bsrab und writerbin zabixkirbe Siromichneilen. Am 7. Okidb r 1911 besiiég P ofrxffor KDZ? dem Wohl 2500111 „iibrr Mreresspiegel“ cmporragendcn Gipfel des 5 ordimagebirges. Er wurde zwischsn FelstrÜMinérn aui schmaicm, siriiem ' fade Erklommen und erwies sich iiberraschend als ein bertirfirs Wa erbrckrn, Von dem in doniierndrn Kaskadrn virls Wasseradern zil den Systrmen dss Amazonas, drs Orinoco und des Effequibo siröntrn. Auf der Höhe fand man eine M*ittagstemperatur bon nur + 11%). Am Fuß? dss Gebirges Und auf drn umliegenden Höhen erhcbrn sich die runden, mit spihen Dächrrn ber- srbcnen Hütti'n der Indianer, die sich ji? längrr desto inrhr als liebenswürdige Menschen und als ein schbner Menschrnschlag erwiesen. Kein Wunder! Sie? leben in rinrm (Hebiizt, das bisher fiir den Europäer nirbis Verlockendes hatte, und haben des- halb den ursprünglichsn Charakter und die ursprüngliéhe Sittrneinfalt noch rein bewahrt. Tanz und ein aus Mais und Maniok ber- grsisllier, leicht alkoholischer Trank, dkn fie Kaschiri n:?nnen, crfreuen diese Naturkinder. Vom Rorbima aus, wo man bis ziim 9. Oktober 1911 weilte, erstreckt fich das _Waldgebist, bis zum Orinoco rinerisiis, bis zum M'sere nach Ostkn andererseits.. Drr Gipfel des Gebirgrs isi durch reichen Pilanzrnwucbs ansgkzeichnet. _ Mit 40 Trägern und Trägerinnen kehrte der Vortragende zunächst nach Sao V.)?arcos zuriick, um Von hier aus am 21. Nobembec den Uraricuera aufrVärts Vorzudringen, nachdem man an dem zweiten Qanfius; des Rio Branco dsm Tacutn, noch in Erfahrung g(xbrachi, daß dissem dsr Parime zuitrömt, der seinerieits “den Mayairi aui- nimmt, der die ibezisÜe Wassßrscheidc zwischen Orinoco und Amazonas bezriclmei. Dis Flußfahri auf dem Uraricuera wurd? der ivestwärts vordringcnden Expcdition wiederum durch Siromschneilen und Katarakte außerordentlich i'rschwcrt. Vielen der indianischen Brgleiter drs Forschers war dies Gebiet noch gänzlich unbekannt. Die Boote mußten oft cntiadsn, die Lasirnö auf Umwrgrii befördsrt werdcn. Beisvirlswrise sjiirzt der Wafferiail bon Parumani? aus 25 bis 30111Höhe herab. In dirsem ganzen Gebiri fehlt das Haubt- nahrunasmittkl TSL? Indianer, dEr Yicmiok, was Professor Korb srini: ganze Energie aufzubieten zwang, nm die Lrute zusammenznhalken. Hirt traf man guck) auf die .Wildstämme“ drr Schiriaiw, der ?lnakc und der Kaliana. Erstere sind Nomadcn. Sie grhsn bis zum Qiteiiaebict dSs Orinoco hinauf und übsrfalirn häufig die Anashbiigeii andcrcr Stämme. Am 25. Jaimar 1912 wurde der Aruyaffu Lkr€1cht, wo man auf den Stamm drr Zixknana traf, und am 26. Februar Wandtr fick) die Exprdition ins Quellgkbiet dcs Calibra, dessen Wasserscheide unter großrn Schwierigkeiten zu übrr- schreiten war. Tro der sehr hoben Lags hrrrschen in diesen Gegendrn Malaria, [Wenterie und Kaiarrhe. Den Winter ber- lrbte man bsi dM „wildrxi“ Jburuana, mit dcnrn dir Cxprditibn ohne eigenes VersÖuiden in Händel gerist. Nunmxbr wwlits Profrswr Korb zum Quellgebiet drs bish€r unbekannten Orinoco- Nebenfiuffcs Ventuari Vordringen, wobri morasiigks, bdes (Gebiet zu kreuzen war. Man kam Ends Srpkember 1912 auf drm Wege dahin wohl bis zum Araricuera, der ins Ama- zouasgebiei gehört, aber es gebung nicht, bis zu dessén Quellgebiet, das boraassichtlich auf der Wasierscheiic ziim Vrniuari liegt, Vorzu- drincxrxn. So sah fich dic Forsckyimgskarawiinc Endr Oktober zur Umkchr genötigt, um so mehr, als zu bsfürrhtkn stand, die Maku- Jndianrr, die man zu erreicbrn strebte, würden sicb Yiannschaftkn zu stLÜEU Weigern, um die Ex (“dition durch das Gebiet der von ihnen arfürubtsien „wildrn“ S iriana wieder hinduribzubringrn. Man kam also mir bis zum Jatepe, einem Zafluß des gssuchtcn Ventuati. Das Quellgebiet des Jatrwc krruzend, gelangte man dann später zum YiündunJSdelia des Veniuari in drn Orinoco- lauf. Auf dem Wegs dahin fehlte es zwar nicht an Wild, abcr an der für die Eingeborenen ivichtigsten begrtabiiiichrn Nahrung, drm Maniok, Am 1. Januar 1913 War dsr Orinoco crr€icht. Alsdann ging es über den Cassiqniare zurück zum Rio Négro. Am 15. März traf Profcffbr Korb wiedcr am Ausgangspanki seinrr Raise, in Manaos, ein. Nur durch eine großc geographischr Expedition ist nach des Vortragenden Ansicht das Problem der Orinoco- quellcn endgültig lösbar. Sie müßte mit sehr rcicblicben Vor- räten an Lebensmitteln versehen sein, weuiaer mit Tauschwarcn. Sodann müßte sie unbedingt über eine feste Mannschaft beifügsn, da auf Wechselnde Träger- und Trägerinnenkolonnen kein Verlaß ist. Ferner müßte die Expediiion zugleich bon Venezuela und vonBraiilien aus operieren, und ibre beiden Abteilungen müßtrn cinandcr in die Hände arbeiten. Erst dann könnte man hoffen, in das eigentlickye QurÜgebiet dis Orinoco borzudringen. _ In den Worten lsbbaften Dankes, die Geheimrat HeÜmann nach Schluß des durch großen Beifall gelohnien Vortrages Profeffor Korb-(Hrünberg aussprach, durfte er mit Recht berborhebrn, daß seit den Tagen Alexayder bon LilMl'Oldts gerade deutsche Forsckpsr zur geographischrn Krnntnis üdamerikas Wesentliches beigetragen habrn.

Geologiscthentralsiclle für die deutschenSchnizgebicte.

Seit dcm 1. April 1912 besteht bei der Königlich preußischen Grologiscben Landesanstalt in Berlin U . 4, Invalidenstraße 44, als besondere Abteilung eine geologische Zentralstelle für die deutschen Schußgkbieie. Die Aufgaben der Zentralsieüe, der die Geologische Landesansxalt die Dienste ihres wi rnicbafilicben und Vor- waltungspersonals gewahrt, bestehen 1) in der Si tung, Bearbeitung und Aufbewahrung des ihr Von der Kolonialberwaltung oder auf deren Vcr- anlaffung übergebenen und des anderweitig aus den Schutzgebieten bei ihr eingebcndcn mineralogischen und geologischen Materials, 2) in der Erstattunkx mincraloaischer und geologischer Begutackytungcn, 3) in der Veröffent i ung wiffensävaftlicber Aufsäße iiber Mineralborkommen und geologi cbe Verhaltnisse in den Schuizgebiet-m im Einvernehmen

mit der Kolonialbrrwaltung, 4) in der Herstellung oder Prüfung geologischer Uebersichtskatten und Sonderdarsteaungen aus den Schutz- gebieten sowie Mitwirkung bei der Verbffxntlicbung solcher Karten, 5) in der Unterhaltung und Vervollstandigung einer öffentlichen geologischen Schausammlung, 6) in der Beratung und Belehrung bon Beamten, Gelehrten und anderen geniigend Vorgebildeten Per- sonen, die der geologischen Zentralsteüe von der Kolonialberwaltung überwiesen odrr empfohlen werden, 7) in der Fürsorge für wissen- schastliche Vorlesungen über die Geologie der Schukgebieie und, so- weit erforderlich, für anschließende Uebizngen. 'Der Schriftwechsel der geologischen Zéntralsieüe erfolgt unter ihrer Firma.

Literatur. 51" iirz-x Aiizrigcn nrii crsrixiriiciirr Sibrificn, drrsn Brsprribimg borbrbalica bicibi.

!

Eiiijriiiiiiigcii sind 11111“, „ZU “dir Yi'sdak'tibii, Wilhelm- iiraizc 32, 311 richter]. RUrkWiidiiiig sindi'i iti kCiULm Falls staii.

Nexxzritliéhes Schulwesen. Unter Mitarbsit bon Professor Dr. Gaiipär und Direktor E. Hsnschen herausgegeben bon QF. Hoppe. Stuttgart, Fklix Krais.

Merkbüchlein fiir Handelsgewerbeireibende, deren Angrstellte und Polizeibeamte. Zuiammengrstkllt unter be"- ionderer Berückfichiiznng der siatutariscben Bestimmun an für Berlin,„(€barlbtienbnrg, Schöneberg, Neukölln und L*cbien Erg Von E. Saifran, Königl. Polizsileutnant. 0,50 „15. Berlin 117. 10, J- Giittcntag.

Laud- und Forstwirtschaft.

Geirridebandel in Rumänien.

Ami) im Monat Sebiembsr gksialtete fick) drr Wiit'erungs- Verlauf für 'die Interrffcn drr rumäiiischrn Landwirtschaft durchweg giinstig. WEnn ßieicbwohl die allgemein erirarikte Neubelebung des Grirkidegesrhäfis an der unteren Donau noch immxr nicht ein- getr€ten ist, so muß dies auf eine Reih? bon Ursachen zurückgeführt worden, die teils allgemsinrr, teils [okaicr Natur find. In Schiff- fahrtskreisen bsrrsrhke noch immcr Weitgebevdrs Mißtrauen im Hin- blick (mf die Möglichkeit eini's m-usn Konflikts zwischen (Grircbenland und der Tückei und 811181! 1101161! Dardanelirnsperre. Die Zufuhr nach den obsxenDonaubäfsn wiirde, abg€s€hcn bon dcm bis vor kUt'sz im ganzen Lande berischrndi'n Waggonmangei, durch die zur Bkkämpfung drr Cbolrrai-bidrmie berhängten Sperr- und sonstigen Maßnahmen sehr €richweit. Dagkgén machten fich in den Hafenpläßrn (Galas und Braila mehrfache Axbciierausstände in sehr iiörrnver Form gritend. Erst grgen Ende 1789 Monats begann die Zahl der in der unteren DOUÜU Ladumx fuchrndsn Dampfer sich langsam zu heben.

Die Nachsragc nach Wrizen blieb andaurind gering. Nur nach Italiczn kamcn einige Abschiüssß ziisiande, während die aus Antwerpen eingelaufrnen Nachfragen drr Preise wegen obne Ergebnis bleiben mußten. _ In Roggsn wurden Vereinzelte Geschäfte nach Hoiiand abgeschlossen. __ Für Gerste zeißie sicb gcgen Miike des Monats plöleich regrrrs Jntsrrsie bon seiten Deutschlands und Englands. Gegcn Schluß des Monats wurde jedoch auch in diesem Ariikrl das Geschäft wieder flaurr. Tir Ankünfte smd regelmäßig. Die bIben Preiss las1rn irisch krin lsbbaiterrs Geschäft aufkommen. _ Dasselbe gilt für den Niais, Von dem nur einige Partien auf svätrre Liefrrung nach England gehandelt wurdsn. _ Dieselbe einen höheren Umfaß Verbindemdc Preislage zeigte sich auch im Hafergsscbäit. Fiir Einige Posten, die zur Deckung früherkr Vorderkäufe nach Lybien und Tripolis disnten, wurden Preise gezabit, die anderwärts nicht zu erzielen Waren.

116er Salina seewärts gelangten in der Zeit Vom 1. bis zum 30. September zur Ausfuhr: Weizen 66 681 i:, Roggen 2846 r„ Mais 30055 1, Gerste 32 454 t., Hafsr 921 1.

Der Frachtknmarkt lag zu Beginn drs Monats ziemlich fest. Später seizte 61116 langsames Abbröckelung ein. Es wurdrn gezahlt Rotterdam/Aniwerbcn 11I6_13,'_, Hamburg 12/6, ;D;- [151111] 011Ü1'T0k8 Salina 13/6-14,'_.

Die Preise strikten fich wie folgt 811“ Kontinrnt für 1000 RZ: prompt:

Weizkn 78,379 3 % Donau ....... 80,81 2 % 1603161. Roggen 72973 . . . . ........ 118. „, 7475 je nach Z).)kusirr ..... ., 126,129. Grrsik 60,61 . . . ]16. 67,568 nacb Probe 128130. Hafer 44,45 ............. . 114. Mais Galfox „. . . . . . . . . . . . , 1141115. . ., Nobember,Dez€tiib€r d. J. . 111. Cinquantino .......... 150. (Bericht des Kaiserlirbkn Konsulais in Gaiah Vom 10. Oktober 1913.)

„16 155-1513.

Nr. 82. des „Zrntralblaits der Bauberivaltung“, brraus- gegebrn im Minitrcrium der öffentlichen Arbriten, Vom 15. Oktober d. I., hat folgsndrn Inhalt: Amtliches: Runderlaß Vom 15. März, 7. M*ai Und 11. Septsmbrr 1913, betrrffcnd Belohnungrn an „Wasserbanarbeiter'. _ Runderlasz Vom 26. Septsmber 1913, be- treffend die ReiÉTkosi-xn der Vertreirr bon Ortsbaubeamtin. _ Dienst- 11achrichien._ * ichtamtliches: Dir Neubautsn dsr niedergebrannten Teile Duderstadts. _ Ueber die Verivendung bon Schleppkaßen und SwiÜen beim Verbolen der Schiffe. _ Uebsr eincn Versuéh zur Her- stellung einer Herdmaurr durch Einspritzen von Zernent. _ Ver- mischtes: Auszeichnungsn. _ Neubauten der Technischen Hochschule in Dresden. _ Wettb-Zwrtb zur Erlangung bon Plänen für den Bau eines Kaiser-Wilbelm-Volksbauses in Lübrck. _ Eisenbetonprobrkötper für Sammlungen. _ Generalfiedlungsplan fiir den Regierungsbrzirk Düffcsdorf. _ VäÖersÖau.

Theater und Musik.

Königliches Opernhaus.

Im Könileichen Opernhausc begann gestern Enrico Caruso sein auf vier bende bercchnrtes diesjähriges Gastspiel mit dem bier schon häufig Von ihm gesungeney Nadames in Verdis Oper ,A'i'da_“. Die Wahl gerade dieier Partie zur Eröffnun seines Gasispiels darf als Huldigung dss großrn italienischen &ängerö box den Marien des großen italienischen Tondichters gelten, denen bundcrijäbriger (Geburtstag vor kurzem in der ganzmr tnufikaiiiÖM W811 gcfricrt wurde. Eine festlick) geklsikcts nnd gestimmte Zuhörerschaft füUts, wie stets bei den Caruso-Gastspielm, das Saus bis auf den letzten Play und zcicbncte den Künstler durcb begei 11311011 Beifall aus. In den iibrigen Haiiviroüsn wirktcn die Damen Mirkley-Kemp (Afra), Arndt-Obcr (Amneris), die smn Hoffmann (Amonasro), Knüpfer (Ramrbis) und Bachmann ( önig) bkrdicnsilicb mit. _Dic Aufführung stand unter der musikalischen Leitung des Gcnrraimusikdircktors Blech.

Jm Königlicbcn Opernbause findet morgen, Sonnabend, das 1. Svmpboniekonzert der Königlichen Kapelle, und zwar unter der musikalischen Leitung des Gcneralmusikoitektots Blech statt. _ Die Symphontematinéie ist an demselben Tage, Milka s 12 Ubi". _ Die nächste Wiederholung von Verdis „Don Carlos“ n der Besetzung der Erstaufführung ist für Diensta?, den 21. Oktober angesetzt. _ Am 19. November (Bußta ), _werden m Konzert des Königlichen Operncbors, wie a xabrlicb, Bruchsiucke aus .Parsiial" aufgeführt.