1894 / 12 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 15 Jan 1894 18:00:01 GMT) scan diff

? M.. «- HKM», :,;Mx-MMWM,» . .- *

M;,

einm sonderbaren Napoleon zu spielen; die Größe des .ge- schichtlichen Mannes blieh in Dunkel gebüax; „man steht bret den Weltbezwinger gleichsam nur zu: mtxmen ock wenn er au die allbekanute Un'orm „tragt. er zwischen seine dernden und keifenden w&tern auf der Feuer- zange, er leidet ganz kleinbürgerlicb Qualen derEfersucbt mzd atbmet friedlich und beha UYU, Wenn er sicb von der Treue_ seme; Frau überzeugt. Herr ei machte Ansäye zu düsterer Tragtk, dle aber auf dem lustigen Hintergrunds der Hauptbandlun nur eine ange- nehme Abwechslung hervorriexen. Die übrigen __onen_, deren der Zettel fast dreißig mit Namen aufzählt, halftn dre Bilder stellen, traten aber sonst wenig hervor. Neues Theater. _ _ _ Die gestrige, Erste" Auffübrung des Schaukprels .Ljchtx' von

effektvolle bmung eines Zauberkünstlers dye Heüerkeet. äulein Cam“ o erfreute durcb den- geszbtckfen ortrag emes von A. Ferron komponierten und hier angelegten BYaYour-Wal, „Erinnerungen an alte Zeiten“. Das von dem axttstts Letter Herrn Binder gut inscenirte, von Herm Kapellmetfter erron met ewobnter Umsicht geleitete Aufführung wurde von den Zuschauern ?eenndlicb aufgenommen.

Konzerte.

Die Sopranifiin Fräulein Marie Klingßnberg aus Olden- burg erschien am Sonnabend im„Saal Bxchftetn zum,erften Mal vor dem hiesigen Publikum. _Ste besxßt eme_ bxsondersqm der_ öbe kräftig klingende und umfangmcbe Snmzne, dte xedoch fux em 0 ent- liches Auftreten noch einer Ueferen Ausbtldung Hedarf. Dte„Vortrags- weise war eine sehr bewegte, „zuweilen xogar m Uebertketbuug aus-

Jaks- Offizieller Strecken-„Rapport der Königljcben Hofjagd tm Grunewald am Freitag, 12. Januar 1894.

K Ei" MW WUSW lis" «WTM ZwkeDc-YYW 5 W ammern un oppe an e en gen an n Mdertbalbftündi er Dauer bei der nach dem Frühstück auf Wloß. bofe Grunewa verrichteten Gesatymtftrecke 49 Schaufler und M «.O M de.. SSMondCerR-„Kexx;

a'e c": e at er an omg u Damjwild entfallen. Wetter war überaus günstig: gelknder Frost und wolkenloser Himmel.

Manuigfaltiges.

Max Stempel nahm einen für den Verfa1er sebr unerfreulichen . tßck Wohl n1cht_ganz obne Berechnung sr ungünstig, daß es schlteßl1ch unter fanrxkxbex des Scbausvtels und ,bausdackerze Reden, die mrt dem (Gang dsr Handlung wexxig oder mchts gémem _ Man vermißt exgen klaren Grundgedanken der Handlung, wdaß der Zuschauer am Schluß ?.“er Stücks ebensowenig wie beim BeLmn wetß, wa§_der Verfaser_ mgt

O enein i_st aucb dle Skrackx, dre 111 dem Schauspikl gersdet wird, häufig Unxéin und rob. Manchmal

Verlauf. Dis Zuschauer beurtbeilten das

wurde. Die Mängel

Heiterkeit abgkleké-nt _ genug. Durrc

find allerdings auffallend

haben. nekmen einen breitem Raum ein.

seiner Arbeit hat sagen onkn.

sch€int es, als dk: dcr Verfaffer dén ZiklM

Schulc nachgestrebt Hätte; x'o in der bkabfichtigten Schildexung sines besonderen kleinbürgerlicbcn Miüeus und tr) dem Bxuzuben, der Handlung eincn feéten Lokalton und dadurch Ltnx klare Ottmznung zu verleihen. Aker die gute Abficht ist, was den Stt'l_und xvas dxe Stxm- mung anbetrifft, nicht recht gelungen; denn_dre7€§_Z:€l kann mcbx einfach durch Ansviülungen aus die kaer „tm gruncn Weg". aux

altmodische Weißbikrwirtbc und Hauskigsntbümsr

Allerdings tragen die Cbaraktere, wknn man fie'st'ixistikch_und lite'ry- risch subsumixrcn wiÜ, eine Entschieden naturalisttyzxße Farbung; St_n jun Lr Back'äüh 5. B. ist so emütlylos und so getstlos, zuglewh to wr aut und WniTCb wie mög ich gsschdldért, »und dcr KommerzxZN- Rath des Schausviels trä t tro? dsr spam auftagchcnkden Herzxnsgute ?Yla eit und Formloztgkert des außerkn

und innern Mcnschkm zUr Schau. Dkr_ schwülxtige Edelmutb und Gesüblx-überscßwang, dis fich im Ttgldg 577871ng817, . durch dis dcn modsrnkn Dichtkrn OLULHTM énergtxckxén Sklkkn: _ Aufdringlicrbkr _ vkranTaßte schlikßlicb das Publikum, die ZyrÜWaleg aurzugebsn, die es anfang-x- an*F-Rückficht auf die muxbig_kampxend€n_ Darsteüér be- wahrte; aber die Ökstkn Kräfté, wie *Fraulkm Y_Toxa Bértsns, äulkin Frieda Brdck und die Pérrén Gaxvart, Jarno,

einc Peinlich kérübrxxn'de tt

biebe nicht EntschUldigt wcrden.

r FIRMEN nmßtst: dsm indaltannkn Stück gegsnubér Tkeatsr Untsr den Linden.

Tem wogcn der Hervorragenden künstlkrische'n Lcistungsn und dkr außkrgewöbnlicb prachtvollen Dkkorationkn imm*3_r noch gkxn gksébene'n und mit [kbdaftxstam Bsifakl Von dem zahlrkxchsn kaucbkrn auf- AuÉ-stattungéballet .Brab_ma' von zum SMM bkkannté

von Offenbach, xeizrollkn Muük _mehr" a[§ wxgen de:? unkédeutendkn harmloskn Libretto::- dcr kagsxxenbext knt- _ . tiven zu rvkrdcn vé-rdis'nt. Namdntlicb ist es kin dw italténtxche Overn- „dann folgen mehrere Grurven von Chorkompofitwncn, aus- GesangH-MYZT parodLLZnZ-H Terzktt, das fiYockÉalsxxckpt MÖNIZÖOYU u ; di? ,'-1' n TUM? zwi! rn€1tm€ un anssas . ' _ _ , ! ' gefielen in dern geschmackvollen Vortrag dss Fräulein BrPch und dss Zmnrtcky Grunseld findkt am Mittwoch, Abends “Z U,.r, m der Herrn Schuler allgsmein. Fräule'in Bt_Ock), dix zuerst an_sch8msnd noch :- mit eins: nicht ganz übxrwundenen Unpä lichk€1tzu kamvsen batte, Mt-

Y'nommknen rbantastiscb-IN „( Monk [.: i sir géng am Zonnabknd eine ältsre, kisr ::Ur noch wsnig TONNE, „Salon Pisélbkrger' dée wegen ibrkr vrickslnden .

erweist.

wickelte als Übkrmütbiges, verliebtes ädchen und

als italikniscbk Diva Sin überraschend großes Soubrettkntalxnt._Den reichgewordenkn Stärkefabrikantkn Pißkldkrgkr. der (:D Rknttex ?smsn Salon zum Sammelpunkt der vornehmsten Welt .mackxn wxg Und stcb bemüht, seinen Gästkn außerlesene künstlenschsx GLUUUS zu bieten, gab mit fröhlichkr Zaun? Herr Matschsg. In, der Rr)le Steinbsrger durcb dle

skins? Ercoms Erregte Hen

t vvm15.Januar, Morgéns.

. d. ').)kccrc'ssp. LZ :: C, Temvé'ratur

rcd. iu Millim.

kn 0 (Celsius

5"(C. »- MR.

Bar. auf 0Gr.

4 bedeckt 1 bkiter 1Regen 1 beiter '_ 4 ßedeckt 4 bedsckt _ .I 1wolkenlo§ "_22

YU“ ?““?-

FhriftZanséné open :- en . Stockbo m , tand:: . o-Zkau . . . Cork,.QueenÖ- town . . . Cherbourg . vlt . . . . burg . . winemünxe Neufakkwaner Memel . ,

WH

“NMMO

„"I „'I (*I

5 bedkckt 3 wolkig 4 NSÖÜ 3 Nebel 3 bedeckt Zwolkmlos __ 8 1 9765811) _17 2 Nebel _ 1 2 beiter 5 1 bedeckt _ 5 1-bedzckt “_ 1 stil] bedeck: _ 1 17wolkenkkj __14 3wolkenl.3) _ 6 '"till beiter -_ 7 2Schncc _10 2 Dunst -_ 6 1 beiter _ 6 2 beiter _ 2 ftil] wolkenloß * _1

““M&- JZD (9) THE LY

EU YE

ünftkr. . . KarlsrUkk . . Wieébadkn . München . . 76? Cbemnis . . 769 Berlin. . . . 765 Wien . . . . 772 Breslau. . . 766 M d'Air . . 766" Nm.: . . . . 769 Triest . . . . 763

UMWMMWM

(?(?) (W («(N ' ck

752 Rséf.

U Nebel, Raubfwst. 7,1 Seßr neblig. ck91.

Uekersicht der Witterung. Eine umfaxtéxreéche Derresfion lief über Norr- !

wkst-Eurwa, M Wirkungékrßis ü er daß Nord- und Oftseegekiet srftreckend, Wabkend der L_xfftdruck über Süd- und Mf-Europa am hochsten 1!_t_. 'In Teutsckpland dauert die' schwache, Voxtrtegx'nd xudlxche und südöstlichs Luétströmung b&thetlenFrer,tbe11§ nebliger Witterung fyrt, wohet dre »emperatyr wieder allkntbalbm gkxtie“en itt, uZd „nux tm cn- deutsehen Küftenßckiete ::t der_ zroxt nark zu- genommen; die Frostgrenze verlamz an der west- deutschen Grmze und dürfte demnaxhst wetter ost- wärts vorrücken, Meßbare NiederschlaLe werden auß Deutschland nicht gemeldet._ Ju Ostdeutschland, sowie im nérdlitberx OesterrUcb-Unggrn dauert dl? ftrengc Kälte noch sort. Neufabrwauer meldet 17. Herrmaunftadt 18 Grad under Null, aucb Moskau

meldet minux 22 Grad. _ Deut1chx Seewartz

artende, auch war die Intonatwn langen Schubert's .UnZeduld', ,

das könnte“ von Berger.

zalylreicb erschienenen Publikums,

begann mit dem _ . , in der sein Bruder Yernrtch

folgenden, meistens dEr modernen

_ Piécen spielte er mit musterbafter Mkléht wsrden.

Emil Göxxe al;“- Fgust ge/gxben. _ Jm Köntgltckxen konnen

Beifall

érladmsn. dyn .Sappbo' statt.

Mitvvocb zum 25. Mal cheben. Mal auf dcm SvieLvlan bletben wird,“ einaktigk Voraus,

Liedervorträge dsr Damen

Da,? zwsits Abonneths-Konzert besonders syätcr

"Schumann, Brakms, R11binst€in,

Moßzkowsfi.

Theater - Anzeigen.

Kümglnhe Zchausmelr. Dienstag: Overn- kaus. 15. Vorstellung. Margarethe. Oper in 5 Akten Von Gounod._ Text pack) Goxtbelö Faust, von Juleß Barbrkr und Mabel Carré. Ballet von Emil Graeb. JJ Scene gefaßt vom Ober-Re iffkur Tc laff. Dm ent: Kapell- möistsr D:".Mu . (Fausx; ZeryEmil ÖSG, Kömgl. Kammersänger, alé Gau.) Anfang 7 Uhr.

Wufvielbaus. 16. Vorfiellan . Ein Sqnmxer- nachtstrmm von William Z? eweare, uberxeyt von Uu ust Wilhelm von Schlegel. Mufik V9." Felix ÜMKWsobn-Vartboldv. Tanz don Emtl

raeb. Jn Scene eséxt vom Ober-Rogxäeur Max GFT):- DirigH-nt: ÖkuckdirectN Weng. Anxang 7 r.

Mirtwocb: Odernöaus. 16. Vorstellung. Die Meistersinger von1Nüruberg. Große Oder in 3 Aktsn von Richard Wagrxer. In. Scene gexe t oom Ober-Regifssur Tesla". Dmgent: Kaps - mxistkr ])!"- Muck. Anfang 6'; Ubr.

Zchau7riskbaus. 17.Vorstc[[1_1ng. Die Joyr- nalisteu. Lusksvisl in 4 Auxzügc'n von Gustav Frsytag. (Adelheid: Frau Clczra Mevxr, Ehren- mitglied des Königlichen Schausptels.) AnstmZ 7Uk*r.

Deutsches Theater. Dienstag: Der Pfarrer von Kirchfeld.

Mittrchb: Ter HenSeuator.

Doxmrrstag: Der TaliSm-m.

Berliner Theater. Dienstag: Konig Ni ard 111. (Ludwig Barnay.) Anfang 7Uör. ittwoch: Aus eigenem Recht. GYLUUWÉW: Aus der komischeu Oper. Das ausn . _ Die nächste Außübrung der „Wallenstein- Trilogie“ finrkt Sonntag statt.

Lessing Theater. Dixnstag und folgendes Tage: Madame Sans-Géve.

Friedmh - wahelmßädttsches Theater. Cbausoestraße 25. Disastag: Der Lieutenant nr See. Overette in 3 Akten nach einsr älteren ee vdn E. Schlack und L. Hermann. Musck do_n LW _Rotb. In Scene geseßt Von Iulius Frivxche. Dtrtgent: Herr Kapellmeister Jedermann. Anfang 7 Uhr. Mittwvch: Der Lindenau zur See.

KOMMTYW. Direction : Sigmund Lauten-

burg. Dienstag: Zum M.Male: Der MYM. (1,0 pke-iok url ao ['n-oe.) want in 3 Akdsn Von Albin Valabrégue. Vorher: Jm

Meine Mutter hat?- gewollt" von O. Leßmann, „Meine „iebe ist grün" von Brgb'ms, und „Ach wert Der junge Yioltmst Herr Walte

Cavallerv, der hier schon“ öfter konz_e_rttrt bat, Meute durch den sedr gelungmen Vortra zweter Konzernaße von _M. Bruch__und der Faust-Phantafie von «arafate unfer woblVerdrentem Bcrfal] des

In demyelben Saal gab Herr Alfred Grünseld am Sonntag einm Klavier-Abend. Der an:? de; Schule Tbeodox Kullaf? bewyr- dkk WVÖLMM egangéne, durch sein Talent,_Kltherphqntas1€n _zu mxprovmxen, be-

?annte Pianist bat fich seit lannger Zett _brkr nacht boxen _laan. Er Vortrag ciner Sonate mlt Cello Von Samt-Saéns,

Sowohl dieses schöne und schwierige Werk als auch die groß?

tief eingebsnder, feurig belebter AuZdrucksweise. Nur in Bxetboven's Andante (k-äur) und in der Nodeüette' von_Schun_1a_nn war duZTempo- brwsgung zu unruhig. Lebbafter BetfaÜ solgtk mnen Vortragen.

Jm Königli en OpernkauFe wir?: „morgen Gounod's ,Margaretbe' mit xzräalein Hiedler m der T1t€lro[l€ und Herrn

Schauspielhauxe gelangt mo_xgen Shalk?- spsare's „Sommernachtstraum' mit Mendelssokyn's Munk zur Aus- führung. «Herr Vollmer spielt zum 100. Mal dkn Zettel. . _

Am nächsten Sonntag verapsjaltxt cm Weil derxPätgltede'r dW" Lesfin :Tbeaters wieder ein Gaftxptel tm WallYZr-Yheater. Zur Auffü rung kommt das Lmtwiel ,Mauerblumckpcn“ Von OÖcar Blumenthal und Gustav Kadelburg. _ * ,

Jm Neuen Theater wird morgen statt .LtÖd' Daudet's .Sappbo“ ge eben. Am Mittwoch und Sonnahend firgden Auffüh- rungen von . ugend“, am Donnerstag und Frertag Wredcrholungcn

Ti? Redux „Börsin 1893“ wird im Central-Tbeater am toÜCr Einfall“ Mkist sich wreder so zugkräftig, daß er zunächst noch

Das Programm des morgigen Wobxtbäti keits-Koxxzerts vxn Ernst Eduard Taubert in der Sing“ kademte entbakt Elisxlbeib _ erock sowik der Hynen Enns (Höss

geführt yon dsr Berliner Liedertafel (Cbormcister A. Zander). _ 3 Uhr ' dringen in das Gebäude zu verbmdkrn. . Öaftungen vorgenommen. ing-Akademis unter MMWTÜMJ dex KoyzerUangezrm Juli? Müüer-Hartung, dks Kammerdxrtuoxkn Mrrn Alxred * sowie der Herren Theodor KreUe(Br-at1che) und Hund ([[.letnex statt._ Das Programm des Liederabknds, welchen Frau S clma Ntckchcß- KCMVUU aus Wien an demselben Abend 8 Uhr rm Saal Bc stein Veranstaltet, bringt, außkr bskanntkrcn Lxedörn Von Schubert,

Mozart und Eine Raids ganz nkusr Kompofitionen von P. Mandl und

nicht fieber genug. Am besten ge-

ibn aufs wirksamste unterstützte. _ Zahl der

Kompofitionsweije ange örenden am

Sicherheit in dcr Technik und mit

gegengenommyn,

stattfinden.

in Deut" land. Der Laufs"x"che Schwank ,Ein ck

Leifingkr und Ottilik und Franz Berz.

der Herren Florian ajic und räulsin

rünfcld Brüsskl,

Haydn, seltsner gkbörte Lieder von werden.

. Negli e'. Plauderei in 1Akt Von Hans don Rein- felé. ' nfang 7x Übr- . _, Mittwoch und folg. Tage: Dreselbe Vorxtkllung.

Neues Theater. Schiffbauerdamm 3-5. Direktion: Sigmund Laufenburg. Dicnstag: Sappho. Sittenbild in 5 Akten yon Alphonse Daudst. Anfang 771 Uhr. Mittwoch: Jugend.

Viktoria-Theaier. Bene - Miancestraße 7/8.

Dienstag: Mit Vollständig neuer Aué-stattung: Die Kinder des Kapitän _Grant. _Aus- stattungßstück mit großem Ballet m 12 Bildern. Anfang 7? Uhr.

Theater Unter den Emden. Dienstag: Salon Pitzelberger. Operette von J. Offenhach. Hierauf: Brahma. Ausstattungs-Ballet. Anfang

“1.

[2 Uhr. Sonnabend: "“ Zweiter Maskenball. “" Herrenkarten 8 .“ ( im Vorverkauf 7 .“), Damen- karten 5 ck (im Vorverkauf 4 :X).

Adolph ENMTUMM. Dienstag: Zum 120. Male: Charley's Tante. Schwank in 3 “*?ka vZn FMI?" Tßomaét. H fVorber:1Yik7 B a aro-" oem“ eangin von Ezdz. Jacobson und emu) Jacobson. In Scene gesekt von Adolvb Ernst. Anfang 7? Ubr. _ '

Mittwoch: Charleh's Tante. Dic Bajazzt.

Zentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30.

Diensta : Ein toller Einfall. _ „Hierauf: Zum 24. ale: Berlin 1893. Revue m 2 Ab- theilungen von L. Leivziger. Anfang der Vorstellung 7? Uhr, der Revue JX Uhr. .

Mittwvcb: Zum 25. Male: Berlm 1893. Hierzu: Ein toller Einfall.

Konzerte.

Iing-Akmdemie. Dienstag, Anfang 8 Uhr: Kon ert zn wohlthätigem Zweck vxranftaltet von E. &. Taubert, unter güttger Mttwirkyng _der Damen Fräuleins Elisabeth Leifiuger (Kontgltche Hofovmjsängeriny und Ottilie _Fellwock (Alt), s?- wie der Königltchen Kammersanger Herren Enul Götze und Franz Bey.

Baal Bethaein. Dienstag, Anfang 74 Uhr: Konzert dsr Violinvirtuofin Elsa Bukowskm

unter gefälliger Mitnzirkung dkr Konzertsängerin Fräulein Gertrkd Hentrich,

" werpsn bestimmt find, provixorisch von de'„n_ CinguygSzö _ sein, Unter der deingung, daß dxexc (Hrgenytande wwder ausgefuhrt

Stadtratb a. D. 131». _jur. C arl Erich , frübxxes Mitgljed des Lite- rarischen Bureaus und langjähriger parlamentansckoer Berubterftatter, ist am 11. d. M. im Alter von 7 6 Jahren gestorbkn.

an ArbeitsbauZ befanden _ sub am, 31. Dezember 1893 1901 Korrigenden 2c., zur selben Zett wuxdcn mz MUT) 'der Anstalt 200 Personen vexpflßgt und erhielten 23 quendltckpe Hauslmge Unter- richt. Zur Betchanun§ von Kleidungsftucken und Bezahlung der ersten Mietbe Wurden ei ' _ _ tober bis 31. Dkzember 1893 107 Personen mrt 670,79 „46 unterstutzt.

Der Stolze'scbe Stenograpben-erein „S_üd-Berltn* veranstaltet auch im Jahre 1894 Underrtchtskgrje m der ver- einfachten Neu-Stolze'scben Stenographte. Dre Eroffmzng des ersten Kursus, eingeleitet durch einen Vortrag über Stenograpbte, findet statt Mittwoch, 17. Januar,_ „_

Restaurant Pa nbofer Ausxcbank „Zum Ezjernen _Kanzler' , Alte Jakobstr. 64. 4,415 Honorar für den Untemchtskurxxxs beträgt 6 „i(- Antmldungen für den Kursus werden da1elbst am Eronnungstage ent-

ibrer Entlaffung in der Zeit vom 1. Ok-

Abends 8x Uhr, im Vere'mslokale,

Stuttgart, 12. Januar. Gemäß den Beschlüfferx der Bäcker- Verbandstage wird in dsr biefigen Gewerbeballe nxt_nachsten Herbst eine großs deutsche Ausstellxxng von Erzeugnmsen und Be; darfsartikeln dsr Bäckercr, Kondttqret und Kochkunst Die Auésteüung soll vom 9. bu? 16. September 1894 währen und auch das Ausland zur Beschickung herangezogen werden. Die Vorbereikungsarbeitexn Haben bkretts degonnen. ' Ausstkllungscomités ift Herr Schlatterer m Stuttgart, Wetmarstt. 40.

Vomgender de:;

Rom, 13. Januar. Der Stadtrat!) genehmigte, wie „W. T. B.“ meldet. cine'n Terrainaustaufch zwitckyen dcr Deutschen Botschqßt und der Gemeinde Nom zur Erweitcrung des_ protesta_ntxschen Fried Hofs am Monte Testaccio und _ ertbexlxe der rom: sche)“- Stadtkapelle die Erlaubnis; zu cinkr emmonatxgen KonzerttournM

St. Gallen, 14. Januar. Gestern Nacht der_anstaltexe, w:? „W. T. V.“ meldst, eine aus mehreren hundxrx Memcben bxstehxnde Meng? Vor dem Museumsgebäude, Wo der Osfxztexsverezn emen Bal] abhielt, Cine Dem on_1tration , we11 xine _wuxtxxm- bergische Militärmusik-Kapelle an St-xlls Exner embetchben Kapeüe engagirt worden war. Verschiedene Reder; wurden gehaxten und sämuqtlicbe Fensterscheiben eingeschlagen. 'Der 'Larm dauerte bts gegen Morgens, doch gelang es der Poltzex, dre Menge an dem Em-

Es wurden 1118ka? Ber-

13. Januar. Nach sine: beute Veröffentlichten

Königli en Verordnung sollen, wie_ „W; T. B." meldet, diejenigen auÖländichcn Gegenstände, Welche für dre Ausstellunélin Ant-

en befreik

(Fortseßung dés Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Konzert-Hanz. Di-mstag: Karl Rehder- Kouzert. _ ,

Ouv. .Prsciosa' von Weber. .Skmtramrs' von Rosfini. „Das NackytlaZFr zu Granada“ Von Kreutzer. Pbantafie aus „Ton Quan" v'?" Mozart. .Der Mikado“, Potpourri von Sullivan. ,Mondnacbt auf der Alster", Walzer von Fxtras. „0 «ga 111611101'13“ für CLÜO Yon Servals (Herr Saut). „T-sine blauen Augen“ xür Ptston von Bohm (Herr Wsrner).

Zirkus Kenz (Karlstraße). Dienstag, Abends

72- Uhr:

„" Gin Kügftlerfest. ""- Vollständig neue und glanzende Ausstattung und Einla en. Ueberrascbcnde Ltkht- Yad Wassereffekte.

Au erdem: 6 Rappen und Karamel von 30 ferden, vorgeführt von Herrn R. Renz. Das _ulpferd „Prinz", geritten von Herrn R. Renz. Die Hohe Schule, geritten von Frätxlein Oceana Renz. Las äs (wax, gerittcndon Mis. Rose und Herrn ran- coni. Der urkomtslhe Jmttator-Clown Mr. bbs. Zum 1. Male in dieser Saison: „Gesckowrster Hoffz mann am schwebenden Trapez. Dxe Akrobaten auf dem Telephondrabt Zdlva, Espana und Alva 2c.

YRQ wie gewöhnltcb.

ittwvch: Ein Künstlerfeft.

Familien-Nachrichten.

Verlobt: Mi' Laurs Taylor Brown mit L'_ .

uptmann Herman]! von Bertrab (Jersey-(Ztnvj.

V ordéAW-Ütka_ HÜTlmÖTeg' s Aff ff G rg ereei ; . :erung- eo: eo YZ STYL) ;niZ Freiin Freda von der Lancken-

em er m .

Geboren? Ein qunxm rn. GemudtschaftS- Prediger Friedrich Bott(L111a on), _ Hrn. Major a. D. von Frankenber (Nentershausen, Regb. CaTel). _ Eine To Fer: Hrn. Hauptmann Eck)art von Bonin (Verity). '

Gestorben: Hr. Hausfidetfcmmt :Baztrakb Carl Niermann (Friedenau). _ Fr . Eltsabetb von Alten (Berlin). _ _Hr. Oberst 3. D. Exnst von éivpel (Oldenbur :. Gr.L. _ Hr. thterguts- efißer Karl Wiléelm anel (Napacbame).

Redakteur: Dr. H. Klee, Direktor. -

Berlin: Verlag der Expedition (Scholz).

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlag!- Anftalt Berlin 897. Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (einschließlich Vörsen-Beiraze). (69)

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Uuzeiger und Königlich Preußischen Staats-Unzeiger.

„IH 12.

Deutscher Reichstag. W. Sihung vom Sonnabend, 13. Januar, 1 Uhr.

Uxber den Beginn der Sißung ist bereits in der Nummer am Sonnabend ber1chtet morden. *

Bei Fortseßung der ersten Berathung dW“ Entwurfs eines Tabqcksteuergeßeßes erhält ng _ dem Ab . 1)1'. Clemm- Lgdwxgshafen (nl. , dessen Rede glet falls in de elben Nummer mttgethetlt worden ist, das Wort der

Abg. Schneider (fr. Volk»), weleher bezweifelt, daß die Regie- rung auf diesem Wege zu Erheblicher! Mehreinnahmen gelangen werde, denn es finde fich im Reichstage keine Mehrheit für die Vorlage. Die Gewichtssteuer zu erböben halt die Regierunß selbst für unmöglich; fie gebt aber nicht zur _reinxn Werthsteuer :? er, sondern fie behält beim oll noch das Gervtchtsjteuerxystkm bci. Der Unter-StaatÖfekretär v. S aut me_int allerdings, „daß das Ausland einen Theil dsr beab- fichtigten Belastung tragen wtrd; er Hat aber nicht angedeutet, wie das gxkcheben soll. Eine weitkre Durchbrechng des Wertbfteuersysfems ist dre_ hßbere Belastung des Schneidtabacks, troßdem er der billigere ist; an,! d:ese Weise wird gerade dis minderbemittelte Klaffer mehr belastet als die woblbakende. Von cinkm Konsumrückgang ist in _der Begründung der Vorlage und auch sonst vom Bundesrathstikche immer die Rede gewesen; oder nicht in dem Sinne, den man jexzt dem Worte unterlegen wü]. Was kann man fich unter einem Konsumrückgang danken, der nicht auf die Produktion einwirken soll? Die Schätzung des Rückgangs auf 1/5 oder 1/12 ist aber jeden- falls zu niedrig gegriffcn._ Die Juterenenten berechnen, daß mindestens 26000 der th be_!chästigt€n Arbeiter brotlos Werden. Seit 1879 hat die_K9utabg ndustrie erheblich zugenommen, weil Die- jenigen die jonst Pfeifen oder Zigarren tauchten, zum billigeren Kautasack übergegangen sind. Bei der jetzt beabsichtigten Steusr- erhöhung wird das Viellkichf noc!) viel mekzr der Fal] sein und die Zigarrenindustrie wird bksonder-Z darunxer zu leiden haben. Namentlich die kleineren Betriebe werden einen 1olchen Konsumrückgang nicht er- tragen können. Ami) die Händler werden erkxeblichen Nachtheil er- leiden, namentlich in kleinen Städten, ryo fie ohnéhin Line beschränkte Kundschaft baden; es kann sebx leicht gegcheben, da!"; die Tabackkxändler m das kaufmannische Prolexartat binabjmfen, wenn der Konsumrück- ggng ein starker ist. Aus die _Tabackverbrauckyxéftatinik, obwvhl fie eme amtliche ift, legt der SchaFrekretär nur geringes kaicht. In der Begründung'hat man die Jhre 1874_1876 mit derx Jahren 1886-1890 verglichkn; die Mieten baden Linen Konjum yon 1,60 kg, während die Jahre 1872 und 1873 einen sebr_viel größkren Konsum batten. Wenn man größkre Psrixdkn zusammsnsaßt, zéigt fich nach 1879 ein Rückgdng von 1,8 am 1,1 ]TZ pro Kopf der Bevölkerung. Von ]eiksn der Regierung ist angedeutet worden, wenn die Vorlage abgelehnt werde, We'rde man innn€r wieder darauf drängen und die Industrie beunruhigen, LL:? endlich _ein? b:?frisdigende Besteuerung berheigxxsührt wird. Ww münsn eine !olche Zumutbung entschieden zurückweixen, und ich bone, dax"; die Tabackxndustriellen und Arbeiter stch durch solche Drobzmgxn auch _nicht einxchüchtcrn [affen werden. Beim Rückgang des Komums Znuß man auch daran denken, daß die Kosten der Fabrikatioy nicht entxyrechend zurückgekxkn. WEnn dsr Fabrikant auch die Arbeitslöhne spart, xo kann er doch zum Beispiel feine Maschixxen und Gebäude anderweitig nick)! Verwendsn; dieKosth und Lastsn dafür muß er in der alten Höhe WLitkr tragen. Die Kontrol- oorschriftkn können die großen) Fabrikgnntep vieUeicht_ beachten; sie haben das nöthige Personal für die Buchführung u. ]. w. Aberxks giebt kleine Fabrikanten, _die wegen dss geringen Umfangs ibres Be- triebes fich mit einer Fehr einfachen Buchführung kegnügkn und bisher “auch begnßgen konnten. __decrkxßupt sind (][-[8 Kontrol- vorschriften 19 umständlich und lasti, dax; sie mit der modernen Kultur eigentlich nicht recht in Einlan_g gsbracht _wcxrdén könnén. Schließlich Wird die Handhabung des Gexkses _dabin führen, daß aUe Welt das Monopol herbsikébyt. Wenn an diNer Tabackfabrikatsteusr eine große Anzahl klkxiner Existeyzsn zu Grunde gegangen sein werdén, dann werder; 1chließlich nur xolcbe Übrig [[leibe'n, die gsgkn eins Zuté Entjchadigung gsrn , iHr ganzes Gekchäft aufgeben, und ]chließlich werden auch_dxe Konjumentén damit einverstanden sein daß das Monopol kingsführt wird. Denn, Wenn die Konsumenten bsi Strafe verpflichtet werdc-rn, drsi Jabre lang die Faknxren über ibrkn Ankauf von-Tabaxk und Tcxbackfabrikanten ayfzulxxben, 10 werden fie es schließlich lieber xehen, WFE fie nach_b_xr blox; mit der Monopol- vérwaltung zu thun habcn. irxk géwme Zustimmung zur Vor- lage finden wir nur_ bei Tabackpslanzern, akér auch dieye sind nicht ganz befriedigt; fie nellen höhere Anfoxderungen an den Schußzoll und_ wollen auch leichtere Kontrolvxrschristen haben. Dem gegenüber muß es eigentlich auffallen, daß diere, Vorlage von der Regierung mit einer feschen HalSstarrigkeit verthkidtgt und dem Reichstage gleichsam wie envas Naturnothwendige-Z aufgezwungen wird. Je mehr ?in- Mriffen wird in eine blühende Industrie, je mehr man sich_dem

onopol nähert, desto energischer muß dsr Widerstand gegsn [olcbe Vorlage xverden. Wir wsrden gegen die Vorlage stimmen. Keine Vorlage ist wie diese geeignet, Unzufriedenheit Hervorzurufen.

Königlich bayerischer Bevollmächtigter zum Bundeöratk), Staats-Minister der Finanzen 131“. Freiherr von Riedel:

Meine Herren! Ich habe mir nicht das Wort erbsten, um in das Detail des Entwurfs näher einzutreten; denn von den Einzel- heiten desselben smd wenißftens die wichtigsten Punkte bereits Vom Regierungstisch aus erledigt, und im übrigen müffen diese Punkte nothwendig in einer Kommisfion berathen werden, wo sie unzweifelhaft auch die nothwendige Aufklärung und Auf- heUung finden. Ich bin zunächst veranlaßt, das Wort zu nehmen, Weil der Herr Abg. Meister gestern in seiner Rede auch meine Person gestreift hat, indem er einerseits auf die Mitwirkung des Königlich preußischen und bayerischen Finanz-Ministers an dicsem Entwurf bin- wies und gewissermaßen bebauptste, daß wir bei dem Entmurf zum Ge- vatter gestanden sind, und indem er mich andererseits fragte, wie ich mir denn eigentlich einen Ertrag Von dem Entwurf denke, wenn dZe Leute nicht rauchen müßten. Meine Herren, um den ßnanzieUen Erfokg dieses Geseßentwurfs ist mir garnicht bange, und ztvar aus dem einfacbkn Grunde, Weil ich weiß, daß es sehr viele Leute in der Welt find, die lieber das thun, was fie nicbt müffen und soUen, als das, was sie sollen, und weil ich nach meinerErfahrung die feste Ueberzeugung habe, daß fich ein wesentlicher Konsumrückgang nicht ergiebt, sobald nur die Angelegenheit in normale Bahnen ge- Leitet ist.

Meine Herren, ck find zvoei Faktoren, die dem Konsumrückgang entgegenarbeiten, und diese find stärker als alle Prophezeiungen und Berschnungen. Der eine dieser Faktoren ist die Ge- wohnheit des Rauchers und das Bedürfniß zum Rauch€n, und Zet andere dieser Faktoren ist die Findigkeit der Industrie und des

a.“.dcxs.

Berlin, Montag, den 15. Januar

Sie haben vorhin schon gehört _ und ich kann das nur be- stätigen; ich thus ja in der Tabackfrage ?'chon lange mit _: ganz genau dieselben Prophezeiuzgen wie heute find von seiten der In- dustrie imJabre 1879 gemacht worden, und auch damals wurden Ne- gierung und Reichstag angeklagt, daß sie daxauf ausgehen, die Takack- industrie und Großmachtstellung BremenZ total zu ruinieren und die Arbeiter brotlos zu machen. Wenn Six mm dée Ihnen zugekommenen Denkschriften lesen, so werden Sie saft in jeder ffnden, und zwar an der Spitze., daß 'die Tabackinduftrie heute eine blühende ist. Diese Bebauvtung ist ganz richtig, man ver- gißt nur, daß das Geseß von 1879 an den Tabackbausr hinausgegangen ist ; der Tabackbau hat Not!: gelitten, ist zurück- gegangen (sehr richtig! rechts), Jndufkrie und Handel sind e*mpor- geblüht.

Aus diesem Umstand, mein? Herren, entnehme ich dem weitkren Beweis für meine Anschauung, daß ein Konsumrückgang nicht zu be- fürchten ist, denn die im Jahre 1879 eingeführte Belastung des Tabacks war viel stärker als beute; damals wurde die Inlandfteuer um das ?Zfache, der Zoll um das 3ckfache erhöht, und doch hat kein KonsumrückganZ stattgefunden.

Was nun die SteÜung der bayerischen Regierung zu dem Ent- WUrf anbetrifft, so erkläre ich frank und frei, daß wir vol]- kommen und unbedingt auf dem Boden des Entwurfs stehen, und daß wir denselben im Jntkreffe d??- Reichs und der Einzelstaaten für absolut nothwendég halten. Ick) erkläre auch weiter, das; ich seit mehr als fünfzsbn JahrSn die Gedanken, die dem Entwurf zu Grundeliegen, vxrtrete und verfecbte.

Der Herr Abg. Meister hat bkbauptef, wob1 nie sei ein Entwurf mit größersr Einmüthigkeit abgelehnt worden als der gegenwärtige. Nun, ich Miß nicht, welche BeweiSmittel dem Herrn Abgeordneten für skine Vehaupjungen zu Gebote stehen; (Zuruf) _ aber er wird "mir ViEÜLicht ein? ganz bescheidene Frage crlaubkn. WTF er vieUcicht (Luck), wie viele von densn, die' über dem Entwurf dkn Stab gebrochen, den Entwurf wirklich gelesén (Heitsrkeit MMS) und ?Ich mit dem Grundgedanken desselben befaßt Haben? (Zuruf) _ €7€l)r viele? Nun, meine Hsrren, jeder größkre Entschsidends Schritt _ und um einen solchen Handelt LZ sul) _ begkgnet immsr dem Widkrsprucb der Menge, und das ist ganz natürlich. Die Menge: _ wir gsbören ja auch dazu _ fühlt Vor jeder Nendrung ein Unbehagen und neigt dakxér dazu, den Gegnern einem größeren Glauben bci- zum-xffen.

Meine Herrkm, ich finde LZ ganz berechtigt, daß der Herr Abg. Meister die Jntsréffsn dsr Tabackarbeider auf das wärmste Ver- tr€ten hat; aUSin ich muß wiedsrholen: ich kann nicht zugeben, daß stine Befürchtungen Wegkn des Konsumrückganges begründet smd, und ich kann auch nicht zugeben, dat“; dcm Entrvurfe diE Absicht zu Grunde liegk, dis Kosten der Militärvorlag€ auf die minder Bézmittelten zu übkrwälzen. Indem ich diese béiden Sätze verneink, komme ichsékbst- Verständlich zu der Anschauung, daß die Dkduktionen des Herrn Abg. Méister dsr Grundkage entbehrsn. Wäre das richtig, Was der Herr Abgeordnste Von dcr Zukunft dEr Tabackarbeite'r gcsagt Hat, dann, 9ka ich ihm zu, wäre es das Bksté, wir würden aus den noch übrig Zsblicbene'n Exemplaren des Entwurfs Fidibuffe für dkn fröhlichen Raucher macbsn. (Zuruf links) Dann aksr müßtkn Reich:?- tag und VundeÖ-ratk) auch aussprechen, daß das deutsckys Volk für alle und Cwigc Zeiten Verzichtét, dcn Taback weiter eranzuzikben kür eine Steuerleistung. Das wäre die Konssquenz, und ich zweifle, ob das Publikum, welches nach der Meinung des Herrn Abg. Meister "dM Entwurf so vsrurtbeilt hat, sich aUch disser Konsequenz hervußt war. Msinc HMM, di? Herren Vertrkfer der Tabackbranche waren fich dc'r Sackye zweifellos bewußt; das ganz? Ziel dsr Agitation geht _ mit unverbsümten Worten ist das ja auSJLsprcchen _ dahin, das; der Taback übkrhauvt niemals in den eris der Besteuerung mit "Heran- gezogkn Werden soll. Aber ich glaube, das ist wohl kaum möglich.

Ick) möchte diese Thatsache auch denjenigen Herren, die sch zwar gegen den Entwurf ausgesprockpen haben, aber sonst eine Erbökxung der Belastung des TabackZ wünschen, zu Gemütbe führen. Die Herren Werden sich ganz ficher d€n Dank der Tabackbranche nicht »?rdienen, aber auch nicht den Dank ihrer Wähler, sondern in kürzester Zsit mit den nämlichen Vorwürfen überschüttet we'rden, wie die ver- bündeten Regierungen Wegen ihres Entnourfs. Ja, ich begebk mich noch auf das Gébikt der Prophezeiung und prophezeie den Herren, das; man ihnen alsdann entgegenhält, es wäre doch besser gewesen, wir hätten den Entwurf der Regierung angenommen. (Sehr richtig! rechts.) Ich hoffe, daß es nicht dazu kommt, diese Prophezeiung zu erproben.

Meine .Herren, überhaupt war mir die Berufung auf die Wähler seitens einiger Rednßr schwer Verständlich. Der Vorliegende Entwurf War ja zur Zeit der Reichstagswahlen noch nicht geboren, und ich muß doch für die Einsicht der Wäbler so viel vindizieren, daß sie in ihrer großen Mehrzahl sich bewußt sind, daß die Verbündeten Regie- rungen einen Verzicht auf Heranziehung des Tabacks zu den öffent- lichen Lasten garnicht aussprechen konnten und auch nicht ausgesprochen haben. (Obo! links.) Ich glaube auch, daß es einer großen Zahl der Wähler, wenn fie fich mit der Sache befaffen, garnicht entgehen kann, daß es unmöglich ist, auf dem Wege der direkten Besteuerung, der Erbschaftssteuer u. s. w. 60Ml1ionen und mehr heraußzubringen, Wenn wir nicht einen Raubbau in Bezug auf den Nationalwohlstand treiben wollen, und wenn wir nicht Wollen, daß die Einzelstaaten ganz außer stande geseßt werden, ihre kulturellen Aufgaben zu erfüllen.

Meine Herren, man spricht fortwährend von Luxussteuern. Nun, ich muß doch fragen: steckt denn in dem Entwurf, wie wir ihn vor- gelegt haben, keine Luxusfteuer? Es wird gerade der Luxus gefaßt, der am Weitesten verbreitet ist. (Sehr richtig!) Es wird der Luxus gefaßt, der zum tbeil auch am meisten Geld kostet.

Allein, wie man mit diesen Entwürfen umgeht, das wissen Sie ja selbst am besten. Ich kann den Herren versichern, daß wir Finanz-Minister und in der Folge auch die verbündeten Regierungen auf das allerernsteste bestrebt waren, Mittel und Wege

1Z94.

aufzusuchen, auf Welchen die neuen Lasten, dix nun einmal daésmd, ihre Deckung finden. Wir Haben die Frage der Luxussteuern naä alle'n Seiten errwgen. Wix waren uns auch desen 13me daß die Landwirtbscbaft nicht mit neuen Lasten bedacht wsrdenZkoüKe. ;(Sebr gut! rechts.)

Wir waren unZ ferner bewußt, daß wir die Lebensmittel nicht in den Kreis unserer Verathungen ziehen “. konnten und durften. Wir find endlich auf jene“ Wege ge- kommen, die wir Ihnen vorgeschlagen haben. Ich mm“; zu meinem Bedauern konstatieren, daß ich in dcr dreitägigen Debafte keinkn an- deren gangbaren WTI gehört habe. Schr richtig! rechts.)

Msine Herrsn, waren wir hierbei angelangt und mußten wir als einen feststkbenden Saß ansehsn, daß der Taback eine höhere Belastung ertragen könne _ und dissen Saß behaupte fck noch heute, und ihm iz“! auch im (S_rnste von gar niemandcm widßr- sprochen worden _, so war es unsere Aufgabe, das Tabakk- steuergeseß so zu gestalten, daß ks zunächst bestehende Ungeérecbtigkeiten und Härten beseitigt _ infolge deffen find die Vorschläge in Bezug auf die Tabackinlandsteusr gemacht worden_; und wir w::ren zweitens genötbigt und mit allem Eifer bestrebt, Ihnen Line Steuerform vor- zuschlagen, Welch€ dem Handel und der Industrie nicht die Lebensader unterbindet.

Meine Harten, dis Ansicht, daß dsr Entwurf zum Monopol führe, oder das; Er sogar Von den vsrbündeten Regierungen als eine Etappe zum Monopol geplant ssi, ift grundfalsch (Na! na! links) _ ist grundfalsckx. Ich habe vor 15 odkr 16 Jahren. gsrade weil ich der Ueberzeuglmg war, daß dic Tabackfabrikatsteuer das Monopok bintanßaltkn würde, disselbc in Vorschlag gebracht, und dieser Ueber- zeugung [LSL ich deute noch. Es kxat gar keinen Sinn, zum Monopol zu greifen, wenn in der Form 'der Tahackfadrikatsteusr entsprechende Erträge aus dsm Taback gezogen wcrden; das ist der beste Schuß gsgen das Mvnkpol, aber auch dsr bests SCHUTZ für di? frkrié Ent- wickelung des Takackbandels und der Industrie und für die Eristsnz der Tabackarbeitsr.

Was bringt nun der Entwurf? (35 ist vieUcicht fonde'rbar, xxenn ich Haut?, am dritten Tage der Debatte, nochmals diese Frage auf- werfe; aUein ich bakemick) Überzeugt, daß es dock) nicht:? schadét, wennich wenigstens die 277arksteinc der Prinzipi-Zn dss Entwurfs nochmals kurz berührs.

Das erste Ziél des Eners war di? Beseitigung der Inland- steuer. Das ist aber nicht bloß eins agrarische :-?ar'zrcgel, Jes ist nicht bloß die Erfüüung einer an fich berschtigten Forderung, sondern Es ist auch eine Maßrcgkl, die, wia ich nachbsr zcigsn w-erde, im Jntéreffe der Industrie und der Arbeitér selbst lisst.

Wi? wsit OS gelungen ist, den Tabackbau für die' Folge so zu schüßen, daß der Baum wieder oxdentlich leben und prospsrieren kann, darüber gshen dis Meinungen auséinander. Aber ich bin f.?st überzeugt, daß wir über diesen Punkt Ski nähersr Veficbtigung der Sache un- schkar eine EinigUng be'rbeifübrkn werdén. Meine Hkrren, ich möchte die Tabackbaucrn nur warnen daddr, daß fie: fich nicht abérmals von ihren KonkUrrenksn umgarnen laffkn. (Sehr riebtig.) Die Fürsorge, dis Von industrieller SMS in dsn Dénkschriftkn für die Tabackbauern entwickelt ist, ist wirklich eins rührsnde (Heiterkeit); ich hoff? absr, daß dis Tabackdauern fich in andsrer Richtung rühren wxrden (11:5 auf diesc Sirsnkngesänge bin. (Heitsrkeit)

Nun, msins Herren, was ist das Zweite, das der Gescßentwurf bringt? Er bringt Cine leästigung dEr Robtabackhändlerund der Detailhändler. Aber beseHen Sie fich doch einmal diese Belästigungen genauer, und ich frage Six? ganz g€trost, ob diese? Kontroken, die so gering als möglich find, wirklich den Tabackhandel in irgknd kinc'r Weise unte'rbindsn können ?

Nun kommt di? kvloffale Kontrole für die Fabrikanten, welche ,die Tabackfabrikation und die Tabackarbeiter dem sicheren Ruin zuführen“ s [JÜ- Ja, meine Herrsn, wikviel find denn disse: Kontrolen und worinxbestehen fie? Was Verlangen wir von dem Tabackfabrikantcn? Wir Verlangkn nichts als einen ehrlichen Geschäftsbekrieb, den kr ja ohnehin schon hat, und wir vsrlangsn weiter nur die? Führung von Büchekn, die er in der Hauptsache wenigstens, wie mir alLe Fabrikanten zugeben wer- den, jest schon im Jntereffe dsr Ordnung ssines G8schäfts führen muß. Jeder Kaufmann muß doch wiffsn, was er verkauft, und muß wiffen, was mit dem Taback, der in der Produktion begriffen ist, ge- schieht. Ich bitte Sis, seben Sie doch den Entwurf an und sagen Sie mir, welchc lebensgefährlicben Kontrolbestimmungen darin ent- halten find! Meine Herren, diese und viel härtere Kontrolbestim- mungen bestehen ja schon in anderen Erwerszweigen. Es ist uns ja leid, daß wir zu einem derartigen Mittel greifen müffen; allein die Sache ist gar nichts Exorbitantes; sie besteht in alTen Staaten, sie besteht in den verschiedensten Industrien, und, meine Herren, darauf möchte ich Sie besonders aufmerksam machen, leichtere, als die Kontrokbestimmungen, die Hier vorgeschlagen werden , werden Sie kaum welche finden. (Zuruf.) _ Amerika hat andere Verhältnis: und hat ein andkres System. (Sehr richtig!)

Die Fabrikanten sagen ja selber, daß die Kontrolbestimmungen zu leicht sind. Ihr Hauptargument gegen die Kontrolbestimmungen besteht darin, daß fie befürchten, man werde fie später Verschärfen. Ich glaube das nicht. Mit einem geordneten Betrieb kann der Entwurf ganz gut marschieren, und Sie können es auch riskieren, den Eanrf in der Weise anzunehmen. Aber, meine Herren, wenn wir, die Regierungen, in irgend einem Punkte uns geirrt haben sollten, so ist ja der Reichstag und die Kommission auch noch da. Sie werden gewiß ein starres Festhalten an diesen Punkten bei uns nicht finden; das praktisch Richtige wird das Entscheidende fein, und ich zweifle gar nicht, daß in allen diesen Dingen eine Vereinbarung stattfinden wird.

Nun, meine Herren, war der Gegenstand der ernstesten Fürsorge für uns die sogenannte Hausinduftrie und die Frage, ob es denn den Fabrikanten möglich ist, auch fernerhin wie bisher Haußarbekter zu beschäftigen, also Arbeiter, die nicht unmittelbar im Fabrikraum be- schäftigt find. Ich habe noch vor meiner Abreise von München