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Tabac! nitht ebensogut kaufen können als die süddeutschen Fabrikanten. Sie sagen: die süddeutschen Fabrikanten smd da besser bekannt, sie sind der Sache näher; _ seßen sie doch einen Agenten nach Karls- ruhe, der dort eiugesessen und bekannt ist, und bezahlen fie einen Pfennig mehr, so werden sie den Tabac! bekommen, den die Süd- deutschen bisher allein bekommen haben. Jchkann also keinen entscheidenden Grund für die behauptete Verschiebung finden. Sie kommen alerdings aus ihren bisher gewohnten Fabrikationömetboden ein wenig heraus ; aber bei der nötbigen Intelligenz, woran es den deutschen Fabrikanten doch nicht fehlt, werden diese Schäden, infolge dieser Steuer wenigstens, nicht eintreten. Auch muß irh sagen, daß man schließlich auf der- artige lokale Interessen kein unbedingt entscheidendes Gewicht seitens der preußischen Staatsregierung legen konnte, wenn alles dahin drängt, diese Form der Tabackfabrikatsteuer zu accepiiren und auf diese Weise das Mebrbedürfniß dOs Reich zu decken. Man mußte darüber hinweggeben, selbst wenn kleineNachtheile damit Verbunden sind. Ich habe immer hervorgehoben, daß sebr wobl der Saß Vertheidigt werden könnte: für ganz Norddeutschland sei es am einfachsten, die Gewichts- fteuer zu erhöhen, einerlei, was daraus sonst folge; das wäre aber eine solche Unbilligkeit und Ungerechtigkeit gegen Süddeutsibland ins- besondere gewesen, daß man es nicht zu verantwortrn Wagte.
Mit voüem Recht hat mein Kollege in KarlSrube dem dortigen Landtag zugerufen: Wenn Ihr 20000 Zigarrenarbeiier mir entgegenbaltet, so stelle ich dann Euch 100000 Tabackbauer gegenüber. Deren Lage ist immer schon ungünstiger geworden. Warum sollen denn die ansässigen Bauernfamilirn Gefahr laufen, zu grunde gerichtet zu werden wegen einer noch immer unerwiesenen Gefahr für die Tabackarbeiter? Man klagt soviel über die Lage der Landwiribschaft. Darüber ist man gewiß einig, daß die moderne Entwickelung am meisten die Landwirtbscbaft gefährdet hat. Die Landwirtbschaft leidet unter den steigenden Produktionskosten und unter der Thatsache, daß die Preise ihrer Produkte kaum noch einen Zusammenhang haben mit den hiesigen Produktionskosten. (Sehr richtig! rechts.) Aber auch für den kleinen Mann wird die volle» Verwerthung seiner Arbeitskraft in dem ge- wöhnlichen Roggen- und Kartoffelbau immer schwieriger; denn gerade diese Konsumartikel sind am meisten durch die Konkurrenz der auswärtigen Produkte bedroht. (Srhr richtigx rechis.) Wie wichtig ist es daher für den kskinen Bauer, daß ihm ein Produkt zur Herstellung gewährt wird, mit wÉem er seine ganze Familie beschäftigen und sich selbst dabei noch häufig einem anderen guten Nebenverdienst schaffen kann. Ich würde mich doch hundertmal brfinnen, einen solchen althergebrachten Landbau, auf den seit Jahrzehnten ganze Familien und Generationen angewiesen smd, wo ein Ersaß fast unmöglich ist in der heutigen Zeit, zu Vernichten bloß durch Eine unzweckmäßige Steuereinricbtung. In der Befreiung der verbündeten Regierungen von der Nothwendigkeit, den innrren Tabackbau aus fiskalischen Gründen zu bkschränken, erblicke ich den wesentlichstsn Vorzug dieses Geseßes. (Es ist auch nicht richtig, daß der Tabackbau nur in Süddeutschland gedeihe. Jm Gegentheil, wir können den Tabackbau,'wenn wir in Zukunft diese Befrkyränkungen nicht mehr haben, auch in Norddeutschland sehr wohl stärker ent- wickeln. (Sehr richtig! rechts.) Wir haben schon jeßt Gegenden, wo ganz Vorzüglicher Taback wächst; ich nenne nur z. B. den Schwedter Kreis. Ich bin der Ueberzeugung, daß auf Grund disses Geseßes fich der Tabackbau in Norddeutschland sebr erheblich entwickeln wird. Ich sehe sogar keinen Grund ein, warZZri-dcrs nicht in Westfalen selbst möglich sein sOÜfL. (Sedr richtig !) - _“
Meine Herren, gewiß hat auch diese Steuer, wie alle Steuern, ihre? Schattenseiten, bringt Siörungrn beriwr und Hemmungen und fchwere Uebergänge. Sie werden aber keine Steurr finden, wo das anders ist. Wenn Sie diese Steuer acceptieren, dann bringen Sie in die Tabackinduftrie Ruhe. (Heiterkeit links.) Sie entlasten den Bauer (sehr richtig! rechts), Sie ziehen dcn reichem und luxuriösen Raucher, seinsr Leistungs- fähigkeii entsprechend, Hexan, Sie entlasten verhältnißmäßig den Raucher geringkr Tabacke und Zigarren, Sie thun einen gewaltigln Schritt zur Verhütung finanzieller Kalamitäten in Reich und Einzel- staaten, Sie thun dkn ersten Schrift zur definitiven Ordnung des Finanzwesens in beiden, Sie vrrbütsn die Ueberlastung der Einzel- staaten durch Matrikularumlagen. Ich bin überzeugt, meine Herren, ein zustimmendes Votum wird Ihnen krine Reue bereiten. (erbaftk-Z
Bravo rechts.)
Abg. Baron von Arnßwaldt-Hardenbostel(antr.)erk_lart1_*1ch egrn die Vorlage, weil er noch aus dem Byden der Rewiunon ennigsen von 1882 stehs, wonach der Taback keine weitere Belastung 'a ren könne.
M hAbg. Weber-Heidelberg (ni.). hält es für zweckmäßig, die Kosten der Militärvorlage durch ein; Vermehrung der Einnahmen aus dem Taback zu decken; aber es tri nicht gérade nothwendig, aus dem Taback 40_45000000 .“ zu ziehen. Man közme die Steuer- sätze wobl etrvas berabseßmr, den Zoll aber erbehlrcb erhohen, und dadurch könne man wohl 300000004? mehr erzielen. Die orm der Belastung kann in der Kymmzsßon- esiznden werdrn._ S_tst wünschenswerth, daß die TabacÉinduitrie 11:th jo oft beurirubigt Wird. Eine jetzt zu trrffende end ülttge Entscheidung wird die Industrie beruhigen. Wo ein WiUe Kt, da wrrd sich auch ein Weg zyr'Ver. ständigung finden. Redner wendet sich noch gegen die Verjchteden- ariige Behandlung dsr Zigarren und des,Rauchtgbacks,_ welch leßterer höher besteuert sei, weil man den Arbeitslohn für die Zigarren bei der Berechnung zu doch angeskyt habe., Was man am erhöhten Zoll mehr einnimmt, sollte man zur Erletcbtrrung des Rauchtabacks Ver- wenden. Die Agitation bat den_ Tabackinterefsmten mebr geschadet als genüßt. Redner bestreitet; daß ein KM_sumrückgang_eiytretm „wird. Man werde nicht weniger, jdndern höchstens eme_billigere Zigarre rauchen und fich bald an eine andere Sorte gewobnen. ur die kleineren Fabrikanten wird dqs Skier,; aÜerdin s rnancbe wrang- keiten mit sich bringen, qbglei das auch n _mcbt sicher feststeht. Ist denn in Amerika die Zal der Tahackbetrrebe zuruckgegangen? Sie haben ich im Gegentbeil um 2000 im _leßten Jahre derm'ebrt. Der Taba gehört nicht zu den riotbwendigen Lebensbedurfmffen. Welcher andere Artikel kann denn eine Mebrbefteuerun aushalten.? Will man die Biersteuer erhöhen oder wrll man a ck auf die
“Matrikularbeiiräge legen ?" Vorübergehende Arbeitermtlaffungen werden
eintreten, cbon weil große Vorratbe aufgxbäuft _ smd.“ Ader eine dauernde erminderung der Zahl der Arbeiter wird nicht emtreteri. Deshalb sage ich: meet alles und behaltet das Beste zum Vortheil des Reichs und der inzelstaaten. „ , . Abg. Richter (fr. Volkßyés; Dre'RedZ des preußischen Finanz- Ministers war ja ein oratorn s Metsterftuck, aber die beste Rede eines Advokaten vermag nicht immer einen Deimquenteg vorn Tode u retten. Wer alle die geschilderten Vcrtberle auf nch emwu'ken Ließ, der mußte beinahe u der Uxberzeugung font_men, daß die Tabac!- fteuer so schön ist, daß ie eingeführt werden uzußte, auch wenn sonst kein Bedürfnis; für neue Steuern „vorhanden ware. Warum bat.denn der preußische Finanz-Minister seine Rede nicht am ersten Tage der
Debatte gehalten? Er sprach von den Eirmabmeqnsfällm info e der delsverträge. Dahei _recbnete er die Ausfälle infolge des. ry ischen Samb schon mit em. Hoffmtlub tritt er nunmethexxnger als. bisher fürdiesen Handelsvexuag ein und giebt seine kühle , ewe . Als über die Haudelßva'krage verhandelt wurde,_ hat guf diesezr Pu niemand einen Werth gelegt; ja, man zucht einmal eme Ex- mäßigung der Einnahmen aus den_ Getmdezollm WW" dre Einnahmen sind auch dieselben geb_lieben und die terung selbfi bat kein Gewicht darauf gelegi. „Fur Preußen entste t dadurch auch keine Verlegenheit; denn die Einnahmen aus den Gerreidezöllen ge- hörten ja mcht dem Staate, sondern den Kreisen, die m den leßten Jahren so viel Geld _er haben, daß fie gar nicht mehr wußten,.was sie damit anfangen sollten; 1895 fallen die Einnahmen wieder an den Staat zurück und bei der Stwgrqform hat man die Einnahmen aus der_161r Huene sebr medng verguschlagt und zum Ersatz für irgend welchen Ausfall .'.ft ja auch die Vermögmsfteuer im Beira e vqn 35 _Millwuen Mark bewiUigt worden. Der vreußrs chmz-Munfter sucht fich eine doppelte kaung für den Ausfall. Er hat von den Schulden gesprochen. Was hat es denn mit der Schulden- tilgung auf sich, Wenn immer neue Anleihen aufgenomrnen werden'.) Man muß immer mehr einmali e Außgaben 'auf die lautenden Einnahmen verweisen; das ist aucF jeßt schon in großem Unifange geschehen. Wenn der preußische Finanz-thftxr gefragt hat, wie die Außgaben gedeckt werden sollen, so haben wir_vo_n vornherein die Beseitigun der Liebesgabe und der Zuckerprgmren verlangt. Er meint, daß dafür keine Mebrbeit _vorbanden ifi. Deswegen bleibt der Vorschlag immer so gut wie die Vorlage, fur welche auch „keine Mehrbeitzu finden ist. Hatte man gewußt, da dixse Steuer hinter der Militärvorlage steckte, man hätte_ keine Me rbeit dafur gefunden. Die Steuervorlagen sollen nur die wohlhabenden „Leute treffen. Das ist richtig. _Die Frachtbriex- -und _Qiiittvngsftempel- steurr wird a ewalzt werden aus_ d! entgen ,_ w die transvortierten aaren verbrauchen u. t. w. aß_ b€1m_Taba_ck die Gewichtssteuer nicht wesentlich erhöht werden kann, isirrchtig, weil durch den Zdllschut5 ein so großér Tabackbau großgezogen worden ift. DaS Kontrolsvstem muß bei der Fabrikatsieuer in Kazif genqmmkn werden und deshalb ist die Steuer doppelt _verwerflicb. DtßUn- gerechtigkeit des Gewichtssteueriystems ist_ bei allen Konsumartikeln vorhanden. Kann der Minister die in einer schlechten LaÉe bxfind- lichen Hausindustrielien in eine bessere Lage vxrfetzenj? r rinpmt ibnen überhaupt die Exisienzfäbigkeit. Der preußische Fmanz-Mmistxr hat dann die Vortheile für die TabackY-flarxzer herdorgeboberr. Die Tabackpfsanzsr wollen garnint3 die Fabrikanten“, so_ndkrn h_ochftens einen größeren Schuyzoll. kr hczt denn die Agitation angexangen? Der preußische Finanz-Minifier Felber hat schoii im August und Septkmber Lärm schlagen lassen, Die Tabackintereffenten baden eber zu spät als zu früh mit ihrer Agitation begonnen. Der preußische Finanz-Ministxr meinte, die Ablehnun_ der Vor- lage bedeute einen Verzicht auf ewiß bezüglich der Tach ieuker. An anderer Stelle meinte er, eine Beru „iJung werde doch nicht eintreten. Nabe wird die Industrie vielleicht efommen, aber die Ruhe drs Kirchbofes, die Arbeitslos keit für Tausrnde von Arbeitern. Die Tabackindustrie laubt sekIst nicht_ an die, Ablebnung_der „Vorlage, meint der preußiJche„Finanz-Mminiyter, weil sie sich fur die Ueber- angszeit durch verstarkte Produktion rüstet. _ Ich wurde „daraus den LSchlu“ ziehen, die Vorlage sosorr in ZWLLth' Leiung im Plemzm abzuleknsn. Vergegenwärtigen wir uns doch d1§,Steigerung der Z"" direkten Steuern im Reiche; j_e höher die S_teuerxase sind„ desto _em- schneidendrr wirken diexelbén für die Industrie. Immer wredrr heren wir, der Taback ist nicht_1'd Nothwendig zum Leben. Es wrxd d9ch die Sache nicht' béstkUkkf, :ondern" der Konsumsni. Die „Peripektide der erhöhten Matrikularbeiträge 1chreckt mich gar nicht. Die Umlagen smd keine Vortreffliche Einrichtung; gber die „Einzelfiaaten haben sich 'a die Ueberweisung drr Ueberschüne zu_d:e cm Systrm efallen la ien. Die Einzelstaaten werden fich doch erst ü rrlegen, ob Sie nicht die fehlende Summe deckrn können aus anderen Emnabznen, ebe fie zur Erhebung von uschläg€n zur Einkommensteuer schreiten; Qs könnten fich ja auch Vers iedene andere SteuerÖiteUen finden. Wie kann man denn in Prsußen einen Zuschlag zur inkommenjteuer er- heben, während ein Drittel der Cinnahmrn aus der Cinkomtxien- steuer vorläufig bei Seite gelegt und kapitalisiert wird? Der preußische Finanz-Minister stellt die Abgrordneten_der Einzelxandtage dem Rerxbs- tage gegenüber. Wir sind doch aber in de_n Einzelstaaten gewahlt worden. Der Standpunkt des Abg. Frisen ist nicht der Standpunkt der Mehrheit des Hauses, aber mit diesem Standpunkt könnte der preußische Jinanz-Minisier vollständig zufrieden xein; denn _dgnach würden außer den anzunehmenden_Steuern mir noch 9_ Millionen Mark zur Deckung der Militarkofien erforderlich tern._ Der Jinanz-Minister verlangt von den Patrioten _gecrdnete Finanzen. „a, schaffen Sie geordnete Erwxrvsverbältnine, dann kommen die geordnrten Finanzen von _selhit. _ Aber solchx Steuervrojxkie müssen ja die Unternehmungslujt ichwach€n_. erme Zeichen emer Brüstung sind vorhanden, wie der Staatskrkrrtar ])1“. von Stephan auf dem Bankktt des Handelstages mi etbeilt hat. Die Gesamttit- Etats der Einzelstaaten b_elaufen sicb au_ Milliarden; eine Brffrrung um 1% beträgt qlso ichon 50 Millwnkn Mark. _Desbalb ist ck nicht richtig, unter yolchen anormalen Vrrbältmyjen einen“ normalexn Steuerplan aufzustellen. Allerdings wird man in qunst nicht_xo sehr aus dem Vollen wirtdschaften dürfen wie bisher. enn das- erreicht wird, so wäre das_ noch ein Nebenerwlg _der Ablehnung diem Vorlage. Der preußixche Finanz-Minister meinte, Welcher Empgang würde den Abgeordnejen zu theil wxrden, wenn sie mit leeren Handen kämen. Der alierichlechteste Empsang wird denen zu tbeil werden, die diese Vorlage annehmen würdrn.
Königlich preußischer BevoUmächtigter zum Vundesrath, Finanz-Mmixter 1)r. Miquel:
Msine Harken! Mein GesundhritÉzustxnd zwingt mich, nur auf wenige Bemerkungen zur Richtigstellung des Herrn Abg. Richter ein- zugeben. Herr Richtrr meinte, ich woas mir für Preußen eine doppelte Deckung drrschaffen. Einmal hätteich bei der Finanzreform in Preußen die Ueberweisungen aus dem Aufkommen der Getreide- und Vießzölle mit 24 Millionen mir schon zu gut gerechnet. Nun wolle ich noch einmal diese 24 Millionen odér übrrbaupt das gesammte Auf- kommen aus drn Getreide- und Viehzöüen mir zu gute reichtum. Nichts von alle dem ist richtig. Diese 24 Millionen find nicht der prrußischen Staatskasse zu gute gekommen, sondern dienen zum Ersatz von dagegen aufgegebenen Realfteuern. Die Grund- und Gebäudesteuer wird erlaffen (sehr richtig! rechts), ebenso wie die Gewerbesteuern, wie die Bergwerkssteuer, und das macht im ganzen 102 Millionen, die der Staat aufgiebt; er deckt sich zum tbeil durcb Einziehung der Ueberweisungen cm die Kreise unter Anrechnung des Durchschnittsbetrages von 24 Miüionen. Meine Herren, ich muß mich, aufrichtig gesagt, wundern, daß ein Kenner des preußischen Etats solche Behauptungen hier in meiner Gegenwart aufzusieuen für richtig hält. (Sehr richtig! rechts; Zuruf links.)
Nun, meine Herren, gebe ich weiter. Der Herr Richter hat uns dargelegt, daß die preußischer: Finanzen eigentlich brillant ständen (Wider- sVruch links), es würde fick) sehr bald, wenn nur 1% in der ganzen Wikibfchaft sich beffere, die ganze Lage wieder in Ordnung bringen saßen. Nun, meine Herren, im Jahre 1890, als ich im preußischen Landtag die Ehre hatte, die Reform der Einkommen- und Geiperhesteuer vorzulegen, hatta: wir allerdings einen rechnungSmäßigen Uebersäöuß von über 100 Millionen. Herr Richter, obwohl ich warnte, diesen rechnung5mäßigen Ueberscbuß für einen dauernden zu nehmen, ja auSdrücklich sagte: das ist kein wirthschaftlicher Ueberschuß, das ist ein rechnungSmäßiger, derselbe kommt von der falschen Kon-
ftnrktion des preußischen Garantiegesesoo von 1882 (Zuruf links), _ HerrRiöter, lassen Sie uichnur ausreden. Dakam-HerrRühte: und sagte: was, die Gewchbefteuer, die 20 Mikliouen - erwägt, sollen wir noch reformieren? Wir schwimmen ja im Gelbe, wir können die Gemrbefteuet einfach aufheben. Das batHerr Ricbdeczzesagt, und das folgende Jahr_wie jeder, der mehr von denDingen versieht als bloß Zahlen lesen, sondem auch das Wesen der Zahlen und was für tbalsäcblicbe und wirtbschaftl'ikbé Verhältnisse dahinter sieben, bemibeilen kann, schon damals vorhersagen konnte- das folgende Jahr saßen wir in Preußen im vollen Defizit, und das xiächßfolgende Jahr, nachdem wir die Gewerbesteuer reformiert hatten, wurde beschlossen, diese Gewerbesieuer als staatliche Staatssteuer aufzuheben und, weil sie richtiger als Kommunalsteuer fungiert, sie den Kommunen zu überwüsen. Die preußischen Kommunen können sehr dankbar dafür sein, daß man damals dem falschen Ratbschlage des Herrn Richter nicht gefolgt ist. (Zuruf links; Heiterkeit.) Herr Richter hat dann weiter gesagt: man solle sich in Zukunft hüten, mehr auSzugeben, als man in den Einnahmen bereits besitzt, und man hätte, wenn dias Prinzip beobachtet wäre, die Militärvorlage nicht bewiÜigeu sollen, ohne die Deckung schon zu kennen. Ich werde die Konsequenzen dieser sehr richtigen finanzpolitische" Auffassung dem Herrn Richter gegenüber ziehen, wenn wir die Reicbs-Finanzreform beratben Werden; denn sie hat eben diesen Zweck. (Sehr richtig! rechts.) Sie will das Gegentheil verhindern, und ich stimme in diesem Punkte mit Herrn Richter auSnabmsweise einmal vollständig überein. (Sehr gut! rechts.) Herr Richter sagt: Frachtbrief- und Quittungsftempel, sie belasten doch gerade die Mitielklaffen, die will ich garnicht. Nun, meine Herren, dann sage ich: wenn Herr Richter diese Steuern auch nicht bewilligen will, dann muß er erst recht dic Tabackfabrikatsteuer be- willigen, denn dann ist der Bedarf noch viel größer, irgendwo muß der Bedarf doch herkommen. Mit dem bloßen Optimißmus: die Zeit wird uns schon helfen, hat Herr Richter uns schon oft getäuscht, und er wird, glaube ich, den Reichstag nicht glauben maxben, daß eine Mebrauégabe von 60 Millionen einfach aus nichs gedrckt werde. Gewiß können wir solche Steuern nicht einführen, wie Herr von Buol ganz richtig und offen aus- gesprochen hat, vkyne auch die Mittelklasssn zu treffen. Welche Ver- brauchSabgabe, die irgend eine Bedeutung Hätte, könnte in einem Lande erfunden werden, wo 95 0/0 der Steuerpflickitigen zu den Mittelklaffen zu rechnen smd? Das ist einfach nicht möglich, das ist ganz unaus- führbar.
Es ist von einer Skike der Antrag gefteüt, die Quittungssteuer in Stufen einzutbeilen und die höheren Stufen stärker zu treffen. Nun, meine Herren, wir werden diese Fragen Erwägen, ich will das durchaus noch nicht von yornherein ablekynen. Eine Schwierigkeit ist nur, daß dadurch die praktische »Handhakung der Steuer so groß wird, und infolgedeffrn hat gerade die Hamburger Handelskammer fich mit der größten Entschiedenheit geZen alle andkren Steuerformen als gegen den Fixfiempel erklärt.
Ganz verwundert babe ich mich, daß der Abg. Richter sagt, wir hätten den Tabackbau durch die Steuer großgezogsn (Heiterkeit rechts), durch den übermäßigen Schuß, während alle Welt doch dor sich hat,
daß unter dem Bestande der gegenwärtigen Struck der Tabackkau in,
rapidem Rückgang ist. (Sehr richtig! rechts.)
Wenn ich nicht irre _ mein Kollege aus Elsaß-Lothringen wird das besser im Kopfe haben _ sind in Elsaß-Lothringen allein über 2000 113 dem Tabackbau entzogen worden. Das ist“ gerade das Produkt der gegenwärtigen Steuer.
Meine Herren, ich will bei dieser Gelkgenheit einige Punkte nachholen.
Die süddeutschen Tabackbauern, sagt Hrrr Richter, vaen diese Fabrikatfteuer garuicht, sie wollen fie nur mit einer Erhöhung des Zolls. Nun, meine Herren, liegt in dieskr Tabackfabrikatsteuer schon an sich eine Erhöhung des Zolls und insoweit eine Begünstigung des inneren Tabackbaues, weil die Fabrikatsteuer erhoben wird von dsr Waare inkl. des Zolls, und das ist nicht unerheblich. Aber, meins Herren, wir werden in der Kommission diese Fragen nicht ein- fach von uns schieben können. Nachdem seit dem Bestand der jetzigen Steuern die Klagen der Tabackbauern nie aufgehört haben, nachdem wir sehen, daß der Import von ausländischem Taback seit dieser Zeit in starkem Wacbien gewesen ist, nachdem wir sehen, dax“; der Tabackbau
im Jnnsrn zurückgegangen ist, denke ich nicht zu bochmütbig und bin *
nicht eingebildet gsnug, um übrr eine solche Thatsache einfach hinw'eg- zugehen. Wir würden diese Frage ganz sorgfältig erwägen, und ich stehe aÜerdings auf dem Standpunkt meines Herrn Kollegen dom ReichZ-Schaßamf: Was wir inDeufschland unter Verwendung unserer eigenen Arbeitskraft herstellen können, das sollen wir in Deutschland Herstellen, und nicht vom Ausland holen. (Sehr richtig! rechts.)
Auf dem Standpunkt stehe ich und wrrde mich garnicht einer eingehenden Erwägung dér Gründe, die die Herren aus Süddkutscb- land vortragen können, entziehen. Ich muß dabei betonen, daß die Frage wegen des Schußzolls odrr Nichtschußzoas des inneren Tabakk- baues nach Einführung der Fabrikatsteuer eine ganz andere wird. Denn, da wir Von dem Tabac! _ einerlei, ob (er von außen kommt, ob er in Brasilien gewachsen ift, oder ob er in der Pfalz ge- wachsen ist- doch genau dieselbe Fabrikatsteuer bekommen,soift dann das fiskalische Interesse, welches hauptsächlich bisher hinderlich war, in dieser Frage für den inneren Tabackbau, ein ganz anderes ge- worden. Wir können mit viel größerer Unbefangenbeit, als wie das früher der Fal! gewesen ist, jeyt diese Frage prüfen.
(Schluß in der Ziveiten Beilage.)
"Zweite Beilage
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Llnzeigcr.
„NZZ 13.
Berlin, DienStag, den 16. Jammr
- - 1894.
Schluß der Rede dW Finanz-Ministers Or. Miquel aus der Ersten Beilage.)
Meine Herren, nun sagt Herr Richter: wenn die Abgeordneten mit kleinen Matrikularumlagen nach Hause kärrien, das wäre ja nicht schlimm, da würden sie mit Freuden empfangen werden, und alle Welt würde froh sein, daß kdie Raucher jderschont davonkämen. Nun, die kleinen Matrikularumlagen _ ich spreche Hier nicht aUkin von Preußen und ich will auch bkmerken, daß, wenn ich dem Herrn Ricbtkr auf preußische Dinge vorher erwidert habe, diese ganze Er- widerung eigentlich nicht nöthig gewesen wäre", denn wir sprechen ja hier nicht von Preußen allein _ babrn denn die andersn Staaten aucb 1€J€§ Harne gemacht? Kann diess Frage allein nach dcn preußischen Gsficht§punktrn Entschieden werden? Nein, fie müffen naeh dem Gesammiintereffe aller deutschen Staqien zur Entschridung gelangen. Aber ici) will nach dem preußischen Beispiel einmal rremplifizieren, Was das heißt: „Kleine Madrikularumlagen'. Wir Haken Ueberweisungen gehabt über die Matrikularumlagen bin- aué in Preußen im Jakrr 1889790 80 Millionen _ ich nenne nur rundr Zahlen _ im Jahre 1890/91 46 Millionen, im Jabre 1891/92 41:1 YiiUivnen, im Jahre 1892/93 25-1 MiUionen, im Jahre 1893/94 eiatifirrt 750000 ;(6 und im Jabre1894/95 nach Maßgabe dr-Z Reiché- Etats, rraiifiert, ein Minus, d. 1). sin Mrhr vrn Matrikuiarumlagcn dcn 32 Millirnkn. (Höri! hört! rechts.) Meine Omen, nun frage ich: ist einr grordneie Finanzwiribsäyast in irgend einem Staat der Welt möglick), wenn man inrierbalb fünf Jabren don einrm Plus. von 80 Miliionen auf ein Minus dcn 32 Vkiklionen schwankt? (Sehr richtigk r€cht§.) Msine Herrén , ich glaube, wrr diese Dinge niclit mir befangensm Gésichtsdunkt anfishi, wie das Linrrilen geschick“! (Hkiierkeit), drr muß"; sagen, idlche Zustände find auf die Tauer unhaltkar und wrrden dis alirrgrößtön Gefahren für (5,8- samtntdrutickyland Hrrvorruikn. (Sehr richtigk rkchts.) Das ist dir Lagr. Also, wenn unser? Abxzeordnéren auf die andere Skit? der Lrirzixsrsiraße “gebs" Und ich ibnkn da mm sag-kn muß: wrnn der Reichétag nichts kswiÜigi, so zwingt er uns nicht bloß", auf die Urber- wriiung ZU rsrzickxten, srndern 82 MiUionrn an das Reich zu zahlrn, U:“;d wir find garnicht sirlxsr, ri: diss nicht noch in den näckystrn Jabrrn stkigen wird, sr- bin ich nrugirrig, Wo:“- dir rreußisckxrn Abgrrrdnexen dazu sagkn Wrrdsn. Nun „fragt drr „Herr Abgkcrdnetr Nichtrr: Sind wir denn 'die? Knsrhtr 'der LandtaZe? wir haben doch die SQÖC für uns zu errsch€id8n. Mein€ Herrsn, ist 88 nichr ein schwer€r sozialer, rvlitiiilyrr und naiicnalcr Schadcn, wrnn in diésrr Weiss die einzklnkn Landtags gezwungsn rrrrdrri, firh grgeit die Finanzvrlitik drs R€ich§ zu strlien? (Srbr ricÜtiZ! TCÖf'Z.) Hrrr Abgsrrdneter Richtrr sagt von Prrußen, dax- Plus der Einkommensteuer betragr ja 40 Millioném, und da? wérdk ja fkstgelegt in Fcnd-Z, darauf könne man ja greifrn; wir man da an Link Steurrsrköhung in Prrußcn "denki'n könnr. Visins Hrrrcn, diéscs Plus dcn 40 MiUidnrn “réckt ekrn einkn Tkril aucb dsr 102 YkiUidnrn, wcickyr wir in drr Grund: und Gskäudé- und errrbesteurr rrrisgrgrksn badrn. DIZ wris; der Herr Richter drch wr'kél ganz grnau. (Zriruf links.) NaCl) 1885 kak der Staat arif dis Grund- und Gebäudrsteuer drkzichtét und deckt skineri Vsrlust' rrstrn-Z "durch dir 24 MiUioncn auI ch 1€x Husnr, dis er in anunir bekält, ZWEitLt'sZ dnrch die 40 Viillirncn Einkrmmsnsteuxkr imd driitens durck) dir 35 Millirncn aus der UCULN Vermögrnxxiteurr. T.) bat der Staat also keinrn Picnnig ZEWOUUM, srndcrn UU!" ndtkdüritig das? wieder bukommsn, wuZ kr zu Gunsten dsr Kommunen Prkiégcgebsxi kat. Ick mm"; sagrn, ici“) derstkde nicht, wie Ur Hkrr Abg. Richter da:“- nichf wiffrn irU. Dkr Hrrr Abg. Richiér kurt dann weiikr bkixaiwtri, di? Takackbau-crn Öäitrri gar kein Jnirrcsir cm der Sachs. Ja, ick) glauks, dir Vrrtretcr au-Z dsr Pfalz, dir Hirr fixen, ob es mm die badisckyr kdrr dir baderischk ist, wrrdrii das- Jntcreffe der Takackkaurrn wrks krüi'r verstékérn air? Hsrr Abg. Nichtér, Und wir Haben schon Stimmm aus drr Pius; nack) “dcr Riclyrung gehört. Richtig ist aUrrding-, dar:: dir Bauern durch die Höchst inirüichtc Agitation der Fabrikanten zu idrcm cigenrn größrrn Schäden SWW irre grwrrdrn sind. (Srbr wasn“! r€chts.) Aber wir Werdrri icbrn dafür sorgrn, da? dirie Bausrn wicd-ér kiar Ükrr idre Cigrnstrn Jntkrkffrn wrrden, und, wcnn fie da;“- x'ind, dann wcrdkn s:? auf unicrkr Skiké skin und nicht auf dcr Sritr des «Hrrrn Abg. Rickytkr! (Zeör richtig! rechi§. Widerivruch [iiik-Z.) Errarr, wrnn 85 richtig ist" _ was auch der „Herr Abg. Richirr msini _, dar“; der Konsum der bsffrrkn Sorten am meistsn leidrn und dsr Konium der grringrren Serkan am meisten Vörtheil von der SWS Haben würde, nun dann wird gerade der inländischx Tabackkaurr den Vcrrhcil haben; das kann nicht dem geringsten Zweiirl unter- lirgxn. (Sehr richtig! rkchi§.) Meine Hkrrsn, ich will auf die writercn Bemerkungen dr-Z .Hc'rrn Abg. Richter nicht eingeben; aber einrs möchte ich zum Schluß doch noch drn .Herren vom Centrum sagen: Ich habe schon virle Redrn des Herrn Abg. Richter gsdört und viele, wie ich ganz FSM gestehe, aufrichtig brrrundrrt; abe'r immrr babs ich wenigstens zu finden grglaubt, dat“; seinen deen Line Hohe Kunst augenblicklicbcr nützlichrr varlameniariscbsr Taktik als Hauptgrundiage diend Eins dieskr taktisch parlamentarischen Kunststückk ist immer grwcsen, sicb Womöglich hinter da-Z Zentrum zu rerstrcken (Heiterkeit), immer das antrum vorzuschieben, das Zentrum in die Oppcsitirn zu reißen. Ob das in dirsem Augenblick ihm noch gclingrn wird, daS [ase ich dahin- gestellt sein; jkdenfalls babe ich die Uckerzeugung, daß an den so er- [ahrcnem die Dinge ganz übersehenden Männern, wie sic? im Zentrum UVM, solche parlamentarische Kimststücke gc'wiß gegenwärtig voll- ständYb-ohtcir jede Wirkung vorübergehen! (Große Heiterkeit.)
. rei err orn * . ' ' ("niere'r
der elsäixfisZen bTabaZckpfianzvex an "dix YoFYÉsZiUFMÜniY dzem [L*- 1kekxenden Tabackjteuergeseß sei die Produktion des Tabacks in seiner eimal!) _!ebr erheblich zurückgegangen. Die Lösung der Takack-
rage gebore für Süddeutschland und Elsaß-Lotbringen zur Agrar-
fkügk- Die Stcuer betrug früher 6 0%) drs Wertbes und jest 90 0/0
des WMHLS des Nobtabacks. Dabei mu“ man brachten, welcbe
Vortheile die Elsaffrr Tabackpflanzer frü er von drr Monopol-
verwa_ltung hatten. Drr Tabackbau bat eine große sozial- yohiriche Yedeutung_, weil 'dadurcb die Familie vollständig be- schafttgt_ wird, weil 118 n1cht_ nur ihren Nabmngsbedarf selbst decken, !ondern a1_rch den Wohlstand der Familie noch Vermehren kann. BLU“. _ware es, wenn man für den elsässischen Taback Staffeltarrse erniybren wür_de,_damit ernoch mehr in Deutschland der- wendet Werden ko_nnte. Die Kontrolmaßregeln verschwinden nicht aus _der Welt_ durch die Abxelrnung der Vor[a_ge; fie lasten nur, wie bis 1eß_t_, aux dem,Tabackp,r1J_r_tzer. Daß die Kontrole nicht chifanös wird, dafur wird die Kymnxinwn sorgen müffen. Jm ükrigen bleibe ich Ibex, das das Grieß für _die Tabackbauer ein Segen iein wird. Die Yabackbaurr werden, jedrnralls die ganze Frage nicht ruhen laffen. Rxdnrr beantragt, die Vorlagr der für die Stempelsteuerdoriagkn ein- geretzten Kommissron zu überweixén.
Damit sxbließt die Debatte. Die Vorlage wird darauf der Stemyslfteuerkommimon Üherwresen.
Schluß 61/4 Uhr._ Nächste Sißung Mittwoch 1 Uizr. (Anträge aus dem Hauje.)
Nr. 11 des .YkinistériaL-Vlattß' für die gesammte innrrs Verwaltung in den Königlich preußischen Staaten“, berauÉgrgrben im Bureau dss Ministeriums dex? Jnnrrn, Vom 30. Dezember 1893, Hat folgenden Inhalt: 1. Organisations-Sachsn. „4. Behörden und Beamte. Zirkular, kxtreffend die Tagesgelder urid Rsisrkosten der Landmeffer und r€chniichrn Sekretärs. _ Zirkular, b?- treffrnd die Bérückfichtigung drr Remunrratirnen :c. don Bsamten bsi der Einkommené-Drkiarirunß. _ VrrfüZung, detrriiend dir Zahlung don Gebühren an KreiWhpsrk-Zr ,für Gutachtkn déi Prusik- nirungen. _ 13. StaakÖHauÉbalt-Etat, Kaffrn- mid R€chnun7§w€irw Nachtrag zu den Rrgulatidrn, drrrräsnd dia Vsrnichtung Hrn 42155811, Rrchnung€n IC. 11. Kirchlickye Ang-elrgrnbeitrn. Zirkular, bsrrekrnd dir StWelrilicHtigkrit drr Veritägs yon KirÖrxkgrmsindsn 5521" Grund- stücksrrwrrb. _ 111. Medizinal-An-geixgknizritrn. Zirkular, [*Strrffend dir Anlégung neixrr Awtbrfen. _ 11'. Polizri-Vrrwalfrrng. '.4. Grndarmrrir. Vrriügung, bxtrrkrsnd die ATTWÖUUUZ irühsrrr Tiknstzkit bsidrr GaßaltZ-Rkkuliérung. _ 13. Vsrßshrrungéwsskn. An- weisung, bstrchnd 'das Vrrfa ren bei drr AUÖÜSÜUUZLT. von Luirtimgé- karten. _ (". karrbs-Priizei. Zirkular, detrernd dir durch dir Schw€i3 nacb Frankrsich gekikndrn Waarensrndungrn. _ 1). Gsiängnißweién, Straf: und BeffkrungÉ-aniraltén. Zirkular. ketrciiknd dir Kritcnrin- ziebung für die Strafrrllstrrckung ebxmaliZ-kr Yiilitärprr'sonrn. _ 13. Msdizinal-Pdiizei. Zirkular, bérrcffrrnd Untsriuchungéanstalisn iür den Vrrkrkr mir NJÖUMZZMÖUÜU. _ 1". erZwiizéi. Zirkular, be- treffénd dis ANkkingUUZ ron Briefkastrn an dén Aaßénskit-kn drr Häuikr. _ 1'. Vsriralrunzz "drr Öfiénriickyen Arbsirsn. Ziririlar, 132- 1178772711: die von Baudeamrrn ani Srsziaibaukaürn anzuwriirndrn Zaklungén. _ Zirkular, brtrrr'frnd dis 'Ilbwrk'r drr Cbrsrragkiabr in dsr Vauvrrwalkung. _ VeriüZUn-Z„ Litresirnd 'Schuizstrsiirn bsi drr Anlage? drn Klöinbakxnkn. _ 1'1. Vrrwalmng für «Jandrl Und (HSwerdr. Zirkiiiar, béirsß'srid die BriclyäiriYmg jnzsnd1ichrr Arbsitsr in Fabriksn. _ VrréügunZ, betrrrrsnd den (Zba- rakter 'der Damrikeffrl als ikstitsdsndr Ksffei. _ Zirkiilar, brtresrend die Adänderung mrbrrrrr Bestimmungrri drr errrkc- ordnung. _ Vsrfügung, bstrrFend dic: ArdéitÖ-drdnimg in Fabriken. _ _ 1'11. Vsrwairung für Landwirrksckyaft, Trmäncn und Forstsri. Zirkular, berrésénd dir Nr*tierung frrsirsrirrgungébrrschtigirr Fägrr dri drn Nrgirrringxn. _ Zirkuiar, krtrrkfénd Tax:- Vrrfakrrn binßchr= [ich drr Prüfmixx ron Griadrnsesuckzrn zum Erlaß von Frrststraisn. _ 1'111, Yiilitär- und'Marins-Än*r[r.xrn§2iren. VrriÜ-gung, bstrrkrsnd dir EntsckyädigungsaniprüM bsi Hibsrerrung städtischsr Frrsiiläcern wäernd drr AriiÜxris-SÜÉÜngcn.
Nr. 2 drs .Crntrakblatts drr Bauverwaltung“, drrairs- gegrdcn im Miniitsriun dEr Sifrniiiäxen Ardéiirn, drm 13. Januar, kat frlgkndsn JUZJTLÜT Enririirf zur Umgssiaituns deZ Vikinalicnmxrkts in MKW?» _ Tie Siraßrniénkimg- in EiZ-TLSM. _ Obkr-Bauraib Urn Hasenaurr in Wikn +. _ Kanalisierung drr Ldrr wii Koirl bis- zur I'iéisémüridunZ. (Schluß.; _ Vrrmiickytés: WLUÖMSTÖ iär zwci Wangrliiäps Kirch€ri in Düffrlddrf. _ Bssuch drr Technisckyrn Hockyicixiile in Münchrn im Winrrr-Haibjakr 1893/94. _ Dir Uedsrtiicßring drr Nordsec.
Statistik und Volkétvirthschaft. Tié driirsch€ übersrriichr Auswanderunß Zbrr dsuisckkr HFM, Anrwcrprn, Rdxtrrdam Kik „Ywitrrdqm irsJi-I NÖ nach dsn „Errmttrlunékri dsZ Karierlickxrn 'Zkiatrm'cbrn Amts Für _Drzemkér LZND das Ja ,r 1393 urid den gleichen Zrttraum 1392 srlgrndrrmaxsn: __ _ EZ“ wUrdrn kercrdcrt rm Trzrmdrr Jadr Tszrmder Jafrr üksr: 1393 1892 Yrrmrn .......... 992 39 852 8989 «Hamburg _. . ;_; . _. . ., . 650 30510 1762 anderr dsut'cb? »Zur-„'n (Ststtm) _ _ 53 Bratsche? Häfsn zusammrn . . 1612 70 862 5 759 Antwervkn 11 532 1 306 Rdtikrdam ' „ 1 738 348 Amtterdam 2 180; Uébkrbaurt. . 15547 83 812 7413 112205 AUS druiichrn Häisn wurdrn im Jabre 1893 nreri _dkn ydrgknannicn 70 362 druthbrn Au-Zwandersrri ndch 97 910 An gr ks r*r_1 gXe srerrrdcr Siaatsxi drforderi. Davon gmgcn übst Bre'msn 69 548, Hamburg 28 362.
Jnvalidität-Z- und Altcrsvsrsicherung.
Bei "drr Jndaliditäis- und Altcrsverficherung§anstalt B (* r l i n sind im “Laufe der; Visrtsljabres Oktober-Teziembrr1893 116 Anträge auf Gewährung von AltérSren te einZegangcn; .ruH der Zei: dcr dcm 1. Oktober 1893 lagen 39 Antrags wr, bm- üchtlick; deren die Erledigung noch (russland. Vrn dixren 15553111- trägen find bewilligt 91, abgelehnt 31, anderweit rrledigi 2 und un- crledigt auf das folgende. Vierteljak'r übernommen_ 31. _Jnner- kxalb des gleichen Vierteljabrrs sind 202 Anfrage aux Ge- währung der Invalidenrente cingegangrn und 55 un- erledigt an:? dem Vorvikrteljabre übrrnommen worden. Von diesen 257 vaalidenrenten-Anträgrn wurdrn 104 *bswilltgt, _64 ab- abgelebnt, 6 anderweit erledigt und 83 unerledigt auf das sclgrnde Quartal übernommen. _ Bis zum 1. Januar 1894 ware_n ,ms- gesammt bewilligt 2206 Alterßrenten. Von diesen smd aus exckneden durch Tod 270, aus andern Gründen 35, zusammen 305, odaß am 1. Januar 1894 1901 Alterßrenten-Empfängrr vorhanden waren. An Invalidenrenten sind bis zum 1. Januar 1894 überhaupt 658 brwilligt wordrn. Angeschieden find inrviscben durch Tod 76, aus andern Gründen 12, zmammen 88. Mitéin war am ].Januar 1894 ein Bestand von 570 Jnvalidenrenten-Empfängern.
Hagelschäden im Großöeczogtdum Hessrn in den Jahren1889_1892. ,
__Jn “um vier Jahren 1889_1892 wurden im _Grr-ßderzogibum Yemen 505 Gemarkuan von Hagelwettern beimgeyucbt. Dir von exzteren e_troffene Flache betrug 92 817 113, wovon 28 976 113 oder 31,2 0/9 excbädigt wurden. Der durch die: _Hrgrlichläge vsrursachts Schaden wurde in _der gkjammten vierjabrigen Bericthzsit aui 2321309 545 Veranzchlagt, worwn mkkr al-Z - die Hälfte, nämlich 1166 286 5-6, auf das Jabr1889 allein eniüelen. Von den durch Hagelwetter beichädigten'Fläcbrn waran 6106 113 oder rtwas mehr als ein Fünftel (grnausr 21,1 “4 .)) vrrfichsrt mit rinrr Versiche- rungsiumme von 2846073 ._jé: Tie don _drns Versicherungsgesksl- schaften gezakéltkn EntschädigungZsummen briicirn sich auf 278176 ;46, d. f. 9,78% dEr VeriiihkrungHsumm-Z und rund 12% "des Wran- schlagten Schadens. Wie sic!) 'die bktreffrnden Vrrkästnisir in jedem einzrlnen dsr dirt Jahre gestaltétkn, ist JUZ rolxxrnder, aus drn .Tézember-Mittkeilungen dsr Grdßbkrzdglicb [Irsiiichrn Zentralirsils iÜr die Landesitatiftif' zusammenigritéilten Uedrrsrcht ZU rninedmsn.
EZ SUMO “' 1889 1390 13:31 1592
Dis Zak)! drr ron Hagel- werrrr bétronnrn Ee?- markungsn . . . . . 157 60
die Größe drr gsiroiisnrn Fläcbr . . . . .
die Größ? drr g€schädigten
115 25209 14112
551.1 „€ . . . . , 9187 3014 dEr drranscblagte Schaden. ;461166286 2.3 dix rrn "dem brsch5digrrn Grländé derfickosrrr Flächs 113 1149 dix? Okwirhrrrrnzsiummr drr [€eran . . . . . . ;W 587 817 296 830 dis Urn dsn VsrÄÖLr-ungs- Geikllicbair-kn im ganzsn 5-3.)le Enriäpädigimg . :;H 65 894 “ 35 628 97 572
Hiérnarb iir dis [.*-711017an und 5875135“ , ?*RL'ÖC“ die VON drr [Ex:tkrcn V?L'ÜÖZL'TS F15chZ im Jakrr 1892, d. Kranicbiagis Schadkri imJaer81839, dir VérÜÖe'runzZiumwr drr ;.;richädigtsn Und drr! fiÖsrrrn FläÖ-c frwis dir VM dsn Grssilixhaitrn .;?!räörtr Ent- ?"cixädigung 1892 am größtsn grwran. Jm VrrdäirniJ zur Vi'r- fichrrunZ§summ€ d-Zr gsichä'digtxn Fixixlxé briisf “71:5 dis .zrzadlrs Ent- iÖädigUng 1889 auf 11,2, 1590 aut" 9,7, 1591 aur“ 11.711717.“ 1392 arif 8 090; sr: war dZmriarb 1591 am köckyiten imd 1892 (mr nixdrigi'tkn. VStZlCÖÖT man indran dis Zrzadlrx EntschädizuriZssummr mit TSM rsranichiagtrn Schadrndrtrag, sr macht:? srirrrs i;: drn virr ZinZ-JWM Jadrsn 5,6 bszir. 12,4, 25,9 rind 15,600 dS-Z 1213161611 aur.
Tsr Turck) dir Hagrlwe'isr dsrririacbtr Schad€n wird ükrigcns nichr mir im Grid, scxidsrn Auch in Prrzsntcn "di? WMW dsr auf dri: rkrkagsltén FläÖ-rn Erwarrersii Erntr drransckyixgr. Jri lsxzter-Jr Hinückyt wsrdrn dir S..,äden drr dier erichréjzbrr in Unixrrr 222-3112 wie folgt klassriizixrr: 33 Ww. 22, 17 Und 210/0.
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Zur ArbeiTSrdewrgung.
Zn Esixii faiid am lrxßisn SOUNTIZ eiiie Brrgarkxiiér- drrsammlung starr, in dsr der .Rdéin.-W€srf.Z,' JUUZS di? Miß- ständc ;uf drn Zschén drs Effriirr NZViLr-Z zur Srraähe gsdrachr werd-Zir 79111677, "dis: abrr trrxzdrm nur drn wxnig üdsr 300 Prrsonrrx bssuckyr war. Trr Brrgindalids 311iüklsnb€ch-Eff€n kam wirder auf das Wazrrmaüsn, dis Urkrrschicht€n 57.1 irrschxn und wir:: aiif dir Frrdrrung drr achtstündizsn Zcbiciyt hin, bsi drr man abcr zukünftig nicÖt wkrke stébén dieikén. Scdiirßlicb einriaßl rr dxn Anscbiiiß an dsn srzialdxmrkrariickxn Arkrircrrsrkand. Ein zwrirsr Nsdnsr [krach Üd-Zr dis sozialk FUJI: aiich Joi“. Margraf" Trat „115? Nxdnsr arri. ,
AUÉ Lkirzig schrsibt man drm ,Cbrmn. THA", daß dsr JnnUngÉauHichuß DLL rrrxinigrrn Lrirxigrr Jnnrmgrn 'ich Ent: ickxieerr ZZg-Zn dir Erri-Fyriing sin&“- städiiichsn Arkeits- nacbwsiirz sriiärt dar?, da dir Rrgélung dss Arbeit:;- markts drrsir-Z don drm erunzrn in Ti-I Hand grnommrri und niißbringknd dUrcbgriükr-r wordkn sri. _ Zn Liner Vsriammlnng dEr Bilddaurrzrdiiirn Léirzig-Z „rm Scnnabsnd rriirdé, wir dis: ,Zrirz. Z.“ dsricdrrr, frrnrr mitgrtbriir, dar"; -:in it; rincr Lsirzigrr Möbrliadrif drvdrndrr Auéstand durch dis.“ Naeh- giSLigkeit bridrr Tkril-x rsrmikdrn wrrdrn sri. Trr Ardsiigrkcr karte? für die Monarr J.:nuar Und Frdraar eins HrraksFHUU-Z dss ernZ um 100 «) sinirctrn [517-311 desn, wäi'rrnd dir Grbilien die Verkürzung drr Ardéitszcir drr: 10 arri 9 Ztundsri 0an Loknkürzung drrlangt battkn. Beidr Parrrisn iakrn rrn ibrsn Fcrdrrungsn al:. _ AUF einsr Ver- iammlun-g dsr Buckyöind srgrbilisn rom iriztcir Zonnabsnd ist zu Zle'ÖkIULU, daß drr Vsrdand in Lsivzig 200 Ykirglirdrr zäblt. _ In einer Vsriammiiing drr Kürséhnerxhilirn wurdr am Zrnnixg krscßidffrn, SMM Vrrkand drr Zurichtrr zu gründen. Dkk Vrrband ML in rritsr Linie dazu drstimmi skin, zadlrricben, im errlingZ-wrisn eingrriMri-xn Ucdrlitänden rntgrgrn zu arbeitén. _ Eine B'srsammlung dsr Lcirzigrr Srilcrgrbilién wählt? am Sonntag eincn Vérrrétrr für dén im März in Brrlin stattfindenden Vrrianrst und isicbl'rß, drr! dic Auflösurig drs Vrrbandrs drr Srilcr und den Anirhluß an drn Vcrdand der Trrtilarbeiter JU be- antra rn. , _ _
Yirr in Bsriin bsyckaxtizzrs mb, wir dir Böckinrr .Volk-F-Ztg.“ miitdriik, Linr M*au rrrdsr ' amm [U n 9 am chntag auf:“; nsus mit drr Organisation:?frax (rrrgl. dir gsstrik'r Nr, 12 72. VW. Nachdrm Maurizi- Blaurcck ükxcr dxn Marinl an Qiriigkeir 1111181" drn Berufsgenoffen Rklggt und dir 'ndlxrnde Zenxralorganii'ation „11-5- die Ursachk dieses Z-Zißitandks- bczkichnrt hatte, kam cin Antrag zur Ilnnabmr, nach dem eine Kommission, bestrixrnd aus jk fünf Anhängern drr Lokal: und der antralorganisaiivn mit drr Au-Zarbriiimg don Vorickxlägrn betraut wérden soll, auf Grund dcrrn eins Einigung iich erziricn [affe.. _ Tie Lrixnkommiisirn drr Berliner Stein ! er,; e r und r*rrwandten Bkrufégenrffsn bat den Unternefymsrn rinkn Lokxntaris' zugrftrllr, in welchem ncunstündige Arbéitézeit und für Strinsexzrrgrsrüen 60, für Steinbauer 50, für Rammrr 45, für Hilearbe'iter 35 „) Lohn für die? Stunde gefordert wird. Ja einsr Vrriammlung am Sonntag wurde beschlossen, unter keinen Umständen von diesen Forderungen ab* zugehen und 65 ('Ventuekl auf eincn AUZstand ankommcn zu lumen.
Literatur.
Geschichtx. _ . ' 11“. Historische Zritschriit. Yxrausgegrkxxn von Ykln_kl_ch ddri Sybel und Frirdrickp Mcineckc. 72. Bd._ 1. Derr. Yiünckyen und Lrirzig, R. Oldrnbrurg. 1894. __ Im kritewAusfaiz diese:“- Heftes brhandelt Mar "Lenz rin rteli*_€!vrochcne§ Kapitel _aus dcr Geschichte der französischsn Rrvolution: dcn Fluchtverxucb der Königlichen Familie am 20. Ic_nni 1791. Zahlreiche Berichte von Theilnebmern und Zeitgenossen Znid hieriiber bekannt gewvrden und haben zu dm Verschiedenstkn Dari_teilun en Anlaß _gr eben, die nicht selten kritiklos die widerxprechenditxw _ngab_en_ aurna xnen und- ver- arbeiteten. Von hervorragendem Elysluy aus _die Ucberlieferung waren namentlich die Memoiren der beiden Grafen Bourllé _ Vater und Sohn _, die beide ander Vorbereitizn _der Flucht betbeiligt waren und dabrr über vigle Dinge genaue Mitt etlung machen konnten.
Auch urkundliche Zeugninc über disse Episode fehlen nicht: wir be.
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