Deutsche Kolonien.
Nach einem Telegramm aus Kapstadt hat der Major "oon an00_rs an_1 1. d._ M. in dcr Dorisibschlucht bci Gans- berg __ enrrk W_1tb001 geschlagen und ihm große Verluste «Mgr. Dabei wurden 40 fcrde und eine große
ge von Rindern und Schafen erbeutet. Von der Schuh: truppc wurden nur drei Soldaten leicht verwundet.
Oesterreich-Ungarn.
Die „Budapester Korrespondenz“ erfährt von bestunter- richteter Seite_ aus Paris: Der französische Ministerratl) habe in der jüngsten Zeit wiederholt eingehend die Frage des Wcinzolls in Oesterreich-Ungarn berathen und vorläufig dic Forderun_ aufgegeben, daß der er- mäßigte Zol] für italieniscbe eine im Grenzverkehr auch auf Weine französischer Provenienz ausgedehnt werde, da die französische Regierung sich überzeugt babe, daß Oesterreich-Ungarn absolut nicht in der Lage sei, darauf bezügliche Konzessionen zu machen, und weil Rctorfionsmaßrcgeln seitens Frankreichs umsoweniger angszeigt seien, als Oesterreich-Ungarn 1eicht als Gegenreforsion beispielsweise die Vereinbarung über den Schuß des literarischen Eigentbums aufheben könnte, wo- durch den französischen Schriftstellern und Künstlcrn ein nach Millionen zu zählender Schaden crwachsen wiirde.
Der oberösterreichisehe Landtag beschloß dcm
* „W. T. B.“ zufolge in seiner gestrigen Sißung, die Regie: rung zu ersuchen, von dem Bau der Tauernhahn _abzuiehcn und durch Verlängerung der Kremsthalbahn bis Liezen sowie durch den Bau einer Bahn Divacca-Lack für Ober: Oesterreich, Böhmen und dir übrigen beiheiligten Länder eine bessere Verbindung mit Triest zu _sckmffen. DM Landes- “ausschuß wurde beauftragt, den böhmiichen Landesausschuß zu einer gleichen Petition an die Regierung einzuladen. - Jm dalmatinifchen Landtag brachte grstern der Abg.
Bianchini einen Antrag cin, worin die Bestellung eines Zivil-Statthalters für Dalmatien gewünscht wird.
In der gestrigen Verhandlung ders Omladina=Vro: ZFs-es wurde mit dem Verhör derjenigen Angeklagten, die 1
auf freiem Fuß brfinden, begonnen. Einer davon wurde ofort nach dem Verhör wieder cntlaffrn, weil er erklärte, daß er andernfalls seinen Dienst verlieren werde und seine Eltern u unterstüßen habe. Ein Anderer warde gleichfalls nach dem
erhör sofort entlassen, weil er kränflicb ist und schon während der Untersuchun shaft fünf W0chcn_ im GcfänZnißhospital unter- Ybrachtwar. isser Angeklagte iytdcrselbc, er am Freitag den
eriheidiger veranlaßt Hatte, an den Jusriz-Ministcr einen Protest wegen des angeblich gesundheitswwrigcn Zustandes des Vcr- handlungssaals zu richten. Der Angeklagte, Handlungslcbrling Serak, der sick) auch) wcgcn sims Bücherdiebstabls bei seinem Dienstberrn zu verantworten hat, bsbauptct, die Bücher wärcn ibm a sFalle hingelegt worden. Auf die Bemerkung des Prä- sidenten, daß er nicht in die Falle gcrathen sein wiirde, wenn er die Bücher Hätte liegen lassen, erwiderte Serak in schrsicndem Ton: „Hätten Sie, crr Vorsiizcndcr, 018 Bücher dort [ichn geseheu, Sie hätten sie auch mitgenommen.“ Der Angeklagte wurde sofort zu 48 Stunden Disziplinararrcst vsrurihcili. Der achtzehnjährigc Zimmermalkr Stacina, der Nacht?) dabei betroffen wurde, wie er die Kaisdrlichsn Adler an Briefkasten besudelte, behauptete, er sei berauscht und der Meinung gc- wcsen, daß er als Zimmermaler eine Wand anstreichc. Andere Angeklagte nahmen alles zurück", was sie beim Verhör durch die Polizei angesagt hatten. Dic: Proteste der Vertheidigcr gegen die angcbliche Gesundheitssck)ädlichkeit dcs Saales wurden von dem Ober-Landesiicrickit zurückgewicsen.
Zwischen dem Vize-Präsidcnten des ungarischen Unter: Hauses von Perczel und dem Abgeordneten Graf Ladis- laus Szapéiry fand infolge einer Rede Perczel's im Unter: hause cin SäbeldUeU statt, bsi dem beide (Hrgncr leicht ddr- wundet wurdcn.
Frankreich.
Der Präsident des Senats Cballemcl-Lacour, der infolge von Krankheit erst gestern dyn Vorsiß Übernehmen konnte, eröffnete, wic „W. T. B.“ berichtet, die Sißung mit einem Appell zur Einigung, die in einer Zeit besonders Uöihig sei, in wslchcr dcr alte (Heist chimäriscber Bestrebungen wieder crwachc, dcr Frankrcich schon so viel Uebel ein: gebracht babe. „
Zw dcr gcsirigcn SiYUUg dcr" DepUiirtcnkammcr interpeUierte dcr Depuiirte Brunet die Regierung iiber Madagaskar; die Lage dasslbst sei beklagenswerih, Frank: reich habe die Pflicht, Gcnugtbmmg zu verlangen und seine Rechte aufrecht zu erhalten. Der Minister-PräsidrntCasimir Vérirr erwiderte, es würde nnklug scin, zu erklären, ob eine Expeditiqn beabsichtigt sei oder nicht; die Lage sei iibcl, aber irgend eme neus ungünstige Nachricht sei nicht eingetroffen. Die erforderlicher) Vorstrllungcn seien erhoben worden; Frank- reich werde wißeri, icincn Rschtcn Achtung zu verschaffen. Der Minister:Präs1dent erilärte im iibrigen seine Zustimmung zu einer von Brunet, wre folgt, abgefaßien Tagcsvrdnung: „Die Kammer ist dntsthloffen, die Regierung in aücm zu unterstüßen, was diese zur Aufrechterhaltung der Stellung und der Rechte“ ankreichs aufMadagaskar, sowie zur Wieder- hersteUung der 'rdnunq, “um _Schuße der französischen Staats: angehörigen und zur Neipektiernng der französischen arben unternehmen wrrd.“ Diese Tachordnung wurdc einst mmig angenommen. _ __ _
Der Kanzleiches d_e_r fran ofischcn Botschaft in Berlin de Chappedelaine M zum eneral:Konsul in Mannheim, der bisherige General-Konful m Mannheim Cor zumGeneral: Konsul in Hamburg ernannt worden.
Italien.
Der „Agenzia Stefani“ zufolge stände die Vertagung dcr Deputirtenkammer und des Senats bis zum 20. Je- bruar bevor. _
Nach einer Meldung der „ _Agenzta Stefani“ aus Palermo hat General Morra em Rundschreiben an die Präfekten von Sizilien mit Anweisungen bezügliY einer Revision des Gemeindebudgets gerichtet. Darna sollen vor allem die obligatorischen Ausgaben auf das absolut NoihwendiJe beschränkt, die fakultativen AUSgaben, die nicht in den Be ürfnissen des allgemeinen Jntere es liegen,
estrichen und die kommunalen Steuerliften geprü t wcrden.
as Rundschreiben tri auch Maßnahmen zur Verbesserung der _Verilältniffe der Ar eiterklassen im Einvernehmen mit den Kapitaliten und Grundbesrßern,
) .
Dcr „Popolo Romano“ crfährt_aus Catania, da“ in den dortigen öffentlichen'Gärtey drei mit Dynamit g Ute Kistchen und eine Schaxhtel mit Lunie aufgefunden worden seien. Die Kis1chen trugen die Etiquette eines ausländischen Anarchistencomités.
Serbien.
ck
Der „Politischen Korrespondenz“ ist aus Belgrad die Inhaltsangabe einer Erklärung zugegangen, die der König Milgn im Namen und auf Ersuchen des Königs Alexander den Führern der radikalen Partei gegeben habe. Diese Erklärung besagc: die radikale Partei habe seit der Erkrankung _von Dokic das Königliche Negierungsprogramm illusorisch emacht, stattVerfaffung und Geseß herrsche im Lande Ungeseßli keit und Intoleranz gegen Nicht-Radikale. Die täglich einlaufenden Befchwerden seien unberücksichtigt geblieben, des Köni ?- Mahnungkn hätten kein Gehör gefunden, ja, des Königs echt zum Empfang von Beschwerdedeputationen sei bestritten worden. Schon dieser [2316 Umstand habe die Krifis Herbeifübren müssen. Der König habe beschlossen, den Radikalen nicht mehr 031136 513110118 zu gewähren; er verlange die Wahrnehmung der auswärtigen Angelegen- heiten nur_ durch die Krone, dcn Minister-Präfidenten und den Minister dss Auswärtigen: er mißbillige und be- daure Konfiikie, wie den jüngsten mit dcm Wiener Kabinet und erachte Berufungen von serbischen Gesandten ohne Wissen des Köni s, wie jüngst die von Pasic, fiir unzulässig. Ebenso unstattba 1 sei es, daß dgs unverantwortliche radikale Zentral: comité sick) durch Proteste gegen Reaierunchakte und gegen Erycnnungen von Beamten über die Regierung stelle. Ferner mißbiUige der König die Verschwendung der Staatsfinanzen zu Parteizwecken und die Vxxnachläsfigung der ArmeSJntereffen. Der König wünsche fiir iich eine engere Verbindung mit der Armee durch Herstellung einer königlichen Militärkanzlei, bcgehrc die Nufbebnna bezw. Abänderung einiger, der Vdrfaffung wider- sUrcchcnder Skupfck)tinabeschlüffe, sowie die Einstellung des YrozeffeS gegen die libcralsn Minister. Der König könne ohne " tcllung von (Garantien seitens der Radikalen eine neue radikale Regierung nicht bsrufen. Der König sei übrigens Entschlossen, durchaus auf dem Boden der Konstitution zu bleiben; alle anders lautenden Darstellungen seien tendenziöse Erfindungen der Radikalsn. _
Jm Vsrlauf dcs vorgcstrigen Tages empfing der König wiederholt den serbischen Gesandten in Wien, Simic. .
Am Sonntag Abend berief der König, wie „W. T. V.“ berichtet, die Radikalen Katie, Vitkovic, Gruic, Milo- savljevic, Andra Nikolic, Pacu und andere zu einer Konferenz, die bis 3 Uhr Morgens dauerte, aber resultatlos verlief. Der König verlangte die Annahmc mehrerer For- drrunßcn seitens der Leitung der radikalen Parisi, wie das Recht, den KricgE-Ministcr und die Gesandten selbständig zu ernennen, dic Außerkraftscßnng der die Eltern des Königs betreffenden Gessßgebung, sowie die Nisderschlagung des Prozeffes gcgen das liberale Kabinet, und beklagte sick) über die Halinng der radikalen PWffL. Im Laufe des Vor: mittags erklärten (Hruic und Vukovic, die radikale Partei könne die Vom König anfgsstelltrn Punkte nicht anne men, womit dic Kombinationen mit dieser Partei als abge rochcn zu betrachten sind. Späisr empfing der König Garaick) anin, Novakovic, Avacumovic _und Nibarac b?bufs Viidung ciner Koalition der Liberalen Und der Fort- schrittspartci, um so die Bildung eines Ministeriums zu ermöglichen. Nach längerer Konferenz crklärtcn Garaschanin, Novakovic, Avacnnwvic und Ribarac, sie würden die Frage dcr Koalition im Plenum dcr Parteilxitungcn zur Bcratbung vorlegen und dem Köni; das Ergebniß miitheilcn. Wie der- lauiet, hätten die Forts rittlcr sich cn1schicdcn, eine Koalition mit den Liberalen nicbt einzugeben. Die Beratbung der Libe- ralen dauert fort, einc Liisung diirfte auch heute kaum möglich sein. .
In der Skupschiina wurde ein Brief dss Minister: Präsidentdn _(Hruic verlesen, worin dieser seine Demission anzeigt?. G1uric wollte eine Ddbatie [)e'rvorrufcn, was von der Mehrheit abgelehnt wurde. Die Skupschtina wurdc sodann auf unbestimmte Zeit, zunächst bis zur Bildung eines Kabinets, vertagt, doch hält man es nicht für aus-
efchlossen, daß eine Vertagung bis zum .iovcmber cr- ?olgen könne.
„.Der radikale Zentralauéöschuß meldete die Ankunft des Königs Milan sofort ailcn Subcomitézs. Di? Militär- vexwaltung und das Kommando über die (Gendarmerie befinden sick) vorläufig in den Händen des Kommandanten der Donau-Division, Koka Milovanovic, der mir der proviso- rischen Vertretung des Kriegs-Ministers betraut ist. Mehrfach verlautei, das; die Königin Natalie nacb Belgrad kommen werde. Im Lande herrscht überall Ruhe.
Bulgarien.
_Das Kriegé5gcricht, daß über den ehemaligen Offizier LuYa Iwanow und desen Bruder Siojan wegen der Vcrschworung gegen das _Leben des Prinzen Ferdi: nand und des Minister- räsidenten Stambulow zu ur: theilen haben wird, hat ich, wie „W. T. B,“ meldet, kon- stituiert. Die Verhandlung wird am nächsten Freitag be- ginnen.
Amerika.
_ Die Kommission des Nepräientanienhauses für Mittel und Wege hat, wie „W. T. B.“ aus Washington berichtet, beschloßen, cinen Einkommensteuer - Entwurf einzubringen, wonach von Einkommen über 4000 Dollars eine Steuer von 2 Proz. erhoben werden soll.
DaS_Repräsentantenhaus hat ein Amendement zu der Tarrfvorlage angenommen, wodurch die Zuckerprämien gänzlich beseitigt werden.
Afrika.
_ Wie de_m „_Rcuter*fchen Bureau“ aus Kairo gemeldet wrrd, bestätigt sich das Gerücht, daß der Khedive während seiner ]üngit unternommenen Nilrcise un ünfti e Bemer- kun eri über den u_stand der egyptiéchen 9 rmee und die rttischen O fiziere, die _Kommandos in derselben FBM gemacht und qulge dicses Zmis enfalls seinen “ esch) in der Grenzprovmz abgekürzt ha e. Die Be- merkungexr des Khedwe seien von dem Oberstkommandierenden der_ egyptischen Armee Kit _ener, der den Khedive auf einer Reise_ begleitei hatte, m _ tro mitgetheilt worden, 11 die e ypiische Regterun der nichts bekannt gewesen sei, habe den
bedtve telegraphiscß, um Auskunft gebeten.
* Pulauienmrische Nachrichten.
In der Heutigen 33. Sißung des Neichsta s, wel er die Staatssekreiäre 131: von Boetticber und NXeberdiYig beiwohnen, erbittet und erhält das Präfidium die Ermächti- gung, Seiner Majestät dem Kaiser zum Geburtstage die Glückwünsche des Hauses darzubringen.
Bei der darauf folgenden Foriseßung der Besprechung der Nothstandsinterpellation der Nbgg.Auer u.Een. erhält zunächst das Wort der Abg. Dr. Kropatscheck (dkons)
(Schluß des Blattes.)
- In der heutigen 3. Sißung de_s Hauies der Abgeordneten, welcher die Siaais-Mrnister Dr". von Schelling, Freiherr von Berlepsch,_ ])1'. Miquel, von Zeyden und ])r. Bosse beiwohnen, wrrd zunächst von dem
'ngang der Interpellation der Ab 9, von Kröcher und (Henoffexi, betreffend den scrneren_Ab chiuß von HandelSver- trägen (1. u.), und des V ertr ags zwrschen Prkußen und Lübeck, betreffend den Elb:Travekanal, Mittheilung gemacht.
Die allgxmeine Rechnung ubrr dcn Staatshaus- halts-Etai “sur 1890/91, die Uebersicht der Einnahmen und AUHgaben für 1892/93 und der Gefeßentwurf, betreffend die Decknng der Ausgaben des Jahres 1892/93, werden der Rechnungskommisswn überwiesen.
Es folgt die erste Berathung des Staatshaushalts: Etats für 1894/95 und des Gesdßerrtwurfs, betreffend die Ergänzung der Einnahmen in diesem Etat.
Abg. von Strombexk (Zentr) spricht seine Befriedigung darüber aus, daß im Dornanrn-Etat Mittel für den Bau von Ar- beiterwobnungen ausgeiVorsen seien,_daß auch für die Förderung der Kleinbabnen gesorgt und daß _die Reorganisation der abrik- aufsicht vollchet sei. Die Ausdehnung drs Systems 'der ienft- alterssinfen auf die Höheren Bramtcr) sei durcbaus zu billigen, aber eine große Ungleichheit bestehe bezüglich de_r Archivbeamten. Während die übrigen Beamten ibr Höckystgebalt meist 1chon nach zwölf Jabrcn erreichen, erreichen die Archivbeamtcw ibr Höchstgr'balt in Berlin crit nach achtzebn, in dkn Probmzcn er11_na_ch vrexundzwanzig Jahren. Redner behält sick) WL- diesc Frage _1päter naher zu untersucbdn. Redner iprichr die? Hoffnung aus, daß die Einnahmen des Eisen. babn-Etats sich bald noch mehr beben werden, als dies jeßi schoii der Fall sei. Der Kultus-Etgt enthalte wre früher no eine große Anzahl von Jmpariiäten; so ?eien für vierzehn evangelis e Geistlickp-Z z. B. über 14000 „46 Bedürfnißzusckyüffc angesdßt; in einem andern Kapitel aber für vier katholische _nur 2000 „14, mw für die katholischen Geistlichen nur die Hälfte dessen, was _f_ür_ die evangelischen pro Kopf ausgeseßr sei. Für die katholiscbrn Griitlicben könnte überhaupt noch
' etwas mehr (Held ausgeworfen werden ; freilich bindcre die schlechte Finanz-
lage daran. Die Unterstützung des SchulMsenZ seitens des Staats verkientc auch wob! sine ncuc ngelung; das alte System der Vertheilung sei nicht mehr zweckmäßig rind sgchen_tspk_echend. _Ueberbaupt sCi es zu bedauern, das; für 53111111, Wtffenichasi und ionstige Zwecke keine Mittel auSgeworfenYind. Rednkr geht dann auf die Verknüpfung der Reicbs- und der StaatHfinanzen Yin _und bedauert, daß die Finanz- Politik des Reichs dazu iübre, dai; die Matrifularbeiträgr zu stark wachsen. Darin liege cin Beweis dafür, wie nothWendig es sei, wenn so rdße AuSgabkn wie für die Pkilitardorlagc brwiÜigt würdén, miri) zug eich für die Deckung derselben zu [orgew _(Vei der großen im _ause Herrschenden Unruhe und drr undeutlichen SprrchMise ch _.)kedners "md nicht alle Einzelhettrn drr Rede zU„versteben.) Er bc- 1chweri ici) darüber,_daß unter dcn_;Beamten die Katholik?" zu schwack) Vertreten iricn. DaF ist eine __ alte Kiage der Katholiken und auch in den Denkwürdigkeiten des Generals Leopold don Gerlach iei das offen anerkannt. Der Evan- gelische Wund wolle aÜerdings nichts davon wissen, daß die Katholiken mrbr die [)öbercn Bkamicnsteklen bescxxcn sOÜk'11_; d;.s gkbc aus diner Rede des Grafen Wintzingrrodc und des Herrn Konsistorial- Raibs Lexxschner [)?!VN'. R0dn€r vc'riicst aus diejcn Reden ciniz: Stkllé'n. _
Abg._ Graf Limburg-Stirum (kons.): Die vorgebrachten BewÜfe 1ind doch durchaus nicht a_uSr_eichknd, Yin nachzuweisen, daß eine Jmparität brstebt. Graf Wmßmgsxode isi ddr!) keine Oolitischs Autorität für uns und kann uns n1chtai1dieRockschöße gehängt wrrden. Wenn man iiber Jmparit"t klggcqrvill, dann muß man doch erst ciiic andere: Untersuchung der_BerbaitmiikZ anstellen._ Nach der klaren erc des Finanz-Ministcrs erychxint es Mit überflüssig, eine Rekapitulation des Etats vorzunehmen. Jch_könnte cs iiicht bcisxr machcn und würd: diE Herrkn nur ermüden. Mit den _ grdßen G€]t_chtspu1111611, _dic: drr Finanz-Ministcr vorgLiragen HUT, bm 1ch VoUitandig eiiweriiandrn. Ick) findc es sehr gut, daß man einen Neiio-(Etat bsigegcbcn bar, damit diejexiigen, wclche über die Finanzrn zu befinden baden, klar schen, dcnn gcrade der Neito-Eiar kreist darauf hin, wie Mit man sparsam sein muß und wiewkrt man fichAuögaben gestatten kaiixx. Grgcn die Ausdehnung der Dtenstalterdstufen babe ich nichts Linz::- Mnden; absr ich kann__e§ nicht bikligcn,“ das; einzelne Bcamtrn- kategorien, die jetzt bener daddnkommcn, weil fie schnelicr ava]:- cieren ais andrw Bcamicn, ibr altes Systrm beibehalten ivollcn, wie dies bszüglick) drr Postbeamtsn in_t Reich gxschiebt. Die Minderrinnabnwn in dsr Forstverwaltung zeigen, wie bcdrnflici) die Haiidclspoliiik ist, Welcbc anandelSvcrträgen konzmt mit Ländcrn, in dcnrn Raubbau rtriebkn wird. Mir solchrn Landern kann die deutsche Forstwirtbsxast erfolgreich nicht kozikurricrcn. Drr Domänkn- Etat giebt den Stand dcrLandwirthicbafi im aligcmänen an. _Unserc Domäneiipächter sind die tüchtigsten Landwirtbe und _die kapitalkrästigstcri. Wenn es ihnen schlecht gebt, muß es der übUYn L_andwirthait noch schlechtsr geben. Und Es ergiebt fick), daf; dick omaneneinnabmcn erheblich zurückgeben, die Gegenden ausgrnommen, wo Rübenbau gr- trieben wsrden kann. Augenblicklich ist die Lage der Zuckerinduftric noch günstig; aber Wenn die Handelsvertragspolitik fortgksrxzi_wird- wird die Zuckerindustric bald schutzlos auf dem Weltmarkt daneben. Es Werden Zuckerfabriken auch in Gegenden _Zingrrichtet, wo der Boden für den Rübenbau eigentlich nicht geeignrt "_t. Die Handelsvertragx- politik halten meine Freunde einmütbtg _für einen Fehler. Wir radeln die Auf_gabe der Autonomie des Reichs in Bezug auf den Zolltarif, wir fade u das Verlassen de;) Prinzips des Schuyes dc) nationalen Arbeit, d. b. des gleichmäßigen S_chußes der Industrxc und der Landwirtbscbaft. Man bat einseitig Handel und Jnduitrle' begünstigt. Endlich tadeln wir dic Verquickung von added:“- politik und Politik. (Beifal! rechts.) Daß _die _ egierung den Notbstand der Landwirtbschast anerkannt hat, tft _mcht genug- es muß der Landwirtbfchaft Ersatz“ geschaffen werden für_ ihre Verluste- Wir wünschen, daß bei fernean Handelsvertragen die Quellen des nationalen Wohlstandes gleichmaßig g_eschüyt werdeii. Wir sind in einer Stärke wiedergekommen, die Wir noch mc_ hier im Hause bc- ie en haben. Unsere Wiederwahl in dieser Zahl ist dem Um iande 51!- zu chreiben, daß die Kreise, aus dexnen Wir _kommen, unsere teUung- nahme zur Handelßpokitik im Reichstag gebilligt habe))- (Zustimmung rechts? Die (Grundlage unserer Finanzey _ 1! noch eine verbältni mäßig gesunde._ Denn wenn nach Verzmiung der Eisenbahnschuld noch 132 MiliionenUeberschuß vorhanden Und, wenn wir einen großen Domänen- und Forstbesiß haben, dann kann man nicht sagen, da? die "Grundlagen schlecht sind. Abexr ynseks augenblickliche Finanz age ist eine an ünstige. Unser Verbalxnlß zu den Eisenbahnen ist nicht das Schlimmkte; das Schlimmste it vielmehr das Verhältnißzum Reick). Die Verstaatlichung der Eisenb nen haltc_n wir auch heute noch für eine gute und heilsame Maßregel.-_Wenn die Kosten der Eisenbahnen gestiegen sind, dann miYen auch bvb“? A"“ sprüche an das Publikum gestellt werden bczügli der Personenxanst- Denn wenn das Publikum immer vollkommener und schneller faßt?" wil], dann kann es auch dafür bezahlen. (Zustimmung rechts) &“ 31"! [ich der Beziehungen zum Reich stebe ich ganz _und gar “Uf dem
tandpunkt der Regierung. Die Matrikularbeiträge des Retchs
schwanken in einer Weise, da von einer ordentlicben Fingnzwirtbscbaft in den GUFMUUM, keine ede mehr sein kann. Enke Ordnäräg dieses Val) tni es :| eme der Grundlagen unserer zukünfxtgen Pol .
(Zustimmun r ts.)_ Von 1889 bis De_ßt haben wir_eme Differenz ' yon 115 ionen ux der öbe _der atrikularbeitrage. Dre dem Reichstag vorgelegte Fmanzr orm_tst eine sehr einiiache, wie alle guten Din e einfach md. Bleiben die Matrxkularbeäräge immer uzn 40 ' ionxn _inter den_ Ueberweisungen zurück, so ist das _em
uies Verhaltxnß und wir würden, wenn dieses Gesch schon jeßt Zustände, nur emen Fehlbetrag von 15 Mionen haben. Das Gxseß wird aber auch der opulenten Finanzwiribschaft im _ Reich emen Hemmschuh anlegezt; d_ie Finanzwirtbscbaft im Reich ist eme solche, daß man_ sich in emen anderen Staat Versetzt glaubt. _ Es herrscht im Reich ein Reffortpatriotiömus sonder __ Gleichen. Das liegt_ an der_ Organisation. der Behörden unter 11_ch. Hier hat der Fmanz-Mimster eine maßgebende Bedeutung beim Etat; der Reichs-Sckpaßsekretär spielt nur eine relgtiv untergeordnete Rolle; der Reichskanzler entscheidet, und wenn Manner vyn den Verdiensten des Herrn von Stephan dem Reichs-Schaissekretar gegenübertreten, so wird der leßtere unterliegen» Aber die Reichs-Finanzreiorm genügt_noch _nicht; man sollte von _preußiscber Seite darauf binwirken,
daß eme _abnliche Kontrole bei der _Vorbereitung drs Reichs-
Ctats eingcxührt wird. Einen Retchs_- Finanz = Minister wo!]en wir nicht, denn dadurch würde der föderative Charakter des Reichs zerstört werden. Im Bundeskatb kann eine wirksame Kontrole des Etats- jahres nicht stattfindep; mehr 9113 acht Tage beschäftigt fich derselbe kaum mit dem_Etat. Mit geaensetitger Liebenswürdigkeit und Gafälligkeit ift es nicht gßmacht; Energie und Entscbirdenbeit ist nothwendig.
Ick) empfinde eme ?roße Genugtbuung darüber, daß ich die Regierung
voll und ganz unt_er tüßen kann; denn e_s ui unssympatbischer, die Regie-
rung stützen und_starken zu können, als in Einzelfragen ihr widersprechen zu müssen. _ _Wir 1)a_[tkn unentwegt sest_ an dem obersten Grundsatz unserer Politik, _daß die M_achtfte_l]ung der Krona wie sie besteht, erhalten wird,_ daß wir ]edem Versuch widerstehen werden, an der Machtstellung der Kroxie etwas zu windern. (Beisaü r€chts.)_ In diesem Sinns spreche ich meme Belfrtedigung _darüber aus, dar; die Regirrung fick) veranlaßr gesehen _)(11, ein 10 bede'utendes Dokument, wie "den Erlaß des Hochselmen Königs Wikbelm, wieder in di? Erinne- rung zu rufxn. Solche Dokumente können";- oft gcnug ins-Gedäcbtmß grbracht werden. (Lachen links.) ir wünschdn
daß wir eineZg mächtigen, in den Gang der Dinge Pcrsbnlicb Eingreifendcn Gonderän haben. Das Recht der Krone, ibrc: Raib-
ni t
geb€r selbständig zu wählen, wollcn wir unter allen Umstäiidcn auf-
recht erhalten. Wenn einzelne Stimmen criönten, als ob eine 11110.er- brückbare Kluft zwischen uns und der Reichsregicrung béstebe, io weisen wir Link_n folchrn Vorwurf zurück. WEnn wir auch einmal widersprechenmüsikn, fo prüfkn wir dock) alie anderen Frag?" unparteiisch; eine Vorlage deshalb abqubndn, weil sis don Einrm bcstimmten Minisicr ansgeht, würdrn wir für unxatriotisck) [)altcn. Aber unabhängig und selbständig wollc-n wir unsere Mxinung sagen.. (Beifall rochis.) WWU drr Souverän fich Persönlich fiir eine Frage interessiert und prrjönbcb dazu Stellung genommen bat, 70 kann man von Männern, die lange in der Politik lebcn, nicht fordern, daß fie ihre Mcinunrx ändern wie ein? Windiabne. Nur Ucberzeugungstreue und Selbständigkkit können eins wirksame Linicrstüyung dcr Krons sein. Damit schließc ich und wünsche, daß meiné Auskaffungen bcitragen zur Klärung drr Strllung dcr Parieicn imd der Regierung zu einander. _
Bei Schluß des Vlaites sprichider Abg.])1'. Salti cr (nl,).
- In der Kommission dss Reichstags für den Edikt;- cmwnrf wegen Abändkrung drs Reichsstcmpelabgabcngesetzes wurdc brutc die Béraibimg des Tarifs drr Stempkisteuer- r*drlagß fortgestßi. Zur Yerbazrdlung sikbr Nr. 4, ivclche die Kauf- und sonstigkn An1chassungsg01chäste betrifft. Die Position war, wie mitgetheilt, in der Voriger: Siizuyg mir drn O_er- 7chiedenen dazu gestrllten Anträgen einer Subkdmmimion überwicien wordrn, Welch, wie der Abg.1)r.Nintelen mitxbrilt, nicht_ über die Frage des Arbitragcgc'säyäfrs binaungkommen iii. Die «Yöbe dEZ «tembelsa es ist in der Snbkommimion noch nicht erörtert wordén. Die “Sub ommisfion wird daher noch dine Sitzung abhalten und darin crit der Kommission ibre definitivcn Anträge unterbrritcn. Zur Diskussion wird nun der Antrag des Abg. Trasger grsieÜt,_ welcher dabin geht, die folgrnde Bemrrkung zu Nr. 4_ des Tarifs zu streichn _: „Den Kauf- und sonstigen Anickwffungsgeschästcn strbi gisick) _die der Errichtung Liner Aftiengesellyäzast ddkr KVMMMZÖÜJULÜsChÜU auf Aktien «folgende Zuthrilung dcr Aktirn _aux Griind _borber- gebende): Zeicbmmg, dis bsi Errichtung einer Aktirngsielischait stattfindende Uebernabind der Aktirn durch dw Griindrr und die Ansteicbun von Wertbpapierkn an den Ersten Erwerber.“ Abg. Dr. Friedberg (nl,), welchcr an Stoch drs Abg. Dr. „Pam- macher in die Kommission einßetrktcn ist, beantragt, nur die [eZten Worte des Absaßrs: .und die Audrrichung von Wertbpapiercn an drn ersten Erwerbrr“ zu streichen. Staatssekretär 131: Von Pdfa: ddwsky erklärt s1ch gegen den Antrag Friedberg, woraus dicser seinen Vorschlag zurückzieht. Die Abgg. Garni? und Traeger beantragen nunmehr,_die Worte in dem Absatz von „dic bsi Errichtung Liner Aktiengexllschaft“ bis „durch die Gründrr mid" zu streicbkn. Dieser Anjrag wird 089671 5 Stimmen abgelehnt. «„ur Beratbung kommt sodann die Berechnung der Stempcl- abgaben, welche nack) der Vorlage erfolgen _soll_ „vom Werthe dds é»i-örgcnstandes des Gesckxäfis, und zwar bei Gcickzästen im_ Weribc bis 100000 „14 in AbstufunZLn von 20 brzw. 40 „Z für '? 00118 1000 %ck, bei Geschafien im Werts)? don me r als 100 000 „16 in Abstufungen Von ?. bezw. 4 «46 für je Volle 10000 «M. Der Werth des Gegenstandes wird nach dem Vereinbartsn Kani- oder Lieferungspreis, [onst_dnrch den mittlercn Börsen- odLr Marktpreis am Tage des Abichluisrs bestimmt. _Dtc zu dkn Wertb- Uapieren gehörißen Zins: und Gewinnantbeilssckyemr bleiben bei ZZ?- rcckmung der A gabe außer Betracht. - Ausländische Werthe Und nach den Vorschriften wegen Erhebung des Wechselstempels umzu- rcxbnen.“ Hikrzu [ie Ln folgende Anträ € Vor:_ Abg. Traeger will die ganze „Bere nung der Stemvkla gabe“ streichen und dafür die _entsprechenden Positionen und Bestimmungen des bestehenden Tarifs annehmen, bezw. beibehalten. _ Tie Abgg. Freiherr Heyl zu Herrnsdeim und Placke (ni.) beantragen, zu_ia rn: _.Vom Werthe des Gegenstandes des Geschäfts, und zwar m bstusungen Von 20, bezw. 30, bezw. 40 „_1 für je volle 1000 M:". - Abg. Garni: will hinzugefügt wissen: .Bei Geschäftm unter 1000 .“ wxrd die Steuer von einem Werthe mm 1000714 berechnet." - “_Bet der Abstimmung wird der Antrag Heyl (Abstufungen von 20, 50, 40 H für je 1000 «) fat einstimmig angenommen, ebenso de_r Antrag Gamp (bei Ges äften unter 1000 „44 wird die Steuer Mit einem Werthe von 1000 „56 berechnet). Dagegen wird der Antrag Traeger auf Streichung des Textes der Vorlage und Beibehaltung der bestehenden Bestimmungen abgelehnt. Die Beratbungen der Kommission werden morgen fortgesetzt.
„ " Jm aufe der Abgeordneten ist von den Abgg. von K_rocber (kons. , von Dziembowski (freikons), von Buch (kons.), von Tiedemann ( omst) (freikons) und Dr. von Heydebrand und der Lasa (kons.) folgende Jnierpellation eingebracht ivorchn:
„ „Ist die Königliche Staatßregierunfz geneigt, tm Brzndeöratbe dkibm zu wirken daß fernere, eine Ermaßi ung der landwirtbschaft- ltck)?" Zölltx entbaltende Handelsverträge m t zum Abschluß gelang_en, ohne daß eule angemeffene AußgleiYung mit den Gcldweribsverhalt- mssen de_r in_ Betracht kommenden onkurrenzländer stattgefunden hat odcr gleichzeitig stattfindet?“
» Der Ministxr der öffentlichen Arbeiten T [) ie le n bat de,:n Hause der Ab eordneten eme übersichtlicY Darstellung des Ergebniffes der "U Ia re 1893 abgehaltenen ' erbandlungen des Landes- kisenbabnratbs und der darauf getroffenen Entf eidungen "ck| ZF"! Verhandlungen und Drucksachen des LandeSeisenba nratbs zugehen
„Lorenz die gedruckte: Literatur benuizi babs.
Kunst und Wissenschaft. _
Dze phrlosop ische Fakultät der Universität Frei- hung 1. Br. hat n Architekten Herrn Robert Koldxwet) m amburg m_ Ayerkennung seiner Verdienste um d1e_C'r- forschung der griechischen“ und orientalischen Architekturgeschlchte zum Ehrendoktor der Philosophie ernannt.
_ Verein für die Geschichte der Mark Brandenburg. Stßunix vom 10. Januar 1894. rr Archiv-Raib Dr. Bailleu sprach uber Herzqg Karl Augu -von Weimar und Goethe und_ dex?" BZkkzxtklmngcsn zum Fürstenbund. Ottokar Ldrenz hat in einem kurzlich crscbienenen Buch, in welchem er den bet der leßten Versammlung deö Goetbe-Vereins in Weimar gehaltenen Vortrag uber „Goethe's politische Lehrjahre“ weiter ausführt, nacb- zywersrn gesucht, daß der im Jahre 1785 abgeschlossene Fürstenbund eigentlich von Goethe angercgt sei. Dieser Auffaffun gegenüber hob der_ Vdrtragende hervor, daß der Fürstenbund cin Flkt der Politik Frtedrtch's des _Großen_sei, und widerlegte zugleich die Ausführung,?" von Lorenz m tbrerx Einzelheiten wie in dem schließlichkn Ergxbniß. An zahlreickyen Betjptaien zeigte sich, wie mangelhaft und oberflacbltcb . , So iebt er von dcr Reise des Herzogs und Goctbés nach Berlin im abre 1778 eine Darsteilung, die schon dekwegen ganz dcrfeblt ist, weil beide den da- mglsdbwesenden Friedrich den Großen gar nicht haben sebkn kbnnen. Rlchtlg Uk, chi; Goethe während des bayerischen Erbfolgekrieges emmal in einer Denkicbrzft Von der Notbwkndigkeit einer näherkn Verbinduzig der deutschen Mitte'lstaatcn unter cinandLr gesprochen bat. Aber diejer Gedaykß i_st im 18. Jahrhundert zu verschiedenem Zeiten von den vericbtxdeniten Pétionen angeregt worden ; insbksonderß _bat
rxedrick) der Große selbst schon wäbrend des fiebeniabrigcn
rieges lange und eifrig übkr einen Fürstenbund untcrhandclt. Was der Herzog bon Weimar mit dem Markgrafen von Badetr und dem Fürsten von Dessau plante, war etwas Anderes als der Furstenbund, den König Friedrich zustande brachte: es soUie ein BUZW 11111! der Kleinstaatcn wsrden, den Preußén und vielleicht auch Oeiierretcky Jaraniierensoüten. Nocbim Juli 1785, in ddnsrlben qucn, wo in Vcrlm der Fürstsnbund zwischen Preußen, Sachsen und Han- waer _untrrzkirhnet wurde, [701 Hkrzog Karl August von Weimar in Meinberg gsgxn dk11_ bekannten Diplomatrn Dobm seine rnischicdene Mißbtllkgung emrs 1ozusagen Prrnßischn Fürstenbundcs ausgr- svr_ochen. Erst_ die Einwirkung feinés Onkels, des Hrrzogs Karl Wilhelm Frrdinirnd, den er im Auqnft 1785 in Braunschwrig be- srlcbtc, fchémt_ ibn bon dcr Aiwiicbtsiosigkeit cines kleinitaat- [:(th Fürstcnbundcs und der thbivsndigkeii des festen An- schlusses an Preußen überzeugt zu haben. In der That ist dann der Herzog 13011 Weimar am 29. August 1785 dem Fürsiknbunde bsi- gctrdtéi]. Urber dic Verbandlung, die drr Unterzeichnung des Vundrs dorangmg, machte der Vortragende intkrrffaiite Mittbkilungen auf Gruyd 0011 Berichten des Gkbrimcn Raths von Bor'bmer, der in Köiiig__?ricdrich*s Auftrag nach Weimar gegangen war. Der BL- voUma tcgiqdeé; «Herzogs bci dicsxr Verhandlung war kein andcrxr als (Hdetbe yelbst, der dabsi einc bis ins kleinste grbende Kknnrniß der diplomatiscbc'n Formen und die Prinlichstd “Sorgfalt [Wi FcsisteÜurzg dcs Woriiauis_ dss Vrrtmgs biswicscn *- bai. Nack) 011112111 eigcnbäiidigcn Schriftstück Gostbc's, das Bvabmcr nach Bsrlin gesandt bat, gab drr Vortragcnds sink kurzr Ucbsrfickyt dcr formalen Ausstslkungrn, die Goctbc zu dem Preußischen Exemplar der Vdrtragsurkundc gemacht bat. Skit „drm Beitrixt zum Fürsten- bunde bat sich übrigens der Herzog don Wrimar sést und trru an Prsußcn angeicbloiien. Jm Jahrs 1787 trat er in die prrußische Armee ein, machte den Feldzug in Holland, später dsn Krieg gcgrn Frankreich mii._ Dcr Vorirag schloß mit drm Wansckx, daß Weimar bald srinrm Herzog ein äbniicbes liti'rariiches Denkmal errichten möge, wie 05 ncucrdings Baden für dcffrii Frcimd, d-sn Markgrafsn Karl Frikdricb gethan babe. _ Herr Oberlsbrer 1)» J, Bolte _bcsprach Linigc von Bächtold im Zürch-sr Taschenbuch veröffentlichti' Briefe, dic ein junger Züricher, J. (H. S ultbéß, in den Jahrkn 1749 bis 1750 aus Berlin an séinen v€r€)rten Meister Bodmer rich_tst€. Schuitbcß berichtet darin yon der theils begeisterten, theils spöttiichen Aufnahme, die Bodmcris Noachide in dcn literarischen Krriscn Bsriins, bci Sulzer, Ram12r, Myiius u. (1. fand; er plant 8111811 BSsuck) [*ciKlopstock, um .das Origincck sLiner crbabrnrn eigenen Thränen zu srben, dir 01" so oft in icincn Gedichten 1590161“, und erzählt mit Bebagrn von den Prügkln, die Bodmeris Gkgner Gottxched für eine Rezension don Friedrich's des Großen USUWirSZ )()0111' 581'1711' Zz. 1'11150011'0 ([S LMUÜSHNWZ Von einem prkußisckxcn Offizisr erbccktc'n babsn soll. Herr Pridatdozent 1)» Brcysig behandklte die inncre Politik des Kurfürsten Georg Wilbrlm im Herzogtbum Preußrn wäbrxnd der Jahre 1620 und 1621. _ Untcr Jobcwn SigiSmund war die monarchiyche Géwalt bier aufs; äußerstc Lm- geschränkt worden; der Kurfürst Hatte schon die Ernennupg _der Vor- mundschaftlichen Regierung des Landc's mit dem Zugeständntß Linsr durchgreifenden Revision des grsammtkn Vcrfaffungs- und Vcrwaltungs- rechts in ständijchém und polnischem Sinxw erkaufen müffen, und als cr dann zum reformicrtrn Bkkenntniß übergetreten war, batte fich an dcr Sorgr, die_ _die strenglutberische Bkvöikcrung drs Herzogtbums sogleich ersaßtr, drr Kurfürst möchte das Land zum Ucbertritt zu seincr Konfcsiion zwingrn, auchch die politische Oppofition don ncuem Entzündct. Johann Gigas- mund mußte an die von nerxém p_dm Landtag zu Hilfe gerufxncz Krone__Pol€n die schmählicbsten Konzcmioncn machen, er mußte offiziel] zugesic en, daß die Reforxnierten zu den im Lande nicht zu duldsnden Sefirn gebbrtcn; die fürstliche Macht war auf einem Tiefpunkt (_m- gekommen. Da ist es nun merkwürdig, zu sehen, wie iiberaus geicbtckt und king Georg Wilhelm und SchWrzenbrrg, der ibm schon damals zur Seite stand, diese üble Lage dEr Dinge zu wandsln geMißt haben. Der nrue Kurfürst, ward; sick) Vor allem darübrr klar, das; man nicht gdgen Polen und die Stande zugleich kämpfkn kiinne', _daß_ i_nan sich mit drm einen der Gegner versöhnen müffx. Er wablte die Stande und Verstand so gut zu operieren, den Smxit, den dir Stande auch wit ibm so leich bcgonnen battrn, durcb 61116 10 wohl rrwogenc M11chung nicbt aZzu verbindlicher Konzessionen mit dilatorischer Behandlung der Hauptfragen aus der Welt zu schaffen,_ daß_er, als die polnischen Kommiffare erschienen, den Rücken völlig frei hatte. Das_ alte Lock- lied der Polen, denen eben jetzt bei dem Herannaben cines neu_en Krieges mit Schweden mehr als "€ an dcr Ausdebwung ibreK Em- fluffes auf das balti1che Küstdnland ag: das Lied von st_andisch_er Selbst- berrlicbkett, verfing weder bei den im übrigen noch we_mg kurfurstltch ge- sinnten Ober- Rärbcn, den höchsten Beamten des Yerzogtbyms, noch bei den Ständen. Den Gesandten gelang es nicht, ihre :) enkundige Absicht, den Zwist zwischen Landesherrn und Üntertbanen von neuem zu eni- facßen, durchzusetzen; _es kam so_ wett, daß der Landtag_selbst um die Ue ertragung der Regierung auf (Georg Wilbizlm und [eme Belehnung anbirlt. Durch große Geldkonzesfionen an die Republik, kleine Hand- Lalben für die Gesandten - in Polen war jg der Staai ebexiso estechlich wie die Prwzxten -- wurden auch dic le_Zten Hmderm e hinweggeräumt; schon tm September 1621 _war sorg Wilbem legitimer Herzog von Preußexi. Es war doch ein großer Erfolg: Der Kurfürst hatte, obwohl er in seinem Stammlande durch den mehr und mehr um fich greifenden deutschen Krieg sebr bedroht war, den ständischen und dann den polnischen WiderWd uberwundrn. Er zei ie schon damals daß er, wenn er auch; _ großen Politik wenig G ück gehabt Hat, doch:!n der kleinen ein _ sbs: war.
- Wie aus Bresl "„ eye twird, ist dort ain Sonntag der Geheime Baurat!) Lue '., e, it lied der Akademie des Bau- wesens, im Alter von 68 Jahren gestor en.
Land- und Forstwirthsthast.
Das Bureau des LandwirihschaftSratbß vo_n El aß- Lotbringen Versendet soeben die tm Druck veroffentltchten er-
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handlun en der Sesion 1893 (30. und 31. Mai). _Das bei- gegebene a babetiscbe Sacbtegifier berücks' iigt nicht nur diese, son- dern auch die früheren Sessionen 1888, 1 9, 1890, 1891 und _1892 und die darüber publizierten Protokolle und ermöglicht formt m dankenSwerther Weise eine Uebersicht übe; sämmtliche bisher von dem LandwirthfchaftSratb verhandelten Gegenstände. *
Gesundheitsweieu, Thierkraukheiten uud Absperrungs- Maßregeln.
Türkei.
Dcr internationale Gesundheitskatb bat folgrnde Quarantäne- maßregeln getroffen:
' 1Z__Die für Herkünfte aus den russischen Häfen des Schwarzen und iowschen Meeres, an eordnete Desinfektion v „._getragenen Sachen und Effekten der Paéiagiere und Schiffsmanns 77-1, sowie die ärztliche Untersuchung ist_aufgehobkn worden. Nur Herkünfte von Odessa unterliegen einer arztlicben Untdrsuchung. ( Vergl. ,R-Anz.“ Nr. 308 Vom 28. Dezember 1893.) _
2) Die gegen Salonik angeordnete Quarantäne _ist durch eine 24stündi e Beobachtung ersetzt wwrden. (Vergl. ;R.-Anz.“ Nr. 3 Vom 4. anuar 1894.) _ _
3) Ebenso ist die Quarantäne gegen Tripolis (Afrika) in eine 24ftündige Beobachtung umgewandelt worden.
4) Die ge en Trapezunt bestehende QUAYÉNTÜUS bon 10 Tagen ist auf 5 Tage erabgcsexzt worden. (Vergl. „38-21an Nr. 285 Vom 29. Nobembcr 1893.)
5) Die für Herkünfte von de_r der_f_ruchtcn Zorra don Konstantinoprl angeordnete drsitägigc Quaraniane tit du_rch_ ems 24stündiae Ys- obachtung nebst Desiiifeition der „den Pasiagtech und der Schiris- mannschaft gehörigen etragenen Sachen und Effekten brrabgefeizt , worden. (Vergl. „R.: nz.“ Nr. 268 Vom 8. ervember 1893.) _
Ebe'nio Haben sich Reisendr, Wel e sich aus drr Ostrumeliicben Eisenbahn ins Innere? des Landes brgc en, m_tr noch einst 24stündigen Beobachtung und der Désinfektion zu unterziebcn. (Vcrgl. „R.-Anz." Nr. 308 Vom 28. Dezember 1893.) _ _ _
6) Die 24stündige Beobachtun für Herkünsic von Pai-Zrmo ist durch eine ärztliche Unterweisung skiießt wdrdén. _ _
7) Dir ärztliche Unter uchung für Herkiznite aus Italien und Tunrfien sowie aus Bartin und AmaSra iit aufgehoben worden. (Vergl. .R.-Anz.“ Nr. 285 vom 29. November 1893, Nr. 290 vom 5. Dezember 1893, Nr. 308 vom 28. Trzember 1893, Nr. .“; Vom 4. Januar 1894.)
_ _Rio de Janxiro, 22. Januar. ._W. T. B,.“ meldet: Durch- ichmttlrch sterben bicr jcden Tag 11 Pcrxonen am gklben Fikb-xr.
Handel und Gewerbe.
Tägliche Wagengestcllung für delrn und deS _an dL): Ruhr und in Oberschlesikn. An drr Ruhr sind am 22. d. M. grstclit 11623, nicht rechtzcitig geitelit kcins Wa cn. Zn Obrrs ldiicn find am 20. d. M. 360601 3904, nix!)? r€cht- zeitig grsieilt kkinr Wagen.
_ _ Zwangs-Verßeigcrungcn.
Béim Königlichen Aintsgericbt 1 Berlin stand am 22. Januar das GrundstüZ Pückle rstr. 50, drm Kaufmann Gustav „Hartung gsbörig, zur Versteigerung; Nußungswertb 10930 „,'-z.; Mindrst rbor 159 400 „14; für das Meistgeboi Von 195 000 .“: wurde der Kau?mann A. WOLfibéim zu Bdriin Ersteher. » Aufgehoben wurdc daS Verfahren der Zwangs-Verstcigerung wegen der nacb- bcnannirn Grundstücks: Kochstr. 13 3, der Frau Kaufmann E. Berniicin, „eb; Schmidt, gehörig, sowic Cbauisee_str. 123 und Hannovrri ciir. ], dem Baumeister Eugcn Kornfeld- gebörig.
Vkim Königlichen AmtIger-icht 11 Berlin stand im Woge der Zwangédollstreckunß das im Grundbucbc von Wéißenscc Band 38 Blatt Nr. 1096 auf den Namrn dss KQUfmanns Paul Brsykc zu Ncu-Wcißrnsrc, Pistoriusftraßc 11, ein etragene, cbendaselbst belkgrne Grundstück zur Verstßigkrung; Flä e 5 3; Nuizungswcrtb 4300 „14; Mindestgebot 1201 .F.; für das Meistgebdt don 44010 «_ wurdc? dcr Fabrikant Gustav Boebling zu Berlin, EliassEritr. 3, Ersisbcr. - Das Verfabrcn dsr Zwancher- steigerung des im Grundbuckyc don Wei ensce Band 37 Blatt - Nr. 1083 auf den Namen des Bauuntdrneimcrs Emil Stübing eingetragene, zu Neu-Wcißcnscc, Pistoriusstr. 28, belsgene Grund- stück ist auigsbobrn.
“ Die! vier roßcn Saar- und becl-Stablwcrke .Hayingcn, Völklin en, Burbach und Nr*unkirckWn haben, wie 171€ „Köbi. Z.“ mc dci, in St. Johann: Saarbrücken auf cine Rkiba don Jabch cine gcmcinsamc Vcrkaufsstelle für Trägcr- und Winkciéiscn crrickztrt. _
9- Dcr Aufsichtsrats) der Hamburger Kommerz- und Dis- konio-Bank wird, wie „W. T. B.“ meldct, bci der General- !)ersammlung dic Veribkilung cincr Dividende von 4% für das Ge-
schäftsjahr 1893 vdrskblagrn. _
Yiagdeburg, 22. Januar. (W. T. B.) Zuckerbericht. Kornzucker exkl., von 92% -,-, neue 13,30, Kornzucker exkl. 88 % Rendemcnt - ,“», ndue_12,75, Nachvrodukte exkl., 75 0/9 Rende- ment 10,10. Ruhig. Brotkaifinadc [. 26,00, Brotkaffinade11.25,75, Gem. Rasfinade mit Faß 26,25. (Hsm. Mulis ]. mit aß 24,25. Ruhig. Rdbzucker. ]_. Produkt Tranfito s. a.“ 3 , m- burg vr. Januar 12,40 (Hd., 12,45 Br., vr. ,Fkbruar 12,47.) Ed., 12,50 Br., br. Marz 12,524 (Hd., 12,55 Br., per April 12,571- Gd, 12,621 Br. Still. _
Leipzig, 22. Januar. (W. T. B.) Kammzug-Termin- bande]. La Plata Grundmuster 13. per Januar 3,35 „14, ver Februar 3,35 .40. _rer Marz 3,37.) «44, per Avrii 3,40 „10, der Mai 3,423; „14, M Juni 3,477) „14, per Juli 3,50 .“, ver August 3,50 „41, ver September 3,522) „sé, per Oktober 3,572l «M&M Nobsmber 3,60 „ki Um1aß 40000 kg.
_B_remrn, 22- Januar. _(W. T. B.) Börsen-Sekplußbericiyt. Raifiniertcs P etr oleum. (Offizielle Notierung der Bremer Petroleum- Börse.) Schwach. Loko 4,80. -- Baumwolle. Willig. Upland middliug, 1019 40.) “?Z- Ypland, Basis middling, nichts unter low middling, aux TNmtn-Lieferung. pr. Januar 40 „1, pr. Februar 40 „_1, pr. MLU 404 „_5, vr. April4§ „J, pr. Mai 40T „_z, pr. Juni 41 „5. -- Schmalz. Höher. ilcox 43x „3, Armour shield 43 „z, Cudaby 45.) „_Q, Fairbanks 36 „,s. -- Speck. Fester. Short clear middl. loko 37»), Ianuar-Abladun 374. - Wolle. Umsatz 126 Baillen. _ Taback. Umsaß 40 FäiIstrMaryland. _
Wie_n, 22. Januar. (W. T. B.) Das amt1iche_Blatt wird moraxn einc Verfügung wegen der Erböbung des Zins ußcs der Salinenfcheine um 4% Vom 24. d. M. ab veröffendli e_n, sodaß zur Außgabe gelangen: 34 0/0 Salinenscheine mit halbxahriger und 3 0/0 m_tt viertel'äbriger Verfallfrist.
DirEinnabmen der österreichischen Staatsbahnen bc- truge'n im Jabra 1893 79108731 Gulden, was gegen 1892 eme Mebreinnabnte um 6 261551 Gulden bedeutet. _ _
L_ondon, 22. Januar. (W. T. B.) Wollauktion. Preise unve'randert, ute Betbciligung.
An der. "str 1 Weizenladung an eboten. __
96 % Javazucker ioko 151 ru ig, Rubcn-Robzuckcr loko 12Z ruhig. - Cbile-Kupfer 41Z, pr. 3 Monat 423/15.
Die Getreidezusubren be en_ _in der Woche vom 13. Januar bis 19. Januar: englischer en 1976. fremder 26001, engl. Gerste 3587, _sremde11921, engl. M M 18 503, fremde -,
fer 352, srewder 27 574 Otto., eng ebl 14 386, fremdes
engl. Ha 23 782 Sack und 10 Faß.
GlaSgow, 22. Januar. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen m der vori en Woche 3439 Tons gegen *
2985 Tons in der cnfspre-„benden Woche ck vorigen Jahres.