verWenden, als wenn man die paraten Mittel nicht zur Hand hat; und ich glaube allerdings den Saß aussprechen zu dürfen, _ das ist ein Vorwurf weder gegen den Bundesratb, noch gegen den Reichstag, _ daß wir manche Reichs- auégaben nicht gemacht hätten _ ich will die Gebiete nicht nennen, _ wenn man sich immer hätte vergewissern müssen, daß die paraten Mittel dazu nicht vorhanden sind und wir sie uns nur durch Ver- mehrung von Steuern verschaffen könnten. Darin liegt die psycho- logische Bedeutung dieser Reform, darin liegt das, was ich schon früher sagte: nicht die Menschen aUein kommen dabei in Betracht, sondern die Institutionen und Einrichtungen wirken nothwendig auf die Entschlüsse der Menschen, und wenn man fick) die idealften Finanzpolitiker denkt, _ einer solchen Tbatsache kann siä) niemand ganz entziehen, weder im Privatleben, noch in der Kommunalverwaltung, noch in der Staatsverwaltung. Ich könnte, glaube ich, leicht nachweisen, Wenn ich die Zeit hätte, die Reden und Ausführungen der Herren von der freifinnigen Partei, namentlich auch des Herrn Abg. Richter, nachzulesen, daß diese Finanzreform in vielen Beziehungen gerade die Grundsätze ber- wirklichen soll, die die Herren immer Verlangt Haben. Aber hier ist einer der Wenigen Fälle, wo der Herr Abg. Richter seine Ansicht einmal geändert bat. Sonst ist der Herr Abg. Richter mit seiner Ansicht gleich fertig genossen, nacb gründlichem Studium, wie ick) zugeben will; dann aber ist er immer dabei geblieben, alien entgegengeseßten Erfahrungen gegenüber_ Der Herr Abg. Richter hat bei der Beratbung der Franckenstein'schen Klausel mit Nein gestimmt; beute aller- dings steht er auf dem Standpunkt der Franckenstein'scben Klausel. In dieser Beziehung bat er also seine Ansichten sebr erheblich geändert. (Zuruf.) _Bei der namentlichen Abstimmung hat der Herr Abg. Richter mit Nein geantwortet. (Erneuter Zuruf.) _ Es wurde abgkstimmt über die Franckenstein'scbe Klausel allein, ganz getrennt, und da war Herr Richter unter denen, die mit Nein antworteten. Das Wollte ich feststelien.
Nun sagt Hérr Richter, man wisse nicht, wie gegenüber der Militärvorlage und den daraus erwachsenden AUSgaben der preußische Finanz-Minister im Siaais-Ministerium sicb verbalim Hätte. Nein, das weiß man allerdings nicht; man pflegt auch nicht derartige Ver- handlungen im Staats-Ministerium zu publizieren, und ich werde mich hüten, dem Herrn Abg. Richter die Gelegenheit zu gkben, eine solche Publikation einmai zu erleben. (Heiterkeit). Der Herr Abg. Richter sagt nun: was soll die Schuldentilgung, wenn man genötbigt ist, fortwährend neue Anleihen zu machen! Das haben wir auch gesagt, als wir die Konsols für un- tiigbar erklärten, als wir die zwangßweise zu tilgenden, aus Zden Priyateisenbabnen relevicrcnden Eisenbabnprioritäten konvertierten; wir haben gesagt: wir müssen ja doch immer Anleihen macbkn, warum wvÜen wir Schulden tilgen? Nun, auch hier ist die Psychologie Von Bedeutung.
Wenn ich keine Schulden zu tilgen brauche, so komme ich leichter in Gefahr, die AuSgaben zu steigern, ans vorhandenen Einnabmen auszugeben, als wenn ich diese Schuldentilgung auch in den AuSgabe-Eiai seiZen muß. Diese Erfahrung macht wobl jeder Priyatmann in seinen eigenen Vermögensberbältniffen; sie macht auch die Staatsberwaltung. Eine solcbe Zwangsauszzabe, die man decken muß an:? den laufenden Mitteln, Vermindert die Neigung und die Möglichkeit der sonstigen Ausgabensieigerung. Darin liegt die Bedeutung der Sache; nicht vielleicht in der jährlichen Tilgung Von 1%, namentlich bei einer so rapiden Schuldenbermebrung, wic sii? im Reick) stattgefunden hat, sondern in der eben bezeicbnaten Tbat- sache, die ja doch fast ail? Staaten der- Welt zu einer geregeiten Schuldentilgung geführt hat. Warum würden wir um? sonst erlauben, die großen Städte, welche auch fortwährend ihre Schuldenbestände vermehren, geradezu durch die StaatsZeseHe und durch die: Staats- verwaltung zu zwingen zu einer festen Schuldentilgung? Ich wäre sehr froh. wenn die Tilgung der Eisenbahnprioritätkn fortgedauert hätte; dann würden wir uns beute besser stehen, als mit der Gott sei Dank! auf Antrag des Herrn Abg. 131: Hammacber ein- geführten Tilgung unserer Staaisscbuld auf Grund dür bisher ge- machten Ersparnisse an den bisherigen Tilgungsbeträgen.
Aber ich glaube, mit dieser Anschauung, daß es völlig überflüssig wäre, an die Tilgung der Reichsscbulden nur zu denken, daß das eine ganz verkehrte finanzpolitische Auffassung wäre, steht Herr Richtkr so aiiein, daß ich auf die Sache nicht Weitkr einzugeben brauche. Ich habe nicht gewagt _ das sags ich offen _, dem Wunsche des Herrn Dr. Lieber Folge zu leisten und eine obligatorische Schuldentilgung im Reich zu Verlangen, aus dem einfachn Grunde, weil dann der Einnahme-Efat sich so hätts Vermehren müssen, daß die Aussicht, eine solche Vermehrung zu erlangen, noch viel geringer gewvrden wäre, als dies möglicherweise jeßt schon der FaÜ ist, den ganzen Betrag des entstandenén Mankos in der R€ichsfinanz zu decken. Zu wünschen _ darüber waren alle Regierungen einig _ wäre das gewiß gewesen, und der erste Anfang einer solchen Tilgung ist in der Steuerreform aucb geblieben. Ick) hoffe, daß es auch mit diesem Vorschlägen gelingen wird, doch wenigstens den Anfang mit einer Schuldentilgung zu machen und an eine daucrnde solide Schuldenberwaltung sich wenigstens wieder zu gewöhnen.
Meine Herren, ich komme nun auf die Anschauungen des Herrn Abg. Richter Über unsere Eigene Finanzlage. Er stellt unsers Finanzlage eigentlich so dar, daß wir ganz damit zufriedkn sein könnten, wenn ,das Reick) noch mehr Von uns forderte, weil wir ja in der Lage wären, das alles zu leistc'n, da wir unser Vermögen, unsere Bilanz durch jeden Etat so verbéffericn, daß infolge dessen eigentlich gar kein Defizit vorbandan sei; Er sagt: wir baben ja in guten Jahren beispielsweise ganz außerordentliche Schuldentilgungen eintreten lassen, beispielsweise, wenn ich nicht irre, 1889/90 102 Mil- lionen. Ich habe dem gegenüber nachgewiesen, daß die durchs cknitt- liche Tilgung unserer gesammten, auf fast 7 ck Milliarden angewachsenen Schulden seit der Verstaatlichung der Eisenbahnen betragen bat eben [ck 9/9, und zwar ohne Anwachsen der Zinsen getilgtcr Beträge. Ich habe schon ausführlich bier einma! dargelegt, wie gegenüber der Natur unserer Schuldenlast bei dem gänzlichen Fehlen des Reserbefonds und des Erneuerungsfonds das viel zu Wenig ist; daß wir auf die Weise unsere Eisenbahnscbulden kaum jemais wesc-ntlicb werden Vermindern können. Das war bis zum Jahre 1890; seit der Zeit haben wir aus den Ueberschüffen überhaupt keine Schulden mebr getilgt. Ist diss ein Vermögenszuwach? Das ist nacb" meiner Ueberzeugung kaum die Erhaltung unseres Eisenbahnbermögens. Wenn man die Sache ver-
gleicht mit dem Vorgehen der Privatbahnen, so muß man doch zu- geben, daß, während doch ein sehr géoßer Theil ihrer Verpflichtungen, vielfach weit über die Hälfte, in Obligationen steckte, die vielfach mit 1%, nur im AuSnabmefall, wenn ich mich recht erinnere, mit 6% getilgt wurden, darin eine viel größere Solidität vorhanden war , als in unserer eigenen Finanzgebarung. Es kommt dazu, daß ein großer Theil unserer Privateisenbabnen einen Reservefonds oder einen Ergänzungsfonds batte _ meir-ies Wiffexis Wurden sie sogar durch die Staatsverwaltung angehalten, einen solchen Erneuerungsfonds zu bilden. Wo haben wir solche Er- neuerungsfondS? (Zuruf) _ Gewiß, der Staat hat die schwankenden Ueberscbüffe, das ist es gerade, in dauernde Außgaben verwandelt. Unser AuSgabe-Eiai ist in sechs bis sieben Jahren um fast 150 Mil- lionen gesteigert worden, ohne daß die sicbcren Einnahmen dafür vor- handen waren. Auf Grund von schwankenden Einnahmen dauernde AuLgaben!
Nun kommt endliä') der Herr Abg. Richter, was ich garnicht Verstehe, auf diese Thesaurierung der vierzig' Millionen Mehreinnahmen aus der Einkommensteuer. Diese Thesaurierung dauert dock) nur bis zum 1. April 1895, und daß wir vorher viele Steuern vom Reick) schon als klingende Münze empfingen, dabon kann garnicht die Rede sein. In Zukunft Werden diese 40 Millionen verwendet, um aus- gegebene oder aufgegebene 40 Millionen Realsteuern zu erseßen. Wenn die 40 Millionen aus der Einkommensteuer dazu dienen, den ent- sprechenden Betrag an den erlassenen Grund, Gebäude-, Gewerbe- und Bergwerkssteuern zu decken, so sehe ich nicht ein, wie der Staat dabei auch nur irgend einen einzigen Pfennig verdienen kann. Bis dahin aber, bis zum 1. April 1895, bat die Staatskasse auch nichts Von dissen 40 MiUionen; denn fie dürfen ja nicht benuizi werden, fie liegen im Schranke.
In Zukunft können wir allerdings und Werden wir, Wenn der Betrag so hoch bleibt, den etwa 120 Yiillionen betragenden Fonds einziehen, _ Vollkommen zutreffend! Aber wir müssen die Zinsen weiter bezahlen, die er gebracht hätte, WEnn wir ihn zinslich belsgtsn. Wir haben bereits darüber verfügt und uns verpflichtet, den ganzen Zinsénbetrag für das Schulwesen zu vchndcn. Wie also darauf cin Finanz-Ministkr vertröstet werdsn kann, der ja ailerdings ganz gcrn geneigt sein würde, einen solchen Fonds 0an Last, obne Obligo zu übernehmen, dem aber dieser Fonds ein verlorener Nibeiitngenbort ist, das ist mir völlig unbegreiflich.
Ich komme noch einmal mit zivei Worten auf die Bilanz zurück. Gewiß, wir verwenden im Forst-Etat zur Aufforstung zweiMiUionen, Extraordinarium und Ordinarium zusammengkrecbnet, das ist eine entschiedene Vermögensbermchrung. Dann Haben wir im Eisenbahn- Etat einen Sammeltiiel; da stecken Ergänzungexn, ErWeiterungen, Verbesserungen u. s. w. drin. Wieviel daVon eine VermögenWLr- besserung darsteili, das kann man garnicht übersehen; das wird auch in den Verschiedenen Jahren. verschikdén sein. Ein? ErWeiicrung, welche nur die Einnahmen erhöhen soll, kann ja eine Vcrmögsns- Verbesserung sein; sie braucht (:s (1er nicht zu sein. In dem Extra- ordinarium dsr Eisenbahnberwaltung, auf Welche hingewiesen ist, ist der größte Theil dcr AuBgaben, namentlich für Herstéliungen und Ver- größerungen dcr Bahnhöfe nicht bloß cine ncue Einnahmx-quelle nicht, sondern diese AuLgabsn machkn noch größere Angaben, abgssebcn von dsr Vkrzinsung der Kapitalien durch dis vermehrten Verwaltungs- kostcn. Wenn ich bci eincr bkdcuteénden AuSgabe, die uns bkborstebi, für die Umgsstaliung dEr Bahnhöfe in Hamburg, dsn Herrn Minister für öffentliche Arbeiten frage: wird denn durch eine solche Um- gestaltung auch der BLfriLb in Hamburg biÜiger? _so bekomms ich die Antwort: nein. Es kann also niemand behaupten, daß es sich Hier um Vermehrung des Vermögens handelt, sondern um nothwendige Auégaben zur Aufrechterhaltung selbst des bisherigen Betriebes.
Ich komme noch mit einem Wort auf diese Schulden- tilgung von 41 Miiiioncn. Diese Schuldentilgung Habe ich, was den größten Tbeil dieses Betrages, etwa 28 Millionén, betrifft, schon charakterisiert; er resultiert aus den Er- sparnngen, die wir gemacht baben durch die Bkseitigung der Tilgung der Schulden der alten Privatbahnen, repräseniisrt also dem Ersay für eine aufgegebene Schuldentilgung. Den anderen Betrag allerdings kann man ja als eine VcrmögenSbsrbcfferung ansehen; aber man kann fich damit nicht besonders berübmen, Wenn die gesammte Schuldentiigung aULc unserer über 6 Milliarden beiragenden Schulden nur etwa 0,64 0/0 ohne anWachsende Zinsen aus- macht. Das sind Außgabcn, die in einem solidkn Haushalt überhaupt vorkommen müs sen, wo man nicht sagen kann, "man ber- beffsrt sich dadurch; man lügt sich sonst selbst gcwiffermaßsn in seine eigene Tasche binein.
Ick) kann also aus einer angeblichen Verbefferung und Ver- mehrung UtlsLrLs Vermögenkbefiyes eine Folgerung auf 12611 glän- zenden Zustand unserer Staatsfinanzen, sodaß wir nun keine Sorge zu haben brauchten, daß unsere Verhältnisse so lägen, daß wir schließ- lich auch die 32 Miliioncn Mebrmatiikularumlagen noch bezahlen könnten, in keiner Weise herleiten.
Ich habe die Ueberze1:gung, daß umgekebrt, wenn nian d6r Bilanz
"hinzufügt die Ausgaben, die wir nothwendig noch neu werden machen
müssen _ beispielSweise die ja immer Verlangte, auch Von der frei- smnigen Partei erlcmgte Aufbesserung der Gehälter der mittleren und obsrcn Beamten, beispielSweise die Verbesserung unserer Flüsse, wo die noch nicht vollendete Regulierung allein Von dem Herrn Minister dcr öffentlichen Arbciien auf 42 Miliionen veranscblagt worden ist, wenn ich die Summe richtig im Kopf babe; die Notb- Wendigkeit auf vielen Gebieten, noch ganz anders als bisher, nament- lich im Interesse der Landwirtbfchaft,Ausgaben zu machen für Landes- mcliorationen _ wenn ich dies alles zusammenrecbne, so habe ich die Uebcrzcugung, daß unsere Auögaben troxz aller Sparsamkeit, trois aÜer Kargbeit, die wir jetzt beobachten müssen, die aber auch nicht immer dauern kann, wenn wir anders unsere Kulturaufgaben Erfüllen Wollen _ gegenüber der wahrscheinlichenßSteigerung unserer eigenen Einnahmen _ stärker wachsen als lthcre. Unsere Finanzen haben bisher garnicht das Gesicht, daß sie fich naturgemäß Verbessern. Gewiß bestreite ich am allerWenigsten, daß die Depression unserer wirtbschaftlichcn Verhält- nisse, wie fie jetzt besteht, nicht dauern dürfte, und daß eine Besserung sebr erheblich auf unseren Etat einwirken wird. In welchem Maße das aber der Juli ist und in dcr Vergangenheit gewesen ist, was dabei für unseren Etat herauskommt, das lehrt ja die einfache Ver- gleichung seit den letzten zehn Jabren der Ueberschüffe aus unseren Betriebßverwaliungcn. Solche Mittel, wie wir-fie gebrauchen, und wie fie das Reich von uns verlangt, können wir auch aus einer er-
sächlich ergiebt.
beblicben Befferung dieser Verhältnisse garnicht erwarten. In diesem Etat _ und ich bitte die Budgetkommission, sich das genau _anzu. sehen _, ich spreche das ganz offen aus, ist bis zu einer gewissen Grenze namentlich bei den Eisenbabnen dieseHoffnung bereits eskomptiert. Wenn wir den Nettoüberscbuß unserer Eisenbahnen für 1894/95 um fast 31 Millionen böber veranschlagi haben als im laufenden Jahre, dann ist das ein Beryeis dafür, daß wir aus der allmählich beginnenden Besserung der Verhältniss unsere Konsequenzen bereits gezogen haben und nicht mehr zu sieben brauchen. Ich will sebr froh sein, Wenn der veranschlagte Nettobetrag sich wirklich, that-
Meine Herren, der Herr Abg. Richter hat uns nun auf das natürliche Steigen der Reichseinnabmen verwiesen. Ich verweise ibn umgekehrt darauf, daß diese natürliche Steigerung namentlich durch das Steigen der Bevölkerung, den steigenden Verbrauch von Konsum- artikeln u. s. w. bereits in den leßten 10 Jahren stattgefunden hat. Und wie haben fick; die Verhältnisse imReich gestaltet? Sind nicht die dauernden Angaben des Reichs1in viel stärkerem Maße gestiegen? Und was das laufende Jahr betrifft, so habe ich die Zahlen schon mitgetheilt. Im laufenden Jahre sind wir in' den Monaten bis in- klusive November bereits 22 Millionen in den ZöUen allein Hinter den Ergebnissen des Vorjahres zurück. (Zurufe links.) _ Gewiß, 10 Millionen Verlust infolge gut€r Ernte stecken darin, alles Andere
rührt daher nicht, und wenn wir nicht eine Mißernte in Hafer gehabt“
hätten und zum ibeil auch in Gerste, so würden wir längst auch nicht auf jenen Betrag gskommcn sein. Ich glaube also noch immer, daß der Hcrr Abg. Richter, der doch ein guter Kenner der Finanzen ist, in Zeiten, wo die Einnahmen vermehrt werden folien, stets optimistisch fiebi und meint, es wären schon Einnahmen genug vorhanden, in Zeiten hingegen, wo die AuEgaben vermehrt werden folien, mit großem Erfolg auf die bedenkliche Finanzlage hinweist, die eine Steigerung “cer AuEgaben in keinem Fail gksiatte. (Heiter- keit.) Das kann ich ihm einigermaßen aus seinsn eigenrn Zitaten beweisen, denn er bat mit großer Bestimmtheit darauf binzéwiefen, daß sélbst das Reichs- Schaßamt in der Militärkommission das Steigsn der Einnahmxn des Reich?: in den näcbsixn fünf Jabren auf 80 MiÜionen beziffert babe. Dies kann ich cinfaci) da- durch widerlegen, daß ici) auf denselben Herrn Abg. Richtcr als eine der ersten Finanzautoritätcn hinwsise, der diese Rechnung damals, wo Es galt, AuGgaben zu beschließsn, ais völlig unbaitbar bezsiÖncte. (HeiiCrkLii) Nun weiß ich nicht, welche Autorität größer ist; jeden- falls hat der Herr Abg. Richter auch damals auf die außsrordentiicbe kommende Steigerung der Angaben des Reichs auf anderén Gsbieien hingewiesen. Und die haben wir auch Vor uns; wir braucbcn doch bloß an die wachsenden Auögabsn für die Jnvalidenpenfionen zu denken, an das auch dortherrschende Vedürfniß, die Beamténgebälter zu (*rböben, an eins Reihe anderer AuGgaben, die ich nicht nennen will. Da ver- schwindrn die achtzig Millionen boffsntiicb eintreisndcr, abcr wahrlich nicht sicherer, natürlich wachsender Mehreinnahmen des Reichs in den nächsten fünf Jahren wie Butter an der Sonne. (Brady! WMI.)
Darauf wird die Diskussion geschlossen.
Abg. Richter (persönlich): 'th babe alierdings gsgxn die 0151181119 Franckenstein gestimmt, Weil ich die neuen Stcuc'rn nicbt bab€n_wolltc', xu denen die Klausel die Brücke bilden sollte. In der Miiitarkommislxion babe ich die 80 Millionen natürlicher Steigerung nicht als unwa rschciylick) bezcichnet, sondern hervorgehoben, daß die Einzelstaaten auf dieje Mkbreinnabmen Anspruch bätien.
Der größte Theil des Etats wird hierauf der Budget- kommrssion zur Vorberathung überwicstn, der Rest soll im Plenum berathen werden.
Schluß, 41/2 Uhr._ Nächste Sißung Donnerstag 11 Uhr. (Interpellation von Kr0cher und kleinere Vorlagen.)
Land- und Forftwirthschaft.
Saatenstand in Dänemark.
Der zu Anfang d. M. eingetretene Frost scheint den Winter- saaien nth geschadet zu haben,. da fast überail eine, wLnn auch nur dünne S needccke lag. und die jungen Pflanzen besonderI wider- standsfabig waren. Der Lande durchschnittlich gut.
Aussichten für die Wcizenernte in der Kolonie Vietoria. , (Vergl. guck) „„IT-Anz.“ Vom _6. Januar.)
Die infolge reichlicher Wintkrrcgcn aur dic Weizenkrnté 1893/94 in der K'blonie Victoria gcsz-„ßten großen ?)offnungen scheinen sich nur in beschranktem Maße verwirklichen zu so (en.
Im Früb'abr, gerade zur Zeit der Aebrenbildung, trat vicifmh fiir nikbrc're beben eine: Psriode der Trockenheit cin, wodurch die Entwickelung der Frucht wesentlich behindert Wurde. Wegen zu geringer Aussichten wurden außgedsbniere Fläcbsn zum .Heuscbnitt ber- wendet als je zubor. Die zur Abernte gelangende Fläche" dürfte daher Heinenfaüs derjenigen des Vorjabrcs, nämlich 1382 521 Acker, gleich- ommen.
Nur von den im nördlichen chtrum der Koloni€ bélegkn-en Ge- bieten werden infolge des re tzeitigen Eintretens bon Gewitterre en bessere Erträge als im Voria re erwartet, während diejenigen (: er übriYn Distrikte der Kolonie zum tbeil recht erheblich hinter denen des * orjabres zurückbleiben dürften. „_
Mannimmt an, daß, wenn nicht noch unvorbcrgesehene Ercigmne eintreten, nur eine geringe Mittelsrnte, etwa 8 meel per Acker, zu erwarten sein wird.
Stand dLr Saaten ist zur Zeit im ganzen
Verdingungen im Auölande.
Portugal. „
Köni lich portugiesische Eisenbahnlgescilsckyast in
Lissabon (zweite Ausf reibunZ da crste obne Erfo g): Lieferung
und Aufstellung des eisernen berbaus der Brücken von Mocate-
((FULL Yielga und S. Lourengo. Auskunft bei der vorchaHnten e e a .
17. ebruar. Ministerium der öffentlichen Arbeiter), des Handels und der ndustrie in Lis s abon: Ausschreibung frzr die Ausbkutung vo_n verschiedenen Stein- und Braunkohlen- Howie Eisengruben in dem Distrikt Leiria. „ ,
Numamen.
24. Februar, 3 Ubr. Generaldirektioxi der StaatStnbnoiZÄe. 66.166. 7161-01'161 Nr. 133 in Bukarest: Lieferung der für die lend- bolzfabrik in Fiiaret während des Zeitraums 1894-95 _notbwendtgk" VerprobiantierungSartikel wie: chemische Produkte, Schreib- und Druck- papier, Holz, Petroleum, Oel.
Verkehrs-Anstalten.
Bremen 23. Januar. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd- Der Postdampfer „H. ?. Meier“ hat am 22. Januar Vormittags rawle-Point Zasiert Der Reichs-Yostdampfer „Olden- urg' bat am 22. anuar Vormittags die eise bon Antwerpen nach Bremen *iortgeseyt.
3. Februar.
„2146? 22.
Entscheidungen des Reichsgerichts.
Werden bei der Gründung einer Akiiengeseilsäoafi sämmtliche Aktien durch die Gründer übernommkn sog.?amultan- gründuna), so ist, nach einem Plenarbescbluß des Rei sgerichis (ber- einigte Zivilsenate), vom 30. Juni 1893, die Ueberpabme der Aktien seitens der Gründer nicht als ein reichsstempclpfltchtiges An- schaffunqsgescbäft zu erachten. Die auf Grund der bisherigen Rechtsprkchung des Reicbsxxerichts (117. Ziviljcnat, Urtbsilc: vom 13. Dezember 1888, 4. Februar 1889, 12. Mai 1890) und auf _Be- schluß des BundeSraibs von den Landes:Finanzvxrwaltungen Erla) ene Anordnung, daß auch die bei der Errichtung Liner Aktiengeselis ast stattfindende Uebernabme von Akiien durch 1716 Gründer von den Steuerbehörden als Anfchaffung§geschäft behandelt werden foUe, ist demnach nicht gerechtfertigt.
_ Ein Landwirtb, der in seiner Wirtbsibaii Maschinen verwendet, die für Andere Gefahr bringen können, bat, nach einem Urtbeil des Reichsszericbis, 111. Strafsenats, born 18. September 1893, die besondere Gcwerbs- oder Berufspflicbt, diese Gefczbr möglichst iernzubaitsn, auch wenn er gar keine t€chnischen' Kepntniffe besitzt. Eine infolge Fabriässigksii desselben durch die Maschine ver- urÉxcklse KÖWLWLÜLZUUJ ist demnach auch ohne Strafantrag zu be 0 gen. .
Statistik und Volkswirtbscbaft.
Ergebnisse der Gewerbe:: und Betriebssteuer- Veranlagung für 1893/94.
Nacb Liner dem Landtage Vorgelegten Zusammensteliuzig der Ergebniss der wacrbesteuer-Veranlagung stellte fick) die Zabi der zur Gcwcrbeiteuer Veranlagten für 1892/93 auf 890 420, für 1893/94 auf 438 940, bat fich somit um 451 480, d. l). um 50,7 % gcgen das Vorjabr Vermindert.
In den Städten ist die Zahl der Veraiilagien
von 514 416 (im Jahre 1892-93) auf 324 303 ( ,. , 1893/94)
also um 190113, d. [ck. um 37,0 0/0, und auf dem plattsn Lande Von 376 004 (im Jahre 1892/93) “ auf 114637 ( . . 1893/94)
also um 261367, d. 1). um 69,5 %, gesunken. _
Diese „Verminderung in der Zahl der Steucrpfiicbiigén isi in der Hauptsache auf die durch die Steusrrßiorm Veruriachte Freistellung bisher fteuerpflicbtigcr Betriebe, deren (Ertrag _und Anlage- und Be- triebskapital die im § 7 des Gewerbesteuergewßks gezogsnc Grsnze der Steuerpflicht nicbt Erreicht, und nur zu einem geringfügigen, nich_t genau anzugebenden Bruchtbeil aus den Umstand zurückzuführen, daß diejenigen Gewerbetreibenden, welcbe mehrere Verkaufssiätten untcr- bielien oder deren Betriebe Verschiedenen GéwcrbEsieuerklaffen an- gsbörten, bisher einer mcbrfachkn Veranlagung unterlagen, während seit dem 1. April d. J. aUe_in einer Hand vereinigten BEtriebe nur einmal (mit einem Steuerjatz) Veranlagt werden.
Der stärkere „Prozentsatz der Befreiungen auf dem Platten Lande
erkslc115it'i fich aus dem Ueberwiegen der leinen belanglosen Gewkrbs da 8 . Die Verminderung in der Zahl der Gewérbesteucrpflichiiaen gegen das Vorjahr schwankt in dcn bxrschi8dcne_n Régierungsbezirken (bei Zusammenr6chnung der Ergebnime fiir die Städte Und das platte Land) zwischen 67,7 und 25,6 [)/0. ' _
Der Höchste Prozentsatz entfäÜt auf Gumbmnkn mit 67,7%, dann folgen Posen mit 67,5%, Oppeln m1t66,20/0, Liegniß Mit 64,1%, OSUabrück mit 62,6 0/0, Münster, mit 62,5 %, Königsberg mit 61,4 0/0, Koblenz mit 61,3 0/9. Den niedrigsten Prozetitsaß WLlst auf Berlin mit 25,6 0/0; hieran reiben fich Düffeldorf mit 40,3 %, Arnsberg mit 41,9 %, Yiagdxburg mit 42,1 0/0, Wiesbaden niit 42,6 %, Stettin mit 44,6 %, Hannober mit 45,2%, Erfurt rnit 48,2 0/0,
_ Köln mit 48,9 %, Danzig mit 49,5 0/0.
In den übrigen Regierungsbezirken schwankt die Verminderung der Steuerpflichtigsn zwischen 50 und 60 0/0. Der niedrige Prozentsa'ß der Befreiungen in Berlin erklärt sich zum theil daraus, daß 11111 Rücksicht auf die besonders unqüxistige chge des Kleingewerbes hier- selbst bereiis unter der Herrschaft der srüheren Gewxrbesteuergewlx gebung ein sehr umfangreicher Gebrauch Von der gksLHilchM Befugmß des inanz-Ministers zur Freistellung solcher-GcweÉLtreibender der Kia ?. 13 (Kieinhändler), welcbe nur den nixdrrgsten Saté, dieserKlas e aufzubringen bsrmocbten, gemacht worden ist (Vergl._§ .. Gesexz vom 5. Juni 1874, Gesexz- Samml._S._219). In der Haupisachenist der niedrige Prozsntsaß xedock: auf die hiesigen Lobn- und PreiswerbaltniLe zurückzuführen, welche zum Betrieb eines Gewerbes bierselbsi dur - schnittlich Ein höheres Anlage- und Betriebsiapital und zur selbst- standigen Existenz einen höheren Ertrag als in anderen Orten vor-
ausse en. Las Gewerbesteuerveranlagungssoll beträ tfür1893/94 19 950 910 „16, für 1892/93 19 206 586,18 «16, bai ich also um 744 323,82 „46, d. h. um 3,9 0/9 gegen das Vorjahr vermkbrt. Von dem Gewerbesteuersoll entfallen auf die Städte: für 1893/94 . für 1892/93 . für 1893/94 also mehr auf das platte Land: (üs 1892/93 .
. 16 559 806,_ „16 . 14 902 370,68 „
1 657 435,32 «ik
. 430421550 516 ür 1893/94 . . 3 391 104,_ .
für 1893/94 also weniger . 913 111,50 «16 . Den bedeutendsten Beitrag zu dem Mebrertrage bat die Ver- anlagung in der Stadt Berlin mit 651528 516 geliefert. „ Die Zahl der B etriebsfteuerpflichiigen betragt 161292; hier- von entfa en auf die Städte 77 512, auf das platte Land 83 780. , _ Der Gesammtertrag der Betriebssieuer belauft sich auf 2 393 565 „66, wovon die Städte . . 1 318 025 «16 f b _ dashxliatte Land 1 075 540 „ “U 81: ringen en. _ _ , „ Die Steuerxlflicbtigen und das Stcuersoll vertbeilen sich aus die emielnen Steuer affen, wie (01th . Zahl der Betrtebssteuerpflicbtigen Betriebssteuersoll und Prozente.
, und co ente. Kla e 1 225,4 10,14 %) 37000546 (1,54 % cht e 11 955 0,59 %) 55 300 „ 2,31% Kla e 111 15 520 i9,62 %) 401400 „ (16,7(0/0 Kia e 17 88 796 (55,05 0/9) 1 341265 . (56,04 0/0) Kl e W) 55 797 (34,60%) . 558600 ., (23,34%) in Summa 161 292 BetriebssteuerpäWtige = 2 393 565 „76
Da die Betriebssteuerpfliäztigen mit Außnahmx der in Klasse 1") veranlagten auch gewerbesieuerpflicbtig sind, ,so xrgtebt fick) die Zahl der Gewerbe--und Betriebsfieuerpflichtigen aus derSumme
*.) Dkk Kürze balber find die von der Gewerbesteuer befreiten BLÜlebsstkUU-"ß ZÖÜILU (§ 60 Nr. 1 des Gewerbesteuergeseßcs) als lasse 7 bezei net.
. _ Zweite Veklage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Llnzeiger.
Berlin, Donnerstag, den 25. Januar
der Gewerbesteuervflicbti en und der in Klasse D* zur Betriebssteuer"
Veranlagtcn, dieselbe be äuft fich auf 494 737. Vergleicht man diese Zahl 'mit der Zahl der Gewerbesteuervflicbtigen im Jahre 1892/93, 10 ergiebt sick) eme Verminderung dkr Steuerpflichtigen um 395 683,
d. b. uin 44,44 0/0. Die Suxnme des Gewerbe- und Betriebssteuersolls für 1893/94 betragt .......... “' ..... 22 344 475 „16
und übersteigt daher das Geiberbesteuersol] für
19 206 586,18 .,
1892/93 von 3 137 888,82 „16,
d. [ck. um 16,34 0/0. ,
Von der Summe des Geiverbc- und Beirikbssteuersoils entfaÜen
auf die Städte , . . . . . . . 17 877 831 «16 auf das platia Land . . . . . . . . 4466 644 „
Gegen das Gewerbestsuerwll des Vorjahres ergiebt sich Hieraus
für die Städte eins M (? hrbelaftung um 2975 460,32 «46 für das platie Land eine Mehr- b€lastung um . . . . . . . . . 162 428,50 „
Die Zahl der Gewetbc; und BetriebSstsuerPUickytigen sowiS das G'ewxrlbe- und Beiriebssicuerwi] bertheilt (ich auf di? Einzelnen Klassen, wie 70 gt:
Zahl dsr Gewerbs- und Beiriebssteuer- Gewerbe- und Bstriobs- * pflichtigen und Prozente steuersoil und Prozente Klaffe 1 3 389 (0,69 %) 5969 682 .16 (26,72 0/9)
„ 11 8854 (1,79 0/()) 2650 984 „ (11,87 0/0)
„ 111 72 897 (14,73 0/9) 6 159 968 , (27,57 0/9)
„ 117 353 800 (71,519/0) 7005 241 , 31,35%)
„ U 55 797 (11,28 0/0) 558 600 , (2,49 0/0)
in Summa 494737 StZULrpflichti ? = 22 344 475 «56
WEnn auch die anpilast dcr etriebssteuer auf die Klasse 117 611176111, so stellt fick) iernack) bei Bcrückfichtigung der GéwerbK- und Betrisbsstsuer die Gesammtbelasiung der einzelnen Klaffe-n so, daß die den Großbetrieb bertretsnden Klassen 1 und 11 mit 12 243 (= 2,48 % alier) Steusrpflichtigkn an Gewerbe- und Betriebssteusr 1 056 825 «16 mehr aufzubringkn haben, als die Klaffkn ]? und 17 mit 409 597 (= 82,79 0/0 aller) Steu€rpflichiigen.
Zur Arbeirerbewegung.
Aus Nürnberg wird der .Voff.Zth.' zum dortigen Forer- ausstand (vgl. Nr. 6 u. figde. d. B .) geschrieben: Der wegkn Einführung der Accordarbcit bßererband aus angesagte Fortnkr- ausstand Ersirkckt sich bisher aus “fünf Fabrikkn. Gssierwsieüic Cin Tbcil der Former der YiaschinLnbau-Akiiengessliychart die Arbkii ein. Die GsscÜschaft wird nbtbigenfalis durch Schließung aller Wérkstättcn antworten. -
In Dresden fand in der Nacht zum Mittwori) eine Keilwer- versammlung statt, in welcher dsr Einbernser Herr Pastor Zimmermann über das Tbsma sprach: „Lohnt es, ein chlner zu sein“.)“ Der dener crörterte, wie aus, cinem Bkricht des „Dr. I.“ zu ersehen ist, eingehend die Lage und diE Schäden dss KeUnerberufs mii Hinivciskn auf die W996, diE zur Besserung einzuschlagen seien. Aus dsr an dsn Vortrag sick) anschließenden Dixßkusswn ergab fich, daß die Ausführungen dcs Rxdnsrs aliseitige Zustimmung, auch bei den anwesenden Arbsitgebern (anden, wenn auch die Meinungen über den Weg zur Heilung der Schäden geibsilt waren.
Hier in Berlin ist, wie die „Vos. Z. berichtczt, dEr Ausstand der Taxameter-Droscbkenkuts er, nachdem die Kutschkr, die sich der Anordnung, weiße Hüte zu_ tra en, gxfügt haben, seit mel)- rCrcn Ta cn auf den Straßen Berlins 1ch zujehends mebren, in einer estern Iormittag abgehaltenen Vkrsammlung der Droschkknkutscher ür beendet erklärt worden. _ In ein€r Generalversamm- lung des Berliner Verbandes der Vergoldsr am 15. d. M. wurde der Berliner „Volksztg.“ zufolge mitgetbixilt, daß die zu Anfang des Jahres zur Sammlung 0011 Unterschriften solchcr Beryfs cnoffén, die in eine Lobnbewcgung einzutreten gkneigt sind , au9gege enen Fragebogen eine große Mebrbeit_ für die BLWLJLMJ ergeben haben. Da aber die Arbsitgeber 1ich wäb' rend dsr Zeit, während wclcher die Fragebo en Umlisfen, gegen Eintritt einks Aubstandes genügend VSrfi ern konnten, so Wurde für jetzt von einem Strike abgesehen und die_ Aus- führung des Vorhabens au)c ein;: geeignetere Zsit ber1choben. _ Dem Verbande deutscher Kürschner wurde in dsr Mit- liederVerammluug am Montag mitgetbkilt, daß die von einem
itgliede unternommene Agiiationsreise nach Breslau erfolglos geblieben sei, da die dortigen Kürschner zu eincm Ansxbiuß an die gs- werkschaftlicbe Organisation nicht zu bewegen geweken wären, Vikl- mebr auf dem Boden der Gewerkvereinc bleiben wollten.
Aus Wien wird dem „Vorwärts“ telegravbijcb mitgetbkilt, daß dort 100 Arbeiter der Gummibrancbe im Strike sieben.
Handel und Getverbe.
Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr find am 24. d. M. gestellt 11405, nicht rechtzeitig gestellt keine Wa en._ In Obers [e1ien sind am 23. d. M. gestellt 4229, nicht recht- zeitig gestellt keine Wagen.
Zwangs-Versteigerungen. Beim Königlichen Atnthericbt [ Berlin standen am 23. und 24. Januar die nacbbezeichneten Grundstücke zur Versteigerung: Reinickendorferftr. 43, dem Schmiedemeister J. A. Ost6rland gehörig, Fläche 12,9 &, Nu un swertb 6680 «16; für das Meistgebot von 92 500 «16 wurde der an ann Franz Securius zu Steglitz Ersteher. _ Straße 58/591), dem Stuckateur Ernst Mueller gehörig, Fläche 7,58 3; für das Meistgebot von 35 500 „16 wurde die Diskonto-Bank , Aktiengesellscbaft, Prinzenstr._ 76, Ersieberm."_ Beutbstr. 11, dem Kaufmann Conrad Strusf gehörig, Flache 2,97 9, Nußungsiverth 10440 „46; für das Meist ebot von 255000 «16 wurde der Ritter utsbesißer Jans bon e tern- bagen, Franzöfiscbestr. 11/12, rsteber. _ eue Maaßen tr.„43, dem Zimmermeister Carl Albrecht zu Neu-Wetßenfee geborig, Fläche 10,34 a; für das Meistgebot von 261500 .46 wurde der entier Siegmund Cramer, Lützowafer 22, Ersteher. ,
Beim Königlichen Amtögericht 11 Berlin stand im Wege der Zwangsvolisireckung das im Grundbuchs bon Teltow Band 8 Blatt Nr. 316 auf den Namen des Malermetstcrs Bern- bard Graßmann zu Teltow eingetragenzx, zu Telto_w, Linden- straße 595 elegene Grundstück zur Versteigerung; Flache 4,44 a; Nutzungswertb 810 „16; für das Meistgebot 'von 18 050 «16 wurde der Direktor Carl Müller zu Berliin Prmzesfinnenstr. 23, Er- steber. -- Auf eboben wurde das erfahren we en der nachbe- nannten Grundstucke: Zu Schöneberg , an eblick) oßstr. 73 und Eifenacberstr. 85, dem Baumeister Richar Zimmermann ge- börig. _ Zu Neu-WeiÉens ee, Straßburgerstr. 17, der 'Frau Zimmermann Christine oeldner,che . Freun , Y orig. _ ertagt wurde die Sache wegen des rundtucks des 'aufmanrxs André Schimming zu Lankwiy, Kaulbachstraße, belegen. Die
Termine am 5. und 10. März d. J. fallen fort.
_ Vom oberschlesischen Steinkobl'cnmxrkt beri tet die „Schl. Z.“: Die nach Neujahr regalmäßig eintretende uf-
'“ 1894.
bßfferung _de Koblengeschäfis bat mit Be inn der ziveiten Januar- balfie einige Abschwächung erfahren, sodaé; v cbiedene Gruben ge- nötbi 1 waren, Die Förderung etwas einzu cbrän en oder einen Theil der örderung in die Véstände zu brin en. Die frisch ein- gcbknden Ayitragc gelangen daher so?0rt zuxx. Erledigung und der Abxaß für die einzelnen Sorten ist ein “so ungleicher, daß von einzklnen Gruben zum Zrößten Theil die groben Sortkn, 015 Stück, Würfel und ius; 1. Verlangt werden. während Von den andcren bauptsäcblich di? klkinkbrnigkn Kobiknsorten zur Verladung kommen. Da ein größcrer Andrang nacb Kohlen, namentlich in Anbetracht der äußerst milden WiiTErung, in nächster Zeit kaum zu erwarten ist, so Wsrdcn Von den Händlérn sowohl, wie auch Von den Konsumenten größere Vorräibe nichl an Cschaffi, obwohl besonders bei den erstem! die Z(iger ziemlich g€ esri sind. Im kumulatibkn Verkauf iind dis PréisL uxxberätTc-rt gcbliébkn und be- tragen beiPrimamarken für Stück, Würisi und Ruf; 1. 40 bis 45 „1, Nui“; 11. 35 bis 40 „z, Erbs- und _ K*ieinkobls 28 516 30 „5, 25 bis 28 für Gries und 6 bis 12 43 (ür Siaubkobikn Pro Zentner ab Grube; geringer,? Marken entsprechend drr Quakität um 3 bis 5 „._3 pro antner biiiiger. Für _Händlkr smd obige Preiss nicbt maß- gebend, da ihnen bei grögkren Abschlüssen, Preiönacbläffé gewäbrt wsrdkn. Dcr Oberschlsfisch KokSmarkt blic'b aucb wsitkrbin fébr matt, da sich der Vsrbrauch an Koks im ObCksÖikfischM Industrie- bkzirk biI jsyt noch nicbt geboben bai und der Absatz nacb auswärts sLbr gsrinq ift. In Tbecr und Theerproduktkn ist das Geschäft gegenwärtig 1be rubig. .
_ Dis Kobiknfbrdkrung im ObEr-Bsrgamt-Zbezirk Dortmund betrug dEr „Köln. Ztg.“ zufolge im Jahre 1893 38 615 610 1 (360611 36 847146 6 ixn VorZUHrZ, _
_ Die nächste Börsenbcr1am1nlung zn Efien findet am 29. Januar im „Bkrliner Hof“ statt.
Yiagdeburg, 24. Januar. (W. T. B.) Zuckerbericht. Kornzucker exk[., von 92 '*'/0 _,_, nene 13,40, Kornzucksr exkl. 88 % Rendernent 12,35, nrue 12,85, Nachyrodukie ?rk[., 75 % Rende- ment 10,15. Fsst. Broirafßnads 1. ,_, Brotraffinads 11. _,_, Gem. Raffinade mit Faß 26,25. (539111. Melis ]. mii Faß 24,25. Ruhig. Robzucker. 1.__ Prbdukt Transito f. a. B. Ham. burg vr. Januar 12,50 (Hd., 12,60 Br.. Pr. Fébrnar 12.573 b€z„ “ 12,60 Br., br. _März 12,621 bsz, 12,65 Br., pkr Avril12,67.;i 565., 12,70 Br. Bener.
_Bremen, 24. Januar._ (W. T. B.) Börsen-Scbluizbericht. Naisinierteé; P ctr Oleum. (Oisizielie Nbiierunzz drr Brvmkr Petroleum- Börfe.) Still. Lcko 4,75 Br. -- Baux) 155115. Wiljig. Upland middling, ioko 401-3, Upland, Basis middiina. nichts unter low middling, auf Termin-Li-Iferun-Z, Vr. Januar 393; „,x, pr.:Februar 39? „4, pr. März 40 „3, br. April40Z „1, vr. Mai 402 43- Vr. Juni 41 „_Z. _ Schmalz. Ruhig. Wiicox 433 «1, Armour shield 43 „Z, Cudabv 45Y-1, Fairbanks 36 „,s. _ Speck. NUbig. Sbort clear middl. loko 371, Januar-Fsbruar-Ybladung 373. _ Wolle. Umsaß 114 Ballen. 7.5 Taback. Ummß 57 Fässer Maryland, 24 Faß Virgin».
Wien, 24. Januar. (W. T. B.) AuSweis dkr öster- reichisch-ungarischen Staatsbahn (österreichischss Netz) Vom 11. bis 20. Januar 581584 Fl., Mebreinnabme (;(-gen den ent- sprechenden Zeitraum des vorigc'n Jabrks 36 164 F1.
Die Brutto-Einnabmen der Orientbabnkn betrugen in dsr 51. Woche (Vom 17. Dezember bis 23. Dézember 1893) 179 881,08 Fr., Abnahme _gegen das Vorjahr 80 637,63 Fr. Seit Beginn des Betriebsjabrc-S" (vom 1. Januar bis 23. Dezkmber 1893) betru Ln die Bruito-Einnahmen 12 248 501,24 Fr., Abnahme gegen das orjabr 593 946,12 Fr.
Pest, 24. Januar. (W. T. B.) _ roduktezimarkt. Weizsn (lau, Per rizbjabr 7,38 Ed., 7,39 r., pr. Hkrbst 7,61 Ed., 7,62 Br. aser pr. Frühjabr 6,75 Gb., 6,76 Br. Mais pr. Mai-Juni 1894) 4,81 Gb., 4,82 Br.
London, 24. Januar. (W. T. B.) Der bissige griechische Ge- icbäftßträger 591 dem englischen Comité dsr Inhaber griechischer Werthe schrisiiicb mitgetheilt, die griechische Regierung erkenne an, daß kcink Obligation und kim Titré obne Zustimnmng dLr In- babcr einer dausrnden Modifikation uiiicrliegsn kbnne. Das Comité antwortete, LZ nebme Akt von dsr Erklarung, und fügte hinzu,fai[s die französischen und deuiycben Comités der glcichexn An1cht seien, wäre es geneigt, über eine zeitweilige Modifikation der Zinsen in Unter- bandlung zu treten.
London, 24. Januar. (M.TB.) Wyllauktion. Tendenz zu Gunsten der Käufer. Bedeutknde Quantitat angeboten.
An der Küste 1 Weizenladun _angeboten.
98 % Jawazucker loko 15Z cjt, Rüben-vazuck-r loko 12.1 fest, auf Voraussichtliche Abnahme der Cubaernte. _ Chile- Kupfer 411,5, pr. 3 Monat 416.
St. Petersburg, 24. Januar. (W. T. B.) Zu der bevor- stehenden GeneralVLrsammiung der Russischen Großen Eisen- bahn-Gesellschafi ("md über 260000 Aktisn angemkldet, daVon gehören 115000 drr Amsterdamer Firma Rosenthal Lipvmann und ihren Klienten.
Rom, 24. Januar. (W. T. B.) ute wurde eine erhebliche Verminderung dks Zurückzixhung bon_ inlagen bLi der biefigkn Sparkasse fkstgesteilt. Die nsuen Etniagcwmcbren sicb.
Bern, 24._Januar. W. T. B.) Die .Notenmonopol- Bank soll nach folgenden (Grundwissen eingerichtet werden: Siß der Zauptbank ift Bern; die_HauPtau gabe 'der Bank bestkbt in der
egelung des Geldumiauss durch cine Einheitliche Diskonto-Politik, der Erlcicbicrung des Zahlungsverkehrs durch die Ausbildung dss Giro- und Mandatberkcbrs und der unentgeltlicbzn Besorgung des Ka en- Verkebrs des Bundes. Der Geschäftskreis der Bank wird somit an den einer reinen Noten-Giro- und Diskontobank beschränkt. Die Kanional- banken können nicht Filialen sein, dagcgen wird die Staatsbank mit ihnen in en 6 Verbindung treten in Bezu auf die Rückdiskontierung bon Wecbse n, die Belehnung bon Wertpapieren, den Verkkbr in Cbeck- und Giroreebnung, sowie den Jnkasso- und MandatVerkebr. Die Staatsbank kann die bcstsbenden Notenbanken erwerben und als Filialen organiiercn. Die Kantone dürfen an dcr Beschaffung des GründunZZ apitals vartizipieren. Die Bank steht unter der Ober- aufsicht der undeSVersammlung; ibre Verwaltung ist aber selbst- siändi und jedem Einfluß der poliiischen Bebixrden cntzogen. Nach Ablau einer angemessenen Frist für die Zurückziebung der aiten Bank- noten wird die Staatsbank ri»? noch zirkulierenden Noten einlösen.
Amsterdam, 24. Januar. (W. T. B.) Java-K'afsee good ordinarv 53. _ Bankazinn 45. .
New-York, 24. Januar. (W. T. B.) Die Börse erö nete träge und chloß nacb allgemciner Steigerung recht fest zu_ 56 sten Tageskursen. Dar Umsaß der Aktien betru?1„72000 Stuck. Der Silbervorratb wird aui 155 000 Unzen ge chqizt. „
Weizen eröffnete stetig und war_ aligemem fest tvabrend des ganzen Börsenberlaufs aufBroadstreetsbqricHte, Meldungen vonS nee- wetter im Westen und festere Kabclbcrichtc'. Schluß set; __ ais während des ganzsn Börsenverlaufs steigend auf große aufe, Kauf- ordces und Deckungen der Baissiers. ,
Chicago, 24. Januar. (W.T.B.) Weizen schlo fest nach vielen Schwankungen infolge matter Kabexmeldungen und radsteets- meldungen. _ M„ais fest und e_twas steigend nach Eröffnung, dann Reaktion auf Verkaufe, darauf wieder steigend. Schluß fest.