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politik des Leiters drs Rrichs-Posiamis, er ist dazu übergegangen, diese Politik eine miserable zu nennen, er hat sich gestattet, den Chef des Reichs-Postamts ein sozialpolitisches Petrefakt zu nennen. Meine Herren, erlauben Sie mir, daß ich Ihnen in aller Ruhe einmal den Nachweis antrete, wie es denn mit dici€r_ angeblichen so missrablen Sozialpolitik in Bezug auf die Punkte bestem ist, die der Abgeordnete hier zur Svracbe gebracht hat. Er hat uns vor- gewvrssn dcn Spar- und Vorschußverein, er ba_t rms vorgervorfen dre Kaisxr Wikbklm-Stifiung, er bat rms VNZCWONM dir sténsviérsiche- rung. Nun, die Herren, die erwas länger im 8T-*_ich§tage srßen als der Abg. Dr. Schoenlank, werden sich erinnern,_dat_; bis zum Erlaß des GesetZes vom Jahrs 1873 für ein? große Kslaffe 'von Unter- beamtsn eine Pensidnsberecbtiguxi nicbt bestand. DieRetcbs-PdstVYr- waltung ist in ihrer sozialpolrti! err Auffassung der Dmge_ bereits im Jahre 1868 dazu übergegangen, diesen Mangel“ dss Gexeyes durch Ein? organisierte Selbsthilfe urxter ihrem Perxrnal auszugleichen. Sie schloß Verträ € mit guten, ioliden Lebensveriibrmngxn, erreichte durch den Absch uß dieser VerträYe Erleicbtxrnngen m_den_Be- dingungrn, unter denen die Unter egmten wird;? Vertrage ihrer- seits eingsben konnten, und sie gewahrte aus den _thr zu Gebote sisbenden Untrrstützungsmitteln einen Zuichuß zu dyn Pramien, die sonst noch ermäßigt wurden. Auf Grund solcher Vwrtrage haben denn viele Tausende von Postbeamten und Post-Untsrbeamten tbr Leben Versichert, und Tausende von Existenzen, die nach der_Lage der da- maligen Geseßgebung sonst nach dem Tode drs (Cknäbrkks lediglich auf Unterstützungen angewirsen wären, haben 6? _rms gedankt,_ wenn nach dem Tode des Emäbrers das durch dtrxr sozwleFursorge angeicbaffts kleine Kapital die Grundlage e:_n_er Err'ten; [izr die bintxr- blisbéne'n Wittwen und Waisen geworden Ut. _ WSU Sie das, 9th miserabls Sozialpolitik nennen, dann verstrbswxw xmter dléiém Auédruck etwas Andrres, als viele Parteien in Uriezn Yansr es ver- stehen. Was ist 83 denn mit demSpar- und. Vorichußv-xrem, dem dEr Abgrordnrta das Prädikat .berücbtigt', mit deni er sonst aucb nicbt srarsam umgegangen ist, _angebeftet bar?, Mixtur Herren, die Wabrnabmunxr wird nicht überra1chen, daß in eme'r x_o großen Ver- waxtuna diE Irriucbung vielfach an Beamte herantritt. Ste „haben ja die Daten dcr Kriminalstatistik angehört. Ich kariannkn veriichern, daß jeder einzelne Fall, wenn er Vorkommt, uns !,cbr „nabegebt; YUV da wir der Mkinung sind, daß, wenn man verwaltrn wil], marx nicht bloß zu strafsn, sondern Vorzubeugen bat, kat'mtxtcht gestraft wird„ so ist im Jabrc 1871 auf drm Boden drr Wirtbiciyafrlichen Selbstbtl e cine Einrichtung in's Leben geruskn wwrdrn, durch wéi (? die Leafs, die in Verlegenheit _kommcn, an:; den gkmemsarn aufgebrachten Mitteln fich helfen _könncn. Das find die „berüchtigtsn' Svar- und Vorscbuyvrrrinc _des Vorredners. Nun weiß ich gar wobl, welcbe? Mühe sich dir Hérrkn geben, es ir) darzustellen, als ob lkdigli dir? schl€chte Lagk drr Postbeamten ste dazu geiriebc-rn babe; aber die ach8 liegt ganz, andrrs._ Es kann czuch bei dem ausreicbsndsten Grbalt durch Krankheit, Plötzlich „Tod klnés Familienmitglichs, durch andere erfrealtcbe Faiiiilrenkretgmffe _ nsbmkn Sie Einmal Zwiliinge an _ es können Fable Eintreten, in dernen die kleinen Ersdarniffe, die gerade im Hauke iind, nicbt crus- reicbrn. W€nn dsr Mann niemand bat,_d€r ibm btift aus_serner Vsrlcgsnbeit, dann kommt er in die Hande. von Leuten, die gatzz andsrc Zinsen nehmen, als der VOUÖLÉVEWMZ rrkommt m die Hände bon Leutkn, die man im gewöhnli en Leben .Kxavattenmacber“ nrnnt, und wir Haben in drr Postderwaltung virle_F§1Uc gehabt, wo GésÖäftsdrrbindungsn mit dieser scblimmen Jnduitris unserexinter- beamtrn nacbbér auf die Anklagkbank gebracht Haben, zu Dieb]tablen Und Unterschlagunge'n u. s. w. Verfübrt haben. Dem babenj wxr vor- brugrn WOÜM. Ick; kann Ibnrn Versichern, nichts ist xme-wdbl- tbätigere Schöpfung gewesen, als diese. Aus ngénkkkJPUlaleL dsr Beamten bérvvrgegangen, besitzen dieie Spar-„und Vorscbyxzyerrtrie jexzt Sin Vermögkn bon 25 Millionsn Mark _ beilaufig Sine Ziffer, die doch mit drm Scbauergemälde, was der Vorredner ron den buygerndcnöund darbéndcxn Postbeamten vorgéfübrt bat, etw.?s kontrqsttert. («ehr richtig!) Und wenn der Abgeordnete“ daraui bingewrxsrn bai, daß nur ein Drittel der Mitgliedkr von den_ Vdrfchrxßver€tiien Gebrarrck) macht, dann ist gerade der Bsweis gerührt, wis richtig diese Em- ricbtung ist, wie oft es dort borkrmmt, dai_5_ night bloß die Unter- bcamtrn, sondern daß alie Beamten _ ich ielbit bin Mitglied _ einmal im gegsbenen Falle davon Gebraucb machen. Ich- weiß nicht, wie man das Hkrz ba Ln kann, das eine berüchtigte _Emricbfung, ems Frucht berückytigier Sozialpolitik zu nennen. DaF Dritte, war?“ er rms vrrgeworfen bar, ist die Kaiser Wilbelm-Stistung. Es siiid 161 Viele noch zu mein-Zr Freude im Reichstag, diE an drm klcineri wobl- rbätigcn Gesc von 1871 tbeiigenommrn haben. Der "lÜui'trk Bx- fürworter drs ZZLsWes, der damals nicht das einziße Mal _fur dre Pott- bcamten das Wort ergriff, drr selige Grax Moltke, ist allerdnigs nicbt mebr untsr uns; aber Sie erin_nern fiel), um was es 11_ch handelt. Wäbrrnd des franzöfi1ch€n K“rt€ges_batten unsere Feldpoii- Klais nicht bloß den Kriegspostdienst zu beriebrrx, sdndrrn auch die LandsHPost, die bon den Franzosen Verlaiien wdrdxn war. Si? bairrn dic Taxkn erhoben, und nach, Béitrxitrii dcr Abzugékosien war einx kleiner Uebßrscbuß Übrig geblieben von etwa 120 000 Tbalern; daraus_ ist mit Zustirxrmung „_ drs ReicbItags diese Kaiser Wilhelm-Stistung entstandrn, dieircb inzwixchc'n durch w€iter€ Zuwendungen auf die Summe bergiebrt bat, die dsr Abgeordncir gcnannt hat. Nun meinte er, diefe xtntung würde, bloß fiir die [7658an Beamten verwendet. Er hat 11ch bezogen, wis rs schon im vorigen Jahre ein anderer Herr gexban, (M die Yngabe- posten, womit eini 2 FreiiteÜen in dem Kaiser Wilbclm-Httst fiir böbcre Tbcbter erri tet worden find. Erstens aber gebxn die Stud_ie_n dss Abgkordneten doch noch ni t ties JLTJUJ'; cr überirebt, daß dicie Außgabe zwar unter den lau enden erigbemt, aber nicht vdn _den laufenden Einnabmen bestrittén worden ist, soridern Von dem Kapital, von drm durcb Sammlung erworbenen Kapital, wdzu wir statuten- mäßig berkckytigt find. Es ist alto keineéwegs etwa'dte ganze Summe entzogen worden der Arisgabe des Jahres; daß tit dl-lkÖa'Us nichr dsr FaU. Sodann wil] ich ihm zu seiner Beruhigritig Mittheilen, daß wir ahnliche? Aufwendun Ln in anderxn Jahren „iirr dic Kinder drr Xoftuntcrbcamtkn gema t babsn; wir haben ,die Zahl drr Fre;- telien, die wir in dem Vortrefflrcb eixigerichtetßn Warscnbauie in Glienickr babkn, die wir bon preußischer Seite vor xfunden Haben, cms- dsn Kapitalmitteln dsrselben Kaiser ilbelm- Stiftung anf die Zahl von 12 Stellrn erböbt. _Jn ierier Stiftung, die drm Abgeordneten anstößi ist, haben wir i_1ur vier Jreiiteblen. Wir babsn die Zahl der FreiJFZ-„llen iii dem quienbause zu Bunzian ?ckbe Alle diese iind a_uSichließlich für Kinder der Unterbeamten bésiimmt. Man kann alw d'urchaus'nicht, sagen, daß wir die Kaiser Wilbelm-Stiftung ausschließltxb zu Einseitigen Zwecken brauchten. Ick protestiere gegxn diese Unteriiellung, und ratbe dem Abgeordnkten, ebe €r_ mit solcher ZuberlasfigFext Behauptungen aufstellt, künftig in jeinen Queilen etwas bener fich _borzuseber). Nun komme ich zur Hauptsache. Die Anklage gkbt dahin, daß dre ?ostverwaltung darauf aus inge, die Lage der Untrrbeamten möglichst ,Lrabzudrücken und mb [i ii mit TFKelbbnern, wie _der Nußdruck ge- braucht wird, zu wirtbs sten. Der bgeordnete ist 19 weit egangen, zu sagen, wir Hätten 100000 Tagelöhner bei der :)irickzsxPotverwqi- tung. Wie er das ausrechnet, das weiß ich nicht. Dre Sache ist die, daß unter dem Gssammrperwngl bbn'137000 Köpfen, was wir bei drr Postverwaltung baben, zunach1t,cme_ sebr große Zabllvon Leuten ausschride'n, die mit der oft in Einem rem kdntraktltcbßn Verhältnisse stsben. In dieser abs ste_cken'z. B. dix 15- bis 16 000 Postbilfssfeüeninbabkr, die ebréziamrlrch die flame Mubewaltung res Brisiriniammslns Übernehmen, ptelletcbx Linne ganz gßrtnge Exit- scbädigung bLkommsn. Wenn man dir als „ragelobner bZzeichnen'Mll, ibut man dsn Leuten außerordentlicb unrsxbt, es irxid nieistens rscbt bemiiixlte: Bankrnbrfbefixzcr, die 11ch dtejér Ebrenleistungfuntér- ziehen. C=: bsfinden fich ikrncr darin die 7000 Posiagenien, die, wie Sir wiiién, nur nsbenamtkich daß Amt bLkietde'xi, dlC wir als nicht angsiisUrs Béamtr bezeichnrn; Ferner die Postillonr, dic Postbaster, writsr die 11000 Unfkkbéämkén, die nur_siundßntveiik, nur al? Aus- bclicr amSonntag Und “dsrglricben bcsckyasrigt 11nd_zur_ Durchfuhrung dcr Zrnntazßrube. VM dcn 137 000 Mrnscbkn icheeden von vorn-
berein also, ich will sagen, etwa 37000 aus, für die die etatSmäßige Anstellung überhaupt garnicht in Frage kommen kann. Es bleiben also 100000. Nun haben wir in der Reichs-Postverwaltung 62000 etatSmäßige Stellen. Es bleiben also 38000 Personen, die nicht etatSmä ig, als Beamte und Unterbeamte zusammengenommen, bei der Postverwaltung sich befinden. Wir erkennen gern an, daß dieses Vkrbältniß nicht so günstig ist, wie es sein sollte; wir geben uns auch alle Mühe, dieses Verbalrniß zu verbessern., Der gegenwärtige Etat ist dafür ein redender Beweis, denn er 1 lägt Ihnen vor _ und wir haben die Zustimuzung Ihrer Budgetkommis wn dafür gewonnen _, die Zahl der etathaYigen Beamtenstellen um mehr als 1000 und die ahl der etatStnä Yen Unterbeamtenstellen um mehr als 2200 zu ver- me ren. _, [so Sie sehen eine recht kräftige Vermehrung! Und wenn, wie ich hoffe, in gleichem Maße weiter vor egangen wird, so wird dieses Verhältniß von 62:38 in jedem Ja re fich noch besser estalten. Nun aber weiter. Unter diesen 38000 Nickytangestellten rfinden sich beinahe 20000 sogenannte “-siändige Post-Hilfsboten. Gerade in der Bxbandlung diefer „ständigen Pojt-Htlfsboten“ kann ich anen nachweisen, wie_ Verschieden in Wirklichkeit unsere Sozial- politik von dem Bilde ist, das der Vorredner entworfen hat. Als der Staatssekrktär Dr. von Strpban die Verwaltung übernahm, war die Sache im weientlichen so, daß wir angestellte Unterbeamte bei größeren Aemtern batten als Briefträger und Postschaffner. Die Zahl der angestellten Landbriefträger z. B, war eine verschwindend geringe, fie belief sich im Jahre 1870 höchstens auf 3000. Die anderen im Landbestelldienst befindlichen Kräfte Wurden lediglich aus Pauscbquanten bezahlt. Nun, meine „Herren, sind wir dazu übergegangen, bei allen Aemtern der zweiten Gruppe, bei den Postämtern ][ _ und das find zwischen 700 und 800, die wir jetzt baben-an Stelie der lediglich im Frivatdiemt der Vorstebrr borgefundenen Kräfte etatsmäßige Unterbeamte e_rauszubrin cn. Infolge dessen bat fich das Verhältniß der Stats- maßig ange teiltxn Unterbeamten zu den nicht angestcÜtcn Unter- kxanrten im Lauf? drr Amtsberwaltung des Staatssekretairs 1)r. Von Stephan erheblich yerbessert. Die Quelle, aus der der Abg.1)r. Schoenlank eschbpst hat, ist mir wvbl bekannt; aber ich kann ihm de_rfichern, daß al]? Ziffern, die er daraus entnommen bat, unboÜ- standig und unrichtig find. (Lachen links.) _ Ja, das Lachen wird Ihnen da nichts helfen; es sprechen hier die ThaRcben und Zahlen, mit denen ich hier Vorgehe. (Bravo! rechts.)_ un aber weiter: diejenigen Unterbeamten, die als ständige Hilfsboten fungieren, die warkn 1870 einfach U(i midUm entlaßbar: fie bekamen ihre Löbnuxig aus der étibattasche der Vorsteher der Aemter; jest bekommen iie einen fL tgeseßten Sold aus Rricbsmitteln, jeßt können sie nur ent- lassen werden, wenn nicht ganz grobe Vergehen vorliegen _ die bei alle_n Beamten sofortige Entlassung nach sich ziehen, nicht bloß bei dieier Kategorie _, nacb vierwöcbentlicber Kündigung; j€ t wird ihnen im Fall der Erkrankung, so gut wie den an estellten eamten, ibr Diensteinkommen auf 13 Wochen underkürzt be affen; sis brauchen der Kratzken -Unterstüßungskasse nicht beizutreten, rveil fie virtuell die Rechte der angestellten Beamten bereits babkn; und wenn fie 111 einem solchen gli? dienstunfähig werden, wird nicht bloß für den Fail der Diémibes adigung, _ wo bekanntüch das Fürsorge- geie vorx 1886 plaßgreist, _ sondern wenn fie infolge bon Krankheit dien tunfabtg we'rden, Pension gewährt. Auf Grund des § 37 des Reichsbcamtengesexzes brkommen fie dieselbe Psnsion, die sie bekommen würden, wenn fie an estellte Unterbeamte wären; ja, wenn sie Frau und Kinder hinterla en, untkrstüßen wir diese aus dem Unter- siüyungsioiids nach derselben Analygis wie die Wittwe und Waisen eines angesielite'n Beamten. Nun frage ich, ist das eine „miserable Sozialpolitik“ ? Ich meine, das; man da that, was man kann, und mehr kann man von uns nicht deriaitgén! (Bravo!) Wir Vermehren die ahl der Angrsteliten, wir b'cben dic Stellung der Nicht- Angk iLÜten, und das __ soÜte ich meinen _ sollte Ihnen genügen! Und damit wii! ich 1chlie߀n. Ich hoffe, daß, wenn ich etwas Wichtiges dergeffkn [*ab-Zn sokltc, sich noch später GelegenhEif finden wird, das cinzrln zu widsrlc'gkn. (Brady!) Abg._Schmidt-E1b€rfeld (fr. Volsp.) irit_t für die Herabssßrmg des Brisiporwxx und fiir diE Erböbung drs Höckystgewichts für rin- facbe Briefe ein. Dcr dom Staatssxkrétär befürchtete Einnahmeausfal] würde durch dis Zunahme der BriLsL wieder ausgéglichen wkrdrn.
Staatssekretär Dr. von Stephan:
Meine Hsrren! Wie ich schon im rwrigen Jabre auf die gleiche Anregung seitens dss Hrrrn Abgkordncten, dsr eben sprach, aus- gkführt babe, würde es drr PostVLrwaltung für den Verkehr ganz «wünscht sein, wenn disse Maßrkgrl durcbzuführsn wäre. Es ist aber lediglich Line Finanzfrage. Die Zahl ist damals Vom Régierungsiisckw aus auf etwa 5 MiUionen an- gegeben worden, und zwar nur für Briefe zwiscbsn 15 und 20 g; ('s ist Ein Jrrtbum, wenn der Herr Abgeordnete an- nimmt, das; di? Briefe bis zu 100 :? darin begriffen seien. Nur für dic Brisfe also, bei de'nrn eine Ermäßigung auf 10 „3 in Frage käme, würde der Ausfakl dkn Betrag von 43 bis 5 Millionen _ jeßt wabrscbrinlicb über 5 Millionen _ ausmachen. Wir können eine solche Maßregel nicht in dcm Augenblick érgrei'sen, Wo im Reich diese großen finanziellen, ich möchte sagsn, Bedrängniffe berrschkn. wv die Steuerdorlagsn die Kommission beschäftigen. Es wird ganz unmöglich sein, dem Finanz-Minister jkiZt damir zu kommkn, und wenn ich so tböricbt wäre, dies zu tbun, so würds er mich binauskomplimenticren und sagen: es ist im Augenblick gar- nicht denkbar, eine iolcbs Maßrkgcl zu ergrsifen. Also überlassen Sie uns die Jnitiaiiva bisrzu, ich bin überzeugt, daß eine günstige Gelegenheit fommrn wird. Wir werden schon den rechten Augenblick wählen, wv wir Aussicht baben, writer zu kommen als über die Schwelle des Herrn Néicbs-Sckyaßsekretärs, demi da wrrdsn wir frfi- gebalten, um nicht dom Bundesratk) oder gar born Reichstag und Ihrer Budgetkommisfion zu sprechen.
Ick) hatte aber hauptsächlich um's Wort gebeten, Weil ich noch zwei Generalpunkte erledigen wollte, die mein Koliege Dr. Fischer nicbt berührt hat, weil ich ihn gebeten batte, fich auf die Pérsonalien zu beschränken. Der Herr Abg. [)x-. Schoenlank begann seine Rede damit, daß er sagte, die württembergische Regierung babe verschiedene Maßregeln im Lokalberkebr getroffen, mit denen sie der Reichs- Postverwaltung cigsntlich vorangekommen sei. Nun, meine Herren, wenn die Königlich württembergische Régierung diese Maßregeln ergriffen bat _ und das ist richtig _, so wird fie natürlich ibre guten Gründe dafür gehabt haben; sie hat Von ihrem Reserdat- recht Gebrauch gemacht, was ihr niemand bestreiten kann und bestreiten wia. Die Gründe, die fie gehabt bar, mögen in dyr würtixm- bergischen Kammer abgefragt worden; diese Angelegenheit gehört nicht hierher, es ist eine 1“sz jUOSrna der württembergischen Regierung. Das württembergische Postwescn ist chn eigentbümlick) beschaffen; es erweist sich als eine Verquickung des alten Taxis'scben Lehnspostwesens mit einem sogenannten Amtsbotenwesen, weich [eßtsrrs fich da als eine Art Mbenpostierung, wie man es im Mittelalter nannte, ssit langen Jabren eingebürgert bat _ diése alte Tradition besteht dort noch bis auf den Heutigen Tag und bat der württembrrgischrn Post- Vern'altung, welcbe im Jahre 1851 an die Stelle der Taxis'scben Post getreten ist, vom Standpunkt dcr Einheit ausgrsprdchen, schon mit- unter rechte Verlegcnbeit bereitet; soviel ich srfabrsn babe», ist jstzt ein Abkommen gctroffrn, um dort mehr Einbritlicbkeit .in die Suche zu bringen.
Nun bat der Herr Abgeordnete verschwiegen _ ich nSbme an daß er es nicht gewußt, selbstverständlick) nicht, daß er ck “MWA; Verschwiegen bat _, daß gleichzeitig mit dieser Ermäßigung eine "icht unerhebliche Erhöhung der Lokaltaxen in Württemberg eingetreten ist und daß die ganze Maßregel doch in Württemberg selbst sehr ?kbeb; liche Bedenken erregt hat. Ich habe bier nicbtdie „Kölnische Zejtung- “von der der Herr Abgeordnete meinte, daß sie in ihren Postalischsen, Artikeln von mir inspiriert wäre, was durchaus nicht der FU "ck sondern ein württembergisches Blatt, das Ulmer Tageblatt, das, soviei ich Weiß, auch ein regierungsfreundliches Blatt ist. Darin beißt es:
Wenig glücklich dagegen war die Portotarifreform seiisns der General-Direktion der Posten Mid Telegrapben. Die Ermäßigung des Lokalbriefportos von 5 auf 3 „_5 erweist fich mehr und mkkr als eine reine fiskalische Maßregel zur Bekämpfung der Stutj. garter Privat-Stadtpost, während die Erböbung des Briefporws und noch mehr des Packetportos im Ober-Amtsbezirk und im Zebnkilometer-Verkebr unter den Geschäftsleuten vielfach und mit Recht große Verstimmung hervorgerufen hat. Wie Verlauiet, sou diese Postangelegrnbeit auch in der Kammer der Abgeordneten znr Sprache gebracht werden; mehrere Handels- und GeWerbevereine des Landes haben sich gegen diese Portobertbeuernng in Resolutionen und Petitionen ausgesprochen.
Ick habe hier ferner vor mir liegen das Amtsblatt der Königlich württembergiscben Verkehrsanstalten vom 19. Januar 1894, worin anerkannt wird, daß „diese verschiedenen Taxen sowohl seitens des Publikums als auch seitens der Postanstalten theilweise unrichtig ar- gewendet werden“. Und das ist kein Wunder, weil man sicb dort dun!) diese neueste Reform dom Prinzip der Einheit und also auch der Einfachbeit erheblich entfernt hat. Es werden da unter. schieden Taxen für den Verkehr innerhalb des Posiorts (Post. ortsverkebr) , zwischen verschiedenen Orten des Bestellbeziris der Aufgabe - Postanstakt (Landbezirksverkebr), zwischen Post- anstalten, welche bis zu 10 km von einander entfernt find (Zebnkilometerverkebr) und zwischen verschiedenen Orten desselben Oer-Amtsbezirks (Ober-Amtßberkebr). Nun, meine Herren, daß wir diesen Schritt nicht mitmacben könnkn und mitmachen wollen, * davon _ glaube ich _ ist die große Mehrheit der Mitglieder des Reichs. tags überzeugt, und ich kann. mich jeder weiteren Ausführung darüber enthalten.
Ich möchte noch das bemerken: Ein Vergleich mit einzrlnen Einrichtungen anderer Länder gegen die unsrigen ist überhaupt nicbt statthaft; wenn Sie Vergleiche anstellen wollen, dann steÜen Sie fie an zwischen ganzen Zuständen, also etwa zwischen den Post- zuständen in Bayern, Beigien, der Schweiz, Württemberg und den unsrigen überhaupt; das wollen wir uns gsrn gefalien lassen. Im übrigsn nebmsn wir ioust das Gute, wo wir es finden, aber es muß auch in der Tbat etwas Gutes skin.
Dann Hat der Hsrr Abgeordnete an zweiter und [Lßter Stelle seiner ZSUSL'ÜUÜ über den Fernsprechverkebr in Württemberg gesprochen und bar gemeint, es babe, seitdem die Taxe auf 100-„Fü ermäßigt sei, Eine crbebliche Stsigerung stattgefunden. Cr bar uns aufgefordert, das track)- zumacben, hat aber dabei überseben, daß Württemberg Uns die Ermäßi- gung nachgemacht hat. Wir find bereits 2885 mit ein?): Ermäßigung rdrgkgangen. Wir babrn damals schon den Satz, welcher aUgrmei-i 200 «M betrUg, auf 150 «ck ermäßigt. Daß wir jeßt nicht weiter 92- gangrii find, Liegt einfach daran, daß es einen Ausfall bon ctwa 5 Millionen Viarf jährlich Verursachn würde. Ich bin fest überzeugt, Wenn diese Angelegenheit im BundeSratb zur Sprache käme, so würde die württembergische Regierung, die das bei fich sklbst wobl einführen konnte, bei d€r jetzigen Finanzlage des Reichs dagsgrn stimmen, daß dicse Maßregel im Reichs-Postgebiet einiräte. Außerdem hat sich der Herr Redner getäuscht in Bezug auf die Wirkung der Maßregel. Er bat g€sagt, in Württemberg seien die Fernspre'cbsteilen ron 1054 im Fabre 1889 auf 3188 im Jahre 1893 gestiegen. In Bayern, meine H€rren, wo keine Ermäßigung stattgefunden bar, wv man also auf 150 „44 stehen gkblieben ist, waren im erftgénanntci Jahr 4071 Sprechstelien vorhanden, und es hat bis 1893 eine Vrrmebrung auf 8807 stattgefunden, also eins Vsrmebrung in fast demselben Verhältniß wie in Württkmberg. Mithin ist auch die Folgerung, die dcr HLW Abgkdrdnete daraus gezogrn bal-
dollständig binfällig. Jm dcutschen Reichs - Telegrapbengebiet babcn „.
wir sogar eine Vermehrung der Fxrnsprechstellen um das Fünffache gehabt. In Württembcrg kommt jetzt eincFrrnspre-ckpstellc auf 590 Einwohner und im Rcicbs-Tkirgrapbrngebist anf 570 Einwobnsr. Stadt-FScnsprecbanitaltcn haben wir in 366 Orten mit 81 093 Sprüch- stcUen, in Württemberg bestehen solche Anstalten nur an 21 Orten mit 3188 Syrrchstsllew NLHML ich an, daß Württemberg dcn zwanzigsten Theil des deutschén Postgebiets auImacbt, so sikbt in der Beziehung das deutsch Rezicbs-Poftgebiet doch voran.
Ich möchte also dem Hkrrn Abgeordneten ratben, ehe er derartige Zahlen mit eincr sdl-“ben Wucht vorbringt und daran solche Folge- rungkn knüpft, dock) zuerst zu untersuchen, wie cs bei uns aussieht, um richtige Vergleiche zu ziehen; andernfalls babkn solcbe Angaben effektiv kcinen anderen Wertb, als die Zeit zu füÜen und Sie bier in Ansvrutb zu nehmen. (Sehr richtig! rechts.)
Das wollte ich noch iiber diese Sache sagen. _
Ein Eingsbrn auf die anderen Angelegenheitkn bebalre ich mir für die einzelnsn Titel ddr. (Beifall bei den Nationalliberalen
und rechts.) _ Aba. Sebrnidt- Elberfe[d_(fr. Volksy.): Es sind im Deu11chkn Reich 56 Mibiionen Doppelbrisse Versandt worden; nch dcr Angßlb? des Staatssekretärs müßten also 90 0/0 aUrr dieser Briese e_m Gewicht bis zu 20 € gehabt baben., TUS ist nicht der Fall; ;edrnsalls mußts der Beweis dafür erst statistisch erbracbx werden,. ' „. _, „ “_ Direkror im RéiÖF-Postami, Wirklrcösr «eoeuxre'r 91;qu «(:“/9» führt aus, daß nach einer 1891 erhobenen Statistik dre _Zabl 7??? Doppelbriefe bis 20 J 45 Millionen betrug, der AuJall' wurde alw 4x Millionen betragen. Wäre die Erhöhung des_ xw1chts durch“ geführt, so würde sie auch im Weltverkebr unumgan [:ck emzufubkk," 1ein, das ergäbe einen weiteren Ausfall von 14 i xoizen. DZ? Zahl der Briefe Von 15 bis 20 Z betrug damals 6,4 MtÜwnet), UC Zahl derjenigen zwischen 20_und 250 J 6,8 Millionen «lier YUM“- Abg. Sch1nidt-E[beri€ld (fr. Vokksp.) brstreiiet dte_ Nlchklgkckt diescr Angabe, da fia mit ÖM don drm Staatsskkretax 121“, von Stephan früher geäußerten in Widerspruch ständk. Nach der Angslbc dcr Prozentzahl sei die Zahl der Briese zwischen 15 und 20 „*.*, mä)t einmal ganz sd viel wie die zwischen 20 und 250 Z'. „ Direktor im Rkicbs-Poitamt, Wirkiich€r GLHLUULL" Raik!) SWM? b[eibt bsi srinen Zablkn itsbcn; es hätte die Zahl der Briese K_WUÖM 1125 und 20 14 189145, die drr Briefe iibkr 20 €; 4-3M1ancn (tragen.
"9-2 Mi ionen. Diese Zabl muß falsch
Ab. Schmidt (fr. Volksv.): 45. + 47 Millionen „sind Zahl d s' t1'ch B ' "semi; 1775" i" YYYWFZZ
"tik itdie er amm [, en rtexe 11 er 8 au ZYYÜSU-s Dixser Widerspruch tft mehr als seltsam und bedarf drin- gend 'der Aufklarung. _ _
Abg. Cas s elmann (sr. Volksp.) Wunscbt Fernsprechanschluß von Eisenach _nach Halle__resp. Erfurt, außerdem die Zulassung von boxss in größerem Maßitabe für die Kaufleutr.
Staatssekretär Dr. von Stephan:
Meine Herren! Die Frage des sogenannten Boxsyftems ist in früßeren Jahren vielfach von der Postberwaltung studiert worden, auch durch Kommiffarien, die wir ins Ausland entsandt haben. Die Sache hat manches Verführerische für den Handelsstand, fie hat aber auch ihre großen Schattenseiten, besonders bei den Einrichtungen in Deutschland; wir haben die ÖORSZ auch in Bremen und in Mannheim sorgfältig erprobt; es haben sich da aber doch Verschiedene UebelFtändc ber- ausgestellt, dir es nicht wünschenswertk) erscheinen lassen, diese Einrichtung in Deutschland zu treffen. Es waltet der große Unterschied ob, daß im Auslande, in England und Frankreich, die Post mit Gridscbeinen nichts zu tbun bat. Müssen diese in diese Fächcr niedergelegt Werden, so ist für das Publikum und die Angestellten in dem betréffenden Ge- schäften die Versuchung sehr groß, sicb Nachsckylüffel zu den 130395 machen zu lassen; die Sicherheit drs Postverkehrs ist also gefährdet. Dic Postverwaltrrng kann natürlich nichr die Hafivflicht für diejenigen Sendungen übernehmen, die in den Kästen jedcm, der einen Nach- icblüffel befißt, zugänglich sind.
Das ist einer der wichtigsten Gründe. Hierzu kommt aber noch, daß wir unser bauptsäcblicbes Augenmerk auf die Vervollkommnung der Bestelleinrichtungen richten; denn diese kommen dem ganzen Publikum zu statten und nicht bloß den Kaufleuten, oder vielmehr den Groß- kaufleuten, die sich besonders unter den Abholern befinden. In an- dersn Ländern sind die Bestelleinrichiungen hinter den unseren wesent- lich zurück, und da ist es allerdings nothwendig, solche Facbwände einzurichten. Uebrigens wird in allen dissen Ländern eine Gebühr, und zwar eine jährliche und nicht etWa eine geringe für diese Fächer erhoben; das können wir aber nach dem Grsktz nicht und würden es auch nicht tbun. Nun bedenken Sie die Ausdehnung, welcbe solch Schränke ein- nehmen würden! Wenn das Publikum von der Einrichtung viel Gebrauch machte, so würden Sie noch ganz andere Summen für die Posthäuser bezahlen müssen, als bisher schon geschrben ist. Jah möchte meiner- seits abiés vermeiden, was etwa die Ansicht brrvvrruien oder bestärken könnte, als ob die Post besonders kostspielig baut. Jm Gegentbeil, fie schränkt sicb cin ww sie kann, und bemübt sich, die Posibaukostrn zu verringern.
Das smd die Gründe, meins Herren, die uns dazu bestimmt haben, diese Einrichtung nicht einzuführsn. Es hat sich übrigens noch nirgends ein Bedürfniß berauSgkstellt, d. b. das, was man wirklich ein Bedürfniß nennt: wohl ein Wunsch mitunter, und zwar meistens von Leuten, welche diese Einzelbeitcn nicht kennen können. Ich nehme das übrigens niemandem Übkl.
Was die zweite Frage anbetrifft, so hat der Herr Abgeordnete
oder der Herr Bürgermeistrr in Eisenach bercitö Bescheid bekommen, das; die Stadtfernsprecheinrichtung hergestellt werden soll. „_ Abg. Schmidt-Warburg (Fenix): Dc'r Staatssxzkrrtär Dr. von Stephan sagte heute und sagte jüngst in Liner Geskliychaft, da bei den Postbauten aller Luxus rermisden werden müffe. Lédigli für Baukosten vdn'nßucwDienstZ-Zbäudrn find Summen Von 300000 „;ck bis m_brr ] MilLton xn dkn tat cingestelit. Man projektiert kostbare Nndstrmfassadew mit dornebmcr Architektonik, die wirklich nicht dteicm „guten Vdrtaßrntsprechexi. Von der beabyicbtigten Sparsamkeit de'steicbstags rst btsr auch nichts zu merkrn, denn die Bud etkom- mmwn badkaum _ Etwas Nennenswerthes g-Zstricben. Man fd te doch durchweg Zregelstembauten errichten.
. Abg.1)r.Enneccerus (ni.) ist im allgemeincn der Meinung wie der,Vorredner. Die Ausiübrixngen des Abg.1)r.Scboenlank durfen,_n1cht„obne Antrvort aus dem Hause bleiben. Die Postberwal- i_ung Ut, keine Yrberscbußverwaltung, welche die Uebericbüffe durcb ubernxaßiZe Bedruckung der Untßrbeamten bsrausarbeitet. Von Liner Urberichu verwalrung zu reden ist eine Le Ende. Die Postvrrwaltung [LMM lange nicht, aiTes auf, was f?r: kostet; fie erhält eine Summe von, Gratisleistxmgen der Einzelstaatén, welche sich für Preußen aÜetZi auf 24, tm,ganzen auf mindestens 40 Millionen vxrechnet. Hiernach bringt'dte Post keinen Ueberschuß ein, Wenn auch M3 solcbrr von 24 Millionen zu den Rkichseinnabmen griangt. TW Postbeamten haben ja stets zahlreiche Wünscbc geäußert und M18 darundter sind berechtigt gewesen. Mit aller Kraft werden wir Wh sur eme Befferung des Verbältnipcs der angestklltsn zu dem
*“ MCN angestsütcn Beamten eintreten, die ge? enwärtig Vorgrichlagsne
Vermebrung ist nur eine kleirxe Absch agszablung. Auch die Untsrstuyungsfonds _sollen hauptsächlich den Untkrbeamtrn zu Guts ko_mmen. "Haid der„Abg. 1)r'. Schornlank dafür, daß das ntchtg§1cheben tit, io battr kr in dcr Kommission amtliche Auskunft verlan en müssen; Er hat aber bloß hier im Plenum
x_men Einzigen al] angeführt, dér nicht unter Beweis gestellt M;" Auch für die Postbeamten find wir mit drmselben WoblwoÜen ?ksullt wie er. Aber gegen die Art und Weise, wie er die Be- 1chwerd€n der ostbeamten [)ier dErWertbet hat, erbebe ich energischen Protest. Er at hier nur eine sozialdemokratische Agitationsrede Zébalten. Er hat das Verivaltungssystem in den schwärzestrn Farben Hemalt. Damrt mag ,den Sozialdemokraten gedient. sein, nicht den „Ostb'eamten. Auch wtrwollen das System der Dtsnstalferßzulagen Tyr die Postbsamten einführen; der gegenwärtige Etat läßt die Ein- fuhrung'aber nicht zu, weildadurch dsn Unterbeamten sebr erheb1ich€ Nachtbeile zugefügt würden.
Staatssekretär Dr. von Stephan:
Meine Herren! Mit der [WWU Anfübrung des geehrten Herrn Vorredners stimme ich vollständig überein, er hat die Rede dss Herrn Abs Schoenlank durchaus richtig charakterisiert. Ich wollts nur einen kmölgen Punkt berühren, um darüber kein Mißverständniß aufkommen 5" [asien- Jm übrigen erkläre ich micb mit allem einvérstanden, was “ Jksagt hat; sowohl bezüglich der Dienstalteré-zulagen, als wegen der Vermehrung der etatsmäßigen SteUen fikid lvir vollständig mit ihm einer Meinung. Aber betreffs der
-'-iF'-U'-'JM där Eisenbahn für die Postverwaltung, die er auf 24 oder 30 Millionen Mark beziffert bat, möchte ich mir doch die Brmerkung “kaliben, _ auf die Rechtsfrage gebe ich garnicht ein, dir ist ja auch garnicht 'a-ngérübrt wvrden _ daß die Von ihm bezeichnete Summe "Uk Unsemg Von den Eisenbahnbebörden aufgestellt ist, daß die Post- ??waltung niemals darüber gefragt worden ist, und daß wir unserer- !)Ms auf diese Zahlen keinen Werib legen, sondern nur eine: solche ;,ahl anerkemirn können, die in einem kontradiktawriscben istkrfahkkn " le1chen_ beiden Verwaltungen festgelegt worden ; BEL wurden dabei ganz andere Zahlen herauskommen. Ich weiß chli si da!; fur dasHRa'ngierrn der Postwagen, für jsdcn Wagen, der ] % nem BAHUHR bm- und bcrgeschobkn wird, die Postverwaltung Mßt öxu'zablen [)a't- Das macht für manche Bahnhöfe 180 „FC und ** , Mit uber drk Selbstkosten der Eisktibabn Hinaus, die doch dir?
Maschinen gebeizt halten muß, um ihre eigenen Wagen bim, und her- zuschieben. So finden sich noch eine ganze Menge anderer Punkte, z. B., nur um eins zu erwähnen: ich habe kdiei „Notiz nicht bei mir, aber mir ist sdie Sache gegenwärtig _ wir zahlen 7 9/0 Miethe für die Dienstlokale auf den Eisenbahnen; in anderen Ländsm béstebt diä Véröflicbtung, die Diensilokaie ganz unentgeltlich berzugeben, und zwar deshalb, weil es ein Aequivalent ist für das abgegebene Postregai, welches die Staaten an die Eisen- bahnen “abgetreten haben. Uns machen die Eisenbahnen sehr erheb- liche AuSgaben; denn, Wenn die Eisenbahnen nicht wären, würde die Postberwaltung um 11 Millionen Mark billiger fahren als es jetzt der Fail ist. Das muß doch auch auf chhnung gestellt werden, und zwar auf der Rückseite des Zettels: „was ich dem Herrn Majorschu1dig bin“. Ferner bitte ich die AuSgaben zu berücksichtigen, die die Postver- waltung aufwendet für das Militär, die Marine, den Bundesrats), den Reichstag, die Reichs-Justizverwaltung, die Reichs-Eisenbabn- vsrwaltung u. s. w., deren Postsendungén alle unentgeltlich zu be- fördern sind. Es gehören Hierhin fkrner die Sachen für die Soldaten und für unsere Seeleuts. Dafür bat die Post nicht ein Aequidalent bekommen, wie die Eisenbahn seiner Zeit durch die Abtretung des kostbaren Postmonopols der Personen: und Sachenbeförderung, Welches damals dem Staat gehörle. Auf jährlich zehn Millionen Mark beziffert sich der Werth drr Portofreibeit, die als reines Servitui auf der Postverwaltung lastet. Das wird immsr von aUen Sciteri übersehen, und das muß doch auch erwähnt werden. „
Große Aufrvendungen erwachsen uns daraus, daß wir doppelte Postanstalten, eine am Bahnhof, eine in der Stadt unterbalten, ferner, daß wir an großen Bahnhöfen hydraulische Aufzüge u, s. w. habrn; es sind das wesentliche Außgaben, die ich erwäbne, nicht als wenn die Eisenbahn daran schuld wäre, aber wir müssen fie machen, und das läuft ins Geld. In einem Bahnhof, in Frankfurt a. M., zahlt die Post für derartige Einrichtungen allein 120000 716, die sonst nicht zu zahlen wären.
Nun, meine Herren, wenn ich außerdem" die Belastung durch die sozialpolitische Geseßgebung noch erwähne, die der Postberwaltung durch einsn Federstricb im Gssetz, durcb Bundcsratb und Reichstag unter Allerböchstsr Sanktion des Grseyes auferkegt ift, _ das müffen wir ausführen, wir sind Vorher gar nichtgcfragt worden _ so ist das auch ein reines Servitut für die Post Von einer Million Mark. Also wenn Sie die Belastung der Eisenbahnen und die Vortheile, die die Reichspost bat, anführen, dann müffen Si? auch die Ausfälir anfübrcn, die ihr durch die Portofreiheif und die sozialpolitischen Aufgaben Lr- wacbsen, und ich bebr noch einmal hervor, das ist Eine reine Last, die der Postverwaltung auferlegt ist, während den Eissnbabnen ein gariz reales Recht abgetreten worden ist. Es ist eigéntlicb zu bedauern, daß damals, im Jahre 1840, als die Eisenbahn aufkam, der Moment versäumt worden ist, das Postmonopdl auf die Eisenbahn auSzu- dehnen. Der Staat hatte ja damals nicht so vie1 Geld, die Bahnen selbst zu bauen, und auch die Kreditverbältniffe der Staaten waren noch nicht so entwickelt; der internationale Gsldmarkt, die Leichtigkeit, große Anleihen aufnehmen zu können, waren noch nicht so Vorhanden; man mußte zum Pridatkapital in Form der Aktiengeseilscbaften greifen. Damals hätte man den Eisenbahnen die Konzession, die Bahnen zu bauen, geben, aber den Bktrieb der BLberdL übertragsn sollen. Die Befördcrung der Passagiere und Sachen durfte der Siaat nicht aus der Hand geben, cr konnte das sehr gut durch seine Organs machen lassen, namentlich durck) die Postorgane, und die Eismibabm'n wärsn dann in das Ver- hältniß zum Staat getreten, wie die Postbaltsr zum Staat, fie? hättsn die BÜHNE" gcbaut, dsr Staat bätte ihnen das Baukapital und das Betrisbskapital vkrzinst und fie hätten einen guten Gewinn gebabt. Aber der Staat hätte allxs das brkommen, was ssit den 30 bis 40 Iabrrn in die Taschen der Aktionärs geflossen ist. Das bätte damals geschsbcn können, aber man muß fich mit dem Satze trösten: was du im Augenblick verloren, bringt keine Ewigkeit zurück. Hätten wir dir Ueberscbüsse Von dem dem Staat ge- bührenden Postrecht und TranEVortrecht gesammät, so hätte sich das so angehäuft, daß wir die 5000 Millionen für den Ankauf drr Eisen- babnkn nicht hätten aqueben brauchen. Außerdem Hätte drr Staat die Ueberscbüffe der guten Streckr'n zum Bau néner Babnén in minder produktiven Gkgknden anwkndrn können, ganz so wie die Post- verwaltung die Ueberschüffe aus dsn große'n Städtc-rn zur Vérbsffsrung der Postbérbindungen auf dém Lande vsrwcndrt, Also die genannten Werthdolien Rechte sind dcr Eisenbahn übrrtragen worden. Aabnlicb wie bsi uns, liegen dis Vérbälinisie in dkn andrrrn Staaten mit Aus- nahme von England, das diese Monopolrechte nicbt bat, wsil es keine Fahrpost bksaß. Es ist in Ocstsrreicb, Belgien, der Schweiz so; in Württemberg und Bayern sind zum tbeil der Eisenbahn noch viel größere Gegenrechnungen gemacht worden, als ich fie Versucht babe darzulegen, und sie habrn vie'l größere Lcisiungrn' für die Post unentgeltlich übernehmen müffcn, als es bsi uns der Fall ist. Sie sebrxi also, es besteht in sämmtlichen Staatsn und hat seit Anbeginn dsr (Eisenbahn bestanden, daß der Staat fich seine Monopolrechte in der Form eines, wie ich es auffaffe, sehr billigen Arqudilents gewährlristet hat.
Nun ist davon früher nir die Rede gswesen, erst seit ein paar Jahren, als das Defizit in der Pre'ußischen EisenbaanLrwaltung ent- standen, ist man darauf gekommen. _ Sir k?nnen ja al]? die Ursachen, die dieses Defizit bc-rbeigefübrt baben, es ist lange Vorher im breußiscben Herrenhause daddr gewarnt worden; Es trat aber ein, und Erst Von dem Moment an wurde versucht, das große Reichsfaß, wenn ich so sagen darf, anzuzapfen, welcher Versuch zur Zeit des ersten Reichs- kanzlers, des Fürsten Bisinarck, entschieden zurückgewiesen worden ist, und zwar guf Grund des Berichtes drs ReiÖI-Eisenbahn- und dss Reichs-Post'amts. Denn es kommt in Betracht, daß auch der Par- tikulariSmus bierbei angeregt wird , und wenn Preußen sich in dieser Beziehung regt , io könnnen Bayern, Württsmberg, Hessen, Mecklenburg u. s. w. Das Reich bat die Einzelnen Post- berWaltungen seiner Zeit mit ihren Rechten und Pflichten über- nommen, namentlich auch mit den Rechten, wslcbe sie den Eisenbahnen gegenüber beseffen Haben. Ick glanbe, es würds sich kein Reichskanzler finden, der es übernehmen onte, dem Reich diesc Rechte auf Grund von Anträgen einzelncr Staaten zu nehmen. Im preußischem Abgeord- netenhaus ist diess Sache auch angeregt wvrden. Ich glaube nicht, daß diE Durchführung zulässig ist. Andrrnfalls würde das Bricfporw schwerlich auf den niedrigcn Säßen zu crbalten sein, an welchen, weil dabei der Vsrkebr im ganzcn Lande betbeiligt ist, die gesammte Nation ein b€dcutendcs Interesse hat.
Abg. Dr. Bachem (Zentr,): Der Chef der Postverwaltung hat Recht, wenn er die Einnahmen aus der Post nicht schmälern will. Verwunderlicb ist es aber doch, daß die Postgebühren für di? Beför- derun der Zeitun en noch nicht reguliert sind daß das System der Ver nun des Transportpreises nach dem ,lbonnementsrrkis nbch immer ni t abgeschafft ist. .
Staatssekretär ])1". von Stephan:
Ich bin sebr g€rn _bkreit dazu; um so mehr, als ?ck iiur zu wiederholen" brauäpe, was ich im vorigen Jahre gesagt babs: es ist ein Geier; in AuSarbeitung begriffen, bei dem namentlich dic" Gesichts- punkte berücksichtigt werden folien, dis der Herr Abgrdrdnete ganz richtig angeführt hat. Der Geseßentwuri bar aber sehr viele Stadien zu durchlcki1fkn. Es gehört (»an Zé?- ftändigung mit den beiden Staaten dazu, die in Bezug auf die Post cin Reservatrecht befißen, einc Vrrständigung mit dem preußischen Staats-Ministerium, Vorher noch Cini" mit dcm Reichs- Schaßsekretär sodann mit dem Bundesratb, und erst, nachdem der Geseßentwurf diese Stadien durchlaufen hat _ er brfindet fick) jsxzt in dem dritten Stadium _, kann er an den Rcichstag gelangen. Ob dies in diess! Session noch möglich sein wird, dafür möchir ich keine Gewähr übkrnebmen. Mir wird Es sebr angenebmiein, wenn wir diese wirklich notbwsndige und wichtige Besserung V0rnxbmen
noch einigen ZWSifks. Jedenfalxs werdcn wir unsere Anstrsngungsn darauf richten, daß die Sache möglichst gefördert wird und daß fie, wenn nicht noch in dieser Session, so doch im Nodembe'r, in der nächsten Session, an dsn Reichstag gelangt.
Abg. Dr. Sch_oenlank: Es bat tbatsächlich eine Un ebeure Vermsbrung des Géiammtpersonals, abér 11111: eine winxigr ErFöbrrng der etatsmäßigen Stellen unter dcm Régime? dss Staatssékretars Dr. von Stephan stattgefundkn. Kcine meiner Angaben ist Von dem Wirklichen Geheimen Rath Dr. Fischer widerlegt worden. Dis Zu- stände bei der Lebe'nsversicberung, beim Vorschußvrrrim', _bei der Kaiser-Wilhelm-Stiftung babe ich als Belegc für die ?chlecbte Stellung der Beamten dorgefübrt. Mit Zeitungrn kann doch der Wirkliche Geheime Rath Dr. Fischer iiicbtgchn 1an denwnstrieren; wir könnten ihm ganze Wagenladungsn ddil bon ]cbristlicben Zeug-
einderstandén erklärsn und Uns dafür danken. MsinS Rcds srscbeint dcn Herren unbequsm, und unbrqnan Reden nennt man dann Agitatiopsreden. Wir können nicht Hier im Hauss so und draußen anders xprechen. Die Untrrbkamtrn stammen aus den Krriien dezr kleinbäueriichen stölkerung, der vorbandkne Résvekt VOL" der“ Obrigkeit und ihrer Autorität wird durch die Art, wie das Reich sich diesen Lruten gegenüberstellt, bei ihnen systematisck; zcrstbri. Viki? Privat- industrielie würdén fich schämcn, mit ibrcn Arbeitern so zu dyr- iabren, wir die' Rrichspost. (Präfidrnt v. Lcdeßow rügt dieien Aquruck.)
Direktor im Reicbs-Postamt, Wirklichsr Geheimer Rath Dr. Fischer: Wenn der Abg. Dr. Sebocnlank nicht ehört bar, daß ich yorber sein? tbatsächlichen Anfübrungkn widkrlekizt Habe, so scheint mir saft, daß cr nicht so gut hört, wie CL" sprscben mm. Die Ziffxrn, die ich angab, sind amtlich und klar und Sie werden danach cnticbciden können, Wer ?lklgemcinbeitcn Vorgebr'äcbt bat und wer Tbatsacben. Ueber den Fall Hartmann babe: ich mir die Akten bolen laffen. Was
nommen Wurde, so ist dsr Mann nicht nur wiederangestellt, sondern hat sogar no'ch eine Entschädigung Erbaltcxi. Wir haben gktban, was wir thun konntén. Ich will gleich noch dcn andcrcn FaÜ er- ledigrn, wonach die Postsrkretärc im Fakir? bon Brrgsbsn andrrs bebandslt wkrden wie Unicrbeamts. Es handelt sich um dsn Fost- iskre'teir H. in _Sebiltigbeim bki Straßburg. Der Vorrednér att_e ks anstallend gesundén, daß drr Mann freiwiliig aus drm Postdienst geschieden ist. Das hängt Linxgcb 10 ;,Uiammsn. Es stLÜtL sieb Heraus, dax; dsr Mann in seiner Kayir eine'ix “Frhlbetrag hatta Man batts dirn dringendezn Verdacht dsr Unterich agung, konnte ihm aber nichts beweisen. Da wurde ihm geratbén, frriwiklig untcr Vkrzicbt auf Rang, Gehalt und Titel aus drm Postdienst auszaschcidén. Das tbat €r. DL:: Grund wurde bald klar. Er batte noch andkrs Unterr- scblagungrn cxuf dem Kcrbbolz. Sobald diese berauskanwn, ist Sk gerichtlich Verfolgt und befindet fich jetzt in Untersuchungsbaft. Das ist dsr andere Fall, und damit will ich schlisßsn. _
Abg. Gräber (Zentr): _Dix Freude über die württembergitche Positarifermäßigung ist Eine jébr gsmäßigtc; die Ermäßigung des Stadtrosipdrtos hat nur dsn Zwsck, die Stuttgartsr Privatdost tddt zi: machrn. Zur Nachahmung Empfiéblt fich das Beispiel nicht. “
Abg. Graf zu Limbgrg-Stirum (dkons.) kommt auf dix" Frage dcr Lcistun en der Eiicnbabnen für die Postzuriick. Man müii? dLr_Tendenz des ublifums entgegentretsn, immer noch mrbr Von drr Pot zu Verlangen. Das Publikurn müsse mindestens bezahlen, was die Poit Effektiv lsiiie._ Natürlich- Wien einem so großen Orgzmisator, wie dLlY Rkicbs-Poitmeistkr, Organisationen lieber als die Finanzen. Es müiie Link schärfkre Finanzkontrole Singéiührt wc'rdrn, JO nnlieb der Postborwaltung diss Zrin möge.
Dämit schließt die Diskussion. Das Gehalt des Staats: sekretärs wird bewilligt. .
Gegen 51/2 Uhr wird dir Fortseßung auf Sonnabend 1 Uhr vertagt.
Statistik und Volkswirthsthaft.
Zum deutsch-russiscbrn Hand€l§bertrag.
Im Auftrage von Mitgliedern des ZoÜbeiraths ist im Bureau des ZintralVSrbandes Deutscher Industrikller Cine Broschüre ausge- arbeite't: „Mgterialiew zur Beurtheilung des Entwurfs eines deut7ch - kursiscben QandclSVertrags“. In der Broschür2 wird Versucht, die wirtbschaftliche Bkdeutllxig der Erlangten Konzessionen für die dc'nische Gcwerbe- und Handels- tbäti keit klarzulcgen, Den Aquübrungen zu den rinzeknen Arti ein ist durchweg reiches, sachlichrs und statistisch» Material beigegeben. _Eine besondere Bedeutung gewinnt die Schrift durch den Umstand, dax; die in derjelben riitbaltenkn Ausfiihrungkn, wie in der Einleitung berdorgehoben wird, durcbWeg auf dem Urtbeile von Sach- berständigen be'rnben, die ,in berdorragendcm Maße in der Lage sind, 'die Tragweite der etroffenen Abänderungen zu Übl'ks?i*»1'li“. Ja der 85 Sxiteiixstarkéw roschüre wird daI Urtbcib iibcr de']! :ii'ix-xii drutsch- russtschen Konventionaltarif dabin_ zuiamuisngksaßt:
„Alles in allem dürfte fich iagkn lumen, daß durch die ddrstrbrnd in Erörterur] gezogenen Tariffcstsctzunge'n ganz ervorragends Zweige? unserer deuttern Gewe'rbetbätigkcit cine weicntlichc Förderung erfahren wrrdezt. Wenn trotzdem vic'les Wünschenswcrtbc nicht Erreicht ist, so darf daraus nicht eschloffe_n werden, daß bei den Verbandlungen Jntereffen außer A t gelasikn 1ind. Die Grundlagr dcr rmsi- "chen Handelßpolitik, ebrnso wie der deutschcn, bildst das-
rinzip des Schußes drr beimi chen Arbeit. Diesrs an imd ür sicb berethithe Prinzip dur brechen und von Rußland dic Preisgabe der e ensbedingungen wichtiJc-r IndustrirzMigc Verlangen zu wollan, härte den Vérsuch cinxr Vcrs ändigung von Vornbcrein als aussichtslos ericheinen lassen müßen. Nur die Anerkknnung drr Tbato sache, da auch in Rußland ausgeprägte Jntcresten Vorbandrn find, die Berit si tigungcrbeifchkn, konnte das Zustandekommen«in_rrVerrin- barung ewä rleistkn. Dch-Zrtragiclbst aber, wir Lrg€schlomsn_ist, er: scheinto ,n€ chifel greignct, write Kreise nicht nur drr Industrie, !ondrrn
auchdcsHandrls, beyonders in dr" Ostscsstädtcii, znneurm Lrbrn crbiübe'n
können. Abkr da noch einige Stadirn zu durchlaufen smd, babe ich,;-
nissen dcr Postbeamten! zu7chicken, die sich mit unsrrcm Auftrcten“
den Unterbeamtkn betrifft, der unschuldig in Untersuchungsbaft g€-.
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