1913 / 126 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 30 May 1913 18:00:01 GMT) scan diff

im Regierungsbezirk Minden: Bethmann in egensdorf, Oberförsterei Büren, Jakobs ]. in Haste, O eréjörsterei Haste, von Triller in Neinsen, Oberför terei Obern 'rchen; im RegierungsbeJirk Arnsberg:

Bauer in Freudenberg, O erförsterei Siegen, Zodtn er in GieSmecke, Oberförsterei Rumbeck;

im Regierungsbezirk Cassel:

Ambrosius in Görzhain, OberförstereiOberaula, Beier in Oberroßbach, Oberförsterei WißenYusen, Blöcher in Sababurg, Oberförsterei Hombreffen, urich in Ehrsten, Oberförsterei Grebenstein, Dreyding in Hauwald, Ober- försterei Wetter-West, Fischer in Obergude, Oberföxsterei Stölzingen, Fröhlich m Kammergrund, Oberförsteret Hof- geißmar, Gärtner in thlberg, Oberförsterei Neuhof, Herterich in Herfa, Oberförsterei Heringen, Hoffmann in Hombreffen, Oberförsterei Hombreffen, Iarren in Kirchhof, Oberförsterei Melsungen, Jehnigen in Jmmichenhain, Ober- försterei Jmmichenhain, Jerickww in Niederbeis eim, Ober- försterei Morschen, Kahn in Thiergarten, Oberfö terei Thier- garten, Keller in_Bracht, OberförstereiBracht, Lehmann in FerSfeld, Oberförsterei Fersfeld-Meckbach, Lübeck in Oedels-

eim, Oberförsterei Oede Eheim, Malkmus in Eichenzell, Ober- försterei Niederkalback), Möller in Hemberg, Oberförsterei Bensberg, Postel in Kottenbach, Oberförsterei Rotenburg-Ost, Prescher in (Herßhausen, Oberförsterei Niederaula, Radeck in „Filmes, Oberförsterei Friedewald, Regehlt) in Steinau, Oberförsterei Steinau, Ro [ off in Sorga, Oberförsterei Hersfeld- Wippershain, Schenk in Warzenbach, OberförstereiWetter-Ost, Schober in Oberbimback), Oberförsterei Großenlüder, Schroener in Ronshausen, Oberförsterei Friedewald, Schulz in Merzhausen, Oberförsterei Neustadt, Sie ges in Wiesenfeld, Oberförsterei Wolkersdorf, Steinicke in Neuhof, Oberförsterei Neuhof, Strippel in Altengronau, Oberförsterei Sterber, T onke in Küchen, Oberförsterei Meißner, TroéHin Meckba , Obxrförsterei Hersfeld-Meckbach, Wagner in uttels, Ober- försterei Rotenburg-Ost, Waldmann in Euback), Oberförsterei Morschen, Wie in Homberngerg, Obersförsterei (Hahrenberg, Zimmermann in Bischofferode, Oberför terei Stölzingen;

im Regierungsbezirk Wiesbaden:

Braß in Rauenthal, Oberförsterei Chauffeehaus, Heß in Retiert,_O59rförsterei Katzenelnbogen, Meister in Daubom, Oberförstexet Mörsdorf, Michel in 28611911, Oberkörsterei Biedenkopf, Paland *in Scheuernbergerhof, Ober örsterei Merenberg.

Die von heute ab zur AuSgabe gelangende Nummer 21 der Preußischen (Heseßsammlung enthält unter

. Nr. 11284 das Entwäfferungngfeß für das linkSUieder- rhetmfche Industriegebiet, vom 29. April 1913, und unter Nr. 11 285 die Verordnung, betreffend anderweitige Fest- seßung der Zahl der von dem Provinziallandlage der Provinz Posen zu wählenden Mitglieder des Provinzialausschuffes, vom 10. Mai 1913. Berlin 17. 9, den 30. Mai 1913. Königliches Geseßsanxmlungsamt. Krüer...

ö

Abgereist:

_ Seine ExzeUenz der Staatsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten von Breitenbach nach Waldeck und der Rheinprovinz.

Yichtamtl'ichez. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 30. Mai 1913.

. Sein? questät der Kaiser und König nahmen heute_ vormtttag 1111 Regen Palais bei Potsdam den Vortrag des jterertretendcn Chef?- des Militärkabinetts, Lberstleutnants Freiherrn Marschall entgegen.

, In der am 29. d. M. unjer dem Vorsiß des Staats- mmiyters, Staatsse_kretärs des Innern Dr. Delbrück ang haltenen_ Plenarsßung des BundeSrats wurde dem Entwurf. von Verordnungen über (Heschä thang und Verfahren dex Schwpsgerichte für Angestelltenverfi erung und des Ober: schtßdsgertchts sür AngesteUtenverficherung die Zustimmung ertetlt. Zur Annahme gelangten ferner der Antrag, betreffend den Salzjteuewerwaltungskostenetat fiir Schwarzburg-SonderS- hausen, der Antrag, betreffend Aenderung der Vergütungßordnung für Tabak, und der Antrag, betreffend Aenderungen in den fü): dre Yerzqklung maßgebenden Tarasätzen. Dem Deutschen Htlfsvxrem 111 Paris wurde die Rechtsfähigkeit verliehen, Demnachst erfqlgte diemBeschlußfaffung Über die Befeßung von zwe: "Stellen_ 1111 ?lumchtsamt für Privatverficherung, Über Anfrage ans Zulaßung als Ersaßkaffen im Sinne des Ver- s1chemng9geseßes für Angestellte, _Über zwei Rekurse gegen zwangxswetse Verseßung m den Ruhestand sowie über eine Reihe von Emgaben.

In der Zwejten Bei1age zur heutigen Nummer des „Reichs- und Staatsanzxtgers““ 1st_ eine Genehmigungsurkunde, betreffend eme Anlethe der Stadt Liegniß, ver- öffentlicht.

Potsdam, 30. Mai. F?re Königlichen Hoheiten

der Prinz und die Frinzes in Ernst August zu Braun-

schmetg _und Lüne urg trafen, wie „W. T. V.“ meldet,

gestern nztttag im Automobil zum Besuch Ihrer Majestäten

*des Katsers und der Kaiserin im Neuen Palais ein und

Wien nach kurzem Au enthalt die Reise über München nach mtal bet Gmunden ort“,

Lippe.

Seine Hochfürstliche Durchlaucht der Fürst Leo- pold vollendet heute sein 42. Lebensjahr. ,

,- ' Elsaß-Lothriugeu.

Die Erste Kammer des Landtags beschäftigte fich gestern mit dem Jnitiativgeseßentwurf, betreffend die; Auf- hebung der S'trafbesttmmungen für aufretzende Rufe und Abzetchen.

Nach dem Beruht des „W. T. B.“ erklärte der Unterftaats- sekretär Dr. Petri: Die Bevölkerun unseres Landes ist ruhig. Sie hat in ihrer großen Mehrheit den An chluß an das Deutsche Reich ge- funden. Ebenso richt1g ist es aber auf!), daß im Lande eine allerdings kleine Schar von Leuten vorhanden ist, die es fick) zur Aufgabe machen, das Deutschtum zu verhöhnen und herabzuseßen und dem Anschluß an Deutschland entgegenzuwitken. Wir müssen Mittel haben, um der- artigen Auswüchsen entgegenzutreten.

Der Antrag, den Jnitiativgeseßentwurf abzulehnen, wurde schließlich mit 21 ge en 8 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen ?Nekxstommen. Au erdem wurde folgende Resolution bx

o en: , *

Die Regierung wird ersucht, anläßlich der allgemeinen Reform des STrafgesetzbuchs auch die landeSaeseHlicbe Neuregelun der zurzeit in Artikel 8 res Geseßxs vom 25. Ykärz 1822 und in rtikel 6 des Dekrets Vom 11. August 1848 behandelten Materien unter Berück- ficbti ung der polizeilichen prädentiven Natur der zu txenenden Stra bestimmungen in Angriff zu nehmen.

„-

Großbritaunien und Irland.

Wie das „Reutersche Bureau“ erfährt, hat der Staats- sekretär Grey gestern abend an aUe riedensdelegierten die Einladung gerichtet, heute mtttag im St. James- quZst zusammenzukommen, um den Frieden zu unter- zej nen.

-* Jm Unterhaus e gab gestern der Staatssekretär Grey bei der Erörterung der auswärtigen Lage laut Meldung des „W. T. P.“ betreffs der Anerkennung der Annexion des Kongoxtaats durch Belgien folgende Erklärung ab:

Die Regierung babe versprochen, mit der Anerkennun der Ein- Verleihung des Kon ostaats zurückzuhalten, bis Konsularberi te gezei t hätten, daß die w rkliche Lage im Kongo in Uebereinstimmung mt den vertra licbetz Vervflichtungen des ursprünglichen Kongostaats sei. Die Berl te zeigten jetzt, da die Verhältnisse stab vollständig gegen- über denen unter der alten errscbaft geändert hätten, und da die Lage fich so wesentlich gebessert hätte, sei der Zeitpunkt gekommen, wo es weder zu rechtfertigen noch wirklich förderlich wäre, die An- erkennung zu DerWeigern, die ausdrücllich oder praktisch von fast allen anderen Ländern gewährt worden sei. Ein weiteres Zurück- halten der Anerkennung würde Belgien gerc ten Grund zur Klage geben und würde jene _berzlichen eziebungen ver- schlechtern, die mit der belgi'chen Regierung aufrechtzu- erhalten Großbritanniens etnstester und aufrichtiger Wunsch sei.

_ Nachdem eine kurz; Debatte über die Kongo-Angelegenheif stattgefunden hatte, bet der der Befriedigung über die besseren Zystände Ausdruck gegeben, und die Anerkennung der Einver- lejbung des Kongostaats settens Belgiens zugestimmt wurde, xrsuchtß der Carl Ronaldshay (Unionist) um Mitteilungen über dte,Verl)'andlux en, bxtreffend die Bagdadbahn, und 'der Na onaltst TFP _. O'gConnpr warf die Frage der armeni chen Re or en aus.

Der Staatssekretär Grey führte betreffs der Vagdadbabn aus: Wir haben mit der türkischen NegierUng ein Uebereinkommen entwoxfen, das„ wie ich hoffe, endgültig angenommen werden wird. Es ist schwierig, in Einzelheiten zu geben, ohne ch mit dem Ganzen zu befasen. Ich fürchte nicht so ehr die öffentliche Mcinung dxeses Landes wie die anderer Länder. Der Hauptpunkt des Abkommens mit der Türkei ist, daß dte Bagdadbabn nicht über BaSra hinaus gebaut Werden d11f 911116 Zustimmung der englischen Regixrung, und die Regierung tttfftk91ne Vereinbarung, daß eine Fort1eßung gebaut wird. Wir batten tm Auge, daß BaZra der Endpunkt der Bahn werden soll. Finfichtlich unsersr BeteUigung am Bau der Strecke Bagdad -BaSra

aben fich s_o viele Schwrerigkeiten ergeben, daß die Regierun es für dgs beste halt, Wenn auf die Frage der Beteiligung Verzi tet und 918 Angelegenhxit in folgender Situation gelaffen wird: Falls dte_Regierung eme klare Zusicherung erlangx, daß die Bahn ohne ihre thtmmung nicht über Baska hinauögsbt, 19 hat die Regierung kein

pter_effe mehr daran, fich dem Bau dL!) Strecke Bagdad-BaSra zu wrderwsen. Die Regierung wünscht, zwei Mitglieder im Direktorium dex Bahn zu haben. Diese Frage steht in engem Zusammenhang mxt der Frage der unterschiedlichen Tar178. Die Regierung drückt in dem'Abkommen so klar wie möglich aus, das; ck keine unterschiedlichen Tartfe geben soll, ße wünscht aber s1ch6r zu sein, daß auch in der Praxts_ keine unterschiedliche Bshandlung stattfindet. Wir können die Tqrtfsqße nicbt kontroükeren, ohne daß wir auch die Bahn kontrollieren. T_te C1 enbahn, die felt langem eine Konzesfion an Deutschland ist, konnen m_ix n1cht koptrouieren. Zwei britische Direktoren würden zu weni 1em, uxn eme Kontrolle auszuüben oder die Verwaltung der Ba :) zu Hebmdern. Sie könnten uns aber Über die Tarife und andere-Dmae m Kenntms „se en, und wir würden nötigenfalls imstande sein, eme Frage diplomatts_ zur Sprach zu bringen auf Grund des Abkommens, das unterschiedliche Tarife verbietet. Deutsche Gesell- 1chaften haben andere Eisenbahnen im Betrieb, und ich erinnere mich nicht irgend welchcr Kl_a_gen über unterschiedliche Tarife auf diesen Bahnen. Mit dxr Yesttmxnuna, daß die Linie nicht über BaSra Hinaus- gehen soU, treffcxn wtr _tatsacblich ein Abkommen,?zaß uns von der Furkht mzd Soxge befrett, die 1einer Zeit bezüglich des Perßschen Golfs bestand. Em i_vetterer Punkt, der in Betracht gezogen werden muZ41st, daß Dxutjchland "senza eigeneg Abkommen hinficbtlicb der asdadbabn mtt dcr Turket bat, uber die_ ich nicht sprechen kann, da es sub um eine Angelegenheit zwi1chen Deutsrbland 'und der Türkei handelt.. Unscx Abkommen ist mit der Türkei geschlossen morden oder wxrd mtt „tbr geschlofien, werden, und Deutschland wird daran_ mcht beteiltgt sem. Es 1st gleichzeitig von Bedeutung, daß Dxutjxhland bestiekgtgt ist, daß das englische Uebereinkommen mit der Turket nichts enthalt, nZas mit den Rechen Deutschlands in seinem Abkommen 11111 der Turkei nicht in Einklang. steht. Mit anderen Woxten:_ damit 1199 Abkommen gut funktioniert soUte England damjt zufrieden sem, daß seine Interessen geschüyt nd, und Deutsch- land sollte zufrieden sein, daß seine Interessen nicht verletzt find. Ick hoffe, daß, es zu einer vöUigen Verständigung dahin kommen wtrd, daß die Bagdadbahn über Baßra hinaus nicht ohne uysere Zu ttmxnng gebzxut wtrd, und auf der anderen Seite zu einer Volligen thslandtgung, daß, dem Bau der Babu bis BaSra unter den von mtr genannter) Bedmgungen kein Widerstand entgegengese t wird.. Dies scheint mtr eme Frage aus dem Wege zu räumen, d e von xedem Geficbtßpunkt aus durch ein Uebereinkommen erledit werden sollte. Was den Pexfischen Golf anbetrifft, so hätten wr yach unserem Abkommen mtt der Turkei die türkische Suzeränität uber Korveit, anzuethnncn. Andererseits wird die Türkei zu- stimmen, daß me Autorxtät des Scheichs von Kowekt wie bisher weiter besteht. Unsere Vertrage'mxt dem Scheich werden nicht geändert werden. Ein anderer wtchttger Punkt ist. daß die Schiffahrt nach Baghad bknauf,„an der England interessiert war, nicht behindert wird. Wtr hoffen, eme Abmachung zu treffen, durch die wir Sicher=

*seinem Marineministe'r um die Kredite gefeilscht babe.

teilnehmen werden. Da! würde_ das Abkommen zwischen uns und der Türkei sein. Falls diese Vertra e geschlossen werden, würden wir in eine Erhöhung der türkisxhen ZS.]! einwilli en, soweit andere Nationen dies getan haben. Wir würden dann als egenleisnmg für diese 3911. erböbungen keine weiteren Forderungen stellen.

Zum Schluß gin Sir Edward Grey auf die armenischen Reformen ein und Sagte, die an den Reformen in der asiatischen Türkei interesfierien Mächte müßten sicb mit dieser Angelegenheit in Beratschlggung' mit der türkischen Regie'rung befassen. Es sei unmög. lieb geWe-en,.dte AnFlLegenbeit während des Krie es aufzunehmen. Die Ausf ;xei ungen und e eleieu würden eine neue ra eder Sor efür die Türkei aufwerfen. eben 9 wie für_ die andeten ächte, d wirt. schaftliche Jykereffen in der afiatijchen Türkei hätten. Die Mächte- wünschten d1eser Sorge ledig zu sein, und die Türkei sei darauf be- dacht, daß es zu kemen Unruhen komme, die den Anlaß zu einer Einmischung oder anderen Schwierigkeiten eben könnten. Er sei der Meinzma, daß die Türkei in jeder Bezie ung geneigksei, von der euxopaischen Hilfe Gcbrauckp zu machen und daß dre Mächte diefe Hilfe gewähren würden.

Der Oppofitionsfübrer Bona: Law erklärte fich mit dsr Zandlungßweise der Regierung in der Kongofrage und der Frage 19:

agdadbabn einverstanden. Er erklärte, das; England binfichtlich dcr Bagdadbabn alles erreicht habe, worauf auch er bestanden haben würde. Er stimme damit überein, daß ek fich nicht lediglich um die Frage handele, eine Abmachung mit der Türkei zu treffen, und daß es in jener Weltgegend noch andere Jntereffen gebe als diejenigen Englands. Es liege im höchsten JntereZe Englands und sei im höchsten Grade vorteilhaft für den rieden Europas, daß zwischen England und einer_anderen Macht in jener Weltgegend keiüc Frage entstehe, und er-1ei über Greys Worte erfxeut.

Im weiteren Verlauf der Verhandlungen verteidigte der Staatssekxetär Grey, in Erwiderung auf verschiedene Vorwürfe die Polittf der Regterung in der Frage der chines ischen Anleihe und erklärte bezüglich der Anerkennung der chinesischen Republik:

Die britische Regierung beabßcbtkge, mit den anderm Mächten gemeinsam votzugehen und die Republik anzuerkennen, obald alle darüber einig wären, ohne besondere Bedingungen bezügli Tibets zu stellen. Troßdcm würde fich die Regierung bemühen, ein Abkommen zustande zu brin 911, das die alte Stellung Chinas Tibet gegenübkr anexkxnnen und tbet im Befis der Autonomie belassen würde, die es fruher gehabt hätte.

Darauf wurde die Debatte auf unbestimmte Zeit vertagt,

, Auf eine Aystage des Abg. King, ob nicht, um die nattonale Erkenntlzchkeit für dte deutsche Großmut und Milde gegxyüber dex) drei in Deutschland wegen Spionage verurteilten branchen Offizieren zu beweisen, den Deutschen, die in England xvegen Spronage gefangen säßen, den Restihrer Strafze1t erlassen werden könmx, erwiderte der Staats- sekretär McKenna, er wolle mit Str Edward Grey darüber beraten, „übrigens säße jeßt nur ein Deutscher deswegen im Gefängms.

Frankreich. Der Senat beriet in der gestrigen Sißung die bereiteZ von der Kammer angenommene Vorlage, betre end die ch?'Zxxrdexrung von 234 Millionen Francs "

ur die urückbehaltung der dritten Jahreßklasse unter den Fahnen.

Der Senator Doumer erstattete den Bericht des Heeres- ausschusses, der der Vorlage günstig war, und bemerkte laut Meldung des „W. T. B.“ dazu, daß es fich aUein um Unterkun !S- und Unterhaltungskosten füx die zurückbehaltenen 190000 oldaten handele. - Dek Soztalist laissldres "bekämye lebhaft die ., militärischen Maßnahmerx un, onte, daß kein Et niö“*bié Msi» rung gezWUngen babe,“ vkrcm vorzugeben. - Der KriLgSminiver Etienne rechtfertigte die militärischen Maßnahmen mit der Not- wendiakeit, das Gleichgewicht mit der benachbarten Armee wieder- berzustellen,

Darauf wurde die_ aÜgemeine Beratung geschlossen und der Gesetzentwurf fast einstimmig angenommen.

" In der Deput_iertenkammer brachte estern dxr Abg. Gheusi (Sozialisxüch-Radikaler) eine Jnterpe ation em über die Finanzpolittk der Regierung,

Der Jnterpellant kritifierte, obiger Quelle zufolg-s, die von dsr Regierung angekündigte Anleihe, die durch nichts gerechtfertigt werkk, und forderte, daß alle Queklen des Reichtums mittels einer allgemeiyen progressiven Einkommensteuer erfaßt würden. _ Der FinanzministSr Dumont erinnerte an die S_ckywéerigkeiten, auf die die Budgets für 1913 und 1914 stießen. Dies 1ekenSchwieri keiten internationaler Art und nicht innere. Die Lage des “Scbaßes ei weiter normal und gut- Wäbrend andere Mäckyte Anleihen aufnäbmen, nehme Frankrcjxh 10 viel als mögl:ch zu Steuern 'sekne Zuflucht. Das Defiztr für das Budget 1913 werde 100 Mi ionen betragen, abcr als das Budget aufgesjeüt worden sei, habe die Regierung n9_ch nicht genügend die Aus aben der Nachbarn Frankreichs fur mrlitäriscbe Zwecke ge annt. Das Budget für 1914 werde gleichfalls ein Defizit von hundert MiUionen haben, ganz ak)- ges_ehen vxckn den Angaben für militärische Zwecke. JJ Erwiderung aus yersch1ekene Zwischenrufe erkläxte Dumont, jeder wiße, daß Frank- reich eine Politik des Friedens verfolge und daß die Regietung glück: lieb sein 11111118, wenn fie die für die nationale Verteidigung bewiüigt-rn MiUionerx für andere Zwecke yerwsnden könnte, aber die international“: Lage zwange ße, fie jener zu widmen. Dumont erinnerte weiter daran, daß, als es fick) darum gehandelt babe, die S8?- grenze Englands unangreifbar zu machen, dieses nicbÉb m_rt

emo werde'kein republikanischer Finanzminister die Mittel verweigern, Um dre em Wundmal aufweisende Grenze Frankreichs unverleßlich zu mgcben, wenn fick) die Notwemdigkeit dazu xinswllen sollte. Frankreich s-t ohne Pxovokalion und Drohung ent1chloffen, die unerläßlickprn Ochr zu bringen. Wenn die Regierung Herr der Finanzpolitik wäke. wurde fie nicht zu dieser Politik der Resignation ihre Zuflucht nehmen. Das Land wezde jenen Bürgeramt zu zeigen ryinen , den man fiskalijckpen Mut nenne. - Caillaux ließ „dem loyalen Exvosé- des Finanzministers Gerechtig- keit wtderfabren,_ tadelte abzr scharf die Vorges lagene neue Steuer. Er halte es fur unmöglich, Lösungen anzune men, die zu außer- ordentlichen Budgets führen, und sehe lieber, das; die Militärausgaben dyrcb eine progresfive Einkommensteuer gedeckt würden. Er erkenne dje NotWendiakeit von Opfern für die nationale Verteidi ung an. Da aber die Blutsteuer eher den Armen als den Reichen tre e, müsse man eine ausgletcbende Steuer schaffen. - Der Ministerpräfirent qutbou bekämpfte die TageScxdnung Gbeuzi, in der die Finanz- polttik der Regmung getadelt wird, und stellte die Vertrauensfragk.

Darauf wurpe die von der Regierung gebilligte einfache Tagesordnung mtt 312 gegen 240 Stimmen angenommen.

Rußland.

, Der 'Kgisex und die KaiYerliche Familie sind gestern 111, Wladtmxr emZZtroffen un auf dem Bahnhof von den Mrntstern„den M1lttär- und Zivilbehörden empfan en worden. _ Dterzmakommission fürKriegs-un Marine- an_gelegez1he1te_n hat einer geheimen Geseßeßvorlage, be- jt'xenentd dre Errtchtung von Hafenminendepots, zuge- :mm.

_ Die Budgetkommission der Duma hat die Um-

Hxit erhalten, daß die Schiffahrt weiter enfwickelt wird, und daß bei dteser Entwicklung stets wesentliche und genügende britische Jntereffen

wandlung des Konsulats in Urga in ein Generalkonsulat für die ganze Mongolet sowie die Vergrößerung des Pcrsonalbestandesx;

r Generalkobsulaté in Berlin„ London, Paris, New York „d der Konsulate in Breslau, Letpztg, Chtcago und fur “Canada

91 ? mj t. _ * h g Spanien.

Der Ministerrat hat laut Meldun “des , .I.-B.“ *, m von dem Minister des Aeußern vorgelgegtxn (He ßen_tw11rf, den er ermächtigt werden soll, Schritte fur denBettrttt paniens 11 dem internationalen Berner Abkommen ber den ütertransport auf Etsenbahnen zu tun, ine Zustimmung gegeben.

Portugal.

Jm Senat gab gestern der Minister des Aeußern kacieira, wie „W. T. V.“ meldet, m ;Vegntwortxmg ezner “nterpellation wegen der Meldungen auswarüger Blatter aber in angebliches en lisch-deutsches Abkommen„ be- “reffend die Einf ußsphären 111 Sud- und Mtittel- afrika, um Schaden der portugtestschen und belgxschen Kalonien, föolgende Erklärung ab:

Die portugikfiscbe Regierung hat allen Grund zu betonen, daß kxine Tatsache die Lage ändert, wie sie von VaSconcellos, „als er Ministerpräfident war, vor dem "Parlament dargelegt worden lft, und 111; solche Meldungen der Begrundung entbehren.

' Türkei.

Amtlich wird die Verlängerun des Waffenstill- fxandes bis zum 13. Juni bekannt gege en. '

Nach einer Meldung der „Agence d'Atb-Znes“ haben die Bulgaren von den Höhen yon Prgthjch aus am ??.Mai ohne jede Veranlaffung eme grtech1sche Kom- yagnie angegriffen. Ueber den Verlauf dieses yeuen Angriffs ist noch nichts bekannt. Gestern hat zwrschep Griechen und Bulgaren kein Kampf stattgefundexz. _Dte Bulgaren feuerten nur vier Granqten gegen dte gmechtjchen Vorposten bei Elevthera, ohxxäo jedoch zu treffen. Etmge griechische Kriegsschiffe kreuzen r dem_ Hafen von Elevthera. *Der bulgarische Generalstab bat den _grtechxschen Vorschlag, be- neffend eine neutrale Zone, zurückgewresen. _

Rumänien.

Die Abgeordnetenkammer verhandelte gestern in ge- heimer SiHun-g über das St. Petersburger Protokoll.

Serbien.

In der gestrigen Sißung der Skupschtzna w11_rde das Exposé des Ministerpräsidenten Paschttsch erortert.

Nach dem Bericht des „W. T. B.“ erklärte der Abg. Stoxan Ribarac, der Führer der Nationalisten, daß die Antwort des „Wisterpräsidenten vielfach unklar sei. In Verkennung_der eigenen Haft habe d-ée Re kerung den Verhängntsvollxn Vettrczg mtt Bulgarien Descbloffen. Pa cbitscb habe Vor dem Knege erklaxt, daß_Serbien 1,1999 NationalitätSprinzip sei. Nur die Natiqnaltsten batten bey Standpunkt vertreten. daß Serbien 61312 dtrekte „Grenze, mtt Rechenland haben müsse. Erst jetzt Oflrchte auch dre Regierung Mr Auffassung bei, die die Autonomie Mazedonisns, _einen *Mdssprucb und die_ ErfüUung kes serbisch- bulgarischen 1-1'densvertrages ausschl1eße._ Denn die _Scbaffurzg Groß- ariens bedeute eine standige Gefahr fur Sexbten. *, Dze “Sübsierbaltung müsse das oberste Vertkagkgeseß _blertben, wvfur "kein Opfer zu groß sei. Die Regterung habe den gunstiger: „Augey- blick für eine VertrggSrevifion _gnbenußx gelassen,"!ie hatte fur 11- geleisteks Hilfe sofort Entscbadtgung „sordern „munen; In der albanefischen Fra 8 habe die Regierung "dx rechtzeitige W1dexlegung ker derzeitigen Ösbauptung Danews Versaumt, daßBulgraten zur Unte1stüßung Serbiens «in diesex ange m t VerpflicHtet gexvewn sci. Ferner habe die Regierung eme 1chwere exantw'oxtung aus sch geladen, als fie die Anträge wegen Ueberlaffung Sglonrkts an Serbxen xnglebnt hätte. Der Redner beantragte eme TagesOldnung, wonach die Skavscbtina der Armee Bewunderung zolix, dre Erwartung ausdrückt, daß kas eroberte Gebret ehestens Serbwn gn- grgliedert welde, und bedauert, das; die Regierung nicbktxauj der Hohe der politischen Situation gestanden, habe. - Oer Sozialdemokrat Lapcevic forderte namens der Parte! Beschleyntgung des Abschlusses des Friedens und die Anstrebung einer Konföderation der Balkan- 1taaten statt der gegensÉtiYn Verheßung. - ZOer Fortschrittler MarinkowKtsch warf der ? egierung meier Ausfallen gegeU Oester- xeich-Ungarn Vor, voreilig dem Drucke, der Nachbarmonarckyxe gs- wichen zu sein. Serbien müffe eine dzrekte, Grenze ant erecben- land anstrebM. Der gegenwärtige Konfltk't .mtt Bulgarien “babe nicht die Bedeutun einer unwerxöbnlichen Feindschanft. Das R-Öt befinde ck auf Ser jens Seite. Tür alle Fäüe muffe das serkn'che Volk

bereit bal-ken. - Der arteifübrer der Jungradikalen DraSk-o- 11111" ck billigte das zähe Fasthalten der Regiexung an" dem Balkan- bunde. Für däe Verteilung des eroHerten Gebietes muffe ,das Maß der aufgewendex'en Kräfte und der gebrachten Opfer als einzig gerechte Grundlage elten. Der Redner beantragte em; Tageßordnung, wv- nach die S upsthtina das Exposé. des Ministerpraßdentqn zur Kenntnis nimmt, Und die Erwartung ausspricht, daß der 1111 vrtalen „Intereffe des Staates eivxgenommene Standpunkt unter ketnen Umstanden ge- ovfert werde. , " .

In der Abendfißung legte .der Alxrthkale und fruhere Mmister- Dräfidknk Trifwwitsch dar, es set xeßx, nachdem Serbien durch 111" Verhalten während des Krieges bewwseß' babe, dgß es dem Balkanbunde aufvichtig zugetan sei, an Bus amn, zu sergey, 95 es “:*-on gleicher Aufrichtigkeit erfükkt set.- Per ' [tradlkale Zajothsch verwies auf die Bevorzugung BulgaUens du::ch Rußland in den [kßten Dezennien und sprach die ffnung (zus, daß die serbischen Diplomaten fich die Erfahrungen erbiens tm letzten Jahrhundert 11 nuße machen würden. ' .

Hiercmf wurde die Tageßorkmung Nibaxac m equcher Abstimmung abgelehnt und die 119n der Regterung aYzeptterte Tageßordnung Draskowitsch m namentltcher Abstrmmung Mit 125 gegen 18 Sjimmen angenommen. ,

Bulgarien.

Die Regierung hat dem Chef der Friedensdele ation Dr. Danew, wie „W. T. B.“ meldet, befohlen," na Unterzeichnung des Friedensvertrages nach Sofia 11mchzuk9hxe11. DeZgleichen at der in Yaris weil-ende *manzmmtster Theodorow en Befehl zur ückkehr erhalten.

Amerika.

Der canadische Senat hat nach xiner Meldung des „W.T.B.“ die Flottenvorlage der Regterung abgelehnt.

_ Eine Botschaft der chileyischen NZZieryng an die Kammer verlangt die Ermächtrgung, den,o entltcben erkauf der Salpeterländereien tn kletnen Ab- Wnitten von je etwa 2 Millionen Zentner Gehalt zu organisieren. sd hl , Als Termin für die Prä i entenwa m Ykejéiko ist, obiger Quelle zufolge, der 26. Oktober festgeseßt * 07 en. '

N

der-

A ! ! ! Nack) Meldungen des „W. TUB.“ smd m Fktrtn und anderen Orten der Provinz zahlretche Monarch1sten'ver- aftet und VorbereiÖUngen zu Gewalttaten gegen verschtedene Zöhere Beamte der Provinz aufgedeckt worden.

Afrika. 1) E L) Wie „W. T. B.“ meldet, ift leich eilig mit er inna me von Tarudant dur die Maha,as Jes Machsen der Nach- folger des Raids Ge uli nach emem erbtttexten Kampfe m Agadir eingezogen. Dieser Dyppelerfolg hat tm Lande großen Eindruck gemacht. El Hiba wurd verfoléxt, Einer Meldung aus Casablanca zu olge ha; der Geperal Alix am 28. Mai bei der Kasbah M'Sum 1119 Vereimg_ung zweier aufständischer Haufen verhindert ynd emen hefttgen Angriff abgeschlagen. Die Verluste des Femdes waren schwex, die der Franzosen betrugen_acht Tote und 28 Verwxndete. Dre vereinigten Kräfté der Aufständischen hatten etwa 0000 Mann betragen.

Parlamentarische Nachrichten.

DerBericht über die gxstrige Sißung des Reichstags befindet fich in der Ersten Betlage.

Statistik und Volkswirtschaft.

Die Bewegung der Fideikommisse in Preußen im Ja 5 r e 1 9 1 0. Nach der neuesten, auf das Jahr 1910 s1ch beziehenden Feststelluyg des Zu- und Abganges sowie des Bestandes an _Fideikomm1ffen m Preußen, deren Ergebnisse jest vom Kömalicben Stat1s11schen LandeHamt n der „Stat. Korr." mitgeteilt werden, betrug der F1deik9mm1sse

mithin B e sta n d Ende1910

Fläche

Mebrzugang bbezw. ) -a gang - im JaZre 1910

Fläche

118.

Bestand Ende 1909 i Fläche

L

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in der überhaupt

119.

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1 1 1 P rovinz ]

des betr. Gebiets des betr. Gebiets

H. der Gesamtfl

79 32

132 120

72 196 141

75 139 101

v. H. der Gesamtfläche

74 35

134 119

73 203 141

75 140 101

145 113,9 115 911,5

3374275 242614§ * 1984905 6831939 1241896 1391285 812169 157321M 794819 788601,

1447036 111 179,1

335 499,0 243 605,5 196 510,8 674 069,4 124 230,6 139 500,9

D 1.-

522€

O11Yreußen Westpreuß. Berlin . . . Brandenb. . Yommern .

ofen . . . Schlesien . Sachsen . . Schlesw.-H. HannoVer . Wesifalkn .

eff.:Naff- - ].].0

11 4109 3,47321

2! 19280 --1§-990,7 11 1979,4 71 9123,6 _ 1- 41,3 - !*3725 78 448,0 , 1, 27689 1566409 *; 680,7 77 528,3 , 1“ 195T1,0 139 2 hein to:). 39 78 856,2 ,2 ,92 HobenszOU. . 6 18 774,9 14,4 6 18 789,3;16,45 i. Staate 12362 379547,2 151221899 125112 401737,1| 6,89.

iernacb Waren in Preu en am Ende des Jahres 1910 2401 737111111 LLL 6,99 9. H. des Gexamtumfanges des Staats fidetkommtnaUsck) cbunden.

g Im Vericbtßjahre wuiden im ganzen 17 Fideikommiffe neu Lr- rickytet, nämlich 4 im Regierungsbezirk Oppeln, 3 im Bezirk Breslau, je 2 in dcn Bezirken Frankfurt und Martenw§rder und jtZ 1 in den Bezirken Königsberg, Danzig, Bromberg, Luneburg, Munster und Cassel. Die neu errichteten Fideikommiffe haben eme Gesamt- fläche . von 22 323,9 119 und einen Grundsteuerreknertrag von 219 027 „16; rechnet man die dgrck) Erweiterung be- stehender Fideikommiffe angeschlossene Flache Von 26703 119. mit 20 705 „16 Grundsteuerremertrag hinzu, so erhalt man für das Jahr 1910 einen Gesamtzugang von 24 993,5, 119 mit 239 732 „M Grundsteuerreinertrag. Aufgelöst w'urden 2 Ftdei- kommiffe, nämlich je 1 in den Regierungsbezirken Stettm und Munster mit zusammen 1127,7 119. Flächeninhalt und 9237 «Fi (Grundststuex- reinertrag. Bei Hinzurechnung des durch Verklemerung von Fidel- kommiffen entstandenen Abgangs von 16759 119 mit 34 630 «16 Crunk)- steuerreinettrag ergibt fich ein Gesamtabgang vox; 2803,6 119. mrt 43 867 „is Grundsteuerreinertrag. Es betrug symrst der Mehr- zugang an Fideikommiksen 15 und an FideikomnnßflacLZ 221899 119 mit 195 865 „61 Grund teuerreinertrag. Auf die Ge amtflache des xreußisßYerxh S0taats FZereschnet, ommi ("1 e ,97 v. . ,

Den größten Zuwachs an Fideikommißßäche im Berichthahre weist die Provinz Schlyfien mit 9123,6 119. auf; es folgen dann in weitem Abstande Westpreußen mit 47324 119. und Hannover mit 27689 119. Drei Provinzen haben dagegen einen Mehrabgang an Fjdeikommi fläche zu Verzeichnen, nämlich Pommern mrt 990,7 119, Schleswig- olstein mit 372,9 119. und Sachsen M11 41,3'119.

Vergleicht man die einzelnen Landestxile des preußrschen Staats bezüglich der Verteilung der Fideikonxmißfiache mit einander, so ergibt sub, da die Provinz Schlesien unt 16,94 11. H. und M Hohen- zollerns en Lande mit 16,15 v. H. weit über dem Staqtsdurchscbyitt von 6,99 v. H. stehen. Die größte Außdebnung der'Fidejkomm1ßUackye Findet fich in den Regierun sbezirken Oppeln mxt 21,6 v. H. und Stralsund *mit 21,1 v. H., wo 8 also mehr als ein Funftel der gesamten Bezirksßäche beträgt und den StaaksdurcbsZnitt um mehr als das Dreifache übersteigt. Am wenigsten ist der rund und Boden in den Provinzxn Hannover init 2,11 v. H. und Rheinland mit 2,92 v. H. fideikommissariscb gebunden.

Jm Berichtsjahre waren von dem fideikommiffarisxh gebundxnen Befiß im Staate 466 v. H. W aldfläche. Nach RemerunÉsbeztrken ist die Fideikommißwaldfläche am größten in den Bezirken rler nzit 78 v. H., Sigmaringen mit 77,9 v. H. und Arnsberg mit 76,7 9. H., während in den Bezirken Aurich nur 8,4 v. H., Stralsund 18,7 9. H. und Schleöwi 19,6 v'. H. des gesamxen fideikommissariscb gebundenen Besitzes des etreffenden Bezirks betragt.

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(730000 199.“- v- ZL

09

Zur Arbeiterbewegung.

In einer gestern nachmittag in Breslau im Gewerkschaftsbause abgehaltenen Massenwersammlung Von Arbeitslosen wurde, wie „W. T. B.“ meldet, beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, die Arbeiten der Studienkommisston über die Arbeitslosigkeit zu be- schleunigen und 50000 .“ zur inderun der augenbkicklicben Not aue uwerfen. Dann zo en etwa seÉZbundert Kundgebende vor das atbaus. Als die Polizei die enge aUSeinandertrieb, gab ein Mann mehrere Schaffe, auf die Polizeibeamten ab, „von denen einer das Pferd eines l§)Yolizetkommi ars verletzte. Der Taler, ein Bäckergeseue, wurdc ver aftet; cr beßt Johann Smietana und ist, wie er angibt, nicbt stellungslos. Auch no andere Verhaftungen wurden vorgenommen.

Die organisierten Malermeister deo Solinéer Bezirks erklären, wie die „Rh.-Wes1f. Ztg." meldet, die Aus perrung fur

betrug der Mehrzugaug an Fidel-

aufgeboben; fie find auch bereit, die [ür Solinger) von den Un- parteiis en fest esetzte Lohnerböxzung (2 „5 jofort, 3 „3 m zwei Jahren) zu bewi igen, e weigern sich aber, den VertraJSentwurf m der jeßigen Faffun anzunehmen. (Vgl. Nr. 121 d. B .)

In einer 11 Lemberg angbaltenen Arbeiterversamgnlung Wurde die durch die leßten politi1chenEreigni e verursachte wirtschaft- liche Notkage des Laydes eingehend esprochen. Der Be- richterstatter wies darauf hin, daß im Lembex er Bau- gewerbe allein die Zahl der Arbeitslosen _ [W er" 13000 übersteige. In den Lemberger Fabriken und Werkstatten nahmen die Arbeiterentlaffungen geradezu beunruhigende_AuSdehnung an. In den galizischen Provinzstädten seien die Verhaltnisse ebenso, unhaltbar. Die Versammlung nahm eine Entschließung an mlt der Auf- forderun an die Regierung, zur Linderung des Notstands sobald als möchh mit der Vornahme won öxfentltchen Bauten zu

be innen. 8 In Triest legten, „W. T. B.“ Arbeiter sertens

Entla un mebxerer _ _ fahrtffSgZsellscbaft .Dalmatia“, gestern fruh samtliche mit Lade- und Löscharbeiten tm, Freihafen 11111) atx den RiVen beschäftigten ArbeitLr zum Zetcben der Solrdaritat die Arbeit nieder. Im Laufe des Vormittags schloffen „fich die Kohlen- räger und La erbaußarbeiter iann atx. Die Zahl der 511119- ständigen betrug ' ittags etwa 4000. Samtltche Lade- und Losch- arbeiten find unterbunden, angenommen auf den onyddampfern, deren Ladung durch eigene Bordmannschasten gelöscht wrrd. Jn Mailandist der Ausstand der St'raßenbak)_nange.stell„ten beendet. Der Straßenbabnerkehr ist, nne dre .Frkst. Ztg. erfahrt, gestern mor en VoÜ wieder aufgenommen worden. (Vgl. Nr.124 d.B1.) Aus thawa wird dem „W. T. B." telegrapbiert: Die“ Canadian Pacific Bahn hat ihren 10000 Angestelkten der ttechnischen und Wagenabteisung im östlichen Canada eine 10 prozentkge Lohnerhöhung bewiÜigt.

Wohlfahrtspflege.

Die FTdti en Kollegien in Bresla'u hahen, wie" „W. T. Bs.“ meldth), beschloffen, aus Anlaß Yes Regteruy Ixubrlaums Seiner Majestät des Kaisers und _Königs fur 9112 Em tung eines Jugendbeims in Breslau dretbundsrttausend Mark auf-

zuwenden. Kunst und Wissenschaft.

Die Köni lich preußische Akademie der Wissey-

schaften hielt aJn 22. Mai eine „Gesamtfi ung unter ,dem Voxmz

ibres Sekretars Herrn Planck. In dieser las err Von tham owxß- Moellendorff über die ,Ueber_lieserung der Tragödien des Aischylos“. Nur eine Handschrtft hatte ich aus dem Altertum erhalten; sie enkbehrte natürlich dex Worttrennung „und 111 911698- debntem Maße der Lesezeichen, enthielt aber zahlrerckye Varianten. Das lethe Stück, die Hiketiden, gibt davon noch eine,Vmste'11ung, da; es von den Byzantinern am Wenigsten bearbxitet rst. Dress Be- arbeitung hat in der überall kenntlichen Wklsk im 9. Jak)rhundert begonnen. Eine solche repräsentiert der Medtceus, Von dem, ehe er nach Jtakien kam, keine Abschriften gsnommen find. Dany ist Von den ersten drei Stücken im 11. oder 12. „Jahrhundert emx Aus- gabe mit breitem Kommentar gemacht, die m, mehreren, Kopten Des- 13. Jahrhunderts vorliegt. Eine dritte Ueberltefezrung dreser Dramen. ist namentlich bei Thomas und Tciclinius nachwe1sbar. Diese geben auch für Agamemnon und Eumeniden eine Leider recht schlechte Nebsn- überXieferung. - Hr. Kuno Meyer legte Vor: „Zur k,elt,1fchen Wortkunde, 111.“ Das 733143199 117,99:- des Ptolemaus xmxd m dem irischen 11116 1391119 nachgewiesen; der Ngme der Stadt Elgm xn Sébott: land wird als 111le11 .Kleinirland: erklart; ir. 91919 .Yrt,-Clgenschaft

wird auf 915911111011 zurückgefubrt; ir. 199116 „Bose?! dem kymr. ZWQSÜÜ gleichgese t. (Ein mittelir. 1119111199 Gefolgschaft wird als Entlehnung aus em men 1. 11191119 erklart u. a. m. Vorgelk t wurde ferner der Neudru des 5. Bandes der von der Akademe unternommenen Kant-Ausgabe (Verlag, 1913) und Von „Hrn. Rubner sein WerkL: DZe EHnYrungsphyfiologw der Hefezelle bet alkoholischer Gärun ( eipz q. 1 1 . . '

ZZ wissenschaftlichen Unternehmungen bat die Akaderxnefbervtlligt: zur Fortführung der Arbeiten für die interakadxmische Lerbmz-Aukgczbé an er 4000 .“, die dem für die Internationale Association Yer Akadßmten betimmten Fonds entnommen Wurden, aus allgememxn Makeln noch 3000 „16; Weiter durch die phystkalisch-matbemattsckpe 5?le Herrn Engler zur Fortführung des Werkes .Das Pflanzenret 2300 «16; Herrn F. E. Schulze zur Foxtführung des Unterneßhmsns. .Das Tierreich“ 4000 und zur Fortführung der Arbeiten! fur den U0m911019101' 911111191111111 Z91191'11111 91. 5U5Z9119111111 3000 “FC; Herrn Penck zu kartograpbüchen und pbotograplxntschen Aufnahmen von der Höttinger Breccie bei Innsbjuck 500 „11; fur eine 1m Verein mit anderen deutscbkn Akademien geplcznte Fortsctzung des Poggesn- dorffschen biographisch-litetarischen Lexikons als zweite Von DM;“ JabreSraten 800 «46; Herrn Privatdozenten Dr. riedrlch Flade in Marburg zu Untersuchungen über das elektrochemis 8 Verhalten der Metalle 500 „16; Herrn Priyatdozenten Dr. Erich Grafe in'Heidel- berg zu Untersuchungen über den MechaniSmqu und dre B'?- deutung der Stickstoffrekentkon mit Ammoniaksalzen 1000 „16; Zerrn Dr. Walter «Hory in Berlin zur Fortführuna der 5 earbeitung der Jnsektensauna der Insel Fyrmosa 500 „15; Herrn Profeffor Dr. Hermann Jordan in Tübrngen zu Unter- suchungen am ZentralnerVensvstem, wirbelloser Tiere 1200 «16: Herrn Dr. Ludwig Keilback in Haubmda bei Hildburghausen zur Be- endigung seiner zoologifckpen Erforschung der HoMebirgsseen in den Dauphiné-Alpen 400 “16; Herrn Profe or Dr. ax Laue in Zürich zu Untersuchungen über die Jnterferenzer cheinungen an Röntgenstrahlen 1500 „16; Herrn Professor Dr. Frisdrich Mewes in Kiel zu Unter- suchungen uber die Befruchtun beiSeetieren 800.716; Herrn Profeffor Dr.-Ruppin in Kiel zur erste ung eines Tiefseethermoxyeters 200 7“; Herrn Professor Dr. Paul chiefferdccker in Bonn “11 Unter1uchungen über das Verhalten von Muskeln und aut bei Menschen und Tieren 400 «16; Hrn. Priyatdozenten Dr. rthur Stähler in Berlin zur Neubestimmung des Atomgewichtes des Tellurs 1000 „46; Hrn.

rivatdozenten Dr. Richard Vogel in "Tübingen zu Untex- uchungen über die Leuchtor ane bei Kafern 700 «16. Die Akademie hat ferner auf den orschlag„der Vorberatenden Kom- mission der Bopp-Stiftung aus den Ertragniffen der Stiftung Hm. Dr. Friedrich Lorenß in Karthaus (Westpreußen) zur Förderung sein? Tialektologisckpen Aufnahmen und Sammlungen 1350 «M zuer ann . . '

Die Akademie hat das ordentliche Mitglied der philosophisch- bistorischen Klasse Erich S midt am 30. April und das korrespon- dierende Mitglied der PH!) kalisch-matbematiscben Klasse Heinrich Weber in Straßburg am 17. Mal durch den Tod verloren.

zufolge, wegen der der Dampfschiff-

Dle Galerie Eduard Schulte eröffnet ibrc Juni-Ausstellung am 31. Mai mit einer Sammlung Von 40 Werken von Professor Jos. Wenglein in München. - Weitere Koüektionen sandten Herm. Betke-Uebersee, Carl Tb. von Blaas-Paris, Martin Frost-Licbterfelde, Oswald Gette-Friedenau, Karl Oemke-Licbterfclde, Herxzt. Pampel- Müncben, Hans Prenßel-Berlin, Hugo Schimmel-Muncben und Gertrud Staats-Breslau.

Literatur.

-- Leonore Niessen-Deiters. „Der Faun. Roman. Ge- heftet 4 „116, in Leinwand gebunden 5 (46. StuttFart, Deutsche Ver- lagöanstalt. - Die trefflich Cbarakterifierungs uust rau Niesen- Deiterö', die in früheren Werken schon znta e trat, at in ihrem neuen Roman wiederum lebenSwabre und le ensstarke Personen ge- Daffen. Im Mittelpunkt steht ein junger Bildhauer, dessen ernstkm Otreben sich das Leben gleichsam in Fgungestalf entgegenstellt, ihn, den zart Organifierten, zertritt, wahrend es den robusteren

Naturen nichts anznhaben Vermag. Aus diesem Kamp?"