"' T5) Im übrigen kommen we en VerwaltunJ und Tilgung der Aale be die Vorschriften des eseßes vom 9._ Dezember 1869 éGeseF amml. S. 1197), des Gesetzes vom 8. 'Marz 1897 (Geseh- amm. S. 43) und des Gesetzes vom 3. Mar 1903 (Geseßsamml. S. 155) zur Anwendung. -
§ 11. * Die Ausführung dieses Gesetzes erfolgt durch die zuständigen Minister.
Urkundlich unter Un erer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königlixen Insiegel.
Gegeben Neues Palais, den 9. Juni 1913. (11.8) WilhelmK.
von Bethmann Hollweg. von Tirpitz. Delbrück. - Weseler. von Breitenbach. Sydow. , von Trott zu Solz. voLn Heeringen. von Dallm1ß. enßa
Ministerium der öffentlichen Arbeiten.
Der Königlich sächsischen Staatseisenbahn- verwaltung ist die Erlaubnis zur Vornahme al!- gemeiner Vorarbeiten für eine vollspurige Eisenbahn von Wurzen nack) Eilenburg innerhalb des preußischen Staathebiets erteilt worden.
Ministerium der geistlichen und Unterrichts- angelegenheiten. Dem Lehrer an der Königlichen Vlindenanstalt in Stegliß Friedrich Meyer ist der Titel Königlicher Musikdirektor ver- iehen worden.
Finanzministerium.
Das Katasteramt Friedeberg im Regierungsbezirke Frankfurt a. O. ist zu beseßen.
Bekanntmachung.
Bei der am 11. d. M. in Gegenwart eine?: Königlichen Notars stattgehabten Auslosung der vormaléz Hai]- noverschen 4 prozentigen Staatsschuldverschrei- bungen Lit, 8 zur Tilgung fiir das Rechnungésjahr 1913 sind die folgenden Nummern gezogen worden:
Nr. 88 379 403 434 467 474 511 652 Über je 1000 Tlr. Gold
und Nr. 773 890 975 998 1058 1294 1441 1496 1585 1591 1629 1878 über je 500 Tlr. (Hold. Diese werden den Vesißern hierdurch auf den 2. Januar 1914 zur baren Rückzahlung gekündigt.
Die aUSgelosten Schuldverschreibungen lauten auf (Hold. Die Rückzahlung wird in Reichswährung nach den BestimmunFn e-
errn Reichskanzlers vom 6.
“* zéktber- 1873, e effend d e Außeükursßeßung der «des- oldmünzen 2c. (ReichSanzeiger Nr. 292), owie nach den Aus- ührungsbestimmungen des Herrn inanzminifters vom 17. März 1874 (Reichsanzeiger Nr. 68, Portion 3) erfolgen.
(Die Kapitalbeträge werden schon vom 15. Dezember d. I. ab gegen Quittung und Einlieferung der Sch11ldverschreibungen nebst den zugehörigen Erneuerungesscheinen und den nach dem 2. Januar 1914 fäUigen Zinscheinen (Reihe [)( Nx. 7 bis 1.0) an den Geschäftstaqen bei der Regierinigsbauptkaste hierselbst, von 9 bis 12 Uhr Vormittags, a11§gezah1t.
Die Einlösung der Schuldverschreibungen kann auch bei sämtlichen iibrigen Regierungshauptkaffen, bei der Staats- schuldentilgungskaffe in Berlin, sowie bei der Kreiskasse [ in Frankfurt a. M. geschehen. Zu dem Zwecke sind die Schuld- verschreibungen nebst den zugehörigen Erneuernngsscheinen schon vom 1. Dezember d. I. ab bei einer dieser Kassen ein- zureichen. Nack? erfolgter Feststellung durch die hiesige Regierungshaupt affe wird die AUSzahlung von den ersteren Kassen bewirkt msrden.
Die Einsendung der Schuldverschreibungen nebst den zugehörigen ErneuerungSscheinen und Zins- scheinen mit oder ohne Wertangabe muß portofrei ge- schehen.
Sollte die Abforderung des gekündigten Kapitals bis zum Fälligkeitstermine nicht erfolgen, so tritt dasselbe von dem ge- dachten Zeitpunkte ab zum Nachteile der Gläubiger außer Ver- zinsung.
Hannover, den 11. Juni 1913.
Der Regierungspräsident. I. V.: Meyer.
der Bekanntmackzuxirg des
Die von heute ab zur Nuggabe gelangende Nummer 29 der Preußischen Geseésammlung enthält unter
Nr. 11297 das (Ge ey, betreffend die Verpflichtung zum Besuche ländlicher Fortbildungsschulen in den Provinzen Brandenburg, Pommern, Sachfen, Schleswig-Holstein, West- falen sowie in der Rheinprovinz und m den Hohenzollernschen Landen, vom 19. Mai 1913, und unter
Nr. 11298 das Gesey, betreffend die Umlegung von Grundstücken in der Landgemeinde Griesheim a. M., Kreis Höchst, vom 5. Juni 1913.
Berlin 177. 9, den 25. Juni 1913.
Königliches Geseßsammlungsamt. K r ü e r.
Abgereist: Seine ExzeUenz der StaatSminister und Minister für Handel und Gewerbe Dr. Sydow in dienstlichen Angelegen- eiten nach Schlesien. “
“Buckinghampalast einFestmahl statt, bei dem 'der König
Yichtamtsiches.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 25. Juni 1913.
Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute vormittag an Bord der „ oh9nzollern“ auf der _ahrt na Kiel die Vorträge des Chefs es Zivilkabinetts, Wirk ichen (HeYeimen Rats von Valentini und des Chefs des Marine- kabinetts, Admirals von Müller.
Die vereinigten Ansschüffe des BundeSratS für Zo!)- und Steuerwesen und für RechnungSwesen, der Ausschuß für oll- und Steuerwesen sowie die vereinigten Aus chüffe fiir okl- und Steuerwescn und für Handel und Werke r hielten heute Sißungen.
Gestern sind im Auswärtigen Amte, wie „W. T. V.“ meldet, die Ratifikationßurkunden iiber die drei zwischen dem Deutschen Nische und Bulgarien am 29. September 1911 abgeichlossenen RechtSUerträge, nämli über einen Konsularvertrag, einen Vertrag über Rechts chuH und Rechtshilfe in bürgerlichen Angelegenheiten und einen AuslieferungSvertrag, auSgetaUscht worden.
Der Präsident des Kaiserlichen Aufsichtsamts für Privat- versicherun , Wirklicher Geheimer Oberregierungßrat Dr. Gruner iFt mit Urlaub abgereist.
Der Königlich dänische Gesandte Graf Moltke ist nach Berlin zurückgekehrt und bat die Leitung der (Hosandtschaft wieder übernommen.
Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. S. „Dresden“ am 23. Juni in Konstantinopel, S. M. S. „Scharnhors “ mit dem Chef des Krcuzergeschwaders und S. M. S. „Gneisenau“ am 24. Juni in Nagasaki und S. M. S. „Iltis“ an demselben Tage in Schanghai ein- getroffen.
Großbritannien und Irland.
Der Präsident der Französischen Republik Poinc (1cm ist gestern nachmittag in London eingetroffen und auf dem Bahn- hof vom König Georg, dem Herzog von Connaught, dem Prinzen Arthur von Connaught, dem Premierminister NHquith, dem Staatssekretär Grey und andsren Ministern empfangen worden. Nach dem Abschreiten der Front der Ehrenmache fuhren der König und der Präsident Poincaré nach dem St. Iames-Palast. Bald darauf begab sich der Präsident, von (Hardekavallerie geleitet, mit seinem Gefolge nach dem Buckinghampalast, um dem, Köni ,_seinexx_.xB_es1gch - - **
«“Am Abend fand,...zxk “Ékjken Q'Pkäsikkéiilen PM
Georg eine Bcgriißung-Zrede hielt, in der er laut Bericht des „W. T. B.“ sagte: _
Der so viele Jabrbunderte zwischen unssren bxidcn 10 Eng benachbarten Ländsrn bestehende Vsrkebr Hat es ermöglich das; jedes in gl€icher Wsise aus der geistigen Kultur Und demwirt- fcbaftlichen Wohlstand des anderen Nußen zikbén konnts, und'das Ergsbnis war ein ständiges Wachsam der bobsn gcgsnsemgsn Achtung und des guten Willens. Seit der Untkrz€ichnung der diplomatischsn Schriftstücke dcs „Jahrcs 1904, _ die in so freundschaftlicher Weise die zwi1ch€n UNS bsstsbenden Fragen regelts, ist es beidsxi Völkc-rn möglich gsworden, in barmonisch€r und [)erlikbsr Weiss in Angslsgenbcitkn don intLr- nationaler Vedentung zusammenzuarbeiten, und fix? smd einander näher gekommen durch den Wacbssndcn Sinn für die Einigkeit und Gemeinsamkeit ihrer Zivecke. Das Zisl, das nnskrs bcidexc RL- gierungsn beständig im Auge bcbalten babkn, isi die Sachech Friedens, und das Wesenüichste un'crer gcmeiniamen Intcxrsssc-n [1ka in einem geschlossenen Zusammenarboitkn für diescn gcsazueten Zwexk. Während der berflossknen Mo.".ate, als schwsre intkrndtidnale Fragen, Eine nach der andern, fick) erbobcn, bat sick) der (Geist dss gßgen- seitigen Vertrauens und der Freimiirigkeit, x_nit der die ngierungsn Von Frankreich und Großbritannien in der Lags waxcn, an die Nr- schiedenen Probleme, die sich ihnen bot-Zn, beranzugehen, als ein unschäjzbarar Vorzug erwiesen. Bei der Behandlung der ernst€n Fragen, denLn Europa fich gcgenüber sal), ist es eim: LULU? der höchsten Genugtuung für uns, daran zu dsnkcn, das; aUE in Be- tracht kommenden Großmächte mit einandkr beratkn und'fiir den Frieden gearbeitet haben. Ich erhebe mein Glas und wünsch? Ihnen, Herr Präfidßnt, das böcbsic Glück und delergeben, uwd ick) gcbe meiner ausrichtigsten Hoffnung AuZdruck, daß der großen franzöfischen Nation eine glorreiche Zukunft beschiedsn sein mögc, und daß die Bezisbnngen zwischen den bsidczn Ländern in un- derminderter Herzlichkeit und Lebsndigkeit bestehen bleiben mögen.
Der Präsident Poincaré antwortete mit folgenden
Worten:
Sire! Der herzliche Empfang durch Euxe Majcsiät, die Zsicben dsr Sympathie, die mir in verschwenderikchkr Weise seit msiner Ankunft seitens der Königlichen Regierung zuteil geworden sind, und das Bemühen der Bevölkerung Londons, den Vertreter Frankreichs zu feiern, werden bei meinen Landsk€uten eine allgemeine BeWLguna dsr Freude und der Dankbarkeit [)erVOrrufen. Indem ich mit Dank die Gelegenhuit ergreife, die Eure Majestät mir in so liebenswürdiger Weise: geboten hat, Ihnen in diesem Jabra einen Besuch abzustatten, habe ich mir gleichzeitig Vorgenommen Eurer Majestät ein Unterpfand meiner persönlichen Gefühle zu geben und der großen englischen Nation das treue (He- denken msines Landes zu- überbringen. Die „Freundsckpaft, die die beiden Nationen eint, Wurzelt heute bei der einen wie bei der anderen tief in der Seele ihrer Bevölkerung. Während der schweren Erei ni e, die seit einigen Monaten einander gefolt sind und Europa n tem gehalten haben und die sich nicht vo - ziehen, obne Europa noch immer ernste Bedenken zu verursachen, haben unsere beiden Regierungen alle Tage die Wohltaten der Entente schätzen können, die es ihnen erlaubte, unter einander ein beständiges Zusammenarbeiten herzustellen und in voller Uebereinstimmung die gestellten sMrobleme zu studieren und sich leicht über die wünschens- werten Lö ungen zu verständigen. In diesem täglichen Zusammen- arbeiten haben sie nicht aufgehört, fich damit zu befassen, die Aus- dehnung oder die Wiederaufnahme der Feindseli keiten zu beschwören und Konflikten zwischen den Gro möchten vorzu eu en, deren Folgen unberechenbar sein würden. We England, so at sich Frankreich glücklich gescbä t daß es an diesem Friedenßwerk unter ständiger Mit- wirkung sämtlcßer Kanzleien mitar eiten konnte, und es wird sich auch fernerhin mit demselben Eifer bemü en, daß die Harmonie, von der Europa ein heilsames Beispiel gege en hat, in Zukunft nicht gestört werde.
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. das die
Frankreich.
In der Deputiertenkammer brachte gestern im Laufe der fortgeseßten Beratung des Geseßentnxurfß über die Ver- längerung der aktiven militärischen Dienstzeit der Abg. Iayrds den Antrag ein, der Heeresausschußmöge vor dex Stßung am Donnerstag einen Bericht über die genauen Ziffern der zur Ausführung des Geseßes angeforderten Mannschaftsver- mehrung vorlegen.
Nack“) dem Bericht des „W. T. B.“ führte Jaurds in Be- gründung seines Antrages aus, daß in der Kommisfion Meinungs- verschiedenbeiten entstanden seien über einen Unterschwd don 70000 bis 80 000 Mann, der fich zwischen den Berechnungen von Jaer und denen des Ausschusses und des Generalstabs ergkben habe. Die Kammer müffe, bedor sie über den Gegenentwurf Augagneur ab- stimme, und bevor sie den Gedanken der zweijäbri en Dienstzeit auf- gebc, aufgeklärt Werden. Vor allem habe er festgeßisllt, daß sich ein Unterschied von 50000 Mann ergebe, wenn man die Z).)kannschafts- besiände bei der Einstellung mit den sechs Monate später Vor- handenen Beständen Vergleiche. Jaurds erblickte wciter eine Ver- leßun des Kadregeseßes in der Tatsache, daß der Außftbuß fiir die Ausfümmg des Gewßes der dreijährigen Dienstzeit zwsi ncue Kavallerieregimsnter für Afrika vorgesehen babe, di? axis Fran- zosen bksÜLhén sollten, anstatt aus Arabém, wie es im Kadre- Jessy Vorgesehen sei. Er bitte die Kammer, feinen Beschluß- anlrc.g anzunehmen. Der Regierungskommiffar, General Legrand erklärte, Jauré-zs habe die Erhöhung des Cffkktivbestandexs bci d:“;r Ein- sFeÜung anders bsrcchnet als der Generalstab und sei zu Ziffc'rn ge- langt, die er nicht anncbmen könne. Der yon JÜULÖÖ berechm'te Irr- tum von fünfzigtauscnd Mann beziehe sich auf den Abgang an Viannschaften, der jedoch_ nur fiLben- bis acbttausend Mann betrage. Er bkrübre in keiner Wéixe den _angefordertkn Mindestbestand. Der Abg. Géorges Nygues unter'iüßte in seiner Eigknschaft als Mit- glied der Mchrbkit dss AUÖscbuffés d€n Antrag Jauräxs, um jede Un- klarheit zu dcrmeiden. Le Hérissé, der Präsident dcs Ausschusses, erklärt?, er schließe fich dem Antrag glxicbfalis an, Vsclange absr, daß der Gegensntwm Augagnmxr wsiter beraten würde. .
Die Kammer beschloß, die Beratung des I)iilitärgeseZeH auf Heute nachmittag zu vertagen, Unter der Vorausseßung, daß der Ausschuß biH dahin die Revision beendet haben würde. Die SiHUng wurde sodann geschlossßn.
---- DLT „HeeresauSschuf; der Kammer erörterte gestern nachmittag in fast sechsstiindiger SiHung die von JaurSs be- strittenen Ziffern. In einer amtlichen Mitteilung Wird erklärt, der Ausschuß habe festgestellt, daß die durch das: Geseß iiber die dreijäbrige Dienstzeit erzielien Bestände 672 838 Mann be- triigsn. Da die vom (HMeraljtab berechnete Gesamtsumme sick)- auf 674 292 Mann belaufe, sei der „Unterschied durchaus nicht so bedeutend, wie Jaurés behauptet babe. Der Hecresausfckwß wird heute vormittag abermals eine Sixzung abhalten und dsn iachiragsbsricht PatG?) Über den Gegenstand enigßgcnnehmcn.
Rußland.
Die Reichsduina verhandelte gestern 1"!er den Etat der Kanzlei des Krieg?,ministeriums.
Nach dem Bericht des „W. T B.“ erklärte _dcr Rsferént ZWLginzcw, Rußland stehe gegmiWZrtig vor den keiipicllosen An:- strengungkn, die ein befreundetkr Nachbarstaat zur Entwicklung seiner Kcikgsmacht mache. Die RLichsduma sei berechtigt, Von den Leitern des Krieqßminifteriums Aufklärungen darüber zu verlamen, Was sie zur Wiederhersi'g, des gestörten Mgchtderbältniffeö
! „ , ]?"etxékal'stabs er- K fb itsch ft d ' “ ““'-51er SiéLahMäcmemers “*iftztdie amp ere a “er«"' e,] e _ n en e en Jahren, insbesondere im Vorjahre, dar:!) den intensiden Bau von Festungsn und die Versorgung der Hßubissendiviwnen mit neuen Haudiykn und der InfantEri-x mit Ma1chinengeive ren gekc-nxizkicbnxt und 161 bereits abaésckxlosskn. Dcr Redner führte weiter dte Maßnahmen an, 016 das KcikgSMinistsrimn zum ch'cke dür schnslleren Dawlazierung dEr Armee sowie zur Vsrdoükonnn- nung des Aufklärungsdicnstes nnd der Aviatik götroff8n_ habe. Das Mitiisikzrium baba dem Wunsche der Duma gemaf; die Frage des Banks Von Cbauffe-m im Westlichen Gcbiet aitsgcakbkitkt, das Proj€kf dcr ?luSarbsitung dss Babnncßxs zu strategischen Zweckcn sei in der *.“!ußarbsitung begriff-cn. Von den Balkanersigniffen bkcin- flußt, die alTx: Staaten g(“zivungen bättcn, den Bestand ibrkr KrisgS: macht zu prüfen, hab': das Krikgsministcrium Z).)kaßrkgcln gstroffch, um die Armee mit allem Nötigmi, Was ihr zur KriegsbsrciisÖait fehlte, zu Versehen. Das Militärreffort habe bereits eine (HEWLE- boriage, bstreffend eine b.d€utcnde VersjärkUng der rnsfijckykn chrkraft und dix: Formierung neuc“r Trupbsnteilk bei dEr Jnfar-tsric, Kavallerie und den anderen Waffengattungen, sowi-z eine Rcoraani- sation der Fkldartiüerie im Sinne der Vermehrung dsr AnzaU dcr Geschüize in der Fkldartiüerik der Armeekorps, ausgearbcitet. Alle diese Maßrkgeln hätten dkm Vaterlande große Opfer («11 Leatxn und ,Gcld auferlsgt. Das Militärrkssort ssi der Reicbsduma dankbar für die Bewilligung des diesjährigbn Kontingknts, Mittkl Fegsben habe, um zu Neniormieruncxsn' zu scbreitsn. Künftigbin seién jedoch noch Heitere große Z).)ktttkl erforderlich. Das Kriegsministerinm bdffs, daß die Noichsduma dcm Kriegsreffort durch Verstärkung der Arme'e zu einem Bästands' ber- belf€n Werde, der es eröglich, die Gesamtmacbt zur Verteidigung dss Vaterlandes und zum Schuße der Friedensintereffkzt zu entfaltsn, wénn ein machtdolles Wort des Kaisers die Armee aus das Feld dcr Ehre rufen sollte.
In der Abendsi ung wurden an dM Chef des _General- stabs verschiedens nfragen, das"“lugwesen betrefxend, ge- richtet, in deren Beantwortung ckle erklärte:
Im Laufe dcs Jahres, ssitdem im Ministerium eine Ab- tcilung fiir Flitakvesen bestehe, habe sich die Zahl der Flugz-xuge verzehnfacht. Das Ministkrium Wkrde nicht eher ruhen, (116 bis in jedem Armeekorps eine Fliegerabteiluna eingerichtet „se!- die in Kriégszeiten die Aufklärung siehste. Das Ministerium babe die erste Gelegenheit ergriffen, um die Zahl der Lenk- ballons zu verdoppeln, Wobei es Luftsschiffe großen Maßstabes, so- genannte Luftdreadnougbts neuester Syteme, erworben habe. MEW seien mit den neuesten Vzrvonommnungen außgesiaitet und hatten Maschinengewehre, Bombeniverfer und Telegrapbenapparate. _Deutsöb' land habe zwar elfLenkbanns, jedoch bloß acht davon cntspracbxn den russischen Großlenkbaüons. Alle sech russischen Lenkballons konnten fich mit den deutschen messen. Dabei komme in Betracht, daß Deutschland zwei Kriegsfronten habe, Rußland aber bloß ein?.
Spanien.
Gestern hat, wie „W. T. V.“ meldet, in de_r SchloßkapeÜe in La Granja mit dem üblichen Zeremoniell die TUUZ? des neugeborenen Jnxanten stattgefunden, der den 9117211 J o [) a nn erhielt. Tau paten waren der König Karl von Rumatxten und die Prinzessin Maria Therese, die Gemahlin des Prinz- Negenten Ludwig von Bayern.
Dänemark.
In der ge trigen Sißung des Xolketbing waren sämt- liche neuen Msnister sowie ast aäe Abgeordneten Mwesend- Der Pr äs ident verlas eine itteilung des Mimsterprastdentenö daß der König heute den bisherigen Gesandten in Wien un
Nom Erik von Scavenius zum Minister des Aeußeru er- '
nannt habe. Der Minqtßrpräsident Zahle hielt darauf eine Rede, in der er laut Bericht des „W. T. B.“ aus "hrte:
Bei den 'leZten Folkethingwablen ist so nachdrückli die Foxde- rung nach einer Aenderung der Bestimmungen der Verfassung in bezug („ruf das allgemeine und glxicbe Wahlrecht für beide Kammern des Reichstags hervorgetreten, daß kein Ministerium vor der Lösung dieser Aufgabe ein gnderes Programm aufstellen kann. Das Ministerium beabsichtigt, den Reichstag früher als gewöhnlich, namlicb schon im"Septemb6r. einzuberufkn. Das Ministerium wünscht, die_ Berfqsxémgs'anderung besondsrs zu fördern, die Erwägungen daruber mu en jedoch erst in der bLVOtstLka-Ln Reichstagssession zum Abschluß gebracht'werden. Das Ministerium erblickt in den während der Adreßdebatte im Folketbing am 19. Juni Von der Linken und den Sozialdemokraten eingebrachten Resolutionsvor'chlägén eine Zusage dafur, loyal an dxn forjgesexzien Vkrbandlimgen zur Förderun der Verfaffxtngdfrage mitzukaen. Damit diese Einigkeit geZtärkt “Pd gefestigt werden kgnn, müssc'n, foiange Beratungsn iiber die' VerfassUngsfrage aesubxt werden, alle Fragen, die früher zwtschen den drei" Partersn Unstimmigkeit harvorriefen, so- Mit als moglich_ zuruxkgestxllt WLTÖM. Es wird daher keine neue Frage, die Anlaß zu Ltnéxn'Sirait geben könnte, aufgeworfen werden. Jn'dcr geseßgebenden Tatigkeit wird das Ministsrium das Haupt- gewrcht an dv: Verfaffunngkage legen; in der Verwaltung wird es 'an_dex1 Grundlagen "dEr bestkbsnden Gesstzgebung fesibaltsn. Das Mmijtermm batdie Fuhrung nicht gesucht, aber die politischen Um- ständß haben fie ihm (LUij'ngt-
"Der Ministerpxäjident gab dann im Landstbing dieselbe Erklarung ab; DLL außerordentliche ReichStagssession wurde darauf geschloffen.
Türkei.
Außer den bereits gestern Wkgen der Ermordung des Großwctrs Mahmud Schewket Hingerichteten sind, wie „W. T. B.“ meldet, nock) elf Angeklagte jn 8011r11m30j5111 zum Tode verurtßtlt worden,. darunter Sabah Eddin, Schsrif Pascha, Reschtd BEL), Kemal Midbat, Oberstlentnant Zeki, Pertew Tewftk imd der ehemalige Deputierte JéZmael.
Rumänien.
' Die Arbeiten dEr Silistriakommission nehmen, eincr Melduxig des „W. T. 5 .“ zufokge, einen befriedigenden Verkauf. Die rumänischen Kommissionen Haben den Auftrag, im Lauf? der Woche die Frage zur Entscheidung zu bringen, ob ztberdte Cimbeziebung von Kalipetrovo in rumänisches GLblst eme Eimgung möglich ist oder ob ein SchiedSrichter angerufen wsrden muß. Serbien.
' Dre exytx Note, die die Regiernng vor cinigenTagen iibsr eme. Revrsioti der;“) BlindniSvcrtrags an die biilgarische Regterimg gerichtet hat, hat, wie „W. T. B.“ 111€lst, im wesentlichsn folgenden Inhalt:
' Dix Ergebmffeder Krisgsbandlung gcgen di€ Türkei Vsrlangen CML moglich1t baldige Révisiwn des BündtiiSVertrags, des gebeimxn Zixsaßabkmmnsns und dsr Miiitärkondention. (Gewisse durch den Bundnisyschag VOTZCschriEbLUL Maßnabmsn sind imLaufe dss Krikgcs sqlchxn Vkranderungen unjkrworscn geivessn, daß fie die Verbi11dlich- keit des 'Vcr'trags als Ganzes in Frage sisllen, und dadurch ist die dkkbmdlickye Kraft „an'cCtxr Vertragsbcsjinnnnngm auch der- ldrendcgangsp. Dcr Brerbund bat, indkm €!? beinahe das ganze turki'che Gebiet in EUropa crobcxte, viel mehr erreicht als im Ver- txage Wrgesxbxsn nxax. Daher muß auch die “Teilung des Etoberten eme gleichmaßtge 1em. Bei dem neusn tatsächlichen Zustand bat Bulgarién 'das ganze Gebiet, das ibm nach dem Vertrage nicht bestrittsn werden kann, im BEW- Während Serbien von „dem ibm ,nack) dem Vertra e unbkstreitbar zustehendén Gebiete den Texl „westlich des S ar-Dagk) mit der Küsten- lgndicbaft atx) Adriatiscben Mc'e're dcrlorcn bat. Wsitkr: während 016 (Hwßmncbtc g(“statjtst babcn, daß Buigarien im Ostkn dks .Kxisgßichaixpldyes Tbrazten mit Adrianopcl 1":er das ibm dkrtrags- mafiig ULÜL'LMJ lestébk'nd? Gkbist binaus bkbäit, habsn iii? im Wxsicnxxcrbisn dem wichtigsten Teil seines ihm nach dem Vcrtrage U_n!ki'citk'ß zxxsiebmid-en GediEls fortgcndnmrkn, indsm fie es Albanien emdxrletbtyn. Dre nsna Gxundlagy, (mf dsr das Kondominium auf: ;]Zthit wixdxn MÜsZkk, 1111-73 dUrch ein Usberkiukommen aller Ver- bundetsn mtgcftellt iveiden. Diese ncue (Grundlast? müßte Ssxbien ekn€x1 Gsbxcté'quacbs 13er _den Teil des strittigen Gcbicts hinaus, de'r ibm nach dem Vertrage 10 wie so znstsbt, zufichern UMS! folgendsn GLfiÖfHdu nk isn :
, 1) 6111611 Gébictsteil als Entschädigung für alle die Vkrlrags- Pfsrckyt-„n, die Bulgarisn hätte crfiillen sollsn, aber nicht erfiiÜt bat;
_ ?) eixtsn Gebiststeil als Entscbädiaung für alle Opfer, die Ssrbtcn i_ur Bulgarien übernommsn hat, 0an durch dsn Vértrag dazu Vsrpxlichtet zu sein; ,
'),emen beietsteil als'Entscbädigung für das Gsbist, das Bulzzartcn im Osten uwbr erhalten hat;
_ '4) einen'Gebietsteil als Entschädigung für das ihm vertrags- maßt? u'nsjfreuig zustehende Gebist im Westen und das Küstengebiet am 5.) drtattsch€n Meer, das Serbikn Verloren hat.
„Durch die Militärkondention batten Serbien u:;d Vxckgarien fich VZ'Ü'CÖ'L', „soweit nicht spszisllc Abmachungen bisteben würden, jedcs sur dsr) Kriegsschauplaß am Wardar hunderttausend Mann zu steÜen.
Eine Aendcrung disser Abmachung würde nur dann gültig sein, tvc-nn'fie durch eine bksonderc Kondsntkon getroffen w:;rden wäre, die (W dlLsSWL Weise und in derselben Form wis die Militärkondcniion “Özksaßt wäre; dies ist nicht der Fal]. Folglich können die: Ver- abredungen zwischen dem serbischen und dem bulgarischen Generalstab die VStpfiichtungen, wie sie aus dem Bündnisvertrage icßen, ivedkr andcrL ndcb neue Vsrpfliebtungcix iiber den Vertrag bnaus schaffen.
SchltéßliÖ gelaxig es dem bulgarischen Generalstab, sich durch eine ani Vorabend des Krtcgcs geschlossene Uebereinkunft Von der Ver- PÜZÖTUUZ zur Teilnahme an den Operationen am Wardar zu be- ",L'LU- (1 er auch in dieser Uebereinkunft hat dex serbische Generalstab keine Verpflichtung binfichtlicb der Operationen an der Marißa über- nommen. Nach diessr Uebéreinkunft sollte die ganze serb'ifxbe Armean Véazkdonien operieren. Dagegen war nach der Milltßk- kondeytwn und den Verabrkdungen der Generalstäbe Bulgarien VLkaltcbtet, das Vorgehen Serbiens am Wardar zu unterstüxzen. Diese Unterstüßnng, die durch die Militärkonvention auf hundert- 1a„Usend Mann fes1g2seßt war, dann durch Uebereknkunft der General- stabe quf drei Divisionen, später durch ergänzende Uebereinkunfx auf eine Division herabgeseyt war, beschränkte sich zu Anfang des Krieges “Uf Six? Brigade und dies, ohne daß darüber em Einderstandnis her- beigefubrt worden wäre. _
All7 dieses hat Serbien zu den Opfern gezivungen, die es aÜein tragtkn mu?)? Indem die Militärkondeniion dreihunderttausend Mann als * inimum fiir die Operationen am Wardar estse te, be- zeichnete sie diesen Kriegsschauplay als den auptkriegss aup aß dom Pölitischen, wie vom strategischen Ge 1chtspunkte aus. Aber im [syten Monient erklärte der bulgarische Generalstab, das;" er das Operationsfeld an dkr Maritza als Hauptkriegsplaß “Ysahe, und daß Bulgarien die drei Versprochenen Divisionen n'cbt_an den Wardar entsenden könne. In diesem Augenblick war
exbten gezwungen, Bulgarien nachzugehen; es War keine Zeit, zu uberkegen und die rage aufzuwerfen, ob Serbien Verpflichtet sei, ie ganze Aufgabe am aidar allein zu übernehmen. Der bulgarischen
. Hilfe beraubt, war Serbien «MUMM, eine viel größere Armee zu
Mobilisieren als im Artikel 1 der ilitärkonvention vorgesehen War. Yer Pöllständige Erfolg würde nicht möglich gewesen sein, wenn Serbien nicht an er 1einen eigenen Verpflichtungen diejenigen der
Ulgaren auf 1ch genommen hätte. Außer diesen Opfern
“etwies Serbien während des ganzen Krie es den Bulgaren
ienste auf dem
""ck wichtigere und unmittelbarere
„zngcsiand, war der beitragSmäßige Kriegszweck errei t.
Kriegéschauvlaß an der Marißa. Zuerst sogleich nach der Schlacht bei Kumanowo, also schon zu Beginn des Kriegss, über- nahm Serbien es, zwei Divisionen nach Adrianopel zu senden. Dann, nach dem Ablauf des Waffenstiklstandes, sandte Serbien auch Belage- ryngßaxtillerie an die Marißa. Serbien hatte keine Verpflichtung zu dieser Hilfeleistung, es ging auf Bitten der bulgarischen Regierung daraus ein. Für diese Opfer ist xnan Serbien eine Entschädigung schuldig. „Serbien hätte fie schon m dem Moment fordern können, wo es„dcese Opfer örachte unterließ es aber aus Zartgefühl und Loyalitat gegenüber den Verbündeten.
Der ziyeite Teil des Krieges nach seiner Unterbrechung durch den Waffenstilljiand und durch die Londynxr Verhandlungexn gibt Serbien noch ein stärkeres Recht auf Emschadtgungen. Nach dem Bündnis- vertrag ivar Ziel des Krieges die Eroberung der Gebiete, die in dem Vertrag als unstreitig den einzalnen Verbiindetkn zUstebendes Gebiet und axis noch streitiges Gebiet bkzeichnet sind. In dsm Augenblick, Wo die Türkei die Abtrktung dieser Gebikte an die VerAbFndeten
er der Friede wurde nicbt abgeschlosstn, weil Bulgarien die Abtretung von Tbrazien mit Adrianopel värlangte, und der Krieg wurde fortgesetzt, obgleich Serbien kein Interesse daran hatte.
, Diesex Krie- hat neue Opfer sowohl finanzieller wie national- wtrtschaftl1chkr atur bon Serbien derlanzzt; das hat ihm das Recht gegeben, schon während dieser zweitezi Ktregsperiode Entschädigungsn zu berlgngkn, sowohl für die Von ihm gebrachten Opfer, wie zum Angletch des bulga'cischen Gebietszuwacbses mit Adximkopel. Aber aus_den erLtts angefübrten Gründen sab Serbien daddn ab und be- fcbxaxikte sich darauf, der bulgarischen Regierung dnrch Brief seines Mlnlstlks _vdm 9/22. Februar 1913 mitzuteilen, das; diese Frage na"chddem Kriege durch beide Regierungen gsmeinfam zu lösen sein war €.
" Von aÜen Opfern, die Serbien gebracht hat, ist eines der gro txn rind schwersten der durch die Entsch€idung der (Großmächte bsr etgefnhrte endgültige Verzicht auf das Gebiet westlich Vom Schar-Da,gb und das adriatische Küstengebiéf, deffen Besiß für Sexbien eine Lebensfrage und der Hauptgrund zur Teilnahme am KUSSS mar. Indem Serbien den A11§gang zum MLM obferte, odferte" 69 die hauptsächliche Vorausseßung seiner wirtschaftlichen linabbangigkert. Indem es sowohl den europäischen Frieden, wie die Untsrnebmungen dec Vkrbündeten gsgén die Türken Vor einer Katastrophe bewabrte, sicberte 68 Bulgarien nicht mtr das ihm nach dem „Vertrage unstreitig zustehende Gebict, sondern auch noch Tbraztien. Dieser Umstand allein würde Serbien schon ein Recht auf die Entjcbädigimgsn geben, die es verlangt.
' Die zwkstte Note an die bylgarische Regierung beziLHt sick) _an_f dtenVorsMäge für die Verringerung der Effektiybestande und besagt obiger QULÜE zufolge:
Die Zusammeizziebung der, bulgarischenÜArmee an der serbischen Grenze stellt die frckdlickye Liqmdiérung des Kondomininms und andere Punkte in Frage, die gemaß" der in Zaribrod gctwffeénen Verab- r§dnng der beiden Ministsrpraßdeuten in fr-sundsckpaftlicher Weiss gc- lost wkxden sollten. Dis bexchleunigte Sammlung der TLUPPLU, das Mißsxngen der Zusammenkunft der vier Ministerpräsidenten nnd die haufigen Angriffe bulgarischer StreifWachen auf serbische VOkPOstEU baden den Konfiikt zur äußersten Spannung gebracht. Serbién ist dadurch zu der Uebérzeagung gskommen, daß Bulgarisn ntcht von den Gefühlen der Solidarität mit seinem Vßrbündeten Skflllxt und nicht von, dkm Gedanken bcseelt ist, man müsse alle Mittel erschopfkn, [zm zu eanr frikdlichkn Lösung zu gelangen. Aus diesem Grundé schlagt Skrbten ddr, indem es die Hoffnung aussdricht, daß die Truppxnkonzentrterungkn an der Grenzs sofort angehalten würdkn, daß die beiden Parteien underzüglick) und glsichzeiiig ihre Heere auf em Vrsrtkl der Effektidbssjände erringern sollsn, zum Bemeise, daß is'iechbercit sind, eine friedliche Lösung in allen strittigen Punkten zu U en.
In der dritten No'te erwidert die serbische Regierung aiif dre bxilgartsche Note,“ m_ der der serbisch? Vorschlag iiber die Vermmderung der Effektwbestände beantwortet wird:
Die serbische Regierqubat mit BCdauern bon dsr Antwort Kcnntnts genommen, durch die: tbr Vorschiag, den gegeuwärtigsn Effekkiv- bestand 'der Truppen zu Verringern, dsrwvrfen wird. Der serbisch€ Vor- ieYlag ist in dEr Absicht gemacht worden, dis 1ichtige AtmosphärZ fizr dis frisdlicixe Lösung aller Fragen_zu Waffen. Die Fragen, dic"dic bnlgarixcbe RéngkUUg aufgeworfen bat, um die Effektiv- béstarjde aus ('m Vierxsl zu vsrmindsm, find unannehmbar, Weil sie nicht eiiie friedliche Lösung des Stkéikks erleichtdrn, sondern boxidorxibersin diE Lösung des Problems zugunsten der Bulgaren p"a1udiz"isren'. Der scrbifcb-bulgarische Streit betrifft die Revision des BuridntWLrt'rag-xs, der nach der Anficbt der serbischen Re- gierung, m" grundlegendcr WLisS durcb dsn Verlauf des Krieges und „drefanßeren Umstände Verändert worden ist, und sLinen uzspcungitcbkn Wert Verloren hat, und b€trifft ferner auch die'strittige Zone. Nach d€r Ansicht und dsr Erklärung der serbischcn Regierun umfaßt diese das Gebiét zwischen dem Struma [ind dém, kbodopsgcbirge, dem Ochridasee und dem Schar- Dagk). Die bulgarische Regierung Verlangt dagegen, daß die serbisch Regisrunq auf ihre Auslegung verzichtc und die bulgari che annebme d&ß der Vertrag nicht gkändert Weide und die strittige Zone nördlicb Von der angegebenen Linie sich befinden solle. Was die militärische Beseßung der erobertcn Länder betrifft, ist Serbien der Msinung, das; „bis zur endgültigen Liquidierung Serbien aÜein zur militartscheti Beseßung des anzen Gebietes in der strittigen Zone berechtigt sem solle, das das ßerbiscbe »Hesr aliein erobert hat, während in den Gebieten, die durch die serbische und die bulgarische Armee erobsrt worden smd, Sitze gemischte Besaßung bleiben solle. Infolge- déffen ist das bulgari1che Vexlangen, daß die Vorbedingung für die Verminderung der Effektivbestände die Beteiligung Bulgariens an der _Beseßuvg dsr von der serbischen Armee eroberten Zone sei, nicht aÜein unbegründet, sondern es bringt an auf den Gedanken, daß hierdurch die Demobilifierung unmö [i gema t und SchWierigketten für eine friedliche Löfung des Prob ems gescha en iderden sollen, ebenso wie die Ministerkrifis entstanden ist, um das Zusammentreffen der vier Ministerpräfidenten in Saloniki zu Vermeiden. Nach aÜedem erklärt die serbische Regierung, daß fie auf ihrem Vorschlage beharrt, zur sofortiZM gleichzeitigen und bedingungsldsen Demobilisierung Vorzugehen' ei Verringerung dex Effekttvbestande "auf ein Viertel, und daß die Minister- prasidenten der Verbundeten so bald wie möglich in St. Peters- burg zusammenkommkn sonen, um zu versuchen, eine direkte Verstän- digung u erzielen. Im Falle des Mißlingens dieser Konferenz solle nian 1": einem Schiengericbt auf einer neuen und breiten Grundlage fur aÜe die Fragen unterwerfen, die sick) auf das Kondominium be- ziehen„ ohne die vitalen Interessen Serbiens gegenüber Bulgarien einerseits und den anderen Balkanstaaten andererseits zu berühren.
-* Die serbische Regierung gibt in Be re un der Ministerkrise 'der Ansicht Ausdruck, daß (TipigecslZMI der kritischen Lage eme rasche Beilegung der Krise notwendig sei.
Amerika.
In dem Bericht der Finanzkommission des amerikanischen Senats uber die Tarifvorlage sind, wie „W. T. B.“ meldet, aUe unkte, gegen die aus Europa Einspruch erhoben war, fortgela en worden.
Afrika.
Nach einer vom,„W. T. B.“ verbreiteten amtlichen Mel- dung aus Tetuan smd die Kabylen, die_ zahlreiche Kontin ente usammengezogen ?atten, um _die Offensive egen die spaniJchen »ruppen zu ergrei en, von diesen angegrifßen und nach er-
bittertem Kampf unter erheblichen Verlusten zurückgeworfen
Zvordxn. Auf seiten der Spanier wurden drei O fiziere und 30 Soldaten getötet, fiinf Offiziere, darunter ein berst, und 48 So'ldaten verwundet.
Emex amtlichen Meldung aus Larache zufolge sind von den spaxitschen Tryppen zwei Gefechte geliefert worden, das erste ztmschen T emp und Talza, das zweite zwischen Talza uiid Elksar. Auklfetten der Spanier fielen Zwei Leutnants und mex Sdldaten; ie Zahl der Verwundeten st unbekannt. Der Feind ließ 27 Tote und zwei Gefangene zurück.
Australien.
Wie „W. _T; V.“_ meldet, hat der liberale Führer Cook das *neue Minisierium gebildet. Cook übernimmt den VorftH und das Ministerium des Innern.
Parlamentarische Nachrichten.
Der Bericht über die gestrige Si un des Rei sta s befinddt fick) in der Ersten Beilage. I g ck Z
'Auf der Tagesordnung der heutigen (169) Sißung des RStchTtagS, welcher der Staatssekretär des Innern Dr. Delbrück, der Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Lis ca und der Staatssekretär des Reichsschax3amts Kühn beiwohnten, stand zunächst die dritte Beratung der Entwürfe eines Reichs- Ubd Staatsangehörigkeits eseßes und der dazu ge- horrgen Nobellen zum Rei smilitärgesexz und zum (HeseF, betreffend Abänderungen der Wehrpflicht, vom 11. ebruar 1888.
In der Generaldiskusyion bemerkte der
AHL. Landsberg (Soz.): Wir battkn uns von diesem Geseß eine Kraftigixng des Retcbsxxedankens Versprochen. Aber alle unsere darauf hinztelendxn Anfrage sind abgelehnt worden, selbst solche, gegen die vom Standpunkt keiner anderen Partei etwas einzxtwbnden iyar. Wir haben dén Eindruck, daß dies nur Zschak), weil die Antrags don uns kamen. Das ist aber keine Blamage ur uns. Unsere Anträcze“ werden das Nccbt der “ukunft sein. UnsZTe SteUUn-gndbme bangt dadon ab, ob unsere 'bänderungé- antrage fur die dritte Lesung angenommen werden. Wir vérlangen, d(zß 16061: Deutsche sofort, in dem Bundesstaate das Staats- burgxrkecht erlangt, Wo er fernen Wohnfiß gegründet oder wenigstens, wo er der) Untérjtußungswobnfiß erworben hat. Als Einschränkung WOÜSU wrr geiten lassen, „daß er im entgsgsngeseßien Fal] spätestens 1 Mortat x_iacb der„Begrundung des Wohnsißes der zuständigén Be- bördß gkgsnuber erklart, er wolle? die Staakßangehörigkeit nicbt erwerben. Ferner Yerlangen wir, daß der Antrag auf Einbürgerang nicbt znruckgewiksen werdsn darf, wenn der Antragsteller einem Staat angehört und aus der Ehe zwiscbe'n einem Ausländer und einer Frau berdorgegangen ist, die bis zur Eingebung der Ehe Deut1che geniesk'n ist, ferner tvsnn dex AntragsteUer in Deutschland gebdrsn ist und sich bis zur VoÜjäbrigkeit obne langere Unterbrechang m Dkut1chland aufgehalten hat. Jkdoch soll das nur „dEr FaU sein, Weqn der Anima auf Einbürgerung in_nerbalb, zwétsr Jahre mch Eintritt der Volljährigkeit gestc'llt wird. .Wir halten Es auch für notwendig, daß in den YUM, wo ein Byndssstaat Bedknken gegen die Zulassung hat, der und€§rat entscheidet. Dadurch wollen Wir es unmöglich machen, daß die bixber beifebe'ndx preußische Praxis zur deutschen Praxis wird. Merk- wurdig ist, da das Zentrum, das seimrzeit, Wo es sich um das VorkaufSre t des taats bei Zwangsversteigerungen handelte, dagegen Bedenken hatte aus Furcht, Preußen könne bier politische Bedenken ge'ltend machen, jeZZt auf einmal diese preußische Praxis verewigen wtÜ. Wenn wir in der vorliégcnden Fassung dkn Gefes- entrr'urs ablxhnkn, dann [kisten Wix auch pdfitivs .lrbeit, indem wir Bahn für em bsfferks ©6cm schaffen.
(Schluß des Blattes.)
Kunst und Wissenschaft.
, 11. ,b". Recht interéffante Mitteilungen wnrden in der 2. Sißung disses Jahres, des fünften seit ihrem Vcsteben, in der Gesellschaft für dcuticbe Vorgeschichte gemackyt. Gcncralarzt Dr. Wilke- Leipztg sprach über „Vorgeschichtliche Medizin“. Daß dEr bsi wck1tem größte Teil des -« aus dkm Lande zitmal _ noch in boÜer Blüte stch-dkn Aber: xmd Wunderglaubens, soweit er fich auf Ent- stehung, Verbütxma, Heibmg bon Krankheiten, auf Zauberei Und JKU beziébt, uralten Ur1prungs und großenteils von dkn bsidnikcbxn
ermanen bereits zur, Steinzeit gepflegt worden ist, wird in dem Umfange, Wie es durch “den Redner nachgewiésen Werden konnte, der Zuhörerschaft sehr überraschend gewesen sein. Gleiches gilt Von der Zuversicht, die in weiten Kreisen noch heute auf aÜerlet Amulette, Idole als Vermittlsr und Bär en von Leibes- und Lebenssicberbeit geseßt wird, Vom Glauben an bHJe und gute Geister und Dämonen und Von den Vorstellunqsn, die man sich von dere'n Leiblichkeit gemacht hat und in gewissen Kreisen noch heute zu machen fortfahrt, die sich entweder gegxn alLe Aufklärung ablehnend verhalten 0er Von disser nicht errei t Werden, wie die Zigeuner. Hier ist der DamoneYlaube unauSrott ar, und Gestalten, wie die Ratte mit 6 Paar einen und 4 Schwänzen, zwei- und dreiköpfige Tiere und Sixt? große; Zahl scheußlicher Unbolde gelten als die Urheber aller Fabrlrcbkeiten, die den Mepschen treffen können, und werden im Bilde festgehalten, da sie angeblich von zuverlässigen Leuten gesehen worden sind, wann und wo„ weiß aUetdings niemand zu saaen. Von nicht gcripgem Interesse tft auch, daß höchstwabrscheinlicb die euer- bestattung, welcbe ja in* keiner Zeit der Vergangenheit a emein eingeführt war“ die Kelten z.B. haben ck ilsyrer nur gelegent ich be- dient -, ihre Einführung dem heute no in lawischen Ländern vor- handenen VampirzAberglauben zuzuschreiben hat, der zuzeiten so ver- breitet und so zwm end war, daß man auf Mittel sann, sich vor übeln Einwirkungen der erstorbenen xu sZüßen. In [slawischen Ländern wendet man zu dem Zweck beute no das Mitte an, Verstorbene, denen man zutraut, sich als Vampire an den Lebenden zu vergeben, außzugraben, die Leiche zu köpfen und ihr den Kopf zwischen die Beine zu le en. Unsere Altdordern soweit sie ihre Verstorbenen verbrannten, ?aben dann das Mittel, sich gegen die Geister der Abge- schiedenen zu schüßen, und sie türmten zu weiterer Si arbeit Steine über den Gxäbern, in denen sie die Urnen beiseßten. ie wunderbar Lind doch diese Zusammenhänge! _Aucb wir denken, mit der Ver- kennung Vornehmlich Schuß gegen die Toten zu gewinnen, aber in wel andern Sinne. Die von der Verwesun ausgehenden Miaomen d uns die Vampire, gegen Welche wir die ebenden zus it en wün , und weshalb wir die Verbrennung der Leichen wieder ein ren. -- e einen vorgeschi fliehen Friedhof bei Wernigerode ach Studiosus Möte indt-Leipzig. Das „vorgeschichtlich" ift genommen, fur diesen Fund gebraucht nicht ganz zutreffenß Jie 59d Gräber, dieiixts dem RLdnsetZ Flik HYfe ieölniger. gl [ reun e ge ungen , vor under 11 ger er rung zu einige 60 andere Gräber beim Aus raden des mühle bereits verfanen waren, 2 ören wahrscheinlich dem 7. oder & nachchristlichen Jabzbundert, alßo einer Zeit an. die - kaum mehr vorgeschtcbtlic? Zu nennen ist. Immerhin ; ;; auf diese Zeit, eine erbe lch frühere Siedlung im der S blk!" Wernigerode erwsisend, als bisher an enommen worden und W
xeugen, daß ein großer Teil der Bedöl erung schon chxkstl “war, "651
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