1913 / 148 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 25 Jun 1913 18:00:01 GMT) scan diff

den über der Brust gekreuzten Armen der Skelette. An Grabbeilagen haben, sich diese Gräber äu erst arm erwiesen. Es War offenbar zu einem aroßen Teile e ne arme Bevölkerung, die hier zum ewigen Schlaf gebettet wurde, denn der Lu us hölzerner Särge ist selten, meist sind die Leichen anscheinend o ne jede Umhüllung dem trockenen Kies übergeben und selten tiefer als 80 SW. unter der Oberfläche beerdigt worden. Die Datierung dieses Friedhofes ist bei der Dürftigkeit der Beilagen _ keramische Reste und weni ELerneS _ schwierig und konnte nur im Vergleich mit anderen äßnli en Erschließungen in der vorgenannten Weise bestimmt werden. _ 'Zum Schluß sprach Univetßtätsprofcffor Dr. Kossinna noch über den Eberswalder (Ho dfund. Der Redner gab einleitend das Programm seines Vortrages dahin kund, er wolle die genügend in der Osffentlichkeit behandelte Angelegenheit nicht durch neue Beweise für und wider dem Verständnis seiner Zubörerschaftä näherbringen, sondern den praktischen Weg des Vergleich mit andern ähnlichen Funden einschlagen, sicher, daß sich hieraus genügende AUfsCblüffe über den jünasten und ergeben werden. Der Redner begann deshalb zunächst mit Vorste ung des leßteren im Lichtbilde und schloß hieran eine große Anzahl auSgezeichneter Dar- steUunqen von Goldfunden innerhalb Deutschlands sowie Dänemarks und Schwedens. Ueberraschend und überzeugend ivar fast bei allen die auch an den Eberswalder Gefäßen durch sich immer wiederhqlende kreisförmi e Musterausbeulungen und Buckel in die Erschemun tretende eziehung der Ornamente zur Sonne und die hieraus si

ergebende hohe Wahrscheinlichkeii, daß die Bildner dieser Kunstrverke nicht im Süden, sondern im Norden zu suchen sind; denn die Sonnenberehrung in solchen Formen war nur im Norden heimisch, und es bedarf nicht der Annahme, daß eine BerührUnq rnit den Leistungen der Hallstätter Zeit stattgefunden haben müsse, um Ar- beiten dieser Art zu leisten. Diese Betrachtung führt auch darauF, den Goldfunden solcher Beschaffenheit ein höhsres Alter. nämlich bis etwa 1100 v. Chr., zuzuschreiben, zumal ein Teil, wie der große Goldfund von Korsör, eine Verbinduug goldener szäße mit schön geformten bronzenen, goldüberkleideten Griffen zeigt, ivorgus eine bedeutende Fertigkeit in der Bronzetechnik fich ergibt. Herdorragend überzeugend War im obigen Sinne auch der bei Stralsund gemachte Fund Von 4 prächtigen Goldgefäßen, an die 1111) die wunderliche Geschichte knüpft, daß der Finder sie lange für Wertkoses Messing gehalten und an sein Fenster gesieÜt'haite, wo sie von den Nachbarn geiehen worden Waren, ohne daß irgend jemand auf den wahren Sachbcrhalt kam, bis eines Tags dem Finder dle Augcn aufgingen und er seiner Frau sagte: „Mutter, die Dingsr werden ja gar nicht schwarz, das ist am Ende Gold!“ Für An- nahme einer früheren Zeit der Herstellung aller dieser Goldschmiede- arbeiten im Norden scheint auch der Umstand zn sprechsn, daß zu dsr Epoche der HaÜstätier Zeit, die in Frage kommt, Italien boll- kommen goldarm war und an Export von Leistungen der Gold- schmiedekunsi nicht denken konnte. So spricht ach für die Wahr- scheinlichkeit, daß vielleicht das Rohgoid von irgendwvher nach dsm Norden des Erdteils eingeführt worden, die Hsrsiellung dEr Ar- beiten aber germanisch ist. Zu übersehen ist hierbei nicht, daß dsr weitaus größtc Teil der bisherigen Gold unde auf die skandinavi- schen Länder, nicht auf Deutschland entfä t. Daß der Vortragende eine so auSgezeichnete und Wich Sammlunß Von Darstellungen nordischer Goldfunde zusammengkstellt hatte, egcgnete am Schluß seiner Ansführungen dem lebhaften Dank der Versammlung.

Verhandss

Der diesjährige (23) Vertretertag des , in Breslau.

D€utscher Kunstar-xivsrbebereine tagte jüngst Vertreten waren 30 Vereine mit 45 Stimmen.

Den Bericht des Vcrbandéborstands, der genshmigt wurde, und den Kassenbericht erstattete der Professor Dr. Lehneri. Die BeitragSeinheit wurdZ wiederum auf 32 „js „fsstgeskßt. Darauf erfolgten die Berickote der Verbandßausschüsis uber die Gebühren- ordnung, das Wettbewerb- und das Submisfionswesen. Die soge- nannte Eisenacher Ordnung Wurde nach langer Arbeit in endgültiger Worm genehmigt. Ihre Kennjnis in Weitefte Kreiie zu tragen durch Mitteilung an Behördkn, Richter und Verwandte Vereine beantragte Professor Beuhns aus Hamburg. Die Grundsäßs fitrKdas Verfahren bei Wütibswerbkn auf dem Gsbiete der bildendkn Kunst und des Bauingenieurwesens, an deren Zustandekommen dEr Verband zu- sammen mit anderen ähnlichen Vereinigungen bzieiligi ist, WUXÖCU gutgkhcißsn; in bezug auf das SubmissionSivescn wurde foigezndc Resolution angenommen: „Die gesetzliche Regelung des Verdinnungs- wesens erachtet der Verband Deuticher Kunstgekverbebererne nach wie vor als dringend erforderlich; er begrüßt deshalb das Bemühen des Reichstags, eine solche Regelung aus rßicthcscleäyem W€ge herbei- zuführen, auf das wärmste; er Verspricht fich daVon nachhaltigen Nutzen für das deutsche Kunstgawexbe.“

Das erste kaerat hielt der Kunstgewerbezeiäyner Weiß-Berlin „Ueber das Privatschu11vesen mit kunstgewerblichen Zielen '. _Der Redner beschäftigte fich besonders eingehknd mit den pxivaien Tiichlexfacbschulen, die in großer Zahl Vorhanden seicn, mit großer Reklame fich gegenseitig zu überbieten suchtén, die ihr Schüler- material wahllos annehmen, dieses in unglaublich kurzer Zeit Vermeintlich ausbilden, denen aber alle Verantwvrtlicbkeit fehle. AUF disie Weise werde ein Proletariat bon Halb- und Nichtksnnern im Kunstngrbe gezüchtet. Deshalb müßte eine Aufsicht behördlicher Organe diesem Treiben Einhalt tun. Die Ausführungen wurden durch ein großxs Material von Zsichnun en aus derartigen Schulen nnterstüßt und fanden leb- haften Beifa . Es wurde auch eine Kommission, die diesér Frage nähsr- tretsn und auf dem nächsten Vertretertag Bericht erstatten soll, gewählt. In engster Verbindung damit stand das dritte Referat, das Professor Karl Groß-Dresden übernommen hatte: „Ueber die Frage Weiblicher Lehrlinge in kunsigewerblichen Betrieben“; es endete mit folgender, einstimmig angenommener Entschließung: .Der 23. Delegiertentag des Verbandes Deutscher Kunstgewatbevereine hält es für wichti , daß die Frage, inivieiveit Werbliche Lehrlinge in der kunsigewerblicFen Praxis erwünscht, oder möglich sind oder möglich sein könnten, geklärt werde, da die Frau Schiffbruch leiden müßte ohne dieselbe gründliche xraktische Ausbildung, wie sie der Mann in diesen bisher ihm borbe altenen Berufen genießen konnte.“ Dem vorher erwähnten Schulausschuß Wurde auch diese Aufgabe über-

Theater.

Verlmer Theater. Donnerst.,Abends 8 Uhr: Filmzauber. Große Posse mit Gesang und Tanz in 4 Akten von Rudolf Bernauer und Rudolph SÖUUFK,

Freitag und folgende Tage: Film- zauber.

ZF Uhr: nungen.

Der Leibgardist.

8 Uhr: Gesamtgastspiel des Königlichen Theaters am Gartnerplaß in München: Alt Win. Operette in drei Akten Von Gustav Kadelburg und Julius Wilhelm.

' und folgende Tage: Alt 8 Wien.

Dkutsches §chaulptoihaus.(Dkrek. tion: Adolf Lantz. U97. 7, Friedrich- straße 104-1043.) Donnerstag, Abends ZF Uhr: Eine Verganxxnheit. Schau- spiel in drei Akten von “Hiwio Zambaldi.

Freitag und folgenbe Tage: Vergangenheit.

Gustav Kadelburg. Freitag: Freiwild.

[ottenburg ,

Abends 8 Uhr:

mann“ von Dr. Fri

Üomödienhauz. Donnerstag, Abends Hochherrschaftlicbe Woh- zu Richmond.

eit d l d T : o - heérrsibéftliYe ZZanßtgeXe H ck

§chillertheater. 0. (Walln «-

tbeater.) Donnersta , Abdeinds8 Udhr;

Lessingtheater. Donnerstag, Abends A zügen VM Franz MoknYZ. e m re Iulius Spielmann: Der lachende Ehe- reitaa: Der Leibgardift.

onnabend: Der Leibgardist.

CharlottenbuTtF. Donnersta ,Abends Ubr' .Zu-ei a

. ppeu. vier Akten von Oskar Blumenthal und

onnabend: Husemann? Töchter.

Deutsrhes Opernhaus. (Char. Wißmarck-Str

Eine Direktion: Geoer'MrtÄnanirsiHülz er re .

wiesen. Zwischen diesen beiden Referaten berichtete der Universitäts- profeffor Dr. Rosen-Breslau über die Anlage historischer Gärten, die der Referent auf der diesjährigen Brisiauer Iahr- bundertausstellung im Rahmen der Gartenbauausstellun zum ersten Male praktisch durch eführt hat. Seine intereffanten usführungen fanden den lebhafteiien Beifal], dem Professor, Dr. Lehnert noch in einem besonderen Danke im den Nednkr Ausdruck gab. _ Zum VkrbandSVorort für die nächsten drei Jahre Winde zum dritten Male der Verein für Deutsches Kunstgewerbe in Berlin gewählt, als Ort des nächsten Vertretertags Hamburß; für die Tagung im Jahre 1915 wurde KarlSrube in Baden 11 Ausfuhr enommen. Mit dem Ausdruck des Dankes der Versammlung an Yrofessor Dr. Lehnert, den Verbandsvorort und den Vorfißenden,

rofessor Hoffacker, schloß die Sivung.

Wie die „Wiener Zeitung“ meldet, hat der Kaiser Franz Joseph dem Professor der Klajsisckyen Philologie an der Unibersität Berlin Dr. von WillamowiH-Möllendorff das Ehrenzeichen für

Kunst und Wissenschaft verliehen.

Literatur.

_ Die Kaiserjubiläumsnummer der iliuftrierfexn Zeitschrift „Moderne Kunst“ (Verlag Rich. Bonn, Berlin W. 57, Preis 60 „Z) ist mit einsm Titelbild Von E. Doeyler d. I. geschmückt. Sie enthält 11. (1. folgende Aufsäxe: „Kaiser Wilhelm 11. als Staats-

Roeder, ., aiser Wilhelm 11. im Familienkreise und im täglichen Le cn" bon Carl Niebuhr, „Kaiser Wilhelm 11. als Jäger“ von F. Freiherrn von Dincklage, „Kaiser Wilhelm 11. als SportSmann“ von WF?- Ebolé, „Des Kaisßrs Sommerresidenz“ von GLorg Buß und „Der Kaiser und die Industrie“. Besonderes Interesss verdient auch der Aufsay „Dkk Kaiser und die Kunst“, der mit Z-zichnungen aus der Hand des KaisLrs, die den Künstlern als Vorlage zur Aus- führung ihrer Wsrke übergeben wurden, geschmückt ist. Aus dem Bildermaterial seien an erster Stelle die bsiden Kunstbeixagsn: Anton von Werner .Die Eröffnung des Deutschsn Reichßtags 1888 durch Kaiser Wilhelm 11.“ und C. Salßmann „Kaiser Wilhelm 11. auf er Walfischjagd“ hervorgehoben. An fie schließen fck andere farbige und Schkvarz-Weiß-Reproduktionen nach Gemälden von Anton von Werner, Werner Schuch, C. Röchling usw. an.

_ Usher die Paradissvögel berichtet der englische Zoologe und Entdecker des Okavi Sir Harry H. Johnston in den eban erschienenen Lieferun en 27--31 des an dieser Stelle schon mehrfach enwähnten naturwiii'knschaften PrachiWers „,Die Wnnder der Natur“ (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., BAW] W, 57. Preis des Heftes 60 „J) an Hand zahlreichxr Photographien und Farbcntafkln. Ießt, da die Mode leidsr die Hüte unserer DaMLn mit „Paradies- reihsrn“ sch1nückt, düxfte es viLÜeicht Von besonderem JUiEkLffL sein, über diese wund-xrbarczn „Göttérvögel“, wie bis malaiischen Händler fie nsnnen, Ltwas Näheres zu erfahren. SLS ind in Europa seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Da_ bis in dic iiiie des 18. Jahr- hunderts jsdoch sicis nur Verstümme'lte, s'Ußlose Välgs zu uns kamen, bildctsn fich sonderbare Legendkn um disie Vögel. Sie sollten ihre, Heimat im Aether haben, nur während fiüchtigcr Augkn- blicke der Ruhe pflegen und 1111) dabei mit den langkn, fadenförmigen Schwanzfedern an Zweigen und Aestkn aufhängen. Das Weibchen sollts die Eier in eine Vertiefung “auf dem Rücken des Männchens niederlcgen und fie in diesem seltkamen, f(isgcnden Reste aquriiten. So nannte denn auch Linné (31118 Paradießbo elari dis „fußlose“. Die Paradiesvögel, die in der Größe zwischen ( rosieln und Kräbén schivanken, haben anSgesPrbchen rabenartigkn (Charakter und sind andsreissits mit den iogenanntsn Lanbenbögeln Verivandt, gleich densn manche: Paradiesvogeiart „Spielnejter“ und ,Lauben" baut. Sie Werben teils mit Leimruten, teils in Sch1ing€n gefangen, seltsner ge- schossen, dann gewöhnlich mit besonderen Pfeilen, deren „Spiße“ eine knovfartige Anschwellung trägt oder ein stumpfer Dreizack ist. Die schimrnLrndx Pracht eines fliege'nden ParadieZbogels ist mit Worten nicht zu schiidern; fie erinnert dkn Europäer, der zum erstkn Male einen fliégenden Paradiesvogel sieht _ znmeist find freilich nur die Männchcn so farbenichbn _, an etwas Ueberirdisckzes; man bergißt, nach ihm zu schießen. Lcider sikbkn die schönen Vöncl dank der Modelanne auf dörn Aussterbeetai. Aus Kaiser - Wilheimsland (Deutsch Neuguinsa) allein Wurden im Jahre 1910 Paradiesvogelbäige im Werte Von 152 000 «L_ausgsiührt. _ In den glsicben Visierungen p[audxrt u. a. ferner Bblichc über das Cbamälßon, Professor Dr. A. Marcuse: über atmosphärische Luft und DämMkrnngserickyeinungen, Profsssor DUE. Frans iiber den Pikfiosaurus, dem alten Meexdrachkn, Fssdb'rffer über japanische Zwergbäume, Bürgel über dén Zuiammcn- ang von Sonnenfchkcn und Siurmkatasirophkn sowie andzren irdischn Erscheinungenusf. Alis disse Nufsäße sind mit Visikn gutcn Ab- bildungxn erxshcn.

Theater und Musik.

Das Potsdamer Naturtheaier der Deutschen Heimat- spiele hat in dieser Spielzeit bereits 2000 Freikarten an Waisen- bäuser, Schuisn und Vchine ausgegeben. 8000 Zbglmge höhercr Lehranstalten fandén Eintritt za 50 „xi für den Sißplaß._ Anmcl- dungen fiir FrkipiätZ-Z und ermäßigten Eintritt zum „Marschail Vor- wärts" WILDEN anch iclexphbnisch angenommen.

Mannigfaltiges.

Brunsbüttelkoog, 25.Iuni. (W.T.B.) DieheutigeRégatta

auf der Unterelbe (Vgl. Nr. 147 5. B1.) nahm einen sehr wech1el- voÜen Verlauf, da der Wind Wkgen der Gswittcrböen nicht sistig war, sondern sortwährxnd umsprang. Nach dem 10 Uhr 5 Mm. erfolgten Start der 13 1-Klaffe, bei dem die neue „Hamburg 11“ skhr gni führte diese. .Germania' und ,Meteor', die zurückgeblieben waren, folgten. Als dann bei (831x- haven eine Flaute einsetzte, rückte .Meteor' zu „Germama“ auf und überholte diese später. ,Hamburg 11“ rundxte das Feuerschiff als erste um 12 Uhr 44 Minuten. Eine plötzlich einseßendc Gewitterbö hinderte .Metcor“ und „Germania“ am

abkam, etwas

eiiag: Die Königin von Saba.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Fidelio.

_ Abends: Die Königin von Saba, Freitag

Mantis Operettentheatcr.(Früher: Neues Theater.) Donnerstag, Abends

manu. Operette in drei Akten Von Edmund Evsler. Freitag und folgende Tage: lachende G Montag, den 30. Juni: Skolnß der

k" i O wank 11 Spielzeit.

liebcheu.

r Wußspielhaus. (Friedrichstraße 236.) Yonnabcnd: Marta oder Der Markt D :) nnerstag, Abends 871 Uhr: Der lustige Kakadu. Vaudeville in drei Akten von Wilhelm Jacoby und Artur Lippschiß. und folgende Tage: lustige Kakadu.

. . - Thaliatheater. (Direktion: Kren und 8 Uhr. Zu Sommerpreisen. Gastspiel Jäp'öandQ YÜFstFg-GUslbends ? Yb" upp en. 1) e m eang un am in drei Akten bon Curt Krauß und Jean Der Kran.“ Gsiangstexte von Alfred Schönfeld. hemmen. Musik Von Iean Gilbkrt. Freitag und folgende Tage: Puppeheu. onntag, Nachmittags 3 Uhr: Auto-

Rnnden dtxs Feuerschiffes, während die „Hamburg 11" bei der laute ihren Vorwrung vermehren konnte. Dem „Meteor', der 10 M nuten nach „Hambur 11“ das Merkboot gerundet batte, folgte 3 Minuten später die ., ermania“. Bei einer zeitweilig einse enden Flaute konnte die .Germania' dem „Meteor' ziemlich nahe ommen, jedoch nicht verhindern, daß hinter „Hamburg 11“, die damit den Ehren. preis der Freien Hansestadt Hamburg gewann, „Meteor“ Ziveiter Wurde. Dritte wurdc „G ermania “._ In der 19 Meter. Klass e stellten sich drei Jachten zum Start. Erste wurde „Cecilie“. _ In der 15 Meter-Klasse siartsien drei Jachten, Den ersten Preis erhielt „Paula 111“, gleichzeitig den Heraus. forderungspreis Seiner Ma estät des Kaisers und Königs. _ In der 12 Meter-. lasse ging „Hksi“ allein über die Bahn. _ In der 10 Meter-Klasse Wurde „Pampero' erster. _ In der 8 Meter-Klasse Wurde .Antwerpia 117“ erste und „Dolly 111“ zweite.

Seine Majestät der Kaiser und König kehrte um 5 Uhr an Bord der „Hohenzoliern“ zurück und fuhr mit Gefolge um 7Z Uhr Von dort mit rem Dampfer „WiUkytnmen“ nach „dem Dampfer „Viktoria Luise“. Aaerhöckzstderielbe nahm hier die Preis. Verteilung für die Regatta im Salon vor. An die Preisvexteilnng schloß sich dann ein Festmahl, bei dern der Bürgermeiftkr Dr. Schröder einenTrinkiprucb auf Seine Majestät ausbrachie. Seine Majestät der Kaiser und König erividexte mit einem Trinkipruch auf die Stadt Hamburg und den Sport aus der Elbe. Der Kaiser bérweilte nacb dkm Mahle noch längere Zeit an Bord im Kreise der Seqlcr und kehrte dann auf die .Hohenzollern' zurück, die heute früh 4 Uhr 30 Minuten nach Kiel in See ging.

Kiel, 25. Irini. (W. T. B.) Di? Jacht „Hohenzollern“ mit Skiner Majestät dkm Kaiser und König an Bord lief, gkfoigt Vom „Sieipner“, um 1 Uhr aus der Schleuse von Holtenau unter dkm Salut der Krisgßschiffe in den Kieler Hafen ein. Beim Passieren dsr Kaiserjncht b7achte cia in Parad1 siehende Mannschaft drei Harras für Seink Majsstät aus. Auch die Besaßung de_s italienischkn Panzsrkxeuzers „Amalfi“, der im Großiopp die denisahe Kricgbflange When hatte, begrüßte Seine Majcsiät mit drei Hurras. Die „Hohénzoliern' macht8 an ihrer gewohntsn Liege. stelle in der Nähe d€r Seübadeansialt fcsi.

OZnabrück, 25.I11ni. (W. T. B.) Wie Von amilichkr Suite mitgeieilt wird, habkn dic Erkrankungen bei dem Infanteris- rcgimeni Nr. 78 weitsr um sich gegriffen (Vgl. Nr. 146 1). Bl.). Beim 2. Batailion find. nun 11.111) 42 Soldaten erkrankt, während fich die Zahl beim ]._ BataiUon auf 1111161 289 erhöht hat. Die Untsrinchung 11er die Uriachs dex" Erkrankungen iii noch nicht angschloffen. Das Bsfinden der Erkrankten gibt zu Bxsorgniffcn

keinen Anlaß.

Essßn, 24.Inni. (W. T. B.) Dis TSeriihibails der Zeche „König Lndwig“ ist hente nachmittag bol Fiät1dig aus: gcbrannt.

Karlsrubk, 24. Juni. (W. T. B.) Im Anschins; an die- gssirig? Ha11_pt1)ersa1111n11111gdes Vereins zanahrung der Rh8inschifiahrtsintursssen (Vgl. Nr. 147 11.251.) fand heute Vormittagiic Einweihnng 1708 neuen Karlföruhxr Hafen- beckens statt, das schon im borinen Jahr in Bctricb «nommen Wurde. Vormittags fand Cine Rheinfahsrt statt, an dé!" unikr anderen ieilnahmxn Ihre Königlichen .Hohciten dEr Gros;- hsrzog und die Großherzogin von Badén, dcr Prinz und dis. Prinzessin Ma 1“ Von Baden mit ihren beidcxn Ktniskn sowie das gssamte Staatsmixxisierium und zablx€ich€ Vertretsr des Handels und der Industrie.

Hambur , 26. Juni. (W. T. B.) Nach einem Telegramm des ,Hamburg sch€n Correspondenisn“ ist die Leiche des früheren Kommandanten dss untergegangenen Torpedoboots „8 178“, Kapitänleutnants won Zastrow heute früh an der Küste von Amrum geborgen wvrden.

D iedenh ofen, 25.Iuni. (W.T.B.) Amtlich wird gymeldet: Bsi der Ausfahrt ans dkm Bahnhof Diedenbofen stieß am 23. Juni um 2 Uhr_ 40 Minnisn Nachmiiiags ikr Pkrsoncnzug 1517 infolxw falicher Wxichcxniicüung auf Eine Wagen grupps anf. Personcn wurden nicht bérleßt. DLL? Zug konnie mii vi-Zrte'i: stündiger Vexspätung WLitérfahrx-n.

Faris, 25. Juni. (W. T. B.) Gesiérn früh um 2 Uhr ist bsi a Sehne- sur-mer im Schiffßrantne des Damviérs „Guilin ' bon dsr südamerikanischen Dampfschiffahri§gssellschast Feuer ÜUÖJCÖTOÖSU- Dcr Schadkn hat sich als weniger sÖWLk herauSgestLilt, als zuerst nnZLnomxncn winden War. Nachdem dex Brand auf seinen Herd bsschränkt war, zeigts LI sich, daß er nur zwei Kühikatnmcrn und einen daruntcr gelegenen Raum zerstört hatte.

Mecheln, 25. Juni. (W. T. B.) Ein von Antwcrvcn nach Brüssel fahrender Personenzug Wurde nährcnb 1366 Auf- enthalts auf dem hiefigcn Bahnhof Von eincm nachBrüssel fahrenden Eilzug Von hinten angefahrsn. In dem Yersonenzug wurdsn mehrere Personen berieZt. Eins Person toll tot sein. DEL“ Eilzng blieb unbcéschävigt, _

Stockholm, 25. I:.“ni. (W. T. B.) Der französische Flieger Brindejonc, dLr gestern um 5,45 Ubr, Nachmittags in Newal gklandet war, siisg dort heute um 3 Uhr 30 Minuten fruh zum Flu ? nach Stockholm auf, wo er um 7 Uhr 50 Mmuien eintraf. Hie Landung ging glücklich bonsiatten. (Vgl. Nr. 147 1). B1.)

( ortseßung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der F Ersten und Zweiten Beilage.)

Zniinant(SScZyub'edrti )mit Frl. Käthe

immer wei n .

Geboren: Ein SYhn: Hrn. Amts- richter Dr. Ernst Sandler (Tremeffen)- _ Hrn. Hans Anton von Werner Wannsee). _ Eine Tochter: HM- 2Zuplt'm)ann Rudolf Von Wittenburg

er in .

© esto r ben: Hr. Justizrat Hugo Wolffkkj' stein (Berlin). _ Fr. Oberst Hedwig von Nisbelschüß, gcb. Von Aix!!!“ (Dresden). _ Fr. Bertha von Hedertcb- geb. Teichmann (Baudmannsdorf, Kr- Gokdberg-Haynau).

Der

Verantwortlicher Redakteur: DirektorDr. Tt) r o l in Charlottenburg-

Donnerstag, Abends 8.1 Uhr: Der Mann mit der grünen Maske. Burleske in drei Akten. Musik von Friedrich Ber- mann mit Kompositionen von Viktor Holländer und Leon Iefsel. Freitag und folaende Tage: Der Mann mit der griinen Maske.

: 34_37. onnerstag,

Theater am UoUendorsplaß. * m B

Familiennachrichten.

Verehelicht: Carl Henneric Bolienstern (Brkslau). _ Hr. Ober-

Verlag der Expedition (Heidrich) ' e r l 1 11.

Druck der Norddeuts en Bu druckerei und Verlagsanstalt, Beriin, Wilbelmstraß? 32-

Acht Beilagen (einschließlich Bbrsenbeilage)-

r. Staatßanir'alt Dr. mit Frl. Käthe von

zum Deutschen Reichsanzeign und Königlich

NL“: 148.

Erxfte Beilage Preußischen StaatKanzeiger.

1913.

mi

Ylmtliehes.

'ZDeutsckxes Reick). adt im Winterhalbjahr 1912/13.

Doktoringenieurhromotionen an der Großherzoglichen Technischen Hochschule 'in Darmst

. Name

des Promovierten. Vor- und Zuname.

' Ort und Zeit der Geburt.

HeimatSort.

Reifezeugnis.

Anstalt. Datum der Ausstellung.

Studien an g. BesuchW Ho schulsn. (Technische und sonstige einschl. dcrUnibersitätcn.) Zeit 1768 Besuchs.

, Diplomprüfung.

Fachrichtung. Hochschule. Datum des Dipsoms.

' Disscrtaiion.

Titel, Vérlag bezw. Zsitschrist. Rüfercnt und Korreferent.

Datum des „Doktor- ingenieur- diploms.

Mündliche? Prüfung. Datum.

Prädikat.

Cay Roll- an en, Kristiaiixia. s 3. 4. 1885.

Realgymn. Techn. (11.6111 anmSn arbjum) Kristiania.

2. 7. 1903. (Zugekm. minisiVerfüg.) Gymn. Ersfeld.

22. 2. 1900.

1911/1 .

Ma Gomperß, Zibeinbera.

10. 8. 1881. Charlottenburg. Simon Streicher, Sugenh-im.

19. 6. 1887.

Karl Jelkmann, Bockenheim. 15. 1. 1882. Frankfurt a. M.

Kgl. Bayr. Indusirieseh. ünchen. 14. 7. 1906.

Realgym. Musterschuie, Frankfurt (1. Pk. bis 19. 3. 1901.

Erick) Sie an, . Eisenbkrg, Yi?! Techn 11. 2. 1883.

Darmstadt.

Ludwig Zeh, Nieder Ramsiadt. 20. 6. 1884.

Ernst Groedel, Frankfurt a. M. 25. 5. 1884.

Wilhelm Petry, Darmstadt. 3. 6. 1883.

Realgymn. Darmstadt. 5. 3. 1901. 1905/06.

Oberrealsch. Worms. 28. 9. 1909.

Frankfurt a. M*.“ 18. 3. 1903.

Ludwia-Georgs-Gymn. Darmstadt. 27. 2. 1901.

Hochsch. Darmstadt: Okt. 1904 bis Oki. 1909, Hérbsi1909 bis JuZni 1910 u. W.::Sem.

Techn. Hochsch. Aachen: Herbst 1900 bis Ost. 1903: Hochsch. Darmstadt: Ost. 1903 bis JUN 1905. 7. 7.

Techn Hochsch. MünÖen: Herbst 1906 bis Herbst 1908; Techn. HochschKarlSruhe: Herbst 1909 13. bis erbst 1911.

Techn. ochsch. Berlin: Ost. 1901 1904Zst' 3321983 Öl'ckncb M

/ 5; c n. o . ün-

cben: Osi- bis Herbst 1903;

Techn. Hochsch. HannoVer: Ost. 1905 bis Herbst 1906.

Hochsch. Darmstadt: Ost.

1901. bis Ost. 1905 u. W.:Sem.

chhn. Hochscb. Darmstadt: Herbst 1904 bis Ost. 1907 und Herbst 1909 bis Ost. 1911.

KlinJLr-Oberrealsch. [' Techn. Hochsch. Darmstadt: Ost. 1904 bis Ende Juli 1910.

Tschn. Hochsch. Darmstadt: Ost. 1901 bis Ost. 1903 und Herbst 1903 bis Ende Juli 1905.

Cbkmie (Elektrochemie). chhn. Hochsch. Dai m- stadt

14. 6. 1910.

Maschinenbau. Techn. H1s1chsch Darm-

bindungen.“

Disffenbaä). Korref. :

Techn. iadt. L . . ' ck .

Chemie. PWf 111 Techn.Hochsch.Kaxl§ruhe. 5. 1912.

Architektur. TechnHocbsch. annover. 20. 2. 1907.

dums und Platins.“ Darmstadt. Ref.:

W.-S€m.

Bauingenieurfach. Mchn. Hochsch. Darm- stadt.

27. 7. 1906. ZUM. Blanke,Veriin. eh. «Hofrat, Prof. D „Beitrag zur Kenntnis d

Chemic. H. Uhde, Darmstadt.

' Techn. Hochsch. Darm- stadt.

7. 3. 1911. Maschinenbau. Techn. HsliÖdsib- Darm-

a . 11. 5. 1910. Bauingenieurfaih. Techn.H0chsch. Darm- auf iegun stadt. Buxbdruck. 16. 12. 1905.

Preßlufthämmern.“

Prof. von RMßler.

„Ueber die ZLYZUZJ d bono (YalciunZWa cezstoffbör-

ru er '. „. 'i - buchdr. Darmstadt. Ref.:QGsh. er en Hof Prof. Dr. Wöhler.

„Ueber abgeskßte und ekröpfie Wellen.“ D ck 1). Leonhard Simion NF,? Berlin 811.7. W Baurat, Prof. Gutermuih. Korref.: Geh. Baurat,

vier Valenzsiufen des ri- Hofbnchdr. Von H I

Prof. Dr. Wöhler. Gkb- Hofrat, Prof. Dr. Dieffenbach.

.Die Sci. Paulskirche in Frankfurt a. Z).)J.“ v. Gebr. Fey, Frankfurt a. M. Dr. Pinder. Koxref.: Prof. Püizer.

„Ueber die Chloride bon

„Berechnung dcr hoinogenen, quadratischen Platte und 31. deren Aufnahmetraaer unter Bsrücksichtigung der Kraftwirkunaczn nach zivei Richtungsn.“ Ref; : Prof. Kayser. Korref. :

r.ph1[. Dr.:Ing. H

erRGfiyoxalidone.“

e .: Korref.: Prof. Dr. Wöhier.

„Exp.?rimenteiie und ÉHYWÜYM Unt ru Berlin. Ref.: GehBaurathßBerndt. Korref.:

,Die Zu beanspruckyung dcs Eisens im Eisenbeton bei

beanspruchten Bauteilen.“ arl Georgi, Bonn. Kayser. Korref.: Geh. Baurat, Prof. Berndt.

12 1

2. 5. 1912. bst(Gudt 118. 12. 1912. ofrat, Prof. Dr. 6 an M'

4. 3.1911. Bestxnden.

Ref.: Geh.

12. 21913. Mit AuEzeichnung

bestanden. Mit Außzeichnung bestanden.

. Hohmann, Korref. :

. Druck RSH: Prof.

20. 12. 191.1.

1. 1913. A Mit uSzeichnung Dkuck v. bestanden. enneberg. Druck 1). 1.

Pwi' Dr. Finger.

3. 1913. Gut bestanden.

19. 12. 1912. Bestanden.

v. A. . chadé,

28. 2,1913.“ BestandM.

Univ.-

Ref. : Prof.

Deutscher Reichstag. 168. Sißung vom 24. Juni 1913, Mittags 3 Uhr. (Bericht von „Wolffs Teleiaphischem Bureau'.)

'Auf der “Ta egordmm t; 't t“, l' * An-fragedes ' * *g se - 99.8251 Hogßnde „kurze

D YTJZZÉMÉMPY? ,»m-a-Li - HW): - *

„., er ameri a'i " Zolltarif*"'11ni) („das “Zollvéiwaltnn s ese

schreibt den amerikan ck)en-x' ollbeamien zur Ermittlung de? !31161“?

zollungörvcrtcs von zur infuhr .- gelangenden , Waren u. a.

folgendes vor: * * -

: „„Wenn der wirkliche Markiweri einkr eingeführten und zollpsiichitgkn Ware nicht zur Zusricdenbkit des abschätzenden Beamten _iesigesieüt Werdenkann, so soil der Beamte alle ixattbaften1bm zu Gebote stehenden Mittel anwcnben, um die

Zcrsieliungskosten der Wars zur Zeit der Einfuhr nach den

xretntFen'Staaten (nn Hersteliungsorte zu ermitteln.“

, Diese 5 xsirmnrnng wird Von dem amerikanischen Sckyaßanit

dazu benußt, in"deutichen Fabrikkn und Geschäftsbetrikben dis Vor-

lage von Geschafisbüchern, Faktnren und sonstigen Unicrlaqcn zu

Verlangen und auf dicjx Weise cingehcnde Ermittlungen über die

Gestehnngskosten, Prins, Frachtkn , und Regiesbeicn, Absaxz-

Jebreie uxw. __ anzustelien. Die Verweiasrunq der Auskünfte hat

Zolizuschlag€, sogar die Ablehnung der Verzollung und damit über-

haupt Verhinderung der Einfuhr nach Amerika zur Folge. Machen

die Fabriken notgcdrungcn die Von ihnen bsrlangtsn Mittsilungcn, so gehxn liW damit wichtige Geschäftsgcbeimnine preis, die zur

Kenntnis i rer amerikanischen Konkurrenz kommen.

, ch biite um gefällige Auskunft, Welche Schritte die Reichs- regterung bisher gktnn bat, um derartige Vorgänge zu vsrhindcrn, und nnr'wcichem Erfolge?“

Wirklichcr Geheimer'Lsgationsrat Dr. Lehmann: Die in der

Anfrage wiedergegebene Bestimmung dks glgcnwärtig seit 1909"

gsitenßen Zoliiarifgeseßes der Vereinigten Staaikn ist in bcreinzclten Fallen “, auf Grund des Verdachte's der Unicrbcweriung bei Zvi]- dcklaratronen 111 Anwendung gebracht Worden, zu einkr Ablehnung der Verzollung oder einerVerhindeiung dcr Einfuhr deutscher Waren "„ckck dcn Vereinigten Staatc'n hai ße bißher, soweit hier bekannt, "Wbt geführ. Zu Vorstellungen bei der amerikanischen Regierung but daher bis jest eine Vsrnnlassung nicht Vorgelegen. Nachdem aber „außer der genannten Bestimmung in den Entwurf des neuen amerikanischen ZoUtarifgeseßes ausdrücklich die Vorschrist aufgc-nommen worden war, daß die amerikanischen Importeure wie die ausländischen xporteure auf Verlangen der amerikanischen Zollbeamten und Schny- ÜMÜagk-nien zur Vorlage ihrer GeschäftSbücber usw. verpflichtet sein MUM, ist die Kaiserliche Regierung bei der Regierung in Washington im Sinne der Beseitigung dieser neuen Vorschriften vorsieliig ge- worden. Anek) andere Staaten haben sich kern Einspruch angefcbioffen. Welchen_Ersolg die unternommenen Schritte haben werden, laßt fich Zurzeit nicht übersehen. Nur so viel ist bisher bekannt, daß der Senat, dem der Tarifentwurf zurzeit zur Beratung vorliegt, dis beanstandete Vorschrift gestrichen hat. Hierauf seßt das Haus die zweite_Lesung der Wehr- Vo rsa ;] e fort und nimmt die DiSkUssWil über den Antrag der Fortschrittlichen VolksPnrtei (Abgg. Ablaß u.Een.1 nneizer Mi- wonach in das Geseß folgender Art. 11111 erngefugt werden fol]: ' „Hinter § 8 kes Reichsmiiitärgesehes vom 2. Mai 1874 wird iViqxndkr § 811. eingeschaltet: Die verbundetßn Regierungen sorgen dafur, daß die männliche Jugend im schulpflnhitgen Alier T urn - ""xkkkikbt erhält. Der Bundksrat erläßt dte notigxn Vor. ichkisien über diesen vorbereitenden Turnunierricht und uber die Veranstaltung von Vorturnerkursen.“ Flix: den Fal! der Ablehnung beantragen dieselben Antrag- steller die Annahme folgender Resolution:

. „Den Reichskanzler zu ersuchen, dafür Sonn? zu tragen, „daß hte Verbündeten Regierungen sicb iiber einheitliche Vorschrriten UF; dezt iannuniecricht für die n1ä11n1icheJugendtm schU1Ps71chngn

11 em gen.“ '

_;in «dex;- Uebéxla-ssüng dev Tiirnhailen _ an "unterricht . erteilen oder

Die Sozialdemokraten beantragen dazu einen Znsaiz, wo: nnch alle, landeswchtlichsn Vorschriften, durch welche die Er- ietlnng dieses Unterrichts von der politischsn oder religiösen (H„esmnung' des Lehrer?- oder der Schüler abhängig gemacht 1v1rd,.-.,som1e, allexsolche Vorschriften, durck die Gemeinden _ ereine, diS-T'urn- Turniibunge'n abhalten, beschränkt werden, aufgehoben werden.

Die Badgetkommission hai znr körperli en ' 11 011591. ick 1111 folgends Resolution bknnn'agt: ) ck I g 5 ) g

. „Den Reicbskanzlsr zu ersuchen, .“1. dafür sorgen zn ivolien, dns; rn allen dentschen Bundesstaaten die Wehrfähigkeit dsr Ingsnd durch„einelbassers körperliche Ausbildung gehobe'nwird; i». d&ß (111€ ;Vcrbande, dic", dsr körPErlichen Erzikhung dsr Ju Ind sich widmen, 111 den Bestrebungen unterstüßt werden, durch sytemati ÖL kbrvsr-

[iche Usbungen die schnientlaffenk Iugcnd für den Heeresdisnst bor- zuberettcn.“

Abg. «„indt'hagxn (Soz.)Z Dar Abg. Mumm hat iich am Sonnabend uber ein sozxxldcnioiratisckxcs Turnerlisd aufgcsregi. DiLsks Licd stammt bon Hoffmann bon Fallersleben. Er wurde nicht znlc-tzi auf Gmnd disseÖ 2125813 über ganz Dcntschland berfolgi. Er galt «15. Ein Revivlutionär -und'_Ko1nmunis1. Verboten war es anch, das Wed„Qeurschland. Deukxchiand Über-aULS“ zu singen, weil es rsYolniwnax se'i. _Der Abg. Vkumm ist noch zu jung, um das„xu wincn. _Sem §Zinirag, der nur die- gesinnnngstreucn Turn- Vchan' untsrsiuizt wissen, wil], ist dem Boden dLs Mnnd- patriottsinns 11115"er Muydnationalität Enispwssen. Unseren Antrag hat bercxts mein, Freund Henne befürwortet. “Er hat auf die Judikatur des N€ich§g€rtchis hmgewressn, _das ursprünglich erkannt hatte, daH" dcr Turnn'nierricht untxr kemcn Umsiändcxn durch die Landcs- bL 0117111 bcschr'ankt iverdcn könne. Darauf folgte der bckanntk An- sturm gegen diésks C:k€nninis und der Beschluß des Reichsgerichts, der dns crsie Erkenntnis unnvaif. Auf Grund dieses Beschlusses geht jetzt das preußinhe Kultusministerium von neuem vor und behauptet, auf Grund ber Kabinettsorder Von 1834 berechtigt zu sein, zu veriangen, daß denienigen der TurnunterrichtSetlaubnis. schein Vertreigsxt iberbcn durfe, die der sozialdemokratiscben Partei angeboren. 'DiL Zugshörigkeit zur sozialdetiwkratischen Parixt „toiro „als em 11jttlicher Mangel hingestellt. Das Kultus- minniexnnn laßt nur die Ueberzeugungslosigkeit eines Menschen im Sinne. dxs Antrag'ks Mumm gelten, nur die Hundedkmut. Das preußische Kult'usmmisteiium hat auf Grund der Entscheidung des Yeichögerxchis dlc, nachgeordnetxn Behörden angewiesen, daß für dyn &urnunterrtcht em Erlaubnisscbcin notwendig ist, und daß er 11xchi_ an Zöhrer erteilt rverdkn soll, die politisch oder religiös ber- dachttg find. Aus dar Entschsidnng des Reichsgerichts sind aber Foigeryngen auf Hen Turnunterricht überhaupt nicht zu ziehen, denn nach dieser (Entsche-idung selbst ist der Erlaß von 1834 im Sinne der damaligen int auszulegßn, also auf solche Unterricbisgcgensiände an- zuwenden, die damals" in Preußen üblich waren. War aber damals das" Tumen thon ublich'.) Damals Wurde Iahn Wegen der „hochst gkfahrltchen Lehre Von der Einheit DeutschlandS“ un: s uldtg zu zwei, Jahren Festung verurteilt und nach Auf- hebung" des Urteils untcr Polizeiaufsicht gestellt; sämtlich Turnxiaße wurden geschlossen. Die Lehre von der Einheit Dkut chlands ivar dkr Hochverrat, den Zahn begangen hatte. Das kennzeichnet den Geist, der damals herrschte, und wer heute die Sozialdemokrnten so behandeit, Verjündigt fich am Geiste Jahns. Aus bern „Geist jener ZM “heraus mußte aucb beute verfolgt werden Wer fur die dsu'tsibe Einheit eintritt. Früher erklärten die National: liberalen und dre Volkspa1_tei, da es so selbstversiändlicb sei, daß die Erlaubnis zum „Tumunterrrcht ni tvon der politischen oder religiösen Gefinnung thnngig geniacht werden dürfe, daß man es ar nicht in ein Gesetz hineinzuichrerben brauche. Nun ist es aber doc]? notwendig newoxden, von Rerchs wegen einzuscbreiten. Ich bitte unter aÜen Umstanden, unseren Antrag anzunehmen, um die unmoralisÖe Drang- Zlierung der-Lehrcr zu „unterbinden._ Es ist eigentümlich da Wir ur einen solaßenAntrag eintreten müßen, aber er ist durch bis [Heber-

regkiion ix: Preußen und Disziplin kann dnrch unserem Antrag nicht untergraben werden.

Deutschland nottvendig geworden. Die

Abg.Gans EdlerHarrzuPutliß: Da wi d W :; machung der Jugend sympathisch gegenübersteheii, britucbener UFJYLt .

erst hervorzuheben. Die

hat s1ch,sdarüber beschwert, daß in den 51": erli en (" d * ' das Lied „Deutschland, Deutschland über KÜS?“ ann YgFrtbeeitMiF Daß das den Soztaidemokratkn nicht sympathisch ii, ist uns nicht

unbskannt.

, Abg. Dr. Liebknecht (Soz.): Wo ist der reu iche Kultxxs- tnmistF? (Fr gkhbxi _biex auf die Anklagebank. pDiFsDinge, bis „111111; „insicgnng ber Kabinettsorder Entstanden sind, find noch viel 1ch_[111nn€r, als in: 1neine_Freunde Stadthagen und Heine dar- gsiielii . habén. Das R€1chsg€richt hat gsgsn den KultuSminisier eut- scht'edc'n, ab2r_ dieser ?EUÉÜWUÜWYUW 961213erl Dann Erlie er ein vorm er 111* etwa kmpa , nach disser Rui eri ts'cni' eidun zn handsin, sonicrn die? Schulbehéxrden scüténgmcxglichsichdarau skhcn, daß „skin? ftuhere_ Aufsanung aufrechterhalten werden i_onne. ,Das isi bffZne Ausschnung gegen das Gsies. Aber der KultuSmmistZr' bat _11ch babsi nicht beruhigt. Er hat gegen das Uztcil dis 9181chsgxrlchts gewählt. Es kam zu sinem Konflikt, und wre es immer bei kinem Zwist zwiscbxn Verwaltung und Justiz zu pflegt, geschah es auch hier, das Reichsgericht hat Es nah_dcm Kultuxntinister eine VoÜmacht, so-

schtkanose .Schnlaufficbispoiitik beibebaltkn ,konnte.

geschehsn Tapitniieri. daß er seine

" , sozialdemokratis en_ Anträ e m" ' . naturltchx.ablebnen, da fie etwas ganz anderés wokien. ?Der: ÖTYÉJI;

hat sich 8 Monate [am; nicht an diese Réichs- * Zirkular, ,

Diéscr neue Erlaß des Reichsgerichts ist dann mit Liner Bebendigfkit *

znr Anwxndung gelangt, dic „Staunen erre'zzcrn muß. Ich bekam nnulicb emen OrdnnngSruf, Werl ich diescs Verhalten der preußiscbsn Rxgierung cbaraklcrtswrte. Aber diesc Kritik war noch zu milde." Jeb mbchte „dre Régierung fxagen, ob all die Gouvernanten und Hoßneistsr beiderlei Geschlechts, 1718 Prinzen und Prinzessinnen unterrichten, dcn Unterrichiskrlaubnisscbem bcfißen. Ick babe nie eine Antwort darauf bekommen. §211111) der Iitnadeutsch1andbund bknußt seinen Einfluß“; dazu, um den_1nngen Le'nten Unterricht zu erteilen. Wenn mir auf die

rags, „ob 511: in Beiracbt kommenden Pktfonen den Untcrrichts- erlaubnrsschxctn bgben, eme Antwort nickxt zu teil wird, dann wisssn wir, daßder Krn'gßmrmster und der Kultusminister auch auf das Gksey pfeifen. (Pras1dent Dr. Ka empf ruft den Redner zur Ordnung.) Die Unterriäytsverwaliung treibt bagegen die vkrhänaien Strafen von anderen Leuten sebr energisch ein. Mir ist ein Fall bekannt, wo der Betreffsnde direkt auswandxrn mu te und 111) jetzt in Galizien wartet, bis in Preußen kulinrgexnaße Zu tände herrs en. Man nimmt sogar gegen die Arbeitxrberxme Spi el zu Hilfe, um zu erfahren, ob Jugendliche unter 18 Jahren da ei sind. In Spandau ist die Polizei uber die Mauer Zklettert und hat alle Mitglieder eines Turnvereins, darunter sogar Y anner mit weißen Bärtkn, festgestellt. Das ist die Yigxhode, um die Jugend zu einer höheren Moral zu erziehen. Es ni zu beklagen, daß der Deutsche Kaiser nicht unterrichtet ist über die dcuixcbe'Iugendpfl-ge. Sonst hätte er sich nicht in der be- kgnnten Weise „rer offizieüen staatlichen Jugendpflege annehmen konnen. . Das 11 eine Jugendpße e der systetmtiscben Korruption. Gegkn die Afterkonigstreue, ge en en Afterpatriotiskims, der dazu

dienen soll, die Jugend zum C)auvinismus zu erziehen, müffen voir

protestieren. Die bürgerlichen Parteien haben sich wetteifernd bemüiFÉ '

das Steckenpferd der Loyalität zu reiten. Der 1: '

dtxfßn Aquruck) Die- Linke hat damit io (ar denPSiFoiti Fön t : nnmsters herausgefordert; die bürgerlichen arteien haben die M die er ihnen zuteil werden ließ, wvhl verdient. Sie führen WM einen Schemkampf gegen den Militarismus- “d Komgéberger Studenten beseelte als sie sich darum

von tbnen das Kaiserhoch ausbringen sollte, 'das

den Sie (rechts) dem Volke ein uimpfcn wünschen:

Recht„ emen Goethe, eincn ichte, einen Sch'

rekigmnxren. Schillers „Räuber“ tra en dasMotto:

(Prafidxnt Dr Kaempf: Sie entiemen siÖ'vom * Diskuisioii.)_ Dteser Geist unserer großen Dichter und" "“

der die Freiheitskriege focht. Von Fch

heit nnd gleiches Recht für alles, was Mensohmantny trägt"; wg:

1 te stammt das Wort * “**,

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