1894 / 105 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 05 May 1894 18:00:01 GMT) scan diff

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LMWMÜLYWZWWÖ" . .. . ,

Pé'rsoual-Veräxzernnaen.

Königin!) Bayeristbe Amte.

Offiziere, Porte ee-Fäbnriche 2c. Ernennungen-

Beförderungen und zersevungen. Jm aktiven Heere. 29. April. Eberhard, Gee. Lt. vom 3. Inf. Regt. rinz Karl bon Bayern, kommandiert zur Gend. Komp. von der salz, mit emem Patent, vom 8; März 1889 zu dieser Gend. Komp. versest. _ 2. Mar. Ritter v. Meyer, Major vom Generalstab 11. Armee-Korps, nn 17. Jnf.cht. Orff, Volk, Major und Komp. Chef vom 9. Inf. Re t. Wrede, in diesem Truppentbeil, _ zu Bats. Kommandanten, nd“, Pr. Lt. des 9. Inf. Regis. Wrede, unter Beförderung zum "Hauptm. obne Patent, zum Komp. Cbx-f in diesem Real., _ ernannt. Göringer, Oberst-Lt. und Bats. Kom- mandeur vom 9. Inf. Re i. Wrede, in den Generalstab 11. Armee- Korps verseßi. v. Loe en, Sec. Lt. des 9. Jnf.Regts. Wrede, zum Pr. Lt. ohne Patent in diesem Truppenthsil befördert.

Yiehtauüliäjes.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 5. Mai.

In der am Freitag, 4. d. M., zunächst unter dem Vorfiß des Vizc-Präsidcnten dcs Staats-Ministcriums, Staatssekretärs des Innern ])1'. von Boetticher und sodann nnter VLM Vorsiß ch Königlich bayerischen Gesandicn 2c. Grafen von Lerchcnfeld:Kocfering abgchaltencn Plenarsißung dcs Bundesraths wurde der Entwurf eines Gessßcs, be- treffend dcn Schuß dcr Brieftauben und den Brieftauben- verkehr im Kriege, in ddr vom Reichstag bcschlosstnen Fassung angenommen. Der Reichtagsbescksuß zu einer Petition, be- treffend die Riickcrstaitnng von Zoll für ainerikanisches Pökel- fleisck), wurde den zuständigon Ausschiiffkn überwiesen. DM Vorlagen 1vcg€11Errichi1mg cines Frcibezirks in der Stadt Altona, wegen der Zochbandlung banmwobencr Wirkwaaren, wegen der Zollbebandlmig gcraubisr [MUMWOULULT Pußtücbcr und wegen der Anrechnung Und Eimlösxmg dcr BranntweinsteuerBerechti- gungL: und VLrgüM:1gc.schcin8 Winde die Zustimmung crtbeilt. Dis Rksolntion dcs Riick)siags, beircffMd die Revision des (Gesetze? iiber die Invaliditäts- Und Michvcrsickxrung, mmtde dem Reichskabzikr iibcmbicsM. Endlich warde iibcr vcrschicdene Eingaben B€1chliiß Zcfaßi,

Dic Kommission fiir die zwciichsung chZ Eni- wurfs cines Biirgcrlicbcn (Gcscßburbs für daE DU11schL Ncick) Wie in den Siizungcn vom 30. April, 1. und 2. Mai die chbibitngdn dc? die Vormundschaft iibcr Minderjäbrigc bsircffeiidcn Vorschriften (§§ 1633 bis 1725) fort. Die BOsÜanngn ch § 1644 über die Geltkndmachiig dcs IibioHnungé-reckUs sowie die Bsstimmnngcn ch „6 1645 über die Bcst-Illiiiia des Vor- munch, iiisbcsondcrc Libor die Form dir Verpfüchiung und die Eribcilmxg cincr Bcsiallmig, _WUL'DCU iiach VLM Enimurf abgenommeii, chgldicbcn dcr § 1646, welcher den Ein- fluß der im J“ 1640 bczeicbnetcn 11nfä1)igkciisgrüiide sowic ch Mangsls der MAZ) S; 1641 crfordcrlickzcn Zustimrnimig dcs EULMUUUI O'OCL' dcr nach Z? 1642 er: forderlicbcii Erlaubnis; auf dic Giiltigkc'it dcr Vc: ficllung rcgeit. Ein 21110611, die Vorschrift des " 1646 Abs. 1, wonach dic Bcstcllung cines (HZfckÜstIUnfäHich ni tig ist, auf den Fall aUszndchcn, WZNU Ein in dcr Geschäftsfähigicit Bcscbränkier zum Vornmnde bsstoÜt wird, fand Nicht die ZU: stimmung der Msbrlxii. Mucki die Borsibx'iftkn dcs § 1647 iiber die Vorausscßungkii, 1111181“ dcncxi FU'ÜCU dcm Vormund ein Ge, cnvormund zn blstLlléU ist, gelcmgisn nacb OLM EUTWUL'? znr Annabmy.

Mit einigen nicht erbkb11chcii Ncndcrmigcn wurden fcrncr dic Vorschriftcn dcr §§ 1648 bis 1657, 1659 biS 1663 iiber die FÜerng dc'r Vormundstlmft, insbcsondrre 1":er bis: Soyc fiir die Person und das Vermögsn dcs Miindcls, ebi igt. Dcr F; 1654, welchcr dcn Wirfuugskreis dcs

cgcnvormundcs näbcr bsstimmt, erhiklt den Zusaß, das; dcr Gcgcnvornmiid b&ccbtigt sein 1911, on dcm VONULUW Auskunft über die Führung dcr Vornmndsckzaéi imd Gestattimg der Einsicht dcr nuf dicscibc sick) bszicbcnch Papierc zn vcr- langcn. Im Anschluß an den § 11 016 Entwurfs wurde weiter bis friiher vorbehaltene Frags, ob 511 dem Antrag des Vormubdes auf Todchklärnng des Miindcis die Genehmigung ch Vorniiiiibscbafisxicricbis erforderlich sein und diess?) vor dcr Enischsidiing iiber die (89116131Uigung Vcrwmidtc odcr Versckzwägcrte OLS MÜUdLlS börcn solle, in bkjalwndcm Sinn beantwortet. Nach dem § 1657 soll, wcnn dcr Vormnnd die Entlassung des Mündcls uns dem Staatéövcrbanb beantragen will, das Vormundschafthcricbt vor seiner Ent- ckkeidung iiber die Genehmigiiiig des Antrags auch dsn MÜUdLl cbst hören, sofern dieser das acbtzebnic LLÖOUÖMHT vollendet hat. Die Mehrheit irat eincm Vorschlage bci, statt dcs acht- Yhnien Lebensjahres das vierzehnie Lebcbsjabr festzuftßkn.

ie Berathung der Vorschriften des § 1658und dcs friiher zitriick- gcstellten§1508 11er diereligiöse Erzisbung der Kinder wurd? bis zum Schluß des Familicnrcchts atthcsth. Dic §§1664 bis 1668 handeln von der Anlegung der Miindclgelder. Dcr § 1664 fcbryibt vor, daß der Vormimd die verfügbaren (Helder nur in der im § 1664 bestimmten Art (mich soll. Einvernehmen bestand, die Nr. 1, wonach die Anlegung in sicheren “t)potbc'kcn odcr Grundschulden an iUländischn Grundstü en erfolgen darf, auf Nentenscbuldcn an solchen Grundstücken auszudehncn und in der Nr. 2 den Schuldverschreibungen des Reichs oder eich Bundes- staats die Buchforderungen leichzustcllen, welche in das ReichH-Schuldbuch oder in das taatS-Schuldbuch Lines Bands;- staats eingetragen sind. Die Nr. 3, welche die Anlegung in Schuldvcrschreibungen für zulässig erklärt, dercn Verzinsung von dem Reich oder einem Bundesstaat, gcwc'ibrlcistci ist, cr- Zrlthr keinen Widerspruch, ebensowenig dw Nr. 4, wonach die

nlegung auch in solchen Schuldverschreib1mgcn erfolgen darf, welche von inländischen kommunalen Körpers aftcn oder von den Kreditanstalten ssolcher Körpers asien aUSgeftcUt und entweder von eiten dcr Inhaber kündbar sind oder einer regelmäßigen Tilgung unterliegen. Ein Antrag, den in Nr. 4 bczeichnxien S uldverfchreibungen die Schuldverschrcibuugen öffentlicher , rundkreditinstitute gleichzustellen, wurde abgelehnt. Die Mehrheit hielx die Aus- dehnung in solcher Allgemeinheit für bedenklich; sie i_var der Ansicht, daß, soweit derartige „Schuldverschreibungen für die Anlegung von Mündelgcidcrn sich eigneten, wie z. B:

die Pfandbriefe der Preußi chen Landschaften, die Nr. 6 des § 1664 genüge, welche [dem Bunchrath die Befugnis; beilege, zu be'timmen, daß Mündelgelder auch in anderen als den im § 1664 bezeichneten Werthpapieren angelegt werden dürfen. Die Nr. 5, wel e die Anlegung _der Gelder auch bei einer inländischen öffentli en und obrigkcitltck) bcstätigten Spar- kasse gestattet, wurde dahin _abgcäydert, „daß die Anlegung nur zu: lässig sein 011 bei einerinlätidischen offen.tlich€nSparkasse, wclche von der zustän igen Bebördc hierzu für geeignet erklärt ist. Die Nr. 6 erfuhr keine Anfechtun. Einverstanden war man darüber, daß eine-Anlegung na Maßgabe des § 1664 Abs. 2 Nr. 2 bis 4 nicht nur in Schuldocrschreibungcn auf den Inhaber, sondern auch in Schuldverschreibungen auf Namen erfolgen könne. Dagegen ergab [ich _etne Meinungsycrfchiedcnheit darüber, ob die Schuldvewchrexbungen die Eigenschaft cines Wörtbpapicrs an sich tragen mußten oder ob auch gewöhnliche Schuldverschreibungen genügen sollten. Die Mehrheit entschied sich fiir die leßtere Au fassung.

Zu einer ausfü rlichen Erörterung führten die Vor:

„schriften dcs § 1664 Abs. 3, wonach eine Hypothek oder eine

(Grundschuld nur dann als sicher anzusehen ist, wenn sie bei einem landwirthfchafilichkn Grundstück iniicrbalb der ersten zweiDrittheile, bei einem anderen Grundstück inner: halb der ersten Hälfte des Werths des Grundstücks zu stehen kommt, die Bestimmung der Grundsäße aber, nach welchen der Werth der Grundstücke festzustellen ist, den Landes: gcseßen fiir die innerhalb ihres Geltungsgebiets bc- lcgcnen (Hmmdstücke überlaffen bleiben soll. Dem- gegenüber war von einer Seite beantragt, ohne Unterschied zwischen landwirtbschaftlichc'n und anderen (Grund- stücken die erste Hälfte des Werlbs dcs Grundstücks als Be- leihungsgrcnze fcstzuscßen und danebcn zu bsstimmen, daß cine Hypothekenforderung, 81116 Grundschuld oder eine Renisnschuld zur Anlegung nicht gkwä1)lt werden soll?, wenn ihr ein einem andcren zustehendcs Recht solcher Art von erheblichem Bc- irag im Range vorgebe. Ein anderer Antrag ging dahin, cine Hypotbckdnforderimg, cine Grundschuld oder eine Rcutcnschnld 011 einem [andxvirthschaftlichcn Griiiidstiicke mir dann als sicher chen zu lassen, wcnn sis: innerhalb der ersten Hälfte oder, sofern ihr Uicht eiiie Hypo: ihsksnfordcrung, Grunbschuld, RC1119UschUlÖ oder Reallast von crbxblicbsm Betrage vorgebc, innovbalb dsr crsten zwci Dritt- tbcilc dcs Wertbs ch Grundstücks zu stehen komme. Von driticx Seiic wurde bsfürwortct, anf cine rcicbcchseßlicbc Be: stimmung der VcleihungSgrenze zu ve'rzicbjcn. Unter den Ver- tretern dicscs Standpimkts herrsche abcr iiisofern eine Meinung?:- vcrscbiedcnbeit, als die cinM dic Vcrpßichiung, die anderen Um? die BLngniß der LanchJcscYngUng aussprechcn wollten, die Grundsäßc zu bestimmen, nach welchen die Sicixrhcit eincr Hypo- thek, GrU11d1chuld odcr Rexitenschuld fkstzusicllen ist. Die Mehrheit entschied sich für diesen [thercn Standpnnkt in dem Sinne, daß in Ermangelung solcher lmidcszxkscylickzer Vorschriften der Vormund im TMZSMM _Fa11e zu priifsn haben werde, ob die .Hypoibck U. 1. ip. als sicher anznschcn sei.

Nach dem § 1665 soll der Vormund, wenn die im ," 1664 Abs. 1 bezcichncten (Heider nach den obwaliendcn Umtändcn nicht in der dort vorgesehenen Weise: an„ 21891 wcrden 151111011, von bcm Vormunde bki dci: Reichsban oder bei cindr in: ländischen Staatsbank oder bei einer landchgcscßlick) für ge: eigm't crklärisn inländischen Bank oder öffentlichen Hinter: logimgsstellc balogt wcrden. Von cincr Seite war beantragt, die Bcleguxig [)?1 anderen Bankcn als dcr NE'lkthaUk oder (“mer iiixä1idischcn Staatsbank Nicht 3115111011871. Die McHrbc'xt trat jsdoci) dom Entwurf bci.

Die Vorschriften deZ § 1666 über die Mitwirkiing dcs Gcgénbormunch bei Anlcgnng dcr Miinch- JUICY 111111de mit der Abweichimg gcncbmigt, daß diese Miiwirknng 11ich1 nur bei der im § 1664 Abs. 2 Nr. 1 bis 4, 6, sondern auch bsi der im J“ 1664 Abs. 2 Nr. 5 und dsr im ,I 1665 bestimmten Anlegung erforderlich scin Und das;, wenn ein Gegenvormund nicht vorhanden ist, an dic StLUe bc? (Bciicbmigung dcs Gegenvbrmundes die (Genehmigung des Vorm11:id?(1)Uftheric1)té5 treten soll. (Gegen die Bssiimmung ULI F1667, wonach das V0rmundschafi§gcricht dcm Vormund auI bcscmdch Gründen eine andere als die in den ZH 1664-, 1665 bestimmte Anlegung der (Gelder qcstaitcn biirf, crbob sick) kcinWidcrspruch. Auch die Vor- schriftcn 5923 ck" 1668 iibcr dic vorübergeheiide Bclcgung soichchcidcr, die nicht zu einer daitcrndcn Anlegung bestimmt sind, wnrden sachiicl) genehmigt.

Mit cinich nicht crbsblickicn Aruderungcn gelangtcn former dic Vorsci)rifj'kn dcs § 1669 zur Annahme, wclche _ von gcwisstn AuSnabmen abgeschsn _ die Verfiigung des Vormunch iibcr Forderungen und -Wcrtt)papiere dcs Miiiichs (m bis Gknclmngung des (Hegcnvormundcs Und, wenn cinsolcbkr nicht vorhanden ist, an die (Henkbmigung ch Vorn1iiiidsci)afl§gcrick)1§ _kniipfcn.

Dic BcraihimY ch § 1670, welchcr von der Ver- pflichtung OCH Yormunch bandklt, die zum Mündel- vermögcn gehörenden Inbabcrpapicre zu hinterlegen oder auf den Ramon dcs Mündels umschreiben zu lassen, wurde nicht zu Ende gefiihrt.

Dach der im Reichs-Eisenbabnami aufgestellten Nash- weisung der auf deutschen Eisenbahnen _ aus: schließlich Bayerns _ im Moziat März 1». J. beim Eisenbahnbctriebe (mit Ausschluß der Werkstätten) vor- gekommcncn Unfälle waren im ganzen 11 verzeichnen: 11 Entgleisungen und 4 “Zusammenstöße au? freier Bahn,

31 Entkzleisungcn und“ 12 Zusammenstöße in Skationcn und

195 son tige meist geringere Unfälle. Dabei sind im , an en, und zwar größtentbcils durch eigenes Verschulden, 2168 choncn zu Schaden gekommen, sowie 74 Eisenbahnfahrzeugc erheblich Und 136 unerheblich beschädigt. Von dcn bcfördertenNciscnden wur- den 4 getödtct und 8 vcrleßt, und war entfallen: je eine Tödtung auf dic Großherzoglich badi?chen StaatIcisßnbahnen und auf dic Verwaltungsbezirkc der Königli cn Eisenbahn- Direktionen in Breslau, in Köln (rechtSrl).) U11 in Bromberg, "e eine Verleßung auf die: Main-Ncckar:Eisenbab11, auf die ReichS-Eiscnbabncn in Elsaß-Lothrin 911, auf die Großherzoglich badischen StaatNisi-nbabnen, auf ie Verwaltungsbczirke der Königlichen Eisenbahn-Dircktionen in Köln (rcchtSrb.), in Köln

"(linkSTk).) und in Bromberg, auf die Königlich sächsischen

StaatScisenbaann und auf den Verwaltungsbe irk der König- lichen Eisenbahn-DirckLion in Berlin. Von Ba nbcamten und Arbeitern im Dienst wurden beim ciqentlichen Eisenbahn: betriebe 32 getödtek-und 145 verleßt, von Postbeamten 3 vcrleßi, von fremden Personen (einschließlich der nicht im Dienstbefind-

lichen Bahnbeamten und Arbeite? 11 getödtet und 13 verleßt,

Außerdem wurden bei. Nebenbe chäftigun en 34 Beamte uud Bahnarbeiter verleßt. Von den sämmt ichen Unfällen beim Eisenbahnbetriebe entfallen auf: .4. Staatsbahnen und unter Staats-verwaltuq stehende Bahnen (bei zu- sammen 35 178,13 km Betrie slänge und 968 627 426 geför- derten Achskilometern) 239 , älle; davon smd verhältniß: mäßig, d. h. unter Berück 1chtigung der geförderten Achs- kilometer und der im Betriebe gewesenen Läncn, auf der Main:Neckar-Eisenbabn, im Verwaltungsbe ir der König- lichen ßisenbahn-Direktion in Köln (rechtßrhß und auf den den Koniglick) sächsischcn Staatseisenbahnen die meisten Unfälle vorgßkommen. 13. Privatbahnen (beizusammen 2299,05](111 Betriebslänge und 30107022 geförderten Achskilometern) 14 Fälle; davon sind verhältnißmäßig auf der Krefelder Eisenbahn, auf der Liibeck-Bficbcner Eisenbahn und auf der Hessischen Ludwigs:Eisenbah11 die meisten Unfälle vorgekommen.

Der General-Jnspkkteur dcs Militär-Erziehungs- und BildUUgs:Wesens, General der Infanterie von Keßler hat sich nach Anklam begcben.

' DerkBevotllmäckitigte zum Vundesratb, Königlich baye- rJchc'sMmisieria1-Nath von Heller ist nach München (1 gerst !.

Dem Ober-Kommando dcr MarinZ sind folgcnbe Schiffs: bewegungen iclsgraphisch gemeldet: . S. M. S. „Moltke“, Kommandant Kapitän zur See Koch, ist am 2. Mai in Palermo angdkommeri und wird am 6. Mai von dort nach Gibraltar in Sce gehbn.

S. M. Schulschiff „Mars“, Kommandant Kapitän zur See (Halfter (Karl) ist am 3. Mai in Arendal eingetroffen.

DLL“ LibiÖddampfcr „München“ mit dcn abgelösten Vc: saßungcn S. ?. Schiffe Arcona“, „Nlcxandrinc“ und Maric“, TransPortfÜbrsr: Korvetth-Kapitän Freiherr von Lynckcr, ist am 3. Mai in Bahia angekommen uad hat am 4. Mai von dort die Heimreisk forigescßi.

Kiel, 5. Mai. Die beiden Panzer-Divifioncn dcs Manöver-Geschwaders sind heute Vormittag 91/2 Uhr zu einer insbrwöcbigen UchUgÖfähkt iiach Schottland resp. Norwegen in See gegangen.

Bayern.

Den „Münchener NeuestenMacbricbton“ zufolge beabsichtige der Finanz-Minister [)]: von Risdcb das:: baysriscbeDefizit, das ctwa 5 Millionen Mark bcirags, nnr vorschußwcisc aus den früheren Eriibrigungen zu bEglLil-ÜM. Da das Defizit hauptsächlich durch die Erböbnng dcr Mniriknlarbditrägc ver: ursacht worden sei, halte dor Fiiianz:Minister die Ansicht fcst, daß die Deckung 51116) die indirekten ?)icicbxzstcucrn, nicbt durcb eine Erhöhung der direktsn StaatHstcucrn Oriolgcn solle,

Sachsen.

Dia Abreise Jbre-r Oxkkajcsiätcn dss Königs und der Köiiigin nacb Sibyllcnorx ixi Schlesicn crfolgt dem „Dr. J.“ ziifolgc 1181116 Vormittag 10 Ww 30 Minuten. Der Aiifcnibalt dsr Allcrbiiibsie'n .Hcrrsckjaficn im Schloß Sibyllen- ort wird sick) voraussichtlich bis Miike Jimi crstrccken. Ihre Majestät die Königin bsabsiciUigt, sich gcgcxi EWE des Monats Mai von dort nach Briiffcl zii bcxxcbcn, um der (im 28. d. M. dns-xlbst siattfindcmdcn BENUÜNUUJ Jbrer Königlichen Hoheit dci: Prinzessin Jbsrpbibo Wi: Belgien mit Skincr Durchlaucht dem Prinzen Karl Anion von Hohenzollern beizuwohnen. Naib den Vcrmäblimxxsfoicriickß'citcn gkchlki? Jbrc Majestät 110.11) Sibychiort znriickzbfcbrsn.

N22ckleuburg-Schivcrin.

Seine Königliche .Hobcit dcr Großbcrzog gedenkt, dcn „Meckl. Nachr.“ zufolge, morgen Cannes zu vcrlasscn imd sick) VO).“[äiiflJ 111261) Mailaud zu bogchi.

S&äxschol-urg-Gotha.

Ihre Kaifcrlick)? Hobeit dic H 217,7, 0 g in ist mit Jbren König- lickanobcitcndcnPrinzcssitiiicnAlcxandrauanoatrice svibis dem Prinzen 11111) der Prinzessin Ferdinand von Numänicn lchtc Vormittag nach Darmstadt abgereist. Von dort bcabsickziit Jbrc Kaiserliche becit sich mit den Vrinzcssinncn Alexan M und Beatrice am Montag Abend nach Englaiid zu bcgcbcn, mährcnd 061" Prinz und die Prinzessin Ferdinand von Rumänien ihrs Reise nach Lugano fortsetzen, wo Skine Königliche „Hoheit dsr Fürst von Hohenzollern 5111“ Zeit verweilt.

Oesterreich-Ungarn.

Das Herrenhaus; hat dem „W. T. .“ zufolge gesicrii in zwsitcr und dritter Losung die (Heseßentwiirfe über dic Mcldungspflicht dcr Landsturmpflichtigcn, sowie die Ausbebnnng der Unfallvsrsichcrung gemäß den ngicmmgsvorlagcn angcnommcn.

Eine am Schluß der gestrigen Sißung dcs Abgc ordneten-

"l)(lUsLs cinJcbrackse Int crpcllation dcr steirischen Abgeord-

neten iiber ie Lage der in dcr Lu, loch-Höble ein - schloffcnen Personen (siehe Nr. 102, 1 3 und 104 d. * 1. unter der Rubrik „Mannigfnltich“) bemängclt die Haltung dcr Behörden bei der Rettungsmbeit, welche die Initiative Privatpérsonen Überlassen zu haben schienen. ES sci wünschens- wertk), daß der Minister so baid wie möglich eine Mittheilung dariiber abgebc, ob von bcrufencr Seite daS “ur Rettung liche mit erforderlicher Energie in Angri gcnommcn wor en sei.

Der Preßausschuß hat gestern nach langcr Debatte die in der leßten Sißung gcmacbten Negterungövorschläge an: qcnommcn, Nachdem der Minister des Innern Marquis Vacquehem und der Zustiz-Minister (Graf Schönborn ein Amendcmcnt des Berichterstattcrs Nutowski, dic agen der Kolporiage, des Zeitungsstempels und des objektiven Ver- fahrens nock) unentsYiedZn zu lassen, bekämpft hatten. Der Justiz-Ministcr Graf cl) onborn erklärte, die Regierung wolle nicht aus eigenem Antrieb Zugeständnisse machen, sondern slch darauf beschränken, gegxniiber der selbständigen Aktion des Preßausschusses Punkt für Punkt Stellung zu nehmen. Der

Minister bemerkte, er habe den KonfiSkationSerlaß nicht Zurück- genommen, ondcrn fich zur Regelung der. Frage, an denz Wege der eseßgcbung bereit erklärt. Die Regierun sei berctt, auf die vorläufige Beschlagnahme in demselben Ma e u verzichten, als in dieser Beziehung auf die Judikatur: der e- scbworcncngcricbte verzichtet wsrdc. Ihm _ dem Minister _ schwebc ungefähr das deutsche Gesetz vor. Der Ministxr des Innern Marquis Bacquehcm „bsm-xi'kte u. er., daß die Re- gierung-Zvorlage bczüg1ich der Ecthcilnng dcr Verkaqulizenzen viel günstigcr sei, als der Nntrog des Prcßausschuffes.

Bei der RcichHratbS-Ersaßwahl ;in dem_ Großgrund- bcsiH-Bczirk B0chnia:Wieliczka ist der Gutsbcsißcr Wlodek gewählt worden.

Wroßbritannieu und Irland.

In den: „London Gazyite“ von gestern wird die Ernennung Seiner Majestät des Deutschen Kaisers zum Chef des Ersten DragbncwRegiments veröffentlicht.

Die PrinzLssin Alix von Hessen ist zum BesUck) der Königin in Schwß Windsor eingetroffen.

Der Herzog von Sachsen:Coburg ist gestern Mitiag in ClarenccÖonse eingctroffen und empfing daselbst später den Bssuck) des Prinzen von Wales.

Jm Oberbausc macht?, wie „W. T. B.“ meldet, gestern der Premier-Minisier Lord Noscbexi) die Miiihsilung, er bcabsicbiigc vorzuschlagcn, das; bis Pßngstfc'ricn auf die Zeit vom 10. 1316 28. Mai 191111910151 wiirdsm. _ Im Unterhause erklärte gestern der 513166172111 dcs HandelSamts MUndella, die Englische ngikmiiig Habc bckamit gegeben, das; das (HMH iibcr dcn Branntweiiibatich auf der Nordsee am 23, Mai “71 Kraét 11616; gleich: zeitig scikn dic Oxfordcrlichéii Schritte zur Durchführung des (811€sz mit dir 9152171151661 Mrkiilbäkt worden. Im weiwrcn Verlaufe der SLZimg nahm das .HaUs dic zwsits L?simg der Bil! iibcr E11111"ÜJ1111J dcr Wählor in die Wäblsr- listen und bis Wcibircform mit 292 gcgen 278 Stimmen (111. Die gcringc Majoxiiéir ricf aiif dcm Bänkcn dsr Opposition [(micn ankl chO-i".

Das; Schwurgericbi bai Zcstcrn dcn Arnacbistcn Polti zu 10 Jabrcii 11:15 5621 Nnarcbistcxi Fornara zu 20 Jahren chmgsurbcit1167111711366. Bci dcr Vsykiimdigimg dcs Uribcils- sprnch bmnkrktc dcr NMUN“) EI sdi giit, daß imm crfmbrc, daß das englische (BMZ Ionic, die', wis dic Angeklagiyn, in Eiigland BbmbciiÄLiioUmTc Obrbcrkitcicn, «Michi: Und Mit sikLngU Strafen ir-sffc.

“Frankreich.

Naci) cixicr Mcidimg dcs „W. T. B.“ an?: Pari?) Vcr- [amici daselbst, dciß sc'iiiimiiiciw Schwicrigki'itcn, dic zwiscbcn Frankxécicb UND Portugal bcsiändkn, Tcrcgdlt seien. Der frmyösistbc (Hksaxidic iii Lissaboxi Bibbiiri wcxdc stimäcbst aiif seinen Postcii MriickkcbrM. TUI Ucbcrcinkmmmcix ent: baltc folgende 5131171116: Dic fmiizösiscbcn Missiondn in Sansibar, die von dem p:;rtiigicsisckxti KMM! geschädigt worddn sdic-n, 173111071 in ibrc Rechte wieder LiUJé'sSZk und der 510111211 (ibgcixßi 1170175211. Portngal nebmc dis borgc: schlagcne. Bcrciiibaruna iibcr chcliiiig de'r Exp1oiiicrung dcs Hafcns bon Lissabon mi. WW dic (T'iiciibabn: frage angsbk, so 75116 das Obiigaiionskapital VLBkÜkJT bleich, die gcgcmvärtigon TÖTTW *,“biltcn gsst-smpc'xi wckrdon. Ein Driikel diescr Tiiri's sVUC dix: ibncn JUWMMEUÖLU Zinstn mit Vorrechi cms: DOUE11M01)MLU dcr (Hcscllscb-Kift drbalwn, der Ertrag dsr midcrkn bcidcn Driiici dcr TiirL-Z blcibx', schrvankcnd. Di? s(btvsbcndc Schuld solle dmrcb AUSJNÖL 1181181? ObLigationcN zum Kiirsc 11021315 Fi". gcrsgelt Mrbcn. Dic uuf diese Weise crzichn Erfbarniffc wiirdcn dic sofortiqc Ve- zahlung dss „1111p511s vom ;10111'61Z9Z cm die Bcsitzcr dsr Obligationkn „nestciticn. Dic Obligationärc 1911th in dsr Vcr- maliimg dcr Gdskllfvei das Ucbcrgcwiehi hach. Dic Rege- lung dcr dcutscbcii Interesséii, dic bc'x der Linic Beira- Bcixa zu bcrücksicbiigcn goivcscn icicU, sei eine schwierigc gc: wcscn. Infolge der yon den Jnicrcffctitdn gciroffcmsn Nb- maclzungcn, dic von Tcutschland iii desi“ ibm zusicbendcn Wirkungsspbéirc gsbilligt worden skiCU, habe 93 1ic1) die französische RLgikkU11_ angclcgcn 16111 iafféU, dcr _(Tbcnanliiäi cincS Konflikts zwis )en 0811 dcntscbcii mid franszisckch Obli- gationärcn znvoxzmkmnmcn. Dic fmnzöstscbc ?)isgicrunngabc bon dcr portngicsrscbcn I)ic-Jicrmxg h111s1ch111ch dér franzöitychkn Jiitcrcsscn dic Zitsage Nklangt Und erhaben, daß die garantierten Jiiicreffcn rcgclmäfzig bczabli wcrdén wiirden.

Zn Lyon ist gcstern dcr Gsncrnl Fürron tmc!) der Be-

,iickiiiamig dcr KavaUeric-Division vom Pfcrdc Jestürzi nud

bat sicb babci Bsrchungcn „zngezogsn, infolge dcrcn LL? einige Tage das Brit biiicn und sick) schoncn muß.

Rußland. Dcr (Hroßfiirsi-Tbronfbl er ist, wic_„W. T B.“ berichtet, gestern Abend in (HaUchrna cingctrofscn.

Italien.

Wie „W. T). B.“ an?: Rom meldet, hat der König die Tcmission dcs Unichmatséckrctärs im Ministerium des Llusjvärtigcn Anionelli angcnommcn. '

Dic Dcpuiirtenkammcr scßtc gcsisrn dre Beralbung dcs Budgets des Auswärtigen fort. Dcr Minister- “Yräsident Crisp": erklärte Unwk nügcmeiner Aufmxrksamkcii des .„dufes: er könne die Angriffe der radikalen Opposition nicht un: erwidert lasscnzman babcin der Rede, die er am 20. Novembcr 1892 in Palermo chalten Habe; eine Gegnerschaft gegen den Drsibund erblicken und eine gleiche Gesinnung den wxnigen Wortsn cntnebtm-„n wollen, die Lk am 21. Aprii d. J. in der Kammer geäußert habe; endlich habe man'glaqben machen wollen, daß er die italicnischc Politik im Oricnt m den Ban_n anderweitiger Eiufliisse gestellt habe. 1892 habe er niir die Form und den Zeitpunkt der Erneuerung dds Dreibund- ,vcrtra„s, nickt aber die Allianz selbst einer Kritik unterzogen. Man abe 1611, aber mit Unrecht, des Widerspruchs zerhen wollen. Die 1882 geschlossene und dann erneixcrte Lillian? traqc einen defensiven Und kLMLU „offenFiven Chara ter. Gegen wen folie denn auch Ktalieri Krieg fuhren 113511611?- Gegen Frankreich würde es eine Éoübcrt sem, wr? er schon am 3. Februar 1879 erklärt babe, wo er guSgefuhrt babe, daß ein Konflikt mit annkreici) kein Kxieg zweier Nationen, sondern ein Bürgerkrieg sein wurde, um's er auch beute nur bestätigen konne. Zu einem Krrcqe xmt Rußland fehlten widerstreitende Interessen, Und wenn Jtalrey 1854 gegen Rußland gekämpft Habe, so sei das geschehcn, weil Rußland damals anz Europa angegriffen habe. Der Dreibund habe alsqo eine friedliche Tendenz. Wenn er stck) aber auch auflösen würde und nicht erneuert

werden fonte, so würde Italien doch sicherlich“ nicht ab- rüsten können; das könne scxbst die radikale Opposition nicht wollen. Sofort nacb Auflosung der Allianz würde Italien auf dem Meer bedrohi werden und wahrscheinlich die Freund- schaft der französischen Republik cinbüßen. Ein abgerüftetes Italien würde am Tage eines europäischen Konflikts so wie einstens dem Sieger die Kosten bezahlen müssen. Der Minister = Präsident erinmerte sodann daran, was das Land gelitten habe, als die Al en von Fremden iiber- schritten worden seien, sowie erner an das Kriegs: jahr. 1859, wo Jtalicn mit Hilfe Frankreichs die Lombardei erobert, dafiir aber die Westalpen eingebüßt habe, und schließlich gedachte Cyispi mii tiefster Trauer der Zeit, wo Italien wegen seiner Nicdxrlagen bei Custozza und Lisa sich nicht in den Besiß dcr Ostalpen habe scYe-n könnkn. Es sei also nicht patriotisch, Italien abgerüstet und schwach sehen zu wollen. Nur ein Sieg würde -talien alle seine natürlichen Grenzen gegeben haben. Er wei ? dikBehauptung zurück, daß die Voliéik Italiens “im Orient sicb der Politik der verbündeten Mächte iintcrgeordnei habs; das sei nicht wahr. Die Bulgaren hätten den Prinzen Fsrdinand von Coburg aus freiem Willen zu ihrem Souverän gewählt. Er (der Minister) babe sick) später als Minister-Präsident der von den iibrigen Mächten gewiinschten Entsendung cines Kommiffars nach Sofm wxderseßt, weil er den freien Willen der Bulgaren geachtbi babe. Zur Be- kräftigung dieser Behauptung verlas CriSpi mehrere diplomatische» Aftenstückk, die darthun, daß er als Minister des Auswärtigen dem Prinzip gsbuldigt babes, den freien Wiücn Bulgariens zu respcktiercn. Bei dieser Gelegeitheit, erklärte der Minister-Präsident, habe er im (Hsgensaß zu den An- sichth Rußlands, der Türkei und selbst Englands gcstandcn und er habs diefe Ansichten besiegt. Dies spreche er aus mit dem Gefühle des Stolzes nicht für séinc Person, sondern für das Land. Keine Frage sei im Orient aufgeworfen worden, in dcr Jxalicn eine Nebsnrollc adspiclt hätte, Im Orient habeJtalicn keine andere Politik vcriolgt, als diejenige, die fdincn eigenen Intchffén am besten Entspreche, nämlich die Erleichterung der friedlichen Entwickdlung aller Nationalitäten. Er habe übrigens von dem Vorredner die sehr alte Jdke wieder- holen hörkn, daß Oesterrei -11Ugarn dcm Gkschick der Auflösung ciiigegßngehe. Er erkläre, €sterreich-Ungarn hab: eine derartige politische und militärische stenskrast, daß cS sick) wohl kaum auf: lösen werde. Wenn sich dieses Reick) auflösen sollte, so würde dies ein Unglück für Italien sein, denn es wiirde damit sein Bollwerk gegen den Orient verlieren. Die Wslt schreit? weiter: von ]eßt ab habe die Nationalitätenfrage nicht mehr die bobo Bedeutung wic in den letzten 40 Jahren. Die mensch- lichen Fragcn träten gcgkiiüber den nationalen mehr und mehr in den Vordergrund; man könne die auswärtige Politik nicht mehr von dcm Standpunkt betrachten, den Mazzini 1854 eingenommen babe. Jene, die fiel) in dem Hause für die geistigen Führer auf dem Gebiet der äußeren Politik hiclti'n, wiirden von jeizi ab die Nrriéxre-(Harde bilden. Dcr Abg. meriani erhielt füreine gegen Oesterreicb-Ungarn gericbtcte Aeußerun, einen energischen OrdnungSru. Dcr Ministchräsident »rispi vcrsuchtcalsdann den Abg. andolfi zu bewegen, die von dicsdm beantragte Tagcßordnung bezüglich Zinkr allgemeinen Abrüstung und Einseßung von Frieden?:- 1c_1)ied6gcrichien zurückzuziehen, und führte aus, die Kammer konne dock) Lian so abstrakten Beschluß nicht zustimmen, BczüZLich einer Abrüsiung babs er 1877 auf Ersuchen (Ham ctta's mit dem Fürsten Vißmarck Über die Durchführ- barkeit cines Abrüstimchverirach verhandcxlt. Der Fürst Bis- marik, dcr diyscr Idee nicht gcgiicrisck) gcwescxi sei, habs damcils erklärt, daß solche Versucbc noch immer gcschcitcrt icicn. Dcr MinisterWräsidcni schloß mit den Worten: „Seit fünfzehn Jahren bin 'ich bemüht, babin zu wirken, daß die internationale Politik sich den Frisdsii als höchsteß Ziel seße. Niemand kaim den Krieg wéinscch.“ Mr Abg. Pandolsi imbm dic Erklärungen zur 516117111613 umd zbg die beantragte Tangordmmg zuriick. Hierauf nmrdk dic Sißung geschlossen.

Belgien.

In dem Bcfinbcn dcr Psinzcssin Clcmcntinc ist, nach eiiicr Meldimg 566 „W. TV.“ (11:5 Briiffel eine wesent- liii)c Besserung cingctretcn. Dicsi'lbc ist fast Vollständig wicdkrhcrgcstkklt; indessen hat der Arzt dck Prinzessin noch Schomma auferlegt. ' _

Gsriicbtwcisc verlauict in Brüssel, infolgc dsr ]i'mgstcn anarchistischen Aticntatc in Lüttich werde die Reprä- sentantcnkammc'r demnächst damit bcfaßk werdcn, Ixiisiiabme- maßrcgcin zu bcratbcn,

Serbien.

Die serbische chicrnnq hat, wie „W. T. B.“ meldet, den Vorschlag dLL“ biilgarischen Ncgicrimg zur Einscßung cincr gemischtcn Kommission behufs 111110rsUch1mg ch serbisch; bnlgariscbcn Grenzkonflikt-Z angcnommcn und zwci Dclcgirtc Ernannt. .

Dcr Kassations:(Hcrichishof hat in einem Prozesse gegen ein radikales Blatt, das 021151011113 Milan be1cidzgt battc, dcn Ukas, wodurch der Kömg Mll0n als Mitglied des Königshauses anerkannt wnrde, fiir ungültig erklärt. _ Einer Meldung der „Kölnischen Zeitung“ zufolge haben der Vorsißcnde und der Richter des Gerichts erster Instanz, welche den dcn König Milan bctreffcndsn Ukas als vex- fassnngswidrig erklärten, anf Aufforderung des Insttz: Ministch ihre 6211101 1“ Ung gc'nommcn.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Schlußbericht Über die gestrige Sixzung des, Hauses der Abgeordneten befinde't sick) in der Ersten Beilage.

_ In der heutigen 64. Sißung des Hauses der Ilb-

Zeordneicn, welcher der Fimmz-Minister ])1'. Miquel

eimohnte, wurde zunächst mitgetheilt, das; ein (cheß entwurf, betreffend die Fischcrei der Ufcreigent[)u_mer an dyn Privaiflüssen der Provinz Westfalen, emgcqangdn lst. ' In der alsdann fortgeseßtcn Bergthung des Berichts der Budgetkommission iiber die „Finanzlage des preußischen Staats, über welche Wir in dcr qutags- Nummer d.Bl. cxuszx'ihrliäZl berichten werdcn, nahmen bis zum Schluß des Blattes dic bgg. ])1'. Ennecc'erus (111.1 _und Rickert (frs. VggT)L und hierauf der Finanz - Mimster ])r. Miquel das ort.

Nr. 18, der .Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundbettöamis“ vom 2. Mai hat folgenden Inbalj: Gesund- heitsstand und „Gang der Volk'sk'rankbeiten. _ Gesundbeitkftand und Sterbefaüe, Marz. _ Zeitweilige Maßregeln gegen Cholera :c. _ Dx [. egen lecktvaus; _ Geseßz ebung 11. 1.119. (DeutscbeSR -) Vie seu l_n- achrtcbtendtenst. _ chaumburg -Livpe.) Oeffantli Schlachtbaizser. _ (Oesterreich,) Lederfleiscb. _ Tirol und Vorarl- berg.) Trtnbvafferversorgqng. _ (Niederländisch-Indien.) Vieh- seuxben; __ Gang der Thierseuxben in Ungarn, 1. Vierteljahr. _ Zeitweilige Maßregeln egen Tblerseuchen. (Deutsches Reich, eußen, Elsqß-Lotbrmkgen.)' _ echtsYrechung. (Ober-LandeSgericht üncben.) Blei iind blethasttge Gegenstande. _ Verhandlungen von geseßgeben- den K'orpersÖaftxn. (Deutsches Reich.) Zulassung der rauen zum arzilrchen Studium. _ Vermischtks. (Deutsches Rei .) Jahres- bericht; dcr Gewerbe-Aufsichtsbxamien, 1892. (Oesterreich. Wien.) DeStnsLYitonsdpparate 2c. _ Gejchenkliste. _ Monatstabeüe über die Stxrbefaüe m deuthhen Orten mit 15000 und mehr Einwvbnern, Marz. _ Dkßgl. m grkklßerkn Orten des Auslandes. _ Wochen- tabeUe 1":er die Sterbcfä e in deutschen Städten mit 40000 und mehr Einwohnern.._ Des 1eich€n in größeren Städtkn des Auslandes. __ Erkrankungen in Kran eribäusern deutscher Großstädte. _ DeSgl. in deutschen Stadt- und Landbezirken. _ Witterung.

Nr. 18 des .aniralblatts der Bauverwaltun “, beraus- gegeben im Ministerium der öffentlichen Arßeifen, vom 5. Mar, bai fosgsnden Inhalt: Die Wasserstraße durch die kanadischen Seren und ihr Verkehr. _ Erlöserkirche und Pfarrhaus in Rummel's- buri]. _ Querschmttéöformqn eiserner Schwellen. _ Zum Wieder- bersieÜungsbau' der Ktrche m Usedom. _ Vermischtes: AuSwitte- rungen des Zuxgelmauerwsrks. _ Woltmann'scher Flügel. _ Das symmetrisch; Eisenbahnwagenrad. _ Ausfuhr bon okomotiben aus dsn Vsretmgten Staaten. _ Nsuc Patente.

Verkehrs-Anftalten.

Am Montag, 14. Mai, kommt ein Sonderzug zu ermäßigten Fa'brbretsen von Berlin nach Coswi i. Anh. (Park Von Work: ) und D€s1a 11 zur Beförderung. er Zugfährt 6,25 Vm. pom An ali-Dresdener Babnbof ab und trifft in Coswig 8,57 VM„ in Dessau 9,30 Bm. ein. Die Rückfabri ist am 14. Mai nur mit dem Sonderzugc, 10,5 Abends aus Dessau, 10,47 aus Coswig, 1,29 Nachts xn Berlm „zulasfig; sie kann aber auch am 15. Mai m1t emem _um dieselbe Zcit Verkehrenden Sonderzuge und mit den fabr- ylanmaßigen Pexsbnenzü en, am darauffolgenden Tage mit sämmt- lichen fabrplanmaßigsn" c'rsbnenzügen angetreten Werden. Die Be- nußung yon Skbncüzugkn ist auch gegen Nachlösung von Zuschlags- karten nicht gestattet. 'Zur Ausgabe gelangen drei Tage gültige Sonderzugfabrkarten [)(IL' der Fabrkarten-Auxßgabestelle des Anhalt- Dresdxiier Bahnhofs und m Groß-Licbterfelde. (Ein Vorverkauf findet im Jnvabdendank, „Markgrafenstraße 51:1, statt. Die Fabrkartenpreise betragen für Hm- und Rücksabrx: von Berlin nach CoSwig 6,60 e/jß _11. Klasse?, 4.40 «46 111. Maße, von Berlin nach Dessau 8,00 „46 11. Klasse, 5,30 M 111. Klasse, von Groß-Lichterfelde nach COZwi 6,10 W 11. Klasse„ 4,10 „74 111. Klaffk, rom Groß-Lichterfelde nacß Dsffau 7,40 „113. 11. Klasse, 5,00 «jk: 111. Klasse. Freigepäck wird nicht gkwäbri.

Theater und Musik.

Im Deutschen Theater ist dsr Wochcn-Spielp1an folgender- maßen festgkstellt: Mqrgen und 'am Mittwoch: „Geographie und Liebe“, Montag: „Kön! Lear“, Dienstag,Donnerstag und Svmiabknd; „Der HM Senator“, reitag: „Der Talisman“. '

Das Bsr linch Theater bringt Scribe's Lustspiel .Das Glas Wasser“ mit Ludwig Barnay als Bolingbroke morgen Abend und am Freitag (37, Abonnements-Vorstkllung). Für Montag ist eine Wieder-

olung dcs Lustspicls .Ksan' angcse*t mii „.;dwig Warmn) in dcr TiLel- rolle und Stephanie Hrldburg Vom e“iadttbeatczr zu Hamburg als Anna, und für Dienstag eine Auffübxung Von Paul LindaU's Schauspie! „Maria und Magdalxna". Am Mittnxocb kinder die: einmalige Aufführung der gklcgsntltch der Hochzertsfetcr am ofs zu CobUrg dargcfieüten beiden Einakter „Doktor Robin“ und ir ch mir“ staii; in bcidc'n wird Ludwig Barnay die fübxende RoÜc spielcn. Den Bescblnß des Abends macht ' xn theilweise neucr Bescßung Moliérés Lustspiel „Dcr Gerztge', in der Titelrolle bon Ferdinand Suske dargesteüt. _Am Donnerstag wird Ludwig Barnav zum vor- letzten Malexiß Txielroüe in Brachbogc'l's Schauspiel ,Narziß“ dar- stelien; für Sonnabknd ist eine'Wisderbolung von Jbscn's „Rom" mit Auguste Prasch-Grevenbexg m der_Titelrolle angeseßt. Mor en NaYnittag ng1 zu crmaßtgten Prstscn Shaksspeare's „Ham ct“ _ m eene.

Jm Lessing =Tbeatcr wird Edmond Goudinct's Lustspiel „Immer zerstreut!“ („176,19 (19 11110656“) am Mittwoch zur erstsn Aufführung gelangen und sodann am Frsiiag und Sonnabend wieder bolt wkrdkn. Morgkn, am Montag, Dienstag und Donnerstag wird die Doppelborstellub yon'.Niobe“ und ,Orisntreisc“ wiederholt.

Jm Friedri -W11b€1mstädiischcn Theater geht am nächsten Freitag Zellkr's Operette „Dkk Voqubändler' zum 150. Mal in Scene. Der Komwnist bat smn Erscbkinen in Auss1cht gesteüt. Am darauffolgenden onnabend gslangt in nenkr Einstudierung und mit durchweg nkuer Besetzung der Haubirollen dic: dreiaktigc komische Oper von Charles Lecocq ,Giroflé - Gtrofla“, we1chc mybrcre Jahre nicht gegeben wurde, zur Aufführung.

Jm Residenz-Tbeater wird dcr Schwank „Dcr selige Toupinel“ von Vision in ncusr Einstudikrung zur Aufführung vorr- bereitet. Von Meilbac'F Schwank „Décorirt“ findck deshalb morgen die [eßic SonntYs-Vorstellun statt.

Kirstein's cbauspiel „Zerstörtes Glück“, das ge enwärtige Repertoirsstück des Neucn “' beaters, ist außer in ien und Breslau auch in Steüin und Bkrg (Direktion Brandt) zur Auf- führung angenommen worden. Von Halbe's Drama „Jugend" findet morgen Nachmittag 3 Uhr die 150. Ausfiihrung siait.

Im Theater Upter den Linden bleibt Offenbacb's „Pariser Leben'“ nur noch bis 61111ch1i€ß1ich Mritwoch auf dem S ielplan. Am Donnersia folgt dic erstmali c Aufführung dc'r Straußxcben Operette „Cine Na 1 in Venedig“. „ZM _Dircktor Xrißschc bat das Werk nc'u inscenicrt; dic „Hauptrollen sind mit dcn Damen Andrée, Brock), Grimm-Einödsböfer, Kluge, Komorowska und den Hsrren Steinberger, Meyer, Scbulex, Matscbcg bcscßt. Den u1ufika1ischenTheillettet 53er Kapellmeistcr Fcrron. Das Bnklct „Farfareuo“, in Welchem die Prima Ballerina Signorina Carolina Elia und der Primo Ballerino Poggiolefi hervorragMd beschäftigt find, bleibt daucrnd auf dem Spielpkan.

Jm Zentral-Theater JCLÜUYT morgkn mit Emil Thomas als Gast .Der Millionenbauer“ bon ». ax Kretzer zur Aufführung.

Das Krolkscbe Etablissement wird auch in diesem Sommer seine Säle und den schönen Garton dcm musiklicbenden_Publikum Berlins wisdcr Öffnen, aber ck Werden nur Orchcstsrausführungen stattfinden. Für das neue, „unter Leitung der Konzertdirektion Zerrmann Wolff organisierte, aus 52 Musiksrn bestehende

rcbester ist Herr KapßYmeister Paul Perl! gewonnen worden, der längere Zeit an der Hamburgkr Oper untxr Hofrath Pollini mit roßem Erfolg thätig war. Der Beginn der Konzerte findet noch im „aufe dieses Monats statt.

Zu dkn Unterhaltungskostcn des .ncu zu crbaucnden Stadt- Theaters in Bromberg hat, wie dte ,Na1.Ztg.' erfahrt, Seine Majestät der Kais er für mehrere ngre eme jahrlicbe Zuwendung von 10000 „56 aus AULrböchstsetner"P_r1va1schatu11e bewilligt. Mit dem Neubau des Tbcatcrs fol] M1 nachsten Frubjahr begonnkn werden.