1894 / 106 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 07 May 1894 18:00:01 GMT) scan diff

Gesänge, Fest- und Kriegsmyfik zu Deutschands Ruhm und zur Er- Ümenms an Freund und ““_emd', die einbettlicb unter dem Namen Lätan zusammengefaßx' „d und Melodien und Weisen aus fechs Jobrbunverten. um t ck 111 *vafflicher Bearbeitung umfassen;

s letztere tück schlo 'mit der preu ischen National- bymne, ab, die in fast erwältigenden, aren Tonmaxsen den weiten Naum xrfüllte. M1t Ihren Majestäten dem Kai er und der Kaisertn hatten sich alle Hörer bet der Hymne von ihren

Pläken erhoben. Den Schluß der Aufführung bildete wiederum mächtige Fanfaren-Musik. und als die Majestäten die Loge verließen, batten axle Anwesendm'fichwon den Plätzen erhoben und stimmten aus begeisterterx Herzen 111 cm erneutes Hoch auf Seine Majestät ,den Kaiser cm.

Im Königlichen Oxrrnbause werden morgen „()Malwria 1'1'15131081111“ und .Der Bar ter von Sevilla" (Frau Herzog, Herren Lteban, Bulß, Mödlinger) ge eben.

In, der 111orgen zurn Be en der Genossenschaft deutscher Bühne::- angebortget tm Königlichen Schauspielhauses stattfindenden Neyauffubrung v_on Shakespeare's „Wintermärchen“ wird Kapell- me1ster Sucher dre Fl_otow'_sche Mufik dirigieren. Die Uebersetzung von_FranzD1ngelstedt rst beibehalten; indessen wurden des Bearbeiters Zysaße entfernt und verschiedene von Dingelstedt gestrichene Scenen Meder berÉeft [[t- *

Am onntag, dein ersten Pfingstfeiertag, kommt im Deutschen Theater „Geographie und Liebe", am Montag, dem zweiten Feier- tag, .Der err Senator“ zur Aufführung,

Jm 'erkiner Theater ist für diE Pfingstfeiertage fdigender Spielplan festgestellt wordrn: Sonntag (1. Feiertag) Nack)- mrttags „Eva“; Abends zum leyten Male .Narciß' mit Ludwig Byrnay in der TitelroÜe; Montag (2. Feiertag) Nachmittags „Julius Casar“; Abends „Das Glas Wasser“. Am Dienstag findet eine Ge- sammtaufführung der Schiller'scben WaÜenstein-Trilogie statt, so zwar, daß am Nachmittag .Wallenstein's Lager" und „Dic Piccolomini' zur Darstellung kommen und Abends mit „Wallensteiws Tod“ der Beschluß gemacht wird; Stephanie Hildber vom Stadt-Tbeater zu Hamburg wird in diesc'r Vorstellung die The la spie[en, während Ludwig Barnay sowohl in der Rack)- mittags- wie in der Abcnd-Anffübrung dsn Wal'lenstein darstkllen wird. _ Der. Billetverkauf zu sämmtlichen FeicrtagIdorstellungc-én (sowohl Nachmittags, als Abends) bat beute Vormittag an drr Kasse des Theaters begonnen.

Für die Wiederaufführungcn Von „Madame Sans-Göne“ mit Jenny Groß in der Titelrolie, „welche an den beiden Pfingstfeisrtagen und dem darauf folgenden Dtenstag im Lessing: beater :akt- findet, hat der Vorderkauf der Eintrittskarten an der Tageskasse be-

kkits begonney. „_ Den Dtrektoren des Konssrdatoriums Klindwortb- Amalie Joachim

Scharwenka bierselbst ist es gelungen, Frau durch einen mehrjährigen Kontrakt fiir ibr Institut zu“ gewinnen. rau Joackyim berlkgt am 15. Sa tember d. J. i_bren ständigcn Wohn- Z von Münckoen nach Berlin. .aneldungen für ihre (11111.Oktobcr eginnenden Lehrkurse in der Gesangskunst sind von jeyt ab an die Direktion des Konservatoriums Klindwvrtb-Scharwenka, Potsdamerstraße 20 und 35, zu richten.

Brrlin,

Mannigfaltiges.

Die Trauerfeier für den verstorbenen Chef des Wkltbauses Rudolph Herßog hat heute unter Betbeiligung Tausc-rnder in erbebender Weise stattgefunden. Die Dreifaltigkritsktrcbe, die Stätte der weibkvollen Feier, war in einen ernstxn Trauerraum umgewandelt. Die ganze Altarnis e rvar schwarz außchblagen, nur die drei Axtar- bilder, die der Entchlafen? zum 200 jahrigen Jubiläum der Kirche- estiftet hat, Waren frei geblieben. Das_ mitteLstL derselben teUt den gekreuzigten Christus, das linke die beiden Propheten, die auf die Leiden Cbristi binMisen, das rechte Johannes und Maria dar, die über den Tod des Heilands trauern. Ein Palmenbain umgab den vor dem Altar aufgebahrten Sarg aus Eichenholz, den kost- bare Schniyereicn zierten. Schon vor Beginn der Frier waren über 800 Kränze im Geschaftshaus und in der Priwatwobnung des Ver- storbenen eingegangen. Nur ein Theil derselben konnte in den Geschäfts- wagen des Hauses nach der Kirche überführt werden, da der Altarraum für alle Palmen und Kränze bei weitem nicht laß bot. Unter ailen Spenden der Liebe und Verehrung zeichnete fi vor aÜem der Riesen- kranz aus, den das Gesckyäftspersonal „seinem hochberebrten, under- gkßlicben Chef“ gewidmet hatte. Der Stadtrath zu Karlsbad hatte „seinem unbergeßlicben Gönner uiid Treuen Kur ast“ einen Kranz mit breiter, schwarzer Scbleife gewidmet. Die edérxkrede hielt der greife Pastor Stechow, anknüpfend an das Pjalmcnwort vom

Leben, das , wenn es köstlich, Mühe und Arbeit gewesen. Der Trauer-xug, den 220 Haußdiener des Geschäfts mit den Kranz- svendeir eröf'neten, bewegte sicb durch das Brandenburger Thor und durch die FriedenSallee naeh dem Trauerhaus in der Roonstraße, von desxetz Zinne drei schwarze Fahnen webten, während die Fenter des Ar Nissimmers mit Flor und Trauerfabnen _umfäumt waren. In [an samem Zu e gixtg es am Trauerbause vorbei und dann hinaus na dem Kir bof m der Liesxnstraße, wo hundert Angestellte des Laufes mit Palmen Spalier bis zur Gruft bildeten. Unter ernstem ebkt erfolgte dann die Betseßung.

Der Verein Mädchenhort hielt am Sonnabend im Bürger- saake des Natbbauses unter Vyrfiß des Direktors Rose seine 10. Jahres- Versammlung ab. Der Verein bat „im [eßten Arbeitsjabr in seinen sechs Anstalten 364 Mädchen in 1hrer fcbulfreisn Zeit erzogen, in Hand- und Hausarbeiten unterwiesen und zur Anfertigung der Schul- aufgaben__angehalten; 97 wurden im Laufe des Jahres neu aufgenommen, 91 entlanen; zwei davon starben, eine schied wegen Krankheit aus, 5 wegen Konfirmation; 27 verließen die Anstalt, weil sie zu Hause genbraxicbt wurden, 16 wegen Veränderung der häuslichen Ver- baltmffe, 4 wegen Umzugs; 22 bliebcn ohne Angabe des Grundes weg, 10 wurden wegen schlechten Beiragenß ausgeschlossen. 4 von der Ge- sammtzabl der Zöglinge waren Waisen, 149 Töchter von Wittnwn, 15 Töchter von Wittwern, 29 solche von Ebederlaffenen. Die Mehr- zabl stand im Alter von 8 bis 11 Jahren, über 13 Jahre? alt waren 1111r 11. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich besuchte wtcderbolt die Anstalten , die in den zehn Jahren etwa 2000 Mädchén in Obhut gkbabt haben. Die städtischen Behörden be- willigtcn einen jährlich€n Zuschuß von 1500 «M und über- w1esen in zwei Gem€ind€schulen mietbfrric Räume. Dic Fraurn- Krupps der Vsrsinigung für soziale . ilfSarbeit stkute Helferinnen. Gevlcmt werden neue Horte im Südos cn, im Osten und m Moabit. Der Kassenbericht wies mit Einschluß 131111 1365 «14 Bestand 20 704 «M Einnahmen und 19 725 „151 Auégaben aus, 17011 welch leßtcrer Summe 8927 .“: zinsbar angrlegt worden sind. Das Vermögsn des Vereins betragt zur Zeit 36 466 „;ck.

Kapitän Spring,*_Kaiser11cher Lieutenant z. See d. R., dsr fich mebrczre Jahre in Ost-Afrika aufgehalten und die Interessen des Anti- fkkaberei-Comiiés dort Vertretsn hat, wird morgen Abe'nd in der Ur a n i a seine Reisecrlebniffé und Kämpfe mit den afrikanisohen Stämmen in einem vonzablreichn Lichtbildern begleitetenVortrag „V 1111 Bagam 0190 nach dem Victbria Njansa' schildern. _ Am Donnerstag wiederholt Herr Profefwr ])1'. MülU-nboff seinen Vortrag „Ueber Luftschiffahrt', am Sonnabend den „119511: den Flug dss Menschen".

Vor dem Deutschen Sprachbereiu Berlin wird morgkn Abend 8x _Ubr im Wirtbsbause zum Schaltbkiß, Potsdamerstr. 13, «Herr. Prediger a.D. Vr. Schradc'r einen Vortrag Halten über: .Das ZKM) in sprachlich€11 Bildrrn und Gleickyniffsn". (Gäste sind wikl- ommen.

Das 1113112 Orckyrstcr des _Kroll'schen Exablisskments, welcbls, wie chou gkmeldet, Herr, KareUmeister Paul Prill leitet, wird in jeder oche ein Symphoniekonzert psraystalten. Einen sebr qugenebmcn Aufrntbalt wird die große Terram? an der östlichen Hauptfront waäbren. Diese in Halbstockböbe gclegene, bisher unbe- nußte Terrasse mit dem Ausblick auf den Königsplatz und den Thier- Mrten, ist sorgfältig renoviert WWW und erhält eine Zeltüberdacbung. „ie Terrasse! wird mit WWW und Stühlen bcseizt; bier sowie auf den angrenzrndrn Skikentkrraffrn werden gegen tausend Pexsonen im

reien bequem Platz finden. Die Wikdc'rckröffnung des Kroll'scben tabliffements ist 1111: Ende dieser Woche in Aussicht genommen.

Bromberg, 6. Mai. Jahr 1895 hier geplanten

Das vorbereitende Comité; der für das Jndustric- und Gewerbe-Aus- stell111tg hat seine Arbeiten bekndet. Wie dir „Ostdeutsche Presse“ mittbeckt, smd bereits 70000 916, als Garantiefonds gazeichnet. Für den Abend des 10. Mai ist eine allgemeiné Versammlung aUcr Gewerbetreibenden 1111d Jntersffcnten anberaumt. Das Comité wird über seine bisbsriae Thätigkrit Bericht erstatten und dann die Wahl Links definitiVe'n AuSstcÜungZ-Comités beantragen.

Cuxhaven, 5. Mai. 2361 Nordweststurm stieß [auf Meldung 1163 „W. T. B.“ heute Mittag der Bergungsdampfer „Newa“ aus das Wrack dks „Daoiz“ (?), sodaß dsffcn Propeller in ÖM Néaschinénraum der „'New-1“ drang und- letzter? sank. Die Z.)?ann- schaft wurde bis auf den Kapitän gerettet. Die Lkiche ist auch bereits bier angetrieben 1111d geborgkn.

Vom Rhein; Soeben ers ien Flugblatt Nr. 140 des Vereins für christliche Volks ildung „Was uns nothtbut: Dieses Flugblatt ist zur Verbreitun in Gemeinden, Vereinen Sonntagsscbulen :e.“ zu empfehlen. r _für 100 Exemplare 1,50„«( ohne Porto; zu beziehen durch den ekretar Goerke in M.-Gladbach„

Graz, 6. Mai. Ueber die RettungSarbeiten an der Lugloch. böhse wird dem „W. T. B.“ weiter berichtet: Heute Wurde eine ßebezt Meter starke Wand nach dem Luglocb durchgesch[agen Und amii der Tümpel erreicht, von wo ein noch ..nundierter Kamm aufzusteigen beginnt. Im Laufe der Nacht Wird der Versuch gemacht werden, durch Sprengung in den trockenen Theil des Kamins zu gelangen. Im Fall dieser „Versuch, resultatlos bleiben sollte, wird die Stauvorrichtung xn Tbatrgkeit gesetzt werden, um den Wasserstand zu verringern Und in den Kamin eindringen zu können. Oberhalb des Schlurfs gräbt nian einen „Stollen, welcher morgen Fertiggestellt wird und die Ver- bindung Mit dem öblcn-Jnnern vertmtteln soll. Der bekannte Kunst. schwimmer Grorbeltstgestern Nachmittag von Wien nach der Luglochböble gbgererst und 119111 versuchen, durch eine Leine eine Verbindung mit den in der öble Emgescbloffencn herzustellen, um die Beförderung von Lebensmitteln und die Erleuchtung der Höhle zu ermöglichen. Der Minister des Innern bewiüigte die Mittel zur Reise und bat die Behörden angewiesen, Grocbe1bestens zu unterstüßsn. (Vgl. untsn dW Tel. Dep. nach Schluß der Redaktion,)

Mailand, 6. Mai. HLute Mittag fand die feierliche Er- offnng der Ausstellung in Gegenwart des Königs und dsr „Kökllgtn„dks Mmister-Präfidenten Crispi, der Minister BoseÜi und Bachllt, der Vertretungen des Senats und der Kammer, sowis der SptZFn der Zivil- und Militärbehörden statt. In einer mit roßem Ecifall aufgenommenen Rede erklärte dem „W. T. B.“ zu- olge der HandekH- und Ackerbau-Minister Boselli die AussteÜung im Namen des Königs für eröffnet. Die Majestäten, welcbe überaÜ mir begeisterten Kundgebungcnbegrüßt wurden, sprachen ihre voÜe Be- friedigung iiber die glänzende Ausstellung aus.

Haag, 5. Mai. Die Königliche Kommission, welche unter dem Vorsiß des Ministers Lely das Projekt der Trockenlegung des Zutdersees berietl), hat ihre Arbeiten beendet. Von den 26 Mitgliedsrn der Kommisfion find, wie dem „M. T. B.“ berichtet wird, 21 für die Trockenlegung dss Sees und für Errichtung eines Damms von Nordholland bis nach Friesland. Die Kosten werden auf 189 Millionen Gulden veranschlagt, oder auf 315 Millionen mit Zinseszinsen; darin sind die Kosterz für die Vertbeidigungsmaßregeln und süx die Schadloshaltung der Fischer des Zuidersees einbegrifirn. Die Kommission empfiehlt einstimmig, die Arbeiten durch den Staat ausführsn zu kassen. Durch die Trockenle ung des Sees würden 190 000 118. Boden im Werthe Von 326 Mi ionen Gulden gewonnen werden.

Antwerpen, 5. Mai. Die; Jnternationak-x Ausstellung Wurde heute in Gcgenwart des Königs, der Königin, der Prin- zessin Clementine, des Prinzen Karl von Hohenzollern sowie des Grafen und der Gräfin von Flandern frierlich eröffnet. Der Präsident des Ausstellungs-Comités Graf de Piet Roose 6190 dem „W. T. B.“ zufolge die EröffnungSrede, worauf König Leopold mit einem Hin- weis aus die hohe Vedéutung der Ausstellung erwidsrte und fie für eröffnet erklärte.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen. '

Spandau, 7. Mai. (W. T. B.) Seine Majestät der Kaiser begab Sick) heute Vormittag bei einer früh 61/4 11 r angetretenen Havelfabrt anläßlich eines in der Ort: schaft atow auedebrocheyen Feuers dorthin, alarmiert? dis hicstge Garnison und zog sie zur Hilfeleistung heran.

Graz, 7. Mai, 10 Uhr 30 Minuten Vormittags. So: eben ist der Taucher 111 die Lu loch-Höer ein: gedrunqen. Er giebt an, da_ß ?ämmtliche Ein: geschlossenen leben und daß deren Rettung zweifellos sei.

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in dex Ersten und Zweiten Beilage.) .

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t.vom 7. Mai, oraens.

SÜDWLst.

[and find stellenwrisk; geringe Niederschläge JLfÜÜLU. Ueber De'utschland ZILHM ober? Wolken UWlst aus

Schauspieibaus: Donnersta : Frauen. Der eingebildete

rich von Homburg.

Deutsche Seewarte. Montag: Das Wintermärchen.

Stationen. Wind. Wetter.

Meeressp. Q

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rsd. in Mllim. :- in 0 Cslsms

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Temperatur

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halb bed. halb bed. ngen wolkigl) wolkig bedeckt Regen _ bedeckt

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' WF. . “761“ NRW ki . . . . 761 S Tekeft . . 762 sti 1) Dunst. ') Thau. 3) Thau. 4) Thau. 5) Thau.

Uebersicht der Witterung.

Die Witterung West-Europas sieht unter dem Einftuffe einer umfangreichen Depressioxt, derer; Kern : auf dem Ozean westlich von Norwegen liegt. wahrand

über Rußland der Luftdruck andauernd bock) und

[ei mäßig vertheilt ist; bei schwacher vorwwgend üdötlicher bis südwestlicher Luftströmqu ist das Wetter in Deutschland überalT „wärmer, tm Wneten _ meist trübe, im Osten beiter, d1e Temperatur na ert sich wieder ihren Mittelwertben. In Westdeutsch-

baus.

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Sevilla.

.“ hasZibed' 1110 g , Regen Dirigknt: bedeckt 7? Uhr. wolkia beiter?) halb bed. Eiter wolkig heiter bedecktz) bedeckt wolkia

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führung: grm. Puppeufee.

Theater - Anzeigen.

Königliche Ickausp1e1e. Diknstag: Opern- 117. Vorstelkung. onna (Bauern - Ehre). von Pietro MaScagni. namigen Volksstück von G. Berga,

Obsr : Regisseur Teßlaff. Kapellmeister ])1'. Komische Oper Gioacbimo Rossini. von Cesar Sterbini, ßberseßt Von Ignatz Kollmann. Kapellmeister

Schauspielhaus. _ dcr „Genossrnschaft deut1chcr Bübnen-Angebörigsr“. Neu EinstudiertZ Das Wintermärchen. Schau- spiel don Wtütam Shakespeare, Bühne neu übersetzt und bearbeitet von Franz von Musik von Friedrich von Flotow. Tanz Von Emil Graeb. Ober-Reaisseur Max Grube. direktor Wegener. heitcr4) . ' Mittwoch: Opernhaus. - Jreischüß. Romantische Oper in 3 Akten von Carl Held und M. West.

caria von Weber.

(nac!) der gleichnamigen Erzä lun Frl. Gadski vom Stadttb als Gast.) Anfang 7? Uhr.

Schauspielhaus. ' Lustspiel 111 3 Aufzügen, nach einem Zwis ensviel des Cerdantes. von Emil Gött. _ burq Sie ist stumm. von F. Sixefius _ m 1 und Tilo von Trotha. .

Opernhaus: Donnerstag: Falstaff. Slavische Brautwcrlmng. Fräulein Eadski Bremen, als Gast.) Sonnabend: (111 die Vor Hundert Jahren siattaebabte erste Auf-

Die Zauberflöte. ' Montag: Mara. _ Baiazzi. _ Die Paul A. Kirstein. Anfang Y Uhr.

. " Mittwocky und folg. Tage: crstörtes Glück.

Deutsche:; Theater.

Senator. Anfang 7& Uhr.

()mmllorla rnsti- Freitag: Der Talisman.

Oper in 1. Aufzug Text nach dem gleich- Jn Scene ge- Dirigent: Der Barbier von in 2 Aufzügen Von Dichtung nacb Beaumarcbais,

Ma dalena. Anfan 711151. M?Nwocb: Zum 1. F)?

Dir wie mir.

studiert: Dcr Geizige.

Muck. _

Lessmg Theater. Die Orientreise. Mittwoch: Zum 1. Male.

Wkingartner, Anfang

124. Vorsteüung. Zum Bcstc'n

für die dsuische GSW Wit Jenny Groß.

In Scene gefexzt vom Dirigent: Musik- Anfang 711 Uhr. *Dienstag: 118.Vorste1111ng. Der 3 Akten nach Herr Unger.

Dichtun von Friedrich Kind Anfang 7 :x Ubr.

ugust Apel's). cater in Bremen,

125. Vorstellung. Verbotene

Original-Lustspiel in 1, Aufzug - .

G. Kruse.) - Militärfromm. F&M?" ZZ" HM") MWM“ ufzug von Gustav von Moser 71T khr '

Anfang 71? Uhr '

Freitag: Margarethe. (Mar- dom Stadtthcater in Zur Erinnerung burg. Leßte Woche. Zerstörtes Glück. SÖÜUÜÜL

Sonntag: Lohen-

ranke. Das Wintermärchen. Sonnabend: Prinz Fried- Sonntag: Vafantaseua.

Diknstag :

Mittwoch: Geographie und Liebe. Donnsrstag: Der Herr Senator.

Derlincr Theater. Dienstag: Maria und

ale. Doktor Robin. _ (Ludw. Barnay.)

Donncrstag: Narziß. (Lndw. Barnay.)

Dienstag :

(Doppelvorstellung) Immer zerstreut. An allen drei Pfingstfeiertagen: Madame Saus-

VorVeran 111111 brate ab an der Tageskasse.

Friedrich - thhelmaüdnsthes Theater. Chausseestraße 25, Der Vogelhändler. einer Idee des Bieville von L. Musik von CarlZeller. Regie: Dirigent: Herr Kapellmeister Krones.

Mittwoch: Der Vogelhändler. Sonnabend: Giroflé-"Girofsa.

Restdeuz-Theatrr.“ Direktion: Sigmund Lauten- Dienstag: Dekorirt(véooré). Schwank

Vorher: Jm Negligé. Anfang

MitiWOch, Donnorstaq, Freitag: Dekorirt. Sonnabend: Der selige Toupinel.

Nene; Theater. Direktion: Sigmund Lauten-x

Diensta : F in 3 Akten Von

Die gelehrten

, _ Theater Unter den Enden. Dienstag: Fmtag.

Pariser Leben, Opsretts von J. Offcnbach. _ Hierauf: Farfarello, Vaart. Anfang 71.- Uhr.

Donnsrsraq: Neu einstudikrt: Eine Nacht in Venedig, Operette' Von J. Strauß.

Adolph ETUÜÄWLUTLT. Dienstag,7z Uhr: Charley's Tante. SÖWank in 3 Akten von Brandon Thomas. _ Vorher: Die Bajazzi. Parodistiscbe Poffk mit Gesang in 1 Akt von Ed. Jacobson und Benno_Iacobson. Musik von Franz Roth. In Scene genes! 111111 Ad. Ernst.

Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Zentral-Thrater. Alte Jakobstraße Nr. 311. Dienstag: Siebentes Gasisviak von Emil Thomas. Der Registrator auf Reisen.

Mittwoch: Der Miaiouenbauer.

Familien-Nachrirhten.

Verlobt: Frl. Auguste Von Leonw mit Hrn. Kapixan Hans von Levetzow (Waldena11b.Halsten- beck 111 Holstein_Hamburg). _ Frl. Anna von "Gruben mit Hrn. Regikruugs-Referendar Paul Vanselow (Bromberg).

Veredelicbt: Hr. Landratb Frhr. Ale ande'r von Dalwigk zu Lichtenfels mit Freiin ophie 111111 Zsteifnwzu Nord und Ostbetm (Wehrda, Kr.

1111 e ).

Geboren: Ein Sol)": Hrn. Walter von Kalef- rcutb (Groß-Nubnen). _ Eine Tochter: Hrn. Amthcrichts-Ratb Westphal- (_Striegau).

Gestorben: Verw. Fr. 5 farrer Henriette Orth, aeb. von Kobilinski (Wer in). _ Hr. Riebard von Knorr (Dresden,). _ Hr. Rit'tergmsbetver J- Kemper (Sassen). »

Redakteur: Dr. H. Klebe, Direktor.

Berlin: Verlag der Expedition (Scholz).x Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt, Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32. Acht Beilagen “(einschließlich Börsen-Beilage), (789) und das Verzeichniß der gezogenen Pfand-

briefe der BaFTFcsleakapothekeu- und

Der Herr

_ Neu ein-

Niobe und

Operette in

Regie: Richard

Zum 8. Male.

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Montag, den 7. Mai

1894;

NH 106.

Preußischer Landtag.

Haus der Abgeordneten.

64. Sißung vom 5. Mai 1894.

Der Sißung wohnt der Finanz:Minister ])r. Miquel bxi. Eingegangen ist em „GeseHJntwurf, betreffenb dle ischerei der Ufereigenthumcr an den Privat: (Üssen der Promnz Westfalen. ' ,

Den einziYn Gegenstand der Tagesordnung bildet dre Fortseßung der , erathung des Berichts derthdgetkomm1s: sion über die FinanKzlagr des preußischen Staat?» sowie der dazu von der Kommrssron beantragten drer Reso- lutionen:

Das Haus der Abgeordneten wolle erklaren:

1) Es ist eine angemessene Schuldentilgung auf gesetzlicher Grundlage zu erstreben.

2) Im Anschluß an die Beschlüsse der Budaetkommission und drs- Abgeordnetenbau es Vom 30. Mai resp. 28. Juni 1893 ist 61118 Aenderung des Gesetzes vom 27. März 1882 Herbeizufiihren, welche die über einen bestimmten Betrag binausgebenden Ucberschüsse der Staatseisenbahnverwaltung der Verwendung für allgemeine Staats- verwaltungszwecke entzieht.

3) Die dauernde Ordnung der Staatsfinanzen dsrlangt, daß eine fcstcAbgrenzung der Beiträge Preußens fiir die Bedürfnisse des Rrichs erfolgt und daß letzteres nicht allein für die Aufbringung der für seine Aufgaben nothwendigen Mittek aus den ihn] der- fassungsmäßia zustehenden Quellén, sondern auch für Ueberwsijungkn an die Einzelstaaten in einer die Matrikularmnlagen übersteigenden Höhe Sorge trägt. _

Abg. 1)r.E11n€ccerus(nl.): Die Ansfübrungßn des Abg. Richter bat bereits der Finanz-Minister am Schluß dsr le 1811 Vorlesung (Hsiterkeit) überzcsugend widerlcgf. Ick) hatte nicht geg aubt, daß man fich auf der äußsrsten Linken der Noihwkndi kkit verschli€ß€11 würde, das Vcrhältniß der Ucberwcisun en zu den Natrikularbcitragen wo- möglich dauernd festzulegrn. 5 Li der 18T Huene und der Struxr- reform haben die Abgg. Richter 1111d Rickert auf das schärfste darauf bingewissen, wie gefährlich es sei, einem Finaxxzweskn, Staat odkr Kommunc- schwankende (Einnahmen zu überweisen, welche zu dausrnden Ausgaben Vcrleiten, dann ausbleiben und die Finanznotb zur Folg€ haben. Hcrr Richter operiert 11111 DurchschnittSzablsn aus langen Périoden; beim Vérgleick) dEr einzklnen Jahre sind die Schwankungcn absr skbr bedeutend. In den Jahren 1885/86 bis 1887/88 hat das Rsick) zusammcn 39 Millionen den Einzelstaawn mcbr übérwiesen, als es an Matrikusarbsiträgrn bekam, (1110 durchsch11it111ch 13 Millioncn jährlich; 111 den drei folgenden Jahren bstrugkn die Uebkrsclyüffe dEr Ueberwrisungen 11er die MatrikUlar- bkiträgk 285 Miilionrn oder durchschnittlich 95 MiÜionen. 1889/90 1111111: das Mehr an UebchEisnngLn dcn Höchsten Stand mik 1371 MiUionen; im Etat für 1894/95 Haben wir dag€gen ,ein Minus (111 Usberweisungén gigenüber den Matrikularbeiträgen von 531Nkilli011c11, wclch€s aÜerdings durcb künstl1ch€ Etatöaufstsllung auf dem Papisr auf 8 Millionen 1181111i11dert ist: ,d. i. gkgen 1889/90 immcr noch ein Untsrsckxiad von 145 Mikkwnen. Das; dabei (“111€ brd811tlich€ Finanzwirtbscbaft nicht mehr möglich ist, müßte Jedem, wel cr Partei er auch (111118111511, klar sein. Die schädliche Wir ung drr Schwanknngkn (1111 die inanz- gcbabrung der Einz-Zlstaaten ist auch deutlich genug _ Srvor- gktkékM. Zu Liner Zcit wirs nicht 11111 die Regikrung mit Smem ge- wisscn Stolz 11111 die tr€ff1ich€11 Finanzen Prcußrns bin, sondern spracbcn auck) HCrr Richter und scinc Freunde von 131116111 Schwimmkn im Usbcrfluß. Dadurch 511111311 wir zu Vikll€ichs nüßlich€11 1111d wün- schensweértben A1tsgabe11, die (1er doch die Kraft dss prcußitchen Staats ssbr bedknklick) in Anspruch nabmkn. Es sind Etwa 100 MiUioneU UML Aukgaben gcsckxaffen, ein Zurückschraubc'n dcrsclben ist nicht mehr möglich; die Einnahmen, auf welchkn fie basieren, find (1er zurück- 91'11111111111, sowohl was die Ueberwkisungcn, wie (11111) die Ucberschüsse der Eisenbahnen betrifft. Nun kommt der Ruf nach 11211811 St€11ern im Reicbc. WLW! wir jtht nicht eine Barriére dagcgkn errichten, wird sich dassele Spiel naturgsmäß wirdcrbolcn, Mun infolge dsr 11611611Z71L1chöstkllkkn die Usberweisungkn wieder grbßxr Werden und auch dir (Eisenbahnsdmabmen sich wiedsr Hebsn. Das 11t cine Schraub? 011110 (Ende. Drr Fundamentalsalz „WLr dic UWYH?" beschlirßt, muß auch fiir die Deckung sorgen“, mnß auch im' eiche zur Em- fijbrung gelaugkn. Das €i11fachst€ wäre die Aufbsbun dcr Matri- kularbmträge und drr (111111311111 Franckcnstkin. Brides it aber außer- ordentlich schwer zu crrsicbe'n, und es blkibt nur iibrig der ch 011191: Festlegung dsr Mairikularbéiträge und der Usberweisungen auf 5 Jahre Daß bedeutet ein vernünftigLs, Vorsichtiges 111111 wirk- samks Provisorium, aus wxlchem wir voraussichtlich zu emem De- finitidum gklangen. Bei den Matrikularbsiträgen bamdelt Ls sich nicht um ein Pakladium drr Freibcit, sondern um 8111 Subtraktidnsexempcl. Auch sind diesc'lben von Anfang an nur als eine provisorische Maßregel bétrzrchtet worden. Dnrck) Amendement ist in dir Verfassung die Brsti111mung bincingckommen, das; MatriknlarbeiträgZ nur so lange erhoben erd€11 solitcn, als das Reick) ksine €ig€11811Steusrn crbcbt;„ allerdings ist nur 5011 direktsn Steuern die Rede. Durch “010! veranderte Finanz- politik ist das Rckicb zweiféllos in drr Lage, semqgcsammw] Aus- gaben zu decken. Dis Matrikularbsiträge, Trübsr Line Aushilfe, sind 19131 xine unnbthige Be1ästig1111g der Einzelstaaten, und es ist wünschens- wertb, wrnn aucb nicht aus verfassu11gb1näßige1n Wege, so doch thak- sachlich die Matrikularbeiträge zu bescitigen, indem man ein Urber- schi€ßen derselben über die Ucberweisungc'n ausschließt. Die dritte Resolution ist die wichtigstr. Ick halte Mehriibcersunaen nament- l1ch 1111Jnter€ffe dcr finanz_1111kräftige11Einzelstaatknflir sebr wünschens- wrrtb. Aber ich würde auch jeder Ordnung zustimmen, welche Matrikularbeiträge und Uebcr1veis11ngen balanciércn 1aßt. Verlangt man brate 40 MiÜionen Mehrüberweisungen, so _kann nach fünf quran jemand 60 LNiUionen verlangen oder sich 1111t 20 begnügen. Pte Aussicht auf dauernde quslnng wäre bei Wegfall solcher Mehr- uberwcisungew rößcr. Der Abg. Bachem hat auf _das raschefAn- wgchsen dcr Re1chsschuld bingewicsen, cr widerseßt sich der Reichs- Fqunzrdform, weil er die Nothwendigkeit, im Reiche mit „einer rege1- maßtgen Schuldentilgung Vorzugehen, für noch größer halt ais die Nothwendigteit dsr Ueberweisungen an die Einzkljtaafen. Allerdmgßzst 61112 sol e Schuldentilgung nothwendig, zumal die fast 2200 Mtl- ltonen * ('ichsscbulden zu 19/10 für unproduktiw: wacke verwczndt Wurden. Aber Abg. Bachem hat bei seinem Hinweis auf das Sxe1g6n dEr direkten und indirekten Steuern übersehen, daß man aÜe Minder- wothabenden mit einem Einkommen unter 900 «;ck Von den direkten Steben) befreit hat, daß also die direkten Steuern die ibnewnatur- gxmaß mnewohnende Steigrrung nicbt erreichenkönnten. Dazu smdaüe d1rekten Steuern in Gemeinde, Kreis, Provinz, Schulverband, K1rch1x um ganz verschwindenden A1ts11ahmen auf die direkten Steuern bastert. Wenn man diese Summen zujammenrechnet und erwägt, welche Last 111 vielen Gemeinden die ZuscFlage zur Einkommensteuer bilden, dann ist es sehr fraglich, ob man 1) ne Schädigung der Finanzkraft des Voxkcs Jud obne allergrößte Erschwerung der Steuerlast an eine erbebltchc Vermehrung der direkterx Steuern denken kann. Der Abg.Richter ba: dW Bericht und die gestrige Beratbung als ein Rückzugsgefecbt be- 391chnet, welches der Finanz-Minister veranlaßt habe, um das Scheitern

seirzer Finanzreform einiguchn zu verdecken. Herr Richtsr unter- scbaßt die Person des Finanz:" inisters, wenn er glaubt, da , wenn ern jo großes Werk nicht auf den ersten Anhieb gelungen it, dieses Werk „aufgegeben wäre oder werden könnte. Herr Richter unterschätzt auch die Sache; de11n wenn fich dgs deujsche Volk auch im großen und ganzen nicht mit Ftngnzfrageq bejchaftigt, so wird es doch soviel der- stehen, daß es fich bier um eme Frage der Solidität unseres Finanz- wesens handelt. Der Deuts'cbe, der Gottlob! in seinem eigenen Finanzgebahren als solide bezeichnet werden kann, wird auf die Dauer nicht einer Finanzgebabrung zustimmen, die dahin führen muß, Reich und Staat immer tiefer und tiefer in Schulden bineinzubringen, sodaß unsere Kinder und Kindeskinder zehnfach und hundertfach mit Zinsen und ZinseSzinsxn belastet wsrden.

Abg. Rickert (srf. Vgg.): Dieser ganze Bericht, im wesent- lichen wohl eine Arbeit des Herrn Sattler, ist ja sehr dankenswertb, aber do sebr angreifbar. Dr? Resolutionen 1 und 2 sind sehr barm- los. J siehe hier _ganz auf dein Standpunkte des Finanz-Ministers, der mit einem gewißsn Humor außerte: die Rssolutionsn hätten ganz Vernünftige Gezdanken, absr die Budgetkommisfion hätte ibm sagen soÜen, oner er die Mittel dafür bcxommen soÜe'. In Bczug auf das Eisenbahngarantiegeseß verweise 1ch auf eine Rede des Finanz- Ministers im Herrenbause gegenüber dem Obcr-Bürgermeister Braesicke. Er sagte, die Finanzverbältniffe ließsn fich in diescm Augenblick garnicht übersehen, und Vor 5 bis 6 Jahren könne man kaum an eine durchgreifende Revision des Garantie- gesetzes von 1882 eben. , Die Art und Weise einer solchen Revision hänge Von ,der Lbizung emer Reihe schwieriger Vorfragxn ab. Mit diessn schw1€rig€n Vorfragen bat dié Vudgetkommission weder sich noch 111123 belustigt. UebEr die Frage, wie _ficl) die Finanzlage im Reich und in Preußen in den nächsten Jahren wahr- scheinlich entwickeln wird, spreche ich mich heute abs1chtlich nicht aus., Ein gewissenhafter Volksvertreter kann in dirser Be- ziehung kem Engagement übernehmrn. Die Gestaüung des Haus- halts hängt ab von der Ernte, den eingehenden ZöÜen und Von der aanzcn wirtbschaftlichen Entwicklung, die wir noch nicht übersehen können. Allerdings würden wir Defizits hier und im Reich dureh eine Vermehrungder Einnahmen Verbindern müffén, aber den von dem Finanz-Minister vorgeschlagenen WSJ können wir nicht bétreten. Er bat gxtneint, die öffentliche Meinung in Deutschland werde fiel) der Ueberzeu uns nicht Verschlicßcn, daß eine AuseinandersLYUUJ zwischen Reic?» und Einzklstaatén nothwendig ssi. Es ist aber noch garnicht so lange [)Lr _ es war am 1. April 1889 _ da hat der „Herr Ober-Bürgermeister Miqakl fick) gegeniiber dem Finanz- Minitcr Scholz ganz anders ausgssprOÖLn. Er hat damals zugkstanden, was Cr gestsrn für Lin Märchen erklärfe, daß die indirekt?" Steuern vorzugswcise die arbeitenden Klassen Trcffen, und daß es nach dsr erheblichen Vermehrung der indirekten Stknrrn nicht angezeigt crschcéine, wiedsr auf diesen Weg zu treten. Hat fich denn etwa seit fünf Jabrén die Welt so gc-ändert, daß man zu sincm exitgcgcnaeseyten Nrsultai kommewmüßte? Auch im Reichstag bat fich der Widerstand gcgen die R81chss1na11zreform gezeigt. BCi der Annahme der Militärvorlage ging man daddn aus, daß die leistungsfähigeren Schultern belastst wsrdcn soÜtsn, er). durch eine Reichs-Erbsckpaftssteuer. Auch dir Nationalliberalen haben diesen Standpunkt dsrtretkn, so dEr Ab . Osann, uknd mit voklem Nacht. Dsm Finanz Minister ist das läÉerLich! Mtt einsm solchsn Verfahren untergraben Sie das Vcrtrausn. Der Abg. Bebel hat gleich gxsagt, daß es anders kommen würde. Die Abag. Siegle und Clemm und nationalliberalc- Vérsammlungen in Stuttgart und Speier bab€11 Erklärt, daß sie nicht auf den Standpunkt der Reichs- finanzpläne träten. Auch das Hauptblatt der NationalTibrralen in Berlin hat die ganze Reform cinen Autymaten genannt, der nichts bérgith, wcnn er nicht Vorher gLfüÜt 111. Am msisten babkn mich die Ausführungsn des Finanz-Ministers über die „Matrikular- umlagen gewundkrt; er sagt, sik: scien eine rein ialkulatortschc Arbeit. (Grläclyter rkchts.) Daß Sie (rechts) dieser Msmung sind, w€1f3 'ich ja längst. Sowie es sich um konstitutionelle Fragrn handslt, smd Sie nicht zu babkn (Erneutes Gelächter rechts), das bcrlange ich auch garnicht don an-Zn. Absr ich skbe dcnsslben Mann, vor mir, der das groß? Verdirnst bat, dis Matrikularumlage'n m ihrer ,kon- stitutimicljesn Wich1igk€iterkch111nt und jahrelang 1111t 111113 vrrthdigt zn babka. Herr Miquel ist 623 doch gewssen, kr hat sie Angeführt, und jeßt sagt er: wir bildeten uns ein, die Matrikularumlagen seum kon- stitutioneük (Garantic-n. Sie haben Heute noch dcnselben Werjk) wie 1867, Ja, d€r Ministsr Camvbausen, das war dock) ein_ ganz anderer Mann! Drr sagte: Jeb bin der Meinung,_daf1 der Retcbstag auf dieses Recht nicht würde derzichten können, obnc some SteÜgng Erheb- lich zu becinträchtigen. Wie denkt sich Herr Enneccerus die szmeruyg des Verbäliniffes? Bsweglichkeit ist doch das, wonach dxr 1berglt§mus immer grstrebi Hat. 1878/79 haben wir dem Hause dte Qubt1fieru11g der Einkmnmenstcuer vorgeschlagen als unbedingt nothwendixiz 1m Inter- essa einer geordneten Finanzwrrtbschaff. In der Kommrsion haben damals aÜL Mitglieder, von denen 21112 große Zahl noch heute dem Hause angehört, mit Ausitahme des Grafen Limburg-Sttrum, der iich bier konssquent gcblieben ist, dafür gestimmt. DLr„Abg. Benda bat damals gesagt: Die steuerliche Aqueutung d€s_ R11chs zurfAys- hilfe don Einzelstaatc'n darf nicht bei Gelegenheit oder Pkrtodrsci) wiedsrksbrén. Und heute trägt man fich'mu dem Gedanken, dre Matrikularbciträge einfach zu beseitigen! Dte Besteuerung, des Taback's in England kann man nicht mit drr u11sr-1gen m eme Paralee steÜen; in England hat sie einen ganz anderen'Ursprung und eme ganz andere Entwickelung. Und wenn „Ste bet uns dte Last der Schußzbüe hinzurechnen, so kommt eme „größere B€lastung an Struern auf dem Kopf der Bevölkeruyg als „111 dem _retchen E11 [and heraus. Hat der ananz-Minister n1cht die englische Erb! afts-

steuer studiert, die Hunderte Von Millionen einbringt und die das englische Ministerium no

erhöhen will? Wir deYessYn'die Be:-

dingungen nicht, unter wc chen die Wähler" init der ktlttarvorlage einverstandcn waren, daß nur die iragfah1gen Schuliern belastet werden sollen. Und warum die Eile Mit dieser a11gebl1chen Steuer- reform? Wir befinden uns in einem „Uebergangsstadtum. 1895 be- kommen wir die neue Vermögenssteuer,'d1e 103€ mene wird auf- eboben, die Realsteuern werden überwiesen. Is das der _rechxc

Zritpunkt für Eine solche Reform? Die Wurzel der nationalenwaeit ist der Kaiser und der Reichstag. Was. sbll es nun bedeuten, wenn man die Einzel-Landtage gegen die einzige wahre Bokksvertretung mobik ma 1? (Gelächter rechts.) Und xvenn „Ste, dre auf "Grund des elende ten aller Wablsysieme gewahlt sm_d, fich aufbauxnen gegen die Autorität des Reichstags, so werden Sxe nur noch wrmgrr an Autorität fich erhalten als jetzt. . (Gelackyter rechts.) „Dte Preußischen Abgeordneten im Nei stag tn der fretkonserbatwen, konservatiVen und nationalliberalen artei haben 1111r 101 „Stimmen, die Ge ner cmäfck unserer Seite dagegen 135. . Ist das erxltch eme kluge olitik, err Finanz-Minifter, wenn S1e fich a_uf diesbMa- jorität bier stüyen wollen? Ich bedauere, daß der Finanz-Mmtster nach seiner Vergangenheit fich dazu bergiebt, den, pmÉtschen Landtag egen den Reichstag auszuspielen. Da lobe ich,m1r' rw das bayerische bgeordnetcnhaus und die badische Kammer, dre emen sblchen Versyck)

einfach zurückwiesen. Eine VolkSvertretuyg soÜte fich buten, tbr An- sehen und iHre Autorität unnüßer Weise aufs Spiel zu se en. In welchem Lichte Werden Sie erscheinen, wcmx Ste xeßt zur bre des Zinanz-Ministers zu retten glauben, 'was nicht zu retten ist?: Der 5 eichstag wird fich an Ihre Resoluttoncn ntcht kehren, und fur m1ch

wäre es ,ein schmählicher Rück an in nationalliberaler Beziehung, wenn pqrttkular? Landtage m1t rfo (; fich herauSnebmen könnten, auf den Reichstag einzuwirken, wie Herr Miquel es wünscht.

Finanz-Minister ])1'. Miqu el:

Meine Herren! Der Abg. Dr. Rickert hat den Ausdruck ge- braucht: er bedauere, daß ich nach meiner Vergangenheit mich dazu hergäbe, den preußischen Landtag gegen den Reichstag außzuspielen. Ich nehme dem Herrn Abg. Rickert diese Ausdrucksweise nicht übel, die, wenn ich es thäte, wvhl einen OrdnungSruf verdiente, aber ich weiß, er meint das nicht so übel. (Heiterkeit rechts.) Man ist das gewöhnt, und deSwegen gehe ich darüber hinweg, aber ich will gleich auf diese Frage näher eingeben. Die Behauptungen, welcbe jede organische finanziekle Auseinanderseyung zwischen Reick) und Einzelstaat perborres- cieren, welche sagen, es solX alles beim altcn bleiben, die Einzelstaaten soÜen immer mit Sorge und Angst nach Berlin sehen, nach dem Reichstag, ob fie zu zahlen oder zu empfangen haben, sie sollen von heute auf morgen nicht wissen, ob ihre Finanzen deroutiert und in Verwirrung gebracht werden oder nicht. Der Reichstag mitsammt der Reichs-Regierung soll anstatt eines Wohltbäiers für die deutsche Entwickélung und die der Einzelstaate'n ein Gegenstand des Unbehagens für die deutsche Bevölkerung sein. Die Dinge sollen sich nicht bloß nicht Verbessern, sondern, was ganz naturgemäß eintreten muß, von Tag zu Tag verschlimmern. _ Diese kurzfichtigen Politiker gefährden unsere ganze deutsche Reichßentwicklung, (sebr richtig! rechts) die nur bestebcn kann, in gedeihlicher Weise, wenn Einzelstaat und Reich in Harmonie find. Sie kon- servieren den wachsenden Gegensaß zwischen Reich und Einzelstaaten, während wir ihre harmonische Entwickelung sichern wollen. Und da solX dies Bestreben der Reichsentwickelung entgegen sein, wenn hier in einer noch ungelöstsn Frage die Einzelstaaten dem Reich gegenüber erklären, wie sie von ihrem Standpunkt die Sache ansehen. Wir hoffen noch immer, daß der Reichstag schließlich fich, wenn auch nichk heute, so doch fieber morgen der Rothendigkeit einer solchen Reform im Interesse des Deutschen Reichs sowohl wie im Interesse dsr Einzelstaaten nicht verschließen wird, und ich glaube allerdings, daß, wenn eine Volksvertretung wie die preußische diese Nothwendigkeit im Interesse der Einzelstaaten betont und auch zugleich im Interesse des Reichs, das doch auf die Herren im Reichs- tag einen gewisskn Eindruck wenigstens machen muß. Meine Herren, wir werden abwarken, ob nicht die Einzelnen Landtage, die sich fast schon aUSnabmslos im allgemeinen in dem Sinne der Rothwendigkeit einer solchen Sicherung ihrer Finanzen ausgesprochen haben, ob fie nicht noch entschiedener in Zukunft diesem Beispiel des preußischen Landtags folgen werden. Wenn die Konsequenzen der Ablehnung einer solchen Reform erst in den Landtagen _ bei den Regierungen sind sie längst klar _ völlig zum Bewußtscin kommen, wenn die Wähler dieser Landtage die Konsequenzen einer solchen negativen Haltung der Reichs- Vertretung klar erkennen, so wsrden wir ruhig abwarten können, Wer schließlich die Niederlage c'rleidet. Man spricht immer von einer Niederlage, die ich erlitte. Ich bin in dieser Frage ein Vertreter des preußischen Partikularstaats, der als solcher natürlick) auch das [eb- bafteste Jutsreffe an der Reich§entwickelung nimmt, aber ich bin doch nur Einer von Allen. Diese Politik hat der Reichskanzler, haben sämmtliche Verbündkten ngierungsn acceptiert, und wenn disser Versuch der Herstelltmg einer dauernden Ordnung der Finanzen scheitert, so bin ich in gutkr GeselTschafi. Ich würde umsomehr in guter Geseüschast sein, wenn ich mich überzeugte durch das Votum des Hohen Hause?», das; ich auch in Uebercinstimmung bandelte mit der berufenen Vertretung des preußischen Volkes. (BeifaU rechts.) Das ist die leidige Manier, die namcntlich diejenigen Herren sich am ehesten aneignen, die sich am meisten mit der Presse beschäftigen: große sachliche Fragen immer zu- zuspitzen auf persönliche Fragen. (Sehr richtig! rechts.) Ick kämpfe hier nicht den sch1veren Kampf, die preußischen und Reichsfinanzkn auf feste Füße zu stellen , in meinem Interesse und zu meinem Vergnügen. Ich thus damit meine Pflicht und Schuldig- keit, und ob ich dabei persönlich müine Bestrebungen nicht durchseßs, ist sachlich ganz gleich. Ich würde es nur bedauern für die Sache und in Bezug auf die zukünftige friedliche Entwickelung unseres deutscbkn Staatswesens. Diejenigen sind aÜerdings in.dem gewöhnlichen Sinne keine Partikularisten, die das, was das Reich an AuGgaben beschlossen hat, zahlen [affen wollen durck) die Einzelstaaten; denn sie können ja sagen: wir find Patrioten, wir schützen das Reich, wir ziehen die Einzelstaaten heran. Aber in der Wirkung würden sie die größten partikularistischen Erfolge erreichen; denn daß ein soleher Zustand schließlich im ganzen Reich die größte Mißstimmung erregen wird, darüber kann nicht der geringste Zweifel sein. (Sehr richtig! rechts.) Ich komme nun auf den anderen Vorwurf, den der Herr Abg. Rickert mir gemacht hat, daß ich heute die Matrikularumlagen so gering scheiße, während ich sie früher als Palladien konstitutioneaer Freiheit bezeichnet hätte. Er ist ebenso falsch! Ich habe ja 1867 bei Ge- legenheit der Beratbung der Verfassung des Norddeutschen Bundes in einer ausführlichen Darlegung angefübrt, daß die MatrikuLasr- umlagen nur ein Provisorium seien, niemals eine dauernde Grund- lage für das Verfaffungswesen des deutschen Staats, und Wenn der Herr Abg. Rickert, der ja die Gewohnheit des Nachschlagens von alten Reden hat (Heiterkeit), ganz loyal gegen mich verfahren wäre, so hätte er diese grundlegende Darlegung vom Jahre 1867 doch auch wobl mitzitieren können. (Abg. Rickert: Ich habe sie hier!) _ Ja, um so mehr bedauere ich, daß Sie sie verschwiegen haben. (Heiterkeit)

Meine Herren, in dieser Rede babe ich auch namentlich ausse- führt, wie innerlich ungerecht diese Matrikularumlagen sind, wenn sie über die Ueberweisungen hinausgehen; daß fie. nichts weiter sind als eine klägliche Kopfsteuer des Mittelalters. Ich habe verglichen den. Waldecker Bergbewobner und kleinen Bauern mit dem reichen Bürger von Hamburg und sagte, wenn beide einfach um!; ihrer Person bekan- gezogen würden, so ist das eine große «Ungleichheit; wir müssen zu