1894 / 130 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 05 Jun 1894 18:00:01 GMT) scan diff

, worden, da die ThätigkeiidesVerle ten dem PJerhe- 7 Kandel diente, den seinDtYnftherr als auptgeschäft etrteb, ieser Pferdehandxl aber als ein Nebenb'etrieb der Land- wirtZschaft ntchi angesehen werden konnte und für fich a ein nach dxr ]eßi en Lage der UnfallversicherungSgeseß-

geme nicht versichert it. leich dem Handel mit Pferden sind „auch der

Betrieb einer ReijbaZn und daS Zureiten von fremdxn Pferden an si nicht versichert, es sei denn, daß in ihnen Deckhengte zum Zweck der Hebung der Pferde- kucht in rößerxr Anza [ geha_lten werden ( 1 Abs. 6 des andmirth chaftli en Unfallverstcherung§geseßes .

. Es folgen ann mehrere Entscheidungen, welche sich auf die Nbgrenzun der FuhrmerkE-, Bau:, „Gräbereiz Mühlen: und landwirthßchaftlichen Betriebe gegen einander erstrecken.

Dcr Entschädigung-Zanspruch eines Schmiedemeisters, welcher auf dem Gehöft eines Landwirt s bei dem Beschneiden der Hufe von Fohlen einen schweren Unfa . erlitten hatte, ist zurück- kaesen worden, weil der Schmiedemeister hierbei ni t als

rbeiter des Landwirtbs, sondern in seiner igen- schaxt als selbständiger Gewerbetreibender thätig gewe en war.

Zu der Thätigkeit eines Fuhrmanns kann neben dem TranSport und dem Abladen der Waaren an dem Bestimmungs- ort auch die sich hieran anschließende, den Anordnungen des Auftraggebers entsprechende Aufstapelnng der Waarcn an dem AbladungSUrt gchören. Diese lcßtere Arbeit ist jedenfalls dann, wenn sie sich unmittelbar an den ,Transport anschließt, ein Theil der Thätigkeit in dem Fuhr- werksbetrieb.

„Dic Schicngerichts-Vorsißcndcn haben die Prozeß: fähigkeit einer Partei wie auch die Legitimation eines Vertreters von AmtStvcgen zu prüfen: an ist das Ergebniß der Prüfunéz, also namentlich der In alt ciner Vormundsbestallung, a tenkundig zu machen. POW ittxvc ist im Streitvcrfahren zur Vertretung ihrc-"r mindcr1ährig€n Kinder nur dann berufen, wenn ihr auch sonst die Vertretung der: Biden zusteht, mithin regelmäßig nur dann, wenn sie deren

ormündcrin is .

Die schiedsxzcrichtlichcn Urthcile haben ncbcn_ dcr Entwickelung der bei der Entscheidung leitend gewejencn Gesichtspunkte einc erschöpfende Darstellnng des Sachverhalts, wie derselbe dcm Schicngcrichte vorgelegen hat, zu enthalten; eine bloße Verweisung auf den Aktsninhali oder das SWW, sprotokoll Fcnügt MY. '

In den en, in wochen ein Lisißer oder ein Styli- vcrtrcter eines solchen nach Ablauf seiner Amtsperiode wieder-

Ywählt wird und seine Thätigkeit fortscxzi, kann von einer ?brmlichen erneuten Beeidigung abgesehen werden; es gem": cn hier die Verweisung auf den früher gclcisteten id und die Abrkahme Lines .Handschlagcs.

Ein für leistungsfähig erklärter Kommunalverband kann für keine und dieselbe Art sciner Bauarbeiter entweder die Versicherung selbst übernehmen oder, ohne von dem durch die LeistungsfähigkciMrklärimg crworbcncn _ Rechte Gebrquch u machen , bei der Berufsqcno1scnschast verbleiben eziehungßweisc ihr bcitrcikn ober endlich die Versicherung [101 der VersicherungSanstalt dcr Berufs- genoffenscbaft nehmen: dagkgcn ist es unzulässig, _ [eich- artige Arbeiten, 3. B. Cbauffccbauarbcitcn, thci wcisc auf die eine und theilweise auf die anders Art zu versichern.

_ Dcr Gencral-Jnspcktcur dcs Militär:Erzicbungs: imd Bildungswesens, General der Infanterie von Kcßler ist nach Berlin zurückgekehrt.

Ter Jnspcktcur der Jäger und Schiixzcn, (ankral-Licuti'nant v on Schweinichen bat behufs Bcsichtigmig von Jäger: Bataillonen Berlin verlassen.

Der ncucrnannic chicrungS-Affeffor ck ncr (LUS Trick ist auf einige Monate dem Landratb dcs Krcises (Holscnkircbcn, Regierungsbezirk Arnsbcrg, zur aushilfswciscii Boschäftigung zugetheilt worden.

Laut telcgrapbischcr Meldung an das Lbcr-Kommando der Marine ist am 1. Juni S. M. Krcuzcr „ch-rber“, Kommandant Korbstten-Kapitän von Arnoldi, in Kamcrim eingetroffen und S. M. Kbt. „Hyänc“, Komnmndaxit „Kapitän- Lieutcnant Reincke, von dort in See gegangen.

Sigmaringen, 4.Juni. Seine Durchlaucht bci" Prinz und Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Karl von „Hohenzollern sind heute hier ciiiqetroffe'n und am Bahnhbf vondden Behörden und zahlreichen Vexcincn festlich cmpfangsn wor en.

Bayern.

Die Kammer dür Abgeordneten vcrhandcltc in ihrer Ystrigen Sißunq Über die“ Petitionen um fakultative estattung der Leichenverbrennung. Der Abg. Grillen- bcrger empfahl die Petiticmen, ebenso der Abg. Aub vom medizinischen Standpunkt aus, wenigstens als fakuljativ. Dcr Minister:Präsident 131“. Freiherr 19011 Crailsheim erklärte namens des abwesenden Ministers des_ Innern, die Regierung habe aus Anlaß der Petitionen eingehende Erhebungen bei den StaaTSanwaltschaften und auch bei den Kirchenbebörden angestellt und werde sich nach deren Ergebniß entscheiden. Es sei fraglich , ob Nicht in Bayern eine Ergänzung des Polizei - Strafgeseßbnchs not wendig sei; ob hierzu ein genügendes Bedürfmß bestehe, blei e dahingestellt. Ein weiterer Anita? wurde ni ! gestellt. Bei Besprechung der Eingabe für eine éokalbahn ünchen- Wolfratshausen-Kochel erklärte der Minister, er werde an dem Bau durch den Staat Ythalten, sei ]edoch bereit, nach Wahl der Interessenten von olfratshausen oder von Penzberg ab nach Kochel zu bauen. Ersterenfalls sei die Erwerbung der Jsarthalbahn von der Lokalbahn: Gesellschaft nothwendig. Die Kammer der ReichSräthe erledigte den Militär- Etai. Der Berichterstatter General ' riss bemerkte, die ]eßige Verschiedenheit der Zivil; und ilitiir-Straf: ,erichtsordnung bezüglich der Oeffentlichkeit des Ver- ?ahrens scheine nicht mehr haltbar; eine Uebereinstimmungsollte

hergestellt werden; dadurch werde das Prinzip der Oeffentlich- keit in einer künftiaen deutschen Militär:StrafgerichtSordnun mehr gefördert. Der Kricgs - Minister Freiherr von Nick?

Jrach die Befürchtung aus, xnit einem solchen Geseß in der. _bgeordnetenkammer auf Widerspruch zu stoßen, er wolle Jedoch in der nächsten Session auf die Sache zurück- ommen. Die Beschlüsse der Abgeordnetenkammer betreffs der Einführung der gllgemeinen Einkommensteuer wurden nicht mehr erledigt. Der manz:Minister1)r.Freiherr v o nR i e d el erklärte, er halte s1ch iir verpflichtet, die zugesagten Vorarbeiten zu machen, wenigstens betre s der Revision der bestehenden direkten Steuergeseße. In eiden Kammern verlas hierauf der Ministcr-Vrästdent ])1'. Freiherr von Crailsheim eine Verordnung Seiner Königlichen Hoheit des Prinz-Re enten, die den Landtag bis auf weiteres vertagt. Die ammern gingen mit einem Hoch auf Seine Königliche Hoheit aUSeinander.

Württemberg.

In der qcstrigen Sißung der Kammer der Standes- hcrren wurbe das Geskß über die Enthebung dienstunfähig gewordener Körperschaftsbeamtkn einstimmig, das Pensxonßgeseß mit 13 gegen 7 Stimmen, jo nach den Beschlüssen des anderen Hauses, angenommen.

n der Kammer der Ab, cordnctcn verlas Heute dcr - räsidcnt Ho bl eine Note cs Staats:Ministeriums, worin die Vorlage Über die Verfassungsrcvifion zurück- gezogen und der Schluß des Landtags auf morgen an: beraumt wird.

Mecklenburg-Schwerin.

Ihre Fi'aiscrlickx Hoheit dic Großherzogin _ist gestern Abcnd nach SCHWLL'M zurückgekehrt. Jhre Königlichen Hoheiten dcr Großherzog und drr Erbgroßhcrzog waren zum Empfamge am Bahnhof anwesend.

Sachsen-Meiningen.

Der Landtag ist anf den 14. Juni dJ. nach Meiningen

einberufen worden.

Sachsen:Coburq-Gotha. _ Seine Königliche Hoheit dcr «Hkrzyg hat vorgkstcrn Abend Schloß (Hrcinburg verlassen, um 1ich Über Darmstadt nach London zu begeben.

Oesterreich„- Ungarn.

Wia Übereinstimmend aus Budapest gemeldet wird, hat Graf KhucnÖédcrvxiri) dem Kaiser in dcr gestricn Audienz dyn Bericht crstattct, da[; (S ihm nicht gclnngen ?ck, die ihm übertrageUe Mission auszuéiihrcn, und er diese daher in dic Hände des Kaisers zUrück e_ac. Später empfing der

'„Budapestcr Korresp.“ zufolge der Kaiser den Präsidenten

des 11n1crhanscs Banffi) und den Vizc-Präsidcntcn dcs Oberbauscs Szlavv, dic sodann, cbeUso mic (Hrathucn: HÉD'LTVZLTL) mit X)]: cherlc konferiertcn. Am Nachmittag empfing dcr Kaistr nochmals dcn Grafen Kl)ucn:Hédcrv;1ry, der am Vormittag noch mit dem Abg. K o [om an S z ell konfcricrt battc. 131“. Wekerle wurdc hcntc in einstiindiger Aadienz vom Kaiser empfangen. Dorselbc erhielt gestern Nachmittag ein Kaiserlichkx; Handschrcibcn, mit welchem die Demission des Kabinets angenommen, dem Kabinct der Dank für die entwickelte Thätigkeit ausgesprochi'n imd dasselbc mit Fort- führung der Geschäfte betraut wird. Im UnterHaUse wurdon gestern ])]: Wekcrlc Und 11125011 Szylagyi bci ihrcm Eintritt in den Saal mit Eljcanfcn empfangen. 1')1“,chcrlc crkliirtc, nachdcm dic Vorschläge, die die Regierung der Krome unterbrcitct habe, nicht im vollcn Umfangc angenommcii worden seien, habe sich das Ministerium gcnötbigt gcschcn, scinc Demission zu iibcrrcichcn. Der König babe diesc cntgcgcngcnommcn, aber noch keine Md- giiltigc Entscheidung gctroffcxi; chwsgcn l)altc cr (chcrlk) einc Erörterung Über dis Motive dc'r Demission gcgcmvärtig nicht für passend und bitte, eine chaitc iibcr dicskn Gegen: stand zu unterlassen. Er beantrage, die Sißungen vorläufig zu vertagen und innerhalb der nächstcn Tage einc Siézung LiUJchkaOU, in dsr er bis Molch dcr chission dare'gcn mollc. Der Abgeordnete Ugron crkläric 'ich durch die Aus: fiibrimgcn 1)1'. chcrle's nicbt zufriedsngxstcllt Und fragte», warum cr die Motive dcr Dcmißnon dcm Hani“ erst später mittbcilcii 1130110. Das Lcmd baba 9111 Re )1 darauf, bi? Wahrheit zn erfahren Tcr Abg. Ugron besprach sodann imtsr Unicrbrcchungcn ber Linksn die jüngsten Straßendemonstrationkii und fragte, wen die ngicrang zum Narrkn baltcn molle'. Nack) wicdcrbolfcu Ermabnungsn entzog der Präsident Ugron das Wort. Dcr Abg. Graf Ilyponyi fragjc, warUm das Haus Linbcrufén wordensci, und verlangte, dcr Minister-Präsidcnt solle dcn Widerspruch zwischen seinen heutigen und seinen im Klub der liberalen Partei gemacbtcn Ausfiibrungcn cmfklärcn. Dcr Abg. „Hermann erklärte, L'Iski gcfäbrlick), die Nation noch einige Tags in Ungewiszheit zu halten, Er nebms aber die Erklärung Wekerlés zur Kenntniß, 1)r. cherl'e' erwiderte, die Regierung habc ihre Demission gc- gebcn, ]cdock) das formelle Gesuch Erst am Sonnabend cin: reichen können, da es von al1c11 Ministern habe unterschrieben worden müffkn. Die cinfacbc Courtoisic verbiete, die Motive der Demission vor deren formeller Annahme zu diskutieren. Die Mission des Grafen K'hnsn-Hédcrvärt) Lei kein formeller Auftrag, ein Kabinet zu bildcti,xsondcrn nur, ich übcr die Lage zu orientieren. Er (111: Wekcrle) werde alles aufbietcn, damit die Lage ehestcns geklärt werde. Das Haus nahm sodann dcn Abtrag cherle's an, bis auf weiteres keine Sißunxn zu halten. Im Oberhause gab O1". cherle dic glßi 8 Er- klärung ab wie im Unterhaus? und ersuchte das Haus, sich zu vcrtagen, bis ein neu zn konstituierendes Kabinet in der Lage sci, die politische Vertretung zu Übernehmen. (Gris? Moriß Esterhazy fragte an_, warum V1“. cherlc si) über die Motive der Demission im liberalen Klub gk- äufzert habs, während er ]cßt einc beiigliche Aeußcrung nicht für taktvoll halte. Das Vorgehen ckerle's habe die verschiedenen konstitutionelien Faktoren beeinflußt, ja sogar gelähmt. Vr. Wekcrle erwiderte, sein Vorgehen habe absolut keine konstitutionellcn Faktorsn beeinflußt; Übrigens habe er hier nur über sein Verhältnis; zur Legislative Rechenschaft zu eben. Das_ Haus vertagte sich sodann bis zur Lösung der 'abinetskrisis. Der Seebkzirks : Kommandant, Kontre : Admiral (Graf Cassini veranstaltete gestern in Triest zu Ehren des britischen Geschwaders ein glänzendes (Gartenfest.

Großbritannien und Irland. Jm Unterhaus erklärte gestern, wic „W. T. V.“ be: richtet, der Kanzler der Schaßkammer Sir W. Harcourt in Beantwortung einer Anfrage Balfour's, er könne den Tag für

die Bera'tlwn?F des Anita, s, den Balfour zu Gunsten des Baues einer isenbahn na Uganda einbringen wolle, nicht festsx en. Labouchi-zre beklagte, daß der das enLlifch-ita- liem che Abkommen betreffende Schriftwechsel zurü gehalten werbe. Der Parlamentssekretär des Auswärtigen Sir E. Grey erwxderte, die Verzögerung sei lediglich technischen Ursachen zuzuschreiben.

Frankreich.

_ _Jn der gestrigen_ Sißung der Deputirtenkammer cr- grtff nach „den; Bericht. des „W. T, B.“ zunächst derZFrä- srdent Castmrk Périer das Wort, um fürckxeine ak)! zum Borsißendcn zu daizken., In seiner Anspra e forderte ex die Kammer auf, m eifriger und systematischer Arbeit die von dem Lande geforderten Reformen einem guten Ende entgeFLn'zufübren, und schloß mit der Versicherung, daß Fray reich dem Glauben an seine Zukunft treu bleibe. (Beifall? Dcr Dcputirte Goblet interpelliertc iiber die Zu ammenseßung des neuen Kabinets und betonte, man nehme a_uf die Beschlüsse der Kammer keine Rücksicht. Das neue Kabinet könne in keiner Weise die Forderungen der Radikalen befriedigen. Der Minister-Präsident Dupuy er- widerte, das „Kabinet werde sich dem Werkder Reformen und des Fortschritts widmen, wobei er alle Républikaner um ihre Unterstiißung bitte, Der Deputirte Pellctan führte aus, das Kabinet fahre fort, sick) auf die Nxcbtc zu stiißen, und lasse den Einfluß des Klerus Wieder wach wcrden, obwohl die leßte Abstimmnng d'or Kammer die neue NichtnnZ verurtbeilt babe. Schlicß- [ich „wurde mit 315 gegen 19 Stimmen eine von dem Mmrstcr-Prästdcnien Dupuy gcnchmigtc Tagesordnung an- genommen, die besagt: Die Kammer geht in dem Vcrtraucn, daß. die Regierupg durch Vereinigung der Republikaner die Politik demokratischer Reformen und der Vcrthcidigung dcr Ncchtc dcr welklichen Gesellschaft zum Ziele fiihren werde, zur Tachordmmg Über.

Die heutigen Morgenblätwr beben hervor, der Minister- Prästcht Dupm) habe mit seinen Erklärungen in der Kammer cine neue, politische Oricnticrunq gegeben. Die Konservativen und ?cmäßiat republikanischen Blätter werfen DUPUi) vor, daß er sic) den Radikalen genähert habe.

Der Dcputirtcnkammcr ist gestern der (Hescßcntmurf zu- gcgangcn, worin die Ziistimmnnq zu dem in Berlin zwischen _Deutschland und Frankreich abgeschlossenen Abkommen uber die Abgrcnznng dcs Schußgcbiets von Kamerun und der Kolonie des französischen Congo, sowie iiber die Fcstscßung der deutschen und französischen Jntcrcsscnsphc'irc im (Hebict dcs Tschadsces gc: fordert wird.

Rußland. Dcr „chicrungs : Anzeiger“ veröffentlicht die Ernennnng

szolski's _zum Ministcr-Residentcn beim Päps-

11chcnStUhl.

Italien.

_ Bei der gestern in dereputirtcnkammer begonnenen Bcrathung des am Sonnabend von dem MinistewPräsidcntcn Crispi gestellten Antra, s WÜWU der Sißungssaal Und die Tribünen dicht bescßt, au die fiir das diplomatischc Korps rescrvisrte Tribünb war gefiillt. Zuerst sprach, mic „W. T. B.“ meldct, dcr kautirte Carmine gegen den Antrag und brachte eine Tachordnung cin, worin das Ministerium aiichfordcrt wird, der Kammer noch imwrhalb dcs laufsndcn Monats eine Vorlage zu unter- brciwn, welche die Vcrmindcrimg dcr cffsktivcn AUSgabcn im Budgct für 1895/96 um 70 Miliioncn Lire in sich schlüsse. Dcr Dcpntirtc Agnini sprach im Namen der sozialistischen Gruppe ebenfalls gegen dcn ?)icgicrunthanirag nnd hiclt Unter großér Unruhe dcs HauscS und Ordnungsrufcn ch Präsi- dentcn einc dec in sozialistischem Sinne. Der Tc: putirtc Brunialti bcfämvftc den Antrag als inkonsti: tutioncll, während dci“ Dcpuiirtc Attilio anzatto ibn befürwortete nnd Untcr Anfsihrung von parlamentari- schen Präzedenzfällcn dkffM Vcrfassun. Sniäßigkcit verthcidigic. Der Dsputirtc Serena führte aus, er Antrag Crisbi zei c das Bestreben, eine Verständigung anzubahncn, da ]a a e chnsr sich 31: Gnnsten von Ersparnisscn auSgesprochcn hätten. Radncr ermahnte dic Regierung, sich mit der Fiinfzchncr- kommission, welchc dic Fiiianzmaßrcgbln gepriift babe, iris Einvernbhmcn zu soßen, bekämpfte jsdocb die Ernennung ciner ncucn Kommission von 18 Mitgliedern. Im weiteren Verlaufe der Sißung sprach der Dcputirtc Princtti gcgen dcn Antrag (TriSpi und untcr- stiiiztc lebhaft die Tachordnung Carmim'. Dic Deputirten Zmbriani und Cavallotti bekämpften ebsnfalls den An- trag Criöpi. Cavallotti erklärte, er schließe sich der Tages- ordnung Carmine gern an; das sei ksin Grund zur Ent- rüstung, denn man habe ganz andsre Koalitionen gesehen, die man gcbikligt habe, wenn sie zu Gunsten der Regierung gewesen seien. Der Deputirte Zanardelli *sprack) unter großer Aufmcrksamkeit des Hauses ebenfalls gchn den Antrag CrisPi und erklärt?, er glaube nicht, daß die Kommission den von der Regierung vorgcschlagcncn Auf? trag in einem Monat ausführen könne. Der Abtrag Crispr schließe cine Verwirrun der Kompeten cn in sich, fiir die es keinen parlamentariöchcn Präzedenz all gebe. Dcr Dc- putirte Giolitti führte aus, die Kammer wünsche ebenso wie die Regierung Ersparnisse; es sei aber offenbar, daß die Nc- Ficrung geeignktere Mittel habe, solche zu machen. Er sei aber für die TageWrdnung Carmine und zwar _umsomehr, als die Re icrung, die schon 57 Millionen Ersparnisse voxgc- schlagen ha e, leicht auch 70 Millionen Ersparnisse realifircn könne. Der Minister-Präsidcnt Crisyi erklärte unter leb- hafter Aufmerksamkeit des Hauses, der Re ierunxsantrag sei vom moralischen und konstitutionellen (Hesi )tspun te aus viel bekämpft worden. Ein Redner Habe ihn mit einer Heftigkeit angegriffen, die um so bemerkenSwerther sei, als fie von einer SML der Kammer komme, deren sonsti e Mäßi ung bckamit sei. CrisPi gab darauf einen historis en Rück lick über die Freie, legte seine Ideen iiber die Vcrwaltungßreform und die ?Bräzedentien dcr leßtcrcn dar und fuhr fort, er würde diese Reformen und sogar die Vereinfachung der Zivil- verwaltung zu stande gebracht haben, wenn die Kammer die Vorlage iiber die unbeschränkten Vollmachten gc- nehmigt hatte. Die Kommission habe den Vorschlag der Regierung aber derartig abgeändert, daß diese ihn nicht mehr habe annehmen können und daher den Antrag vom Sonnabend ein ebracht habe. Y- werde der von der Kammer zu wählenden ommission alle orarbeiten der Regierun _fiir die Verwaltungsreform zur Verfiigung stel1cn und ihr alle titel

' ' und eben, damit fie ihre Arbeiten vollenden könne. CriSpi axoktjxie'erte 19mm egen dix Anschuldigung, daß die Kommission ewählt werden so e, um die Veranstrtung von der Regierung abzuwälzen und die Kammer zu tauschexi, und schloß: „Meine Loyalität kann von niemandem angezweifelt werden; ich habe nie jemanden getäUscht-“ (Sehr gyt; „lebhafte Zustimmung.) ierauf wurde der Antrag CriSpi m namentlicher Ab: fiMMUng mit 225 gegen 214 Stimmen angenommen; 6 Deputirte enthielten sich der Abstimmung. _ Gestern Abend'trat der Minist errath zu einer Sißun zusammen. Nach einer Meldung des „Popolo Romano“ un des „Folchetto“ hätten sämmtlick) e Minister Crispi ihre ortefeuilles zur Verfügun g gestellt und ihm ihr vollstes Vertrauen zum Ausdruck gebracht. Der Papst empfing gestern den Erzbischof von Mohilcw in längerer Audienz.

Spanien.

In Tolosa ist, wie „W. T. B.“ meldet, am Sonntag zm Meestinézzé gegen die Handelsverträgc mit dem Deutschen eich, Ocsterreich-Ungarn und Italien abgehalten worden, m) dem auch zahlreiche Vertreter der Industrie aus den baskischen Promnzcn thetlnahmen.

Schiveiz.

Die ordentliche Sommerseffion dcr Bundesvcrsamm- lung ist gestern eröffnet worden. Der Nationalratl) wählte zum Präsidenten Bren ner:Bascl (radikal) und ziim Vizc:Präsidcnten Vachmann-Fraucnfeld (liberal). Der Ständcratl) wählte zum Prä identcn Torrentéz-Wailis (ultramontan) Und ?um Vize-Prästdentcn Jordan Martin aus Lausanne (radi al). Der Bunchrath hat bei .der Bundeßvcrsammlung cine Abän derung der bisherigen Verwaltungsorganisation in dem Sinne, daß der BUndes:Präsidcnt stets die ancZwärtigen Angelegen- heiten zu lcitcn hätte, beantragt.

Belgien.

Die Parteien dcr Rechten in dcr Deputirtenkammcr lmbcn dcm „W. T. B.“ zufolge beschlossen, die Fra e der Eingangszölle vor dem am 12. d, M. erfolgenden chluß der Session zu bcrathcn.

Rumänien.

Am Sonntag fand nach cincr Mcldmig des „W. T*. V.“ in Bukarsst aus Anlaß des Klauseuburger Memorandum- prozcsscs Unter sLl)r zahlrcickxcr Bstheiligung ein Straßbu- aufzug mit Fahnen und Musik statt. _ Eine hierauf in einem öffentlichen (Garten außerhalb Bukarcyts abgehaltene Volks: versammlung vcrlic in vollster Nutze.

Amerika.

Eine im Auswärti cn Amt in Washington ans La Libertad eingetroffene epssche m-Zldct, wie „W, T. B.“ be: richtet, daß die Jnsurgentcn in San Salvador eincn vonommem'n Sieg errungcn hätten Und der Präsident Ezeta *aus dem Lande geflohen sei. -- Jn NNWYork eingktroffenen Moldungen aus Panama zufolgc wärcn die Truppen der Regierung von San Salvador von den Aufständischen in einem Tri'ffcn bci Santa Ana besiegt wordxn, wobei 600 Mann gefallen seien. Auch der Bruder des Präsidenten, Gcncral Ezcta, unter dessen Befehl die Regierungstruppen gcstanden hättkn, sci geblieben. Der Präsident habe zu (Jimstcn Bonilla's dcmisfiomert.

Entscheidungen des Reichsgerichts.

Der Verkauf von aus Talg und SbLisköl bergestellicm, dem Sckxn'sinesäymalz äußerlich nieich€nd€m sog. . Eßfcit“ als Schweinc- schmalz ist, nach einem Urtbeil des Reich§gcrichts, 111. Strafsenats, born 17. März 1894. aus § 10 Z. 2 dss- Nal)rungsmitwlg8seßes Vom 14. Mai 1879 als 21kaan cineS nacbgékmaäytsn Nabrungémxttels zu bkstmfsn. „Nach den vom Reich§g€richt in wiedcrlwltcn Entscheidungen, inUchrcinstirmmmg mit dcr allgk'mcincn Auffassung des Verkehrs ankrkannten Grundsa/Zen kann ein Nabrungémitiel dann, wenn ihm durcß Behandlung skinc's Otoffcs oder 1611181“ Form der ein CW Anschein 1'1111'6 andcren Nabrungömittels verlieben worden ist, als n a g e m a ck 1 es Nahrungsmittel dcr lcyteren Art im Sinns bis Z' 10 ch Nahrungs- mitteélgefeyes bczbicbnet werdcn. Wi€ also dcmxntspreÖend beispiels- weise Margarins, obwohl dieselbe Lin volkswirtbscbaftiick) er- ]BÜUsÖté'k Ersa? für die tbcursrk Milcbbuttkr und deshalb ein ]Slbständigcs Na rungsmittc1 ist, in dem Fall als nachgi'macbtc Milch- butter an Eschen werden kann, w-xnn ihr der äußere Anschein dkrsclben «geben iiOt, so stkbt auch nichts entgsgcn, das aus Talg und Speiseöl ikcrgesteüte sog. Eßfctt, Welches möglichérWLise einen ebenso er- wünschten Ersatz fiir das tbeursrk Schweincschmalz zu biétcn geeignet ist, als nachismacbtcs Schmalz zu bezeichnen, vorauxchseßt, daß es diesem nach Stoff ()de Form äußerlich gleichend bergestküt ist und danach Schmalz zu sein scheint." (775/94.)

_ __ Der Verkauf einer ntinderzvertbiZen Waars, Untcr faljchlichér cheichnung derselben mrt dem “kanikn einer gang- baren Wanke, zu einem zwar dem qutb dersklben Entsprkckyendkn Prkis' an einen Detailbändlkr zum Weiterverkauf, ist nach einem Urtbctl dcs Riicbsgcrichts, 111. Strafsenats, vom 17. März 1894, als Betrug zu bestrastn, wenn der Käufer bei dem gutgläubigen Weiter- vkrkauf der_Waare unter jener falschen Bezcicbnung nicht- nur keinen Gewinn erWlti'," sondern auch “cas Vertrauen seiner Kundschaft einbüßte. _ Der Geschafjsreisxnbe M. bot in der Absicht, den Absatz des bx" seiner Firma fabrtzterten sog. .Eßfetteß', eines aus Talg und Speiseöl bergcstelitkn Kunstprodukjs zu fördern, dieses Fett der Zandclsfrau K. zum Weiterberkauf abs Schweineschmalz an, den ,cn'tner zum reise box] 52 9-6 Als Hierauf Frau K. über disscn billigen Preis ür Schwenxeschmaxz ibr Befremden äußerte, spiegelte M;_ihr vor, MZ „sein'e _Firma diese Waare bei der ungünsti en Ge- schartslage zur ett billiger zu verkaufen enötbigt ware. Frau K. kaufte sodann 1 Ztr. von der Waare, rvel e ihr mit eincr Von M. ansgestelitcn, auf die Lieferung 'von Schmalz lautendkn Rech- nnng geliefert Wurde. Der Preis von 52 „M für den Zentner Eßfett war zivar an sich ein angemessener, aber dadur , daß bei dem Weiterverkauf des Eßfettes als Schmalz die. Fälschung ent- dcckt wurde, erzielte die Frau K. bci dem Handel mcht nur keinen Geschäftsgcwinn, sondern sie verlor daduxcb das, Vertrauen ihrer Kundschaft und erlitt somit wcitere pekumärk' Ctnbußeri in ihrem gc1_nzen Geschäft. M. wurde Wegen Bktrugs in idealer Konkurrenz mit dem Verkauf nach emachtcr Nahrungömittel 10 des Nahrungs- mitLelZefejzes) verurtbe lt, und die Revision des An eklagten wurde vom Reichßgerichtverworfcm indem es begründend aussü rte: .Verfebit find die Auskührungen der Revision, das; in dcm an efocbtencn Unheil Has Tbatbesandömerkmal der Vermögensbes ädigung 'nicht festgestellt sei. Zwar kann zugegeben . wsrden, daß der Vbrdbrrtchter bei der Beurtheilung des Vorhandenseins eines „direktkn und indirektan“ Schadens nicht scharf unter cheidet, ob solcher bei dem Abschluß des „Venta es oder erst bei de kn Erfüllun eingetreten ist. Die Annabmk lßnes atbestapdömerkmals wird aber mmerlßn durch bis erkennbare, dre Gesammtwnkun dex Jrrthumserregung auf das Vermögen der Frau K. ins Auge iiassende tbatsäcbliche Erwägung getragen, daß die

K. infolge der nicht vcxtragsmäkigen Lieferung der Waare einen mittelbaren Schaden m der Weise erlitten habe, daL sie night nur den Gewinn, den sie aus dem, Weiterverkauf der ledigli zu_d1esemeeck - also unter der berechtigten Vorausse ung der vortbeilbaften Ver- wertbbarkcit - erworbenen Waare mit icherbeit zu erwarten berechtigt war, nicht erzielte, sonderzi auch mit der gutgläubigen Verfolgung dieses Zweckßs das V?xtrauey ibrer Kundschaft verlor und somrt weitere erhebliche, pekuntare Einbußen iy ihrem ganzen Geschäft erlitt. In diesem Stngeberstandey, kann dte Annahme des Eintritts einer Ver- mögensbeschadtgung ber Erfüllung des Vertrages, wenn auch di? von der K. überyonimene Leistung der Zahlung von 52 „M durch den Werth dex thatsacblich erfolgten nicbt vertragémäßigcn Gegenleistun gedeckt sem _mochte, als Tbatbestandsmerkmal des Beira es rechtli

um so weniger beanstandet wcrden, als auch die Festßtellunq des Kaufalzufammenbanges jener Wirkungen mit den Täuschungsbanw 1s1;ngen( dFZ/Zßschwerdeführers rechtlich nicht von der Hand zu weisen 1 .“ 7 .

Entscheidungen des Ober-Verjvaltungsgeriäxts.

Nack) ? 66 des Zuständigkeithese es vom 1, August 1883 findet gegen die [nordnungen der fiir die abrnkbmung der Wafferpolizei zuständigen Behörde wegsn Räumung Von Gräben 2c. als RechtSmittel innerhalb zwei Wochen der Einspruch an die Waser- Polizeibcbörde statt. Unter diese Bestimmung fällt nach einem Urtheil des Oer-Verwaltunqsgkrickyts, 111. SenatI, Vom 2. April 1894 diE Bcseitigung aller Abflußbindernisse, gleichvikl, ob diLsL durch die Natur oder von Menschenhand geschaffkn smd, Und im [61516an Falle, ob ('in Dritter oder der Jnansprucb enommene selbst, z. B. durch das AUfwerfkn eines Dammes 16 geschaffen hat. .Wsnn der V0rderrichier Link Räumung im Sinni' dcs § 66 des Zuständigkeitßgesejzes nur da, wo es fick) um das re elmäßilés Frcihalten des Wafferlaufs von den durch den natür- "([JW Versa des BMW und dkk Ufer bsrrübrenden Störun en und Hemmxiisikn bandklt, annimmt und bei der Beseiiigung_ vor äßlicl) aeschaftchr Abflußhindernisc für aus;]escblosien erachtet, 10 faßt_er dem Begriff der Raumung nacb ? 66 zu Eng auf. - Wesentlich für die Anwendung des § 66 und in 9192 dessen für den Begriff der Räumung nach dem „H 66 ist nur, daß die Räumung nicbt Verlangt wird, weil dcr Inanspruchgcnommene dcr Urbeber d€s Abflußhinderniffes sei, sondern Weil er die öffentlich-rechtlich Pflicht der dauern- den Räumung bäbk. Lsßferes kann 0921" auch zutreffen, wenn der Inanspruchg€nomm€ne _selbst das Abflußbinderniß künstlich bergeftelit. z. B. einkn Damm auxgeworfen bat.“ (111. 407.)

»- Die Bestimmung dss „H 100 A. L.-N. [, 8, wonach in der Negkl ('in jeder die übkr skin Eigentbum qebLndsn Gräbkn und Kanäle, wodurch das Waser ssinen ordentlichen und gewöhnlichen Ablmxf bat, zu unterbalken bc'rbunben ist, findct nack) EMEW Urtbeil drs Obcr-Verwaltungsxzerickßs, 111. Senats, Vom 2. Avril 1894 Anrvendung auch auf ein?" nicht rszßmäßigen, freiwillig und im Eigenen Jntercffe Vom Grundbsfitzer angelegn'n Graben, und die Wasser-Yolizeibehördc ist bLngt, das im öffentlicbkn Rechte bc:- gründete rforderniß dsr Untérhaltung des Grabeiis auch dann gcltsnd zu machen, WEM! die Unterhaltung nur im Interesse von Privatpersonkn, die eiusn priairech11ich8n AUsPLYck) auf Zuführung ihres Wassers nach dem Nachbargrundstück mä)? babkn, nötbig ift.-11eber dyn dem Landwirtk) 91.311 W. (Rxßierungs- bezirk Magdeburg), früher deffkn Vater gehörigen Plan war 1611 [armc-r Zeit das Waffsr der auf dkm obstbalb belegenen B.'schen Gruydftück entspringkndkn Onklle geflossen. Etwa seit 1860 ist dieses Wamcr an dem Akscbcn Plan Entlang in einer zn dem Zweck von der Gemeindk W, angélegtkn, noch in dem Grund und Boden des Pians liegenden Röbrenlsitung abgsfübrt wordxn. Weil diese Rbbrx-„nlkitung aber nicbt

ut fitnktioniertc, bat der Vatsr 178221. zur Ableitung des durcb die Ziöbrbnieitung nicbt abflisßendsn Waners über sein Grund tück einen Abzugsgrabén angelkgt, durch welchen das Wasser der B.'s en QueUs seitdem anfangs tbeilweiss, später, nacbdkm diLRbbreyleitung garyicht mehr fUnkiionirts, vollständig seinem Abfluß Hattk- A.1varsmtn USUYFDMJÖ eincn Damm anf, UM zu bcrbindbrn, daß das P.'sch WME): _in seinc'n Grabkn flicßk. Infolge dieser Abdämmung siautc das Waßßr zkitwéxise derartig auf, daß nicht bloß der an dLm Akschsn Plau? vor- bsifübrsndc Skparationsweég übsrscwammt, sondern auch die an dcm Wege gcicgkncn, im Eigkntbum dritter PLrsonsn stehenb€n Felder und Wikskn untcr Wasser geseßt wurdkn. DLT Amisborstebsr zu W. gab d?mzufol 6 dem A. Turck) cine Verfügung bei Androhung Liner Exekutivßrafe aus, 1611 Damm zu beseitigcn und das Bzsch Waffkr durch scinbn Grabsn ablaufen zn lasscn. Der gkgen diesc: Vérfügung erhoben? Einspruch wurdc zurückgkwiksen, und die bon A. gegen den Amkßbmstcbkr erhobene? Klage Wurde vom Kreix- ausscbuß abgc'wiescn. Dkk BczirkxßaUÖschnß bestätigte das Urtbeil des Kreisausschnffes, nnd “cas Lbsr-Veripalwngsxgcric171 erkannte: (1111 Auf- rechtezrbaltung dEr Entscbcidupg dss BéziikScxuéschuffcs, 11106111 62316- Fründemd ausführte: .. . . Nach dcr BLMiSausnabme ist Von enzxr

loßcn Deckung gc'gen wilkablaufcndks Waffcr durch den Damm keins Rede. (Es ist bisimebr ein zum ordentlicbkn und «wöhnlichen Ab UZ? dcs WasscrÖ dikn€nkér Graben im Sinne dcs „S 100 Tif. 8 T . 1 A. L.:R. auf dcm klägeriscbén Plan bvrbanden, zu de en Räumung der Kläger als Eigkntbiimer nach öfféntlichcm Rechtbcr1*fli tetist und bst de'm cr zurCrfüUung dibserPflichidc-n darin auf cworfenanammbessitigcn muß. Daß der Graben icin rkxeßmäßigsr th, ist gleichgültig" Ebenso uncrbeblicb ist es, daß der Vater des Klagsrs den zu raumendcn Grabkn freiwillig und lédiglici) in seinem eigenen Interesse angelegt haben mag. Auel) insoweit enthält die Vorschrist des § 100 keine? Einschränkung. Ob der Kläger verpf1icht€t ist, das Wasser dcr V."schen Lucile aufzunehmen und ob diese Last zu Unr€cht Von der (Gsmcindc W. Vergrößkrt wordkn ift, Wcil fie die von ibr cingcrichtctc Röbrcnleitung nicht im stande hält muß ebenfalls auf sich bsrubcn bleiben. Es könnte'n hierdurch nur Änfprücbe geakn den Eigentbümcr der Bkschen qu'lle Harauf, daß er das Waffsr der Oueüe nich1mebr dem klägxrischeu Plane zusühre, und gs en dichmeindc W.gufErfa15begründkt werden. Sklbst wenn aber ach deshalb der Klager_nicht die aus fcinsm Eigentbum entspringende öffcntiich=rschiiichc Raumnngspfiicbt haben, sondern dicse dem Eigkntbümer der Quaüe oder der Gemxinde obliegen sollte, müßte dies außer Betracht bleibcn, Mil die Klage allein cgcn die Waffcr-Polizeibebörde gerichtet wordcn ist. Es kann vielchr nur noch in Frage kommen, ob ausreichcnder Anlaß zum policilicben Einschreitcn bestand. Das ist unbkdknklich anzunehmen. Na dem § 10 des melntbgkseßes vom 15. Nobcmber 1811 ist die Orts-Polizc'ibcbördc bcrcchtigt, die im öffentlichen Rcchte begründete Verpflichtung zur Räumung auch dann geltend zu macbe'n, wenn die Räumung nur im Jntcrkffc bon Privatpersonennötbig ist.“ (111.-407.)

Kunst und Wissenschaft.

Ueber die romotionen auf den Prcußiscbcn Univcr- sitäten ssbreit dic“ „Statist. Korr.“: Auf dcn neun prcqßiscbi'n Landesuniverfitäten „und der Akademie zu Münster smd m der) 25 Semestern bon Michach 1879 bis Ostern 1892 im „ganzen 9706 Doktoranden riw zum Doktor promoviert worden,_ wobei digin d_cn theologischen Fakultäten zum LizCntiatcngxadc Bexördertcn nnr cm- gerecbnet sind. Außerdem find in der gleichen Zeit“ noch 376 Ehren- promotionen vorgekommen. An Ebrenpromotronen w_ar 'am reichsten das Jahr von Michaelis 1883 bis dahin 1884; aus dtssxs entfielen 86 sol er Ebrenbezeigun en, und Von ihnen hat Halle allem 25 Verlieben. ine noch höhere iffer weist Göttingen für das Jabr bon Ostern 1887 bis dahin 1888 auf, nämlich 33. Die einzelnen liniver- sitäten und Fakultäten smd nicht in gleichem Gradeixeigebig mit hem Ehrendoktor. und auch dann no „machen sich xrbebltche Unterschiede bemerkbar, wenn man die aus ejonderen Anlassen bcrborgegangene gelegsntlichc Häufung solcher Ehrungen ausscheidet. In 72911 bé-

zeicbneten 25 Semestern entfielen von den 376 Ehren romotiorxen: auf die evangelisch-theologische Fakultät 137 (davon Kie 4, Kön! s- berg 5, Bonn und Breslau je 9, Berlin 16, Greifswald 8, Marburg 23, Göttingen 26, Halle M, - die katholisch-tbeologis : Fakultät 20 (davon Breslau 3, ünster 17, Bonn 0), - d e juristische Fakultät 73 (davon Kiel und Köni Oberg je 2, Bres- lau 4, (Greifswald 5, Marburg 6, Berlin 7, [Te 9, Bonn 14, Göttinßen 24), - dis medizinische Fakultät 47 (davon Kiel und Köni s erg je 1, Breslau 2, Greifswald 3, Göttingen 5, ?alle 7, Mar urgq8, Bonn 20, Berlin 0), "7" die philosophische Faku tät 99, (davon Kiel 4, Könt sberg 5, Greifswald 7, Berlin und Münster je 8, Bonn 10, Bres au 11, Hal1e 13, Göttingen 14, Marburg 19). Die 9706 xjrs Pr omovierten, deren l:;„iabl und Vertheilung manche Streiflichter auf unsere UniveÄtätsver ältni e wirst, stammen von ver1chiedenen, theilweise wobl au nicbt preußis en Univer täten; ein Theil der, Doktoranden hat auch nicht an der Universität tudiert, bei der er die Doktorwürde erwirbt. In welchem Umfange dies vor- kymmt, ift ziffsxnxäßig nicht bekannt. Der Grad, in dem es geschieht, laßt sich aber emtgermaßen fiYer ablesen aus dem Verhältnisse der Prom_ovierten_ zu der Durchs nittßzabl der Studierenden jeder Uni- berfitat. Wahrend der bezeichneten 25 fSTJZZeF waxpentperoviert - au ur ni t i uberhaupi dort Studierende in Kiel ...... 591 68

in Göttingen . . . 1637 65

in Greifswald . . 820 47

in alle ..... 1354 43

in arburg . . . 675 41

in Bonn ..... 925 36

in Berlin . . . . 2437 26

in Königsberß , . , 492 25

in Münstkr . , . . 160 19 , in Breslau . . . . 615 18. Kiel und (Böttingen promovisren berhältnißmäßig die meisten Dok- WTM; Greiféwqid, Halle und Marburg trkten etwas zurück, noch mehr Vorm. Jn Kiel und Göttingen promovieren im Vergleich zur Studentenzabl 2xmal so vi?! alsin Berlin oder Königsberg. Ganz besonbers gering ist die PromotionSziffer in Breslau (die gleich niedrige; Ziffer für I)iünster hat wegen der katholisch-tbeologtscben Fakultat nichts AuffaUendeS). Breslau und Königsberg haben eine im ganzkn ärmere Studentenschaft als die anderen Universitäten odcr dis meisten dabon. Da die Crioerbunß der akadsmischen Würde (außer der wisxenscbastlichen Leistung) (He 1) und noch einmal Geld kostet, so kann man sick) deshalb die niedrigen Ziffsrn für diese beiden Universitäten wobl erklären; In Breslau tritt außsrdem noch der Einfluß der katbolisch-tbeolo i1chen Fakultät Hinzu, die nicht viel Promotionen lieibrt, - ein Um?1and, der wohl auch die Ziffer für Bonn so niedrig bat gestalten helfkn. Bei den übrigen Universitätkn kommen besondere Gründe für die Beborzugung der eincii oder der and€ren zur Promotion in Betra t, und zwar sind disse Gründe nach dkn Fakultäien Verschieden. arum möge weiter in einer nächsten Nummer die Vertheilung dsr kids Promovierten auf die Fakultäten beranschaulicht wxrdxn.

_ Soeben «rscbikn ein für die Kenntniß von Usambara, des wcrtbboüsten Tbeiics unseryr osiafrikauisckpen Kolonien, außerordentlich bstbbrragendes Wérk: „Uchr die G liedérung der Vege- tation bon Usambara und dsr angrenzsnden Gebiete“ von dem Gebeian NegierungS-Rafb Professor Dr. A. Engler (Abhandlungen dsr Köni lich Preußischen Akademie der Wiffenschaftkn zu Bcrlin 1894, Siß-Äer. St. )(171 S. 293 ff. - 86 Seiten 40.). Dickie: Arbéit Wurde aUerdings hauptsächlich bon p anzengeograp ischen GesickytSPunftkn aus unternommen, und nur der achmann wird ver- stebkn, wélchs große? Arbeitsleistung hier Vorlisgt; aber auch der Laie, welcher sich für die ngetaiionßberbältniffe Usambaras interesfikrt, odar wächst fich aus kbmmsrzikUsn Gründen 11er die Naturprodukte dieses reichen Landks orientiercn wi11, wird hier sehr vieles außerordentlich Wertb- voÜe finden. Die Resultate beruhen zumsiit anf den gegc-n 5000Nummern be-tragsnden Sammlungen von C. Holst, Welche von den Beamten des „Königlichsn botanischen Muiirums zu Bkrlin uLd einigen anderm Botanikern bestimmt wurden und dercn Von dem Sammler mit un-

“ermüdlicbem eriß ZUsÜMMMJLTkagLUE Noxizen ks auch Hauptsächlich

ermöglicbtsn, Lin klarss Bild Von der Zusammenseßung der Flora zu «(ben. Besondbrs KUZ zwei Gründen ijbkrragt diese vorliegende ngstaiionsschildcrung alls äbnlichen 1119er erschiknenén Arbeiten: einmal dcsbaib, n'cii dis dkm Sammlkr geriau vorgeschriebenen und bon dcémselbén ausgefüllten An abkn für jede Linzclnc Lin- géfandtc-x Pflanzs genau Vbrjvkrt et wuxdsn, und dann, weil in Lins): biSbsr unerrciÖth VoUständigkCit und Gbnauigkcit auch das gesammte Lingksandtc Matkrial dnrchbestimmt worden war. Usambara ist ein gkolbgiscb aaßérordkniliä) gcgliederie's Land und dem- cntsprscbch ist aueh seins Flora cine !Lbr reichs. Dieselbe läßt sich anch [Silbr in MLbkckL, msist „ssbr 1charf'g€g[iederxs Formationen zer- lkgen, bon denim Englsr dia foisendkn 6111011061" gegenübersteüt. So- weit am Lande fich der Einfluß von Ebbs und Flutb bemerkbar macht, ÖMCgUCT man der Formation dcs Strandlande's, bantsacbli durch die reichem Mangrovenbksiändx cbaraktcrifirt, ?€an qußgezei Fete und nakürlicb [sicht zu Schiff „:,U bcrladcndc Hölzsr [ür dic Kolonisten der Trobengkgenkkn sine ststia zuncbmcnre 'Bkdeutung gswinnsn. An diése Formation schließt sich Direkt an du: der Crckkzonc (auf rccentem Kalk), also das (Gebik't, welches nur wenig Liber dem Meeres- wiegel [isst und fich zusammenseyt aus Erasland, “Sträuchern, wald- artigsn Komplkrcn, dürren Gebiischcn, Fcütnpfcn uxid Tümpeln _und cinem Ertragsfäbigcn Kulturland. Es folgt daraus, in einer „Höhe von *.)5 bis Etwa 125 m Höh? 1":er dsm Mkeresspiegel, 'die Formation des Buscblandes dcr Jurakalkformation, _wclcbe aus trockenen Gras- fluren und besonders cinkm dicktkn Busäybestand besteht, darauf die Formation bes Buscbste'ppsnvvrlandxs, welcbe aili-Is Hügeiland zwischen dem KüstengebiUc und dsr Waldrcgwn dcs betrgss umfaßt und einen meist skb!" fruchtbarcn Boden mit dicbxcx «trauckpbedexkang Enthält. Daran schlisßt sich sodann, die quxnatwn dsr tropischen Gebirgs- waldregion, deren unterkr Theil kast vöiliaien Üppigen Tropen- wäldsrn cnrsrrich, Mich? man aus WUt-Asrtka und den indisch- malayischcn Gkbikkén kennt, während er nach oben FUmäblicb in 6111811 trvckncrcn Trvpknwaid Übe'kge'bt. T*berbalb keswlben treten dann mcist di? baumloscn 0117 baumarmsn Hxvrrpationen dcs böhsrsn Ge'birgslande's anf (Etwa bon 1200 bis 1700 111 st. Mi.), hauptsächlich durch wsitcs, offan Weideland charaktcri1icrt, welchers bist und da durch Hkidcbkstand nntcrbrbcben wird und auch nicht sCltkn einen typischen Gébirgsbuscb Feigl. Dik Bkrgkuppcn bndlicl), Über "1700 11.1 Höbc, WLlche bis zu 2000111 c'rrcicbcn, find m_it cinc'm di ten Hock)- gcbirgöivaid bedeckt, und Hier zci cn sicb ami) bauptjäcbliibNadc bölzer mit ihrem wertbbolien Bau- und :iuybo1z als Bestanb bildcnd. - Von welcbsr Bedeutung die borlikgcnde Arbeit Epgleés _rür dic Kolonisation und die Nutzbarmachung Usambaras ist, lixgt aus der „Daub Um nur eines anzufübch, zeigt die Flora von [i?ambara ame roxze Ueber- i'instimmung mit dkrjcniganbesUnicns. Und da nun die " erwertbung der Erzeugnisse Abessiniens schon ziemlich gui bekannt gewyrden in, so kann man natürlich mit größtem Recht auf diejenigen Ujambaras sch1i€ßenz fcrncr läßt die Bcfisrclungsfäbich-it einer bestimmten Höbcnzonc Abesfiniens bei cincm_ äbniicbcn! oder gleicbkn

flanze'nnchs anch Cine solche? für Mombasa crwartxn. » 5 irklich tragisch erscheint es, das; zu lcicbcr Zcit mit demErjcbt-inen dicscs Wcrkcs dic Nachricht bon dsm Yoda dgs Mannes eintrifft„ auf deffeu unermüdlicher ForschertbätiÉi-it bauplsachlick) die hohen Zvrffen- scbaftlicben Resultate bcrubsu -- arl Holst war am,19.Augu1t 1865 in Flcnsburg geboren und besuchte das Gymnasium m Altona, Von dem er Ostern 1883 als Unter-Sekundaner cntlaffen wurde. Da Lr JWZL Vorliebe für die Natur zeigte, wurde er Gärtner und legte 188 in Potsdam sein Examen als Gartenkünstler ab. Nachdem er dann einige Zeit in seinem Fa c thätig geWesen war, zog ibnseinForscber- trieb nacb Usambara, wo cr a1s5"erwalter und Gärtner der neugegründeten: Missionsstation in Mlalo Stellung fand. Nachdem er dort wettb- volle Sammlungen angelegt und diese dem Direiktvr des KörLÉiiMn

botanischen Gartens zu Berlin übermittelt hatte, entf loß er mit

behördlicher Unterstüßung einige Zeit der , mmelt ätigkeit