1894 / 174 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 26 Jul 1894 18:00:01 GMT) scan diff

, von ihm bisher interimistiscb verwalxxteUre _

W " den Kreis Niederung “definitiv verliehen worden.-

* ' .“ m' Ausfü rung der beim Haupt- ollami M slowiß vor- " * _ ne: menden P anzenuntersuchungen | an Sie _e des ver-

, Wrbenen Apot ekers Kastner der Apotheker Kopsch eben- daselbst zum Sachverständ gen ernannt worden.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenbeiten. _

Dem Privatdszexiten in der philosophischen Fakultät der Universität Köni '_' e*rq ])r. Lafsar Cobn, genannt Lassar- Cohn, ist das * ädiiat Professor beige egt worden.

Königliche UniversitätS-Bibliothek. Bekanntmachung.

Die reglementSmäßige ZurücklieferunY al1er aus de_r „& Universitäts-Bibliothek entliehenen Bücher fin et m der Zeit vom 1. bis 4. August cr.«statt. Berlin, den 25. Juli 1894. Der Divektor. ])r. W. Erm an.

Bekanntmachung.

* In Gemäßheii des § 4 des (Heseßes _vdm 27. Juli 1885, betreffend Ergänzung und Abänderung einiger Bestimmungen über Erhebung der auf das Einkommxn gelegtes direktezi Komniunalabgaben (Gese :Sammlung Seit6327),w1rdbierm11 zur öffentlichen Kennini gebracht, daß _das im laufenden Steuerjahr kommunalab abepffichtige Reincmkommen aus dem Betriebsjahr 1893/94 re p. 1893 _ _

pro 1893/94 1) bci dir RhensDwmclihal-Eiscnbabn auf 710834 „14, _

pro 1893 2) bei der Peine:Zlsedcr Eisenbahn auf 28 20616444,

pro 1893 3) bei der Gcorgsmaricnhuttcn - Eisenbahn auf 7288,05 «14,

pro 1893 4) bezii lich der preußischen Strecke der Aachen: Mastrichter Etinbahn auf 56 865,80 „44

festgestellt worden ist. 5) Aus dem Betriebe

pro 1893/94 der Kerkerbacbbabn, _ pro 1893 der preußischen Strecke der Eisenbahn von Themar nach Schleusingen, pro 1893 der preußischen Strecke der Eisenbahn von Immel- born nach Liebenstein, pro 1893 der preußischen Strecke der Lokalbahn Josia- Brückenau, _ pro 1893 der preußischen Strecken der Großhexzoglick) Oldenburgischen Eisenbahn OSUabrück-Quakenbruck und J?rhove-Neuschanz, mtc aucb Oldenburg-Leer ist ein ommunalabgabepflichtigcs Reincinkommcn pro 1893 nicht erzielt worden. Berlin, den 24. Juli 1894. ' Königliches Ei eanbn-Kommissariat. en en.

Il n z (: i g c, bcircffend die von der Landcs-Aufyabmc vcröffcni- liebtsn Msßtifcbblätter im Maßstab 1:25000. Im Anschluß an dic dicsseiiigx Anzcigs 73,97" 7. April d. I. wird hiermit bekannt gemacht, daß soigxnde Blatter der Anfnabmc' 1892 erschienen sind:

Nr, 1850. Gollmüiz, 2264. Ylikloster, 2338. Xraustadt, 2351. Klews, _ 2359. iLüdingbaus 811, 2361. quniicinwri, 2426. Xanten, 2485. Weisbolz, 2506. Camen, 2572. Nisykcrk, 2578. Witten, 2647. Kreskld,

2648. Kaissrswsrib, 2653. Sobsnlimburg, 2716. Visrsen, 2717. 111161), 2720 Elberfeld und 2721 Barmkn.

Der Vertrieb erfoli durch die Verlagsbucbbandlung von R. Eisku- schmidt bierselbst, NSU tädtiscbe Kirchstraße Nr. 4/5. Der Preis eines jeden Bsaites betragt 1 «44 Berlin, den 26. Juli 1894. _ _ Königliche Landss-Aufnabmc. Kariograpbtscbe Abtheilung. von Usedom, General - Major.

Abgereist: Seine Excellenz der Staats- und Justiz-Minister Dr. vyn Schelling mit mehrwöchigcm Urlaub, zunachst nach Sud- deutschland.

Yiehtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 26. Juli.

JhreMa'estät die Kaiserin und_Kö_1"1igin machten, wie „W. T. B1.“ meldet, estern mit den wer'xungeren Prin _en und der Prin essin in ofÉnem Wagen eme F??“ von U- Ylmshöhe nail) Caffel un wurden auf derselbenu

olkSmenge lebhaft begrüßt.

erall von der

In der Ersten und Zweiten Beilage zur [)e_utigen Nummer des „Reichs- und Staats-Anzeigers“ wrrd die_ vom Reichs= Eisenbahnamt auf esteUte tabellarische Uebersicht de„r Be- triebs-Ergebnißse deutscher Eisenbahnen_ fur den Monat Juni d. I. veröffentlicht, auf welche am Dienstag an

„dieser Stelle auszuglich hingewiesen wurde,

';“?Merarze Adolf Möller. zu. WWWZ*

Der Geneval-x der:; Kwaünie-v'oii Krosigk, 11 1a Zaiß: dss LeilpGard usaren- Inspektion, ift erher zu ickgekehrt.

-

Sachsen.

Seins Majestät der König hat sich gestern zum Besuch ' Ihrer Majestät der Königin nach

Eichwald begeben und wird an den von dem Fürsten Clary veranstalteten Jagden theilnehmen. Sackjseu-Meiniugeu. Seine Hoheit der Herzog ist nach längeremYufentbalt in Ober:Jta ien und am Königssee heute nach Meiningen zu: rückgekehrt und hat sich von dort nach Schloß Altenstein begeben.

Sachseu=Coburg-Gotha. Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzessinnen Clemen- tine und Ferdinand von Sacbsxn-Cobungoiha fiizd estern, Seine Durchlaucht der Prinz erdinaxid heute 111 oburg eingetroffen, um der („Gedächtmßfeter fur den am 26. Juli 1881 verstorbenen Prinzen August von Sachsen- Coburg-Goiha beizuwohnen. * Reuß j. L.

Der (Chef der Paragiatslinie Ncuß:Schleiz-Köstriß, Seine Durchlaucht der “Fürst Heinrich 17., geboren am 26. Apxtl 1821, ist gestern Nachmittag zu Ernstbrunn m Nieder:Oestcrrcich ge iorben.

Oesterreiäx - Ungarn.. *

Die Kaiserin hat gestern Mcndclhof wieder verlassen und die Reise nach Ischl fortgeseßt.

Großbritannien und Irland.

Das Unterhaus hat gestern die zwsitc Lesung der Bill iiber die Gleichstclbmg dcr Lokalabgabcn Londons nach zwci- iägigcr Debatte ohne Abstimmung angenommen.

Frankreich.

Bei der gcstcrn fortgcfeßtcnBcratbung dcs Anarchisten: gescßes nahm dic Dcputirtcnkammcr den Art. )7 des Entwurfs nach Ablehnung aller AnWUdcants mit 314 gegen 147 Stimmen an. Mehrere Zusaßartikcl zu Art.? wurdcn sodann nachcinandcr m'rrvorfcn. Darauf wurde in die Bcratbun, des Amendc'mentsJauréx-s cinqetrcten, welches verlangt, da? alle Minister, Députirtcn und Scnatdren, dic Bestechungsgclder angenommen bäitcn odcr bsi anriichigxn Finanzgeschäftcn bc: tbciligt gcwcscn seicn, als__ Anarchisten bestraft wcrdsn sollten. Jaurés verwahrte 11ch dachcn, als mo_llc er die Diskussion vergiften, abcr cr wo 9 die morgltscbcn Yol- crungen aus den bekannten leisachen zicbcn. Ei“ 5 inistcr : Präsident Dupm) babe offen gewisse Soll- daritäten zurückgewiesen: fiir diese Erklärimg bidiirfi' 923 jedoch einer Sanktion. Die Quellen der Anarchie seien die m den höheren Kreisen gegebenen schl€chten Beispiele. (Beifail auf der äußersten Linken). Dic Anarchisten verachictcn die Auiorität, weil das Beispiel dcs Parlaments das Prinzip der Autorität erschüttert habe. Man müsse demgemäß StreUgc gcgcn dic wirklichen Urheber des A11arch1Smus_anwcnden, Jauré-s fiihrtZ namentlich dis 58anama-Angclxgcnheit aii und griff Rouvicr cm, dcr erklärt habc, xx fnrchte wcdcr das Urtheil dcs Parlamciits noch das der Jiistiz. _Jaurss cr_mnc_rtc am Schluß (cincr Rede daran, daß _d_ic erste ck)icpublrk nicbt gezögert habe, die Schuldigen zu treffen. (chfail auf der äußcrsten Linken.) Dkk Dsputiric Deschaiiel fuhrte aus, di? chnblikancr hätten die Unicrsuchnng dcr Panama: angclcgciiiwit gefordsrt. Maxi siichc 1th die 411611 ab- gciyancn Dinge wieder anszufriychcn, (1er dw , wclche von Panama rcdcicn, 561th davon gstraumi, Boulanger zum Staat?:obcxhaupt 3,11 machen. Em radikaslos „Blatt babe Gambciia zu YU gebracht, Egypisn dsn Englandcrn überantmortci und .1Utiis dcn Italiciicrn gcb-In wolbcn. (Öcftigcr TUmult.) Dcschancl wics nacheinandc'r die Angriffe Jäuré-s' Und Gucsde's unicr dcm Bcifall dcs chtryms und dem WidcrsprUch dcr äußerstanitikcy zurück und crkla'xte, daß dic Sozialisten das Volk zur Revolution aufrcizten und im Par: lament robe Sitten einführicn; Es werde ihnxn gbér _nicmals gelingen, Frankreich für sick) zu gcwmncn. (chfall im Zen: trum.) Der Dcpuiiric Jourdan (radikal) fragt? Deschanel, ob er Ronvier als Haupt der Ncgikrung acceptikrcn wiirdc. (Tumult) Der Präsident rief Jourdan zur Ordnung. Der Depuiirte Rouvier crklärie, das Gericht habe ihn für unschuldig erkannt und fügte hinzu, er werde auf Jourdan's Beleidigung an anderer Stellc zurückkommen; Er er: innerte dann daran, daß (Hambctta und Jerry gleichfalls ver- lsumdet worden LZeicn (heftige Unterbrechungen _auf_ _ der äußersten Linken, eifall im Zentrum), und leJte 1chlicßlich unter dem wiedsrholten Beifall auf allen Bänken er Mawritäi Rechenschaft Über sein politisches Leben _ab. Das Amendemeni Jaurss wurde darauf mit 229 gegen 223 Stimmen verworfen und der Artikel A angenommen.

Rouvier hat an Jourdan seine Zeugen gesandt, doch ver- zichteten diese infolge der Vermittelung des Prafidsnicn der Kammer Burdeau und der Streichung des beleidigenden Passus aus dem Sißungsbericht auf das DUeU.

- Spanien. Der Geburtstag der Königin-Regentin ist am 21. d. M. in ganz Spanien festlich begangen worden.

Türkei.

Nach einer Meldung der_ „Neuen reien Presse“ _ist der Admiral Avellan mit zwei Krie sschiffen der russischen Mittelmeer-Flotte in Saloni i eingetroffen.

Serbien.

Der österrei is e Gesandte Baron Tbömmel hat einen mehrwöchißen Ur au angetreten. _ _ _

Aus emInnern des Landes aus Petrovax, Kisil]evo und ledrasanac werden mehrfach Raub und politisch e Moxd e eme et. g Die Zeitungen berichten von einem ernsten Konflikt wischen dem Finan :Minister und der Nationalbank, bie den Staatskupondienft verweigere; infolge dessen solle der Kupondienst an die Kreditbank übertragen werden.

IÜMMLS, Inspekteur der 1.“Kavallerib- .

Weben und Nortoegen.

Die-Session des.;"Storthings istgesiern ges [offen worden. Vor Schluß der leßten Sißung wählte das torthing, die Mitglieder der Kommission, welche die Bewaffnung der Armee und der Flotte, beaufsichtigen soll.

» Dänemark.

Anläßlich der silbernen Hochzeit des Kronprin - lichen Paares nahmen heute Vormittag in der Schlo ktr e von Christiansborg der König und die Königin, der ro_n- prinz und die Kronprinzessin, die rinzes in Luxse sowie die Prinzen Waldemar, Chritian, arl und Harald von Dänemark das Abendmahl.

Amerika.

Zwischen der Regierung der Vereinigten Staaten

und -er britischen Regierung hat nach einer Meldung

des „W. T. B.“ aus Washington ein Depeschenaustausch über

die Korea-Angclegenheit stattgefunden. Seitens der Re-

gierunq wird erklärt, die Entsendung dcr amerikaniéchen

Zriegsis'schiffc erfolge lediglich zum Schuße dex amerikanichen niere en.

Von "einem Theil der demokratischen Senatoren ist gestern der Beschluß gefaßt worden, die Tariivorlage der interparlamcntarischen Kommission obne Instruktionen zurückzuschickcn, ]edocb mit der Bedingiing, daß di? Kom- misfion von dem Zuckerzoil in dcr Hiilie von 1/8 Proz. abstehc. Ueber die Zölle für Koblcn und Eiscncrze ist in dem Beschluß nichts erwähnt.

Asten.

Das „Reuicr'schc Vnrcau“ meldet *aus Tientsien von gestern: in den amtlichen chinesischen Kreisen worde dem Zu- sammenstoß zwischen den koreanischen und ]apanischsn Truppen in Söul keine große Bedeutung beigelegt; man glaube, daß er ksine wciiercn Feindseligkeiten nach sich ziehen werdc. Die chin8sischcn Truppen in Sönl bestünden nur aus den “um Schu der ck)inesischcn (Hesandifchafi bestimmten Mannscha ien.

cgcn dic aufriihrerischcn Mobamedancr auf Min: danao wird von dcr spanischen Regierung ein Fcldzxig vor- bereitet. Der Gouverneur dcr Philippinkn hat sich 111 das Operationchbict begeben.

Afrika.

Auchz erfährt „W. T'. I..“, der Sultan Abdul Aziz babc nach feinst Ankunft daselbst scincn Bruder Millet)- Omar ncbst dessen Umgebung wegen Verdachtes der Thistl- nahme an einer Vcrschwörung verhaften laffcn.

Entscheidungen des Reichsgerickzts.

Für Ansbrbch gcgen einsn Preußiscbcn Notar wchn Michi- widrigcr Unterlastnng bon Amtsbandlungen find, nacb (“mein Urtbkil dss R€ichsgcrichts 117. Zivilsenats, Vom 15. Marz_1894, die? Land- gerichte ohne Rücksicht auf den Werts). des Strettgcgcnstands" (i_us- schli€szlich zuständig, und es findet dcmnacb bicrbei 0an Rucksicht auf dyn Wkrtb des Besckywerdegegcnstands die _Rcvifion statt. „Es bandslt sicb zwar um eincn Vermögensrechtlickxcn Apsprucb unter 1500 „44 WiKi" dsr vorlikgcnde Rechtsstreit betrifft emen Ans tuch, für wslcbcn die Landgerichte obne Rücksicht ZM. dcii Wert des Streitgegenstands ausschließlich zuständig find, naxxiltcb LMM Anspruch gcgcn dcn Beklagtcn als Notar, also cinsn (isscntltcbcn Beamten, wegcn pfiicbtwidrigkr Untsrlaffung bon Amisbandlungkn. Dkk BC- klagie wird darum in Ausbruch gcnomme'n, ivkii cx Lntgkgkn dc'r ibm durck; dic §§ 88, 89 A. L.-R. 11 10 g(xbotknen Pfitcbt,_ bei dsr Vcr- waltung des Amis als Notar diegknaussts Aufmcrkjamksit anzuwsnden, dicse Pflicht bcrcht bat.“ (333/93.)

"- Ein mit dsm Verkauf ('in-IZ Grundstücks bcaufirxigte'r Notar buffet als solcbkr, nacb kincm_ Urtbkti des Reichsgerichts, 117. Zivilstnats, Vom 15. März „1894, „im Gebiet dcs Preztfitschcn Allgcmeinkn Landrkcbts in dcr chkl _sür dcn durcb unxichZE Auskunfisertbcilung über die Nypotbekcnderbaltnrs)? d€1n Käufer erursacbtcn Schadbn. - Lr Rcclptsanwalt und Notgr X.i11 Borlin war Von den B.“schcn Erbkn da181bsi mit dsr NaWaR- rcgulicrung, insbesondkrc aucb mit dem Vcrkauf des Nachlaß-

rundstücks K . . . straße in Bkrlin bsauftragt. Der chttsr

?? in Bcrlin, welckycr diksés Grundstück, kaufsn woliic, wqiidts sich an dis BXscbcn Erben und wurde Von diksen an dLn „X; bsrwtewx). In einsm Sckyröiben vom_ 4. Januar 1892 bat J. _dean., ibm diE Hypotbcksnserbältniffc (.,»Oöbc', wie lange nocbiest, wxs bielProzch') mittbcilen zu wollen. Darauf schri€b der Notar &. am folgenden Tage an F., daß „an erstsr Steile 78000 _«44 zu_ 410/qfe1t und 39000 „44 zu 5% mit vicriéljäbrlichr K'ündigungsirisx ?ingLnageii find“. Am 11. Januar 1892 Wurdk vom Notar X. zwtichn ?Z- und dcn P.'scben ErbM dsr Kaufvxrtrag übex das Grundstxick geschloffem in Mikhkm F. jens bcidc'n Hypotheken in Anrccbnungaui das Kaufgeid übcmabm. Nach dsr Auflassung, anfangs Fxbruqr1892, wurdk: dem F. die srsic wadtbek Von 78 000 „44, welche tbat1achiich nicbt .fsst', sondern mit s€chsmonaiig€r Kündigungsfrist eingetragén war, gekundigt, _nnd F. vsricbaffts sicb untsr Ysrmitiiung eines Hypotbkkenmaklers einen ncucn Gläubigsr. Disse Pypotbeksn-Transaktwn Verursachte dem F. Kosten im Gesammtbetrage von 469 „14, welchen Betrag er klagend bon dEm Notar X. einforde'rte, mdkm er geltend maxbts, daß er im Vertrauen auf die Auskszt des Notars uber die: Hypothekenberbältniffe unterlassen battx, _ bor dein Grund- stückskauf im (Grundbuch Von den _bezugltchew Emiragungcn Einsicht zu nehmen, und durch die" wahrheitsWidrige Aus- kunft des Notars d(xn Schad€n erlitten hatte. Das Kamtxiergertcbi wies die Klage des F. ab, indém es ein konkurrierexides erieben des Klägers annahm, welcher nicht bätie unterlassen durfen, im Griind- buch Einsicht zu nehmen, _ebs er sich in weitere Verbandiungen einlteß. Auf die Revision des Klägers hob das Rei Sgericht _das Kamme'r- gericbtsurtbeil auf, indcxm es bagründend ausfü rte: .Die Notare smd in dem bist in Betracht kommenden (Geltungsbereich des Gesetzes über das Verfahren bei Aufnahme yon Notariats-Instruxnenten Vom 11. Juli 1845 Staatsbeamte; denn nach §3 der All .GMchtsordnung 11.1 7 sollen fie als wirkliche Staatsdiener angese en werden. Es war daher bei der érüfung des klägerischen Anspruxbs yon der Rechts- auffaffun auszuge- en, daß § 26 der Allg. Gerichtsordnung 111 7 dem BekZagien zwar gestattete, die NoxariatsVerbandle Vom 11. Ja- nuar 1892 troß seines VoUmacHtsverbaltniffes zu den „'s en Erbsn zwischen diesen und dem Kläger aufkunebmen, da gber 26 dein Notar in einem solchen Falle be onders zur flieht macht die Rechte beider Theile mit besonderer Sorgfalt wa rzu- nehmen.“ (333/93.)

Entscheidungen des Ober-Vertvaltungsgerithts.

Eine Einkommen-Steuererkiärung, _in Welcher der Steuer- pflichtige nur eine einzige Quelle des Emkbmmens angiebt,_ aus wel er er keinen Gewinn, sondern Verlust erlitten habe (obgleich er tbat äcblich vorhandene EinkommenSgueUen hat), ist, nach einer Ent- scheidun des Ober-Verwaltunksxzerickyts, 17. Senaxs, 1. Kammer- vom 8. ovember1893,formel eine Steuererklarun g im Sinne

des Einkommensteuergeseßes; der mit verliert demnach nicht .die ge- ;eßlichen Rechtsmittel: (Wen Leine Zinicbätzung durch die Veranlagungs- ommifsion. „Der Be wer efitbrer irrt freilich, wenn er davon aus- geht, daß die nach § 24 des Emkommensteuergeseßes begründete Ver- pfti'chttxng zur Abgabe einer Steuererklärung dann fortfalle, wenn kein Einkommen vorhanden sei, sondern nur Verlust zu deklarieren bleibe.. .. Na? Lage_ des Falles, speziell nach dem Inhalt der Beaklexteingabe, ann mcht wohl daran gezweifelt werden, daß die Er larun des Steyerpflichttgen dabin ging, er habe nur eine einzige Que e des Einkommens - den ihm und seinem Socius gememscbaftlicbßn Betrieb der Brauerei -, und er babe aus dieser Quelle nicht nur _kemen Gewinn Erzielt, sondem Verlust erlitten. Ob diese Angabe materieil zutreffend war oder nicht, machte für die Yrüfung der Frage, ob die Steuererklärung in formeller Hinsicht den

orschr1ften des Gesetzes entsprach, nichts aus; jedenfaUs war schon unter der Voxausseßung, daß nur eine Einkommensquelle als _vorbanden wenigstens behauptet w orden war, mit dem in dem Berufungsbescheid betonten *formeÜen Mangel und also mit dem_ Tbatbestande des § 30 Abs. 1 des Einkommen- Steuergeselzes nicht mehr zu rechnen. Jene Vorausseßung trifft aber zu; deshalb befindet fick) die Festsicliung der Berufungskommisfion; es set eme Steuexerklärung nicht abgegeben, nicht in Uebereinstimmung mit" dem aktenuza'ßig borlie enden Sachberbalt, und die darauf allein gestuyte Entscheidung der ?rufungskommisfion läßtsich'nicbt aufrecht erhalten.“ (4. 299/93.)

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

__ Nils Burg (isbddcm „Vorwäris“ ein Aufruf von den aus- stäiidich Arbeitcrn der Schubfabriken zu, in dem zur Uni-wstußung auf «fordert und u. a. bemerkt wird: Skit 15 Wochen dancrt der Anstand fort. Ein Arbcxiter nach dem anderen verläßt dci: Ort, ctwa bundsrt md noch in Burg, die übérbaupt keine Aibczt in den “Fabriken“ er alten, da diese augenblicklich von fremdcn Axbcttern und iolcbcn bicsigsn besesZt find, die inzwischen die Arbeit wrcdsr auf;!)cnbmmc'n babkn. U unterstüßen find noch 59 männliche, daywn 12 Ldtgc, sowie? 32 wsi lich? Atbkiter und 86 Kindßr.

In Cbemniß ist nach dsmsclbén Blatt die Zablsiclic des Zentralverbandes dcr Maurer Deutschlands wkgen eines Verstoßcs chen das Vereinsgeseiz aufgelöst worden.

__ Jn Brunn bqbcn, wie dem „Vorwärts“ mitgetbéiit wird, die Backcrgcbilfmi an ibrc Arbeitgser folgende Forderungen gestelii: 1) zebnstundiger Normalarbeitstag mit zwsistündiger Rubepauss; 2) Abschaffung der Verköstigung dss Arbeiters beim Unternehmer gegen EPV _von 5,80 Fl. für di? Wocbsz 3) Sonntagsrube bon 8 Ubi] fr"ub bis 12 Uhr Nachts; 4) Einführung einer Arbsitsordnung; 5) Emfubrimg cmcr gsrcgeltcn Arbsiisvermiitelung; 6) Arbeits- len: Gehilfen nacb dcr Auslsbrc 5 Fl., Vorberdarbsiisr 6,50 Fl., Schwarziniscbsr 7,50 Fl., Einschießcr und Näscher 12 Fl. Wochen- lobn, ausschlicßltch dcr Kosi; 7 der Lohn muß ain Sonn- abc'nd ausge'zablx words"; 8) Mebla traggezld wird mti 5 Kr., das Agslékren gictcbxalls mrt 5 Kr. fiir den Sack fe'stgesc'ißi; 9) am ersten Feiertag 311 Werbnackxtkn, Ostern und Pfingstsn, sowie? am Neuiabrs- WFL boUstandtZic IltbcttSrubc; 10) vollständige Arbeitsrube am 1. Mai; [1 strenges Verbot der Beschäftigung jugendlicher Arbéiier (untsr 16 Jahren), zux Nachtarbeit und zum Austragen dLs Gebäcks. Wenn dic Bßckereibßsißer _sicb aus_ diese Forderungsn nicbt einlassen, woilen die Backsrgcbtlfxn die .lrbeit niederlkgen. Die Forderungen sind außer dxr (stxrbebkbdrdc aucb d(ér mährischen Statthalterci unter Bei- fugung einer Begründung mitgetheilt worden.

__ Jn Manchester_wurdc am Dienstag dcr inisrnaiionale Kongreß de_r Texttl-Arbeiter eröffnezt. Von Großbritannien warkn, nacb _Liném Bericht dsr Londoner .A. K.“, 150 000 Arbeiter diirch Dclc'gtrte vsrtrkten, bon Amsrika 15000, von Frank- reich 7500, von Oesterrkich 3000, bon Belgien 2500, O_on Dancmarb und oÜand 500. Der Engländér David i*wlmes _gab emen blick über die bisbsrigen Leistungkn der 3 rggmsairon der_ englischen Textil-Arbeiter. Die Stundsnzabl dsr Yrbßit ser vori 72 auf 56ck ermäßigt worden, wäbrénd der Lohn um 383-7 44 0/0 sticg. Ueber die Ve'rbältnisse dEr Textii-Arbkitér in den LZcrcimgtkn Staatcn berichtcta der Amerikaner Howard. Die Ldbne de_r _ Tsxiil-Arbeéiicr in _ dkn Vereinigtkn Staatsn (msn 11381ng böbsr, ais die cngli)ch€n; ab€r die Stundenzabl Und die Arixitsisistung sei auch etwas größer. Jm aliaémeinén arbi'iti'n di? Qexttlarbciter im Norden Amerikas 66 bis 72 Stundkn. Dic Tarisfrage bat dur Tcxtilindustric bös mitgssbielt. Howard gab an, daß von 750 Mann seinks (Hewerkdereins 100 Untkrsiüizun Wegen Arbcrislosigketi bciämcn. Der Belgikr Hardijns bsricbtete ii er die Lage dsr Flacbssdmnür in Gent, daß fie 79 Sinndkn die Woche in sinar Htße 5911 40 Grad Cklfius arbeiten. Colctte von Verviers bs- ricbtkic ahnlich über die Lage dsr dortigcn Wollknarbditer: lange Arbeitsstundknßund Bcbormundmig. Dcr Vorfißcnde Carette tbeilte uber die Vcrbaltnisst" in Rbubaix mit, daß Von 120 000 Einwohnern 55 000 Auslandcr warc'n. Häufig bättén die Leute 16-18 Stunden iaglicb zu arbertsn. Dana bkricht€tc Dupicd über Lills, Millcr übcr Danemark und Bcnninck über Holland.

_ Aus Belfort wird der „Köln. Ztg.“ telkgrapbiscb aemeldet: Dic Verbußkr uiid Maler, untkr denen sicb mehrere Italiener bkfmdsn, 11nd am Dienstag in den Ausstand eingetreten; fie fordern erabsetzung der Arbeitszeit. Zwei Arbeitcr, die andere? an dsr Ar- beit bindsrn wolitc'n, Wurden verhaftet. Eine Nachmittags unter 118161?! Hnnmsl abgcbalténe Versammlung Wurde aufgelöst.

Kunst und Wiffenschaft.

_ Seine Königlich? Hobeit dex Großherzog bon Baden richtete an_den GebetmmRatb Kuno Fischer zu dsffen 70. Ge- burtstag em Handschmiben, wclches nach der „Karlsr. Zi .“ folgenden Wortlaut hat: „Mein lieber Geheimer Rath, Profe or 1)1'. Kuno Fischer! Empfangen Sie meine bérzlickyen Glückwünsche zum Eintritt _in €m_ neues Lébénsjabr, Von dem ich hoffe, daß es eine weitere RUHE gcssgneier Jahre eröffnen mögé, in denen Sic 1ch init _ganzer Kraft dem schönen Beruf widmen können, der I r bisheriges Leben zierte. Die reichen Scbä e Ihres Wissens und_ die hervorragende (Gabe der Lehre und Darsie ung haben Ihre Tbatigkeit an der ebrw_ürdigen Ruperto-Carolina zu einer so se ens- retch8n_ estciltet, daß ich nur eme Pflicht der Dankbarkeit er?ülle, weiin ub die Gelegenheit _Jbres Eintritts in das 70. Lebensjahr er- reife, um anxn öffenilich kundzuqeben, für wie wertbvoll Jbr _trken von nur geschutzt wxrd. Ich tbue das, indem ich Ihnen die goldenx Kette zum Großkreuz des Zähringer Löwen-Ordeus berleibe; eme Auszeichnung, welche nur für besondere Verdienste ber- lieben wird. Wohl wissend, daß1 solch äußeres Zeichen der An- e_rkennung nur unboükommen zum usdruck bringt, was Geist und erz bewegt beim Aufblick zu einer so langjährigen, hervorragenden _irksamkeit wie die Jhrige, lieber Herr Geheimer Nail), fühle ich mich um omebr gedrungen, zu sagen, daß meine Dankbarkeit nur no _-bon meiner Befriedi uräg übertroffen wird, mit welcher m1ch das Bewu tsein erliü t, Sie der Universität eidelberg angehören zu wi en. Dieser Empfindung schließen sich die Zönsten und tbeuerxten Er nnerungen an, von denerxwxr -- Sie und i - als von weri en Erlebnissen gerne noch in spatxx Zeit Zeugni Leben werden - Ich aber, mit dem Gefühle unvergazi licher Dan - arkeit für alles, was Sie bei diesen Erlebnissen an L:: e, Fürsorge und bedeutungsvolier Arbeit geleistet haben. Gott segne tx U11d Zbre Wirksamkeit aucb ferner! Mit diesem Wunsche verbieibe 1ch ( hr sehr wvblgeneigter Friedrich. St. Blasten, den 20. Juli 1894.“

_- Aus Algier vom 17. Juli wird der „Pol.Corr.“ gemeldet: Schon seit läanerx Zeit ließ das französische Unterrichts-Ministerium in Tigzirt ufuccuru in A1 erien Nachgrabungen anstellen, um die daselbst befindliche alte Basi ica bloszulegen. Diese Arbeiten,

welche von einem franKösiscbewArchitekten geleitet wurden, sind nun- me_br_vo11endxt und - aben em glänzendes Resultat er eben. Das "pra tige Gebaude iki theilweisx noch gut erhalten.. Es besLebt aus drei Sch ffen, Welche e C Galerien, die von doppelten Säulenreiben e- tragen werdsn, ent alten. wei Verbindun stbüren zwischen C or urid Sakristei haben _sich eben alls noch vorgeßunden. Der Boden der Kirche war _ mit reichem Mosaik verziert; auch davon Haben sich einzelne Theile sebr gut erhalten. Die Wände waren mit prächtigem ornamentalem SchmucY, mit Inschriften, Sprüchen und Dar- stellungen aus der Bibel Versehen. Von [eßteren bat si eine Scene, das Opfer Abrabain's darsteliend, erhalten, und von kulp- turen fand fich u. a. em Märiyrer und „Bileam, seine Eselin schlagend“, vox. Nach der Meinun des Architskten, der die Aus- grabungen lertete, stammt die Kir 6, welche 'von mehr als Hundert

Säulen, Von denen jkde einen Durchmesser von über einem Meter_

batte, getragen wurde wahrscheinlich aus dem fünften Jabr- buydexi und dürfte nacb der Invasion der Araber durch Feuer theil- weise zerstört wvrden sein.

GesundheitZQvesen, Tbierkrankheiten und Absperrnugs- . Maßregeln.

Preußen.

Der RegierunZs-Präsident in Oppeln hat zu Beginn des Mon_ats Juni 18 4 angeordnet, daß der (HesundbeitSzuftand der Schiffer auf dem Prscmsafluß polizeilich überWacht wird, und daß die Anwohner des Flusses Vor dem Gebrauch des Wassers aus demselben öffsntliä) gewarnt werdcn. Dem Gesundheitszustand der an demt Fluß wohnenden Psrsonen wird besondere Beachiung zu- gewcn'se .

Das Eisenbabn-Vetriebsamt zu Kaitowitz bat unterm 6. Juni 1894 Nachstehendks angeordnet:

Die Wagenabtbeike der aus Oestsrreich und Rußland eintreffenden Züge soÜen in Mysiowiß bkzw. Kattowiß und Schoppini 11. solange g€schloffen gebaltenwerden, bis der auf dem Bahnhofs zur *onirole an- wesende Gßndarm sich 1":er den Gesundheitszustand der Reifcznden informiert hat. Das eigenmächtige Oeffnen der Tbüren durch das Publikum ist unbedingi zu Verbindern. Das Oeffnen erfolgt nur durch dis Schaffner nach Maßgabe der Anfordsrung der Gendarmen.

Die Auswanderer aus Oswii'cim find bis auf weitercs nur mit dem Zu 8 bis Mysiowiiz, bon Myslowiß nur mit Zug 18 zu befördern. ie Weiterbeförderung der über Szczakowa und Sosnowice eintreffenden AusWanderer bat gleichfaÜs nur mit Zug 18 zugescbebsn.

Die Beförderung dsr Auswanderer Von Oswiexcim mit Zug 8 bat in besonderen Wagen zu gkscheben, Welche in Myslowiß aus Zug 18 übsrgeben und wslcbe auch die in Myslowiß zukommenden Auswiinderer aus der Richtung Szczakowa aufzunehmen Haben. Ebenso sind etwaige in Kattowitz zukommende Auswanderer in demselben Wagsn unterzubringen. Zu diesen Auswanderer- transporten find in erster Reich die in Myslowits befindlichsn mit im baren Leibstüblsn ausgerüsteten 117. Klaffsnwagsn iu berwsndsn, we ebe im Requifitionsfau zur Veerndung nach Oswikcim zu senden sind.

Für den Fall, daß Auswandsrertranspbrtc iibsr Sbsnowice Vorkommsn soUicn, ist seitsns der Station Kattowixz die Station Sosnowice Felsgrapbiscb zu Ersuchen, russisch Auswanderer nur mit dem Zuge 154 nach Kattowitz zu sendsn Und solche Über Sckyoppinitz 11. (). M. Vorläufig nicht zu bcfbrdkrn.

Das Fahrpersonal ist Von dsn JLtWffMkn Maßxiabmen zu bör- ständigen. *

Cbolcra.

Deutsches Reich. Jm Weichselgcbiet wurden, wis in dsn

„Veröffentlichungén des Kaiserlichen Gesundbkiisamts“ berichtet wird, in der letzten Woche bis zum 23. Juli Mittags 22 Er- krankungen, Weich zum tbeil noch in dis Zeit Vor dem 16. Juli zurückreichn, ncéu festgesteiit _und zwar 11 mit tödilichkm Aus an . Untkr den Erkrankten bdsanden sicb 10 Flößer, 2 Schiffer, 2 is Gr, 1 Werftarbkiter, ] Arbkitér Und 4 Anng-Zrige von Fischern, chiffsrn und Buhnenarbeitert]. 6 Fäiie wurdsn aus Schilno, je zwei aus Tboxn, Cbristsclde__(Kreis Schwstz), (Grandenz, Groß-Wolz (Kreis Graubenz), Kurzebrack und Plsbneiidorf, je 1 aus Vrabcmünde, Fordon (Krkis Brom- bérg), Dtrschatz und Schidlixz (KrCis Danzig) gemsldet. _ Oest€_rretch-Un arn. _Zufolgc dem „Ossi. San.-W.“ hat in Galizien dic Zabl dsr Kraiikbeiisfäüs seii dsm 8. Juli Lr- l)eblrch zugsn ommen, vornehmlich im GerichtsbezirkZalcszcz yki. Derselbe Wurde laut Exlaß dss Ministers des Innern Vom 10. Juli als „_Cbolc-rabérd“ erklart, nachdem in dsr glsichnamigen Stadt seit dem 27. Juni 25 Erkrankungen, dabon 16 innerhalb dsr lcßtcn zwei Tage, außerdsm in zwei Gémeinden dsr Umgcgsnd Einzelfälle fsstgestelit wordsn waren. In der Zeit bom 10. bis 16. Juli" wurden in Galizisn 128 Exkranknngsn (mit 41Stcrbefallcn) angezcigi und zwar in der Stadt Krukau 4 (1), 111 de'n politischén Bézirken: Krakau Umgegend (7 Gcmeindsn) _24 (dar- unter 1 verdächtiger Fal] mit tödilicbem AusZange) (6), Borszczow (1 G.) 2 (1), Horodenka (1 G.) 1 (1), «Hufiaiyn (2 G.) 4 (2), Kolbuszdw (1 G.) 1 (1), Zaleszczyki (2 G.) 92 (29). Das Auf- iretkn dsr Scuchs im Bezirk und der Stadt Krakau wird auf eins Einschleppung aus Rußland zurückgsiübrt. In der Bukowitia Wurden in 4 Gemeindkn des Bezirks Ko man 8 Erkrankungen mit 4 Todssfällen angezeigt. Dic Gesammtzai) der vom 7. April bis 16. Juli d. J. borgekommensn Cbolerafällc be- trägt in Galizien 323 Erkrankungen mit 150 Todesfällen, in der Bukowina 19 Erkrankungen mit 7 Todssfällen. Einer Mittbeilung voin 20. Juli zufolge sind in Csaffarfalu (Osdenbur 61: Kb- mrtat. Ungarn) kürzlich 3 Todesfälle an a11atischer Cho era Vor- gekommen. '

Rußland. In St. Petersburg wurden laut „Regierungs- Anzeiger“ in der Woche vom 1 bis 7. Juli 141 Erkrankungen und 52 Todesfälle, in der folgenden Woche Vom 8. bis 14. Juli da egen 875 Erkrankun en mit 294 Todesfällsn g€zäblt, in Kron tadt währxnd derselbzen beiden_ Wochsn 41 und 5 7 Erkrankungen mit 18 und 15 Todesfälien. Fiir die Stadt St. Petersburg find also regierun sseiti bis zum 14._ Juli 1016 Erkrankungen mit 346 Todesfä en feJigesiellt. Jm Gouvernement St. Petersburg erkrankten bezw. starben in der Zeit _vom 1. bis 7. Juli 26 bezw. 10, im Gouvernement Olonez in der Zeri vorn 4. bis 9. Juli 3 bezw. 2. In Reval verstarb ein am 12. Juli von St. Petersburg zugereister Arbeiter an Cholera. In der Stadt Narba ereigneten sich am 3. und 4. Juli 8 Erkrankuygen und 4 Todesfäkle, in der Umxxebung der Stadt wahrend der_ vorausgegangenen Tage 2 Falle an Cholera und 3 der _Seucbe verdgcbtige Erkrankungen, dabon 1 mit tödtlichem AuSgang._ Einer Mittheilung vom 16. Juli zuxolge sind späterhin im Kreise Wesenberg des Goubernements E tland, an ablich 25 Erkrankungen u„nd 1 Todesfail, in Werchneje Sssio 30 rkrankungen und 9 Todesfalle vorgekommen. In Sereniß erkrankten bezw. starben im ganzen 13 bezw. 6 Personen. Im VauSrce'schen Kreise des Goubexnemsnts Kurlazid wurden vom 5. bis zum 15. Juli 35 Erkrankungen und 19 Todesfalle gezahlt. In den Gouvernements Warschau und Radom hai_dte Seuche zu- enommen, es wurden in ersterem vom 6. bis 13. Juli 132, in ? terem vom 4. bis 11. Juli 122 Erkrankungen mit 73 be- zie ungsweise 57 TodesfäÜen gemeldet. In der Stadt Warschau kamen Dom 9. bis 14. Juli 22 Erkrankungen und 6 Todesfälle, in dem Gouv. Kielce vom 5. bis 9. Juli 96 und 37, im Gouv. Plozk vom 5. bis 11.J_uli 60 und 29. in“ der Stadt Brest(Gouv. Grodno) vom 30. Juni bis 7. Juli 11 und 6, vom 8. bis 13. Juli 17 und 7, in Kreis und Stadt Schaulen (Gouv. Kowno) vom 1. bis 7. uli 99 und 36, vom 8. bis 14.Jult 73 Erkrankungen und 26 Todesfalle vor. In Finland wurden zu Hangxc 2 Weitere Er- krankungen, davon eine niit tödtlicbem Ausgang, gezahlt.

Belgien. Mittheilungen vom 18. und 19. Juli zufolge'kamen,

wie den „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts' be- richtet wird, in Lüttich täglich 1 bis 2 Cholera-Erkrankungen

“Mittheilungen. Zu notieren ist frei Berlin: Kartoffel

vor '. in den 3 vorausgegan enen Wo en zählte man; inögeiammt 12 Todesfäue._ Inxdem ober alb bonL ich an der Maas-ge enen Iemeppe mtt _(9000 Einw.) sind seit Müte Mai rund 100 rkr. mit 50 Todesfallen (entfprexcbend 59/00 der Bevölkerun) erfolgt. Die Seuche verbreitet _sicb die Maas entlan sowob au ' s als abwärts der niederlandisch_en Grenze zu. Vereiznzelte Erkran gen kamen vor an der Maas, m SerainZkE), Herstak, Cberatte und Wandre, auf der Höhe zwischen der ' aas und Vesdre in “léron, Somnague und Olue, ferner in Montegnéze, Grace Bekleur, ngleur, Sclessm und Tilleur. _

Türkei. Im Vilajet Koma erkrankten (und starben) Zeitungs- an abe_n zufolge Vom 30. Juni bis zum 3. Juli in Aks ebr 6 (6), in Ak?erar 7 (6), in Urkiib 8 (2), in Arabsou 1 (1) Per onen. Dem Vernehmen nach bat dre Krankheit jedoch weit mehr Opfer gefordert.

Schweden. Die Zahl der unter den Passagieren und Mann- schaften des Dampiers „von Döbeln“ bis zum 11. Juli nacb- qewiesenen Cholerafalle betrug im ganze'n 15, davon waren 2 tödtlich verlaufen. 7

_ Influenza. »

_ Italien. Der „Gazzetia Ufficiale“ vom 9. Juli zufolge bat dre Verbreitung der Seuche m Italien während des April weiter abgsnommen. Die Zabl der zur Anmeldung gelangten Krankheitsfäkle belief _fich auf 2434; dqvon kamen auf Campamen 553, die Marken 405, Umbxten 374, Basilicata 240, Sardinien 187, Calabrien 141, Apulien 139 u. s. w. Für den Monat März sind nachträglich noch 905 Erkrankungen an Influenza zur Anzeige gelangt.

“_ Gelbfieber. „. Sterbefaüe wurdcn vom „4555: 01" 53.614. rsy.“ gsmeldet aus: San Juan de _Puerto Rico Vom 11. bis 17. Juni 3 Vera Cruz vom 8. bis 14. Juni 12, 15..bis 21. Juni 19, Havana VOM 8. bis 14. Juni 4 (und etwa 20 Erkrankungen), vom 15. bis 21. Juni 11 (26), voin 22. bis 28. Juni 13 (28), Cienfuegos vom 10. bis 16. Juni _4 (10), Vom 17. bis 23. Juni 2, Rio de Janeiro vom 20. bis 26. Mai 49, Msrida vom 25. bis

31. Mai ]. _ _ Flecktyphus.

Regierungsbezirk Danzig. Vom 14. bis 21. Juni wurden weder Erkrankixngen noch Todesfälle gemeldet, Vom 21. bis 28. Juni é1MExkrakxiiiung im Stadtkreis Elbing und 1 Sterbefall im Kreise

arten ur5

_ Pest. ongkonZ Etn_er Mittheilung born 12. Juni zufolge hat Eine Abna me der „est nicht. statt cfunden. Am 11. Juni betrug die Zabi dcr deesfaÜe 93, tn Bebandlung bkfanden sich 281, darunter Llnlgé englische Soldaten-

Handel und Getverbe.

Taglich Wagengestellung für Kobler: und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 25. d. M. gesi€l1t 11088, nich rechtzeitig gestsUt ksme Wagen. _ J.". Oberscbixsren sind am 24. d. M. gestellt 3732, nicht rechtzexttg gesteÜt k€tne Wagen.

_ " _Zwangs-Versteigkrungen.

Beim KoytJlicben Y_mtsgerichx ][ Berlin standen am 23. uxtd 24. Juli die nackb€z€1chneten Grundstücke zur Versteigerung: Das im Grundbuch bon_ Teltow Band 3 Blatt Nr. 108 auf den Namen des Zimmermeisters Ludwig Eichelkraut eingetragene, zu Teltow belegkne Grundstück; Fläche 1,0873 113; Nußungswertb 972 .14; Mtndssigkboé 250 «14; für das Meistgebot von 21250 „44 wurde der Schlomermsistcr“ Vollrath Ribbeck zu Beriin, RbemsbergsxstraßL 66, Ersteber. -- Das im Grundbuche bon Wsrßengee Band 32 Viatt Nr. 921 auf d€n Natn€n dCs K_aiifmgnns Yan] SÖreier zu Bérlin Linge- tra_gen€, zu Weibßnise, “*Straizburgerstr. 20, belegene Grundstück; québs 6,62 Z„ Mindéiigebot 19 260 „14; für das Meistgeboi von 19265 „44 wurde dis bexsbelicbtk Schubmach€rm€ister Henriette Zubentbal zu Verity; memenerstr. 1, Ersteherin. " Das im _rundbucbs bon Werßcnses Band 30 Blatt Nr. 883 auf den Namen des Résiamatxurs Emil Bérnan zu Weißensce eingetra ene, ebendaselbst, Sedanstr. 24, bxlsgeno: Grundstück; Fläche 41? &, Nußungswcrtb 1018.74; Mindestgebot 29 574 «14; für das Meistgebot bon 30 000 „14 wurd; dsr Zigarrenbäiidler Robert Maruyky zu Berlin, Raibenoweriiraßs 47, Ersteher.

Das_ „beoxt-Hand-Adxeßbucb bon Deutschland“, welches seit €)an Rmbs von chbren im Verlage Von P. S tan k iewic z' Buchdruckerei btsrselbst Erscheint, liegt in dcr fünftkn, für 1894/95 bL- sttmmién Auflage bor. Das umfangreiche Werk soll, wie schon sein Namc sagi, dexn Axisfxibrbaqdel dienen; es bat den Zweck, cin Hilfs- b11ch z_u sein _fur drk mbandischn Jndustrieüen und Kaufleute, welcbe diz: e_mbenmsch ngrikats _und Produkte dem Auslands zu-

qnglich m_achen, nicht weniger absr für alis ausländischen Tirmcn, die aus T_Oxutschland Waaren beziebkn oder nach _ eutschland solch liefern woüen. Diese Absicht des Buchs immer Erfolgreicher zu verwwklicben, ist das Erkennbark Streben des Herausgxbérs und Bcarbeitcrs ])r. Klinckmüller. Das Sammel- werk theilt Von allsn Staaten der Erde, die in alphabetischer Ordnung abgehandeit werdcn, das füx den Handel Wichtige und Nü“liche mit. Du- polttischen, gksellschaftltchen und Wirtbscbaftltchen Verbätuisse des einzelnen Landes werden kurz und treffend gekennzeichnet. Negierun s- foxm, Bevölkerungszahl, Währungswerbältniffs, Maße und Gewi te Emfubr und Ausfuhr, Verkehrs- und Bankwesen, Gerichte und andere Yegbtsmstituxe wsrden angeführt und außerdem bei jedem Lands leistungs- fqbtge Geschaftsbauszér und Firmen genannt. Natürlich würde sYM dieser analtxusreicben, das Exportbucb zu einer nüizlichen Ar eit fur alle_kaufmanntscbewKreise zu machen. Der Herausgeber hat ich aber_ seine Aufgabe viel Weiter gestelit und giebt in dem er im Tberl des Buchs noch eine Usbersubt von Firmen, die des Vertrauens unwürdig sind, oder bei denen im Fal] der Krc-rditgewäbrung Vorsicht am Ylaß ist. Das Nachschlagsbuck) verfolgt damit ein Ziel, dem die _Bebordßn des In- und Auslandes beständig nacbstreben, nämlich den internationalen Handel zu schi: en (Tegen Schädigungen, die ihm aus der „Unirea? und Unred ichket ausländischer, zum tbeil soIa'r fingierter Firmen erwachsen können. DSU Absch1uß des ersten T etls des Nachscblczgewsrks bildet ein General- olltarif aller Staaten urid Kolonien, m welchem tabellarisch übe chtlich 2291 Po- sitionen mtt den auf sis entfallenden Zöllen für alle Staaten mit- getbeili werden, sodaß auch in dieser Richtung der Besitzer des Nachschlage- werks [Zde _Auskunft erhalten kann, die für besonders schwierige älle m aysfuhxlthZn Apmsrkungenergänzt wird. Der zweite Theil des etks ?ntbali em _ erzeichntß der bedeutendsten E ortfirmen Deutschlands in alphabetischer Ordnung nach den GesreZäftSzweigen. Die Be- n_ut,3ung _der Werks, wird erleichtert durch umfangreiche Re- gister, die ersteYns die_ Firmen in alphabetischer Ordnung wieder- geben _und zweitens m ebensolcher Ordnung einen BezugsHuellen- nachweis dgrbieten, der auch in englischer und spaniscbäer xracbe abgefaßt tft. Das Fortbesiebsn dxs „Export- and- dreß u " vo_n Dxutsxbland“ ist aiif die tbatige Tbeilna me der Hande s- kxetse, fur die es bestimmt ist, _angewiesen, und sein Er (beinen in sunfter Aufla e lixfert den Beweis, daß es diese Theilna me wegen einer Brauch arkett i_md Nußli keit geZmden hat. Das auch in seiner äußeren Erscheinung gefä ige Bu verdient au neue em.- pfoblen zu werden und wird |Y gewiß auch in dieser fünften, wiederum bereicherten Auflage neue reunde erwerben.

- Ueber Kartoffelfabrikate berichtet H. C. Helmeke in der „Zeitschr. für SpiwInd.“ unter dem 2331111 aus Berlin: Das Ergebniß des Geschäfts der lesten Woche in den annteu Artikeln war ein durchaus negatives, es fehlt somit StoFUzustYkscbäftl '

- “F4, trockene prima 15,75-1625 „14, sekunda 12,00-14,00-ji, Kartoffel-