_ 3111111111111».
Deutsehés 81111111. Preußen. Berlin, 30. Juli.
Seine Majestät der Kaiser und Köniq verließen, wie dem W. T. B.“ berichtet wird, Lestern Morgen um 8*/, Uhr Öldören, nachdem Allerhöchst iexelben zuvor- den Gottesdienst an Bord der Yacht „Ho enonern“ abge- halten hatten. Die Fahrt gin?Fk durch_ den Jnvikfjord und den Nordfjord qn der orwaltküsw Norwe ens entlang u . b&im..Logn x_d voyüber 11611) Bergen„ w elbst Seine Mä MF 131 _ 115 eintrafen. Den herxt1gen Tag über geda 'n._ , e*Maxastät in Bergen zu verweilen. Das Wetter ist prachtvo .
Am 28. d. M. früh verstarb hicrsclbft plößlich der Ge-
Zeime Hofrath Völsian, der älteste Beamte des Zentral- und
epeschen-Bureaus des uswärtigen Amts, “infolge eines Herz- schla s im Alter von 63 Jahren. _ .
I)erfelbe. gehörle dem auswärtigen „Ressort sM den)" Jghre 1863 an und war während seiner mehr als dreißigxahrtgen Diiensjzeit daselbst fast ausschließlich in dem verantwortungs- vollen und “anstrengenden Dienste des Zentral-Bureaus t äti . Im Jahre 1870 folgte er dexn damaligyn
un eskanzler Grafen von B1Smarck-Schonbauscn _ 111 das Hauptquartier und erhielt durch Allerbo ste Ordre vom 19. Dezember 1870 den Rothen Ad xr- Orden vierter Klasse am 1v§ißen Bande mit schwarzer Exn- faffung. Infolge seiner langjährigen Erfahruyg 11115 Kenntmß, naMentlich der älteren Sachen, war seine Thätigkettim Bureau: dienst von roßem Wert!). ' _
Dem erstorbenen, der in Anerkennung seiner treuen und gewissenhaften Pflichterfüllung noch beim leßten Ordensfest mit dem Rothen Adler-Orden dritter Klasse mit der Schletfe aus: Zlezeickmet wurde, wird im Auswärtigen Amt ein dauerndes “ ndenken bewahrt bleiben.
Der Chef ders Ingenieur: und Pionicr-Korps_und (Honerai: Inspekteur der Festungen, General der Infanterie Golz bat Berlin verlassen. ,
Der Kaiserliche Botschafter in Londop, Staats-Min'1ster Gra von Ha feldt- Wildenburg ist von dxm ibm Aller öchst bewilltgten Urlaub auf seinrn Pgsten zuruckgckehrt und at die Geschäfte der Botschaft nncder ubernommen.
Der räsident der Justiz : Prüfungskomwisfiow ])1'. Stölzel it in Urlaub an die Nordsee abgere1st. DW Ab- hasltung der Prüfungstermine bleibt 1116 Mitte September aus: ge eßt.
Laut telsgraphischer Meldung an das Ober-Kommaydo der Marine ist S. M. S. „S achsen“, Kommandant Prinz Heinrich von Preußen, Königliche, )ohe1t, am 27. d. M. in Kopenhagen eingetroffen und beabsi tigte Heute von dort aus wieder 111 See zu gehen.
Bayern.
Das „Gesetz: und VcrordnyngH-Blatt ffir das Komgrc1ch Ba ern“ vom 25. d. M. vcröffentkcht „nachstehende Bckgnnt- ma ung des Ministers des Innern “mherrn von Fc111ßsch und des Kultus-Minixers ])1'. von üller: __ . .
Seine Königliche obeit Prinz Luitpold, dcs Kömgrmäbs Bayern Verwefer, haben Allerhöchs_t zu gensbm1gen gerubt, daß Vom 1. August 1894 ab 111 Abandcruug dss § 1 der 52111171- hökhsten Verordnung Vom 27. Januar . 1884, UntkrsucbungH- anstalten für Nahrungs- und Genußmütel betrc'ffcnd„ forme des ' 1 der Aüerböchsten Verordnung vom 5. Juli 1892, die ntersu ungsanstalt für Nahrungs- und Genus:,- mittel in éünchen mit dem pbarmazeutischrn Institut und Laboratorium für angewandte Cbcmir an der Univc'rfität M1111ch€n verbunden wird und der jeweilige Vorstand _dcs letzteren Instituts zugleich Direktor der damit verbundenen Unteriucbungsanstalt ist.
Württemberg. Der Erzherzog Albrecht von Ocstsrrcick) traf am 27. d. M., von Konstanz kommend, zum Besuch Ihrer Majestäten in Friedrichshafen ein. Höchstderselbe wurde 131111 Seiner Majestät dem König am Hafen empfangen und m das Schloß geleitet, wo er bis zum Abend verweilte. Dann feste der Erzherzog die Reise nach Brcgenz fort.
Sachsen-Meiuingen.
Seine Hoheit der Herzog, welcher, wie bereits gemeldet, am 26. d. M, in Schloß Altenstein eingetroffen ist, gedenkt daselbst, wie alljährlich im Sommer, längeren Aufenthalt zu nehmen.
Sathsen-Coburg-Gotha.
In der Kirche zu *Oeslau fand gestern Vormittag in An: wesenheit der Mitglieder der Herzogltchen Familie die feierliche Konfirmation Ihrer Königlichen Hoheit der Prinz essin ?llexandra durch den General:Superintendenten ]). MÜÜLL“ tatt.
Oesterreich - Ungarn.
Der Erz erzog Wilhelm, Höchétwelcher zum Sommer- aufenthalt in aden bei Wien weilte, am qestcrn Vormittcqu um 101/4 Uhr, von einem Spazierritt nach .Helenent al zurü - kehrend durch Weikersdorf; .hier scheute sein ferd vor der elektrischen Bahn, bäumte s1ch hoch auf und wa? den Erzherzog ab. Dieser biieb mit dem einen Fu im Steigbü el, hängen und stel mit drm Hinterhaupt auf einem » "tem auf. Der Inhaber eines in der Nähe Fele enen Restaurants eilte mit seinen Bediensteten herbei, und ef zherzog wurde “in das Wobnzimmer'des Wirths getragen, Sechs herbeigerufene Aer t'e teilten. eme klaffende Kopf: w nde und eingetretene sbirners ütterung fest und er-
kl kte'n' den Zustand des Ver eßten ür sehr bedenklich. Der -
Erzherzog wurde mit den terbesakramenten versehen und bewusstlos 11ach seiner Villa gebracht; hier kam er auf kurze Zeit zur Besmnung und es trat scheinbare Besserung ein;
Bewußtlosißxeit. eder und um 51
rte 'ehoch KJ / Uhr* _ sxverls '.etxyj ::.„E _ .er 11“. er Erz!) 11 33456 “' ?Wdie IWK t" von;?)kin hUTZall aus Oede u?» der
therzo un d e Eerherzogin Rainer aus Gnmnden in „Baden en etroffen. uch der Erzher og Eugen kam estrm dakelbt an. Die Ankunft des Kaiéers aus Ischl in ten wir erwartet. Die Leiche des Erzherzogs Wilhelm wird wa rschemlich mor en Nachmittag, mit dem Ordenskleide des Ho .- und DeutsckZJmeisters bekleidet, nach Wien übergeführt und in der Kapelle der Hofburg aufgebahrt werden. Am Erz- berzo'glichen Palais in ien smd bereits zahlreiche Beileids- be eu MKM eingetroffen. Vom Neuhhause in Wiek und den | tiÉen Gebäuden daselbst wehe'wheute Trauerfahnen.
*( zHerzog Wilhelm, der jüngste Sohn des am“30. A ril 1847 verféorbenen Erzherzogs Karl und dessen am 29. e- zember 1829 Verstorbener Gemahlin, geborenen Prmzessin von Nassau- Weilburg, war am 21. April 1827 eboren und unvermäblt. Höchstderselbe „bekleidete in der österrei ischen Armee den Rang eines General-Feld -Zeugmeisters und war General-Jn- Rekteur der ArtiUerie, sowie Inhaber des . Infanterie-
egiments Nr. 4Hoch- und Deutschmeister, des Jusanterie-Regiments Nr. 12 und des Korps-Artillerie-Regiments Nr. 3. Fernsr war der Erzherzog Wilhelm Chef des Köni [ich preußischen Fsld-Artiklerie- Regiments Prinz Auaust von Preußen (Ostpreußiscbes) Nr. 1 und Großmeister des Deutschen Ordens im Kaisertbum Oesterreich.)
Der ReichSraths- Abgeordnete BürFrmeistcr Winter: holler in Brünn ist gcstcrn früh 51/2 hr gestorben.
Frankreich. 7
» Jm Senat verlas am Sonnabend der ustiz-Ministcr Guérin das Dekret, durch welches dis Ses ion für ge- sYlossen erklärt wird. Sodann wurde die Sißung auf- e oben. In der Deputirtcnkammer verlas der Minister: Präsident Dupuy das Dekret. Dcr Deputirte Paschal Groussct (Sozialist) protestierte heftig dagegen, indem er er: klärte, er habe dcn MinistewPräsidenten bcnachrichtigt, daß er ihn wegen der Bc nadigung der von dem Staathcrichtsbof wegen dcr boulangiigtifchen Anqcle cnhqiten Vcrurtheiltcn inter- pelliercn wolle. Der MinistchZräsident Dupur) erwiderte unter dem Widerspruch der äußersten Linken, der Schluß der Session sei auf Grund der Verfassung erklärt. Die Sißung wurde» darauf aufgehoben.
Rußland.
In den ersten vier Monaten des Zabrcs betrugen nach 2111er Meldung des „W. T B.“ aus St. 513ctersbur1;Z dic ordentlichen Einnahmkn dcs Staats 312810000 ? abel gcgen 258627000 Rubel im gleichen - citraum dss Vorjahres, die außerordentlichcn 16761000 11561 gcgen 98612000 Rubel im Vorjahre. Von den 2111§Zgaben 111 derselben Zeit bclichn sich die ordentliche11 auf 216106000 Rubel gegen 206 «43000 Rubel im Vor1ahrc, die außerordentlichcn auf 17673000 Rubel gcgen 13665000 Rubel im Vorjahre. Die Verzinsun der offentlichen Schuld e'r ordertc in den ersten vier8 onatcn 66020000 _Rubcl gcgen 4414000 Rubel im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Italien.
Der Kbedivc ift vorgestern 11011 Vcncdig nach Mailand abgereist.
Spanien.
Aus Barcrlona wird gemelde't, das Verfahren _gcgcn die Anarchisten Vaccberini, Nombicla und Esteve, die der Urheberschaft an OLM Attentat gegen dcn Marschall Martinez Campos brichtigt wnrden, sc1 mcgcn mangelnder Beweise eingestellt wor en.
Bulgarien.
“Dcr MinistewPräsident Stoilow bezeichnete in einer in Vhilippopel gehaltsnen Rede als Proqramm der Regierung die Erhaltung der nationalen Dynastie, bie Aufrechtcrßaltut1g dcr Vorfaffung und dcr Gocho sowie die Bcßcrung dcr Finan cn. Die Regicrung worde dic Anleihen nur zu den bei ihrer unabmc angegebenen Zwkckcn verwenden, die direktc Stcucrlat zu vcrmindkrn 1111d dic indirekten StaatScinnahmen zu erhöhen suchen. Der Minister _gab fernerdie Erklärung ab, daß die' Regierung, 1111111111111 ste [1181511 dic Bew1lliu11g dcr bctbciligten Staaten eingeholt haben werde, bei Einéuw- zöllen eincn Znschlag von 15Proce11t,sowic cine (Hewcrbrstcuer von den Angehörigen frcmdcr Staaten zu erheben bcabs1chtigc.
Dänemark.
Bei dem vorcstrigcn Empfang der Mitglieder dcs Rcichstags anlä lich der silbernen .Horbzcitßfcicr des Kron: prinzlichsn Paares brachten die Präsidentcn beider Kammern die Glückwünsche des Reichstags dar. Drr Kronprinz dankte allen Mitgliedern des Reichstags, weil sie, obwohl dieser nicht tage, die Reise nach Kopenhagen nicht gescheut Hätten. Er und seine Gemahlin erblickten darin ein gutes Omcn für ihr künfti es Leben und eine Nachwirkung der erfreulichen Bc:
eben kiten des leßten Frühlings, durch die den traumgen, seit
Zanger Zeit das Volk cntzwcicnden politischcxi Zwistigkeiten ein Ende bcrcitct sei. Der Kronprinz schloß 11111 dem Wunsch, das; das Resultat der ferneren Arbeiten des Reichstags der gesammten Nation zum Nußcn und Segen gercich€n möge.
Boi dcr großanalatafcl, die am Sonnabend im Residenz: schloß Amalicnborg stattfand, trank der König 11111 das Wohl des Kronprinzen und der Kronprinzessin. Dcr Kronprinz dankte und trank auf das Wohl seiner cliethn Eltern. Darauf sprach dcr Köni seinen Dank aus Ür die Anwesen: beit der erhabenen Fürstl1chkcitcn, dic anläßläck) der silbernen Hochzeit sein Haus besuchten. Der Prin? Heinr1ch von Preußen sagte in seinem Tzin spruch, rr werde einen Gruß „ seinen Bruder, Seine Ma'estät den KaiZ'cr, uberbringen; cr leere sein Glas auf das 051 der däni chen Majestäten, auf das Glück des däni chen Volks und besonders auf das Wohl: ergehen des hohen ubelpaares. Um 71/2 Uhr Abends fuhren sämmtliche Fürstli en Herrschaften unter der _Eskorte von Husaren durch die tadt, um die Festilluminatron und das rofzarti e Feuerwerk am quen, wobei auch die fremden
rieJZs iffe mitwirktcn, zu bes1chtigen.
,'
er König von Schweden und Norwegen ist
gestern NachmittaZY und der Großfürst Thronfolger in
Begleitunß des rinzen Christian von Dänemark ostern A end 10 Uhr von Kopenhagen wieder abgereist. Der Zxrinz Heinrich von Preußen ist heute Vormittag
1/2 Uhr von Kopenhagen abgereist.
Amerika.
Der chilenische Senat hat nach einer Meldung aus Santiago eine Amnestie angenommen.
von dieser glücklichen Stätte an“
Asien.
Aus. ToU-o von vo estern meldet die „Agenzia Stefani“, der“ itialienisch-e Gxsxan te habe im Eßnvernehmen mit dem Yoßbritannischen G'ésandten dem Zapamschen Minister des
uSwärtigen Vorschlä e der ck nesischen Regierung bezüJich Koreas überret t. Die japanische Re ierunZ1 werde die orschläge in Erwägung ziehen und habe fi die ntwort vorbehalten. _
In Shanghat vorgestern eingetroffenen Nachrichten aus Söul zufolge habe der ]apanische Gesandte bei der Koreanischen Regierung beantragt, die Zuvück ckth der chinesischen Truppen zu verlanéon. Auf ie igerung ber Koreanis en Regierung habe e 11 k11 rzer Kampf in Söul stattge unden, infolge dessen die ]apanischen“ Truppen den Palast, in dem fich der König befunden habe, in Besiß Ynommen Hätten. Der letztere habe s1ch an die europäischen
ertreter mtt der Bitte um Vermittlung gewandt.
Die Japanische Gesandtsckxakxt in London bat vor- gestern fo gende Depcéche aus Yoko a„ma erhalten: Infolge einer schweren Provo ation seien drei ]apanische Kriegs: schiffe gezwungen Oewesen, chinesische Kriegsschiffe bei
ontao anzugre fen; sie hätten ein chinesisches Kriegs: chi f erobert und ein TranSportschiff“ mit Soldaten in den rund gebohrt. Die anderen incsiscben Schi e [deien 6111: kommen. Die japanischxxn Krie ss iffe seien 1111!) chä igt.
Aus Shanghai» von gestern meldet das „Reutcr'xchc Bureau“ Über das See eLecbt am Freitag: Drei cl11111anicl)c Kriegsschi c seien am 2 . „M. bci Us an auf die 1111exischc11 Kricgsschi (' „Chenyuen“ und „Kotse“ [sowie einen Avio e: stoßen, die „sieben TransPortsckiiffe [WZ eitct hätten. .Es % zum „ Kampfe gekommen, der „ henyuen“ habe sich urückgczogcn, dcr „Kotsc“ und sechs TranSportsch1ffe Seien entkommen. Dcr ck)incsische Aviso sei nach hartnäckigcm Kampf genommen, das chines1sche 'Trunöportschiff ,Kowshung“ von den japanischen Schiffen m11 Torpedos beschossen worden; lcßtcrcs Schiff sci bc1 der Shopiont-Jnscl F?) mit 1500 Soldaten gesunken, wovon nur 40 durch das ranéösi- sche Kaancnboot „Lion“ gcrcttct worden seien. Illis an Bord des „Kowsbung“ befindlichen Europäer Hätten in dem Kampf dcn Tod gefunden. An demselben Tage hätten die japanischen Truppen die Chineskn [181 Asan an: gegriffen, weitere Nachrichten Über diesen Kam f fehlten.
Drr britische Kreuzer „Porpoise“ 111 Nestern 111111 Sbanghai abgegangen, um die Engländer 111 Chcfoo z11 schiigen.
Afrika.
Nach einer Meldung der „Agenzia Stefani“ (111-3 Massowah bcgehc die dortige italienische Kolonie Fcstlichkritcn anläßlich dcr Einnahme von Kassala, die auf die Abcssmicr einen tiefen Eindruck gemacht habe. Die Häuptlinge 11011 Tigrkk) hätten 1111 den Genera". Baraticri Glückwünsche gesandt. Die aus Kassala cntflobkncn Dcrwischc scién' nach dem Obcrlaufc dcs Atbara gsfiiichtct. Dcr Gesundheitszustand dcs Operations- Korps sci aUSgczcickmct, dic Verwundeten befänden sich auf dem Wc e der Heilung. Der (HencralBaratieri werde 111112951111. in Keren erwartet.
Aus. Saint Louis am Sone al ist 111 Paris die Nach: richt eingetroffen, Alikari, der 5 karabont von Busso im Süden von Vandjagara, der den Heiligen „Krieg gepredigt hatte, habe der ihm entgcgcntrctcndcn franzosrschen Truppen: abtbcilnng eine Nicdcrlagc_ beigebracht. Der Kommandant von chu habe darauf Vcrstärkunxkien abgesandt. Diese hätten Bossa erobert und im Gefecht A ikari 11111 500 seiner Lcutr gctödtst. Ruf französischer Seite skicn ein Europäer 11111) „acht cingcborcnc Tiraillcurs grfallcn. A11szerdc111 seien 6 Ofstzu'rc, 15 cnropäischc Soldaten und 128 Tiratlleurs vcrwumdct mordrn,
Entscheidungen des Reichsgerichts.
(Ebensowenig wis bsi Börséngescbäftcn zwiscbkn ('insm «_15 S € 1 5 st k 0 1111 a [1 c 11 t 1: 11 aufirrtcndrn Banquisr 11115 161118111 Kundsn i_11. 11ach sinsm Urtbcil dcs Rcich§gcrichts, ]. Zivilscnats bkm ]8._M.1_15 1894, bci folcbc'n (Hkscbäftkn zwischc11 dcm als Kommissrbnar auftratcndkn Banquicr und srinsm K*omgnixtkntcn die Einrede drs unklagbarcn Differenzspiels grund ayltck) ausgeschlossen, selbst wenn dsr Kommisfionär zu seiner eckurxg mtt D11ttxn dym Gegcnstandc nach mit den Spiclgescbästen _ chremjttmmknde Gkscbäftc abgcscbloffkn hat. „Ist der Komm1f11onsczuchxag nur die äußcrc Form, unter dcr |ck d1e ausscblteßltcb (1111 Ziebu11a von Diffkrcnzc'n, nicht (1er auf, 5911 der Form entsprkchrndkn Gefchäft§inbalt gerichtete übereinittmmende Absicbx der Kontrabsntsn vc'rbirgt, so kommt es darauf, daß, der wahre Jom- misfionSVchrag die Einrede des Differenzsmels ntcht „zulaffen wurde, nicht an; dMn (*I [16,11 dann 8111 Auftrag zur Abf_chltrßung 11011 (5,5?- scbäftc'n für 9186911111113 des Auftrachbers auf dsr emen Skit? und 9111 Eintritt in das aufaeiragene Geschäft Von 1161 andkrcn SML 111 Wabr- brit nicht Vor, viclm151 bedienc'n sick) 118 Kontrabentenfbcr Formsn dss KommisfionßNrfragZ tmr zum SÖCin, um den 1318 Rolle 513 Kommissionärs UcberncbmcndSn in die La L 511, seßcn, dem andern 1195611 der Krb crgsbendan Differenz, robxsion, Courtage 11111) Auslagkn in Rcch1111ng 11111211 zu dürfkn, let wie 1118111161: 515311 Kom1nisfi011är gewéfkn wäre, wäbrend_es ich in Wahrheit 11111111n zwischen Bkidkn vyreinbartk Spielgesihafte bqndelt. Die von dem Kommissionär zu seiner Deckung Etwa mit Dritten geschlossenen, drm Gkgknstands nach mit den Spielgksäyäften übereinstimmeqben Ge- schäfte find iklbsiverständlich für das Rechtsverhältnis; z1v1fch1711 den um die Differenz spielenden Kontrahenten obrxe Bedeutung. Auch schließt der Absch1uß solcher DeckungSgLschäste dte bloße Sptelabsicht der Haupkotrabentkn n1cht aus," (480/93.) + In Bezug auf die §§ 701 und 702 des Preuß. Ailg. Land- rrch1§ 11 1: ' „ „Wkgsn bloß mündli er Velxrdigun en oder Drohungen, 111- ericben wegsn geringércr T ätlichketten so en Eheleute grmeinen Standes nicht eschieden werden. Auch uyterPersonen mtttlsre'n und höheren tandss kann die Sche15ung nur alsbarin stgtt- finden wenn der beleidigende Ehegatte s1ch solcher Thatl1chketten und Besckyim fungen obne dringende Veranlassung mutbwilltg und wiederholts u1d'1 macht“ «. , ' hat das ReictheriÉt, 1,17. Zivilsetxats, durch Urtbetl vom 5. 2111111 1894 außgesprockpen: Der Unterscbred, wie 1bn das Geseß zwischen Leuten des emeinen und des mrttlxren Standes ma 1 bestrmmt fich je na den äußeren Lebensverhaltniffen, der Erz e ung, der empfangenen Bildung und der sich danach e_rkxebenden Denkungs- 111111 Ge "hlsweise des Einzelnen; das Gesey _ pra umiert, daß Leute, 511- na diefen Nichtun en bin auf emxr medriÉeren qufe stebeg, fiir Beleidigungen und hätiichkeiten leichterer rt, wemger empfangltch smd ckXdaß ihnen infolge der widerfahrenen Unbtl] die Fortießung der ebei n Gemeinschaft nicht unmöglich wird. Ob jene 'Voraus- seßungen nach der Einen oder anderen Seite zutre en, ist 111 edem einzelnen Falie auf tbatsä'chlicher Grundlage zu beurtbei en. (117. 42 /93.)
Entscheidungen des Over-Verwattungägerich1s.
Trink elder an Dienstboten und Gewerbe 11 ilfen die seitens ißrer Dienstherrschaft auf die Trinkgelder nebengdeßn Lohn, oder tatt desselben nicht angewiesen sind beispielsweise ,die den Pfer ebabnschaffnern you'den Fahr äs1en zuflie enden Trink- gelder, sind, nach einer Entscheidun des ber-Verwa tun sgerichts, 7. Senats, 2. Kammer, vom 21. ezember 1893, regelmä ig nicht als Heuer flicbtiges Einkommen zu erachten. -- Zenfit' empfängt als _ cha ner einer Pferdebahngeseascbaft Gehalt und Dienstkleidung, wofur bei der Steuerveranlagung 927 „M berechnet find. Hierzu wurde eine Triinkgelder-Emnahme von mindestens 124 „11 jahrlich ger§chnet, und diese inzurechnung wurde von der Berufungskommission * ebtlligt. Der Be chwerbe des Steuerpflichtigen ab das Ober-
uwaltungSgericbt ßatt, 1ndem_eß be ründend aus ührte: „Trink- gelder sind an 11113) fur sick) freiwtlltg ge eisteke Zuwendungen, die ein nach § 15 des Einkommßnsteuergeseßes vom 24. Juni 1891 steuer- pfli' ttges Einkommen, wre Lohn oder Arbeitsverdirnst der Gewerbe- th fen und Die'nstboten, mcbt hervorbringen, die auch nicht aus
echten auf per1od1sche Hebungen _cxder Vortheile irgend welcher Art entsprmgkp. Denno rst 110111“ Ober - Verwaltungs ericht anerkgrmt, daß 1111 gewerbli en und Verkehrsleben sich Gewohn eiten entwukelt „haben, die es gefakten, sog. Trinkgelder als Verdienst der Betbeiligtew anzusehen und demgemäß als steuerpflickytiges Ein- kommen 1m_ Smne des_ § 15 Eink.-St.-G. zu behandeln. Diese Auffaffyng 1st aber zugletcb an die Vorausse ung gebunden, daß die Betbeikgten auf d1e ,Trinkgelder' als Ne eneinnabmen neben dem Lohn oder statt desselben angewiesen sind, möge dies äusdrücklich bei Entstehung des Lohnvertrags zwischen dem Dienstherrn und dem Dienstnehmer ausgemacht oder, dem Herkommcn entprecbend, beider- setts so Verstanben sxin ..... Dies ist ei Pferdebahn- schaffnexn notorisch n1cht ber Fall, wie beispielswrise auch du? DWnsiboFen 111 Prwatbausern auf die i nen zufließenden “Trinigwlder nicht angewtesen smd. Auch die Annahme eines bezahlten Nebexwrwerbs des Schaffnxrs ist abzuweisen, da es an jrglicher Lohn- verabrcxdnng fehlt; End11ch kann den Trinkgeldcrn auch nicht der Charaxtrr Yon'Etnkommen aus Rscbten auf PSTiOdisÖL Hebungen u'nd Bortbetle irgend wclchkr Art insoweit beigelegt werden, als etwa L1,11_T1)61[ dersclbew zwar schenkungsweise abcr mit einer Nachhaltigkeit 1119111, die die Einrtcbtung des auswesens darauf zu gründen gsstatten solL. Denn. lsxztercs Mcrkma ist nicht ein solch1s, das wiÜkürlicbe Zuwendungen 1111 allacmemen a11r€ch11ungsfäbig macht, sondern nur da verwe'rtbbar, 1130 es fich um wiederholte Gratifikationen an Bcamtc handelt,“ (13. 2233/93.)
Statistik und Volkéwirthschaft.
Die Promotionen in den Fakultäten dsr preußischen Unibersiiäten.
. (Stat. Korr.) In drn 25 Scmätern 11011 Michaelis 1879 11115 Ostrrn 1892 wurdc11 pronwbisrt: in dcr eba11g€lischcheolygischen Fakultat 52 (da11on Kiel 2, Marburg 3, Berlin, Breslau, Königs- berg je 5, Hqüe, (Greifswald je 7, Göttingen 8, Bonn 10); - in"?)c'r katholcfcb-tbcologisMn Fakultät 20 (davon Breslau 5, Munster 15, Bonn 0); - in dsr juristischen Fakultät 974 (daWn Ktel und Königsberg je 5, Marburg 9, Ersifswnld 15, Bonn 16, Hall'e, 25, Breslau 34, Berlin 84, Göttingen 781); + in Nr 1nedtz1nischen Fakultät 4445 (511an Marbur 209, Köni sberg 223, Brczslau 246, Göttingkn 272, Kiel 380, (1118 381, onn 616, Gre1f3walb 618, Berlin 1500); - in der pbilosopbisckyen Fakulfät 4215 (51150112211116161 145, Greifswald 180, Kikl 204, Köni Zbkrg 259, Bonn 283. Brcskau 325, Ykarburg 454, Göttingkn 576, Ächin 848, «WN 941). Die vcrbältnißmäßige Häufigkeit der Pro- motwnsn 111 dcn akultäten wird zweckxnäßigkrwkise nicht auf Grund dcr Durchs nittsfrequenz berecbnst, sondern auf Grund der Zabl 'der etwa im glsicben Zeitabschnitt mit dem ngulfatsstudmm Fertiggewvrdenen. Diese (1111, VW nach einer 5in n1cht weiter z11 erörtsrnden Methode näherungsweise berechnet wkrden kann, bctrug_1n der eban eliscb-tbeologiscben Fakultät ungefähr 3800, _in dcr katholiscb-tbeologis en Fakultät 765, 111 der juristischen 6760, 111 dsr 111€diz111ische11 4770 und in dcr pöilosopbiscbén Etwa 8800. Nack) diescn Näher11nnsw€rtben rechnet fich béraus, daß untsr je1000, "1116 das Studium abgexchlxffen hatten, promoviErt babrn:
n er Evangrlisäy-ibrologiscben Fakultät. . . . 14 katholischchbkologischen Fakultät . . . . 26 juristischen Fakuljät . . . . . . . . 144 1n€bizinisch€11Fakultät. . . . . . . . 932
_. ' pb1losoplckischenFakultät. . . . . . . 478.
Hrcrbrt find (111€ Pronwtionsn aucb älterer, 115011111 Bérufsausübung begrtffsnsr Manycr mit eingerechnet, was indcs1611, mit AuEnabme ctwa dsr medtzinxsckyxn Fakultät, nicht Von Bciansx, an fick) (1er auch durckpgusiinngenmß rst. In der pbilosopbisch Fakultät würde die Verhaiünßzabl dcr Promotionen tbatsäcblicb wobl größkr skin, 11181111 1111111 dtLsE streng auf die Zahl dsr Vollstudentcn disser Fakultät be- ztchen könnte; andererssits promovikrcn in drr pbilosophiichen Fakultät aber auch Angehörige: anderer Fakultät?»
J111 AU emeinen ist das Pronwvicrsn bci dcn Medizinern noch heute 111 sler wcitcm Umfang iiblich; 93 0/0 11011 ihnen Erwerben den „O_okortitcl, _mit dem ja dsr Volksmund kurzwkg ihre berufliche BÜHUUW? brzetcbnst. Die namentlickye List? dEr Medizinalpersonc-n, dl? tm „ edtzinalkalc'ndrr“ abgkdruckt ist, bestätigt die Häufigkeit dss,Doktortitcls bci Acrztsn. Eine AUFzäblung der ListL daraufhin ergtc'bt, daß unter je 1000 Acrztrn 934 jenen Titel führe'n. - Nach1t„den§17kcdizinern strsben dis Angehörigen der Philosophischen Fakultat, von diesén étWa jeder zweitk, am häufigsten nach dem akadc'misch "Grade: darunter eine nicht kleine Zahl von solchen, bis die Universitat nicht zum chck cinc'r bssonderkn BrrufZVorbildung, sondern zur Erlangung und Vertikfung der allgemeinen Bildun be- suchen und dann gern mit dem akademischkn Grade den AbschluZ der Univerfitätsstudien k?nntlicb machen. - Von dcn Juristen erwirbt etwa jeder siebente den Doktortitel; früher, in dcr (ersten Hälfte der achtziger Jahre, war das indcffkn viel Häufiger; in neuerer Zcit ist es wieder etwas aus der Mode gekommen.
Im anzen sieht man an den vor efübrten Zahlen, daß auf den akademis en Grad des Doktors no immer ein große's Gewicht elegt wird. Zur (ErlanguuTZe dieser Würdc werden ganz beträcht- iche Kosten aufgewendet. echnet man die Promotionsgebfzbren, *die Druckkostsn für die Dissertation und die sonst 11911) Mit der Promotion Verbundenen oder freiwiUi übernommenen Nebenkosten nur etwa auf durchschnittlich 450 «14, 9 haben in detx obengenannten 25 Semestern die 9706 in Preußen 11ij ;))romomerten für Er- werbung des Doktorgrades nicht weniger as" 4367000 „114, baare Kosten aufgewendet. Der Dran nacb akadechhcn Würden ist dem Deutschen vornehmlich eigen. an steht, daß Lr fich außer den wiffenscbaftlichen Arbeiten auch noch einer nennenswertben Selbst- LYeuerung unterzieht, 11111 die Ehr? des akademischen Grades zu
ßen.
Internationaler Kongreß für Arbeitöunfälle und soziale Versicherung.
, Auf Veranla ung des italienis en Handels-Ministeriums hat der permanente Ausf nß, welcher im ahre 1889 gelegentltcb des ersten internationalen KonLreffes für ArbeitSunfälle in Paris zusammentrgt entf jeden, den dr tten Kongreß -- der zweite wurde bekanntlicö im abre 1891 in Bern ehalten - am 1. Oktober 1). I. in “Mailand stattfinden zu la en, woraufhin ck in letzterer Stadt ein Orgmxisationöausschu mit dem Bürgetm ter von Mailand Herrn 65- Vtßoni, als Prä denten, und den Herren Senator Graf Annbni und- A geordneter (früherer Finanz: inister) Luzzatti, (115 Bus- "Präfidenten, gebildet hat.
Der OrganisationSausseb'uF'Bat im Verein mit dem ermanenten Ausfahrt _em Rundschreiben nach sämmtlichen Ländern Europas er- Leben a en, worin er den Zweck des Kongre1 es darlegt und die eiter un Vertreter von, Unfallversi-herungöge ell cba ten, Kranken- kassen, und gran irtbuftrtellen Unternehmungen ele rte, kurz alle diexentgen _zur etbetltguM einladet, welcbe sicb für die Frage der Unfallverhutung und der ilderung der durch Unfälle, Krankheit und Altersschwäche' xntstebenden Leiden der Arbeiter, und die damit ver- bundenx Statistik und Geseßgebung aller Länder interessieren.
Dte auf dem Kongreß_ zu besprechenden Gegenstände sind Hebt zahlretck), und erste, Autoritaten Italiens, Deutschlands, Oesterre (hs, _EnJlan'ds,„ “rankre1chfs, ber Schweiz, Belgiens, Rußlands 2c. haben 111 erettwt rger Werse 1bre,M1tw1rkung als Berichterstatter zu esagt. ,U111 an dem Konéxreß tbetlzunehmen, wende man sich an den rga- nlsations-Aussckyuß' 114011516111“ 16 1118.11'6, SQUZKSJ (165 110811181158, 111111111). Der'BettraZ betragt, 8 „ja, wofür jedes Mitglied, ob an- WLsend oder weht, a_ux arif dre die Berichte und Verhandlungen ent- 5achjekye'berxöwf1x1)ndcksxZattesr ZZ ßÄnzöfilsÖber Sprache Yeraußzu iebendexn
ru a. re nme un mu äe ens 20. SZptenxber geschehen. 9 Ü sp s s zum ur die persönlichbeeixn§sbmenden werden vom Organisafions- AuYs uß spxztelle PretSermaßtgungen bei den verschiedenen Bahn- beborden ?rWrrkt Werden.
Neben den schon oben'erwähnten Autoritäten der meisten Länder Eurobas haben auch vxersch1edene Regierungen das Erscheinen ihrer Delegirten auf dem Kon reß zugesagt, so ““daß der gute Erfolg der- selben 1111 Voraus als gesinert angenommen Werden darf.
Zur wirtbschaftlicbe'n Lage der Arbeiter im Jahre 1893.
Dem Jahresbericht der Königlich preußis 611 Re ierun s- und Gewerberätbe und Ver brbbrden für das J:: r 1893 eanebmen wir ferner Folgende Mitt erlangen über Berlin und Charlotten- brzr . Die am 'Sch[uffx_ des Berichtsjabres vorgenommene Zak) ung der „Fabriken 1116163 Auffichtsbezirks und der in 11111811 beschafft 1211 2111161161 hat ein günstigcxrés Ergebniß thqbt' als 1111 ,orxabre. Ende 1892 war eine Verminderung der mannlichen Arbzztter um 2766 Personen zu Verzeichnen, während die [81318 3115111119 eme Vermehrung um 32 Fabriken, 839 männ1iche und 1797 'wetbltche Yrbexiter ergiebt, sodaß s1ch das Gesammt- ergebmß fur erl111 und Cbarlottsnburg auf 4444 Fabriken 11111 101160 mwnnbcben und 34 949 weiblichen Arbeitern stellt. Dte „Zahl der m den Fabrikén Berlins und Charlottenburgs beschasttngten 1ug€ndlichen Arbeiter von 14 bis 16 Jahren betrug u'bczrbaupt 7433 (+ 66), davon waren männlich 4560 (_ 103) und we1bltch 2873 (+ 169"); Kinder unter 14 Jahren waren über- haupt nur „15, (Z- 18) bcscbasttgt; dabon waren 13 männlich (_ 18) 11111") _2 we1blt . Von, den jugendlichen Arbeitern waren 11. a. be- sch„afttßt 111 drr Industrie der MctaÜbsrarbxikung 1229, nämlich 1048 mannltche und 181 Weibliche; 111 der Industrie der Maschinen, Werk- zeugs, Jnsirumeyte, Apparate 1246, nämlich 1187 männliche und 59 weibl1che, 111 der Textilindustrie 508, dabon 201 männ- 11che ,und 307 weibliche; in der Papier- und Leder- mdustrrß 1086, 111111011 479 männliche und 607 weibliche; in der Jndustrte der.B,ekleidung und Reinigung 1417, davon 102 männliche und 1315 weiblrxbe. Die Zahl der in den Berlin-Cbarlottenburger Fabrtksn beschafttgten Arbeiterinnkn über 16 Jahre bLtrug überbaupf 32 076 (+ 3029); davon waren bis 21 Jabrc ait 13 813 (+ 2775) und 11er 21 Jahre alt 18263 (+ 254). Die Zahl der Arbeitsrinnen bat m den Jabren 1880-1890 andauernd erh€b[ich zugenommen; von pa ab isx die Zunahme geringer geworden. Von Einfluß auf d1€se Verbaitniffe Lind namentlich die Textil-, die Papier- und Leder-, am metsten 11 er die Bekleidungsindustrie gewesen. Von 32 076 erwachsenen Arbeiterinnen wurden 11 829 in der Industrie der Bekleidung 11115 Reinigung, 6293 in der Papier- und Leder- industrie; 4691 m der Textilindustrie, 2500 in den polygrapbiscben (Hewrrben und 2145 in der Metallbe'rarbeitung beschäfti 1, während die Zah1 der (zus die übrigen Industriezweige entfaüenen rbeiterinnen vekrbaltmßmafztg ermg ii. Was die Arbeiterschaft im aügkmeinen be- trtfft, so finbet' ich die guptsachliche Zunahme mit 1140 männlichen 11111) 299 wetbltchen Arbkttern in der Maschinenindustrie, mit 521 ma111111ckewund 223 weiblichen in der Nahrungsmittelindustrie, mit 241 maznzltcben 11111) 978 WLibÜÖLn in der Industrie der Bekleidung und RerniFmg, mrt 113 xnännlicben in der Textilindustrie. Eine Abnahme at statFefundßn m den polygrapbischen Gewerben mit 768 mannltcben und 2 0 We1blichen und 111 dsr Industrie der Steine 111111 Erben 'mit 201, männlichen und 44 Weiblichen Arbeitern. DlL-ArbeÜZZLlf gebt 111 Berlinsr Fabriken nur in Verhältnißmäßig wentgkn FaÜen übér zehn Stundrn hinaus und überschreitet elf Stundenwur selten (BWUSTLÜ'U, „Flsischverarbeitung, Dekaturcn). Nachtarbxnt kommb nur in den kontin111€rliche11 Bétricben, den Zcitungs- dxuckereien und 111 einigen chemischen Fabriken vor. DL! Be- richt Habt bervor,_daß das Bestreben bssteht, Tagelöhne mög- lichst z_u bérmerden und Stücklöhne einzuführen. Aus dep Arbetxsordnungen gebt berVor, daß in den msisten Fäilen Von beenden Se119n, den Arbeit 12an und Arbeitnehmern, Von der Esel;- ltch€n Küydigungsfrist Abtand genommen wird "Qik Organiixation von Arbeiterausschüffen 111 in den Arbeitsordnunxien zWar mehrfach Vorgesehen, abrr111der„Ausfübrung mit wenigen AuEnahmen nicht über die aÜsrersten Anfangs binausgediehsn.
" In dcrxProvinz Pommern bat die Zahl der in Fabriken be- schafttgt€1x Ktnder unter 14 Jahren wieder bedeutend abgenommen 11111) 561111 1 nur noch 10 (- 45), da5011_7 männlich (+ 24) und 3 Wetbiich * 21); Die ,Zabl dEr Anlagen, die jugsndlichk Arbetter „beschafttgen, rst Von 317 auf 381 gestiegen, ebenso dte Gcsammtzabl der jugendlichen Arbeiter von 1768 auf „2021. In 266 Anlagen wurden 3115 Arbeiterinnen beschaft1gt gegen 3020 Arbeiterinnen in 294 Anlagsn im Jahre 1892. Unter den _jugeydlichkn Arbeitern bon 14«16 Jahren Waren 1519 (+ 297) mannltcb und 492 (+ ]) weiblich. Von den Arbeiterinnen über 16 Jahren waren 1429 (+ 47) bis 21 Jahre alt und 1686 (+ 48) übkr 21 Jahre.
Zur Arbeiterbewegung.
Der in Witten abgcbaltene Delegirténtag rbeinisckx-wrstfäli- scher Knappenberetne beschloß, wre, der „Generalanz. f. Dtmd.“ meldet, einstimmig, von der Gründung emes christlichen unparteiischen Knappenbundks abzusehen und die Sache des alten Verbandes deutscher Ver arbeiter zu fördern.
Aus S lotbeim i. Tk). wird dem „Vorwärts“ über den dortigen Seilerausstand bxrichtet, daß fich 'est die im use be- schäftigten Arbeiter den Au§standigen_an eschlo en baben. ie Zahl der zu Unterstüßenden' betta t 72 „mann iche und 61 weibliche 5 er- sonen. Die Produktion so bölltg lahmgelegt und die Vorrätbe folien erschöpft sein. „ ,
Hier in Berltn wurden am Frettag in 33 sozialdemo- kratiscben GewerkschaFtSversammlungen Beschlüsse im Sinne der Fortdauer des Bierboykotts gefaßt.
Aus Paris schreibt nian der „Köln. Ztg.“_: 350 Arbeiter der Spinnerei Detraux bet Arras sind ausstandig, weil die Ar- beitszeit um zwei Stunden gekürzt wurde und entsprechende Lohn- abzü e stattfanden. , . _
HAUS Köniainbof 111 Böhmen bertcbtetman dem „Vorwarts“, daß der Ausstand der Arbeiter der Neurettendorfer Seiden- fabrik beendet ist, daß aber eine Anzahl der Ausständtgen nicht wieder eingestellt wurde.
Land- und Forftwirthfthaft.
Ecnteergebniß der Kolonie Neu-Süd-Wales.
Einer Veröffentlichung des Régierungs-Statistikers der Kolonie Neu-Süd-Wales über das dortige Ernteergebniß 1893/94 entnehmen wir folgende Angaben: „„__„ _ „ _ „„
Das im 11 _ unter Kultur 5 ,dl La b“ wird 1206992 “Acker «Met. Davon Waren békaaanß "_ auf mit Weizen ............ 593.810 Acker,
Mais.............-205885,
Zafer ............. 34145 „ erste und anderen Feldfrüchten . . . ..... 205424, rünfutter ........... 43 506 „ Kartoffeln undanderen Knollenfrüchten 26 ,977 ' „ „ Der Gesammtertrag an Weizen wird auf 6502 715 Bush:! ge- scbaßt, das sind 10,9 Busbel für den Acker. , , _ „ Der Ertrag der vorjäbrigen Ernte stellte sich auf 6 817 457 Busbel sur 452 921 Acker oder 15,05 Busbel für den Acker. Im übrigen smd folgende Erträge erzielt worden: Mats . . . . . . . . . . 17011526 Busbel Gerste . . . . . . . . . . 114272 , afer . . . . . . . . , . 701804 „ oggen . . . . ». . . . . 19522 „ Sorgbum . . . . . . . . . 9244 . Der Ertrag von Kartoffeln wird auf 83 838 Tonnen, das sind 3,2 engl1sche Tonnen für den Acker bereckmet,
Ernteergebniß in der Kolonie TaSmanien.
_ Die mit Weizen bebaute Flä € wird auf 55 312 Acker es (1 t d. 1. 3585 Acker weniger als im Zorjahre. Das Ergebni teUYTY
auf „833 771 Busbeßd. 1. 15,07 Bushel per Acker “und 184 79 Busbe Weniger als 1111 Vorjahre. Jmübrigen find folgende Erträge erzielt
worden: 21 b n aufläche. Ergebni se. Gerste . . . . 4876 Acker 110174 Bfusbel Zafer . . . . 33 755 „ 837 720 „ oggen . . . .96 , 1244 , Kartoffeln . . . 19 068 „ 76 769 1
Gesundheitstveseu,"“__Tbierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
_ „ Preußen.
(LOST, RegwrungS-Prafident zu Oppekn hat in einer unterm 30." «zum 1894 erlcxffenen Rundverfiigung angeordnet, da die Be- schaftrgung [anerthschaftlicher Arbeiter aus ußland nur unter folgenden Bedmgungen gestattet wird:
1) Von den_ Axbertern bezw. den sie begleitenden Führern ist ein Attest dcr 'zustand'tgen russischen Polizeibehörde vorzulegen, durch welches erwtesen wwd, daß ,der HerkunftSort der Arbeiter choleraxrei;
2),an Kosten, der Arbetter bezw. ihres übrers oder des Ar eit- ?ebers tft durcb emen deutschen Arzt beim intritt in das Inland estzustellen, daß em Verdancht' bézüglich der Person der Arbeiter auf Choleraerkrankuzig ,und bezugltck) ihrer Sachen auf Verunreinigung durch Cboleradexektzonen angcscblossen ist.
Drkarenzzoil'amter wurden ersucht, die betreffenden Arbeiter- trgpps nicht eher 111 das Inland eintreten zu lassen, als bis die er- wahnte Untersuchung stattgefunden hat und nach ärztlichem Béfund gegen den Eintritt Bedenken nicht obwalten, wahrend die Prüfung der Bescheinigungen des erkunftSorts dur die Polizeibehörde vor der Vorgabzne der Unter uchung zu veranla sen ist.
'Bezuglicb des Durchzugs' rusfischer, für andere Regierungs- b"ez1rke des Inlandes bestimmter Arbeiter findet die obige Ver- fugung finngemaße Anwendung.
, ' Indien. (Großbritannien.)
Die Regierung zu Boxnbay hat durch Verordnun vom 29. Juni 1894 111 den' Hafewder Prafidetztscbaft Bombay, eins [ießlicb Sindb, bts auf 1ve1tere_s uber Provenienzen von Hongkong Quarantäne gegen Pest verbangt.
Spanien.
Durch Königlickpxx Verordnung vom 18. Juli 1894 ist wegen Auf- tretens des gelben Fiebers auf Trinidad (kleine Antillen) Quarantäne angsordnet wordrn für dre von dieser Insel und einem Umkreis von 165 kw nach Spamen kommenden Schiffe, und zwar ohne Rücksicht auf den Tag der Abfahrt 17011 Trinidad und auf die Art des Gefund- Hritspasses der Schiffer. T
ürkei.
, Gegen Ankünftz: aus dem finnischkn Mkerbusen, welche von dort sezt dem 23.75. Juli _1894 gbgefabren find, ist eme in den Lazaretb- hafen chu Klazomena, Beirut und Tripolis (Afrika) abzuhaltende QuaFn'tsanZ von 10ETagenthrhätixgH woZFn.
, 61811 e_aus uropa a en 1 in ustafa Pa a und ibe e emer 24stund1g1n Beobachtung zu unterziehen. W Z ftch
D 11 "sch Gs dé'Ynghrini'fr d M 5
' ,Lr ugar1e sun Usra a oene anamen een
dre Emschlxppung der Cholera aus der Türkxi getroffenß: g g 1) RStsendx, wclche aus der Türkei mit dem gewöhnlichen Zuge
kommen, untsrlxegen smer strengen ärztlichen Untersuchung.
, ZÜDST One'ntexv'reßzug bai freien Zutrift, Wenn in Adrianopel keme 'etsendewmng'estregen find. Jm anderén FaUe unterliegen die PaffaxZiere der arztltchen Untersuchung.
3 Waaren aus der Türkri unterliegen weder einer Quarantäne noch der Desinfektion.
_ 4) Die tm „ZT-Anz.“ Nr. 295 vom 11. Dezember v. I, auf- gefubrten' Gegenstands, deren Einfuhr in Bulgarien verboten war, werden n1cht zuaelaffcn, wenn fie aus dem Vilayet Adrianopelkommen. Aussenommen find gstrocknete Früchte.
Cholera.
Danzig, 28. Juli. Bei dem (1111 26. Juli in Klein- Plebnkndyrf x_rkrankten Holzwächter aus Bobnsack (ver [. Nr. 175 11. B1.) 111 drm ,W._T. B.“ zufolge die Cholera bakterio o- mscb festgesteilt. CbolsraverdaÖtig erkrankt stud je eine Frau in
horn und 111 Flatow.
St. Petersbur , 28. Juli. _An Cholera erkrankten bezw. starben nach bem Veri 1 des „WT. B.“ in der Zeit vom 22. bis 28. d. M.'1n St. Petersburg 463 bezw. 126, Vom 20. bis 26.1). M. 111 Kronstadt 33 bezw. 19, *vom 15. bis 21. d. M. 111 Warschau 120 bezw 61, in den Gouvernements St. Petersburg 415 bszw. 60, Warschau 366 bezw. 183, Lomsba 5 bew. 4, Grodno 20 bezw. 11, Kowno 60 bezw._ 33, 1111999er 10 bezw. 8, Tula 3 bezw. 0. Vom 8, bis 14. d. M. 111, den Gouvernements Kielce 115 bezw. 90, Yloßk 74_ bezw. 35, L1vland 0 bezw. 1, Aftrachan 4 bezw. 1. 5 om 8. [US 21. d. M. in Kurland 44 “be w. 23, in Estland 57 bezw. 28. Vom 16. bis 27. d. 911. in Olonez 29 bezw. 11. Vom 16. bis 26. d, M. in Siedler,; 4 be w. 2. In folgenden Gouvernements erkrankten beziehunxzsweise farben aux St. Petersburg und Warschau Zugereise Personen, wabrxnd dre lokale Bevölkerun?) gesund blie . Vom 11. bis 21.11.2111“. 111 Kiew 3 bezw. 2, vom 14. is 16.5.M. in Mobilew 1 bezw. 1, pom 15. bis 18. d. M. in Orel 1 bezw. 1, Vom 8. bis 14. d. M. 111 Pskow 1 bezw. 1, vom 15.515 21. d. M. in Jaroslaw 3- bezw. 2, 130111 15. 515 22. d. M. m Smolensk 1 bezw. 1.
Handel und Geiberbe.
Tägliche Wagengesteklung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 28.d.M. gesteUt 11074, nicht «eius gestellt 24 Wa en. In Obechhlesien sind am 27. d. M. gestenst 3590, nicbt reÖt-
zeitig gestellt k ne Wagen.
wangs-Versteiaerungen.
28. Juli das im rundbucb von HUÜUY BMV Nr. 110 auf den Namen des im Konkurs ndlichen Bomm»;-
Z . Beim KöniYichen Amtsgericht 11 Berik: TMSD
2524: ..
3333.14. “;;-:.;„.*.:.-3--
“.*-“JL;-
... »: ». MUMM