_ eine Entseh'xikesßun erlaffen, worin na , der Münch. „Allg. Ztg.“ im “mtl Ken 201?de außgef rt wird: - . . „“Wie in den ezei !! en Vorlagen se schon, um Ausdruck ebracht ist, kann die Feuerbestattung nicht ohne gewikxaix1 posizeisiche ordnun en und Vorschriften zu elaffen und dur ge hrt werden, und ck num ohne Zweifel so che Vorschriften em wer! nur dann dienen, wenn die uwiderbandlun en dagegen unter trafe ge- ellt Find. Als (2,6er che Unterla e ierfür würde nur der Art. 61 bs. , Ziffer 3 es Polizei-Straßgeseßbucbs in Betracht kommen; da aher in diesen Bestimmungen nur von .Veerdigun " und .Be- gräbmßxlaß' die Rede ist, und der Geseßgeher hierbei an eine Feuer estattung' nicht wohl gedacht haben kann, so bietet jener Ärtikes in seiyer assung eine sichere Grundlage für etwa zu er- ande Poli eiv cthten zur Feuerbestatan nicht, und es ist zu [) rchten, d, solche orschriften von den Gerichten nicht ,als zu Recht bestehend anerkannt würden. Eine Zulassung der Feuer- bestattung ers eint hierna in Bayern ohne Ergänzung der ein- s lägi en Ge ey ebung ni t möglich. Ob aber zu einem gesch- ge ens en Vorgehen in der Sache ge enwärtig ein zureichendes Be- dürfnis; in Bayern besteht, muß bezwei elt und deshalb Bedenken ge- tragen werden, behufs Einführung der euerbestattung zur Zeit den Weg der Gesetzgebung zu beschreiten.“
Baden. Ihre Königliche oheit die Herzogin:Mutter von Genua ist am 4. d. ZL. zu längerem Aufenthalt in Schloß Mainau eingetroffen. .
Sachseu-Cobnrg-Gotha.
Wie die „Goth. tg.“ meldet, „traf vorgestern _das nach: stehende Tele ramm einer Majestät des Kaisers an Seine Königliche Hoheit den regierenden Herzog em:
„Cowes, den 6. August. Seiner Königlichen Hoheit „dem Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha. Schloß Reinhardsbrunn.
Zu Deinem Geburtstage, de'n Du zum ersten Mal alsdeutscher Bundcsfürst in Deinem schönen Lande verlehst, sende Ich Dir Meine innigsten und aufrichtigsten Glückwünsche. Möge das kommende LebenSjahr Dir und Deinen getreuen Unterthanen vtxl Glück und Segen bringen. Wilhelm."
Darauf erfolgte folgende Antwort Seiner Königlichen HoYit des Herzogs:
, einer Majestat dem Deutschen Kaiser. Osbornr.
In unerschütterlichrr Treue danke ich Dir von ganzem Herzen für Deine liebevollen Glückwünsche und die mir und meinem Lande heute und jeder Zkit bewiesene hulddolle Gesinnung. Alf d“
rc .
Oesterreich - Ungarn.
Der ungarische Minister-Präfident 1)_r. Wekcrlc, sowie die Minister von Lukäcs und von Zosipovich smd gestern in Lemberg eingetroffen und am Bahnhofs von den dasrlbst weilenden Ungarn mit lebhaften Ehenrufen “begrüßt worden. DiekLolnischrn Blätter veröffentlichten herzliche Begrußungs- arti e .
Der serbische Minister-Präsident “Nikolajewic ist gestern von Wien nach dem Bade Rohitsch in Steiermark abgereist.
Großbritannien und Irland.
Das Unterhau s hat este'rn mit 199 gegen 167 Stimmen die dritte Lesung der Bi über die rxmittierten irischen Pächter angenommen. Kurz darauf nahm das Oberhaus die erste Lesung derselben Bill an.
Frankreich.
Der König Menelik von Abefsinien. Raz Alula und Makonnen haben teieqraphisck) ihr Beileid 311 dem Tode Carnot's und ihre Glückwünsche zur Wahl Casimir- Perier's aus edrückt. _,
“ In dem narchistenprozes; wurde gestern das Verhor der Angeklagten fortgeseßt. Der frühere Beamtemim Kriegs- Ministerium Fénéon gab auf B0fra, en des Prandcptcn zu, verschiedene Artikel für ein anarchisris _es Blait geschrirbcn zu haben, und erklärte, als der Präsident ihni seine Bczrehnugcn zu französischen und ausländischen Anarchisten der „That dor: warf, er habe die Anarchiften nur aus Neugierde, um diese soziale Bewegung zu studieren, besucht, Fénéon behauptxte dann, daß dre in seinem Bureau gefundenen kupfernen Zundrohrrn und die [asche Qurcksilber seinem verstorbenen Vater gehort
äticn un nicht von Emil Henri) herrührten. Der Englische
n'archift Matha behauptcte auf die Frage, zu welchem Zibeck er am Tage vor dem Attentat Henry's von ;London nach Paris gekommen sei: seine Reise sei ein_e Vergnu, ungs- reise gewesen. Ortiz stellte entschieden 011€ ihn bctrchpdcn Ankla epunkte in Abrede, besonders die Theilnqhme an eiiiem von enry begangenen Diebstahl. , Der Vorsißende vrrhorte hieran die Genossen Ortiz", welche einer geYcimen Anarchisten- baude in London an ehören, die auf dem ontinent Diebstähle vermittels Nachschlü el ausführt. 21110 AnZeklagten le_ugneteri. Die sodann verhörtcn Zrugen machten 9 ußsagen uber die Ortiz zugrfchriebenen Diebstähle; mehrere dieser Zeugen ver- sicherten, Ortiz sei der Urheber der Diebstähle.
- Rußland.
Der (Großfürst Alexander Michailowitsch und die Großfürstin Xenia haben fich, wie „_W. _T. _B.“_ berichtet, vorgestern nach Beendigung der HochzeitSfererlichkeiten nach dem Schloß Ro scha be eben. . '
Eine vorge tern ers ienene Extrauué-gabe dcs „Regieryngs- Anzeigers“ veröffentlicht eincn Allerhöchsten Ukas, wann es unter anderem heißt: „Wir haben für gut bekunden, um den Tag der Hochzeit Unserer geliebten Tochter, der Groß- für'iin Xenia, durch ein nüßliches Werk „zu kenn: zeiöhnen, eine neue weibliche L_ehr: und Erziehungs- a'n kalt zu künden, worin die Tochter Unserer treuen Unter- themen, dre urch Staatsdienst oder „Gedurt ders Ncchr des Adels erworben aben, aber nicht die zur Erziehung ihrer Kinder nöthi, cn "titel befißcn, eine abgeschlossene Al_lgeniem- bildung enthangen und unter erfahrener Leitung diejenigen welche die Frau
praktischen Kenntnisse crwerbrn können, _ ' m*der eigenen Familie nüßlich machen kann, und die bei der heutigen Nachfra e nach weiblicher Athen dcn Flatten, die nicht durcl? ein Familienleben _begluckZ sm_d, ehrlichen Erwerb schaffen.“ Das neue Institut wird fUr 350 Halbwaisen eröffnet; 175 Zöglinge werden darin ' unentgeltlich aufgenommen, die anderen 175 für eine Zahlung von 250 Rubel jährlich. Für das Institut_ ist ,das Palais des verewigten Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch des A(lterm strr Verfügung gcsteUt; für dessen Umbau find MM [. angewiesen und weitere 500000 R51, um für
die Ang bilden.
hglt des wird den
elltxn des netten 11 tituts einen Pensionsfonds zu dlrch werden jähci. 125000 Nhl. für den Unter- stituts aus der Reichßrentei gezahlt, Das Institut amen Xenia tragen.
Italien.
Die „Agenzia Stefani“ meldet aus Tenedos: Das italienische Geschwader, bestehend aus_ den Schiffen „Lepanto“, Stromboli“, „Lombardia“, „Euridice“, „Iride“ und drei Torpedobooten, ist in der Besika-Bai an ekommen.
Der neu ernannte „italienische Botschafier bei er „Hohen Pforte Catalini ist estern, in Brindisi einFetroffen und beabfichtigte heute die eise nach Konstantinope fortzusexen.
Lucchesi hat die Ermordung des Publizi ten Bandi eingestanden und Mittheilungen gemacht, die dem Prozesse eine überraschende Wendung geben.
Griechenland.
Einer Meldung der „Politischen Korrespondenz“ aus Athen zufolge verlautet daselbst, daß der König bei seiner Rückkehr von Aix-les-Bains über Paris reisen und dort eine Begegnung mit dem Präfidenten Casimir-Perier haben werde.
Dänemark.
Der KoMeils-Fräsidcnt Estrup hat gestern die Demis : sion des ini teriums eingereicht. Der König hat die Demission angenommen und den bisherigen Minister des Auswärtigen Baron“ von Reedß-Thott zum Konsetls- Präsidenten und Minister des Auswärtigen, den General- Lieutenant Thomsen um Kris s-Minister, den Kammer- herrn Lüttichau zum inanz- inister sowie den Stifts: Amtmann von Aarhus Wilhelm Bardenfleth zum Kultus-Minisler ernannt. Der bisherige Minister der Justiz und fiir Island N el [ e m a n n , der Marine Vize-Admiral R a t) n , die Minister der öfßentlichen Arbeiten anersley und des Innern Herring be alten ihre Portefeuilles. Zugleich richtete YZKH'FJ an den Minister-Präsidentcn Estrup das nachstehende rer en:
„Da Sie wiederholt Uns gegenüber den Wunsch aussvrachen, Sie don drn Steüungrn als Minister-Präfident und Finanz-Ministcr zu entbinden, sobald der vieljährige politische Streit abgeschlossen sei, und da Sie 1631, nachdem der Reichstag das Budget für 1894/95 und das neue Armeegcss angsnommrn hat, wiederum um Ihren Ahschicd gebeten Jaden, so haben Wir geglaubt, Jhrrm Wunsche entsprechkn zu müJZn. Wir fühlen Uns gedrungen, Ihnen Unssrn wärmsten ank ' auszusprechrn für das Opfer, das Sie dargebracht haben, indem Sie seinerzeit dem Rufe fol ten, und vor allem dafür, daß Sir während einer so langen eihe von Jahren unter ernsten und schwierigrn Ver- hältnissen 11116 zur Seite standrn als treue Siützeund treuer Nath- geber, zu welchem Wir jederzeit mit WWW und unhkdingtem Vér- traucn hinschauen konnten. Wir bleiben Ihnen strts mit aller König- lichen Gnade gewogen. gez. Christian.“
Die Rekonstruktion des Ministeriums wird nach einem Telegramm des „„W. T. B.“ dadurch motiviert, daß Estrup sich 1th ohne Gefahr zurückziehen könnk, dgnach der politischen Vereinbarung des leßten rühjahrs und der weiteren ruhigen Entwickelung die von i m befür- worteten staatswchtlichen Grundsäße, nämlich die Gleichbcrechti: gung der beiden Kammern auch bei der Berathnng des Budgets und das Recht des Königs, nach „eigenem Ermessen Minister zu ernennen, als anerkaxnnt betra tet werden könnten. Der Rücktritt der Ministrr Ettrup, Ba nson und Goos wird als Konzession an die vergleichschließenden Moderaten der Linken betrachtet. Die drei neuen Minister gehören sämmtlich der Partei der Rcchten an; der ]eßige Kricgß-Minifter Thomsen und der Finanz-Minister Lüttrchau waren die parlamen- tarischcn Führer der Partei der Rechten beim Abschluß des Vergleichs.
Amerika.
Zum Gouverneur von Alabama ist nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus New-York der Demokrat Dates mit 25000 Stimmen Majorität gewählt wordcn. Auch für dic Legislatur dürfte fich eine demokratische Majorität ergeben.
Parlamentarische Nachrichten.
Im 3. Arnsberger Wahlkreise (Altcna-Jserldhn) ist bei der am 6. August 1894 vorgenommenen Ersaßwahl für den verstorbenen Xabrikdesißer vom Heede der Landrichter AugustNoelle in Elberfeld (nationalliberal) mit 310 Stimmen zum Mitglieds des Hauses der Ab eordneten gewählt worden. Der Gegenkandidat, Gutsbeißcr Hiddemann gen. Schulte in Rheinen (Bund der Landwirthe), erhielt 82 Stimmen.
Entscheidungen des Reichsgerickxts.
Nach § 243 Abs. 4 der Zioilprozcßordnun kann, wenn eine zurückgenomm-Zne Klage won neuem an eßtcllt wird, der Be- kla tc die Einlassung VrrweiHLrn, bis die Ko?tenerstattung er- fy gt ist, und nach § 24. Z 5 da!. steht der_n Bekkagten die prozeßhindernde Einrede zu, daß die K91_i€nerstat_tung des früheren Verfahrens noch nicht erfolgt sei. Dteje Bestimmuygen finden, nach einem Urtheil des Reichsgerichts , 117. Zivil- senats, vom 22. Februar 1894, auch auf bereits ein- geklagt gcwesene Forderungen Anwendung, welcbe gevfändkt und gericht1ich dem Pfändungßgläubiger überwiesen sind. Strat dieser von neurm die Klo € an. obgleich die Kostknerstattung des früheren Verfahrens noch ni t crfolgt ist, so steht dem Beklagten die erwähnte prozeßhindernde Einrkde zu. - Der Kaufmann H. “ließ sich wegen einer voll treckbaren Forderung an die Handlung K. JLUÖT- [ich eine der Hand ung K. genen Sch. zustehende Forderung über- WLisen. Als er hierauf gegen Sch. auf Zahlung klagte, m'achte Sch. geltend, daß diese Forderung hereits vor der Ueberweisung Von der Handlung gegen ihn eingeklagt und daß die Klage sodann von der Handlung K. zurückgenommen worden war, daß aher die ihm in jenem frühererx Verfahren erwachsenen Kosten noch nicht erstattkt Wordcn seien. Dre auf Grund dieser Thaj achen erhobene pxozeßhindernde Einrede wurde vom Be- rufungßgeri t verwvrfen. Aus die Revision des Beklagten hob das ReichSgericht das Berufun Surtheil auf, indem es begründend aus- führte: ,. . . Die richter iche Ueberthsung ersth nach dem Geseß (§ 737 Z.- .-O.) die förmlichen Erklarungen des Schuxdners, voii welchen na den Vorschriften des hürgerZiW'Rechts die Bere tt- gung zur Einziehung der Forderung abhangig ist. Eine über diese Bere ti- gung, die Forderung des Schuldners einzu tehen, hinausgehende Wirkun hat die Ueberweisung einer gepfändeten orderung zur Einziehung na
ber :! 247 Z. 5 zutebende Einrede, daß die zur euerung des R tsstreits * er'order iche Erstattung der Kosten des früheren Verfahrens noch nicihi erfolgt sei, steht daher auch dem auf Grund der erlangten Ueberweisun zur Einziehung kla enden Gläubiger der Yandlung K., d. i. dem äger, entgegen, und (; eichgülti ,ist, ob die lage vor oder nach der UeberWeisung zurückgenommen is .' (305/93)
737 aYY-O. nicht. Die dem Beklagten der Handlun K. gegen- e
Entstheiduuxeu des OberWerjvaltnngsgeriehts.
Die ärztliche Thätigkeit ist, nach einer Entscheidung des Ober-Verwaltuugßgericbts, 7. Senats. vom 5. März 1894, im Sinne des Einkommensteuergeseßes vom 24. Juni 1891 kein gewerblicher Betrieb, und es ist demzufolge das Einkommen eines inländischen Arztes aus seiner zeitrveisen ärztlichen raxis in einem anderen deutschen Bundesstaat, beispielsweise als Badearzt während der Badesaison, von seiner Besteuerung im Jnlande nicht aus- aeschl os sen , selbst wenn er mit diesem Einkrmmen von dem anderen Staat zur Steuer, heran ezo en wird. - Ein in Preußen wohnhafter Arzt geht anährlich a s adearzt während der Badesaison nach einem Ort im Königreich Sachsen und wird da mit seinem Ein- kommen aus der badeärztlicben Praxis don Staat und Gemeinde zur
Steuer heran ezogen. Troßdem wurde er in Preußen mit seinem ge- .
sammten ärzt ichen Einkommen, einschließlich des in jenem Badeorte krzielten, zur StaatSeinkommensteuer herangezogen. Die von ihm erhobene Beschwerde wurde vom Ober-VerwaltungSgeri t abgewiesen, indem es begründend ausführte: ,. . . Es fragt sich, ob §6 r. 1des Einkommen- steuergese es Anwendung findet, wona das Einkommen aus den in anderen rutschrn Bundesstaaten bet ebenen Gewerben von der Besteuerung freibleibt. Das würde der Fall sein, wenn die berufs- mäßige ärztliche Thätigkeit des . enfitcn in dem Badeort als ein da- selbst betriehem's Gewérbe angcse )en werdén dürfte. Eine Definition der Begriffe .Gewerhe" und „GeWerbebetrieh' ist in der preußischrn Gesehgehung nicht enthalten; sie fehlt im Einkommensteusrgeseß und auch im Gewerbesteuergeseß. In dsm Einkommensteuergesexi wird das Einkommen aus Handel und Gewerbe, von welchem in 6 7 Nr. 3 und - § 14 die Rede ist, von demjrnigen aus Gewinn dringender Beschäftigung, § 7 Nr. 4 und § 15, geschicsdrn. Das leßtc're umfaßt nach § 15 insbesondere den Gewinn aus wissenschaftlicher Thätigkeit. Zu dieser gehört die ärztliche Bc- rufsthati keit, wie auch in dem das Einkommsn aus Gewinn bringen- der Bss äftigung abhandelndrn Art. 21 der Ausführungsanweisung Vom 5. August 1891 ausdrücklich gesagt ist. Das in Geltunq befind- liche Einkommensteuergeseß rechnet also, und zwar übereinstixnmend mit der frühcrén Einkommensteuergeseygebung, die ärztliche Thatigkrit nicht zu dcn gewerblichem Betrieben." (4/94.)
Statistik und Volkswirthschast.
Zur Arbeiterbewegung.
„ In Bielfchowiß wurden bei dem Krawall am 5. d. M., wre „W. T. B.“ nach Liner Mittheilung der .Kattow. Ztg.“ bcrichtc't, acht Menschen durch Schüsse getroffen; eine Frau wurde qetödtct, sechs Männer und ein Kind Wurden schWLr verwundet. Ueber den Ursprung der Ausschreitungrn schreibt man der „Schl. Ztg.“: Ein gewisser Sowada hatte in Antonienhütte brim Gastwirth Lachmann eine Versammlung zur Erörterun von Arbeiterangelege-n- heiten angemeldet und der Wirth hatte den 001 zugesagt. Als er aber erfuhr, daß die Führer Purkop und KaWczyck don Zaborze mit etwa 100 Anhängern an erückt kämen, Verweigerte er den Saal. Darcmfhin sammelten fi 500 Mann vor dem Gasthof, um nach dem Garten des Hüttengasthauyes zu marschikren. Dkk großen und Erre'gtrn Mknge standcn nur zwci Polizkihkamte grgenüber und drr- hinderten den Einmarsch in dc-n HüttenziasthausJarten. Alsdann zog der Menschenhaufe dor das Rosenbaum'sche Lo al. Inzwischen War dir Menge auf riwa 2000 Personen angewachsen, daruntsr auch Frauen, die sich auxZ Neugisrde eingefunden hatten. Die Gendarmen forderten dcn Haufrn _wiederholt deutsch und Polnisch zum ?lusrinandkrgrhcn auf. Man 1chenkte aber ihren Ermahnungen kein Gchör und aus" der Mitte erschollen Beleidigungen, Grjohle und Grschrki. Darauf fahrn fich die Beamten gcnöthigt, von dEr Waffc Gebrauch zu machen. Sie schoffrn, und dabei krhislt durch eine unglückliche Kugel die FW; eines Arbsiiers, Katharina ElIner, Lincn Schuß in dkn Untrrleib. Als die Frau in- folge drr Vcrlxßung fikl, eröffnete die Menge ein wüthcndes Bom- bardement mit Steinrn nach den beidem Beamten, die _zur Rettung ihres Lebens fich nach dem Rosrnbaumffchcn Gasthof zurückziehrn mußtcn. Darauf richtc'ie das Bombardement sich qrgcn dieses (He- bäude. Dic Tbiiren Und Fcnstrr Wurden „eingeschlagen; die Be- amten hiklten sich 0er wacke'r in drm gcfahrdetsn Gebäude. Drr Kampf dauerte von 5-8 Uhr Nachmittags. Inzwischcir waren die Gendarmen dcr umliegenden Ortschaften des Zahrzer Krélsks unisr Führung ihres Oher-Wachtmeisters angérückt, sodaß zuletzt 623330th mit flacher Klinge 89811 die Mrnge Vorgingen, die schließlich in dcr nrunten Stunde fich langsam zerstreute. _
Zum näckysten Kongréß dsr deutschen Gcwerkschastcn berichtet die Generalkommis um im „Vorwärts“: "In der Generakl- kommission ist darübkr Verhandekt wordc-n, ob im nachsten Jahre aux Gejverkschastskongrsß stattfindcn solle. Da der zu bkhandelnde Stoß der Kommijfion aber nicht ausreichend («Hering _ers eint, so soll in einigen Wochen bei den Vorständen der - ewerkycha ten Umfrage ge- halten werden, ob fick) dort die Nothwendigkeit der Einberufung des Kongresses herausgestrht hat. Es ist also gegenwärtig weder bestimmt, ob der Kongrrß einberufen wird, noch ist 11er den Zc-itpunkt scmrs Stattfindens beschlossen wordcn.,_ ,
Aus Liegniß wird der „Köln. Ztg.“ über den Ausstand m drr dortigen Dehmel'sckxkn Zigarrenfabrik (Vgl. Nr. 181 d. Bl.) Heschriehen: In der Dshmel'schrn Zigarrrnfabrik, deren Arhmtrr ürzlich ausständig wurden, sind jetzt Arbeitrr von, auswärts br- schäftigt. Die Ausständigrn haben sich an den Fabrikherrn qswandt und grbeten, sie untcr ÖM alten Brdingungen die Arbcit wieder aus- nc'hmen zu lasten, smd iiideß abschlägrg 50schiedetz worden. .
Aus Sachsen wird demselben Blart berichtet: In der fkk?!- willigén Feuerwehr zu Mittweida haben sich soziql- demokratische Bestrebungen derart geltend gemacht, daß fick) die Polizei jexzt enöthigt sah, die Feuerwehr aufzulösen. Am Sonntag habyn ?ämmtltchc Führer und Mgnnschaften ihre Aus- rüstungögegcnstände der Behörde abliefern münen.
In einer am Dienstag in Wien abZehaltenen, von etwa 500 Arbeitern be achten Versammlunq wurde em aÜgemeiner Strike der Lederzuri ter Wiens beschlossen, welcher heute beninnt.
Aus Graz berichtet ein Telegramm des „.O-B. H.“, dqß dec Ausstand der 250 Faßhinder der Brauerei Reinings- haus en sowie der über die e Brauerei verhängte Bierbovkott beendet ist, da die orderungsxt der Arbeiter auf emen täglichrn Hausnunk von 6 1 Bier und aur Erhöhung des Monatslohns um zwei Gulden bewilligt wurden. ' , " ,
In Christiania befinden ch, wre tm .Vorwartß“ mitgetheilt wird, die Vau- und Mädels reiner seit sechs Wochen rm Aus: stande. Von den 250 an dem Strike Vetheiligtew hat am 31. Juli ein Theil die Arbeit wieder aufgenommen, weil die Forderungen - 8zstündige Arbeitszeit und Lohnerhöhungd, besonders aber die „21,11- erkennung der Fachorganisation -- von en Arheitgebcru beerltgt rvurden. Ueber mehrere Werkstätten "ist die Sperre verhängt. „ _ In Chicago haben die Ausstandiqen der Schlachthose, wie die Londoner .A. K.“ naeh einer Meldung des „R. B.“ b?- richtet, beschlossen. die Arbeit wieder aufzunehmen. - Dre Bergleute in Süd-Carolina und Neu-Mexiko haben den Beschluß gefaßt, die Arbeit zu den alten Löhnen wieder aufzunehmen.
' urnberg.
er “(Falerien bestellt wurde.
“ Kunst und Wissenschaft.
.),Z. Gemäß ihrer Bestimmung ist die Königliche National- Galerxe in ihren mmlun en und Ausstellun en zunächst dazu be- rufen, dze vaterländische Kunt zu p egen. S e ist aber geneigt, gelegentliche Auönahmen gelten zu la en, lei ter natürlich bei den vorübergehenden Ausstelluxi en. So 1 vor 1 Jahren in der ent- zückenden AussteüungthnZlif er und franzö scher moderner Radierungen außerdeutschen _Kun1' e en einmal die ational-Galerie zu än lich
ewesen. In diesem Sommer werdzm amerikanische HokzsZniZtte n einxr Sopderausstelxung, die wiederum im zweiten Corneliussaal eingerichtet ist, von_ der Direktion der National-Galerie vor eführt.
Die nordaxriertkazitsche Kunst scheint nach den wenigen eispielen, die Wir. von ihr hier zu sehen bekommen, und nach den Berichten besser orientixrter Kunstfreunde jetzt auf dexn bedeutsamen Pucki “an- aelangt zu sem, wo sie sich von den europaischen Vorbildern, die bis- her für sie besttmmend_rvaren, loslöste, um befreit von einen enden Fesseln zu eigener: Selbstandigkeit zu gelan en. Nock) ist freili aueh an den, neueren urid herdorragend ten Erzeugnissen nord- amerikgmscher Kunst die, Ableitung aus Europa zu erkennen, aber tmmxr rnehr schwinden die Kennzei en der Herkunft. Die _anxerikamschen Holz chnitte sehen zunä st wie eine ganz selbstandtge, neue und ü erras ende Aeußerung der Kunstübung jen- seits des Ozeans a_us. Und do. F der modern amerikani che Holz- schnitt rxur 'zu erklaren als freie eiterbildung des englis en. Der „Yolzschmtt, rm 15. und 16. Jahrhundert ein vornehmes künstlerisches
ukdrucksmittel, war im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts ver- „geffkg und selbst ays seinem eigensten Gebiet, der Bucbillustration, aUmahlich ganz vkrdrangt worden. Am Ende des vorigen Jahrhunderts wurde er in England durch Thomas Bewick zu neuem Leben er- wexkt und ihm „durch eine „neue, von der bisher geübten gänzlich ver- schiedene Technik auch die Fahigkeit egeben , den Ansprüchen, die der moderne Buchdruck an eine Iüußrationstechnik stellt, zu ge- nüchx- De_m en [ts_chen illustrativkn olzschnitt entwachsen die fest- län011chen Holzs netderschulen dieses ahrhunderts. Aber seine beste ForIOLWllfng, „seine [eßt0 Vollendun findet der en lische Holzschnitt im norramertkanzsMn. Dre Erzrugni e des amerianischkn Holzschnitts smd uns zunachst durch, dre dorti en illustrierten Zeitschriften bekannt geworden, beissere Arbeiten von höherem künstlerischen Werth waren Wohl auch g? egentitch aus unseren Kunsiaußftellungen zu treffen. Die ge en 200 Yolzsckomtte, die wir gexZenwartig in der National-Galerie *se)en, sind in bxstsn Nbdrücfen Wer 0 der vorzüglichste'n amerikanischen Xyldgraphen, die sich in einer Künstlergesellschaft unter dem Namen 80016137 01 ÜWSÜSQÜ 127000011 i'Ü-USL'Z vkréinigt haben. Es sind dieselben Exernplgre, die au der vorjährigen großen Welt- ,aussteUung _m Chixago vorgkführt wurden. Ihre Darleihung und AusfieÜung in Berlin wird drm Direktor drs Königlichen Kupferstich- Kabmets, Geheimen Regierungs-Rath 1)r. Lippmann verdankt. *Aygesrhlosfen find dann noch eine Anzahl olzschnitte don Frkderick Junglmg (+ 1889)“ Leih 05011 aus dem Be 11,3 des errn von König in Frcrnkfixrt a. Main. 05 ist eine um so erfreuli rre Ergänzung, als Zunglmg (_1846 m Lervzig geboren) der wichtigste Neuerer des amerikanischen olzschnitts ist.
Der Holzs niit dsr alten Schulen ist der Linien-Holzschnitt, der, 'ann er duch auf ModeUierung nicht verzichtet, im wesentlichkn nur mrt Umrissen ardeitet. An seine Stelle Leßte die neuere Zeit den Tonschmti. der. emfachgrzogene Linien über aupt nicht mehr Zieht, sondern die Zetchnung in Punkte rind Liniensysteme auflöst, durch Ab- stufungen von) Licht zum Schatten in ftächi§161§ Behandlung hauptsächlich malerische Wirkungen erzielt. In technischer insicht haben es die amerikanischen Xylographetx zu einer staunenswert en Fertigkeit gebracht. Der “Gefahr, das technische Raffinement auf often der Indi- drdualttat außzuhtldezt, sind sie nicht immer entgangen. Sie sind aber doch wteder keineswegs so gleichmäßig und nur als Techniker zu brxvuridrrn, wie wohl hehauptet wird und wie sie nach dem ersten fluchttgxn then auch in der That erscheinen. Bei größerer Ver- trautheit gelingt es [richt, die besonderen Züge zu erkennen und die axisrhetttend so glerchmaßtge Gruppe in ganz bestimmte In- dimduen scharf zu trennen. Der amerikanische Holzschnitt isi doch mchr als eme bloß reproduktive Kunst, er hat srzne exigene, Sprache und seinen eigsnen Stil ewonnen. Man hatte €lg€t1Ulch erwarten soÜen, daß die amerikanis e Xhlographie in [andschxtftltchcn Schnitten, besondere Erfolge haben müßte. Das ist doch mcht dsr Fall. In ihrem Streben, feine und feinste Abtönungen dcr Landschaften, Stimmungen, weiche Färbungen im Holzschnitt zu gebezi, Werden sie ost kleinlich und bringen sich. Weil sie- viel zu viel erreichen woÜerz, oft um dix: Wirkung. Dcrartig sind z. B., bei aher Anerkennung ihrer techniirhen Vollendung, die Landschaften Von
. . Cleaves. . GünstwHer erscheint in der Wiedergabe der lands 'aftlichenkSttmmung 5 . Vernstrom, und ein besonders gutes Blatt lst'dle Fleine Schnrelandschaft don Petiit. Die besondere Stärke der amerrkamschsn'Holzschneider mach0n ihrc figürlichen Darstelwngen aus: _Mdnschen in Innenräumen bei ir end einrr Beschäftigung, sitionbtldlrche Darstellungrn und beson ers Bildnisse. Man findst ble' Amerikaner immer Sine scharfe Beobachtungs- ßahe und ein fichxrcs Erfassen drr charakteristischcn Besonder- ' eiten. Durch" diese Vorzüge eignet sich der Amerikaner gerade zum Portrattsten. Die Porträts smd drnn in dieser Ausstdllung auch das Beste,'lel,endetste und das, was den größten künstlerischen Werth hat. Die Bildnisse von King, die von Thomas Johnson und besonders die von Gustav Kruell (Lincoln. Danirl Webster, Darwin) sind in der [ebendtgen Charakteristik beste Beispiele uter Porträts. Uxtter den Genredarsteklungrn ragen die Arbeiten von FranZFrcnch herdor; seine Schnüre; find fein estimmt und in der Wieder abe der Einzel- heiten voii größter Exakt eit. Als rcproduktide Küthler, namentkich m der Wiedergabe von Gemälden, find die amerikanischsnHolzschneider »Von beka_nnter und unerreichter Trefflichke'it. Man erkennt in ihren Holzsthtrrxproduktionen alter und neuer Bilder den Maler bis zu Ergenfthumlichkeiten, seinerOiuselführung. Und doch sieht man neben dieser erstaunlichen, rm" Wesen des Vorhilds aufgehenden Exaktheit, noch die Jndividualitat des reproduzierenden nachfuhlenden Hoxzscbneiders. Genaueste Wiedergabe läßt Zeh in den Schnitten, die Thiere und Pflanzen im naturbeschreihenden inn Vorführen, besonders “gut erkennen. Die Schmetterlinge von Anna Botsford Comstock find Ü'Lkmzetchrieride Beispiele solcher, zwar oft trockenen und selbst harten, gber petnltckp "genauen Abschrtten der Natur. Bei diesen Blättern Uherwiegt naturlich das techni che Interesse. Das technische Beifdiel ist es auch, das die AusstrÜun drr amerikanischcn Holzschnitte in Deutschland so wünschenßwerth er cheinen ließ, um auf die heimis e XULJJWPÖW erzieherisch und um anregend zu wirken. Nicht fla e Koption der'Amczrtkaner sollen unsere Holzschneider werden, wol abcr thxlen die reichen und mannigfachstcn Hilf6mittel ablernen, mit enen jene auf der, olzplatte fo wunderbare Effekte erzielen. Unsßren Landsleuten ist in alter Zeit die AUSbilduZLJ des Holzschnitts zu einem besonders volksthümlichen künstlerischen usdruckSmittrl zu arrken. Da in der Ges_ ichte dcs Holzschnitts die ruhmdollsten Serien von Deutschen 01 rieben smd, so ist zu ertvarten, daß wir
=es auf diesem unserm eigensten Gebiet noch zu ne'uen und glänzenden
kfolgen. bringen werden. Im Anschluß an die Amerikaner wird der neue deutsche Holzschnitt seinen Weg finden müssen.
_- Der PeHnefische Vlumen-Orden in Nürnberg der- aUstaltet gelegent, ich seines 250jährigen Jubiläums, das am 20. und ]. Oktober_gefetcrt 'Werdcn soll, eine Ausstellung von Schriften F1?) zI'lltcxrthumern, die mit seiner Geschichte in Verbindung stehen. br bttiet zu diesem Zweck ym leihweise Ueberla ung im Privatbesiß kfindxtcher Gegenstände dieser Art (Handschrr ten, Stammbücher, Zrtrats, Ordensbäyder re.). Abgabestellc ist die Stadtbibliothek in
G "* 'In der Leiiimg“ der vat_ikanischcn Museen und
,v “ZWS", welche [)Wher m den Händen des Profe ors L. Seis
,kkclnlgt war, tsi, wie man der M. „Allg. Zt .' aus Rom ckreibt,
Eine neue Emthetlun erfolgt, indem Herr A. 43150111 um irektor
Museen und G1 “Felix zumd Fchnfisséend) Ykktor Fr
e ze tg wur 8 we r-r .. aruct m Direktor des egvptischen Museums ernannt. *
rofesfor
- Aus Paris vom gestrigen Tage wird das Ableben des Bild- hauers AugustesNicolas Cain gemeldet. Dem Kün tler welcher tt_n Jahre 1822 in Paris geboren war und sich namentli aks ier- btldner Ruhm erwarö, hat seine Vaterstadt mehrere allen Besu ern derselben wohlbekannte große Bronze ruppen von kämpfenden wi den
bieten zu verdanken. Sie schmü en die Terrasse desTuilerien- artens, den Lyxembour -Garten und die Fontäne am Trocadero. Ferner hat er die Reiter tatue des Herzogs Karl von Braunschweig in enf modeüiert. '
Laud- nnd Forstwirthsthaft.
Wie dem „W. T. B.“ aus St. Petersbur emeldet wird, Ind die Gerüchte, wynach die Eröffnung der inLtZergnationalen [) bsiaduts teDlxurÄg eltFen Aufscth (31?!th bs:)hlle, durchaus un-
egrun e. :e nme ungen von us e ern 0 en E d des Meldetermins stark angehäuft. . fick) gegen 11 e
Gesundheitswesen Thierkrankheiten und Absperrung s- Maßregeln.
P r e u H e n. .
Der Regierungs-Präsident in Oppeln hat am 25. Juli 1894 folgende Verordnung, betreffend Schutzmaßregeln gegen die Cholqera erlassen:
§ . Die Fuhrer der die Przemza stromaufwärts fahrenden Galeeren und, sonstigen thrzeuge ,sind Verpflichtet, wenn sie auf preulßtscher Seite anlixgen“ m Brzezmka an der daselbst bezeichneten Ste e sich i_md die ihnen, unteYebenen Mannschaften einer Untersuchung, in Bezug auf ihren esundheitßzustand zu unter- Weren. ' Dre Weiterfahrt darf erst dann fort eseßt werden, wenxt seriens deß gntersrxchenden Beamten dieselbe getattet und dem Schiffsfuhrer hteruber eme Bescheini ung außgestellt worden ist.
§ „Alle, “Us, den galizis en Bezirken Zaleszczyki und Borczczow im diessettt en Bezirk ankommenden Personen haben sich an edem Ort, in wel 'em sie sich aufhalten woÜen, spätestens inner- hal 2 Stunden nach„1hrer Ankunft - oder falls fie nach 8 Uhr Abends anlangexi, sxatesiens bis 8 Uhr des nächsten Morgens - bei der _Orts-Polizeibehorde unter Angabe ihrer Unterkunft mündLich oder schriftlich zu mxlden. .
Das'sélbe gilt von sqnsirqen, aus Galizien ankommenden Personen, welche nicht den Nachweis zu führen vermögen, daß ste aus einem seuchenfreten Bezirk ommen.
§ 3. Die Etn'fuhr von Leibwäsche, gehrauchtem Bettzeug, alten und getrggenen letdungsstücken sowie von Hadern und Lumpen aus Lenngrliztschen Bezirken Zaleszczyki und Borczczow ist bis auf weiteres
er 0 rn.
§ 4. „Aixsxzesckyldsse'n von drm Verbot sind:
„ &. Leibwqsche, "Kleidungsstücke und Bettzeug, wenn diese Gegen- stande als Netsegepack oder infolge Wohnungswechsels zur Versendung kommer). Liegt'der Verdacht vor, daß dieselben Träger des Anstcckungs- stoffs sind, so sind dieselben zu desinfizieren;
1). hydrgultsch zusammengepreßte Lumpen“ wrlche in mit Eisen- band vérschnurten Balien tm Großhandel versandt werden und mit anerkannten UerxungSmc-rken und Numrmxrn versehen sind;
0. neuefA falle, welch? direkt aus Spinnereien, Webereien sowie aus Konfexttons- und Bletchanstalten kommen, Kunstwolxe und neue Papterschnißel;' '
„ (1. die ,ledigüch zur Durchfuhr hesiimmkßn Waaren und G8 en- stande der im §, 3 bezeuYneten Art, sofkrn dieselben so Verpackt 'Kind, daß unterwegs eine Beriihrung damit nicht stattfinden kann.
§ 5. Zuwiderhandlungén gegen diese Anordnung werden gemäß § 327 des Reichs-Strafgeseßbuchs bestraft.
Spanien.
“ Durch Königliche Verordnung vom 31. 5. M. ist die gegen Her- kunfte v'on dsn Hafen und_ Ortschafté'n der Baie de Douarnenez (Frarikrc-ZÖ, kaqrtement Finistér? angeordnete Quarantäne unisr den ubltch€n Bedingungen aufgeho en worden. (Vergl. .IN-Anz." Nr. 136 Vom 12. Juni d. J.)
' „_ Portug01. Dre Hgsen von Konstantinopel und Skutari sind seit dem 17. 0. M. und dre Hasen 06,1." Departements Bouches du Rhöne und Bar seit dem 10. 5. M. fur choleradrrdächtig erklärt wordsn.
Serbien.
Dic Königlich skrbisrhe Regierung hat zur Vcrhütung der Ein- schlcppung de_r Cholera in Serbien sol ende Maßnahmen getroffen:
1) die Einfuhr Voy'schn'miztger Wäsche, alten Kleidern und Lappen aus Rußlgnd und Galizien ist Verboten. Gehören solche Gegenstände zum Gepagk der Reisenden, so müssen fie drsinfiziert werden.
2) Reisende aus Ryßland und Galizien haben ich einer mit dem Tage ihres Eintrrffens, tn Serbien beginnenden fün ägigen ärztlichen Beobachtung zu unterziehen.
Cholera.
London, . 7. August. An Bord des heute Morgen aus St. Petersburxém Gradesend eingetroffenen Dampfers ,Balmore“ istfthe „W. . B.“ meldet, gestern Abend ein Matrose an Cholera ge or en.
Amsterdam, 7. August. wei am Sonnabend und Sonntag hier an der Cholera erkrankte “ersonen sind einer Meldung des . . T. B.“ zufolge heutc getorben. Jn Dordrecht kam ein Cholerawdesfall vor.
' Maastricht, 7. Au ust. Seit gestern Mittag sind, wie „W. T. B.“ berichtet, 3 neue Er rankungsn und 2 Todesfälle an (11101010 55150100. vorgekommen.
Die außergewöhnlich hohe Te'tnperatur der Luft, die während der Woche vom 22. bis 28. Juli in Berlin vorherrschte, wobei das Thermoxneter ann wehreren Tagen den Stand Von 30,00 C. überstieg, 11610 keinrn qunsitgen Einfluß auf den Gesundheitssiand aus und steigerte die Sterblichkeit (von je 1000 Personen starben, aufs Jahr berechnet, 24,8 lFegen 19,9 der Vorwoche). Insbesondere kamen von den Todrzsursa en akute Darmkrankheiten, namentlich unter kleinen Kindern, zahlreicher zum Vorsche'in und endeten in 286 Fällen (gegen 218 der Vorworhx) tödtlicb. Die Betheilißung des Säuglin s- alter? an der Sterblichkeit war infolgedessen eine edeutend estei e e; von xe 10 000KLebendcn starben, aufs Jahr berechnet, 135 aug inge. Akute Entzztndungen der AthmungSorYne wurden gleich- faÜs etwas haust er bcohachtet und aus der, der erichtIWoche vorher- gegangenen Woxhe wird ein Todesfaa an Grippe gemeldet. - „Den Ma nahmen der Behörden ist es gelun en, die Wertsrverhrcitgng der Cholera zu hindern, es ' ist is Ende der Woche kein, weiterer Cholerafall vorgekommen. _ Von den Infektionskrankhktten _ kamrn Erkrankungen an Masern und Scharlach „etwas we_mger, an Djphthrrix etwas mehr zur Anzeige. Masern, die zum iherl rechtbödartig verliefen, zeigtenYTick) im Stralauer Vtrrtex, Erkrankungen an Diphtherie nur in der osenthaler Vor- Ltadt in nennenswerther Zahl. Erkrankun en an Unterleibstyphus lieben selten. Erkrankungen an Kindbettfie er Wurden 3 bekannt; rosenartrge Entzündun en des Zellgew'ebes der Haut kamen sowie Er- krankungen an Ken husten teltcucr zur ärztlicLen Behandlung. Rheumatische; Beschwerdcn aÜer Art zeigten m i rem Vorkommen keine wesentliche Veränderung.
Handel und Getverbe.
Tägliche Wagengestelluyg für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Obertcblesien. An der Ruhr sind am 7. d. M. gestellt 10 713, nicht rechtzeitig gestellt keine Wa en. . ' In Obers lesien sind am 6. d. M. gcstellt 4278, nicht recht- zeitig gesteklt keine Wagen.
B Zwangs-Versteigerungen. - eim Königlichen Amts ericbt 1 Berlin and am 7. August das Grundstück Begsseßstraße 64 belegen, 17me Bau- unternebmer C. Kühn gehörig, zur Versteigerung; Fläche 8,5 a; Nußungswertö 11 050 „M; für das Meist ebot von 155000.“ wurde" der Rentier W. Pfefferkorn, Beuffel r.15, Ersteher.
Beim Königlichen Amtscxericht ][ Berlin standen an demselben Tage folgende Grundstücke zur Versteigerung: * Die im Grundbuch von Groß-Lichterfelde Band 62 Blatt Nr. 1870 und 1871 auf den , Namen der Frau Auguste Bord es, geb. M_ol[enhauer, eingetragenen, zu Ste [itz belegenen Grundstücke;- YYY 2372351 undt7,38b a.; 17er dasst-Mö Ztgebot voÖ jßLLirZ 600 „ja * er auun erne mer ugu ne zu to - elde, Stubenrauchstr. KT Ersteher. - Das *?m Grundbuch von SttTrchc-u Band 3 Blatt ' r. 89 auf den Namen der rau Architekt Alber- ttne S-chagrschub, geb. Krauß, zu harlottenburg. Luther- straße 1.1, xmgetrageneU zu Stralau belegene Grundstück; Yäche 23,43 s.; fur das Metsigebot von 19 800 „ii wurde der ster Aleander Leschke zu Berlin, FriedrichSgrarht 53 55, Ersteher. _ Dre im Grundbuch von Steglitz Band 37 Batt Nr. 1157 und 1158 auf den Nawen des Zimmermeisters Gustav Gerlach zu Nixdorf eingetragenen, zu Stegliß an der Straße 15 helegenen Grundstücke; Fläche je 6,97 a; das im Grundbuch Von StegliFy Band 37, Blatt Nr. 1155 auf den Namen des Malermeisters ranz Ba ch er eingetragene. zu Stegliß, an der Straße 15, beldene Grundstück, [äche 6,99 a. Für die drei !eYtgenannten _Grundstucke wurde das indestgebot mit je 850 „ji fetgese t. Mit dem Gebot von je 850 „44 blieb die Deutsche Hyp o hek enba nk zu Berlin, Hegelplat; 2, Meistbietende.
- Die unter der FirmaEquitable, Lebe'nsversi
Gese11schaft, in New-Y erungs-
' " . , ork domizisierte Aktien 2611 a a ihren Geschaftsbetrieb in reußen aufgegeben. Die Sex: GéseFsch€fx unter dexxt 4. Januar" 187 ertheilte Konzession zu diesem Geschäfts- hetrieh rst deshalb fur erloschen erklärt worden und die Gesellschaft isi demnach vdm 1. August an gehglten, neue Versicherungsveriräge nicht abzuschließen. ZOie Rechtshestandigkeit der bisher in Preußen FbgeYlschsxZetxthrtrage rvirÉ Zzadd'urch nscbst [»Yihrt, und die Agenten er er a onnenzur retun ieer erträea ' in ThätizYit Leidens.) Mg 9 g "ck fernerhin - ie inna men der arienburg-Mlawkaer Ei en-
bahn betrugen rm Juli 1894_nach vorläufiger Feststellun 149000114 0?er 145800 „(. nach vorlaufiger Feststellung im Juli; 1893, mit- hm mehÖ F0? „“E sch f b ck
, - a ern ? ä ts eri t der Wittenber e- erleher er Ersenhah n _fur das Jahr 1893/94 betrugen die etrtPebSeinnathn 147 _085 „14, die Betrtebkausgahen 72 867 „44; es verbleibt ein Ueber- schuß von 74 218 .“ Davon gehen 3624-45 konzesfions- und statuten- waßige Ixucklagen und 500 «44 für den Reservefonds ah, sodaß em verfugbarer Ueberschuß von 70 093 „M bkeibt, der, wie folgi, Vsrwendung _findet: Zur Zahlung der Eisenbahnste'uer 6095 „44, zur VerfugunY des Magistrats 60 998 «jk _ m Personenverkkhr hat fich 10 Zahl der Reisenden gegen das Vorjahr von 102180 Personen an'?" 117 9,48 Personen vermehrt. Jm Güter- verkehr hai, wie im Borxahr, eme Mehrbeförderung, und zwar von ru§1d d15150 1: mit emer Mehreinnahme don rund 5500 „16 statt- ge un en.
Magdeburg, 7. August. (W. T. B.) Zuckerhericht. Korn- zucker exkl., von 92 0/0 _, neue _, Kornzucker exkl., 88 % Rendem. --, neZue 11,70, Nachprodukte exkl., 75 0/0 Nendement 7,70-9,20. Stettg. „Brotraffinade 1. 25,25. BrotraffinadeU. -,--. Gem. Raffinade wit Faß 2425-2550. Gem. Melis [., mit Faß 23,25. Ruhig. Robzucker [. Produkt Transito F. a. B. Zamburg vr. August 11,60 bez., 11,625 Br., vr. September 10,05
d., 11,12Z Br., vr. Oktober-Dezember 10,62Z Gd, 10,675 Br., pr. , Januaar-Marz 107,75Ahrz. s11.2322.3 ITuhig.
„eipzig, . ugut. ( . . B.) Kamm u -Termin- handel. La Plata. Grundmuster 13. pr. Auguét 3,25 „,x-, pr. Septsmber 3,30 «x(», vr. Oktober 3,25 „M, pr. November 3,271- 7411, pr. Dezxmber- 3,275 «, pr. Januar 3,30 «M, pugßebruar 3,325 „16, pr. _Marz 3,35 „46, pr. Apr113,37ck «js, pr. ai 3,371-515, pr. Juan-, pr. Ju711 27. | W
__ rxmen, . ugu . ( „T. B.) (Börsen-S lu -Beri t. Raffiniertxs Petro'lcum. (Offizielle Notierungchde? BreYteI:
etroleuszorse.) Ruhig. Loko 4,65 Br. Baumwolle. Ruhig.
p[and mrddl. ldko 361,5. Schmalz. Sehr fest. Wilcox 37z „xs, Armour shield 37 45, Cudahy 375 „3, 2Fairbanks 32 „z. Spe . Lest. Short clear mrddltng loko 3621. olle. Umsatz 73 BaÜen. * aback. Umsaß: 71 Faß Kentucky.
London, 7. Augut. (W. T. B.) An der Küste 18 Weizen- ladiHLJenaneboterxk. [ k
/a avazu er r) o 134 sehr ruhi , Rüben-No - zucker loko 114- fest. - Chile-Kupfer 38U/167Pk- 3 Monat 39T.
-« 8. August. (W. I;. B.) Der rozeß wegen der von Balmaceda als Garantie fur die von der ondon and River- plate Bank &enchkyten Vrzrschüsse nach England gesandten, auf 140 000 Pfund «terltrzg geschavtcn Silbrrbarren, deren Rücker“"iattung dre chtlents che Regierung verl'angt hatte, indem sie Ba1maceda das Recht, (Geld 33: versenden, bestritt, ist gestern von dem hiesigen Appeühof gegen dre chtlcmsche RFLUMJ entschieden worden.
Manchester, 7. August. (. . T. B. 12r Water Taylor 44, 30r Water Taylor 65, 201: Water Leigh 5 , 30r Water Clayton 6F, 32r Mock Brooke, 6,1, 40r Mayoli 65“, 40r Medio Wilkinson 74“, 32r Warpcops Lees 6, 36r Warpcops Rowland 6Z, 361: Warpcops leltngtonc 6?, 40r Double Weston 75, 60r Double courante Qua- YtathZ, 32 " 116 yards 16 )( 16 grey Printers aus 32r/46r 147.
e tg.
Glaßgow, 7. August. (W.T. B.) Die Vers i un en von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 293533;on ngxn 6216 Tons m derxelben Woche des vori?233 Jahres.
St. Peters urg, 7. August. ( . T. B.) Produkten-
Talg loko 56,00, pr. August _. Weizen loko 9,50. ??IFYÖOW 5,50. Hafer loko 3,60. Hanf loko 44,00. Leinsaat () o , .
St. Petersburg, 7. August. (W. T. B. Vom Au ut d. . ab werden die Sparkasseneinlagen mit 3,6)0/0 Verzinst? f I 'Amsterdam, 7. August. (W. T. B.) Iava-Kaffee good ordinary 515. -- Bankaztnn UW „ Roiterdarn, 7. August. ( .T. B.) Die heute hier durch die „Niederlandtsche _HandengeTell chaft ab ehaltene Auktion von 24130, Ballen Java-, 56 “'ften und 26 Ballen Padang -Kaffee tft wre folgt abgelaufen. Es wurden angeboten: 156 Kist. Padang W. J. B. Taxe 62 5.70 C., Ablauf 605 5. 66k ., 978 BaÜ. Jada W. JB., Taxe 54 5. 56 C., Ablauf 522 5. 544 C., 11098 Ball. do. Preanger, gelblich und blank, Taxe 52§ S. 57 C., Ablauf 511 5. 53 C., 1405 Ball. do. T ilatjap- Taxe 52 3. 53k C. Ablaux 50: 5. 50 C., 229 Ball. do. 5 anjoqwangie, Taxe 52 C- d
markt.
Ablau 49 5. 55? ., 1568 Vall. e blich und blank, Ta e51554 C Ablau 4 ck 5 50 C., 2469 Bags]. do. blaß grünlich, 504,0. Hk Ablau 505 524 ., 4991 Bal]. do. Pasoeroean, Ta e 502 z. 5 5Y_hlau 405 C., 213 Balk. do. Vantani, Taxe 52 CF,
1 C
13 B [12 C a .
Liberia, Taxe », 425 Ball. do. ordinär u. Triage. Taxe 47 „5. 50C
. . 4 1
Ablauf 495 5 50 C., 763 Ball. do. B. S. und Diverse -. *
„ Nrw-Yyrk, 7. Auguxt. (W. T. B. Die Börse eröffnete ' ?rkrtge, IZM wrthelreY Verlau chthrrsde fix?) lebuaft mzd A aligemeinen e . er 11 war . * 1180§FS1Ück d ck reck Ts er msaß et ktien 50mm
ei en ur weg re 17 et und den anen Ta '
wenigen ?Zeaktio'nen auf die Festi keit in Maxis, zWette? stet Oedülhért .. Trockenbert und auf reichliche De ngen der Baissters. *- Mais da: ' ganzen Tag steigend, mrt wenigen Reaktionen_auf reichltche M' W?- der erschrcckten Batssiers, Wetterberichte über Trockenheit Ük'nb“ Uf fehle te Ernteberich . '
äufige und heftige Schwankungen der Notieru e * ** ai in New-York und in Chicago wurden durch MeiLÉananeÖ