1894 / 225 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 24 Sep 1894 18:00:01 GMT) scan diff

_ Die im Neiths-Clssenbahnamt auf estellte Uebersicht der Vetriebs-Er ebn't se dxutschxr , i_senbahnen fur deen Moyat Augu t d. I. ergtebt fur ine 68 Bahnen, 'die auch schon im entsprechenden Monat des Vorjahres tm Betmebe waren und zur Ver leichung ge YFU werden konnten, m1t einer Gesammtbetriebs änqe von 7,85 11111 Fol endes: Im August dJ. betrug die 'nnahme: &. aus dem ersonen- verkehr im ganzen 37395432 „45 oder 599177 „% mehr als in demselben Monat des Vor1ahres xmf 111111 Betrtebs- länge 995.24 oder 0,10 Proz. wemgxr als 111 demselbxn Monat des Vo “ahres; 1). aus dem (Hutervcrkehrxx tm ganlYen 741267 „% oder 662 695 «M er ,als um demsel en Monat des Vorjahres, auf 1 11111 etrtebslange 1941 „ck oder 0,77 Proz. weniger als 111 demselben Monat ÖÉZ Vor- thes. In der Zeit vom Bcgmn des Etats1aIerzxs bu? Ende 11 ust d. J. betru die Emnahmex' 14. e1 dcmxm 9." B nen, deren Re nungsjahr die Zeit vom 1. Aprtl _ck 31. März umfaßt, 3. aus dem Personenverkehr: im an en 139 081955 «411 oder 2296 977 «ck mehr . als“ 111 em?elben Zeitraum des Vorjahres, _an 1 km Betriebslange 4534 „xz oder ebensoviel als m demselben ' Zettraum des Vorjahres; 1). aus dem Guterverkehr; im ganzen 297 785 343 „46 oder 7 476 330 „14 mehr ,als „111 dewselben ZFitraum des Vorjahres, auf 1 11111 Betrwbslange 9041 „15 0 er 0,93 Pro . mehr als in demselben Zertraum des Vor- “ahres. 15. Bei denjenigen Ba nen, deren Rechnungswhr 11111 bern Kalenderjahre zufammenfä t, a. aus dem Yers 011 en- verkc 1": im ganzen 46177 632 (115 oder 2233374 „411 mehr als in emselben Zeitraum des Vorjahres, quf 1 11111 Betrieb's- länge 6771 „jk oder 3,72 Proz. mehr als „111 demselben Zeit- raum des Vorjahres; 1). aus dem (Huterverkchr: 1111 anan 79 795 754 „46 oder 1 181 320 «14 mehr a1s m drwxelben Zeitraum des Vorjahres, auf *1 11111 Bctmebslangc 1155812ü oder 0,18 Proz. mehr als in demsexlbcrr thraum des Vor- jahres. Eröffnet wurde am 1. August d1eStkLck8M0Hrl1t1gLUZ Wormditt 29,14 11111 (Königlich? Eisc-nbawairckWn 111 Bromberg).

In der Erstcn Beilage zur heutigen Nunxmer dcs „ZZcickW: und StaaW-Anzeigerö“ werden Nachrichten uber dc1_1 Stapd dcr Kartoffeln, dcs Klecks, und der 518107611 1111 Deutschen Reich um die Mitte des Monats Scptcmber 1894 und die Roggkncrntß des Jahres 1"894,z,11sam1n811: gcstht im Kaiserlichen Smtiytiyclxn Amt, vrroffentl1ch1

Dcr Wirkliche (531211211112 Tbrr:R§qikrungs:Rath 1111271011525: EiZenbabnamt Kracfft ist (1115 Suddetschland [11615 1010061" eingetroffen.

TU“ Genera1:2[udileur dßr Armer, Wirklichs Gchcimc LNr-Jußimeh 3112115110) 111 vom Urlaub zuruckgckchrt.

Tsr B2vo11mächtigtc 513111 Bgydesrakk), Königlich 111111110111: bcrg'u'äye Direktor von Fiichcr 111 HM angekommrn.

Kir [, 24. Zsptember. Srinc_ Königlickxé Hoheit dcr Prinz Heinrich hat ssine Abrsije 11ack) England aufge- schoben und wohnte heute in ddr Mqrine:Gar111s0nYirche drr feierlichen Enthüllung der 11011 Seiner Maxcstat drm Kaiser gestifteten Gedächmißtafcl z11 Ehren der aufS.M. Panzerschiff „Branden [) 11rg/(Veruriglucktcn bm. Der Obsr: pfarrer Langhew hielt die Werhrrede. Der Kommandant der „Brandenburg“, Kapitän zur See Vendemann gab dem Dank für die Allerhöchste Ehrung Ausdryck. Der Fetcr 1111111111611 zahlreiche Offiziere und Deputattonen aller Thmlc der Marine bei. _,

Sämmtlichc Schiffe der aufgrlösten Ma11 "1311121110111“ Und im Laufe des vorgrstrigen Nachmittags hier emgetroffen; Der Kreuzer „Prinzeß _Wilhclm“ traf um 31/2 Uhr, unter c1gcncm Dampf fahrend, hier ein und begab 1111) sofort an d1c Werft.

Varzin, 23. September. _ Zum. kauck)"dc§_Fi'1rstcn

B iSma r ck trafen heute gegen Mittag hier ungefdhr 15001581an und Damen aus der Provinz Westpreußen cm. _ Sic waren mit zwei Soüderzügen von Elbing _und Thorn m Hammer: mühle angekommen, und nachdem 1113 aufydern Bahnhof cmc Erfrischung eingenommen hatten, 1111111111 116 111 emem langen Zuge unter Führung des Herrn von Fourmcxr-Kozrelec nacb Varzm. Unter Vorantritt einerMustkkaPcUe zogen s1c nach dem Schloß, wo in den Hufeisenförmigen of - 1116 Herren und Damen des Comilés voraus -- eingcchwenkt wurde. Nach (Gesang des Liedes „Die Ostwacht“ erschien der_FÜrst auf der Vrrayda des Schloffes und wurde mit begemertrm Jubel begrußt. Herr von Fournier hielt darauf d1e Ansprache" an den Fürsten, welche in ein dreifaches Hoch auf den Fursxcn, das brausenden Widerhall fand, ausklang. Der Furst dankte den Erschienenen in längerer Rede, in „der _cr nach einer Meldung des „W. T. V.“ ausfükfxrte, er fuhle_s1choch: geehrt durch die Begrüßung undbocher rent, daß , dre T 1311- nehmer an der Fahrt die Unbtll des Wetters m xges eut Ytten. Lediglich das gemeinsame Gefühl der 16111». [zum aterlande habe das heutige Zusammenkommen veran aßt.

Der ürst erinnerte an den heut vor acht Tagen erfolgdten Vesna? der Posener und sa te, 11: sei erstem darüber, die deutsch gesinnte Pre- e sick) einstimmig ayerkennxnd geäußert habe; die po nische Preffe habe das naturlich mcht ethan, sondern nur die Verwunderung aUSJesproOen, daß er Stck) nicht gröber ausYLedrückt habe. 'Der, Frirst fuhrte ferner aus, dte russische achbarschaft sei mellexcht qft unbeqyem, ihm aber doch lieber und angene mer gls “eme, polnische. Der Fürst motivierte dies durch historrsche Nuckbvcke, m welchen er die Ereignisse von 1831 und 1848 beleuchtexe. Was das An- üedelungs Fey betre e,so laubeer,daß man beider Außfnfhrung desselben hätte eit laksen und den an xkauftanZesxH 111 der Hand be alten so en. Westpreußen et ursprungltch mcht polnischer Befiß Kewesen, ,sondern von den, Polen ,nur er- obert worden. edner gm dann auf. die Geschichte der Entmickelun Westpreußens e 11. Erst m1t dem Fxtcden vo_n Thorn fei etpreußen an olen gekommen, wahrend die Polen es anders schilderten. , er Fürst dehnte seme Beira : tungen auch aufdie OrdenSzett 111111 die Ver angen ext We_t- preußens aus. Westpreußen sei ]eßt deutcher estß und offentlich ür immer. So" lange das deutsche Vqlk 11111 keinem Kai er und seinen Fursten zusammenstehe, set keine

Gefahr vorhanden. Dabei wies „der Fürst auf, die Reden Seiner Majestät des Kaisers in Konntgsbxrg, Marienburg und Thorn hin, welche eine Gßwähr dafur seuzn, daß Westpreußen von einer Folengefahr mcht, bedroht ssxt. Der'Furft schloß mit der Au forderung, mit ihm einzutimmen m“ den Ruf: ,Seine Majestät der Kaiser lebe hock), ' 13011), hock)! Nachdem die Anwesenden begeistert in diesen Ruf emge t1m111thatten, wurde die Volkshymne gesun en. Eine Dame Uherretchte sodann der Fürstin mit poetischer nsprache ein prächttquZ Blumenbouquet, und mehrere andere Damen widmeten" dcm'Furstenpaar'wertere Blumenspenden. Nachdem der Furzt s1ch , unter dt? Ver- sammelten begeben und mehrere derwlben ms Gesprach ge- zogen hatte, defilierten die Huld1„_11ngH1ahrer vor dem Furst'en unter den Klängen des Preußentedes. Der Zug begab [Uh hierauf wieder na ammermühle, von wo berdc Sonderzuge nach 3 Uhr die Rück ahrt antratcn.

Bavern.

Der Re ierungs-Präsident von _Obcrbgyern Freiherr von Pfeufc? ist in der Nacht zu gestern ploßltch gestorben.

Württemberg.

Der „Staats-Anzeiger für Württemberg“ meldet: Der Kriegs-Minister, General Frc1he_rr Schott vnon Schotten: stein ist an einsm ernsteren BlajcnleWen cntzuydkchcr Natur erkrankt. Eine nothwendig gewordene Operatton wurde am Sonnabend ohne Zwischenfalb vollzogen. Das Befmden des Kriégs-Minifteréx ist hsute zufriedenstcllc'nd.

Anhalt. ' ' Jbre Zoheiten der Herzog Und die Herzogin smd m11

rer Dur lau tder rinzessin Alcxa11dra_v011Berchtes: Fchn am SonFabend qu längerem AUfc'nthalt m Ballenstedt

eingetroffen.

Oesterreich - Ungarn.

Der Minister des Auswärkigen Graf KL111ok1) 111 11111 dcm ScktionS-Chef Freiherrn von Pasxtn-Jrzedrnbnrg am Sonnabend aus Budapest 111111) Wien zur11ckgckeyr1 _

Dcr .Hreresaussck)uß der 11'11g11r1sck)c11,Dclegakion erlsdigtc vorgestern dic Erhöhungcn 111111 Vermmdcrnngen des Etats sowie den größten Theil des Ixcercsdrd111a1*111_ms. Jin Laufe der Debatte motivierte dcr Kr1€g§:M1n1stc_r dic Schaffimß cincr Skcllc eincs Gcncral-Inspcktors _fur dio Militär -E1'ziel)u11gs- Und „Bildungsgnstqltcn Mit dem Wunsche, selbst in nähere Berührung Mit diesen Anstalten_zu treten. Der Jnjpsktor habe kEinc E11tsch€1d1mg _zu treffen, sondern nur Beobachtunge11_ zu machcxt und ertcht zu er- stattsn; Entscheidungen treffe dcrY-„Tm'rster. Bet der 'An-MM zunehmsnden AUSdchnung des M1111arbrld1111gsivcje11§ se1 dwscr Posten ein sehr wichtiger, weshalb er (der M11111101)d16 B'ew1111g1111g der erforderlichen Mittel erbitte. .J'n d11' Frage dsr M1l1ta1111111z- reform sei bereits über dis Prinzwwndrrerorzn LMC Ueberein- stimmrmg zwischrn den bckhciligtenMrmstcmcn crz1eltworden. Nach seinen Direktivcn wiirden nunmehr 11117" Dctmls auSgearbeUct; dicse wichtigc Frage werde sd rasch "gelost wxrdrn, 11143 613 obne Schädigung der Gründ11ch_kert dexr 2011111111 1110111111) set. ßHWkÜUf wurde diu Sixzung 1101111010311, dtc 111115110 1111det heute statt.

Frankreich.

In Nogent sur S9_i11_c ist g-cstrrn 1111. Stelle des 111111- mchrigen Präsidcnten Ca11m1r-Per1cr Bach1mont (radikal) mit 4986 Stimmcn zum Dcputirtcn gewahlt _worde11. Dcr Gegenkandidat Robert (Republikaner) crhwlt 4582 Strmmxn.

Das Schirinrgcricht in Paris [)111 _lel[[6,"0811 Verfjaffrr EMCS “111 der „Petite Iiéxpubliqus“ cr_1ch)_1encnrn, fUr ddn Pra: sidentcn Casimir-Pcrisr brlcidigendcn Artikels zu drei Monaten und den vcra11twortlichcn HLXZLUSJLÖCU dcs genannten Blattes Tibara_ zu 15 Tagx'n (8111111111115 be1dc außerdcm zu 1000 F1“. Gcld1trc1fc 1191111109111. Die Geschworrnen haktcn dcn Angeklagten mildernde Umstande zugcb1lltgt.

Italien.

Der König [mt mittels Dekrcts 1111111 20. d. M. asllc' 13011 den Kriegsgerichtcn WLMU dcr, Unruhen a11f_ SlZLlan Und in Massa CarraraVrrurtHcÜtdn, derrnFrcibeitsstrqfcn nicht 11er ein Jahr laatcten, begnadigt. „Ferner wyrde 1600 aus derselben Veranlassung verhängte Freiheitsstrafe drs zu drei Jahrcn 11111 sin Jahr crmäßigt_11nd 11116 Gsldstrafcn, die von den gonanntr'n (Gerichten au§ge1prochr11war€n, crlaffrn.

Wie die römischen Blättcr mclden, ist eme Untersuchyng wcgen Landesverraths 111111 Verkaufs dcs Mobilisa- LionchlancZ 1111 eine ancZwärtigc Macht 6111119161121 m_drdcn. Ein gLWiffiIk Cagliani, (Jrschäftswiscndcr cines Zu_r1chcr Hauses, solle von zwei SubaltrrnbcanUcn des Kriegs- Ministerin ms mit Unterßandlungen 111813611 des *Verkaufs'von Geheimnissen anFrankrcick) bctrautwordcnscm. An den Eigen:

' tHümer des „Petit Journal“ sei in diesem Sinne geschrieben

worden. Inzwischen habe Cagliani drm Obersten DaScioni den Plan vcrrathen, worauf die Schrildigen 'verh'aftct worden seien. Leßtere seien dem Anscheinc nach nicht 111 der Lage gewesen, wichtige Geheimnisse zu kennen, sondern hätten nur beabsichtigt, Geld zu crschwindel11. _ '

Die „5212113111 Stefani“ erklärt 1118 Meldung,_ daß d1e diplomatis )en Beziehungen zwischen Jtalxen und Scrbien abgebrochen worden seien, für ynbcgrundet.

Nach einem Telegramm dcr „Agenzm Stefani“ aus Tan_ er ist die Behauptung des „Diario de Tanger“ .und des adrider „Jmparcial“ unbegründet, das; 11112 1111- lien'i che Regierung mit der französischen emen Dru auf den Sultan von Marokko arisübe wegen Aufrechterhaltung der bestehenden oder Errichtung 'mzyer Konsulate in Fez. Jm Gegenthcil habe die italienqche Regierung die settens der marokkanischen Regierung und des Madrider Kabinets erhobenen Einwendungen gegen den mit dem politischen auswärtigen SchuJe der Eingeborenen ge- triebenen Mißbrauch in wohlwollende Erwägung gezogen, da ein sol er Mißbrauch nach Anschauung des Sultans die polt- tischen ertretungen für die öffentliche Ordnung im Innern des Reichs gefährlich erscheinen lasse.

Belgien. Der Reichskommiséar Major von Wissmann und ])1'. Bumiller wurden getern in Brüssel vom König in Audienz empfangen ,und zur „Tafel geladen. Gestern Abend ver- ammelten ftch zur erer der Anwesenheit des Ma'ors von

issmann und des 1. Bumiller die belgischen Afri aforscher Storms, van Gele, Jacques u. a. -

Rumänien.

Der König und die Königin sind yorgestern Abend in Sina'a eingetroffen. An der Grenzstatron Predeax wurden Allerhochstdieselben von dem Prinzen und der Prinzessin F e r d in a n d , den Ministern und deren Gemahlmnen sowie anderext hohen Würdenträgern empfangen und vo_n expe'm'zahlretck) herber- geströmten Publikum lebhaft begrüßt. Dte'Komgm dankteYerz1ich für den ihr bereiteten Empfang. Zn S1na1a erwarteten za lretche Vertreter der Behörden sowie eme „großer Vo1ksmenge die Ankunft des Königs und der Königin, dre m11_begetsterten Kundgebungen begrüßt wurden. Der Zug begab, sich zunächst nach dem Kloster, wo der Erzb1schof-Prrmas em MZ ])911111 elebrierie. Abends fand ein Fackelzug statt. „Dre Stadt Bukarest war Zur Feier der Genesung und der Ruckkehr der Königin reich cflaggt.

Bulgarien.

Die „Agencs Balcanique“ bezeichnet die Nachricht, daß der Jahrestag der Vereinigung beider Bulgarien, m d1e_sem Jahre auf Veranlassung der Behörden mehr gefetert set, um die

EmpfindlichkeitRußlands zu 1113011111, als unrichtig. Die Ver:.

einigung Bulgariens sei nixmals offizidll, sondern nur von cmigen Regimentern gcfe1ert worden. Erne derartige Feier sei anch in diesem Jahre vcransta1tet worden, doch habe keine ruffophile Persönlichkeit daran tbe1lgenomme11.

Aus Anlaß der Wahlen zur Sobranxenhat dcr Minister-Präsident und Minister des Innern Stmlow "em R11 nds chrcibcn an die Präfsktcn erlaffen, worm er erklart, es sei der aufrichtige Wunsch der Regtxrung, dem leke zu ermöglichen, feine wahren VcrtraucnSmannernzu bez€1chnen. (Hs werde die 21qu abe der Verwaltuygsbehorden sem, den Wählern die Mögl1chkeit zu bieten, eme, frete Wahl aus- zUÜben, und jcdcn Gewaltakf 611101“ Partcr gcgen dre andere 311 verhindern. _

Die Wahlen selbst, die gestern vorgenommen wurdep, sind, fowcit bis 'cßt Berichte 110111611211, sowohl 111 Sofia ww im ercrn dcs Hundes ohne Ruhcstörungen vor s1ck) gegangen. Der Ministrr-Präfidenf Stoilowk wurde von 11 Wahl: bezirkcn aufgefordert, zn kandidwrcn; er stellte ]SdOck) seine. Kandidatur nur in zwei Bcz1rkcn auf und lchnrc für die Übrigen Bezirke ab. Zankow ersZckUe' die' Unionisten in Philippopcl, ihn und " fernen Hchw1chw sohn LUdsanow zu Dcpytirten 311 wahlen. 2316 111110- nistcn 10510811 11103 Anjuchen 11111 der Erklargng ab, daß in Siidbulgarion keine Anhänger Zankows ex1strcrtc11. Bis gestrrn Abend 11 Uhr waren 72 von 160 Wahlresultdtcn bskannt. Karawcldw drang nirgendI durch. Das (81111151, d&f; 3111111111) gewählt sci, entbehrt 11911) 1101“ Bestatigung. Stoilow und Radoslawow wurdcn M'ermal", Nax- schcwitsck) dreimal 9611111011. Mehr als ins „Halfte der Gewähltrn scheinen Kox11rrvq11vc, d. l). Anhan _er pon Stoilow und Natscbcwitsck) 11 sem. In Sofi 11 siegte ienLlste: Stoilow,Gescho1v,(§ro?se1vundHadsch1_koHetv,_wak)rc_nd Tontschcw und Raddslawow unterlagen. Sxmldm „allem 61111611 4800 Stimmen, d. i. dreimal so me'l, als 101111 die Gesammt: zahl der Wähler betrug. Ngck) dcm Bekanntwcrdjen dcs Wal)l- resu11ats wurden dcn Ministern große 'O 0011071611 darge- bracht, Ein Redner Hiclt einc Ylnsyrache, dtc m11e1nem Hoxh auf den Prinzen Fsrdimmd 11011 Sack11sz1-Cobizrg _11_nd dcn thstrr- Präsidsnten schloß, Stoildm 1agtc 111 1211161" „Erw1derun'g Hieranf, dEr erste PunktNsc'mcs Programms habe s1ck) durch die in voller Froihvit 110120111) gcgaztgcncn Wahlen vcr1v1rkltcht; nunmehr handle 613 1111) Um _die Durchfiihrung ch zwcttcn PunktL, nämlich um die Festigung des Throns und dcs dynastischcn (Hofühls.

Schweden und Norwegen. Nach einer Meldung dss „W. T. B.“ (zus Christiania Hat 11 Hamar bei den Wablcn zum Storthing die Rechte: gcsirg . Dänemark. Dic Prinzcssin von Walcs hat gestern früh an Bord der ?))achk „Osbornc“ dic Rückreise 111111) England angetreten.

Amerika.

Wie die „Agenzia Stefani“ (1103 Rio, de Janeirq m'cldct, sind infolge cines cncrgischsn Einschrrttcns dcr italléyn'lschl'n Grfandtschast mchrcre untcr Anschuldigung 'von 110111011th Vorgehen im Staat-defängmß gchaltenc Jtal1ener 111 Frc1; [)eit gcseßt worden. Man hoffe, daß demnaxhst alle wegen Wcrdachts pol1tisck1er Vergehe11wcrbaftctcn Jta11e11er aus dem (Gefängnis; entlassen werden wurdcn.

Asien.

Eine dcn Londoner Blättern zugegangene Dcpeschc_ 111118 Tokio vom 22. d. M. bringt die von dem _]apamschcn Admiral Ito Über die Secscköiacht am Yal1111usse an seine Regierimg gemeldetenEinzellxcrten, Da11achabedtcSchlacht den ganzen Tag gedauert, dcr "Er_11bruck) der Nacht erst habe dte Fortsetzung des Kampfes unmogltck) gemacht. Außer den vier Öincsischen Kriegsschiffen, die untergegangen se1en, feten noch drei andere durch japanische Granaten 111 qundfsqeschosseu morden. Während der Nacht set der Rest des,_ch1nes1chen (539- schwadkrs entwichen; die ]apanischrn Schiffe hatten ihn, da src selbst beschädigt gewesen seien, nur 111 _langsamcr Fahrt verfolgen “können. Dasjapanische Geschwader sci alsdann nach Haiyanta'o

urück'gekehrt. Kein japanisches Sch1ffseiuntergxga2gexx dlc eschädi ten Schiffe mit Ausrrahxne dcs „Matsushtma konnten durch Agrbeiter an Bord proviyortjch aus ebessert werden. Der. Verlust der Japaner belaufc s1ch au 39 Todte, daruxtelr 5 Offizicro, und 160 Verwundete. An Bord des Admrry- schiffcs „Matsushima“ seien der, Kommandant, der Erste OffithT und 51 Mann getödtet, 4 Offtzuxrc und "52 Mann verwundk? worden. Ad1sn§ral Jr?) ßthabe seme Flagge an Bord W Kren ers ai ate“ c i . ic dém „Reutér'schen Bureauk 111113 Yokohama WL 22. d. M. gemeldet wird, sei die japamsche Regierung LP“ schloch, die errungenen Vdrthetlc auchunußen rind den KWZ vor eginn des Winters Mit aller Ma 1 fortzu uhren. 80 _ Mann hätten sofortige Marschordre nach der renZe erhalteße, es sei unbekannt, wo sie verwandt werdeixckxollten, o “glch man allgemein, WT? ein großer Handstrex gäplant set. _ dtn Begeisterung in' apan sei ungeheuer; a erorts wur ?

die Truppen mit Beifall begrüßt. Die militärischen Behörde,? .

ätten von dem gan en Eisenbahnne _Befiß genommen- .hHauptzaHl der TruppZn werde nach HwosKima YSTEM werdßkz- wo der Mikado eine Parade uber ck a xtehmen were; Dem Vernehmen nach würden die Traqsportmtttex bereit !! halten. Unter den Truppen herrsche StegeSzuverstcht.

Dasselbe_ Bureau „meldet aus Victoria in Britisch Columbia: e1n_ von China und Japan kommender Dampfer hab? die Nachr1cht_gebracht, Japan sei entschlossen, die Be- dingungen enzes_ m Moxckden oder Pekin abzuschließenden

riedens zu dtktteren, wahrend'Chtna an das Klima seine Zoffnuug seßc und danqpanern m Korea einMoskau zu bereiten gedenke. Moukden, mdhm große'Truppenverstärkungen gesandt worden se_1en, werde ]eytvbefesngt. Die eitungen in Tokio theilten mtt„der V1ze-Kön1q Li-Hung-T chanÉhabe neuer- dm„s dem tbm vom engltTchcn und rusfischen esandten e- ma te11 Vprschlag zugestimmt, einen Waffenstillstand e: hufs Einleitung von Friedensverkmndlungcn herbeizuführen, aberTZapan habe es abgelehnt, diesen Vorschlag in Erwägung zu 318 „en. _

Eine Meldung der „T1mes“ aus Shanghai besagt, daß Nachr1chtrzi aus Chcmulpo vom 16. September zufolge dort 32 1111111110158 TranSportschiffe mit 7000 Soldaten, 3000 Kulis und 2000 Pferden sowie ein Transvort mit Pontons und Verg-Artillerie angekommen srien. Dic Truppen seien nach Söul “gesandt worden.

Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Shanghai vom 22. d. M., sechs chinesische Traanortfchiffe, die Truppen nach Yalu gcbracht hätten, hätten den Golf von Petschili durchquert und seien (1111 22. d. M. 111 Tafu ange- komme'n.

Die „Times“ meldet aus Shanghai, mangelndes Ein- vernehmen unter den chinosifche11 Führern scheine Hathsächlich das Unglück bei Ping :]ang herbeigeführt zu ha cn.

Nr. 38 des cntralblatts dcr_ Bauverwalkung', bsrausgcgcbcn im „?inistsrium der öffentlichenArbeiten, Vom 22.S1*ptember Hat folgenden Inhalt: Eröffnung des Großschiff- fahrtSwegcö durcb Bsrlin. - Die frübrrcz Gestalt drr THÜTME des Bamberger Domes. - Grundsätzc fiir den Bau von Krankenhäusern (Fortsetzung). -- Vrrleguna von Dükrrn durch die Elbe bei Magde- burg. - Weichen- und Signal-Sickxarung dur Blockißrung der Sch1üssel für die Wcich€nvckschlüff© _ Vcrmi] tes: Bésestigungs- arbritcn in r11tsch€11dc11 Babn-zinschnitten. Büchsrschau.

Entscheidungen des Reichsgerichts.

_ Die dem Kaufmann für Gesckyäftdbesorgungen oder Dienst- 1811111119211 9611131111) (Art. 290 HWG-B) zustshende Provision, wslckyr 111-111 d_ie1s111 1185111 811191113111 znstrkyenden Hauptforderung aus seiner Gcsck)äs1§b€sorgung, zu Lian Bstrag Vereinigt, JLJLU dén Auf- traggchr «1119815111111 worden ist, blkkibt, nach 61116111 11115211 dss Reichs- 11€richts. [. Zivilsenafs, Vom 23. Juni 1894, bei B€r€chnung drs Wertbs dsr Streitsumme und d€m11ach auch bci dsr Bestimmung der Révisionssumme unberücksichtigt. - Dic Firma C. 11.R. batte aus Geschäftsbrsorgungrn für L. eine FordkrungYon 1482 ck14 45_ „1 eingeklagt und in dar Brrufungsinstanz dic Klageforderung .1111 1507 «16 65 „5 erhöht, indem sie noch wsitere 25 «16 20 Y. Proviswn für ihre eigene Miihervaliung forderts. Von der BrrufungsinstaUz mit ibr€r Forderung abgewiezsen, [cgte die Kkägerin Revision 17111, welche Vo111.R€1chsg€richt als unzuläsfigdrrwvrfen Wurdc, indcm cs [1135111111de außsührtc: ,Die eigkne Provision stellt sich als 91112 Entschädigung für dir, eigsne MÜHEwaTtung dar und hat analoge Vedsutung mit der nach Art. 50 Z.3 der W€chs€lord11u11 dem anabrr 611168 Wechscks gcbü[)r€ndcn Provision. Demnach andelt es fich 11111 1111111 nxben dsr Hauptforderung erbob€11€n Anspruch auf Schadensrxsatz. Ein solcher bleibt (1er bei Versöhnung des Werthes dcr Strritjummc (§4 Z.-P.-O.) und folgewrise auch bsiBestimmung (111239 YTFifionssumme 508 Abs. 2 Z.-P.-O.) unberückfichtigt.“

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- Dic Konventionalstrafc, 111811198 in dcn dic Grivcrbe- 1111561110111) Konkurrenzverbot bcschrä11k€ndc11 VSrträgcn 6111- balten ist, bai, nach zwei Urtheilc'n des Reictherichts, 1. Zivilscnats, vom 27. und 30. Juni 1894, im Zwsifel die rechtlichc Tcatur eincr Wamdelpön, wrnn die Strafe ihrer Höhe nach dazU bestimmt Lr- ?ch€int, dcm Be'reciWigtM das VoÜeJntkressc an der VkrtrangfiUung zu crscßcn. In wiche'm Falic kann von dsm Ucbsrtrétc'r des Kon- kurrrnzverbots Jux die Leistung der Strafsumme, nicht aber ÜUßkdel noch (ck; rf ü l [ 1111 11 des Vsrtrags dkrlangt wcrdcn. » Dem Urtbkil rom 30. Jani [1141de FM zum Grands, in wélchcm dsr JnHaber Zinks Geschäfts dicjss an (111811 andkrn für 22 500 „M dkrkausté und 1160 dabei ,und zwar bsi Vkrmcidnng Liner Konventionalstrafe von 10 000 „ckck“ Verpflichtctc, innsrbalb drr foxger1den füanabre kein Kon- karrsnzgeschäft zu eröffnen. .Wic' dzr crftLRichter“, fiihrt das Reichs- 1191icht begriindcnd aus, „zutreffend hervorgehobrn hat, spricht schon 111? Fgffu111;„ in We'lcher. dib Strafandrohung dem Konkurrenzverbot MFÖMJK ts , für d1e Abficht dcr Kontrahenten, daß mit Ja lung der Strafe d€r Bruch des Vsrbots gesübnt sein sVÜtL. Es entspricht aber auch drm Wesen der Verfräge Vorliegender Art und der regelmäßigen Verkehrsanscbauung, daß das vZUe Jntercse des Bcrschtigtcn an der VertragSerfüÜung durch die Strafe ers öpfénd gefichert wordén und andrrerseits der Yerpflichtcte in die Lage verse? wcrden sol], durch die Leistung der Oxrafe fick) Von der ihm auerlegteén BCschränkung seiner Erwerbs- 1rctbcit frei zu machxn. Namentlich ist dics als gewoÜt anzunehmen, 11101111 die „Höhe dsr Strafe ersebcén läßt, daß durch dieselbe das Volle Vsrtra Hinteresse des Berrckytigtcn gedcckt wird. Daß dies hier der Fall it, kann nicht bezwrifelt Amerden, wenn die Kaufsumme von 22 500 „ck der auf die fünfjährige Konkurrcnzenthalmng gefeßten Strafe von 10 000 „ckck gegenübergestaüt wird.“ (206 11. 130/94.)

Entscheidungen des Ober-Verivaltungsgerichts.

§ ] Abs. 3 des Gesexes über die Verjährungsfristen bei öffent- lichen Ab aben vom 18. uni 1840 bestimmt: „Ist die Reklamation 1301 dem blauf der Frist angebracht, und_ wird solche begründet ge- muden, so erfolgt die Ermäßi ung oder anzliche Befreiung für das laufende Jahr. Für verHlo sene Jahre wird keine Rück- zabxung gewährt." - In ezug auf den zweiten Saß dieser Bestt111mung hat das Ober-VerWltungßgericbt, 1]. Senat, durch Urthetl vom 16. Juni 1894 ausgesprocbep, daß nach diesem eine Rekla- mation ohne Wirkun bleibt für die 3611, welche hinter demjenigen ngrezurücklie t, in ns ek) ung des s en sie erhoben wvrden ist; dagegen Mrd sie hinsi tlicb des Jahres, 111 Ansehung dessen fie erhoben worden ist„ dadurch nicht wirkun slos, daß sie sich über das Steuerjahr hinaus hingezogen Yat. . . „'Der Zusammenhang mit dem vorangegan enen Sass, daß eine recht121ttg angebrachte, als be ründet anerkannte eklamation die Ermäßi ung oder Befreiung Luar ,für das laufende“ Jahr zur Folge hat, äßt erkennen, Was mt den sic? uymittelbar anschließenden Worten zum Ausdruck gelangen solkte, da "WÜÖ die dem Zensiten günstifze Entscheidung eme weiter in die

xrgangenheit zurückreichende W rkung nicht „äußerx, daß also die Er- mäßigung oder Befreiung - selbst wenn 111 fruheren Jahren die Vskhaxtnisse nicht wesentlich anders gelegen haben sollten ** doch nur noch fur das laufende Jahr erfolgt,“ (11 792.)

. Kunst und Wissenschaft.

In der SWW _des Vereins für deutsches Kunst- eWerbe am na sten tttwocb wird Herr Dr. F. Back, Direktorial- sfisfent am Königlichen_ Kunstaerverbe-Museum, an der Hand aus-

gestellter Proben über altere Stucktecbnik sprechen. Die Siyung

findet im großen Saale, dcs Architektenbauses 83; Uhr Abends statt. - In der vorgestrtgcn Sißung des Vereins deutscherIrren-

ärzte in Dresden (vergl. Nr.224 d.Bl.) gelangte, wie „W. T B;“

weiter berichtet, eme Neso'lutwn zur Annahme, in welcher der Wenn

seine Befriedigung ausspr1cht, daß durch die Beschlüxsze zweiter Lesung des Bürgerlichen Geseßbqch die Forderungen des 5 ereins in Bezug auf das Verhältniß der Gersteskranken im wesentlichen erfüllt worden find.

- Die Versammlung deutscher Naturforscher und

Aerzté wurde am Sonnabend Abend im Coursalon zu Wien

eröffnet. Etwa 1000 Mitglieder sowte zahlreiche Wiener Gelehrte

nahmen daran jbeil. Nachmittags batte Professor Sueß zu Ehren des Vorstandes der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte ein Diner gegeben, welchem laut Meldung des „W. T. B.“ der

Untkrrichts-Minister, der Statthalter und der Bürgermeister bei-

wohnten. Schulwesen.

Der Vorstand drs Deutschsn Vereins für das Höbxre Mädchenschulwesen hat 1eine Delegirten aus aÜen Tbe1len Deutschlands zu einer öffentlichen Sixzung nach Berlm auf den 4. Oktober, Morgens 93 Uhr, in der Aula der Königlichen Elisabeth- schule (Kochstr. 65) einberufen, um zu drr durchminister1ellen Erlaß Horn 31. Mai dJ. dk-rfügten Neurrgelung des höhsrrn Mädchenschulwekens in Preußsn SteÜung zu nehmen.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperruugs- Maßregeln.

Preußen.

Regierungsbezirk Marisnw-xrder. Der RL ierungs-Prä- fident Hat das unterm 7. August und 5. September d. J. er assené Verbot des Ueberiritjs yon Personen aus Rußland 1111 den Grenzübergängen bei Gollnb, Pissakrug und Gorzno mittels [andespolizeilicber Anord- nung vom 12. Skptember 1894 dahin erweitcrt, daß der Uebsrtritt 13011 Personen aus Rußland über die Landrénxénze dss Regierungs- bezirks Marienwerder an alicn anderem Str 811 als auf dem Eisen- bahnwegß über Ottlotschin und dem Wasserwege 11er Sckyillno untersagt ist.

* Cholera.

Königsbcrg, 22. Srthnber. Unter den in Quarantäne befind- lichen PLrsoncn aus VommelSvitte wurd€n, wie der „Ostpr.Ztg.“ mitgxtbeilt wird, zwei ncue Choleraträgcr anfgßfunden: Mari? Jandzim und Kark Bogdabn. Ferner Wurdr bei dem im Krankenbausc zu Memel u11trrgebrachten Arbeiter Gude'ikiczs das Vorbandenstin Von Cholera- vibrioncn festgsstcUt. Nach1wächt€r Nagroßki Und Wittwe_ Justine Heinrich in Weblau, die an Cholera Erkrankt waren, sind beide drr- storben. Jn Grieslicnen, Kreis Allrnstéin, ist dic Frau Marianne Cboina an Cholera ysrstorbcn. Nen erkrankt [71115 dasslbst Marie chewski und Frau Karoline Cboina. In Niedzwedzsn, Kreis Johannisburg, 1st seit dem 23. August kein n€uer Cbolerafal] vorge- kommen, die Seuche dort also als Lrloscth zn bktrachtrn.

Dan_zig, 22. Srptkmber. Aus dem Burcau dés Staats- ko rnmiskars für das Weichsclgebiet wird der ,Da11z.A11g. Ztg.“ mit- getheilt, daß Cholera bei drr am 19. d. M. vxrstorbsnenUntersuchungs- gefangenen Marie KOHL, bei drei Quarantänepxlichtigen, Mikglikdérn der Familie Marquardt, bei drei Quara11tä11eplichtigem Mitgliedsrn der Familie Kruck, und bei zwei Quarantänevflicbtigen, Mitgliedern der Familie Sabanowski, sämmtlick) 'm Tiegenbos , festgesteUt ist.

2316611111, 23. Scytember. In dem [LYten 24 Skunden fänd, wie die „Schl€s. Ztg.“ erfährt, bei der_Rréicrung in Oppeln als baktxriologrsch fLstgCstEÜt zehn Cbolera'xäl e gemeldei und zwar je 611161 61113 Adamowixz, Kr. Groß-Streblttz, Oppsln, HoÖ-anobrhütte, Kattowiß, Sikmianowiß, Lipine und je zw§i aus Myslowiß und Laurabütfs.

Widn, 22. Septembrr. Nach dem gestern birr eingetroffenen Nachricht€n 11er dsn Stand der Cholkra kamcn in Galizien 99 Er- krankxmgen und 61 Todesfällc, in dcr Bukowina 6 Erkrankungen rind 6 Tode'sfäüe' Vor. Wie „M.TB.“ meldek ist in zwölf Bezirken (Haltzicxns ikit dem 11. d. _M. kein Cbolsrafall vorgekommen, wks- balb dis Seuche dort als erlo1ch€11 be'trachtet wird. Aus den angeblich stark Verseuchtcn Bczirkcn don Cbrzanow wird nur aus einer Ge- mcinde eine Erkrankung gsmcldet, dagegen sind dort sechs Genesungcn zu Vrrzrichncn.

St. Petersburg 22. Septembrr. An Cholsra erkranktcn bezw. starbén nach dem BericÖt des „W. T. B.“ vom 15. bis 21 13.3111. 111 St. Pktersburg 51 bezw. 29 Pcrsonsn; vom 9. bis 15. *r. M. in Warschau 15 bkzw. 9, 111 den (Houdcrncments Lomsba Wbczw. 11, 5 etrikau 305 bezw. 106, Plozk40 bezw.31, Sjedlez 122 bszw. 43, itebsk34bezw. 18, Kowno 10 [)szV. 8, Minsk 108 bezw.44, Podolicn 390 bezw. 166, Bessarabien 310 bezw. 113, Wla-

bezw. 8, Kostroma 72 bezw. 32, Nischni- Nowgorod 102 bezw. 52, Nowgorod 43 bezw. 24, Olonez 48 bezw. 25, Pskow 7bezw. 5, Samara 23 bezw. 11, Simbirsk 3 bezw. 1, Tula 3 brzw. 3, Jaroslaw 109 bezw. 49, Dongcbicl 1 bezw. 1. Vom 2. bis 15. d. M. erkrankten bezw. starben in den Gou11ern€merntsWarschau 151 bezw. 88, St. Petersburg 245 bezw. 96, Saratow 102 bezw. 47, Tambow 24 bezw. 13, Cberson 48 bezw. 28, Vom 2. bis 8. d. M. in Kjelce 426 bezw. 255, Kalisch 37 bezw. 24, Radom 182 bezw. 107, Kurland 21 bezw. 11, Livland 93 bezw. 41, Astrachan 41 bezw. 39, Wolhynien 59 bezw. 15, Grodno 181 bezw. 80, Kiew 2 brzw.1, Wologda 8 bezw. 4, Wjatka 10 bezw. 10, Kasan 37 bezw. 25, Perm 26 be'zw. 12, Rjäsan 100 bezw. 55, Baku 1 bezw. 0.

Theater und Musik.

Berliner Tbcater. Der lustilge Schwank „Dic Großstadtluft“ von Oanr Blumentba und Gustay Kadelburg, weleher zahlreiche Auf- führun 611 mit stets fich gleichbleibendem Erfolg im Lessing-Theater erlebt Zak, wurde am Sonnabend zum ersten Mal auf dieser Bühne egeben. Das flott gespielte, in der Beseßhun nur wenig veränderte Lück verbreitete auch Hier eine be ag iche Stimmung im Publikum, das für das ihm bereitete Vergnügen durcb reichlich gespendeten Beifall dankte und unter den Darstellern nament- lich die Herren Waldow (Schröter). Sauer (Rechtöanwalt Lenz). „Schönfeld (Gempe) und _Kriete (Rektor Arnstädt), sowie dte Damen Waldegg „(Antonie Lenz) und Meyer ( rau 1)1-. Crusms) außzeichnete. Dte RolTe des jungsn E emanns riß Flemming batte Herr Prechtler übernommen, der | seiner uf- gabe mit großxm Geschick entledigte. Seine Gattin Sa ine Schröter wurde von Fraulein Jae er gxgeben; die junge Dame zeigte hierbei eine hübsche Vegabuzig, d e 561 weiterer Ausbildung zu den beten Erwartungen berechtigt. Den 'von der Gattin unterdrückten ])r. Cru us stelkte Herr Horn mit pracht'tgem Humor dar. Lesstyg-Theater.

Am Sonnabend ging, Felix Pbilippi's Schauspiel „Wohl- tbater der Menschheit zum ersten Mal und mit starkem Er olg in Scene. Der Verfasser hat fich als dramatischer Schriftheller s on einxn aeachteten Namen erworben und sein neuestes S auspiel be- weist aufs neue, daß er roße Gewandtheit befißt in der Erfa ung tbeatralisck) wirksamer , otive und in der natürlichen us- Yftaltung des aus ihnen zu entwickexnden Kon ikts. Die

rqndlage dßs neuen 'Werks bildet die wi enschaftliche Meinungsverscbtedenbeit zweier Aerzte, die auch sonst in 1 ten Lebens- anschauungen und Lebenßgewohnheiten ar e Gegner sind, während sie

eig verwandtschaftliches 5LZand, das des S wiegervaters und Schwie er- soynes, verbindet. Der wissenschaftlicbe Streit wirft auf das Fami en-

dimir 10 bezw. 7, Jekatcrinoslaw 20 brzw. 4, Kaluga13'

[eben der Betheiligten dunkle Schatten, die vertieft werden durch das Hmübersvgelen des Zwiespalts 'auf das sittliche Gebiet. Der als .Wohltbater der Menschheit“ v1el epriesene ältere Arzt, der Geheime Rath von _Frzrtenbach, w1rd „dur das anfangs unfreiwillige, dann aber hartnacktse Eingreifen semes'derb zupackenden, überzeugungstreuen Schwiegersohnes eines schwer wiegenden Jrrtbums am Krankenbette des regierenden Herzogs überführt und eines schwächlichen Festhaltens a,n _semer öffenxltch angesprochenxm bewußt falschen Diagnose be- ztcbtigt. Das fuhrt zum Zwist zwtschen den jungen Gatten, die fich erst versöhnen, als, der axle Herr seine aus Eitelkeit und Hoffa rt be- gangene Schuld sexnen Ktndern ein esteht und unter dem Dru ihrer lteblosen Veturtbeilung Hand an ?Xck) zu legen versucht. Der junge Schwiegersohxt rxttet dem SchwiegerVatLr das Leben und gewinnt da- durch endlichdte L1ebe s einer Frau, die bis dahinibren Vater in abgöttischer Verehrun _ über 1hren „Gatten erhob. Ein in das Schauspiel ver- wobener rebesbqndel, 111 dem zwei junge Leute eine recht erzwungene L1eb€sjcene zu sptelen h_aben, hemmt nur den Verlauf der andlun , ok)"ne_1l)rc-n Ernst zu mrldern. Die beiden ersten Akte be ißen re t kraft1 e Schlußeffekte, bexonders der zweite, der in den Kummer und die 11er ung "der geqngstigtey Geheimrathstö ter die düsteren Trauer [0 en, fur den eben betmgegangenen Hkrr cher hineinklingen laßt. _m _dritten Akt wird die Theilnahme der Zuschauer erschwert durch dre uberraschende Haufung starker leidenschaftlicher Konflikte urid dyrch d1e_ brerte'Erqulung des Geheimen Raths vom Ursprung seiner tn strafltckyer Ettelkett wurzelnden Schuld. - Dem Dialog fehlt es 'nicht an treffenden Ausvrücken, _aber auch nicht an Weitschweifigkeit. WrrklicN, gut angelegte Charakteristik zeigt nur die Gsstalt des jungen, sturmischsn und 1oV1alen Doktyrß' Martius, dessen Derbhert dem Schwuxgerdafxr gegenüber (1er oft i1_1 unnötbige Grobbeit und seiner Gatwi gsgsnubeyfast 111 Herzlofigkett ausartet, während die Abfi 1 drs D1cht€rs dabm ger1chtct schien, daß die starke wiffenschaftliYe U€b€rzeugunasxreu€ mrt xmem guten Herzrn gepaart sein soÜte. Als Maxnn dcr Wtffenschaft ist der jungs Doktor natürlich und vollkräftig geze1chne_t, als Ehegatte Erscheint. er unklar und farblos.

M1t der Wrederbe dieses [M Miftelpunkt der Landlung stehenden (;?harakxers hat Herr 'om merstorfs cinen großen rfolg sowohl für stck; JMS. fur den,D1chter "errungén. Er arbeitkte die biedere Gut“. mutlngkett und 1116 [)"ar'tnack1 ? Ueberzeugungstreue des Arztes und Me1xschenfreundes kraft1g Graus. Nebkn feiner lebensvollen Schopfung' verblaßten alle anderen Figuren. Herr Suske (xls „Gehevnér Rath Fortenback) blieb in theatra11schen Aeußer- ltchk€1ten strafen. Herr Vorwsrk sprach als Erbprinz recht verstgndnx xtnd vornehm, dagegen erhob Herr Ri€ckboff als Gzistav [61118 Snxnmx um sogxwaltiger, jc ausdrucksloser sein Miencn- [pws 131165. Fra111€m Clsinger (Paula) könnte ungezwungensr 7cherzcn,'sie [Jar 1716 Anlage" dazu. Fraukein Reisenhofer (Katharine) mußxc eme 318111111?!) oberflachlichs 5T011€ spielen, die ihr fast nur im [LZU'U Akt GLleZenbett zum Ausdruck echter Empfindung gab.

Konzkrtbaus. .

„Am Sonnabend fand Abends Line Gsdächtnißfeicr für den dahin esch1xd8nen Bösißer des _Haüsks Franz Medding statt, zu der fich za lrc1ch9 Freunde und Anbanger des Verstorbenen eingefunden batten. Nachd€m dze Kapsch Mcndxlssobws .Es ist bestimmt in Gottes Rath“ gespielt 511116, 51811 »Wrr W. Tappert eins kurze Ansvrach, 111 der d1€ _Verdwysts Med'dmg7s hsrborgehobsn wurden. Redner erwabnts, da[; er 111ch1 nur 111 stets harmonischem Zusammenwirken 11111 den Kap€_11m€1st€rn Bilsé und Meyder fich befunden, sondrrn aiich bst fich sebr anregend bei Patriotischen Fest- korxzcrten L"? bet dsr dec, auch jüngeren lebenden Komponisten eine a1111ch€ Statte zur Auffuhrung tbrer Wérke zu bieten, betheiligt habe. 5 ach d1e er Ansprache „so_lgten' mehrere passcnd auOngäblte Orchester- w€rk§ von WaZner, Ntcolar und Chopin, die mit Vorträgen des E'rk“schen qunxrgcsanngeins und der Sängkrinnen Fräu- [e111_Cl,§1ra N1ttxßchalk und Frau Waibel abwechselten. Die Au51ch111uckung"des Oaalss undder Logen, die mit schwarzen Trauer- drapericn 5135111191 waren, verliehrn der Krusten Feier ein würdiges

Gsprägé. * „. Kroll's Etablissement.

"_ Am Gonngbend Vormittag WdeL im Königssaal Lin großeres dramatisches Wsrk, eine drkiaktige tragische Oper: „Matas- wmrbZ“ von 111er Scharwenka eim'm kingcladenen Publikum Vorgsxuhrt. Der Tcxx, nach Felix Dahn's: „„Ein Kampf um Rom“ 15011 111". E. depek fur die BÜHNE €ing€richtet, brhandelt die Episode, L" drr _Mataswmxba als Lextsr Sproß des Gothenköni s Tbeodorich 1151) _be1111nmcn laßt, den König Witicbis zum Gémab zu wählen. D1816r'tre11111 RÖ- um den Wünschen des Volkes Gehör zu geben, v'on ferner ihm theuren Gattiy Nautbgundis, die er späfer nur noch 9111111111 wiederfiebt, und zwar in dem Momsnt, als er, nach 1egreichem Kampssvrrwundxt, 6111 Wr porübsrgetragen wird. Witichis firbt, und _Nautbgundts bricbt'über sstner L€iche zusammen, während Mataßwintha in dern Flamm» st1rbt.'_ Dis 111?an in die'ser Handlung enthaltsnen r0111a1111ch€11 und h€r911chen Züge bat dsr Komponist mit treffender Charakteristtk“ mufiYaÜscb wiederzugkben dsrstanden. Dsm neuesten Zeckgesckpnack huxdigend, ist die deklamierrnde und rezitiercnde * orm dcr G'Zsangc drn Arien zumeist Vorgezo 811. Der zwmts Alff 111 „drr Glanzpunkt der Oper, do Enthält auch dcrdrtxte sehr. vrel origink'll Erfundenes, und er zeigt eine große Gesch1ckl1chkett„das Orchsstsr wrrksam zu behandeln. Sehr stimmungs- vdll 1sta11ch d1e„Jntro„duktion zu dem ersten Akt. Daß die Oper n1cht auf der Bubnc, wndern im Saale aufgeführt Wurde, wo die, Darstcüer 1m„GrseÜschafts_anzuge erschisnen, war zu bedauern. Hoffent- 11ck1w€rden 11chba1d größere Bühnen bereit finden, dieses höchst 1ntcr_€1sanie Werk zur Aufführung zu bringen. Für die Wiedergabe in "d1€scr _orm' Waranaquezerchnete Kräfte gewonnen. Herr Emil ©9136] Ltrchtö), Frauletxi La ura Fried mann (Mataswintha) Jraulmn Susanne Tr1epel (Rautbgundis), Fräulein Gertrud

uhrmann (Asya), Hcrr Julius Lieban (Totila) und Herr Hermann Gruß (Gripper ,und Arabad) warcn_ganz vorzüglich in tbrcn-„Rolken.“ Auch,das rill'schc Orchester führte unter Leitung des Komponizten seines wtcrigc Aufgabe auf das lobenswertbeste durch. Das 1151 zahlretcb erschienene Publikum spendete lebhafte Bei- fallsbczeugungen.

_Jm Königlichen Oysrnhausr wird morgen Smetana's

komcrchc Oprr ,Diererkaustc Braut" untcr Kapcümeister Wein- garYner'FLertun 1n1t folgender Besetzung gegeben: Maric: Fräulein WPH, Pans: Herr Sommer, Wenzel: Herr Lieban, Keza : Fm Mödhnger, E'Ömeralda: Fräuleitg Dietrich, Springe'r: Herr Pbi ipv, Kathinka: Fcaulrm Kopka, Krujcbina: Herr Stammer, Micha: Herr Krasa, Agnes: Frau Gor_tzc, Muff: Herr Fränkel Vorher gebt Offenbach? „Verlobung bet der Laterne“ (Peter: Herr Lieban, Liese: Fraulem DLM, Ann'c-Marie: Frau Herzog, Katharina: Fräulein Rotl)auscr).„ , usjk-Dnektor Wegqncr dtri iert. Jm Kontgltcben Schagsp1clhau§e wird mor en Calderon's .Das Leben ein Traum“ „Mit Herrn Matkowsky 115 Si iSmund wiedsrbolt. (Rosaura: Fraulein Poppe", König: Herr olenar. Clotald: Herr Kahle.)

Maunigfaltiges.

Auf Anordnung des Ministers der öffentlichen Arbeiten soll, wie" dgs IZentralblatt der Bauverwaltung“ mittbeilt, morgen der durcb d1e Schleuxe am Mühlendamm vermtttßlte neue Was s erweg für die Gro schiffabrt durch Berlin dem öJlentlicben Verkehr aber eben wcrden. Dam1t gelangt ein Werk zum bschluß, an deßen Aus ührun die Bauverwaltungen des Staats und der Stadt Ver in' seit nunmle dreizehn Jahren gearbeitet haben. Mit der Eröffnung" dieses Wafferwegs wird der ungehinderte Verkehr zwischen Elbe und Oder auch für_ die großen Fahrzeuge ermöglicht. Die in den Jahren 1883 bis 1886 ausgeführte Regulierun der Unter- yree gestattete den großen Elbfahrzeugen bis zu .'10 Ztr. Trag- ahigkeit zwar bis am Berliner ackbof, 111 1 aber in die Ober- ten die ZMZeKW' _ ree-Kanals nur die '

uf der anderm te verm

rexffzu gelatZen. ch1 e der der nach Vollende des Oder-

Oberspree zu errei en. Die in erlin on vor ndenm, 1: dm Schiffsverkehr ohne in schon überlasteten sWßfferstrbxßm; deruKrYPfek-x

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