1894 / 242 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 13 Oct 1894 18:00:01 GMT) scan diff

Deutsc?“ Theater gebt am Dienst Mspie ,Die Kameraden“ zum ersten al in

“bend am Montag, Mittw ,Die er“ urisAuffiibrun . Als Na

UW?" estern im Berliner Theater der

blau 1 folgendermaßen festgeseßt: Morgen

Niobe“ (mit Jenny Groß .Der nasta?: „Ein Erfolg"

abend zum ersten Male: „Die Hexe“ mit

Titelrolle.

Jm Lessing-Tbeater kommt Hermann Sudermann's Komödie ' _ _ am Mittwoch, Freitag und Sonnabend zur Ausführung. Victorten Sardou's Lustspiel „Madame Sans-Göne“ wird am Montag, Dienstag und Donnerstag wiederholt. Jm riedrich-Wilbelmstädtiscben Theater wird .Der Vogelbänd er“ am Sonnta , Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Frei??? auf eführt. Am onta fitidex, Wie schon gemeldet, die ?ünfzrgjabrigen Künstler-Jubiiäums

von Johann Strauß mit folgendem Programm statt: Zest-Ouwriiire, chönen blauen

„Die Schmetterlingsschlacht' morgen,

Fest- orste ung zu Ehren des estspiel, .Der in tiaé Krieg“ (2. Akt), „An der onau“ (2. Akt), .Die FledermauS' (2. Akt). ' . _ _

Im Theater Unter den Linden wird bis Einschließlich nächsten Freitag „Orpheus in der Unterwelt“ gegeben. '

Die Beseßun? der Rollen in der morgkn. Nachmrttags 3 Uhr, imAdolph Crus Tante“ ist dieselbe wie am ersten Tag?. AbcndS 7 ._i Uhr geben .Lolotte's 28 Ta e“ in Scene. ' ' ,

rau Bert e Marr-(Holdschmrdt wird in zbrem zweite'n

Klavierabend, welcher am Dienstag, im Saal Bechstein stattfindrt,

ausschließlich Sonaten zu Gehör bringen, und zwar solche don Pb. Em.

Back), Haydn, Clemenii, Mozart und Beethovrn. _

Paul Lindau ist, wie die „N. Pr. Zig.“ rneldet, Hortdsafrr- Intendant in Meiningen geworden und wcrd sein Amt am 1.April 1895 antreten. ' '

Die gestrige Premiére von Verdr's .Otrlio] m der Großen Oper zu Paris hatte, dem „W.T. B.“ znsoige, rinkn

roßen Erfolg. Der Yräfident Cafimir- erier war anweirnd; in einer Loge befanden 71 auch Verdi, der Botschaftcr Reßmann und mehrere Minister. Während des crsterx Zwischrnakts übsrreicbtr drr

Yräsident unter dem EinbeUigen Beifall drr ZilscbaUSk Verdi den roßkordon der Ehrenlegion.

Mannigfaltiges.

Dem Vorstandc des Vereins Wiesbadenér Damsnheim A U gusie- Victoria-Stift zu Wiesbaden ist die Erlaubnis; rrtbcilt wordkn, eine öffentliche Verioosung zu veranstalten und die danach aus- zugebenden 200000 Looie zu je 1 „46 in den Provinzen Yrffrn-Naffau, Satésxkii, Hannoder, Brandenburg, sowie im Stadtkreije Berlin zu „ver et en.

und Gaul.

Wetterber' t"vom 13. Oktober, _ Scene 9619131

[ 8 Uhr Morgens.

40R

ein Traum.

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Statioxien. Wind, Wetter.

West.

Temperatur in 0 Cs!

59C.

bedeckt und Gretel.

wolkig Nebel Nebel bedeckt beiter

bedeckt Heiter ,

Belmullet . . Aberdeen . . Cbristiansund Kopenhagen . Stockholm . Zaparanda . t. etersbg. Mos au . . . Coerueens- toWn . . . Cherbourg. . [der . . . . vlt . . . . amburg . . winemünde Neufahrwasser Memel . . .

Kris . . , . 768 ünster. . . 768 KarlSrube . . 769 Wiesbaden . 769 München . . 769 Chemnitz . . 769 Berlin. . . . 768 Nebel Wien . . . . 767 wolkig Breslau. . . 768 bedeckt Jie d'Aix . . 765 wolkenlos . . . . 764 wolkig t . . . . 766 heiter

_„____._..____

1) Nachts Thau, Morgens Nebel. 2)) Nachts Thau. Uebersicht der Witterung.

Eine barometrische DLYresfion, ostwärts kort- schreitend, liegt über Skandinavien, auf ihrer Sud- seite ziemlich starke südwestliche Winde hexvdrrufend, während iiber Mittel-Europa _bri gletcbmaßiger Luft- druckvertbeilung die leichten Winde aus veranderltrber lin ss chl a cbt Richtung fortdauern; der höchste Luftdruck lrkgt ' andauernd über dem Innern Rußlands._ In Deutschland ist das Wetter ruhig, stark nelzlig und fast überali kälter, obne meßbare Niederschlage, mir Chemnitz meldet vereinzelt 4 mm Regen ;. die Temperatur liegt fast übrrai] unter _dem Mittel- wertloe, im westdeutschen Binnenlande bis zu 5 Grad.

Deutsche Seewarte.

----_-_-___-__-_- Theater-Auzeigen.

Königlitve Sturmspiele. Srnntag: Opern- baus. 212. Vorstellung. Hänsel und _Gretel. Märchen viel in 3 Bildern. von Engelbert Humper- dinck. ext von Adelheid Wette. In Scene

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Frau Seebach.) Oprrnbaus: 7 Uhr.

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bedeckt fteUung.

Halb bed. wolkig wolki Nebe wolkig bedeckt wolkigl) Dunst

1 Dunst Nebel Halb bed,?) 2 Nebel Nebel

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nachtstraum.

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8 Uhr. 7:1 Uhr.

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math. Heirathänest.

Sonntag:

mans.

richtun vom Ober- nspektor Brandt. Dirigent: Kavelimeis er Wein artnet. - Die Pnppenfee. Pantomimiscbes Va et-Divertiffement von Haßreiter

Montag:

LudwiÉcFulda's _ ene und ZM am Freitag als 7. Abonnements-Vorfiellung wiederholt. Morgen orb, Donnersta i:,nd Sonnabend kommen

*Imittags-Vorstellung wird

. ! man gege n. . Jbre Königliche Hoheit die PrinÉssin Friedrich Leo old wohnte orfte „ung des G [[parzer'!chen ärchendramas .Der Traum ein Leben' ber. - Der Wochenspiel- ' elangt als volkstbüm- liche acbmittagsvorstellung Hermann Su ermann's Schauspiel .Heimatb“ mit Nuscba Buße als Ma da zur Aufführung, wäh- rend am Abend die erste Wiederho ung der Lustspiel-Novität ,Das HeirathSneft" von Gustav Davis, stattfindet. Am Montag wird in der Titelrokle) in Verbindung mit Öudwi Fulda's Einakter „Unter vier Augen" wiederholt; Dienstag; Ffarrer von Kircbfrld' mit Otto Sommerstorff, Teresina Geßner, Ferdinand Suske; Mittwoch: .Das Oeiralbsneft'; Don- mit Nuscha Buße, Rosa Netty, Franz Schön eld, Louise von Pöllniß: Freitag: ,Das §?eiratbsnest“; Sonn- -iufcba Buße in der

- Tb a t e r statxfindenden Auffüdrung von C1) arlry's

Mufik

Dirigent: Musikdirektor Steinmann. Anfang 7 & Uhr. ' _“ ' ' Schauspielhaus. ' Dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen. Nach dem Spanischen des Caideron de la Barca, für die deutsche Bübns bearbeitet don Carl August Anfang 7») Uhr. Montag: Oprrnbaus. 213. Vorstellung. Hänsel Märchenspiel in 3 Bildern von Engeibcrf Humperdinck. Text von Adclheid Werke. - Die Jahreszeiten Anfang 7 Uhr. Schauspislbaus: 222. NorstrUung. Die alte Schachtel.

Donnerstag: Anf Llüerböchsten Brfehl: Feft-Vor- Anfang 8 Uhr. Hänsel und Gretel. Külz Sonntag: Der Prophet. Anfang 7 Uhr. ) ontag: Symphonie der Königlichen Kapelle. Anfang 72“ Uhr. Schauspiklbaus: Frauen. Der Geizigc. Mittwoch: Ein Sommer- arme Jonathan. Operette in 3 Akten von Hugo Donnerstag: Geschlossen. Freitag: Wittmann und Julius Bauer. , . . _ Sonnabend: Der Miliöcker. Regie: Herr BiZder. Yirigentz JW v- DW Fk- Renz- Prmz- Jkk- V- .Ocrrn N- NEU* “a enö nun .. r. - Ende 53 Ubr- _ff Abend? 71 UHH: zur fröhlichen Jagd. Ferner: d. ostpr. Hengst J„ neuer glänzender Ausstattung. Orpheus [in Edinburgh, doraei. von Herrn N. Renz; Cromweli, Operrtten-Feerie 12 Bildern) Von Hector Crsmieux.

Deutsrhes Theater. Sonntag, Zei Uhr: Der ALMS JMZTr-n. Musik von Jaques Offenbach.

Talisman. _ 7.) Uhr: Die Weber.

Montag: Die Weber.

Dienstag: Zum ersten Male: Die Kameraden. Lustspiel in 3 Akten Von Ludwig Fulda.

Das Leben ein Traum. Tugendwäckjter. Zum ersten Mal: Wie die Alten sungen. Anf. Anfang 3 Uhr. Montag: Wie die Alten sungen. Anf.

Montag: Niobe. - Unter vier Augen. Dienstag: Der Pfarrer von Kirchfeld.

Ccffmg-Theater. Sonntag: Die Schmetter- Anfang 7i Ubr.

_ ontag: Madame Saus-Géue.

Dienstag: Madame Saus-Göne.

Der Vo elhäudlcr. 3 Aufzügen von L. He d und M. West. Musik von Carl Zkller. Herr Kapelimeistér Ferron. Anfang 7x Ubr. Monta : Festvorsteüun . Zu Ehren des 50jäbrigen Künstler-Lgxubiläums von Strauß. Festspiel von L. H blauen Donau. *- Lustiger Krieo- ** Fleder- Walde“ von Raff. 11. Peer-Gynt-Suite Von Grieg. [3010113156 ]»anan von Weber (Frl. Gores).

Keßdenz - Theater. exletzt vom Ober-Re isseur Teßlaff, DekoratiVe Direktion: Sigmund Lautenbur . & 50. und leßien Viale: Demi-

ip 5 Akten von Alexandre Dumas. Anfang 7 Uhr. Erstes Gastspiel der Gesellscbat des

_Die Schulden der StadtBerlin betru en nach einer Nach- weisung der“ Stadt*Hauptkaffe am 1. April18 4 276 687 475 Dieselben seßen sich zusammen 1 aus Obligationsstbulden 4 3x 0/0 mit 262 232 475 ..ck, 2) aus Dar eben vom Reichs-Jnvalidenfonds, verzinslich zu 4x 0/0 mit 14 155000 .“, und aus Kaufigelderresten mit 300000 ..44 Dem gegenüber stehen orderungen an d e GaSanftalten mit 2328513869 „za, an die Wa erwerke mit 50667 083 „M, an die Kanalisationswerfe mit 88 172 585,96 «16, an den Viehmarkt und Schlachthof mit 12 245 787,54 564 und an die Markthaüen mit 27 541 529,45 „FQ Außerdem stehen noch orderungen aus, welche durch den Abschluß „der Stadt-Hauptka e nicht nach- gewiesen worden: an de stadtischen Gaöanstalten mit 10 686 828 „jr und an die Gemeinde Neu-Wxißensee infolZZ' des ihr auf Grund des StadtVerordneten-BesckylMes Vom 6. ktober 1892 zur Aus- führung einer Entryäfferungs- nlage auf fünf Jahre gewährten, mit 33 0/0 verzinslichen Darlebns mit 50000 «. Zieht man die For- derungssummc von der Schuldensumme ab, so beläuftfich die wirkliche Schuldenlast auf 64 03852142 .44

JinHilfsvrrein für weibliche Angestellte Hält Frau Schulrath Cauer am Mittwoch, 17. Oktober, Abends Zz Uhr, in der Aula des Dorotheenstädtischen" Realgymnasiums, Georgenstr. 30/31, einen Vortrag 1":er ,Gegenwariiges und Zukünftiges“. Eintritts- karten, welche für alle 12 Vorträge geitrn, smd im Vereinsbureau, Oberwafferstraße 10 ], sowie bei den .Herren Theodor Blume, „NEUE

romenade 2, Haase und Mdes, Potsdamerstraße 116 Q und tn der Zentral-Buchhandlung, Friedrichstraße 148/149, Laden 14, zu haben.

Seit dem 8. Septembrr d. J. erscheint bier in Brriin eine neue Zeitung unier dem Titel: „Leo's Wobnunßszeitung mit Yelänen“, die fick) die Aufgabc gestelLt bat, den Wo nungsuchenden die

öglichkeit zu geben, fich leicht und schnel1 iiber angebotene Wohnungen zu unterrichten. Die uns zugesandten Nummern 1 und 9 der Zeitung zeigen, daß die Abficht des Hsrausgebers erreicht ist. Aus den mitge- theilten Plänen gewinnt der Leser ein Vollständig genügendes Bild Von dem Umfang und drr Anordnurrg der angezeigten Wohnungen. In den Plänen sind die Größenvarbältniffe, daneben die Lage der Wohnungen dem Stockivrrk nach und zumeist'auch die Mietbspreise angrgebcn, sodaß jeder Mietbrr ohne Besichtigung sich ein Urtbeil bilden kann, inwieweit eine Wohnung seinen Brdürfniffen entspricht. Die Wohnunaszritung erscheint 100ch6ntlich zweimal, Mittwoch und Sonnabend Abends, und kostet monatlrcb 40 4-3, halbmonatlicb 20 „3, eine Einzelnummer 5 «5. Jedem Wohnitngsuriyettdezn wird sie auf Verlangen kosirnloZ zugestellt. Die Redaktion befindet fich in Berlin („**-., Obrrwanerstraße 14.

Da die erste Matinke im Zirkus Renz, am vergangenen Sonntag, einrn großen Erfolg batte, Hat Direktor Re'nz gngeordnrt, daß diese um 12.? Uhr beginnrnden und etwa um 2:3 Uhr 7chlikßenden Mittags - Vorstrlsungen VN" der Hand beibehalten werden sollen. In drr morgigrn Matinér wird rin voÜes Abend-_ rogramm einschiicßlich des ngßen Jagdfestes gebotkn. Ür die Abend-57 orsteliung steht, außer einrr Eihr aiänzrndrr eaurstri cher Nitmmern, rbrnsails das Ausstattungs-Spottstüék auf dem Spielplan.

Jm Zoologisckycn (Harten findet morgrn von Nachmittags 4 Uhr ab ein großes Militärkonzcrt statt, 'das Von deiii Piusikkorys des 2. (Hardc-Dragoner-Regimrnts 1111181! Leitung des Dirigenten Rosin

Vom Balleimeister Emii Grarb. Paris. Klausbetw.

Das Leben ()(-3 191". (18 3811171110.

221. Vorstrünng. Diknstag: Dieselbe VorstrÜung.

Neues Theater.

Gegenüber. 4 Akten

1 Akt Von Francois Coppén

Dienstag: Lohengrin.

Moniag :

Freitag: Djamileh. 4 Akten Von Paul A. Kirstein. Sonnabend: Der Frci- «__..„_

Dienstag: Die Schule der 3 Uhr.

Die Dienftboteu. Sonntag: Kayeiimeister Jedermann.

der Unterwelt.

Zentral-Theater.

O. diese Berliner! Große

(Ermäßigte PWM“) _" “ck Uhr: Das und Tanz in 6 Bildern (nacb & reund.

.) Uhr.

durch Berlin') von Julius

Iulius Einödsbofer. Anfang Montag: O, diese Berlineri; Adolph Ernß-Theater.

Tante. - Abends 775 A. Mars. Musik von Victor

riedr' - Wil elm ädti es T enter. ese tvon Adolph Ernst. F [ck h n [ck h g 5Eßontag: Lolotte's 28 Tage.

Chausseestraße 25. Operette in

von Joseph Bayer. In Monsieur André Antoine (Wéürrs [.Wrcz) aus 0017161110 071 3 MWS ([S

13. 13114311» - 140 uuiser. ()0111-51110 SU1 UCO

Mittwoch: 1.98 Koreuautx. 3 ZEW; (19 11011er 1115971. - Zonbouroehe. 0011161118 811 ",.) 50105 (10 (1. 8011113611110.

Schiffbauerdamm 4 a. / 5.

Sonntag: Doppelselbstmord. Bauernpossr in Von Ludwig anengruber. (Erstrs Wicderauftretsn der Der Geigenmacher von Cremona. Drama in Anfang 73 Uhr. - Anfang Nachmittags 3 Uhr. Zu halben Prkiscn: Doppel- Miitwocb: Mara. Hänsel und Gretel. selbstmord.

Zerstörtcs Glück,

TheaterMnterdenL'inden. Bebrenstr. 55/56.

Direktion: Julius Frißiche.- Sonntag:?iachmittags , , .- Zu halben Prkisen. Neu einstudiert: Der Gr- Matinse- Ermaßlgke Prklks- Auf auf zur

Musik Von Carl Biondel 11.

Montag: Orpheus in der Unterwelt.

Alte Jakobstraße Nr. 30. _" Direktion:Richard Sebulxz. EmilThomasa.G. Anna Nexljm-r Theater, Sonntag, 23 Uhr: Hej, Backers. JosefineDora. Sonntag:

lingré's

Sonntag, mittags 3 Uhr, zu ermä“igten Preisen: Charley's br: Lolotte's 28 Tage. . Raymond und

Vaudevilie in 3 Akten von K J S ger. n cene

aus efübrt wird. Wenn das Wetter schön bleibt, ist das Ko ' Ya „3 der 21st elektrisch erleuchtet wird. Der EintrittspreisnzerM

.

Va„rzin,- 13. Oktober. Die Priorin des Jräuleinftifts in Stolp, Eugeztre Von Reckow, eine Iugendfreundm der Fürstin BiSmarck, ist, wie „W. T.B.“ meldet, gestern hier estorben. Die Fürstin ist tief erschüttert, befindet fich jedoch sonst wo [. _

-Wilna, 12. Oktober. Nach acbttägiger Verhandlung des Pro. zesfrs gegen die Leute, welckw |ck) seiner Zcit in Krosbi (Kreis Rossrenv) den Behörden widerseßt Hatten, wurden laut Meldung des „W. T. B." verurthc'ilt_: Markiewicz, Brazlowski, Rymkus und Zntow zu zehnjabriger ZwangSarbeit, drei anders Yngxklagte zur Deportation nach Todolsk, drei zu ein- jahrtger_ Zu thausstrafe, zwei zu viermonatigrr Gefängnißstrafe. Dit; übrigen 71 eklagten wurden theils zu Arrrstsirafen verurtheilt, theils freigespro en. Der Gerichtshof beschloß indenen bei dem Kaiser iim Umwandlung der zebnjahrigen Zwan Sarbeit in einjährige Ge. fangnißbaft und um Begnadigung aller ii rigen Verurtbeilten nach. zusucben.

Jenissxiök, 12. Ykiober. Zwei in Newcastle erbaute Tamer- Raddqmpier zum Schleppen der Barken mit dem Material für 016 sibirische Eisenbahn auf den FlüffeitJrnisiei und Angara find, wie „W. T. B.“ meldet, am 28. Srptember in Jrniffeisk angelangt. Sie Warrn am 29. August in der Jkniffei- Mündung eingriroffen.

Rom, 13. Oktober. In der Strafsacbe gegen den Fürsten. Sciarra Wegen Veräußerung von Grmälden aUs der zum Familien: fideikommis ehörigrn Bildergalrrie rnischied nach einer Meidung drs „_W. T. 3 .“ der Appellbof Von Ancona, an den der römi1che Kaffationsbof dick Sache zur drfinitivwr Entscdeidung gr- wieien hatte, daß der Verkauf der Bilder eine Einfache Uebrrtre'tung darstelle, welche kein gerichtliches Verfadre-n brgründe. Der Fürst Sciarra war in erster Instanz brkanntlich zu drri Monaten Grfängniß und einer halben Million Lir? Entschädigung vrrnrtbeilt.

Zell am See. In der Zeit vom 23. bis 30. Sepiembrr smd 29 Fremde im Glocknerbause angekommen. Das Haus an der Pasterze Wurde am 1. Oktober 1894 dri befkigrm Schnrrgestöber ge- schlossen. Die gesammte Bksucherzahl betrug in der heurigen Saison 3780 egen 3744 im Vorjahr. Dcr abgelaufenr Monat war äußerst ungünZtig für den Touristenverkrhr im LGlockncrgebict. Girtscher- nieffunchn konnte man bei dem Schluffs des Hauses wegen zu hoher Schnerlagexnd arger Schneestürme gar nicht vornehmen; sie werden jcdoch demnachst dom Ober-Bergratb Ferdinand Seeland gemacht werdrn.

Antwerprn, 13. Oktober. Eine Fcuxrsbrunii zerstörtk, wic „W. T. B." berichtet, in dc'r Vergangrnrn Nacht di' Niedrriagr Von Joffon und die Magazine von Friix Crulrmans am Kanal 1)? ['Amidorr; Dir. Nirdrrlagr Enthirlt eine große Z).)iengr von Waarcn. Das Kaffeelaacr ist Völlig dernicbirt. Am Morgen gelang ('I der Feuerwehr, das Fruer auf „skim'n „Herd zu bssckyränkrn. Von drn

aienbassins Wurd? keines in Mitieidrnschaft gczrgen. Mcnschcn sind nicht vrrlkxzt wwrden.

(Fortscßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Theater- und Konzert-Direktion Ernest Cavour, London. [40603] Philharmonie. Montag, 22. Oktober, ?ibrnds i'ß Uhr: Großes Konzert von Ben Davies, Tsnor der Royal Oprra, London, Tivadar Nacht'zz, K. Katnmcrvirtuos, London (Violine),

Algernon Aihwn,

Komponist aus London. Karten zu UM (;.-„ M 5)._, 546- 4-"_, «46 Z.- und «i(- 2.- bei Voir & Bock.

])rQiUS m]

Vorher:

Schauspirl in

Zirkus Renz (Karlstraßs). Sonntag : 123 Uhr:

fröhlichen agd. Außerdem: d. _ostpr. Hengst onstre-Tableau v, 60 Yscrdrn, vorgef.

Mr. Lavater Lee .»c. - Abends 7.1 Uhr: Auf anf

' ger. v. Frl. Waily Renz; d. Rritkünstlerin Frl. *HEÉWAFFL Mathilde Renz; d. berühmten Luftgvmnastike: Gabr. Wortley; d. Klowns Gebr. thiaud 2c. Montag: Auf auf zur fröhlichen Jagd. Zum ersten Male: ()roissauce électrique. pant, Schwank.

-_-__-_-----____-

Familien-Nachricbten. e mit Gesang

Vrrebelicht: r. Prem.:Licut. Carl Wilhelm „Reise Von Kröcber mi? Elia Freiin don Münchbausen. _ Hr. Regierungs-Asseffor Waldemar Von Wussow mit Frl. Editha Von Dirskan (Rettersbof be: Eppstein i. Taunus). -- .Hr. Pgstor (6,5. Wetzel

mit Frl. M*arie Brandt (Mathe [. Po_mm.); Geboren: Ein Sobn: Hrn. Domauenpachter Yan! Böning (Dölitz, Pomm) - Eine ocbter: Hrn, Hauptmann Carl von „Harbou (Berlin). "- Hrn. Oberlehrer Piper (Pyrrß). _ Gestorben: Fr. Clara yon Bonm-Lupow (Schloß KMM- - Hr. Oberst-Lix'ut. a. „D. Rudolf Hedinger (Berlin). - Hr. Schuldirektor a. D- Martin Gottlieb Wilhelm Brandt (Lahr, Haden)- edwig von Debschitz, eb. renn von

um 44. Male.

Musik Von

Nach-

Konzerte. Qonzert-Haus.

Regie: Herr Epstein. Dirigent:

errmann. -- An der

Symphonie - Konzert.

Blumenstraße Nr. 9.

Sonnta : Zum onde.

Philharmonie.

Sonntag : Karl Mehder-

obann Strauß: Meister . 5 . - Holliié Sonntag Anfang UhrSYFklyFriieAnFZY Verantwortlicher Redakteur:

Montag, Anfang 7T Uhr: ' [.Phil armon. Konzert. Dir.: Rich.Strauß. S Uenbtld Sol,: Phrof. Hugo Herrmann (Biol.).

-- Fr. ? Seckendor Schwridni ).-Hr.O ersi- ient.a._D; Paul Ott-H Robert 8von Lilienboff-Zwowlßkk

(Schweidniß).

Direktor Dr. H. Klee in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin-

Dr ck der Norddeutschen Buchdruckerei vnd Verl“.- l*:Zlnstcilt, Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Vier Beilagen (einschließliÖ Börsm-Beilaae).

Erste Beilage _ zum Deutschen Reicixs-Auzciger und Königlich- Preußischm Staats-Anzeiger.

M 242.

Berlin, Sonnabend, den 13. Oktober

1894,

Literatur.

Sozialwissenschaft.

Auguste Comie und „seine Bedeuturzg für die Ent- wickelun d er Sozialwiss_enschaft, von13r.-x)einrich Waentig (aus Wien . r. 8.44 Leipzig, Verlag von Duncker und Humblot. (Als erstes Het des 11. Bandes der Von A. von Miaskowski heraus- gegebenen staats- und f.ozialtvisseii'schaftlichen Beitrage erschienen.) -- Das Vorliegende Werk ist unstreitig cin? ediegene und gelehrte Arbeit, die Von umfangreichem Wissen des Verfa ers Zeugniß ablegt. Gleich- wohl, évenn man das Gesammtresultat der Darsteliung befruchtet, wird man Zick) dadurch nicht voÜkommen befriedigt fühlen. Es war dem Verfa er „daruzn 'zu ibun. die Bedeutung des französischen Gs- lebrien für die Sozial'wiffenschgft, die in Deutschland von ver- schiedenen Seiten beßrtttew wrrd, zu begründen und auch bier - wie es s on langst in England (Yrscbehrn ist; in Frank- reich .selbst at er nur „geringen mftuß ausseübt - zu allgemeiner Anerkennung zu bringen. Dieses Ziel wird aber, mit welch€r Hinqebung, mit welchem Aufwand Von Gelehrsamkeit er auch dabei zu Werke gsgangrii ist, wohl durch dieses Werk nicht erreicht werden. Der Grund hiervon ift ein doppelter: einmal sind die Prinzipien der Comte'schsn' „Soziologie' an sich von nicht so maß- gebender Bedeutung, das; kme auch noch so klczre und Vorzüglicbe Dar- steliung sein Systenx zu allgemeinerer, nachtragiicher Anerkennung zu drin en geeignet ware, und sodann bat fich drr Verfasser in der Met ode der Darstellung Vergriffen. Er erklärt in der Vorrede selbst, das Werk sei aus der Verschmelzung zwrier äußerlich selbständiger Arbeiten beworgegangen, deren erstrre „Lrben und Lehre Comte7s“ im aligemeinen. derxn ziveite mit dem_Titel „Die Bedeutung A. Comte's für die Entwickelung der Sozialwiffenicbrx t“ insbesondere seine Soziologie und Sozialpoitttk und ihre Wi tigkeit für die Fort- schritte sozialwiffe'nschaftliche'n Drnkend behandelte. Er fügt hinzu, der Versuch, diese beiden .Untkrjuchungen zu einer Einheit zu Verknüpfen, Habe eim? vöilrge Neubearbeitung, Erweitrrung und Vertiefung nothwendig grtnacht. „Aber trotz alledem ist eine Einheit, wenigstens eine barmomsxde Einbrit nicht daraus entstanden. Bei dem Ziel des Verfaffkrs hatte er Vor allem auf eine systematisciyr und pragmatische Darstellung der Lehre Gewichtiegrn müssen. Das ist nicht geschehen, virlmrbr sind in dem 390 Seiten starkrn Buch nur die Sriten 145-176, also 32 Sritcn, und wenn man etwa noch den Abschnitt über Mrthode, Begriff und Wesen drr Soziologie, der neun Seiten umfa t, binzummmt, 41 Srcten dem eigentlichen sozial- wiésenschaftli en_ System gewidxnst, und zwar im vierten Abschnitt, de Ln erstrs Kapitel „Begriff, Wrien und Mkthodc“, dessen zweiirs Kapitrl .die Prmziprcn drr sozialen Statik und der sozialen Dynamik“, und deffen drittes „Kapitel „Comtr's soziale Normenlebre“ bebandeli. ' Also nur ein Verhaltnißmäßig kleiner Bruch- tbeil drs Ganzen beschaftigt fiel) mit der Hauptsache. Das übrige ist im wesentlichen Streitschrift, und in dieser Form wird sowohl in den vorbereitenden, wie in dL". bridrn _umfangreixhen Schlußabschnittsn (diesr beide zusammen 210'G8118n) nicht nur gelegentlich bcbandelt, was in dem vierren Abschnitt systemaiisch dargeiegt ist, sondern (36 wird darin auch vieles behandelt, was in drr systematix cn Darstellung einen Play hätte finden folien. Spezirll im srchstcn 51 schnitt, der die „Kritik“ bringt und einen übrraus drriwn Raum einnimmt (S, 291 bis 386), wird über das Wesen der Soziologie, über Comie's sozial- wiffenschaftliche Methodknlcbre, über seine Statik und Dynamik, wie über die soziale Normenlexhrk - wrnn auch mit polrmiscbkn Mitteln und in kriti chrr Absicht - writ menbr offcnbart, als in dem vorgenanntrn virrtenAbs niit, wo es hingehört Hatte. Dirie unökonomischx Behandlung führt Von selbst zu Wiederboiungey urid fortwährenden Hinweisen auf frühere Andrutungrn. Aber auch die Vorbrrcitsndcn Vetrachiungrn, die zu der Darstellung des Systcins fübrcn, nrhmen einen Umfang an, der die Uebersicht erschMri; auch 116 find Vorwiegend polsmiscber [)(-zw. apo- logeticher Natur. RECHT wertlwoli ist an sich der erste Abschnitf übrr Comte's Vorläufer m der cntwicklniigsgcschichtlichen Betrachtung» weise (S. 15 bis 42); aber Er schwebt in der Luft, Mil Vorhkr iiber- haupt Von dieser für Comic» charakteristischrn Mrtiwde nicht die Rede isi. Wir lernen ferner den CHarakterWund dir Weltanschauung Comte's, seinen aUgemcinrn philosophischrn Ständpunkt kennrn, woriibrr sich 70 stark Polemisck) bezw. apoiogriiscb griyaltrnr Sriirn Vrrbrcitcn, ohne daß der Leser vorher odcr zugleich m_ir drm Systmn bekannt grmachi wird. Der Biologie ais wisscnichaftlicbrr Vorbedingnng drr Soziologie werdcn 22 Sriirn gewidmrt. Das (11192; ist gewiß srbr iesZnSWLrtb, und gerade hierin bczrugt drr Vsrfasser umfassendr ichaßbare Krnntniffe; es wird dabei auch nichts übrrsrbcn, was zur Charaktrrifierung Von (&'!th Wcitansciwuung im ailgcmrincn wir seiner wiffrnscbaftlickwn A111chauungcn im besonderst: dicnt; abcr es ist dock) schließlich im Vergleich zur Darstellung des Systrms nur Beiwerk, dem thrils rim? falschr Stelle anxirwiesrn, tbrils einc durci) das Bedürfnis; der Apologie od€r_d('r Polemik hrrVorqcrufrnc zu große Ausdehnung grgcbrn ist. Was batte sich daraus mach [ass-Zn, wenn es, ohne Polemik, zur Darstellung drs Systems sslbst Vrrwrndct worden wäre! Dirscs wärs klarer, plastischer imd druiiich€r Hrrdor- grtrcirn, während es jeyi nur eincn ichmächtigcn Körprr hat.

Was. nun das Systcm scibst anbrtrifft, so existieren dariibrr in der] Schriften unserer Nationalökonomcn und Hilosopben ibciis schr abWreckpende, theils wieder schr ancrkemrrndc Yemrrkungcn. Aber die Darsisllung in dem Vorliegendcn Werk rcchtfrrtigt [61310178 nicht zur Gemigr. Dic Hauptdatc'n sind etwa folgendr: Comic stcilt die Familie als Grundlage der GescilsÖait [)in, die er als cinc-n Organis- Znus Erkannt hat, der ich nach fimdamrntalkn Gcschn angebliih zu tninier höherer Vervoll ommnung bis zur höchsirn ,ivilisxrtion ent- wickrlt. 'Die Eixtwickelung ist eine allgemeine», einc fort1chrittliche, (1er nicht gleichmäßige, sondern in Variationen oözillierende, die durch Eingriffe von Individurn oder Redolutionrn hervor- Érufrn werden. Das Gescß der Entwickelunxz bcstrht in drei

„radten _,theolo ische Phase, rational-metapbyjische und positiv- Mschscbafiltcbe P ase; diesen Stadirn der geistigen Entwickelung ent, rechen_ Ebensoiche Stadien in dcr matcriclLen, politischen und Lthtclxen, in welcher lcßteren ass zweites Stadium der AltruiSmuS ße enuher dem Egoismus überwiegt. So Etwa der Juhalx dcr . oztologie“ , d. b. der aus dem Wechsel der ErfahrungsthatyaMn Jbßezoaexten sozialen Geseße oder der Theorie des soziaien Lebens in Abstraktionen. Von der Soziologie grsondert ist die „soziale Normexilehre', d. 1). Sozialpolitik, wache Anweisung ertbeilt für die' Erreicburzg der Vollkommenheit, d. b. des Ziels dcs pofitivistischen Zeitglters' diese Anweisungen sind sittliche (altruistische) Volkserziebung, FÜR 6 Machtorganisation, Emanzipation der Frauen - das Ziel ein Idea , „das nur geträumt Werden kann. Das Systrm Ent- hält nicht nur Anerkennun der Naturnothwendigkeit, sondern auch der psychischen Freiheit, es enthält also die richtigen Grundlagen wie sie auch von den ersten Vertretern der dEUtschen Wissenschaft wenigstens ür die„VolkSwirtbichaxtslchre und auch tm weiieren Sinne für die ozialwissechaft aufgetelit worden smd. Aber hieraus erklärt sich ami), daß 0th aus Deutschland keinen maßgebenden Einfluß hat üben können; der Verfasser sprth sklbsi von einem Parallelismus zwischen (Comte und den Deutschen, ni t

' aber "" und mit Recht nicht -- von seiner Abbängi keit. Kann man

FULL solchen Umständen erwarten, daß Comte's Sy tem in Deutsch- and ortan mehr werde anerkannt werden? 'Was er „gedacht und FWU bat, Yigschon längst wenigstens im Prinzip von einer Richtung er Müsch issenschaft (parallel) Vertreten worden, und im einzelnen

enthält daß Sysiem, zumai in der vorliegenden Darstellung nichts,was k“?(sz Verleiten konnte, es in Deutschland zu größerer Anerkennung zu ringen.

Cdmtr's Bedeutung wird zunächst in der Be riindung der ,Soztoiogir“ gesucht. Aber es ist _auch heute noch ie Frage, ob d_i_e „.Soztologie“ als. besondere Wisienscßaft berechtigt ist. Die Sozwiogre soli die Wrffeirschaft Von der Entwickelung des menschlichen Gcmeuzsxbaftsiedens in seinen verscbirdenen Erscheinungen sein, deren gc enseiti (! Brziehungen “festgestellt werden sollen, um daraus eine abtrakte heorte der sozialen Entwickelung abzuleiten. Sie würde also „alles unifaffen, was das, menschliche Gemeinschaftsleben angeht und in verschiedenen anderen Dtßziplinen, wenn auch m anderer Weise, zum Ausdruck kommt: in Volkswirtbscbaftslrhre, (Geschichte Politik, Staatswzffenscha t, guidenen fie fich aufbauen soll. Wenn die So iologie eme Wissenscba ist, s;) hat sie die spekulative Aufga (: und sie muß „sich zum Ziel setzrn, _die ursächlich nothwendi en Kusan'imrnhgnge der sozralxn Erscheinungen zu erforschen. ie Schwierigkeit der Lös_ung dreier Aufgabe [irgt aber in der Doppelnatur der „sozialen Erschemuengen, die wie beim Menschen physisch und Psychisch sind. Das; bei pbyfiscben Erscheinungen Naturnotbwendigkeit besteht und ihre „Entwickrlung Naturgeseyen unterliegt, bedarf keines weiterer Nachweises. Die Flax]? aber ist die, ob auch für psychische Crichemunxzen eme _ solche kau ale Ursächlichkeit besteht, bezw. ob zu ihrer Er rundung dieiAnnabme' pbpfisÖ-kausaler Notbwendigkeit aus- reicht. te MJteriaiiften, Spmozrsten und Deterministen leugnen die Freiheit drs Wiiléns. Wer das thut, wird allerdings auch über die Möglichkeit sdzialer Naturgejeize mit fick) im Reinen sein. Aber hiermit ist die Frage nmz; iiicht entschirdcn. Entscheiden könnte man erst, 'Wenn man _ursachliche Zusammenhänge sozialer Erschei- nungen mrt drm Gewicht unfehlbarer Naturgesetze nachweist. Das ist aber noch nicht gescheben., Cowte glaubt dciran, daß; dies möglich sei; deshalb bat er die Soziologie als Wiffeiiicbaft aufgrsteiit, aber den oben geforderten chchweis hat er nicht erbracht und nach dieser Richtung hin glso nur eme Auf abe gestellt. Viele, die gleichsalis an die Möglichkeit sozialer. Naturgeixtse glauben, mögen die Berechtigung der Soziologie als Wissenschaft anerkennen, und der Verfasser des Vorliegendcn Werks thut dies. Dennoch kann er nicht umhin, in seiner Kritik (S. 317) „anzuerkennen, daß die Frage noch eine proble- matische sei. Dxmgemaß ist auch Comte's Verdienst mit der Be- gründung der „Soziologie' ein problematis rs. Anders steht Es mit seinem Verdienst um die fozialwissens aftliche Methoden- lehre. Er trat mtr der vergleich€nd historischen Methodr der herrschenden abstrakt deduktiVLn Methode wirksam und rpochemachend entgegen. Daneberi wandte er die naturwissrn- schaftliche Methode_an. Die EinWande, Miche egen die Anwendung der naturwissenicha'stlichen Mrtkwde auf die Er orscbung drs Gebiets der sozialen Erscheinungen brsonders von Dilthey erhoben werden, wsrden Von Waentig zu widerlegen Versucht. Wenn die naturwissrn- schaftliche MetHode schon auf dem Gebiet der Psychologie mit Erfolg und Anrrkennungangewandtwird, so kann diesfreilich auch aufdem psy o- Pbysscksen Gubiet drr sozialen Erscheinungen geséeben; man darf 61 rr nicht übersrhen, daß damit nur Arrasogirn ausale Doppelreihen, keine wirklichen Erkenntnisse auf Psychischem ebiet geschaffen werden. Das ist vielfach übersehen, namentiich in neuerer Zeit von L.Eumplo- wicz (Soziologir und Politik), der die naturwiffrnschaftlickye Methode angewandr hat und damit auch zu Schlußfolgerungcn über politische Grstaltungen der Zukunft kommen zu können glaubt -, ein Verfahren, Vor drmnicht genug gewarnt wcrden kann. Daß es aber überhaupt mit der natiirwissenichaftlichen oder aiich nur mit der Vergleichrnd-historischen Methode geliUFri wsrdr die soziale Entwickelung der Zukunft zu Ent- schleirrn, wie omte selbst hoffte„ muß als ausgeschlo rn erscheinen. Dis Einführung dsr Vergleichend-Historischen Methode bleibt gleichwohl sein Verdienst, ebenso dir entwickelungsgescbichtliche Betrachtungxöweise überbauvt. Auch srine biologische Auffassung “- er wird als Vorläufer von Darwm bezrichnct _ ist bemarkenßwerfb, ebrnso dic scharfa Betonung drs Altruismus in einer Zeit Wo das „Hilf Dir srlbst“ und das [47115363 - fairs dcr klasfiscbcn Nationalökonomie eine unumschränktc Herrschaft ausübte. Abrr das wirkiick) Pofitide - .Positiv“ nichr im Sinne seiner philosophischen Lehre des „Positi- vismus“, sondcrn das Rcale und Nüleiche ", was man seinkn Lehren rnt- nebmrn kann -- cs warrtx in derThat verschiedrne, fie haben sich zuletzt zu CiliCk 158010 isch-mystiichen abgewandelt - wird schwckr1ich heute noch fruchtbar gcma iwcrden könncn. - Wir Haben noch d€11 fiinftcn Abichnitt des vorlirgrnden Werk?; als an fich bcsondrrs werthdoll zu erwähnen:- rr umfaßt 114 Sritrn und Handelt von dem Einfluß Comte's aus die Wisirnsckyaft in_ Frankreich (der, wir gesagt, gering war) und in England, Wo cr tchr vici stärkrr war, und Von dem Parallrlismus zwischen Comte und der dcutjchen Wissenschaft. Aus eben diesem §€,)arallcli3mus ergiebt sich abcr auch, dai"; die deutsche Wissenschaft

Links Sysicms nicht bcdurft hat und bedürfen wird, Wenn fie auch den Namen des französisckwn Drukers, werl er die Nothwrndigkeit cincr wissenschaftlicbcn Zusammenfassung , der sozialen That- sachen so scharf betont, die verglrich§tid-historische Briracbtungs- weise im Grgensay zu der abstrakt-deduktiven Methode der sogenannten kiassischrn Nationalökonomie eingeführtöhai rind dabei von den radi- kalen matrrialistisahen Anschauungen des Ooztaltömus weit knilfernt war, stcts mit Holycr Achtung und Anerkennung zu ncnnen An haben wird. Dies festgestellt und nachgewiesen zu haben, ist das Ergebnis; dcr Waentig7schen Untersuchungcn.

Knnstangelkgrrik)eiten.

515; Die [eiiien Lieferungen Von Hirth's Fxxrmrnschaß ent- Haltcn einc Füile anrcgrnden Stoffs, aus allen Stilperioden. Die klassischc Kunst ist vertretendurch die Laokoongruppe und einen energisch charakterifierten römischen Bildnifzkopf der 1315110r11ézqa6 1160011200 in Paris; das Mittelaiter, welches im Verhältnis; zu den übrigen Epocbcn bishrr etwas stiefmütterlich behandelt Wordrn ist, steuert die CoSmatcnkanzel aus der Kathedrale inRavello aus dem )(!11. Jahrhundert und ein otbisrhes Kapitäl der Kathedrale zu Laon bei. Mit 11an t ist die iürlichc Kunst des Mittelalters, dic Schöpfungen, von unbedingter cbönheit au- zuweisen bat, vori der Veröffentlichung im Formenschaß io gut wie ausgeschlossen, Stchrrltch bieten sie dem modernen Kim tler eben- soviel Anrcgung, WW die naierormerisprache eines Hans Baldung Grien (Nr. 116) oder, der 1talienisxben Quattrocentisten (Nr. 132, 115, 118). Die italienische Kochrenaiffance repräsentieren Raffael (117), Tizian (134) und Z)) orone §120) auf malerischem, Gio- vanni da Bologna JZ?) auf bi dneriscßem Gebiet. Nordisches Kunßgewerbe des )(171. ahrbunderts m O_rnamentsticZTn und aus- gefü rten Werken, Reproduktionen nach Bildern von ubens und Rembrandt verwoilstandigen den Inhalt der beiden Hefte. Beson- ders reich aber ist die AuEwabl von Vdrlagen des französi chen Stils, Möbel, Skulpturen, Juweliermuster, Vignetten und dekorat ve Malerei umfassend. Schadow's „Grabmal des„Gra en von der Mark in der Foxcötheenkirche zu Berlin leitet schließli in die moderne Zeit

mu er.

:|:!: Die elite Lieferung chr im Verlag von F. Han stängl in München erscbenenden Zeitschrit .Die Kunst unserer eit" ent- hält emen warmen Nachruf an en zu "b der Kunét entri enen boch. begabten Bruno Prglbxin aus der eder Gott ried 5 oehm's, der mit Lichtdrucken nach einigen der hervorragendlsten Schöpfungen des Meisters iÜustriert ist. Darunter erweckt das un ätYst von einem hoch- herzigen Kunstfreunde der Berliner National- alerie gexcbenkte „Uorji-ur in 660“ besonderes Interesse. Voraussichtlich w rd die

N'atioqal-Galerie demnächst eine Sonderausstellung von Werken Ftßlbkm's veranstalten, die uns Gelegenheit bieten wird auf [ein „e enswerk naher einzugeben. - Der mit zahlreichen Abbildungen auszzestattete Bericht „über die diesjährige Ausstellung der Miinchener Sezession von 5«1,1.Spier scbliet mit einer be- berztßenSwertben „Mgbpung cm Künstler und Kunst eunde, über den klein ichen Parterzwrstrgkerien nicht die großen volkswirtbschaftlichen Fragen zit vergessen, zu deren Löfsung der heutige maffenbaxte Kunst- emed immer von neuem au fordert. Eine Organisa ion wird empfohlen, die gn'SteUe der vielfach willkürlichen Stipendienvertbei- [qu emen einheitlich verwalteten Kapitalfonds seßt, deffen Zinsen .in kleineren Quoten zur_ Linderrrng _der leider in stetem Waibsthum be- griffenen wirtbschaftlichen Mißjtande in jüngeren Künstlerkreisen ver- Wendet werden sollen.

* Katechi§mus der Malerei von K. Raupp. Zweite, Vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 50 in den Text gedruckten und 4 Tafeln Abbildungen. In Originai-Leinenband 3 „si Verlag yon J. J. Weber'm Leipzig. - Diese nach Erscheinen des Werks so rasch folgende zweite Auflage beweist, wie sehr das Buch Beifall ge- fundxn hat; In der Thai ist es auch dem Verfasser gelungen -- soweit es uberhaupt möglich 7, durch das geschriebene Wort Anleitung in einer Kunsi zu geben, die mehr als irgend eine andere zur Er- lernung des direkten Verkehrs mit dem Lehrer bedarf. Daß dieses Ziel erreicht Wurde, ohne das immer verwerfliche Hilmeittcl der An- fübrung'von Mairezepten zu bcnuxzen, ist ein auptvorzug des Werks. Wesentlich Vermehrt und Verbrffert, namentli in der Abtheilung der ,mechanisch-teckynischen Hilfsnnttel',kkann das erkcben allen angeben- den Künstlern sowie Dilettanten mit gutem Gewissen als das beste seiner Art emyfohlen werden.

L e x ika.

Von Meyer's „Kondersations-Lexikon bai soeben der sechste_ Band (,Cihif“ bis .Gaimerßbeim“) die Fresse verlassen. Wie dre „übrigen, großem Unternehmungen des ibiiograpbi chen Instituts in Leipzig einen unleugbar bahnbrechenden Einfluß au die Popularisierung der; modernen Wissens ausgeübt haben, so hat fich auch auf dem„Geb1ei der Lexiko raphie der „Große Meyer" in ebr- licher Arbrit emen angezetrbneten uf erworben. Der textliche Inhalt des sechstrn Bauder ke_nnzetchne1 fich zunächst durch die hervorragenden grograpbisch- geschichtltchen Artikei „Europa" und „Frankreich“. Der erstere ist reich mti kartographrschen Beigaben versehen, darunter eine Völker- und Sprachenkarte'und eine solche der Bevölkerungs- dichtigkeit Europas. ;- Auf 59 Seiten Text, unteritüßt Von einer Ueber- fichtskarte, elner Speztalkarie des nordöstlichen Theils und einer Geschichts- karte, bietet drr Artikel „Frankreich“ eine abgerundete und mit Klar- brit geschrisdene Darstellung der Geographie, der staatlichen Einrich- tungen und der Geschi tr “enes Landes, die dem Werts) einer Mono- graphie gleichkommt. ' teséelbe Brachtung Verdient die umfangreiche, Kindliche literar: eschtchtliche Arbeit über „Französische Literatur“. . eit emaßen techmixchen Artikxln begegnen wir unter den Stichworten: a rrad“ (mit Tafel), ,Farberei", .Feldeisenbaöncn“ (mit Tafel), . ernsprecher“ (mit 2 Tafeln), [eZterem in besonderer Ausführlichkeit durch die Einzeldarstelluncéen der Apparate, der Anlagen, Bau der Linien 2c., Trchnikl des Bririebs. „Eigentbümlich find ferner dem neuen Band eine Reihe Wichtiger strategischer Beiträge, die instrukiiv das , heutige „fachliche Wiffen über .Fecbtart", ,Fesdbefestigung“ mrt Textgbbildungen), ,Festung' (mit 3 Tafeln estungsbau“), Lftungskrieg" (mit 4 Talkeln), „Feuer“ (im mili- tärischen Sinne) darlkgkn. Glanzdoller A handlungen erfreuen Lich die Gebiete der diene u„nd der öffentlichen Wohlfahrt, 85 ha en daraus die Mitt er ungrn uber „Zetkin t" (Korpulrnz), ,Feuerschuß' (mit Tafri), „Feuersicher? Bai; onstru tionen“, ._Fruerspriße“ (mit Tafel), Fieber“, ,Flußver'unrcmrgung“ Anspruch aus vollétk Würdigung. Ein breites Feld ist endlich der Land- und Forstwirth chaft gewährt, der eine Reihe prgktiscbzverwrrthbarer Darstsllungen, wie isch- zucht“ (mit Tafel „Künstliche Fischzucht 1/11“), „Flachs' (mit ext- abbildungen), „Flurregslung“, .Forstscbulen', .Forstvrrwaltung', .Futtsr“ und .Fütterung„“ (mit cmsr farbigen Taiel:,Zu1ammen- seizung dcr Futtermrttei'), ,Futterbau“ (mit 2 Tafeln ,Futierpflanzcn“), „Futtrrberciinng', ,Futterbrrrchnung" ge- widmet sind. Auch die iliustratiVL AuÖstattung des vorliegenden Bandes Verdient bciondsre Anerkennung. Zu etwa250 einwandfreien Textbildern gcselien fich eine Anzahl von Sondertasxln in Holz chnitt und Farbendruck von prächtigrr Ausführung. So ist z. 5 . die Yrbendrucktafel „Farne 1“ wundervoii zu nennen, und mit gleichem

oblgefallen ruht das Auge auf den farbigen Bildern „Eudhorbiaceen', .Xlechtcn“ Und „Tropische Früchte“. 5Y_ußer dcn bxi den größeren Artikeln brreits genannten Tafeln in „Holzschnitt imd noch_ zu er- wäbncn die Tafeln „Eulen', ,Fis L_", „Fruchtformsnfx bcthderes Interesse erregt auch die kartograp iich? Örigadc „Fixiterne“ (Karie dss nördlichen Sternenhimmels).

_ Ein den Preußischen Landwirtbcn über ails Reichs: 1.an preußischen Gesrße und Verwaltungsbestimmungen in Bezirk] aus ihren wirth- schaftlichen, Priyatrn und öffentlichen Wirkungs reis Auskunft er- tbeilcndrs Nach7chlagebuch hat der Amtsrichter Max Löwenberg in Köln verfaßt. Es führt den Titel .Recbts- und Verwal- t,un s-Lexikon für den preußischen Landwirts)“, erschrint im erlage Von Paul Parey (Berlin 8117, Hcdemanxistraßr 10) und dürfte den Kreisen, für die es bestimmt ist, ebento wiilkommen sein, wie dessrlben Verfa ms mii Beifall gzrfgcnommrner .chhtsbeistand dcs Landwirt S'. Das Buck) brfleißrgt sich einer möglichst kompendiösrn Kaffung und bchriiigi daher den Ratbsucbendm nicbt ctwa mit dem vo 1tändigen_Te t alle'r in Betracht kommenden GefeLJrsparagrapbcn, sondrrn weiii i m den richtigen Wrg, wie cr in die * ehandlung dieser oder ikncr Frage rmzutreicn bat, wem er An- zei «! zu erstatten, von wem er Auskunft zu erbitten, k_urz, was ohne Saumniß in feiner ANTIK? enbeit zu geschehen Hat. Die Auögabe des Lexikons erfolgt in 15 iefgerungen zu je 1.“ Wir beiyalicn uns.!)or, auf das Buch nochxzurückzukommcn sobgld rs volistandig rrschienen ist, Was bis zum Schluß des Jaßrcs iertens der Verlagsbaiidlung

ver ro rn wird. sp ck Zeitschriften.

Das Oktobcr- ft der „Marine - Rundschau", E. S. Mittler und Sohn, *“ erlin) hat folgenden Inhalt: D'rr Cm der Gescbüßausbildung auf den Ausgang der englisch-amertk_amsch_en See- arfecbte in den Jahren 1812 und 1813. _ Welche Hafexi, m_ Oft- Asicn sind zu bestimmten Jabreözeiten als gesundhettßgeiabritcd zu meiden, welches sind die zu fürchtendrn Krankheiten und wie hiernach die Reisedispofitionrn für die an diesen Küsten auf Station liegenden Schiffe zu treffen? -- TranSportschiff .Jda". _- Aus den Berichten S. M. Schiffe an das Ober-Kommando der Mqrxne: Berndt des Kommandanten S. M. S. .Buffard", Korvetten-Kapttanß Scheder über das Einschreiten egen die rebellischen Ninas h_et Ama. I)?“ einer Kartenskizze.) ': eilungen aus fremden Marinen: Eng nd: Stapellauf des KreuTers 11. Klasse .Eclrpse.“ - Abänderungen bei den im Bau befindlaben Torpedobootöjagern. - Frankreich: Das neue Hochseetorpedoboot „Le Chevalier." - VminiÖtiei Staaten „von Amerika: Noch einiges von den Probefahrtrn der . nnoapolis. -- Das Torpedoboot ,Ericöjon." -- Argentinien: Pro rien deb Tor- pedokreuzers tria.“ - Sonstige Mittbetlrmgen: mietil pneumatisch? DMaxniitkanorÉnÉ -- KleinemüterbnaiaYm

ungen an er (: ne: üttversu *-

er onalnacbricbten und Mittheilun n MMW

en aus onen: 1. usammmftellung der Personalnackricbéen aus den .