1894 / 273 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 19 Nov 1894 18:00:01 GMT) scan diff

M sind, wie seinerßeit an dieser Stelle mitgetheilt wurde, “_ im , Frühjahr _ ieses Jahres auf Veraniaffun des »- Ru Iustths in einer amtlichen Ausgabe. im BuchLandel

erst!) enen. Fortseßung dieser Auggabe wird in den nächsten Ta en das vierte Buch veröffentlicht werden." Das fünfte Vu - Erbrecht - soll im Frühjahr 1895 nachfolgen.

Dxr Staats-Minister von Heyden hat Berlin verlassen und seinen Wohnstß in Kadow bei Völschow, Kreis Demmin, genommen.

Der General der Infanterie von Keßler, General- Inspxkteur des Militär-Erziebungs- und Bildungßwesens, hat Berlin verlassen.

Der General-Lieutenant Edler von der_Planiß ]., Kiznßmtandeur der Garde-KavaUerie-Division, ist hierher zurück: ge e r . '

An SteUe des Geheimen Ober-Negierungs-Naths Frei: herrn von Wilmowski ist der vortragende Rath im Ministerium für Landwirthschafi, Domänew und Forsten, Geheime Regierungs-Raih Sachs zum Kommissar des Ministers für Landwirthschaft, Domänen und Forsten bei dcr Ansiedelungskommission für Westpreußen und Posen besteUt worden.

Laut ielegraphischcr Mcldunq an das Obcr-Kommando der Marine ist S. M. „Cormoran“, Kommandant Korvetten-Kapitän Brinkmann, am 17. November in Port Said eingetroffen, und wollte am 18. November nach Aden in See gehen; deSgleichen ist S. M. S. „Gneisenau“ , Kom- mandant Korvetten-Kapitän da Fonseca-Wollhsim, am 16. d M. in Canea auf Kreta eingetroffkn.

Wilhelgnshavcn, 17. Novembcx. Das Flaggschiff der Kreuzer-Divinon „Irene“ Hat heute die Reise nach Osi-Asicn bei schönstem Wetter angetreten.

Elsaß-Lothringen.

Die dem Reichskanzler Fürsten zu Hohenlohe gestern in Straßburg dargebrachte Ovation nahm, wie ,W. T. B.“ berichtet, einen überaus län enden Verlauf, Vom Siatihalier-Palais bis zum Bahnho? bi deten gegen 200 Vereine aus der Stadt und dem ganzen Land mit Fahnen und weit über 8000 Fackeln und Lampions, _sowic die Studentenschaft der Universität Straßburg und die dortigen Schulen in Doppelreihen Spalier. Ueber zehntausend Zuschauer aus dem ganzen Lande füllten die Straßen. Nach 5 Uhrdracbten 700 Sänger dem Reichskanzler im Hofe des Palais eme Serenade dar. Danach empfing der Fürst den Festausschuß; der Bürgermeister Back hielt eine Anrede, die der Fürst in tiefer Bewegung dankend erwiderte. Auf der Fahrt zum Bahnhofs war der ganze Weg

"eingesäumt von der evöikerung, die dichigedrängi hinter den S alierbildenden stand; die äuser an dem Wege waren reich beZaggi, alle Fenster dtcht bc eßt. Lebhafte Hochrufe begleiteten den Wagen, in welchcm dcr Fürst an der Seite der Fürstin fuhr" diesem folgte ein zweiter Wagen, in welchem der Erbprinz, der 5ßrinz Alexander und die Prinzessin Elisabeth sick) befanden. Auf dem BahnFofe fand noch eine glänzende Schlußovation statt, die der iirft und seine (Gemahlin vom Kaiserzimmer aus entgegennahmen. Es erfolgte der Aufmarsch des ganzen uges. In einen wsitkiin widerhallcnden Hochruf auf den ürsten stimmten alle Anwesenden ein, die dann das Lied „Deuischland, Deutschland über Alles“ fangen. Die Ordnung und die Haltung der Bevölkerung waren MUstcrHaft. Um ZZZ JöLhr _.?0 Minuten reiste dcr Reichskanzler nach Baden- 0 en a .

Oefterreich-Ungarn.

Das „Fremdenblati“ bezeichnet alle in den Blättern vor- kommenden positiven Angaben über den Stand der öster- reichisch-französischen Verhandlungen in der Wein- zollfrage als ungenau. Die Verhandlungen seien überhaupt noch nicht so weit vorgeschritten, um dergleichen positiven Bc- hauptungen als Grundlage dienen 11 können.

Zu der Sißung des österreichschen Abgeordnsten-

an es vom Sonnabend erklärte der Minister-Präsident

Fürst Windischgräß in Beaniwortunxx einer Interpellation e

des Abg. (Heßmann und (Genossen in r Angelegenheit der angeblickYn Bestechung der „Neuen Freien Presse“ durch die bul- ' garische egierung:diechierung fei überhauptnichi in derLage, auf die Beziehungen und Bewegungen privater Taqkszeiiungen Ingerenz zu nehmen, solange nicht die bestehenden Gefeße davon irgendwie berührt würden. In dem_ vorliegenden, von den Jnterpellanten aufgeworfenen Falle könne ein Anlaß für die Regierung zu einer In erenz um so weniger gegeben sein, weil die in der Jntcrpe ation vor e_brachten und ihr zu Grundeliegenden Angaben durch einerlei Beweise glaubhaft gemacht seien, vielmehr die von den Jntcrpellanien ange: kührte Tageßzeiiung eine Reihe von autoritaiiven Erklärungen veröffentlicht habe, welche die qe en sie vorgebrachten . Behauptungen u entkräxten 11011 ommcn geei net er-

schienen., Unter ?olchen Um fänden enifalle für die egierung auch "eder AnlaZ, alle ene weiteren Fragen zu beantworten, die si für die nterpe anten als Fol erungen der von ihnen angeführten, ]edoch unermiesen geblie exten Aufstellungen er- eben hätten; die Regierung könne tm aUgemeinen nur * ihr Bedaucrn aussprechen, wenn Behauptungen , die außerhalb des Hauses stehende Persönlichkeiten zu ,schädi en geeignet seien, ohne _vorangegangene Prüfung auf ihre ichttgkeit zum Anla einer parlamentaris en Aktion enommen würden. Der A . Lueger _stellte den ringlichen

ntra , die Akten des eingeteilten Ger1chisvcrfahrens gegen einen mtsdiener des Ministeriums des Innern, der dem Verwaltungs-Rath Biel von der Versicherun Sgesellschafi „Phönix“ an eblich vertrauliche Miitheilun en betre s der Kon- trole derGeke schaftgkmachthabensolle dcmZause vorznle e_n und einem beson eren Ausschuß zu überweien. Nachdem der mister des Innern Marquis Bacquehcm und der Justiz- Minister Graf Schönborn konstatiert hatten, daß die eingeleitete Unter- suchung mit voller Strenge und Gewissenhafiigkeit geführt worden sei, und sich gegen die Dringlichkeit UUSgesprochen

Zotten wurde die DrinszlJichkcit abgelehnt und der Antrag einem uss uffe überwiesen. er Abg. Lueger wurde im Laufe der Debatte weqén beleidigender Aeußerungen gegen die Koalition, den DeutsÖ-Liberalen Wrabeß und den Präsidenten_ des Hauses dreimal zur Ordnung gerufen, Der Ab_g._Sp1ncic fragte an, ob es richti sei, _daß die italienische Re- gierung bei der österreichis en Re terung irgendwelche Schritte in der Angelegenheit der italicnis en Amtstafeln gethan abe, und ob die Regierung, wenn dies richttlg set, _dulden k _nne, daß andere Machte in rein interne An e egenheiten der_ oster- reichischen Monarchie sick) einmischten; erner ob der Negrexung die Stimmung der Radikalen sowie die der _It_ali_ener bekannt sei, die Istrien sammt dem Küstenlande a1S1tal1en1_fche Provinz betrachteten, die für Italien gewonnen wqrden musse.

Bei der am Sonnabend vorgenommenen Retchdxathsx Ersaßwahl in Kolin wuxde der Radikale Rasch1_n mri 247 Stimmen gewählt. Der ]ungczechische Kandidat erhielt 95, der altczechische 77 Stimmen. _ _

Wegen der Vorfälle in Pirano am 21. Oktoberfmd drci weiiere Verhaftungen vorgenommen worden.

Das ungarische Untexhaus trat vorgestern in die Spezialdebaiie Über das Budget ein. Mehrere Titel, daxunter der Haushalt des Königlichen Hoch und der DiSpofttions- fonds, wurden angenommen. Im Laufe der Debatte er- klärte dcr Minister-Präsident ])1“. Wekerle auf die von der Opposition geäußerten Wünsche nach einem hesonderen ungarifchen Hofhalie, er habe sein hierauf bezügliches Ver- sprechen, soweit es die staatSrecktliche Stellung Ungarns be- treffe gelöst. Der Minister-Präfident wies sodann auf die jüngste Anwesenheit des Königs von Serbien hin, bei welcher die siaaiSrechtliche Stellung Un arns vollständig_zum Ausdruck gekommen sei. Der innere Hof aushalt sei ein internes Recht Seiner Ma'estät, dock) werde er, der Minister-Präsident, auch in dieser eziehung seine Bemühun en fortseßen, damit_auch in dem inneren Hofhaushalt der CZarakier Seiner Maxestät als Köni von Ungarn zur Geltung komme?. Bei dem Titel „DisPosittonsfonds“ wies der Minister-Präsident den Vorwurf zurück, daß der DisvosttionYonds zur Subventionierung von Männern diene, welche die e ierung unterstüßien. Der Abg. Berzc v i czy erklärte, die libera ePartei voticre den DisP0siti0ns- fonds, weil sie zu der Regierung Vertrauen habe. . Bei der Position „Minister & 15113018“ bemängelte der Ab . Ugron, daß der Minister Graf Andraffy in einer Rede er [ärt habe, er wolle einen Auleeich mit starrem Konservatidmus auf- recht erhalten, und verlangte AUfklärungcn darüber. Der Minister-Präsident erwiderte, Graf AndrassiÄ habe nur im_ GFst der Erklärungen der Regierung bei deren mtsantriii ge pro cn.

Jm Finanzausschuß erklärte der ._Handels-Minister von Lukcics wiederholt, der ]Üngst -u fande gekommene Vertrag Über die Gründung der ungaris cn Dampfschiffahrts- Gesellschaft ändere nichts an der heutigen Lage der Donau- Dampfschiffahrt§-Gescl1schaft.

Frankreich.

In der vorgcstrigcn Sißung dcr Depuiirtenkammer richiete der Deputirte Graf Douvillc-Maillefeu eine Anfrage an die Regierung Über die Notkiwendigkeii, die drei: YWZMUIL Rente in eine zweieinhalbprozentige obne Vermehrung es Kapitals u konvertieren. Der Finanz-Minister Poin- caré; erklärte arauf, eine solch0 Konversion würde bei den gcgetiwärtigen Kursen schwierig sein, falls man sie nicht unter 11211 vornehmen wolle. Der Depuiirie Castelin inierpellierte die Regierung über die Ueberlastung dér Eisen- bahnangestellicn, indem er auf die Eiscnbahnkatastrophe von Apillr) hinweist. Der Minister der öffentlichen Ar- beiten Barihou erwiderte, er sei bemüht, soviel wie möglich eine Verminderung der Eisenbahnunfäüe her- beizuführen _und wirke fiir die Einführung des auto: matischen Systems der Weichenstellungs: und BremsfiJnale. Eine Uebexbiirdung der Beamten sei nicht vorhanden; ie in dieser Hinsicht erlassenen ministeriellen Verfügun en seien ur Ansführung gelangt; die Eisenbahn:Kompag11ien emühten Zick] anch um eine Vcrbxfferung ihres Materials. Der Unfall von Ypillt) ssi durch emen Jrrthum des dortigen Bahnhofs-Vor- 1tchers veranlaßt worden. Die Abgq. Castelin, Viviani und Pelletan verlangten cine Untersuchuna dcs Unfalles von Apillt). Der Minister lehnte die Unterxuchung 05 und verlangte eine das Vertrauen des Hauses aus rückcnde Tages: ordnung. Die Kammer UÜHUL cine s0lche Tageßordnung mit 416 gegen 61 Stimmen an und beschloß ferner, heute aus Anlaß der Bciseßung des Kaisers Alexander keine Sißung abzuhalten.

Die Madagaskar-Kommission hat sick) mit 9 gegen 2 Stimmen zu Gunstendcr Expedition und für Bewilligung des Hierfür geforderten Kredits von 65 Millionen Francs aus-

gesprochen. Rußland.

Der am Sonnabend in der Peter - Pauls - Kathedrale abgehaltenen Trauermcsse wohnten außer dem Kaiser, der Kaiserin-Witiwc und der Kaiserlichen Familie noch der König von Dänemark, der Prinz von Wales, der Herzog von Sachsen-Coburg und (Gotha, der König von Griechenland, der Prinz Heinrich von Preußen mit seinem Gefolge, der Erz- herzog CarlLudwig mit (Gefolge, de_r Fürstvon Montenegro, der &ng von York und die französische Delegation bei. Nach der5 _ esse bezeu te die ganée Kaiserliche amilie der Asche dcs verblichenen Kai ers ihre Exfurcht, das [eiche thaien hierauf sämmtliche anwesenden ausländischen Gäste. Um 4 Uhr fand eine Todtenmexse in _ der katholischen St. Kaibarinen-Ktrche statt, der die tanzöstsche Depuiation, der Botschafter (Graf von Montebello und die französische Kolonie beimohnten. An der Wand hinter dem Alth und au_f dcn Chören war das Wappen des Kaisers in Silber auf chwarzem Grund ange- bracht; vor dem Altar war in einer Gruppe von Palmen die mitYlumcn geschmückte Büste des verblichenen Kaisers auf: gcjie .

Der König Alexander von Serbien ist gestern um 10 Uhr 45Minu1en in St. Petersburg angekommen. Der Fürst Barjaiinski, dem zusammen mit dem Flügel- Adjutanten Schirkowitsch die Dienstleistung bei dem König übertragen ist, war demselben bis zur Grenze entgegen- Yfahren. Am Bahnhof, wo eine Ehrenwache vom

emcnow'schen Regiment aufJestht war, waren der russische Gesandte am Belgrader Hof Zerstani, der scrbi che Gesandte in St. Petersburg Wassiljewic mrt dem ersonal der Gefsandtschaft und einer Deputation der in _St. Petersburg an der Akademie verweilenden serbischen Offiziere und Stu- denten, sowie den Vertretern der_ serbischen Kolonie Protitsch und Popowitsck) zugegen. Der König wurde vom Großfürsten

Wladimir Alexandrowitsch empfangen und fuhr mit diesem

nach dem Winterpalqis. Um 11 Uhr 15 Minuten trafen der Prinz Ludwi von Bayern, der Prin Friedrick) August von a_chsen und der Herzo l_brecht von Württemberg em und wurden vom roszurften Alexis empfangen. Um 11 Uhr 45Min. erfolgte die Ankun t des P r inzen Ferdinand von Rumänien, den der zur Dienstleistung befohlcne Flügel -Adjuiant Nepokoitschiisky an der (Grenze be- qrüßt hatte. Am Bahnbofe, woselbst eine Ehrenwache des Vauls-Re iments aufgestellt und auch die rumänische Gesandt- chaft ers ienen war, wurde_ der Prinz von _dem (Großfürsten. aul begrüßt, mit dem er sich nach dem Wmterpalgis begab, Hier wurden die Gäste von dem Großfürsten „Konstantin Dimitri Konstantinowitsck), dem Prinzen Peter von Oldeiiburg, den Prinzen Eugen und Georg von Leuchtenberg, ferner von dem Kriegs- Minister und dem Marine-Minister empfangen. _Abends egen, 91/2 Uhr traf der Kronprinz von Italien ein. AuÖdem. Bahnhof war als Ehrenwache eine Abtheilung Eaxde- äger aufgestellt. Mit Höchstdemselben kamen der italtems e Bot: schafter Baron _ _ mandierte Oberst Bibikow an, welche dem Prinzen bis zur Grenze ent, egengefahren waren. Auf denz _BahnZofe waren zum mpfange außer dem Personal der italienischen ot- schaft und Mit liedern der italienischen Kolonie _anwesend: die Großfürsten W adimir, Sergius, Alexis, Konstantin und Dmitri Kon tantinowitsck), der Herzoöz Geor von Leuchtenberg _und der Prinz Ale ander von Olden urg Yer Großfürsinadimir gc- l_eitete den Zrinzen von Neapel in das Winterpalats. Außerdem sind zu den eiseßungsfeierlichkeiien eingetroffen: der Prinz von Siam nebst GefolJe, eine spanis e Deputation imter dem Herzog von A ba mit drei Sekretären, die Deputationen des Kaiser Alexander (Hardc-(Hrenadier-Regiments Nr. 1, ch 1. Westfälischen Husaren-Rc iments Nr. 8 und des Ulaneii: Regiments Kaiser Alexan er 111. von Rußland _(West: prcußisches) Nr. 1, des österreichischen 11. Ulanen-Regxmenis und de_s 61. Jnfanterie-Regiments. _ Die Veiseßung der Leiche des Kaisers Alexander ist offiziell auf heute Vormittag" estgeseßt. Dazu exschxmen außer dem Kaiser und der Kaiserli en amilic die aUSland1schen

Fürstlichkeiten und Gäste, die vers iedenen Würdenträger,

die_ _ Vertreter der Stände, das diplomatische _ Korps, Militär 2c. Der Kaiser, die auswärtigen Fürsten und dre _(Hroß- fürsten tragen den Sarg zur Gruft. Unter Salven dex: m der Peter- Pauls-Feftung befindlichen Artillerie erfolgt die Ver: scnkung des _Sarges. Hierauf werden die Kaiserlichen Regalien im Zexemomal iiach dem Winter:Valais zurückgebracht. _ Die „N0w010 Wremja“ meldet, daß, nachdem die Leiche- des Zaren in die (Gruft gesenkt ist, diese mit einem provisori- schen Grabmal versehen werden solle und darauf die Kränze

der Kaiserlichen Familie, rund herum diejenigen der aus: '

wßngcn Fürstlichkeiten und anderen Spender gelegt werden wur cn.

Yls Termin für die Vermählung des Kaisers ist der nachste Freitag festgeseßt. Die Kaiserin-Witiwe wird» LUX) [111116) der elben zu dem Großfürsten Georg nach dem Süden

egc en.

_Der _Kais er [)xit bestimmt, das; er das Präsidium in dem Cviätité fiir die Errichtung der sibirischen Eisenbahn behalten wo 6.

_ Der Vize-Gouverneur von Wilna Eustachius Scalon ist zum Gouverneur von Esthland ernannt worden.

Italien.

Eine am Sonnabend veröffentlichte Note der „Agenzia Stefani“ giebt eine Zusammenfassung der Königlichen Dekrete, durch die_vom 17 M. an eine neue Personalorgani- sqtion UU Ressort des Finanz-Ministeriums geschaffen Wird, wodurch cine Ersparnis; von 2900000Lire erzielt Wird.

Spanien.

In einer in der Nacht zum Sonntag in Madrid abge- haltenen republikanischen Versammlun kam es, nach einer Meldun des „W. T. B.“, zu Tbäilich eiten. Die An- wesenden vcrßinderten Salmeron am Sprechen. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.

Rumänien.

_ Der König und die Köni, in sind vorgestern Nack)- mttia, unter enthusiastischen Kun gehangen der Bevölkerung von 5 _ukarest nach Sinaia zurückgekehrt.

_ Dic Kammern sind zur ordentlichen Session auf den 27. November 0. St. einberufen worden.

Serbien.

Der Finanz-_Minifter eirowic hat fich in Angelegen- heiten seines Resyorts ins lusland be eben. In Bezug auf diese Reise veröffentlicht das gestern erscLienene amtliche Blatt emen Königlichen Ukas, worin unter dem Hinweise darauf, daß der Finanz=Minister Petrowic einige Zeit dem Amt fern- blciben werds, der Bauien-Ministcr dravkowic mit dessen Stellvertretung betraut wird. Der fas ist vom 13. November, dem Tage vor der Abreise des Königs, datiert.

Bulgarien.

Am Sonngbcnd Vormittag fand in Sofia in der St. GeorgsBastlika eine Gedenkfeier für den ürsten Alexander von Bulgarien, in Anwesenheit des rinzen Ferdinand von Sachsen-Cobur , der GräfinHarteiiau und der Minister statt. Der Prinz Ferdinand legte LMM Kranz am Grabe des verstorbenen Fürsten nieder, dassxlhs that eine Deputation des Regimenis Ale ander. Die (Hrafm . arienau wurde dem Prinzen durch den inifter-Präfidenicn toilow vorgestelli. Am Nachmitiag empfing der Prinz Ferdinand die Gräfin Hartenau und stattete ihr darauf einen ' esuck) ab. Amerika. _ Wie „W. T. B.“ aus Washington erfährt, hätten die Verhandlungen über den HandelSvertra zwischen ngan und den Vereinigten Staaten, ab, e?ehen von einigen unwi tigen Einzelheiten, zu einer Verstän igung ck_ührt. us Buenos Aires wird gemeldet, der Präsident der Vereinigten Staaten von Brasilien Moraes abe um den Frieden wieder erzustellen, den Gouverneur von io de Janeiro aufgefordert, seine Entlassung zu nehmen.

Asien.

Wie das „Neuter'kche Bureau“ aus Bomba voi) (Testern meldet, glaubt man da elbst, der Angriff der azir !? am 4. d. M. (siehe Nr. 261 5. Bl. vom 5. November) 0 “WF! Deserteuren des in Pendschab stationierten Jnfanter Regt- mcnis geleitet worden.

Marochetii und der zum Ehrendient km:

Nach einer Meldung desselben_ Bureaus aus Yokohama m Sonnabend sollte der Angriff der Japaner auf -Port Arthur von der Landseite _mit Unterstüßun seitens der latte am vergangenen Freitag erfolgen. as definitive Frgebniß werde für heute erwartet. - Der leßte Rekruten-

vo

jahr ang, der aus den erst in diesem Jahre das zun) Dienst „for etliche Alter erreichenden Leuten besteht, wird 1th ein- berufen.

Afrika.

Nach einer Meldung des „Reuier'fchen Bureaus“ aus Tanger ist der Aufstand, der im Süden zu Gunsten Muley Mohammed? ausgebrochen war, bee ndigt und der Handel wieder aufgenommen worden.

Nr. 46 des „thralbxatts der Bauverwaltung", herauögeqeben im * tnisiertum der öffentliÖenArbeiten, vom 17. November, hat folgenden Inhalt: Zur Baugeschi te des Reich§tagSHCUses- (Forli? ung)- - Die Umgestaliung der Ba nbofs- anla en m Dresden._ (S [U .) _- Zur Frage des Schienensioßes. Schéuß.) - Verm1schtes: retsbewerbung um Entwürfe für eine Höhere Mädchenschule in Darmstadt. - Preißaussckyreiben des Klubs österreichischer Eisenbahnbeamien. __ Erbaliun des Hsidelberger Schlosses. -- Bruchbelasiung einer Eisenbahnbrü e.

Statistik und Volkswirthsthast.

Zur Arbeiterbeweguna. In Leipzig fand am L?_?reiiag eine Von 700 bis 800 Personen "besuchte Vkrsammlung der uchdruckcr- und Schriftgießer- gebilfen statt, in der, wie die ,Lpz. Zig.“ berichtet, beschloffkn wurde, gegenüber einer von den Arbeitgebern an das Königlich sächfische Gesammt-Minisiyrium gcrichieten PLÜKOU cine Gegenpeiiiion dem Ministsrium zu überiendeq.

Hier in Berlin hat die Generalversammluna der Töpfer Berlins und der Umgegend vom 14. d. M. beschlossen, den ,Fensterstrike', nachdem er 5 Wochen gedauert und an ein Unter- bringen der noch Aussiändigen. nicht gedacht werdkn kann, aufzu- heben und die Unterstüßungsberechiigten noch für die Woche bis 17. d. M. zu unterstüyen. _

Aus Antwerpen wird der „Köln. Zig.“ _ berichtet, daß der Ausstand der Diamantenscbleifer bsendet ist. _

Zum Ausstand der schottischen Ber leute schreibt man der Londoner „Allg. Korr.“: Die Delegirtxn der chottischen Bergleute waren am Freitag in Glasgow verjammclt, um darüber zu beratben, welcbe Beschlüsse fie in der nächsten in Birmingham stattfindenden Jahreskonferenz des Bundcs dsr briiischen Bergleute vorlegen sollen. - Viele Ber leute haben ihre Wohnungen räumen müssen, besonders solche; die bei dem Strike in den Vorder-

, grund getreten smd.

Gesundheitéivesen, Thierkrankheiten und AbspetrungZ- Maßregeln.

Preußen.

Regierungsbezirk Gumbinnen. Durch Verfügung des Regierungs-Präsidenien vom 9. Nowember 1894 ist die Polizeider- ordnung vom 14. Juli d. J., betreffend die Sperrung des Kreises Tilsit und eines Theils des Kreises Ragnit (Ver [. „R.-A.' Nr. 171 vom 23. Juli 1894), mit dsm Ablauf des 12. 3 odember außer Kraft geseßt Worden. _ _

Regierungsbezirk Marienwerder. Durch Bchanni- machung des Re ierungs-Präsidknten Vom 30. Oktober 1894 ist die landespolizeiliche nordnung vom 12. September d. I., durch Welche der Ueberiritt Von Personen aus Rußland über die LandeSgrenze des Regierungsbezirks Marienwerder an andkren Stellen als auf dem Eifenbahnwege über Otiloischin und auf dem _Waffenge über Schilno verboten wurde (.R.-A.“ Nr. 225 vom 24. September 1894), wieder aufgehoben worden. _

Frankr 6111).

Durch ein im „Journal Officiel' veröffentlicbiss Dekret des Yrästdenien der Französischen Republik vom 19. Oktob€r1894 ist der 0er von Dünkirchen für die Einfuhr der auf dem SLLWLJ ein- gehenden Lumpen und adern geöffnet worden (Vergl. „„IT-A.“ Nr. 207 dom 2. September 18 2). Die Einfuhr der bézeichneten rodukte ist in Frankreich grundsä Zlicb auf die mit Qqaraniäne-Ansta ien der- sxbenen Häfen beschränkt und zur Zeit außer in Dünkirchen nur noch in Cher ourg, St. Nazaire, aiZiÜacdnd Marseiüe gestattet.

u arten. __ Kuiolge Beschlusses des Bußariscbcn Gesundhxitsratbs sind die fur eisende aus der euro äiscben ürkei, deren Gepack und Kleidungs- [tück angeordneten Maßna men aufgehobe'n und durch eine einfache arziliche Untersuchung in Hebibtcbévo ersexzt worden. (Vergl. „Reichs- Anzeiger" Nr. 248 Vom 20. Oktober d. J.)

Cholera.

Köni sbcrg, 17. November. Jn Langendoxf, Kreis ?Leblau, md der .Ostprcuß. Ztg.“ zufolgcs 2 Cholerafalle Vorge- ommen.

Danzig, 17. November. Aus Tolkemit wird gemeldet, daß daselbst 2 neue Cholerafälle konstatiert worden seien.

_ Wien, 18. Nodember. Nach den am 15., 16. und 17. d. M. hier eingetroffenen Nachrichten über den Stand der Cholera kamen an dZn gßnannten Tagen in Galizien 189 Erkrankungen und 110 Todes- faUe, m der Bukowina 1 Erkrankung und 1 Todssfakl vor.

Handel und Gewerbe.

Durch ein in der „Gazette of India“ vom 22. September d. J. veröffentlichtes (Heseß vom 17. August 5. 3. können auf Anordnung der Königin oder der Admiralität an jedem Ort emex britischen Besißung auch in FriedenSzeiien Prisen- gerichte eingerichtet werden, die au_f eme gegebenen Fallöxon dem Vize-Admiral der Vesißung er assene Prokiamation uber 13,211 Ausbruch des Krie es zwischen Großbritannien und emxr anderen Macht so?:wt in Wirksamkeit _treten. _ Zu §4ܧrlset1gerick)ten dürfen entweder koloniale Admiralitäthertchts- höe oder Vi e-Admiralitängerichtshöfc, die gegebenen Falls be_ onders u ?chaffen sind, bestimmt werden. Das (Geseß ent- halt auch orschriften über die Regelung des Verfahrens und des Kostenwesens vor den Prisengerichten.

Tägliche Wagengestellqu Jr Kohlen und Koks an der Ruhr und in berschlesien. „An der Ruhr sind am 17. d. M. gesteUt 12 305, nicht recht- IUÜL gestellt 586 Wagen. , In Oberschlesien sind am 15. d. M. gestellt 5164, nicht recht- KUÜJ gesieat keine Wagen; am 16. d. M. sind gestellt 5148, nicht kechtzettig gestellt keine Wagen.

wan s-Vcrsteigerungen.

Beim König?icheng Amtögericht 1 Berlin siatzden am 17. November die nachbezei neten Grundstücke zur Versietgerun : LWstssir. 21, der Frau *aufmann Henriette Berkiß, ge.

Malm gehörig ;. Fjäche 13,40 &; Nutzungswerth 18 260 «2, Mindestgebot 1500 «M; für das Meist ebot vm) 320 000 .“. wurde (55? KU- onna enfabrikant Lermann 5 räunltch, Wassergasse 16

"Use -_), Egrsieber. - oyenstr. 31, der Frau F. Hartwig

gehörig; Nuvungswerib 4110.46; für das Meisigebot von 115000.“ wurde der Reäsnungs-Ratb Ad. NosZ'ack, Zimmerstr. 22, Ersteher. _ Aufgebo en wurden die Term ne am 20. und 23. November 5. J. wegen der Versteigerun des Grundstücks Grenadiersir. 5, dem Gtxtsbesitzer G. Gotti alk geböri . _

Beim Königlichen mthericFi ]] Berlin sianden zur Versteig7erung: Das im Grundbuch von Lübars Band 6 Blatt Nr. _17 auf den Namen des Schneidermeifters Aug. Gierke zu Berlin, Brunnenstraße 37, eingetragene, zu Lübars belegene _Grund- stuck; Fläche 25,53 &; Mindestgebot 137 W; für das Metstgebot vo_n 6900 „45 wurde der Kaufmann Franz Bach zu Berlin, Alle Letpzi§rsiraße 21, Ersteher. - Das im Grundbuck) von Weißxn- see and 14 Blatt Nr. 376 auf den Namen des Maurerpoliers Otto Liebich zu Neu-Weißensee, Generalstr. 8, eingetxa ene, zu Weißensee belegene Grundstück; Fläche 12,62 &; Mm estgebot 798 „76; für das Meistgebot von 1000 „75 wurde der Kaufmann Franz Pernes zu Berlin, Karlstraße 25, Ersteher.

Berlin, 17. November. Wochenbericht für Stärke. Siärkefabrikate und Hülsenfrüchte von Max Saberskv, la. Kartoffelmehl 17F-17Z „ji. 12. Kartoffelstärke 17F-17F .“, (12. Karioffelstärkemehl 13-16 «;ck, feuchie Kartoffelstärke Fracht- parität Berlin 9,40 „16, Frankfurter Syrup-Fabriken zahlen nach Werkmeisiers Bericht fr. Fabrik 9,00 W, gelber Syrup 19-19Z .“, Kap.-Svrup 20Z-21 „M, Kap.-Cxport 21z-22 «ji. Karioffelzucker elber 1951-20 „ji, do. Kap. 20Y-21 .“, Rum-KUXeur 33-34 »“,

ier-Kuleur 32-34 „M, Dexirin, gelb und weiß, 12. 23-243; „ji, do. sekunda 21-22 „ii, Weizenstärke (kleinfi.) 25-27 „16, Weizenftärke ( roßi.) 33-35 „jc, HalTescbe und Schlesische 34-36 „45, eis ärke (Strahlen) 49-50 „M, do. (Stücken) 47-48 «M, Maisstärke 32-34 „ji. Schabestärke 30-31 5%, Viktoria-Erbsen 16-20 „15, Kocherbsen 1321-18 „45, grüne Erbsen 14-19 „M, Futtererbsen 12z-13 «FQ, inländische wei e Bohnen 22-24 „jk, Weiße Flachbobnen 24-26 914, ungaris e Bohnen 20-22 ck, galizische und russiscbe Bohnen 18-20 .“, roße neue Linsen 30-42 .,“, mittel Linsen 20-30 „ji, kleine Linsen 14-20 „16, Mohn, blauer 32-40 „M, do. weißer 40-46 „;ck, Hirse, weiße 18-20 .“, gelber Senf 20-26 „15., Hanfkörner 19 bis 20 „M, Buchweizen 13Z-15 „sé, Wirken 14-145 „jk, Pferdebobnen 12-12? „M, Leinsaat 20-21 «FQ, Mais loko 113-133 «M, Kümmel 54-60 „M, Leinkucben 12-13 „15, Rapskuchen 115-123 „sé, Roggenkleie 62-7 „M, Weizenkleie7-7F „46. pa. helle getr. Bierirebxr 28-300/0 10-10-Z „55, pa. Getreidescblempe 31-33 0/9 11Z_bis 12.) .“, pa. Maissckplempe 40-42 % 12Z-13é „jk, pa. Mglzkeime 8-9;* «16 (Alles per 100 RZ ab Bahn Berlin bei Partien don mindestens 10000 22.)

- In der außsrordentlicben GeneralVLrsammlung der Aktionäre der Berlinischcn Lebens - Versicherungs - (Hejellschafi Vom 17. d. M. wurde der Antrag der Direktion „zur Zeit Von einer Ansteüimg eines zweiten voUzieHenden Direktors abzusehen: genehmigt. Art. 24 der Verfassungsartikek - der im übrigen unverandcxt bleibt - wurde dahin erWLiiert, daß für die _die Geseüsckpaft verpflichtenden ErkTäxungen auch die Unterschriften zweier Prokuristen genügen. _

- Die Betrikbscinnahmen der Gotthardbahn betrugen tm Oktober 1894 für den Psrsonanrksbr 430000 (im Oktober 1893 400 000) Fr., für den Güterverkehr 1070 000 (im Oktober 1893 945 000) Fr., verschicdcne Einnabmcn 50 000 (im Oktober 1893 50 000) Fr., zusammt-n 1 550000 (im Oktober 1893 1395 000) Fr. Die Betriebsausgaben betrugen im Oktober 1894 700000 (im Oktober 1893 635 000) Fr. Demnach Uebsrschuß im Oktober 1894 850000 (im Oktober 1893 760 000) Fr.

Magdeburg, 17. November. (W. T. B.) uckerbericht. Kornzucker exkl., von 92 0/0 10,20, nene 10,15-10,25. ornzucker exkl., 88% Rendement 9,60-9,75, neue 9,65-9,75, Nachprodukte exkl., 75 0/0 Rendement 7,00-7,85. Ruhig. Brotraffinade 1 23,00. Brot- raninade 11. 22,75. (Gem. Raffinade mii Faß 22-22,75. Gem. Melis 1 mt 21,00. Sehr ruhig. Rohzucker [. Produkt Transito i. a. B.

am urg pr. November 9,62.) bez., 9,65 Br., vr. Dezember 9,60 d., 9,62) Br., pr. Januar-März 9,80 Ed., 9,85 Br., pr. April- Mai 10,00 bez., 10,02? Br. Ruhig.

Pkannbeim, 17. November. (W. T. B.) Pr_0duktenmarkt. Weizen pr. Nov. 13,60, pr. März 13,75, pr. Mat 13,90. Roggen pr. Nov. 11,95. pr. März 12,20, pr. Mai 1220. Hafer pr. Nov. 12,50, pr. März 12.75, pr. Mai 12,75. Mais pr. Nov. 12,40, pr. März12,20, pr. Mai 12,20.

Bremen, 17. November. (W. T. B.) Börsen-Schluß-Bericht. Raffiniertes Petroleum. (OffizieUe Notierung der Bremer Petroleum-Börse.) Ruhig. LokZ 4,90 Br. B gumwolle. Yiait. Upland middl. loko 281 „x. Schmalz. Ruhig. Wilcox 391- .,5, Armour shield 381 J, Cudaby 39.) 43, Fairbanks 30 „3. Speck. Ruhig. Short clear middl. loko 372. Taback. Umsaiz: 125 Faß Kentucky, 125 Seronen (Carmen.

Pest, 17. November. (W. T. B.) Produktenmarki. Weizen ruhig, per Herbst 7,11 Gd. 7,12 Br., pr. rühjahr 6,75 (Hd., 6,76-Br., Roggen pr. Frühjaßr 5,75 (Hd., 5,76 r., Hafsr vr. Früh- jahr 6,04 Gd, 6,06 Br., Mais pr. November 6,50 (Hd., 6,55 Br., pr. Mai-Iuni 6,09 Ed., 6,10 Vr. Koblraps pr. August-September 11,15 (Hd., 11,20 Br. _ _

Luxemburg, 17. November. (W._T. B.) Die Regtexung hat der Prinz-Henribahn die Konzession zum Bau einer _Etsen- bahnlinie Lu emburg-Petingen ertheilt. Es wird er- wartet, daß si durch diese Linie der internationale Verkehr zwischen Berlin und Paris über Luxemburg lenken dürfte. Die Prinz-Henribahn baut diesc Linis, obwohl sie eine Parallelbabn ihrer eigenen Strecke ist, weil auch die Wilhelm-Luxembur bahn um die Konzession Hierzu nacbgesucht hatte. Die Prinz-Henriba n ist ge- halten, den Bau ohne Verzögerung vorzunehmen, da andernfalls der Staat den Bau auf Kosten der GeseÜschaft ausführcn würde.

Verkehrs-Anftalten.

Laut Tele ramm aus Köln (Rhein) hat die zweite englische Voß über Ostende vom 17. d. M. in Koln den Anschluß nach Berlin Über ildesheim nicht erreicht. Grund: Verspätetes Eintreffen des artser Zuges in Herbesthal.

Bremen, 18. November. (W.T.B.) Norddeutscher onyd. Der Posidampfer .Willebad" hat am 16. November Nachmrtta s die Reise von Corunna nach Villa Garcia Figeseßt. Dex Po i- dampfer „München“ hat am 17. November or ens die Reise von Antwerpen nack) Bremen forigeseßt. Der eichs- ostdampfer „Gera' hat am 17.November Morgens Gibraltar pa fixrt. Der

0sidampfer.Dresden“ FTW 17. November Morgens in New- ork angekommen. Der eicbs-Posidampfer „Habsburg' tsi_ am 17. November Vormittags in Ad en angekommen. Der Reichs- Yostdampfer .Darmftadt“ hat am 17. November Vormittags ibraltar passiert. _ ambur , 17. November. (W.T.B.) Hamburg-Ameri- kani chePa etfahrt-Aktiengesellschaft. Der Schnelldampfer „Co umbia“ ist heute Morgen in Cuxhaven eingetroffen.

Triest, 17. November. (W. T. B.) Der Lloyddampfer .Thalia“ ist heute Nachmittag bier eingetroffen.

London, 17. November. W. T. B.) Der Casile-Dampfer „Roslin Castle“ ist auf der AuSreise heute von London ab- e angen.

g g Odessa, 17. Nodember. Das Bezirkßgeii that, wic .W.T. B.“ meldet, in dem Prozeß wegen Zusammen ioßesder Dampfer „Wladimir“ und .Columbia' die Kapitäne beider Schiffe für schuldig erkannt und dieselben zu einer Gefängni strafe von vier Monaten, sowie zu einer Kirchenbuße verurtbeilt. en ivilklägern wurden 230 000 Rubel, die von der russiséen Dampfschi abris-Ge- Zellschaft bei utreiben sind und 43 000 Ruhe, welche von dem Rheder er ,Colum ia" zu entricßien sind, zugesprochen. Gegen das Unheil wurde Berufung eingelegt.

Theater und Musik.

Lessing-Tbeater.

Das neue Lustspiel „Zwei Wappen“ von Oecar Blumen"- thal und Gustav Kabelbur ewann am Sonnabend bei keiner ersten Ausführung die ledbafte ei yabme des laeblustth i?qu 0. Der Zweck die er dramatischen Arbeit, über den man n t n Zweifel Lein kann, ein , cherfolg'_, wurde also g_lücklich erreicht. Leichter (: sonst aben sich die Verfaffer ihre Arbeizcéreilich dieSmal gemacht; weder auf die Entwickelun der Handlung_ 11 auf die Zeichnung der Charaktere haben sie Wert elegt oder wirkliche Sorgfalt und Arbeit verwendet; desto zahlreicher nden Wortwi e Anwendung. die sich namentlich die Hauptpersonen der n ung, der reiben! von Wei tin en und Mister For ier mit“ un laub icher Schla ferti ke zus leudern: jener der Vertreter des gesgchichilichen Erbade , dLes der Besißer auSgedebnter amerikanischer Schlächtereien, als Vertreter es Adels im sittlichen Sinne, der durch ehrliche bürgerliche Arbeit gewonnen werden kann; auch die Rede der übrigen Personen ist_ mit Wortspielen üppig geschmückt. Die Kinder der streikenden Vater, das Liebespaar des Lustspiels, das man die ober flächlitben Woriépielereien nicht gut mitmachen [affen kann, Und für den Ausdruck _i rer HerzenSempfindung fast allein auf einen nnigen kleinen Vierzetler und auf die gewöhnlichen schaus-oielerischen Außdruckßmittel angewiesen. - Den Vorgängen und den Handelnden Personen des Stücks standen dre Zuschauer demnach fast kühl gegenüber; eine eigentlich beba liche Stimmung konntefich nicbt durchringen; aber die Wive wurden leb aft belacht. - Die Darstellung kann als recht ge- lungen bezeichnet werden. Herr Waldow als Freiherr von Wet- ting_en und Zen Gytbery als deutsch-amerikanischer Schweine- schlacbier rien ihre Rollen mit drastischer Laune durch. Fett Kadelburg spieite den braden liebenswürdigen Lieb-

aber mit dem ihm eigenen Geschick, und Herr Schönfeld gab einen leichtfertigen Lebemann, der sich mit Hilfe einer jungen amerikanischen Brauerswittwe aus den Schulden beraus- hebt, mit trenherziger Einfaxt. Die Rollen der Damen Fräulein R_etiy_(Mary) und Fraulein Groß (Mistreß Stephensen) befißen keinen mdividuellen Charaiter;_ es genügte als 0, da die Darstellerinnen durch Anmuth und Lrebretz wirkten. Die Verfa er konnten na den Aktschlüffen unter dem Beifall der Zuschauer wiederholt an der Bühne Erscheinen.

Konzerte. '

Das Programm des leßten Liederabends der rau Lilli Lehmann,_ wel er am Freitag im Saal der Phi harmonie unixr zahlreicher * etheili ung des Publikums stattfand, enthielt aus- schließlich Lieder von_ No e_ri Franz. Die Sängerin, eine der be- deutendsten JnterprZimnen dtesex viel zu wenig gesungenen Lieder (deren Zgbl sich auf 280 belauft), traf, wie im .Franz-Abend des Vorigen Winters, wieder den _Ausdruck der klagenden wie der heiteren Stimmung mit unubertreffltchex Chqrakterisierung. Die außerordentlich deutliche Aus- sanchk, selbst im letfxsten Piano, war dabei wiederum zu rühmen. LOW Horer dankten fur dxn bezaubernden Vortrag der zwanzig Ge- sangs durcb lgnganbaliendx Beifaüsbezeugungen.

Die Alttsim anulxm Cäcilie Kloppenburg, welche als KonzZrt- und Oxatorxnsangerin bereits voriheilbaft bekannt ist, ab am Sonnabend tm GaalBechstein einen Liederabend, für wel en F1? Liedex von Brahms, Schumann, Wagner und anderen auSerwäblt

atie, die sie mtt klangvoller, in allen Lagen gleichmäßig leicht an- sprkchendcr Stimme und seelenvoÜem Vortrag trefflich zur Geltung brachte." Unter den neuere!) Liedern seien .Nachtlied“ von F.Kauffmann, .Porfrublina" yon E. Hine, E. _d7Albert's „Zur Drossel sprach der Fink“ und H. 0fm_ann"s „Zayersicht“ ganz besonders lobend hervor- gehoben. Die iamstin raulein Martha Saudan, die bereits in apderen Konzerten mitwir te, trug einige Klavierstücke von Gernsheim (tbxem Lehrer), Chopin, Rubinstein und anderen vor, in denen sie eine weit exxcwickelte technische Fertigkeit bewies; doch beeinträchtigte der ubermaßige Pedalgcbrauck) oft die Klarheit ihres Spiels. Beiden Künstlcrmnen Wurde reicher Beifail zu theil. -

Die oft und geri? gehörte Konzertsängerin Fräulein Helene Jordan gab Yestern im Saal der Sing-Akademie ein Konzert, welches sie _mit Heethoven7s .Mignon" und dreiLiedern von Brahms: ._Jmmer leiser wird mein Schlummer', „Wie Melodien zieht es mir [Else durch den Sinn" und „Der Kranz“ eröffnete. Diesen Liedern folgten noch mehrere andere von Kjerulf, Schubert, Schumann, Sta_nge,_ Ber erund anderen. _Die weiche und woblklingende Altstimme sdwte die i_ee envolle, oft “ties ergreiÖende Ausdrucksweise kamen in diesen (Gefangen aufs trefflicbste zur eltun . Herr Profi»? Carl Halit: er eute durch den Vortrag einer omanze von . Bruch und eines ndanies aus den Suiten Von F. Ries. Bxide Vortra- gxnde gewährten noch einige Zugaben, sodaß sich der Beifall bis zum “Schluß des Abends fortwahrend steigerte. Die Klavierbegleitung des Herrn W. Berger ist noch besonders lobend zu erwähnen.

_Im Königlichen Opernbause werden morgen Humperdinck's „Hansel und Grktel“ und Hummel's .Mara“ gegeben. Die Kapellmeister Weingartner und ])1'. Muck dirigieren. - Der Königliche Overnchor veranstaltet übermorgen, am Bu tage, Abends 7.) Uhr, im Königlichen Opernbause eine Auffü rung von Franz Liszt's Oratorium .Die Legende von der eiligen Elisa- beth" unter Kapellmeister Weingartner's Leitung und itwirkun der Königlichen Kapeile. Die Solopartien befinden Lich in den HYnden der Frau Su er (Elisabeth), der rau Goeße ( andgräfin Sophie), der HerrenBu ß (LandgrafLudwig), tammer (Land raf ermann und Kaijer Friedrich), Betz (Magnat), Mödlinger ( ene chakl). Das „Quartett der Engel“ wird von den Damen Dietrich, Weiß, Rot,- bauser, Deppe gesungen. Die öffentliche Hauptprobe findet mor en Mittags 12 Uhr, statt. Billets zu 2 und 1216 sind betBote u. ock und morgen an der AbendkaF des Königliäyen Opernhauses zu haben.

_ Im KöniFllichen S auspielhause geht MWM das Lusi- spiel „Wie die [ten sungen“ in Scene. Ende des onats ndet dx?) lerlsite _?thtxführung von Richard Skowronnek's neuem Luispiel a a ' a .

Am nächsten Sonntag MY im Berliner Theater wegen des Todtcnfestes die Nachmittags- orsieUung ausfallen. Am Abend wird - zum ersten Mal an dieser Bühne - Ernst von Wildenbrmb's Schauspiel ,Die HaubenlerÖe' gegeben. ___

Jm Lcssin -Theater wird für den nächsten Sonntag eine Aufführunxx von enrik Jbsen's Drama .GesYenster“ vorbereitet.

Im nachsten, 17.philbarmonifchen . onzert (am26.d.M. unterHof-Kapelimeister R.Strauß' Leitung) tritt zum ersten Mal im Na men dieser Konzerte der Violinviriuose Willy Burmester als S0 i_st auf. Auf vielseitigen Wunsch wird der Künstler das Paga- nini' che Violin-Konzert zum Vorirag bringen. Das Programm ent- hält au erdem das Vorspiel zu WaJner's „Tristan und Isolde“, die beiden ovitäten „Frühling“, Tonb ld _für OrchÄster von Glafounoff, und .Olaf's Hochzeitsreigen“ für Orchet r von . Bitter, sowie zum Schluß Beethoven's zweite Symphonie, D-äur.

Mannigfaltiges.

__ tt€"Oic;„c__Organc der B erlirxifczr_tGeTverÉvcihAussilengi dW a en 1 am vergangenen rei ag m y an e er re - Wilbelm-Victoria-Stiftung der Berliner Kan? !

des escbäftsfü renden AusschuLses voranßegangen war. Von eitm

des rbeitSausscY es konnte ervorgeho en werden, daß das *"

immer festere e

15. November sié

von den Aussie ern belegte

aus eseben worden. Die Gruppe xt „Optik und ieLOweise hat 450 111 Raum deansprmbt, während e auf der Chicagoer Aussie _ung auf einem Raum von 80 qm“ ee '

PreLe erhielt. Noch auf keiner Weltaussteaung haben Optik in:

Me anik so auSgedehnten laß ge üllt, wie dies auf der Betina»:

! Gewerbe-Ausstellung 1896 er Fa sein wird. Dabei wird dieseW

mann chaft in Treptow- zu einer Sitzun des Gesammtvorsiandes vereinigt, dem eine img-

talt gewinne, die Zahl der Aussteller bis zum, sehr erhebliY_ vermehrt *babe und insbesondere der,

aum, weit größer sei als e dvr- Mechanik“ bei-

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