1894 / 292 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 12 Dec 1894 18:00:01 GMT) scan diff

„..-„4- 4-4 «&..-1- :.., &»: "xe.“- :. . Y"

. ,im“Saal" er Sin

- außerordentlich“- von , Bangert.

Stimme der beliebten Sän *Au'sdrucksweise vereinigt.

.“ "tt'sUimmer abHeId', in w

liche Lieder

.?

' spielt, während die Sängerin

,?“ w en von der Kap au! eichjieten Dirigenten böcb eite Konzert von L

Die

zwar ni

chem die Begleitung

stem Beifall auf enommen.

Am Sonna end gab der Pianist Herr Wladimir von Pach- mgnn im Saal Bechstein einen Klavier-Abeiid, den er allein crus- füliie und zwar mit dem Vortrag klassischer „und nrnerrr Klaws;- Unter leßterrn brachte er besondrrs dre Werke Cbopinis tn einer so feinsinnigen und poesievolirn Außdrucksweise zu Gebör, daß ihm enthufiastiscber Beifall daiiir ALjchlaq, sem

er

fiückc'.

zqrtrr , dre perlendr

gesangreicber

Klarheit Tempobewegung, die Vermeidung drs Prdaigrbrauchs sind Vorzüge seines Spiels, die ihn über die meisten irinrr Kunstgenoffcn erheben. Niemals trachtetc er danach, mit rausckxrndcn Bravoureffektcn das Klavier orchrstral zu behandrln, fondrrn stets wahrt rr dic»: Grazir, die dem Jnstrumrni speziel] zu eigen i1t. Es scheint, das; dchümtler, der Vor mehreren Jahren hier berki1ssin drr Sin Akademie konzrrtiertr, seit dieser Zeit sich noch niehr Vervoükomm'net at. im Vortrag der Sonate Chopin's- (mit dem Trauermarsch) und in kleineren beliebten Stücken, Von drnrn er die 085-i1irr-Etüdr mit bauxe einer nie dagewesenen Schneliigkritdcs Tempos spielt?, sondern auch erkennen, mit drnen

Paffagrn ,

in den Beethoven'schen Variationen zu

er den

Ballade Nr.

zablrrirhere T

Gretel“

Abend von Schumann der unermüdliche , wiederholt hatte, trug er zum Schluß noch Liszt's schwierigr kleinere Stücke vor, denen er nach mehrmaligem Hervorrnf den 19-651; Walzer von Chopin binzufügte. Sein zweiter Klavierabend, der aus_den 13. Dr- zrmber angese t ist, wird gewiß nach drmErfolge drs crstrn einr ncih ßeilnabme zu erwarten babrn.

()

eröffnete und Künstler

und zwei

(Prter: Herr BLZ,

Fräulein Krainz) gegebrn.

„Mara“ LEddin: Herr SyiVa, Mara: Kapellmeister

Herr Kro op).

Die

und denen Mendelssohn

einige von

Im Königlichen Opernhause wird morgen „(Fänsxi und

Gretel: FräuWin Dieiri , Hierauf folgt Ferdinand Hummri's die Frau Pirrson, Dial: und ])r. Nicolaks Opsr

dirigieren. -- Am SylVLsteraber-id gelangt

,Die lustißen Weiber yon Windsor“, eseßt, untér Kapeilmcister Wcingartneris Lriirzns; zur Auf- Für Januar ist Gluck's „Iphigenie in Taurrö“ in Vor-

Im Königlichen Schauspiribausc qrbt morgen das Lust- ür Sonntag ist rinr

weise neu führung. bereitung.

spiel „Wie die Alten sungen“ in Scene.

Wiederholung der Gustav Adolf-Feicr (Prolog von Emil Tauberr mit lebenden Bildern) angeseßt. Hierauf wird zum ersten Mal Adolf

elle unter 'der enér

JU

Sucher

Zugabe.“ Den Beschluß des Abends machte Wagner's Vorspiel zu : ngern vonNürnberg', das gleich den vorausgeganaenen gischen Leitung seines | lobenswertb aus efüb t

Dem Naturell der Künstlerin

f 81be

er bekannte folgen ließ. Nachdem

diesen

Otto

neu einstudicri und tbeii-

11" S d r FWS" ster tan aun er on, we ge :! -Ykadechie stattfand, war gleich dem ersten zal) reich 5er t und_ brachte wiederum nur Gesänge t kraftige, aber sebr wohlklingénde erin ist stets mit zarter, tief empfindender ies gilt besonders von den Volksliedern edacbt', „Werbung“ und .Die Scheuerfrau am Christ- ein bekanntes Weihnackptrlted eine eigene geschickt damit der- bundene Melodie vorträgt. Leßteres, sowie einige der folgenden Lieder wurden auf Verlangen wiederholt. sagten die heiteren und idleischen Gesänge vor u Zweife zu, während Lieder, in denen sich energiicbe, rhythmisch? * eL

wie .Es ging_ein Soldat zum Exerzieren" Weniger gelangen. Samxnt- die der Komponist selbst brgieitete, wurden mit [rbbaric-

timmtbeit ausprägt,

tbril wurde. SSM

beziuberndrs

Dies war nicht nur

drsseibrn

rcrmm brin Mo Zi * ]Z-äur ?ttnd K:!“

ferner von Chopin:

J a g 11 statt.

und Königin Von dem

durch drn wribt worden.

- Piano, in schnrilster

ratbs, Wirklich€n Gehrimrn

Coscl angelrgt:

begeben batte. unmittelbar am

Stücke

Hrrannabrn Ihrer

Kirche

auf Wunsch Brim (Giockcn drr

Mristrrs

Häns El : Kirchentbür Gemeindr spirltc das

Mari“ mrnts dir BeetHOVcn'sÖe

rt's Streichquartett in Ug-äur, Vrahmö'Sextett ugbardt's neues Strei'chq , derAbonnementskarten für den 2. Cyclus kann bis eins lteßlich Sonn- abend, 22. d. M., Abends 6 Uhr, bet Bote u. B Wladimir von Pachmann wird in seinem zweiten Klavierabend an demselben Tage (Saal Bechstein) Weber's zweite große Songie, Brahmö' Capriccio 0 . 116, Werke von Schumanu und Liszt, allade (;.-111011, Nocturne 0x). 37, 11, Im. promptu op. 36, zwei Préludes aus 0x). 28,"Bercruse op. 57 und Valses op. 64 und 62 zu Gehör bringen. *

Jagd. Am Freitag, 14. d. M., findet Königliche Parforce: Stelldichein: Mittags 1 Uhr Jagdschloß Grune: wald, 11/4 Uhr am Saugartcn.

Mannigfaltiges.

Die unter dem Protektorat Ihrer Majrstat der Kaiserin Gebetmrn , Adler erbaute St. Jacobi-Kirchc in Luckenwalde ist heute General-Suprrintendenten Ein Kaiserlicher Sonderzug stand auf der; Anhalter Bahnhof bereit, um die Vertreterin Ihrer, Maxestat der Kanerux, Jbre Königliche Hoheit die Prinzessin Friedrich Leopold „niit Ge- folge nach Luckenwalde zu fübrrn, wohin, sich auch _der Minister der akistlicben 2T. Angelrgcnbciten 1)r. Bossr mtt dcm Geheimen Negtrrungs- Nail) Steinhausen, dem Präfidentrn des Edangeliscben Obrr-Ktrchn- Rail) 1). 111". Barkhausen, dcm Konsistorial - Präsidenten _Scbmidt, Grafen Hue de Grais, wwis dcm Landratb, Kammerherrn bon Luckranaldr hatrr Bahnhof _ eine mächtige Ehrenpfortc errichtet, und Tannr'nbaume, Flaggsn und Teppiche barten Vcrwrndung gcfundrn, nm biszum neuen GotteL- " Link: w'jrr rr'jmrrpbrÜjZ herzustellen. Die ' schon Vorher in der alten Kirrbr Versammcir, wo Superintendent Zander cinen AbschirdsgotteIdienit abgebgirrn hatie. ' dir ganze-(Hemeindc iu langem Zugr mtr dcm Krrcbengergtb u. s. w. nach dcm St. Jakobikirchplats zum Empfang der Ehrengastr bcgrben. Königlichen frierlichrs wurde von Fräulein Zandrr, drr mit cinrm portischrn Gruß empfangen und nahm aus deren Harid sowie Von Fräuirin Otto, drr Tochter ch Stadiderordnrten;Vorftebers, duftixzc Blumen rntgrgcn. Als gcistlicbrr Obrrbtrtr brgrußtc so'danKU (HirnrraleSuprrintsndcnt 1). Dryandrr die Vixrtretcrrn JhrrrMa1rstat mit kurzer Ansprache, drr Geheime Obrr-Baurati) Adler Uberrrtcbte drr Prinzessin dcn goldrnrn Schlüssel, dcn *Ybäoitdieielbe dem General- Superintendenten übrrgab, 'welchrr durch dcn Supermtendrntrn Zander aufschlieFZn _ lirsz, uiikforps drs Hymne „Dir _ ' Ewigen Ehre“ und den Chor „Siebr, wir preisen 1809, dir eruldrt Haben“ aus drm Oratorinm „Paulus' don MrndclIiobn-Barthoidy. Dann fiel der drxrch 80 Sänßcr Und Sängrrimtcn drrstärktr Kirchen- chor drr (Yirmcinde mit dem 100. Psalm „Jaucdzer dem Hrrrn aUc ert“ ein. Während drssen trat der Grncral-Supermtmdrnt 1"). Dryandrr vor den Yltar, Hinter dem das Herrliche Frnster leuchtrt€, das dre Gemeinde der Huld der Kaisrrin drrdankt Und das, als cm KunstWer boilrndctster Art aus den Atsliers des Königlichen Instituts für

uintett. Der Urukauscb rgel- und

erfolgen. _

wählte Thema

_Ober-Bauraik) Professor

1). Dryander feierlich ge-

dc'm Regierungs - Präsidrnten

Festschmuck

trieben Gasaustalt

hatte die

(Hrmeinde war Dann hatte sich

Hoheit begannen die Geläut. Die „Prinzesfin Tochter des Suprrmtendcntrn,

bramtr.

_ ezeicbnet. - Nach der H 'os'aunenbegleitung den Cboralvers „Mit unsrer Malin ift nichts get an', worauf Diakonus Voi t Gebet und Segen sprach Mit dem Choral „Großer Gott, wir lo en Dich“, sowie Orgelsyjei . und Geläut der Glocken schloß die Feier. Die noch einige" Zeit im Kreise der Vertreter“ der Bürgerschaft und der Gemeinde und kehrte sodann im Sonderzug nach 2 Uhr fand in Luckenwalde ein Festmahl statt, dem der Kammerber; Graf KelTer im Alierböcbsten Auftrage beiwobnte. *

Im großen Saale des Christlichen Vereins junger Männer Wilhelmstraße 34, wird am Freitag, Abends 7'Ubr, zum Besten, der Kasse drs Vereins„Dienst anArbeitslosen' tragSabend für Damen und Herren veranstaltet. Das dafür gg. „Die Arbeitlosigkeit und die Gesellschaft- soll in drei Abtheilungen behandelt werden, und zwar werden sprechen Geheimer Regierun s-Ratk) Profeffor ])1'. Adolf Wa ner über: .Die Schuld der Geselis aft“, Gebcimer Regierungs-Rat a. D. C. v Maffow-Potsdam übrr: „Die ' . Schriftstrller Constantiri Liebich über: ,Die Pfiicht der GesrÜschast'_ Der Eintriitspreis betragt 50 „3.

Königsberg i. Pr. bereiteten Nord-Ostdeutscben Gewerbe-Ausxstellung dürften sioh, nach den bishrrigrn Anmeldungen zu schließen, weit übcx 1000 Aussteller betbeiligen. (Grundfiäcbe belrgt. Wagenbau vertrten. Eine brsondrre Förderung folien dic Jntrrrffen der kleineren Handwrrker und (Hrwerbrtreibenden erfahren. sich aber Erst alimäbiicb zu einer .Vctbciligung entschließen könnrn, fo rst der Schlußtermin fiir die Anmeldungrn nunmehr nochmals, und zwar endgültig, bis zum 15. Januar 1895 vrrlängert wordrn. Vr- dingungen und Anmeldrformuiare versendet das Bureau drr Aus. stellung, Königsberg i. Pr., Brrgplaxz 15.

Posrn. Die Kanalisation des Wildabacbes ist in drr. leßrrn Monaten zu Ende geführt wordcn. drnen auch der Militärfiskus eincn erheblichrn Beitrag geleistrt bat, ist den schweren sanitären Urbrlständrn der Stadtgemeinde Posen imd der umlirgcndrn Vororte abgrboifrn.

Predigt sang die Gemeinde Min

Prinzessin verweilte Berlin zurück. Um

ein VVL“-

Gefahr für die Gesellsehaft", u??? An der bier für nächstes Jahr Vor-

Einige von diesen haben bis 1000 qm Aeufzersi vieiseitig sind die Möbelbranche und der

Da dies?

Durch diese Arbeit:", ZU

Rom, 11. Drzrmbrr. Bri Spinazzola in Apulien cr- rignete sich, dem „W. T. B.“ _ babnunglück, Die Brücke" über dcn Ofanw zwischen Brnoja und Rapolla, Welche Nn drm artgrschonc-„nen Fluß unterwübii war, stürzte in einrr Längc don zwanzig sammrn, als rin von Spinazzola kommender Prrsonenzu binübrrfubr. Dir Maschine, der Tcndrr und dir mriftrn Wagen J Acht Personen wnrdrn sckxwrr verwmndrt, darnntrr srrhs (Zise'nbain.

zufolge, grstrrn ein schwerrs Eisrn.

etrrn in drm Augrnblick zu-

ürztrn hinab.

Wäbrend des (Einzugs drr Gard? - Füsilier = Rrgi- Himmrl rühmen drs

Seinr Wribrrcdc knüpftr an

Budapest, 12. Dezember. haus nahm dcn Gescycmwurf Regelung der Handelsbcziehungcn ohne Debattc an.

Paris, 12. Dczcmbcr. Dcputirtenkammer Burdeau ist heute früh 8Uhr gestorben.

Wie vcrlautrt, hat die Regierung einen Geseßentwuri

Nack) Schluß der Redaktion cingrgangrnr

“Depeschen,

(W. T B.) Das Unter; über die provisorisrhc mit SPÜUTLN

(W. T. V.) Drr Präsidrnt dcr

Wilbrandt's Schauspiel .Der Königsbote“ gegeben. '

Jm Neuen Theater giebt am Sonntag_ Nachnnitch drr Verein für Volksunterbaltung eine _VorsteÜung, m der aus aus- gesprochenen Wunsch Lubliner's Lustspiel „Das nrue Sirick“ zur Aus- führung gelangt. .

Der leYte Abend des ]. Cyclus der Joacbrm-Quartett- Soiréen, tn wrirbem die Herren Mosrr (11. Viola) und Schratten- holz (Cello) mitwirkrn, findet morgrn, Donnerstag, statt. Das Pro-

GlaStnalerei berdorgeéangen ist. ' _ das von Ihrer Viajes är in die Altarbtbrl grschrtcbrne Wort aus Matth. 28,20 an: „Siebe,ich bin briEucb (1116 Tage, bis an drr Welt Ende“. Nach der Weihe spirits die Orgel drn Choral, „Allein (Gott in drr Höh' sei Ehr". Dir Liturgic hielt der Archidmkonus (Ebert, die Festprcdigt Suprrintendrut Zander als Oberpfarrrr der Gemeinde über Job. 8, 51: .So Jemand mcin Wort wird halten, der wird den de nicht sehen ewiglicb'. Auch dieses Wori'bat dre Kaixrrin in die: von Allerhöchstderselbrn geschrnktr Kanzelbibei Lin-

K

vorbrrritct, nach welchem der Familie des ohne Hinterlassung cines Vermögen?, verstorbenen Präsidenten der Deputirten- kammer Burdran cine Jahreswenfion von 10000 Fr. ankogc: zahlt werden soll.

(Fortsexzung drs Liiichtirmtlichcn in der Ersten und chiirii Beilage.)

Wettcrb

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Stationen.

Belmuüet. . Aberdeen . . Cbristiansund Kopenhagen . “Stockholm . * Zaparanda . t. etersbg. Mos au . . . Coerueens- torvn . . . Cherbourg. . lldter . . . . y . . . . burg . . winemünde Neufahrwaffer Memel . . . rig . ' . . * ünster. .

Karlörube . Wiesbaden . .

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Uebelrsicbt der Witterung.

estern Wenig der- un gleicbxnäßig ver- jheiltem Luftdrucke liegt über dem „europäischen Fest- lande, gegenüber einem umfangreichen Depreffionx- ebiete im hohen Nordweten. Bei schwacher metst füdwestlicber bis südöstlicher uftbewegurrg ist daHWetter mDeutschland kalt, theils heiter, theils neblig, ohne

Die Wetterla

ändert, ein Geb

meßbate Nieders wetter, nur an

punkt.

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8. Ganz DeutsYland

vlt und Helgo and sowe zu Memel liegt die Temperatur noch über dem Kaiserslautern. meldet ?, München und

Chemniß 81- Grad unter Null, Deutsche Scewarir.

1ch seit

'

bat rost-

GEfrier-

' von Ludwig Fu a.

Theater-Anzeigen.

9111175311671? Irijanspwle. Donnerstag: Overn- haus. _265. Vorstellung. Hänsel und Gretel. Märchrnwirl in 3 Bildern von Engrlbcrt Humxn'r- dinck. Text von Adelheid Wette. Jn Scene 9616731 vom Ober-Reirisseur Te laff.„ Drkorative Ein- richtung vom Obrr-Jnsdetor Brandt. Dirigrnt: Kapellmeister Sucher. Mara. Oper _ is'. ! Akt don Ferdinand Hummri. Trxt Von Y_[xrl Drlmar. Jn Scene grset _vom Obrr-Rrgißrur Teßwff. Dirigent: Kapo: mersier 111: Muck. An- fang 7.§ Uhr.

Schauspielhaus. 277. VorsteÜung. Wie die Alten sungen. Lustspirl in 4 Aufzü en von Karl Nie- mann. Ju Scene geseßt vom ber-Regiffeur Max Grube. Anfang 7T Uhr. , _

Freitag: Opernhaus. Kerne Vorstellung.

4.Symphonie-AbendderKöniglichenKapelle, (BeetHOVen-Abend.) Dirigent: Herr Felix Wein- gartner, Anfang 711151“; _

Mitta s 12 Uhr: Orfsentliäpe Hauptprobe.

Schauixpielbauß 278. Vorsteliung, Vom la_nd- wirthsrhastlichcn Balle. Lustspiel in 1 Auszug don Emil Pohl. - Halali. Lustspiel in 4 Auf- zügen Von Richard Skowronnek. Anfang 73 Uhr.

DMU'ÉZLF TYLÜWT. Donnerstag : Die Weber. Anfang 74 Uhr.

Freitag (14. Abonnements:Vorstellung): Blau. "- varieuue.

Sonnabend: Hamlet.

“Ekkünkk Theater. Donncrstag: Heim- gefunden. Anfang 71 Uhr. Freitag (15. Abonnements-Vorfteüung): Heim-

gefunden. Sonnabend: Madame _Sans-Géue.

MrMng-Tijeater. Donner§tag=3weiWappem Anfang 7T Uhr.

Freitag: Zivei Wappen.

Sonnabend: Erster Dusc-Abend. Die Camelien-Dame.

Resdrnz-Theater. Blumenstraße Nr. 9. Direktion: Si und Laufenburg. Donnerstag: Zum 39. Male: Ir Unterpräfekt. Schwank in 3 Akten von Leon Gaudillot. Deutsch von Max Schönau. - Vorher: Villa Vielliebcheu. Lust- Ni?1 b in 1 Akt von Benno Jacobson. Anfang

r. Freitag und folgende Tage: Der Unterpräfekt. - Villa Vielliebrheu.

UML,“! THW. Schiffbauerdamm 4a./5. Donnerstag : Figaro's Hoch eit. Lustspiel in 5 Akten von Beaumar is. Neu 1": rss? und bearbeitet

Anfang ?i- U 1“.

Freitag: Komödianten!

Sonnabrnd und Sonntag: Andrea.

Sonntag, Nachmittag: Volkstbümlichr Vorstriinng dSesülZJrrrins fiir VolkSUnterhaitung: Das neue

t .

Frrrdrrxi; - WUZJLLMÜÜDUWLI Theater. (Cixairffrefiraße 25/26.

Donnsrstag: Nru einstudiert: Pariser Leben. Komisch? Operrtfr in 4Aktrn nach dern Französiscbcn drs Mriihac und Halévy von Carl Trrumann. Musik Von Jaques Offenbach. Zn Scene grsryt Vom Obrr-Regissrur Herrn Bindrr. Dirigrnt: Hrrr Kapellmriftcr Ferron. Ermäßigte Preise der Pläße. Anfang 7? Uhr.

Sonnabend, drn 22. Dezember: Zum ersten Male im Friedrich-Wilbclmstädtiscbcn Theater: Mit durch- aus neurr glänzender Ausstattung: Orpheus in der Uutcrtvclt. Große Ausstattungsopcrettc. Mnfik von Jaques Offenbach.

Theaterblnterdeniiinden. Brbrenstr. 55/57. Dirrftir'n: Julius Fritzsche, Donnrrstag: Der luftiße Krieg. Operette in 3 Akten don F. 3811 und Kilb. Géné-e. Mufik don Jobann Strauß. Regie: Herr Unger. Dirigent: Herr Kapclimcistrr Frdermann. ** Léirrauf: Tanz-Divertissement. Arrangiert vom 5 alletmeistrr Hrrrn Louis Gundlach. Anfang W Uhr.

Sonntag, den 23. Dezembrr: Zum erstrn Male im Theater Unter den Linden: Boccaccio. Operette in 3 Aktén. Musik Von Franz von Suppé.

Zentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30 Direktion: Richard SchulZ. « Donnerstag: Emil Thomas a. G. Anna 5 äckers. Josefine Dora. Zum 105. Male: O, diese Berliner! Große

o e mit Gefan und Tanz in 6 Bildern (nach

ingré's „Neiße durch Berlin') von Julius Teil;]? Musik von Julius Einödshofer. 5Iins'ang k. Freitag: O, diese Berliner!

Adolph Ernß-Theater. Donnerstag: Lcßte Woche. Charleh's Tante. Schwank in 3 Akten von Brandon Thomas. - Vorher: Die ewige Brant, Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gesetzt von Ad. Ernst. Anfang 71- Uhr.

Freitag: Dieselbe Vorstellung,

n Vorbereitung: Gin fideles Corps. Große Gesangbpos e' mit Tanz. Nack) dem englischen „A Gareth _ trl“ frei bearbeitet bon Eduard Jacobson und Jean Kren.

Konzerte. Monzert-Hauz. Dobnnstag: Karl Meyder-

Kouzert. Out). „Maximilian Robespierre', Litolff.

Ouv. „Krondiamanien“, Aubcr. „Dir Schlittschuh- läufer', Walzrr v. WaldteuFrl. olonaifg 11-611; f. Violine v. Wirniawski (Hrn L.arnir_r). „Sing- dögrlcbc'n a. d. Thüringer Wald" f. Piston ".*. York)

(Herr Wrrnrr). * _

Zing-Aimdemie. Donnerstag, Anfang 71119: 17. Quartett-Abend ron Joachim. Kruse. Wirth, Hansmann.

Zaal Werhllrin. Linkstraße 42. Dormrröxag,

Anfang 8 Uhr: U. Klavicr-Abcnd don Wladimir v. Packxmann.

Zirkus Menz (Karlstraße). Donnerstag: Fünfte

Konkurrenz-Gala-VorstellunY. Wettstreir „drr brrvvrragendstcn Künstler u. Üjrstlerinnrn, jede Nummrr dopprir besetzt, u. a. Sranrlg („2115611119 (18 111 UQUW (“*ciriißxrt-ikm, ger. 1). 6 Damen 11. 6 Herren; d. ostpr. Hengst Edinburgh, Vorgxs. r. errn R. Renz; Doppeldoltige v. Hrrrrn Fajyio u. ustat); Doppel-Jongxerin v. Miß Agnes 11. Mr- Alfrrd; d. phänom. Oand-Equilibrisi Mr. _Julks Kellrr; Major Burk in seinen 1nilitär.Orrgmai- Excerzitien :c. Zum Schlukß: “1210 161 12a. Sen- sationelle Tänze, neue Mufi einlagen. Anfang 71 Uhr- Freitag: Zum 50. Male: “1110 161 1211.

Wi Familien-Nachriclxten.

Vrrlobt: Fri. Doris Roederer mit rn. Ober- Amtmann und Prem.-Lieut. a. D. Hi debert don Unwertb (Niesky-Scbmiegrode). - Frl. Elsk X).)?arx mit Hrn. Pastor Heinrich Gembus (Herms- dorf, Bez. BreElau-Ndr-Salzbrunn).

Verehrlicht: Hr. Wolfgan Frhr. Von der ©0113 mit Frl. Gertrud Heinß ( erlin).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Carmefin (Psarrbaus Luvow). «- Eine Tochter: _Hrn. Regierungs- Asseffor 1)r. Jentges (Düsseldorf). - Hrn. Frbkn- yon der Horst (Königsber . - Hrn. H. von Vüiow (Rodenwalde). - Hrn. Pfarrer Carl Har- bauien (Krosno). ,

Gestorben: Hr. Reichsgerichts-Ratb 1)r. Gclmer (Leipzig). -- Fr. Auguste von Münchhausen, Akb- von Wolff (Wiesbaden). -- Verw. Fr. Auguste

von, der Osten, geb. von Krause (Berlin).

Verantwortlicher Redakteur: I. V.: Siemenrotk) in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anftalt, Berlin Ms., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (einsehließnch Börsen-Beilage)-

G ék'r“ st e*c-Vke-ixlgg e

.. »zum Drutschrn-Reith-Anzeiger und- Königlich' Preußischen :Staats-Anzeiger.

„:“-;, M 7 “2920

Berlin,- Mittwock), den 12. Dezember

Deutscher Reichstag.

3. Sißung vom Dienstag, 11. Dezember, 121/2 Uhr.

Ueber den Beginn der Sißung ist bereits in der Nummer vom Dienstag berichtet worden. Die von dem Reichs- kanzler vor Eintritt in die Tagesordnung gehaltene Rede hat folgenden Wortlaut:

Reichskanzler Fürst zu .Hohcnlol)e:

Meine Herren! Wenn ich heute bei drr ersten Beratbung des Etats das Wort ergreife, so geschirbt es, um Ihnen meine Ansichten übrr einigr der wichtigsten Fragrn, die den Gegenstand Ihrer Beratbungcn in dcr grgenwärtigen Session bilden Werden, darzulegen.

Ic_h wiil anrn kein Prog ramm entwickeln. Ein solches würde nur dann am Platze sein, wenn mrin Eintritt in die Geschäfte mit einem sogenannten Systemwrcbsel verbundrn gewesen wäre. Das ist nicht der Fall und konnte um so weniger der Fal] sein, als die meistrn Gcsrßrntwürfe, die Ihnen vorgelegt werden, schon zur Zrit meines Herrn Amdeorgänger-Z beschloffen oder bor- bercitet Waren. Damit wil! ich nicht sagen, daß ich in allrn Punkten die Wege meines Vorgängers geben Werde. (Brady! rechts.) Aber das muß ich hrrdorhebrn, daß ich die Vollendeten Thatsachen zu respektieren habe, und daß ich dir vertragsmäßig eingegangenrn Ver- piiichtungen loyal ausführen werde.

Ich bcrübre nun zunächst die Finanzfragr. Drr Etat wird bon sachkundiger Seite durch den Hrrrn Staatssekretär des Schatz- amts erläutert werden. Ich kann mich dabrr fiir jrtzt darauf be- schränken, auf Einen Punkt, drr. mir im Interesse des Reichs drr wichtigste scheini, hinzuwriscn. Es ist das Verhältniß drs Rrichs zu dem Einzelstaaten in finanzielirr chiebung. (Sehr richtig! rrchtS.) Eine Abhilfc scheint mir bier dringend JLbOtEU. (Sebr Wahr! rechts.)

In der That bictrt aucb drr dorlirgrndr Abschluß drs Etats- enfwurfs noch das Bild drs Zufalis, wie es sich für die leistungs- Verpfiichtrtcn Bunderstaatrn anäHrlich aus drm Verhältniß drr Matrikularbeiträgr zu den Ucbrrwrisungen rrgicbt.

Dir Bribsbaliung dirsrr in der Verfassung als rin Vorüber- grbrndcr Notbbrhrls' gedachtrn Einrichtung birgt sowohl für dir innerr politische Frstigkrit des Rrichs wie für die hausbältrrischr Ordnung der Bundesstaaten dir. schrverstrn Gefahren in sich. Das Rcich hat zWUr cin Drfizit nicht zu fürchten, Wril es in drr Lage ist, für seine steigrnden, durch eigene Einnahmrn nicht grdrckien Be?- dürfniffe ftrts die Stenrrkraft drr Einzrlstaatrn in Anspruch zu nrbmen. Diese finanzieÜe Haftbarkeit der Einzelstaatc'n ersch€int abrr gcrignrt, im Reich das (Gefühl drr Vrrantwortiicbkeit für dir Beschaffung don Drckungsmitteln zu mindsrn und läßt eine formalr Grenze?, wie „solche im Einzelstaat gegenüber drn wachsenden Fordrrungrn drr Ressorts gegrben ist, vermiffrn. Noch schwerer wir die Höhr drr Lristung drückt die: in dem schwan- kenden Verhältniss zwischen Ueberweisungen briträgrn liegrndr Unsicherheit auf die Finanzpolitik der Linzrlnrn VUnd-Zsstaakrn, welcbe trotz aller Pläne: und Voraurfichten von der wrchsrlndcn Gestaltung der Reichsfinanzen abhängt. Eine Finanzreform, wclche: dieses bedenkliche finanzirllr Abhängigkrits- Vcrhältniß brseitigt, ohne die födrratiVe Jnterrffengcmrinsckyaft zu lockern, ist fiir das Reich eine politische, für die Bundrsstaatrn kino staatswirtbschaftlichc Notbwendigkrit. (Sehr wahr! rrchts.) CS muß hirrnach daran festßrbaitcn werden, jrnrs Ziel auf der allgemeinen Grundlage drs vorjäbrigcn Entwurfs, wrnn auch in irrsentlick) brsckyränktrm Umfange, zu errricbcn.

Im Zusammenhang mit drr Gestaltung unsrrrr Finanzrn strbt dirKolonialfrage. '

Als jüngste Macht ist das Drutsche Reich in eine Kolonial- politik cingrtrrtrn. Die Brweggründe, welche das Reich dazu grführt LTR", find wirthschaftlicher, nationalcr und religiöser . atur.

Schon dor der Begründung des Reichs haben einfichtige Männer darauf hingrwirsen, daß Deutschland, um fich drn Wrttbrwrrb auf dem Writmarkt zu sichern und damit auch seine internationale Macbtsteliung zu bewahren, darauf bedacht sein müsse, fich neue und unabhängige übrrseeischc Abfaßgebirtc zu schaffrn und den übrrschießenden Kräften der Hrimatb, statt sie fich zu entfremden, einen neuen Raum zur Ent- faltung zu gewähren. Dir bisherige Entwickelung in drm kurzrn Zeitraum von 10 Jahren hat bewirsen - und die dem Reichstag vorgelegten Denkschriften [rgten dayton Zeugniß ab «, daß diese Auf- fassung zutrifft. Der Handel in unseren Kolonien nimmt, wenn auch nur allmählich, zu; die Piantagen, Wenn auch untrr schwerer Arbeit und Opfern, gewinnen an AuSdebnung, und große Gebiete sind geeignet, deutschen Aquanderern eine Existenz zu gewähren. (Sehr richtig! rechts.)

Die koloniale Bewegung ist aber auch eine nationale, Sie ist dem erstarkten Nationalgefübl entsprungen, Welches nach Gründung des Reichs ein Feld der Thätigkeit für das gekräftigte nationale Empfinden sucht; sie ist eine werthvolle Stärkung des Einheithedankcns, und keine Regierung wird dieses neue und feste, die einzelnen Stämme der Nation und die Verschiedenen Schichten der Bevölkerung um- YliixßetZde Band entbehren können und Wollen. (Bravo! don Mehreren

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Die deutsche Kolonialpolitik hat aber auch eine ideale und religiöse Grundlage. Es wäre eine Minderung des drutscben Namens in der Welt, wenn nicht auch das deutsche Volk theilnehmen wölite an der Kulturmissron, welche die leßten Greuel der Sklaverei béselkigt und das Licht des Christentbums in den dunklen Welttheil bineinträgt. (Bravo !)

_ Diese verschiedenen Beweggründe traten zu Anfang vereinzelt aun. fie treffen mehr und mehr zusammen, und die verbündeten ,„egiekunßen smd entschlossen, jede dieser Richtungen gleichmäßig zu fordern: (Bravo!)

Die Aufrechthaltung unseres Kolonialbefiyes isi ein Gebot

Und Matrikular-

Unserer nationalen Ehre und ein Zeichen unseres nationalen Am"

sehens. Wir werden ibn zu vertbeidigen wissen. (Lebhaftes Bravo.) Wir werden ihn aber so gestalten müssen, daß rr wirtbschaftliche Srlbftändigfeit erlangt, von den Nachbargebietcn nicbt übrrflüzelt wird, und daß die Zukunft der deutschen Kolonialpolitik nicht beeinträchtigt wird. (Bravo! auf allen Seiten.) Zur Erlangung dieses Zieles bedarf die Regierung der Unterstüßung aller Kräfte der Nation. Sie wird am Wenigstrn auf die Unter- stützung der christlichen Missionsgesellschaften Verzichten (Bravo! rechts und in der Mitte), ohne deren opferfreudige und segens- reiche Thätigkeit das gesammte Kolonialwrrk in Frage gestellt wäre. Die Regierung wird ihrerseits “die Misfionen auf alle Weise fördern und ibnen dir vokle Freiheit in der Ausübung ihres Berufs in allen Schu§gebieten gestatten. (Brado !) Wie dies bereits schon einmal an dieser Stelle herborgrhoben worden ist, wird die durch die Cougoakte gewäbrie Kultusfreibeit auch in denjenigen Gebieten brobachtet werdrn, auf welche fie formell keine Anwendung findet. (Bravo !) Bei Beobachtung dieser Grundsäße hoffen die Verbündeten Regierungen, die thätigen Anhänger der Kolonialpolitik zu neuem Eifrr zu ermuntern und die Schußgebieie dem aligemeinen Besten nußbar zu machen, ohne.». durch übertriebene Maßnahmen andere wichtige Interessen des Reichs bloßzustrisrn.

Die don Jahr zu Jahr glücklicherweisesick) steigernden Handels- beziebungen über See [cgrn der Rrgierung die erhöhte Pflicht auf, den deutscbrn Unternehmern mit ihrem Schuß zu folgrn. In wirksamer Weise wird er nur yon unserrn Kriegsschiffen grleiftrt werden können, und die Anwesenheit deutscher Geschwader in den chilenischen, brasilianischen und chinrfischen Gewäffrrn hat Leben und Eigentbum der Reichsangrhbrigen vor Unheil bewahrt. Es hat sich aber gerade im [eyten Jahre gczrigt, daß, wenn an der- schicden€n THeilen der Erde kriegrrisch oder sonstige Unruhen aus- brrcben, unsere Krruzer nicht aUSreichen, um den bedrobten Lands- lrutrn die erbrtrnr Hilfe zu leisten. Disse allseitig bekannt und fühlbar grwordenen Urbelstände legen und die Pflicht auf, unsere Kriegsmarine derartig zu vergrößern, daß fir: mindestens im stande ist, unsrren übersrrischen Jntereffrn den Schuß zu gewähren, obne

_ WL[chkn Unternehmungrn des Handels und Verkehrs überhaupt nicht

brstrhrn können.

Es ist Line unbestrittene und beklagenswcrtbe Thatsache, daß die Lage der deutschen Landwirthschaft infolgr des Wettbewerbs großer fruchtbarer Länderstrccken und durch die in ungeahntem'Umfang Ver- mrbrtrn Verkehrswege im [Wien Jahrzehnt eine sehr ungünstige ge- worden ist. (Sehr richtig! rechts.)

Zwar kann ich nicht anerkennrn, daß Industrie und Landwirt!)- schaft im Gegensatz zu einander stehen. Ich muß aber zugeben, daß die geseygebrrischen Maßnahmen der lrxzten Jahre drr Natur der Sache nach mehr der Industrie, als der Landwirtbschaft zu gute gekommen smd (hört, Hört! r€chts), und daß die letztere einer besonderrn Pflkge der Rrgirrungen bedarf, um den Vorsprung einzuholen, den die ersterr gewonnen hat. (Brady! rrchts.) Es ist eine vrrantwortungWoÜe Aufgabr, die greignetrn Mittel zu finden, um berrchtigte Wünsche zu erfüllen. Wir woÜen unserr Kräftk nicht in drr Lösung unerfiiil- barer Probletne Vrrbraucbrn, aber wir wrrden mit Ernst und gujem Wilien die Ursachen des Urbels zu Heilrn suchen. (Bravo! rechts.)

Was die allgemeinen wirtbschaftlichen Verhältnisse brtrifft, so wird der einmal betretene Weg zur Erhaltung des Mitt?!- standrs und zur Förderung drs Wohl?) der unteren Volkskiaffen nicht mrbr vrrlaffcn wrrden. Dic Gcwrrbegrseßgebung kann noch nicht als abg€sck)[ossen brtrachtet werden. Einige Auswüchse des Hausirr- Handels müffen brseitigt wcrden (Brady! rechts), um dir Hand- werkrr und kleineren Kaufieute zu schützen. Den gleichen Zweck hat der Geseßrntwurf, erchrr den Waarendrrkauf von Konsumvereinrn an Nichtmitglieder vrrbirtet. Eine unrichtigr Praxis hat das G6- noffenschaftswcsrn aus dem ihm zugrwiescncn Rahmen heraus- treten lassen.

Die seit Jahren angebabriren Maßnahmen zum Wohl der arbeitenden Klassen und zur Abwendung der Erfahren, wciche dcm Leben und der Gesundheit der Arbeiter in den größeren Betrieben droben, bedürfen einer Ergänzung, bri welcher der Grficbfspunkt der Schonung der Konkurrenzfäbigkeit unserer Industrie im eigenen Interesse der Arbeiter nicht außer Acht gelassen werden darf.

Vcrscbiedrne Einrichtungrn auf dem Gebiete drs Vers icherangS" wesens haben fick) zu verwickelt erwiesen und sind zum theil für die Arbeitgeber, zum theil für die Arbeitnehmer mit so virlen

_Briästigungrn verbunden (frbr wahr! rechts), daß die aus jenen Ein-

richtungen erhofften Wohltbairn in ihrer Wirkung geschmälert werden. (Sehr richtig! rechts.) In dieser Beziehung Verbesserungen herbei- zuführen, wird die Sorge der verbündeten Regierungen sein. (Lebhaftes Bravo.)

Die Erfahrungen auf dem Gebiete des Börsenwesrns haben zu dem Ergebnis; geführt, daß ein Entwurf über die Ordnung der Börse in Vorbereitung begriffen ist. Es wird fich nur darum handrln können, die Auswüchse zu beseitigen, welche durch mißbräuchliche Benußung der Börseneinrichtungen zum Schaden der Börse selbst und unseres ganzen wirtbscbaftlicben Lebens entstanden find. Je mehr es gelingt, disse Auswüchse zu beseitigen, desto größer wird der Nußen sein, der dadurch dem reellen und soliden Börsenverkebr erwächst, der ohne Schädigung unserer internationalen Handelsbeziebungen nicht be- einträchtigt werden kann.

Eine wichtige Vorlage ist der Geseßentwurf, welcher Er- gänzungen des Strafgeseßbuchs, des Militär-Strafgeseybuchs und des Gesetzes über die Presse, zum Gegenstande hat. Es ist dies keine aus augenblicklicher Stimmung oder vorübergehender Erregung hervor- gegangene Vorlage. Sie ist vielmehr das Echo immer lauter ge- äußerter Wünsche Weitester Volkskreise (sebr wahr! rechts), die mit wachsender Besorgniß den LebenSnerv des Staats bedroht sehen. Es kann nicht geleugnet werden, daß diese Besorgnisse begründet sind und zum tbeil ihre Ursache darin finden, daß durch das Reicbs-Straf- geseßbucb bewährte Vorschriften, wie sie in der Geseßgebung der ein-

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zelnen deutschen Staaten bestanden batten, obne Ersaß aufgehoben worden sind. Man batbersucht, auf dem Wege des AuSnabmegeseßes vom 25. Oktober 1878 Abhilfe zu schaffen. Ob das Gesch gute oder geringe Wirkung gehabt hat, lasse ich dahingestellt. Man hat es wieder faÜen lassen, und die gegen die Monarchie,-die Religion und alle Grundlagen unserer Staats- und Gesellschaftßordnung gerichteten Bestrebungen konnten ungehindert ihren Fortgang nehmen. Dem kann der Staat nicht untbätig zusehen. (Sehr wabri rechts.) Wir suchen die Abhilfe nicht in einem AuSnabmegesey, aber in einer Verschärfung und Ergänzung der Bestimmungen des gemeinen Rechts. (Bram)! rechts.) Wir werden Gelegenheit haben, diese Fragen bei der Beratbung des betreffenden Geseßentwurfes zu erörtern.

Zum Schluß muß ich noch eine auf meine politische Vergangen- heit bezügliche Bemerkung machen, zu 'der mich Aeußerungen der Tages- presse Veranlaffen. Ich habe da gesehen, daß man auf meine Betbei- ligung an den kirchenpolitiscben Bewegungen am Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre hingewiesen und daraus Schlüsse für die Zukunft gezogen und daran Besorgnisse geknüpft hat. Ich brauche kaum zu versichern, daß diese Besorgniffe jeder Begründung entbehren. (Bravo !) Wenn ich auch meine damalige Haltung als e'rne durch die Verhältnisse berechtigte ansehe, so liegt meine Thätigkeit jener Zeit fast dreißig Jahre zurück und gehört der Geschichte an.

Seitdem haben fick) die Zeiten geändert. Die Gegenwart bringt andere Pflichten. Unsere Zeit weist mehr als je darauf bin, das; es nöthig ist, ein freundliches, verständnißvollcs Zusammenwirken der staatlichrn und kirchlichen Autorität zu pflegen und zu fördern. (Leb- baftrs Bravo! rechts Und aus der Mitte.) Meine amtliche Thätig- keit im Reichsland giebt Zeugniß dafür, daß ich diese Grundsäße auch praktisch zur Anwendung zu bringen weiß. (Bravo! rechts und aus drr Mitte.) Auch in meiner neuen SteÜung werde ich mich be- mührn, drn Frieden zwischen Staat und Kirche aufrecht zu erhalten. (Lrbhaftes Bravo! rechts und aus der Mitte.)

Die erste Bcrathung des Nei s aus alts:Etats wiirde von dem Staqtssekretär ])r. Gra enhvon osadowsky mrt folgender Rede emgeleitet:

Meine Hrrren! Als ich die Ehre hattr, im April des Jahres in der Steuerkommisfion ein Bild zu geben davon, wie ich glaubte, daß sich die Finanzverhältniffe des laufenden Jahres und die des Jahres 1895/96 entwickeln würden, ging ich davon aus, daß das Jahr 1893/94 uns einen Uebrrscbuß von voraussichtlich 4 Millionen einbringen würde. Diese Vorausseßung hat fich zu meiner Freude nicht erfüllt. Der Ueberschus; bat nicht 4 Yiillionen, sondern 14 MiÜionen betragen. Aus dieser einen Thatsache, daß bei einem MiÜiarden-Etat der Uebrrschuß 10/0 größer gewesen ist, als damals im April Von mir geschätzt wurde, sind die weitgehendsten finanz- politischen Folgerungen grzogen.

Ick) glaubs: wenn nicht bekannt wärs, daß die verbündeten Re- gierungsn an dem Gedanken einer Finanzrrform festhalten, hätte man nicht in der öffenrlichen Meinung und in der Preß'e einen solchen Werth darauf gelegt, daß in drm Etat des / Jahres 1895/96 ein um 10 Millionen größerer Ueberschuß, als die Schäßung vom April d. J. annahm, eingestellt werden konnte. Ich muß auch mit Entschiedenheit zurückweisen die An- deutung, die ich in der Presse gefunden habe, als ob man damals in tcndenzibsrr Weise die Finanzlage ungünstiger dargrstellt habe, wie fie thatsächlicb ist. Ick) halte mich deshalb vrrpflichtet, kurz nachzu- weisen, woher es grkommen ist, daß sicb der Ueberschuß größer beraus- gesteÜt hat, wie angrnommen wurdc. Zunächst, meine Herren, steht den Minderausgaben des Jahres 1893/94 eine M*ehrauSgabe von 2x MiÜionen für die Kolonien über meine damalige Schätzung Hinaus gegenüber. Dagegen hat das Reichöamt des Innern LZ Miliionen weniger gebraucht, als ich damals angab. Es ergiebt sich das aus den Verhältnissen der Alters- und Jubaliditätsver- sicherung, indem die Abgänge an antnern erheblich größer, die Zugänge erheblich geringer waren, als damals yon den technischen Brbördrn Vermutbet wurdc. Das Reichsheer hat gegenüber meiner damaligen Scbäßung einen Minderbedarf von 4? Millionen Mark aus Minderbesoldungen, aus geringeren Au5gaben für Kasernen- bautcn, für die Ausbildung der Urlauber mit dem Gewehr U. 88. Dagegen hat die Zuckersteuer einen Mebrbetrag von einer Miliion gebracht; der Märzabschluß war mir damals noch nicht“ bekannt; die Maischbottichst€uer hatte sich gerade in der leßten Zeit des Etatsjahres wesentlich gehoben, es ist das eine Summe von 1ck Millionen Mark. Die Post hat gegen die Schäßung einen Mebrbetrag von ZMillion und die Eisenbahnen einen solchen von 11 Millionen ergeben. Ich gestehe es aber ohne weiteres zu, daß es wünschenswerlk) ist, daß die Einnahmen des laufenden Jahres, um Ihnen ein korrektes Bild für die Etatßaufsteliung des künftigen Jahres zu bieten, möglichst genau eingeschäst werden müs sen, und gerade aus dieser Differenz vori 10 Millionen zwischen meiner damaligen“ Schäßung und den rechnungsmäßigen Ergebniffen babe ich Veranlassung genommen, an alle Ressorts die Bitte zu richten, mir alljährlich auf Grund der Ergebnisse des laufenden Jahres, einschließlich Dezember, im Januar noch einen genauen Ab- schluß ihrer voraussichtlichen Verwaltungßabschlüsse zu geben, den ich bei geeigneter Gelegenheit dann dem hohen Hause mittbeilen werde.

Meine Herren, Sie gestatten mir nun, daß ich zu den voraus- sichtlich Finanzresultaten des laufenden Jahres komme. Ich möchte bierbeigleich offen erklären, daß die Einnahmen sicb wesentlicbgünftiger im laufenden Jahre gestalten werden, als wir bei der Etat;- aufstellung vorau8gefcht haben (Hört! hört !), bitte aber, daraus nickt

' zu Weitgehende Folgerungen zu ziehen. Es ist v ol ks w i rtbs ck a ftl ich

eine erfreuliche Erscheinung, finanzwirtbscbaftlicb hat es wenig- zu bedeuten.

Wir standen zunächst bereits für das Jahr 1893/94 einer Mehr:- auögabe für die Kolonien in Höhe von 21 Millionen gegenüber, Wie ich vorhin-Zauögeführt habe; das Jahr 1894/95 wird wiederum erm.-