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Im Anschluß an die Mittheilun en in
,N.- 11. St.:A.“ vom 2. d. M. veröffent ichen wir nachstehend Das Protokoll, das über'die Hinrichtung des wegen der Ermordung des Reickéangehörigen Franz Neumann zum Tode
kaners Abdelcadar Ben Saleb Ducati von dem Kaiserlichen Vize-Konsul in Casablanca auf-
veruriheilten M a r o
genommen worden ist. V r ot o k o 1 [.
Verhandelt Casablanca, den 31. DeTemb Kaiserlichen Vize-Konsulat des Deutschen Re chs:
Wir, die Unterzeichneten, Angehörigen des Deutschen
Reichs, Friedrich Brandt, Kaufmann aus Verden, rnst Täumel, Kaufmann aus Hamburg, mohn?aft zu Casablanca, bescheinigen hiermit
Unter christen, daß wir uns auf Wunsch des hiesigen Kaiser-
lichen Vize-Konsuls und in dessen Begleitung
etwas nach sechSeinhalb Uhr in die Nähe des Hofes des inrichtung des, des ranz Neumann geständigen Abdelcadar
Gouverneurhaufes begeben und der H Mordes an Herrn Ben Saleh Ducali bexgcwohnt haben.
Es wurde auf den Abdelcadar von einem Regierun s- soldaten ein Schuß abgefeuert, der ihn sofort zu Boden ftre tc.
Es war sechs dreiviertel Uhr Morgens.
Der gleich darauf eingetretene Tod des Abdelcadar ist
durch Herrn ])1'. Browski konstatiert worden.
Vorgelefen, genehmigt und unterschriebenx Ernst Täumel.
F. Brandt,
Der Kaiserliche Vize-Konsul. ' Fickc.
Nach der im Reichs-Eisenbahnamt aufgesteUten Nach: der auf deutschen Eisenbahnen _ aus- schließlich Bayerns _ im Monat November U. I. beim Eisenbahnbetriebe (mit Ausschluß der Werkstätten) vor-
weisun
gekommenen Unfälle waren im ganzen 11 1 Entgleisungen und 4 xusammenstöße au?
25 Entgleisungen und 32 * usammenstöße _in Stationen und 205 sonsxtge, msist geringere; Unfälle. Dabei smd im gan en, und zwar großtenthcils durch ciqencs Ve chulden, 246 Perßonen zu
Schaden gckommen, sowie 81Eisenba nfahrzeu e 242 unerheblich beschädigt worden. Von
Königlich württembergische'n _ lesungen auf die Königlich sächyisckwn Staat
je 2 Werleßungen auf die Verwaltungsbezirkc dcr Königlichen
Eisenbahn-Dirsktion in Frankfurt und Hannovcr (HrofzhechZglick) badischcn Stnats-siscnbahncn, je (“11 auf 018 'eichö-Eiscnbahncn in Elsaß:L011)ringc11,
xvaltungsbczirke dcr Königlichcn EisenbakmDircftiomn in Altona, m Bcr1111,_in_Elberfcld, in Erfurt umi) iu Köln (rechtsrheinische), aufdieKontgltchwürttcmbcrgischen Staatsoxssnbabnen und auf die
Großherzoglich oldcnburgischcn Staatssiscnbahncn.
beamtcn undArbeitcrn im Dicnst wurden beim cigenilichcn Eiscn- bahnbetxiebe 21 getödtet U11d163 vsrlcßt, von Stoner: u. s.1v. Beamten 1 gctödtet und 2 verlkßt, von fremdsn Personen (ein: schließlich der nicht im Dienst bcsindlichsn Bahnbcamtkn und Außerdem wurden bei Nebenbcschäftigungen 30 Bahnbcamte und Babuarbsiter ver- leßt. Von den sämmtlichcn Unfällen beim Eisenbahnbetrieb entfallen auf: 14. Staatsbahnen und unter Staats: verwaltung stehende Bahnen (bcizusammcn35541,891(111 Vetriebslänge 1111111010775 255 geförderten Achskilomctcrn) 254 Fälle, davoysmd verhältnißmäßig, d. l). untcr Bc: rücksichtigung der geförderten Lichskilometer und der im Be- triebe gewesenen Längen, auf der Main-Neckar-Eiscnbahn, in dem Verxvaltungésbezirke dcr Königlichcn Eisenbahn=Direktion (rechtSrhciniWc) 111516111 und Mi dyn Königlich sächsischen Staats:
Arbeiter) 18 gctödtet und 20 verlost.
cisenbahncn die mcistcn Unfälle vorgskommen:
11 ah n c 11 (bei zusammen 2299,051(111 Vetrisbslängc und 33 548 095
gefhrherien Achskil_o_metern) 20 Fälle, davon sind 1) m aß ig auf der He1f11chen Ludwigs=E1senbal1n, auf d
Küstriner und auf der Dortmund:(HrouawC'nsckxdcr Eisenbahn
die meisten Unfälle vorgekommsn.
Der Kaiserliche Botschafter zu_ St, Petersburg, General der Infanterie und General-Adqutant von Wcrdcr hat
behufs Theilnahmc an dcm Kapitel des hohon Schwarzen Adler St. Petersburg mit Urlau
Während scinkr Abwesenheit fungiert dcr Zweits Botschafts:
Sekretär, chationNRath v 0 n W a 1 d tha u se 11 al scher (Heschäftsträgcr.
Dcr chollmächtigtc zum Bunchrath, Königlich bayerische
Ministcrial-Ratk) von „Heller ist hier angekomm BevoUmachtrgtc zum WundeSratl),
Staatsmtk), Präjident des Ministeriums de
])1. Vuchenbcrgsr ist von Berlin wieder abgereist.
_ FricdrichSrub, 13. Januar. Der „Köln. berichtet: Seine Majestät der Kaiser hatte gehabt, zur Beerdigung der Fürstin BiSMarck zu senden; dieser konnte xertiggestellt werden. Nunmehr der nach FrikdrichSruk1 entsandte Moltke im Auftrage Seiner ViSmarck cin Blumen-Arrangcmcnt,
überbrachte Flügel : Ad]
xichSru_h angebracht werdcn soll. Ferner )elbe eme Zetchnu11 , betrcffcnd die Entwicklung welchc Seine Max?
zu Hobcnlohe, bcglei1ct von seinem Sohne, den
Abgeordneten, LegaticmeZMath PNY" Alexander zu Hohen:
101)? in _FriedrichSruh ein. Am ahnlwf erw selben (Hraf Herbert BiElnÜkck und (Hraf 5 Nach kurzum Aufenthalt bkqabcn fich die
Wagen nach _dem Schloß. FüxstVi-smarck empfing cine Gäste _ _ „E73 fand sodapn cm Frühstück statt, nach wslchkm dle held?" ,yurstcn gememsam einc 11/2 stündige Spazicrfahrt
im Hause.
im Schiittcn_ durch dén Sachsenwald unternahmen fuhr der Michskanzler wisder nach Berlin zurück.
cn beförderten Reisenden wurden 3 gctödtct und 18 vcrcht, und zwar ent- fallen: 2 Tödtungen auf den Verwaltungsbczirk der König: Lichen Eisenbahn-Dtrektion in Hannover, eine Tödtung auf die StaatSeiscnbahnen ,
Großhcrzogiick) badische
aber bis zur Beerdigung nicht
Majcstät FHM _ we es an dem Bilde der verstorbenen Fürstin im Herrenhause überbrachte der-
tät_ aus Anlaß Seines Vortrags bei dem xungsten Herrcpabcnd tm Neuen Palais entworfen batte. Heute Mittag 121/2 Uhr traf dcr Reichskanzler Fürst
Nr. 1 des
er 1894, im
durch unsere
heute früh,
vxrzeichncn : freier Bahn,
erheblich und
_ 4 Ver: Esijcnbahnyn,
und auf die
19 Vcrikßung auf 2112 Bcr:
Von Bahn-
13. Privat:
erhältniß- cr Stargard:
Ordens vom 1) vcrlaffcn.
s interimisti-
cn, und der
r Finanzen
Zig.“ ryird 131€ Abttcht emen Kranz am Freitag utant Graf Fürsten in Fried:
der Marine,
: Reichstags- artetcn den:
u Rantzau. crrcn zu
. Um 5 Uhr
Hessen.
Der StaatS-Minister ])r. Fin er be ing gestern seinen 70. GebyrtstY. Seine Köni liYe Hoheit er Großherzog und _Seme xoßherzogliche Zo eit der Prinz Wilhelm gratqlterten, mte „W. T. B. berichtet, persönl1ch. Seine Majestät der Kaiser sandte ein Telegramm mit dem Wunsche, daß dem Minister noch viele Jahre bewährter Wirk- samkeit beschieden sein möchten, erner beglückwünschten den anilcxr_telegraphisch der Reichs anzler Fürst zu Hohenlohe, der Furjt BiSMarck und zahlreiche andere StaatSmänner.
Oesterreich-Ungarn.
Die Ka_?_serin hat sich gestern von Algier an Bord ch nach Marset e gebenden Dampfers „Général Chanzt)“ be- gehe_n_, um ihrer Schwester, der verwittweten Königin beider Siziltey, in Mentone einen Besuch zu machen. Von Mentone kehrt die Kaiserin wieder nach Algier zurück.
Der Gesundheitszustand dss Erzherzogs Albrecht ist nach einer Meldung aus Arco befriedtgend.
Vorgestern Nachmittagfand in Wien auf der fr (: n z ös i s ch e n
Botschaft Zu Ehren des gestern nach Paris abgereistcn neu exnannxen otschafters Grafen Wolkenstein-Trostburq em Diner statt, dem der Minister des AUSWärtigen (Gra? Kälnoky, der russische Botschafter Fürst Lobanow, mehrere andere Mitglieder des diplomatischen Korps und das Botschafts- personal beiwohnten. _ _an Landtage für Istrien begründete vorgestern die italtcmschc Mehrheit ihr Verhalten. in der ersten S12ung mit der Frage der zweisprachigen Nmtsschilder und er Zu: sammenstellung der Gcschmorencnlisten. Im Verlauf der Stßung wurden unter dem Beifall der auf der Galerie Anwesenden vier Anträge verlesen: auf urücknahme des Erlasses über die zweisprachigen Amtsta eln in Istrien, auf Entfernung dieser Tafeln m Pirano, auf Annullierung dcr Geschworenenlistcn für das Jahr 1895 und auf Ab: änderung der Geschäfté-orimung dahin, das; die Verhandlungs- sprache ausschließlich die 1ta_lienifche sein solle und daß Anträ e und Jntcrchationcn nur 111 italienischer Sprache Überrei t werden diirftsn.
Die Liste des ncuen ungarischen Kabinets, die Heute dem Kaiser vorgeleqt iyird, lautet dcm „W. T. B.“ 11folge: von Banfft) Prändium, Ladislaus Lukacs Finanzen, T_qsiderius Perczel “Inneres, Alexander z:rdexlyt ZUmz, Graf Festetitsch Ackerbau, WlafFics Untsrmcht 11115 „5111111183, Ernst Daniel Handel, Freiherr von Fejcrvarn Landesvertbeidigung und provisorisch 8 181-878,
v on 3 osip OUitsch Minister für Kroatien. Frankreich.
Der Staatsrczié) hat skin Urthcil in der Frage wegen der Da:1_sr_ de_r Zinsgarantie des Staats für die Slid- bahn-GMUWNL uad dic Orleanß-Balm zu Gunsten der _(HcscUschaftcn abgegeben und die Dauer dsr (Ha: ran_tic 1le 311311 _ Ablauf _dcr Kon Lision dcr bsiden (Ho]eilschaan fcxtgcwßt. Infolge diskcs Beschlussss hat, tyre me „Agence Havas“ mitthsilt, der Ministsr dcr öffeni: llch€11 Arhcitcn Ba_r_thou dem Ministerräsidcnt-rn Dupuy gejtcrn sem Dcmimionsgcsuck) übersandt, da cr den Beschluß, den er bekämpft hahe, nicht ausführen könne.
__Jn_dc1* vorgkxirigcn Sißung dor Deputirtcnkammer crk1artc tm Laufe der Yerathung übcr das Budget der Ehren- lxgton dir D*putirteRouanct(Sozialist), cr Habe beabsichtigt, omen Abstrich von 1000 Fr. zu bcantragcn, um gcgen gewisse Exnexinu11qcii_inncrlzalb dcr Ehrsnlegion zu protestieren, allein 11112 die 111119th11 Nbstimmnngc" zcigten, könne die Kammer kLM ehrliches Votum mehr abgcbkn. (LLbHaftcr Widerspruch.) Dcx_VorsrHe-nde Brisson bkantragte die zeitweilige Aus: schitcxzung Ronanct's. Der Dcpntirte Millcrand (Sozialist) memt_e, die Kammer könne die Ausschließung nicht ge: nchmxcn, domi damit würde sie nur der Leidenschaft nachgc cn. Rcdncr erinnerte an einen Artikel des „Figaro“, worin _cs gthißcn habe, „wenn die Dcputirtcn nicht gegen dic Freilassung (Hérault Richard's stimmten, würden sie alle_nach Mazas kommen“. (Heftiger Lärm.) Der Vorsißende B1'1_ss_on erwiderte, die Kammer habe sich nicht bei solchcn BLlUdlgU_11g€n aufzuhalten. Er bestehc auf der zeitwciligcn Nussehlxcßung Rouanct's, die sodann auch g-3nehmigt wurdc,
Rußland.
_ DW Mitglicdcr dcs diplomatischen Korps statteten estkrn, tmc „W. T.B.“_ (11113 St. Pstersburg berichtet, im Anitchkow- Palms dcmöüaiscr und der Kaiserin sowie der Kai erin- Wittwc [HW Glügkmünschc zum Neujahrstage ab. Die Bot: schafter und _(Geianixtcn überreichten dabei dem Kaiser WW BeglaubrgungsWrciben. Der italienische Boischaster Baron 5.1.11a_roc1)c'tti überreichte dcm Kaiscr icin Ab- berufungsjchrciben.
In einem Rcskript dss Kaisers an den Kricch:Minister Wan01v§ky heißt es: Von Anbeginn der Regierung meines m _Gott ruhsndc'n Unvergeßlichkn Vaters waren Sie über Yroizchn Jahre sein treuer Mitarbeiter und eifriger Vol]: 1trcchcr seiner Weisungen für die Entwickelung und Ver: vollkommxmng unssrer Armee. Diese ergebcne tapfere Armec, 111 ihrer Zahl vermehrt, in ihrer Organisation u1_1d_ _ Waffsnherei1schast veroollkommnct und in ihrer mrltiarnchen Ausbildung und Erziehung fortwäbrcnd fort- schreitend, 11112 alien nsucsten matcrieÜcn und technischen Vcr- vonomnznungxn auSgeriistct, ist das beste Unterpfand und cine feste Stußc silk die Bewahrung des Friedens, dcffcn mcrth: 1301161: Segen stets der ngenstand der unermüdlichen Fürsorge mxmcs Vaters, dcs Friedensstiftcrs, war. Nicht minder ist nnr gut bekannt, wie Sie das volle Vertrauen des vcrewigten Monarch_cn stets gcnosscn, wie hoch er IZM ruhmreichcn Drenst fur den Thron_und das, Vaterland, J rc aUSgezeichnctc Begabung, Ihre energ1sche unermüdliche Arbeit, Ihren festen u_nd offenhsrzigcn Charakter schäßn'. uch ich persönlich abe mcht aufgchort, _mit der größten Aufmerksamkeit und TLK]: nahme dlc Entmickelung und Vervonommnung aller Zweige der Jlmcn axwertrauten umfangreichen Verwaltung zu ver- folgcn um) mich der erreichten Erfolge zu freuen, welche ich 1111ck__) _(Hcr_cchttgl_crt__cmf ZHW erleuchtete, crgebene und patriotische Tbangkeit znrucksuhre. _ Das Rkskript schließt mit gnädigén Wyrien des Dankes und mit der Mittheilung, daß dem Krie'gs: Minister ds_r letörcas-Ordcn verliehen ist.
_ _ Dcnx Prasidench _des Ministcr:ComitSs Bunge ist durch Kaiserliches chkrtpt der Wladimir-Orden crstcr Klasse verliehen wchn. Tas Rsskript weist auf die von Bunqe als
Finanz:Ministcr gclcißetcn glänzenden Dienste hin und hebt den
Zreimuth wie die Weisheit, womit er seitze Megenwärtige teilung versehe, rühmetxd hervor. Dem Justi - nister Mu- r am i e w wurde der Wladtminrden zweiter KlaÉKdem Staats- sekretär Grot der Andreas-Orden unxx dem Gehil des Finanz- Ministers Iwastschenkonx die Wurde eines Senators ver- liehen. Die Sektions-Prästdenten Solsky und Ostrowsk find in 41)an SteUun en bela e_n worden. Dem Ehe der Kaiserlichen Kanz_ei, Wir lichen (Geheimen Rath von Rennenkampf 1st der Alexander : Newski : Orden in Brillanten yerliehen worden. Das Mitglied des Reichßraths_ Stoxgtzowsky ist zum Staatssekretär und der ehemalige Minister für Wege und, Kommunikation Zuebeneit zum Wirklichen'Geheimen Rail) ernannt worden. er Kontre-Admiral Alexie1ew ist an Stelle Tyrtow's zum Chef des Geschwadcrs im StiUen Ozean und der Adm ral Avelan zum Gehilfen des Chefs im Haupt:Marine-Sfab ernannt wordezt. Dcr Großfürst Michael Nicolajewitsch verbleibt in seinxr Sthung als Vorfißender des ReichSraths. Das Budget für 1895 Weist folgende Posten auf: Ordentliche _ Einnahmen 1 142 957 006 Rbl. außerordentliche exmge' Einlagen bei der Reichsbank 2000000 Ndl., Einnahmen aus dcm disponiblen Kassen- bestandc der Neichßrentei 69421024 Ndl., zusammen 1214 378 030 Ndl.; ordentliche AusYaben 1 120094938 Ndl.,
außerordentliche Ausgaben zu Eisenba nbautcn 92 122 783 Nhl, u Hilfsunternehmungexx, die mit em Bau der Sibirischen smd , 2 160 309 Rbl. ,
Italien.
- Am Sonnabend Vormittag hat in der Parochialkirche in Ne_apel dte_Trauung_dcr Tochter des Minister-Präfidenten CrtSpi mit dem Fursten Linguaglossa stattgefunden. Unter den Trauzeugen befand fich der Minister der öffent- lichen Arbeiten Saracco. Außer den Angehörigen des Braut- paareH wohnten der Feier bei: der Scha :Minister Sonnino, der Fmanz-Ykinister oselli, der Marine- inister Morin, der KriequMimjter Mocenni, der Handels:Minister Barazzuoli, der mister für Posten und Telegraphen Ferraris, sammt- liche Unter-Staatssekretäre, der Präfekt, mehrere Sena- torxn und Deputirte, sowie die Freunde der beiden Familien. Bei der am Sonnabend Abend erfolgten Abreise von Neapel be- reiteten etwa 3000 Arbeiter, die mit ben alischen Lich- t-xrn und Mufikkorps auszogen, dem Minister- räsidenten eme Ovation. Die Behörden sowie die in Neapel anwesenden Senatorky imd Dsputirtcn geleiteten den Minister-Präsidenten und die ubrtgen Minister zum Bahnhof. Im Augenblick der Abfabxt e_rtöutcn lebhafte Hochrufe auf CrisPi. Die Ankunft der Minister in Rom crfolgts gestern früh.
Zanardelli hielt gestern in BrcScia bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett eine längere Rede, worin er das Kabinct_bckän1pfte, die VsrtaJun der Kammer, die Anwen- dungdcr (Heycxßcsdekrctc bezüglich er uflösung der sozialistischen Vcrexxic forme die Art dEr Anwendung der Ausmahmegsseße [xbhast vcrurtbéilte und hervorhob, Männer aus allen Parteien konntsn und müßten, ohne dex Jnt€reffen=Koalition verdächtigt zu _w_crdrn, aus ngtürlicher Regung einträchtig in der Ver- thchiguyg der_GNeße und des Grundgescßes dcr freiheitlichen Institiittoan rwalisreren, ohne die Italien nicht bestehen könne. Appellwrknd an die Tugenden dss Volks, schloß Zanarchi fcmc Redc_ unter dmn Ausdruck der Ergcbcnheit und des Ver- trauens_1mt einem Trinkspruch auf den König.
_ Wer der gcstcrn vorgsnommcncn Nachwahl zur Depu- ttrte_nkam1ner im vierten Wahlkreise von Palermo wurde Garibaldi BoHco, der seinkr Zeit von dem Militärgericht verurtheilt worden war, gewählt. Der unterliegende Gegen- kandidat war Bonanno. *
Spanien.
_ In der Kammer brachte gestern der Minister des Au?- marttgen 018 Vquage _ Über den handelöpolitischen 111011115 717811111 zwijchen Spanien und den Ver- ctn1gtc_n Staaten zur Verlesung. Danach sol] den [eßtercn der Tarif Nr. 2 zugestanden werdcn, wogegen Spanien die Rechte der meistbcgünstigtcn Nation genießt.
Portugal. Das Kriegsgericht in Lissabon hat am Sonnabend
einstimmiq die Kapitäne der portugieZischen Kriegs- schiffe _ireigespxochen, an deren Vor im April 1). J. bras111an1fche politische Flüchtlinge nach dem La Plata SUL: kommen waren.
ahn verbunden
zusammen 1 214 378 030 Ndl.!
Belgien.
_ In Tbuin wurdc gesiern bei der Wahl eines Depu- t_1_rt_crx an Stclie dcs vcrjtorbcncn livcralen Deputirtcn der Hoziqltst Berlo gegqn dcn_ katholischen Kandidaten, für den die Liberalen gro enthstls gestimmt hatten, gewählt.
Türkei.
_ Die „Agencx de Constantinople“ erfährt aus bester Quelle, d1e Meldung,_ m Tuzla seien 30 gefangene Armenier Nachts nach Konstantinopel eingeschifft worden, entbehrt: ]cdcr Begründung.
Gxgcnübcr _der Behauytung einiger Blätter, der neue armanche Patrtarch_ Jthrlian set aufgefordert worden, vorlaußg die Verpflichtung des Gehorsams und der Treue gc en_ dre Regierung zu unterzeichnen, wird in maß- gebexidcn re1sen_ darauf Hin cwiesen, daß die Abnahme einer ahnlichen Berpft1ch1ung dur ) den Eid, den jeder neue arme- n1sche_Patr1ar_ch bet dem_ Amtsantritt dem Sultan zu leisten verpf11chtet set, überflüfstg erscheine.
_ Der Zustand des frükxcren Khedive Ismail verschlimmert sich 1391) Tag zu Tag. T-tc Aerzte ratyen eine Ueberfsi rung JSMatls nach Egypten an, wovon dicser Genesung erhoch'.
Rumänien. __ Dcr Pr1_nz mid die Prinzessin Ferdinand find am HonnakZetid wreder _1n_ Bukarest eingetroffen und am Bahnhof vom Konig, den Ministern und den Würdenträgern empfangen worden. Serbien.
_ Ein von sämmtlichen Ministern gegen ezei neter Köni : licher Ukas der_fugt, dgß _ bis zur Vogtierréig des neu??! Yudgets durch _dre Skupjchtma das Budget des vorigen Jahres auch fur das laufende Jahr zu gelten habe.
___Jm Proz_eß _be1_nac__find_ die Angeklagten Rank!) Tattrc, Djaiotmc,_ 5111911111, Stamyewic, Ruzic, Dimic UKV Tauschaymmc zu_j_c drxt Jahren und Cebinac in Berücks1chti: gung_se1nes chtaydmsscs zu zwei Jahren Gsfänqniß ver- urthctlt woyderx, Dre Angeklagten Nowakomic und Nenadowic nxurden frcigcxprochsn. _Jn Bctrcff des Giftattentats wurden im Angeklagten Djakoxmc und Mischkowic freigesprochen. Der
Frankfurter Zeitung“ Fixlgc iü gegen das Urtheil alsbald “Berufung eingelegt wor en.
. Bulgarien.
Der Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg hat dem „W. T. B.“ zufolge anläßlich des ahreswechsels dem Minister-Präsidenten Stoilow, den Mini ern Natfchpvitsch, Gesehen:), Velitschkow, Madjarom uud Petrow hohe Ordens- auszeichnungen vcrliehen. Außerdem fand ein größeres Avancement in der Armee statt.
Dänemark.
Die Königin hat, wie „W. T. B.“ berichtet, die Nacht zum Sonnta sehr gut verbracht und konnte infolge dessen den größten heil des gestriFen _Tages außerhalb des Bettes zubringen. Der Appetit sche nt sich zu bessern.
Amerika.
Wie „W. T. B.“ aus Washington meldet, brachte in der vorgestrigen Sißung des_Senats Macpherson eine Vorlage ein, welche die Anstchten der Oststaaten in der Währungsfragé vertritt. Die Vorlage bestimmt die Aus- gabe dreiprozenliger Bonds zur AusführunZ3 des Geseßes von 1875 uber die Wiederaufnahme der aarzahiungen; diese Bonds sollen nach Ablauf von fünf Jahren n_ach Belieben der Regierung rückzahlbar sein. Dre Vorlage steht ferner die Ausvrägung von Münzgebühr:Silber bis zum Be- trage von 55 Millionen Dollars vor und ermächtigt dcn Schaßsekretär, anstatt Bonds UnSzugeben, die Zahlung der Hälfte der Zölle in (Hold, Goldzcrtifikaten odcr LnionSnoten ZU verlangen. _ _ _
NachMeldungcn ausMoytevideoHatten_bras111an1sche Regierungstruppcn in Rro Grande 11er der Verfolgung von Insurgenten dis Grenze überschritten und einen“ Offizier und drei Soldaten von den Truppen Uruguays ge- tödtct, die sich dem Ueberschrciten der Grenze widerseßthätten.
Asien.
Nach einer Meldung des „Neuter'schen Bureaus“ aus Yokohama dehnte fick) die Front der Chinesen in der Schlacht bei KaipinY in einer Breite von 1300 111 längs des lusses aus. ie Verluste der Japaner betrugen einige 50 ann. Unter den chinesischen Streitkräften be- fanden sich 2500 Mann der ElitGTruppen Li:Hung:Tschang's. Eine andere 9000 Mann starke chinesische Streitkraft soll fich in Johodow befunden haben. Die erste Division der japanischen Armee unter dem Obsrsten Aski und eine Brigade der zweiten Armee unter dem Brigade:K0mrnandeur General Nogi seien zueinandergestoßen, sodaß die Verbindung zwischen beidcn Armeen vollständig hergestellt sei.
Afrika. Die in Rom erscheinende „Tribuna“ hat von ihrem Korrespondenten in Massowak) am Sonnabend folgendes Tele ramm erhalten: Ras Mangascha sei, von den Seinigen angeßachelt, die über seine Unthätigkeit während des Marsches der Italiener nach Adua empört seien, gegen die Grenze von Eryt räa voxgerückt, vielleicht, um die Ueberreste * der Van e des Vata Agos u sammeln. Der (Gouverneur sei ihm sofort im Gewaltmarszch mit 3500 Mann Infanterie, vier Kanonen und Kavallerie bis zur Grenze ent egengeeilt. Das zweite BafaiUon dieser Truppen habe am reitag Fühlung mit den Vorposten Ras Mangascha's genommen. Die italienischen Truppen hätten eine feste Stellung bei Addis-Addi am Mareb be: zogen. _ Wie die „Agenzia Stefani“ aus Massowah von gestern meldet, wäre die Kolonne von Ras Mangafcha gegenüber von Addis-Addi angekommen, lenke aber wahr- 1cheinlich in der Richtung von Coabit:Digsa (Z ab. Der General Baratieri rücke mit seiner Strettma t vor, um Ras Manchha zu begegnen. Dem „ cuter'schen Bureau“ wird aus Tamatave vom 30. 11. M. gemeldet: Während des Bombardements von Fara- fatra hätten die Hovas bedeutende_Verlufte erlitten. _ Unter de_n in Tamatave stehenden franzötiscben Truppen kämen ahl- re1che Fieberfälle vor. _ Fünf englische Staatsangehörige_?eien festgenommen und aUSgewiesen worden, weil sie die französxfchen Linien überschritten hätten. _ Die Franzosen hätten den madagasfischen Kreuzer „Abohimanga“ genommen.
Parlamentarische Nachrichten.
_Der Schlußbericht über die vorgestrikze Sißung des Reichstags befindet sich in der Ersten Bci age.
_ In der heutigen 14. Si ung des Reichstags, welchxr der Reichskanzler Fürst zu ohenlohc, die Staats- sekretäre, Staatß-Minister 1'. von oetticher und Freiherr von Marschall und Staatssekretär ])1“. Graf von Posa- dowsky beiwohnten, wurde zunächst eine Reihe von Rechnungs- vorlagen erledigt. _ Den Bericht der Reichsschulden-Kommiffton überwies das Haus an die Rechnungskommission. Der Entwurfeines (Heseßcs, betreffend die Kontrole des Reichshaushalts, des Landeshaushalts von Elsaß:Lotk)ringen und des Haushalts der Schußgebiete für das Etatsjahr 1894/95 wurde in erster und zweiter Le_sung ge- nxbmigt, die Uebersicht dcr Reichs-Aus aben unp :Emnahmen fur die EtatsjaHre 1892/93 und 1893/ 4 an dte Rechnungs- kommrsfion überwiesen. _ Zur ersten Verathung der Ucbersichten der Einnahmen und Ausgaben der Schuß ebiete von Kamerun. Togo, sowie des südweZafrikanischen Schuß- gebtets, nahm das Wort der Abg- Richter (fr. Volk»), um die außeretatSmäßi en Aufwen- dungexi für die Schu gebiete, insbesondere das ostafrikanis e,_ _zu_t_adcln Und dre nach seiner uffaffung zu starke Betonung des mtltta_r1fchen Exeznxrzts in der Verwaltung Ost-Afrikas, wie üe in den haufigen Mkl1kaklsch€n Expeditionen s1ch äußere, einer Kritik zu unterwerfen. _ Die Vorlage wurde an die Rechnungskomnzissiqn über- ,WWsLn; dLIgleichen die allgemeinen Rechnungen fur die Etats- Qhre von 1884/85 bis 1890/91, die Denkschrift _ d,er_ng der fett dem Jahre 1875 erlassenen Anlethcgefeße, le Kasse der Ober-Rechnungskammer und des Rechnungshofs des Deutsckxen Reichs für die Etatsjahre 1891/92 und 1892/93. 1) Demnachst folgte die Interpellation der Abgg. Dr" Hasse ynd Genossen, betreffend den Schuß der eUtscben tm Auslande Anlage )(), welche lautet: .Was edenkt der Herr eichskanzler zu thun angesichts d_er vielfachen K a en über den man elnden Schutz der Deutschen tm
über die Aus:“
- Der Staatssekretär, Staats - Minister Freiherr von Marschall erklärte fich_ bereit, die Jnterpel1ation sofort zu, Fantwdorten. Zur Begrundung derselben erhielt darauf das ort er
Abg. Dr. Fass e (nl,): Als Fürst Wißmarck die deutsche Politik leitete, scien d e deutschen Interessen im Ausland immer mit Nach- druck und Erfolg geschüyt worden. Das sei seitdem anscheinend anders gejvorden, und es bemächtige fich der Deutschen “in den überseeischen Ländern ein Gefühl der Un'icherbcit. Die deutsche Politik babe überallhin nach dem uslande Verneigungen gemacht, um in Frieden zu leben, und die Konsuln seien nicht hinlänglich angewiesen, die Jntereffen der im Ausland an- geseffenen Deutschen wahrzunehmen; und doch sei dies um so notb- wendiger, je mehr Deutschland fich zUm Jndufiriestaat entwickelt habe. Der Redner wandte sicb demnächst einzelnen Beschwerdefällen in dieser Richtung zu.
( Schluß des Blattes.)
Nr. 2 dcr .Veröffentlichungcn des Kaiserlichen Ge- sundbeitSamtS' vom 9. Januar hat folgenden Inhalt: Gesund- heitsstand und Gang der Volkskrankbsiten (Cholera u. s. w.). _ Sterbefälle im November. _ Zeilrveilige Maßregeln gegen Cholera xc. _ Geburten und Sterbefälle_in Birmingham, 1893. _ Gesetz- ebung u. s. w. (Deutsixes Reith). Dipbtbkxieferum. _ (Preußen, Banzig). Austrocknen von Räumen mtt Koksfeuerung. __ (Baden). Bezirkstbierärztliche Jahresberichte. _ (Sachykn- Meiningen). ebammen-Gebübren. _ (Sachsen-Altsnburg). Heb- ammen-Beau 1chtigung. _ (Oesterreich), Kunstweinbercitung. _ (Schweiz, Kanton Zug). Schulgesundbcitspflega _ (Canada). Quarantäne. _ Gang der Thierseuchen im Dkutsckyen Reixb, Dezember. _ DeSgl. in Dänemark. 3. Vicrteljahr. _ Zert- weilige Maßregeln gRen _Tbierseuchen. (Preußen, Reg.-Bezirke Stettin, Breslaus. _ echtjprechung. (Landgsricht Stettin). Oeffent- lich-:s Anprkisen rieflicher Behandlung von Leiden. _ Vermischtes. Krankenbewegung in deutschen Hospitälern res Auslandss 1893/94. _ (Preußen). 23, _deutscher Bädertag. _ Monatstabelle übkr die Sterbe- fälle m schlefi1chen Orten mit 15 000 und m€hr Einwohnern. No- vember. _ DeHgl. in größeren Orten dks AuZlandss. _ Wochentabeüe über die Sterbefälle in deutsch_en Städten mit 40000 und mehr Einwohnern. _ DeSgl. in _größercn Städten des Aus- landss. _ Erkxankun en in Krankenbäuycrn deutscher Großstädte. _ DeLgl. in deut1chen c-ic1*dt- und Landbezirken. _ Witxerung.
Entscheidungen des Reichsgerichts.
Die Entwendung Von Blumen aus einem ©ar1k11,in Welchem fie gewachsen, sodann aus dem Gartexxboden e_ntnommen und in eincn im Garten bkfindliche'n Blumentopf yerpxlanzt worden sind, ist, nach Linkm Urtbeil des Reichsgerichts, Fkrtcnscnats, 50111 30. Inli 1894, nicht als Uebertretung dcs § 18 des Fcldpolizsi- gese ss vom 1. Apxil 1880, wonach die Entwendung von (Harter)- frü t€11 aus (Hartsnanlagcn mit Göldßtrafc bis 311 150 «ck oder mrt Haft bestraftwird, sondcrn alsDiebstabl mit Gefängnißzu bestrafen. .Der Gch geber kann aus aÜgemeinen kriminalpolitifche'n Gründen nicht dis A ficht gehabt haben, die Von ihm als Früchte odkr BVDW- erzsugniffe ausgesonderten Sachen für immer, gleichviel Welche Milek? Vermendung, Umformung oder Substanz,!)eränderung sie im Verlauf ihrer Existenz erfahren mögen, dem Schuß dcr allgerxisinen Diebstahls- strafen zu entziehen für den Fall, daß auch nur zufällig dex Tbgtort des Diebstahls eine der in § 18 des Féld=11nd orstpolizcigew ES aufgeführten Oertlicbkeiten ist. Vielmehr _ist die 8[nnabmet gere t- ferttgt, daß die Eigenschaft eines Blumemtocks als Bodenerzeugniß des (Gartens mit seiner definitiven Entnahtxie aus dem Gartenboden und der Verpflanzung in einen Blumentopf aufhört. Denn damit ist einerseits die Bedsutung des Gartens als Nährboden für das fkrncre Wachstbum der Pflanze aufgehoben und andererseiis durch _einen gleich der Vollendung der Ernte abgcschloffknen Akt etne_ Verfügung ge- troffen, welche die Pflanze auch äußerlich als selbstandigc und niIt bloß vorübergehend zu einer anderen Vsrwondung bestimmte Sa e bin felix.“ (2779/94.)
_ In Bezug auf §720111 des Prsuß. Allg.?andrecbtö, 120an Beleidigungen von Ehe atten, welche einmal ausdxucklt Verzieben worden, in der Folge nicht _WSiter als Ebesxkxexdungs- ursa en gerügt warden können, hat das Rktckngérichk, 117. Zwrlsenax, in A weicbun von seiner bisherigen Nechtxprecbxmg, durch Urtbetl vom 4. Okto er 1894 au_§gesprochen, daß dre exit im Laufe des Ehescheidungsprozesies erfolgendSVerze_tbung, auch ohne Zurücknahme der Klage, wirksam ist und die Ab- weisung der Ehescheidungsklags zur Fo[ge_ _bat. _ H. k_[agt_e gegen seine Ehefrau wegen fortaeseßter Beleidigungen auf_Ebeychet- dung. Die Beklagte erhob den Einwand dsr Vexzezbung, indem sie behauptete, daß die früher au€aesprochcn211 Beleidigungen von dem Beleidigien Vor Erbebun der Klage, und eme waerend des Pxo- zesses von ihr dem EZemann zugefüaie Ebrenkrankung_von diejem sodann ebenfalls verziehen worden sei._ Das erufungzßgertcbt verwarf den Einwand der Beklagten hinsichtlich der tm Laus? des Prqzeffes geschehenen Ebrenkränkung, indem es annahm, daß eme Verzsihung dieser Ehrenkränkung nur durch Zurücknahme der Klage Wirkung er- langt haben würde, bei gleichzeitigerJortse'ßyng des qufScheidung ae; richteten Prozesses aber nicht ernstlx geuzcmt erscheinen könne._ Aus die Revifion der Beklagten hob das Rengcrickythas Berufungßurtbetl auf, indem es begründend ausführte: , re Aufsaffunß des Berufungs- gerichts steht mit der Rechtsprechung dSI_ gegenwartig erkezmenden Senats des Reichßgerichts im Einklange. _Bkl der durch dyn vorliegeqden Streitfal] vsranlaßten neuen Prüfung ist Yer Se_nat jedoch zu emer anderen Anficbt gelan t. Das Urtheil des §K€1chsgertchts vom 27. Ianuqr 1881 beruht Wesentli auf der Erwqgung, daß,wxnn der klagknde Theil einmal vor dem Richter die Beleidigu11g gerugt und deffen Exit- scheidung darüber angerufen habe, aber ungkachtet d_er dempachst em- getretenen Aussöhnung den rozeß forYicizsn lasse, dteVerzetbung nur als Ausdruck einer versö nlichen_ Stnmxmng _angeseben wxrden könne. Das Geseß unterscheidet xedoch n1cht zwischen den Fallen, in denen die Verzeihung vor oder _nack) der_ Klqgeer ebung statt efunden hat, bestimmt vielmehr aligemcm, Haß Cini? einmal aus- -drü lich verziehene Beleidigung in der F1“!ge _mcht Weitxr als Ebe- scheidungßurfacbe gerügt wkrden könne, 11_nd diese WortsaffunZ steht der Annahme nicbt entge en, daß, wenn _SllW Cbeschcrlyungöursa ?, dte schon gerü t ist, ausdrück ich verziehen wrrd, _1hre we1t_ere Verfolgung angeschlo en it. . . Die Vsrzeibung im Sinne des 9 720 a. a. O. wirkt als Ent agung des Rkchts, die Scheidung we en des betreffen- dM Vergebens Y verlangen, und muß deshglb, an wenn fie erst während des cbeidungsprozefses erfolgt tft, zur Klageabweisung führen.“ (83/94.)
Entscheidungen des Ober-VerwaltungSgerichts.
Ge én die Anordnung der BezirkSrYierung, welchx einer Gemeinde ein be timmtes Grundstück als) austeile fur den Neubau einer Schule vorschreibt und die _Bcrßjtsteliung des ge- wählten Bauplatzes, event. durch emen tm Entetgnuykzsverfabren zu bewirkenden Erwerb, aufgiebt, findet, nach einem Uribe: _des Ober- Verwaltungsgericbts, 1. Senats, vom 30. Oktober 1894, dte Kla e im Verwaltun sstreitverfabren tgtt. „Im vorliegenden Fa e handelt es fi lediglich um te durcb Neubau innerhalb des
einheitliche Anstalt, wenn auch in räumlicher Trennung des Neubaus von dem alten Schulhause, beibehalten werden soll. Unter diesen Umständen fällt das angefo tene Resultat, _sofxrn es ein bestimmtes Grundstück als Baustelle vor cbreibt und som1teme_Vefjimmungtrifft, welche an sie!; einen unentbebrlicben Bestandthetl jedes Schulbau- resoluts bildet, unter den Begriff der Anordnün eines Schul- baues im Sinne der Ein angsworte_des 47 Abß. 1 des Zuständig- keitstse es, sodaß schon iernacb seine " nfechtbarkeit mittels Klage aus b. 2 a. a. O. keinem weifel unterlie t. Ueber die Anordnung von Schulbauteu haben die erwaltungögeri te aber in demselben Um- fang und in demselben Maße zu befinden, wie dies den Re ierungen vor Einführung der VerwaitunZSgeriMsbarkeit nacb § 18 der eg.-Jnstrukt. zustand. Eine Schranke bier ei besteht_abgeseben von der aus der Natur des Streitverfabrens folgenden Vorschrift im § 79 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltqng vom 30. Juli 1883, wonach die Entscheidungen nur die Parteien und die Von denselben erhobenen Ansprüche betreffen dürfen _ einzig und allein dahin, das; gemäK 49 Abs. _2 und 3 des Zuständigkeitheseßes von 1883, wie schon na 79 des früheren Zustandigkeitßgese es, eine Nachprüfung der von den Schulauffichtsbehörden innerbal ihrer gesetzlichen Zuständigkeit ge- troffenen (allgemeinen) Anordnungen über die Ausführung von Schul- bauten sowie ihrer die Errichtung neuer oder die" Tbeilung vorhandener Schulwerbände betreffenden Maßnahmen unstatt- haft ist. _ Indem ferner das Resolut zur Ermöglichung des an- gc'ordnetkn Baues der Stadtgemeindc als der Trägerin der Unter- baltimgs- einschließlick; der Baulast aufgiebt, den ewählten Bauplaß bercxt zu stellen, regelt es zugleich die öffsnt ich-rechtliche Ver- pflichtung zur Aufbringung der Baukosten, unter welchen der § 47 _Abs. 1 des Zuständigkeitsgeseyes nicht bloß Baarkostcn, sondcrn Leistungen jeder Art, wie' sie nach den Normen des zur An- we'ndung kommenden materiellen Rechts von den Baupfticbtigen ver- langt werd211_können, mikhin auch die Hergabe des Bauplatzes bezw. dxn erforderlichen, event. im Enteignungswege zn bewirkcnden Erwerb erncs solchen Versteht.“ (] 1243.)
Kunst und Wiffensckxaft.
An der Humboldt-Akademie beginnen in dicssr Woche noch folgende Vortragßcvclen: Dienstag, in 77. Lüyowstraße 84 (1, Abends 6 bis 7 Uhr: 1)r. O. Wulff, Lionardo da Vinci und seine Werke (mit Abbildungen); 7 bis 8 Uhr: Dr. E. F. Frey, Schiller's Braut von Mesfina; 8 bis 9 Uhr: Dcrselbex Goethe's epische Dichtungen; ferner Frcitag, ebenfaiis 11117, AbLnds 6 bis 7Ubr: 1)1'. O. Wulff, Aksihetiscbe Theorie dsr bildenden Klinsis, 11. Theil (mit AbbildungSn), und in UP., Géorgenstraße 30/Z_1, Abends 8 bis 9 Uhr: Or.Votho Graef, Geschichte der griechixchen Literatur. Isder erste Vortrag ist für Hérrsn und DIMM frei.
_ (Gestsrn Vormittag Verstarb in Marbur plößlicb der Geheims Medizinal-Ratb Dr". _Eduard Külz, Profe or dsr Physio: logic an der dortigxn UniMrfiiat.
Bauten.
Zur Schinkel - Preis - Bewerbung des Architekten- Veréins in Berlin für 1895 find dsm „Zentr.-Bl._ d. Bano." zu- folge? im ganzen neun Arbeitkn Singkgangen. Die Auxgabs im_Hoch- bau, Entwurf zu dem Gebäude: für die bildendc'n Künsts aus einer Wéltausstellung, bat sech Bearbeitsr, die Aufgabe im Baningenieur- rvsssn, Entwurf zu cinkr Tbalspsrre, drci Bsarbkitsr gsfundex. Die sffcntlicbe AuSsteUung dsr Entwürfc ßndet 11.1112 srfolgter Baur heilnng statt und xmar vorausfichtlich Von Anfang Marz ab.
_ In dem Wettbervßrb um eine Straßenbrücks über den Rhein bei Bonn hat das Prengericht seinen Spruch efällt. Mit dem ersten Preise (8000 „ja) ist, wie das „Zentr.-Bl. d. 5 auv.' berichtet, der Entwurf der Gutehoffnungsbütte in Oberhausen in Ver- bindung mit dem Baugksckpäft Von R. Schncider und dem Architekten Bruno Möhring in Berlin ausgezeichnet wordxn. Der zwaite Preis Z6000 «) wurde dem Entwurf dEr Maschinenfabrik E lingen,
earbeitet durch ihrkn ObSr-Jngenieur Kübler in Ver indung
mit den Architektsn Eisknlobr unk; Wsigle in Stutxgart, dem Baugeschäft von E. W. Scheidt in Köln und der Drahtseilsabrik yon Fsltsn u. Guilleaume in DEUTZ, Zuerkannt, der drittc (4000 «441 demjenigen der Gesellschaft Friedr. Harkort in Duisburg und des Profe'ffors ernßen in Aachen und der vierte (3000 „FC) dem Enxwuxf dés Ober-Jngenieurs Lauter und des Archiiektcn Ad. Hacn.2,_h_etde m dkm Baugeschäft Von Phil.-Holzmam1 in Frankfurt a. M. Dammt- lick)? Wettbewerb-Entwürfs werden Vom 20. d. M. _ab tn der Turn- balla in Bonn 14 Tage lang öfféntlich ausg€stcllt skin.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
Italien.
Durch MinisterialWrordnung Vom 4. d. M. smd di“.- gegcn Her- künfte Von Portugal, dkn beigischxn und niedsrläydisckykn, _sowie auch den deutschen éäfey dcr Ostsé'k angeordnytcn sanitatspolizeiltckykn Maß- nahmen ausge ('ka wordcn. (Ve'rgl. „„IT-Anz.“ Nr. 101 Vom 30.211310 und Nr. 191 vom 15.Aug11st 13. J.)
Norwegen. _
Di? Königlich norwegisckok chicrung hat dic Provinz Weit-
vreußen für rein von Cholkra Erklärt. (Yugi. .R.-Anz.' Nr. 172 vom 24. Juli 1). J.)
Verkehrs-Anstalten.
Laut Telegramm aus Oberhausen (Rheinland) ist die englischePo/r über Vlissingen vom 12. d.M. auSgeblieben. Grund: Spätkre Abfahrt aus Vlisfingcn wegen verspätewr Ankunft des Schiffs infolge von Schneegestöber.
Laut Telegramm aus Herbesthal ist die zweitc_eng: lische Post über Ostende vom 12. d. M. ausgebltebcn. Grund: Verspätete Abfahrt aus Dover und Sturm auf SLC.
Theater und Musik.
Deutsches Thegter. _ _
In dem neuen Schaus iel .Kletn_ Eyolf“ von Henrik Ibsen, das am Sonnabend eine erste, bétfällig aiifgenommcne Aus- führung erlebte, hat der Dichter dieEntxvickelung seiner Haydlung auf die natürliche Umwandlung der Gsifteskraste und Cbarakteretgenschaften der Menschn zu stützen versucht. Daß 61118 solche Umwandlung that- sächlicb vor ebt, zeigx, wie die ailgememe Erfahrung, so_aucb gerade dies neue J sen'sche Schauspiel, in dem der Verfa_sse_r von seiner fruheren Art der Begründun seelischer Vorgänge fait Volltg abweicht und fich einer mehr idealen nscbauung zuwendet, m der man_ has Problxm der tragischen Schuld wieder erkennen kann. Naturaltsttsche Motive allerdings scheinen dem Dichter zur zwxiten Natur genZorden zu sein; dießmal ist es die sinnliche Begierde, dre zur_ Schuld fuhrt, und diese Schuld als das .Böse“ gebiert immer neue SunYen. Aber nicht elender sittlicher Untergang bildet die Lösung d_es Konfttkts, sondem es erfolgt eine Umwandlung im Sinne der Nemtgung _der Letdxnschaften uiid xm Ausblick in eine nahe Zukunft, m der pte Knltche, _selbstsucbttße Liebe der Schuldbeladenen fich in al] ememe enschßnltebe wande_n wird, und in der sie durch Werke der _e'nscbenfreundltchkeit tznd em Gott wohlgefälliges Leben ihre Schuid subnen wollen.__Gew1ß wird auch dieses neue Jbsen'sche Stück emen Kampf der Memun en über seinen Werth und skins Bedeutung hervorrufen; denn die eigun zu mystischen Elementen in der Begründun der Hairdiung stört an hier den reinen Genuß, und wenn auch die haraktertsi1k_der einzelrxen Personen klar und scharf erscheint, so machen sie dych nicht den Em- druck natürlicher Menschen, sondern den von symboltsttschen Vertretern
Auslande, ins esondere in Zentra -Amerika?“
bi“ eri en Schulbezirks zu bewirkende_ "erstellung eines vierten UTZ) füßften Klassenzimmers für die ftädttskée Volksschule, weiche als
menschlicher Typen.