Bob sich das Drängen wie heute, der Innung wieder zu ihrem Rechtzu verhelfen. Die Frucht dieses Drängens war die Verordnung vom Jahre 1849. Aber schon bald nach dem Erlaß derselben zeigten fick) die Schwierigkeiten, die diese Verordnung auch für den Betrieb des Handwerks mit sich brachte. Da erhob sich sehr bald die Klage, daß die Abgrenzung der Handwerke untereinander, wie sie nach dieser Verordnuris nothwendig war, zu zahllosen Streitigkeiten führte, die ganz unleidlich das Handwerk mit seinem Betriebe belaststcn. Der Erfolg war, daß man im Jahre 1869 dazu überging, die Innung zu einem Völlig freiwilligen Institut zu machen.
Meine Herren, ich habe das alles bloß ausgeführt, um zu zeigen, daß die Dinge wirklich nicht so einfach liegen, wie man das in der Regel annimmt, und Sie können es dem preußischen Staats- Ministerium nicbt verdenken, wenn es zu dem Bescbiuffe gekommen ist, von dem ich Ihnen nunmehr Miétbeilung machen werde. Das Staats-Minisierium hat bei der Bératbung der Vor- schläge, die an der Hand der Kritik der Von dem König- lich preußischen Handsls-Ministkr beröffeiitlichten Grundzüge aufgesteÜt worden sind, notbwenbig gefunbrn, _ und das beruht auch auf einsm Vorschlage» des Königlich préußiscben Herrn Handch-Ministers _ dia Unterlagen für die Würdigung dicser Vor- schläge» durch eine Unt€rsuchung über die für bis vorg€schlag€ne Organi- sation in Betracht kommenden Vcrbältniffe 1268 Handwerk:"; zu ge- winnen. Meine Herrcn, wir baben gerad? auf diesem Gebirt mit Liner großkn Unklarheit 1":er dir tbatsächlichen Yrrbäitniffe zu kämpfcn. Wir find Über die Verbreitung und örtliche Vertheilung der einzelnen Hanerke im Nrick) nicht genügsnb untörrichtst, ja, wir wiffrn sogar nicht einmai, was für Hankwerke aÜss exisiierkn. Wenn Sie die Gewerbe?- orbnung Von 1845 und die Verordnung Von 1849, Welck)? beidé eine große Anzahl bon (Bewerben aufzäblcn, mit bkn beutigkn Zuständkn vsrglsickysn, [o findsn Sie Einmal, daß gewiffe wasrbe, die damals aufgkfübrt find, übérbaupt nicht mehr Existierkn, und S16 findcn auf drr andkrcn Skite, daß eine große Anzahl Von neuen (HCWSrbcn entstankkn ist, die Existinzberickxiigung haben, und :'an die man Rücksicht nebMLn muß. Nicht bloß die Entwickelung der Großindustrir hat dazu gsfübrt, in diksér VSziebung eine größere Viclgcstaltigkeii [*Srbsizufübrsn, sondern 23 bat [ich auch im Handwerk selbst eine ganz aUßerordentlicbé Viel- gritaltigkeit bkrausizébiidct. Ich erinnere bloß an bis großr Zak)! bon Spezialitäten, dic brutc bon (“1118111HÜUÖWkaÖMÜstSL ausschlirßlich gemacht werdcn, der frübcr sein GKrerbe in vir! umfaffcéndérér Wsise betrie'b. Ick erinner? an das Tischl€rgcwerb8, ww 581118 ein Tischiék bloß Stublbcinc, der andsre bloß LeistCn, der dritt? bloß Bautischlsr- arbeiten macht. Ueber diese Vcrbäiiniffe babsn wir aber gsgcn- wärtig sine so geringe Klarheit, daß der Wunsch berechtigt ist, auf dem W898 811181“ Uniersuchung Das nötbigk Matsrial zu beschaffxn. Wir babrri auch ["Eine gcnügrnbe Klarbrit über die Vertheilung der Gsbilfkn und Lkbrlinge und wisicn nichi, wie viel HandwerkÖrneister in dern cinzelnsn Bezirken obne Gcbilisn und Lebr- linge arbeitkn. Alles dies wird nütziickpechisc fsstzustLUc-kn sein. Dabei wird es zwar nicht notbwcnbig [ein, diese Ermittelungen für das ganze Gebiét des Reichs anzustelien, (1er es wird unumgängliäy „sein, wenigstens im WEZ? der Stichprobe dariiber unterrichtet zu wcrden, wie diese Dings, deren Erörtrrung ganz nothwendig Erfolgen muß, im Deutfckycn Reich liegen.
Ich kann Von mir pkrsönlicb sagen, daß mir selbst der Auf- schub, M mit einm? erfolgenden Unt€rsuchUng notbwéndigerweise Verbunden ist, sehr unerwünscht ist, und zivar nicht nur im Iiiiereffe des Handwerks, das [cbt bald rve'nigstcns etwas Grsifbarcs in die Hand zu bekommrn fick) ssbni, sondern auch im cigsnkn Interesse der Regiernngßbertretsr, für die ('s ksincsMgs sehr angenehm ist, all- jäbrlick) Hier im R€ichstag auf die Frucbtlofigkkit ihrer bisherigen Bkmübungen bingewiesen zu wsrdkn.
Deshalb babe ich mir überlkgt, wie wir wenigstens bald mid bebor disse Enquéte ibr Resultat gczsitigi bat, zi! cinrm Vorschlage? kommen könnten, der in etwas die Dkfiderien des Handwerks be- fricdigt. Da freue ich mich, daß ich in diessr Bézikbung 6111211 ng für gangbar crachtet babe, kk" auch bxr Hsrr Vorredner als dsnjenigen bezsickynet hat, der zunächst und Vor aUen Dingen eingeschlagen Werdén muß. Es ist das dir? Schaffung bon Hand- werkerkammern; und ich bin der Meinung, daß dicse HerstLÜung Von Handwcrkcrkammern möglich ist, «11119 obnebaß man den früher in Aussicht JMOMMLUCU Untrrbau, Fachgcnosscnschaften oder obligatorische Innungen, wie das inkorporicrte Handwerk 89 will, schon Vor sich hat. Wir Haben auf dem Gebirte der Landwirtbscbaft in Prrußcn eim'n Vorgang, der mich auf diesen Gedanken gebracht bat: Es ist die? Das Gesrß über die Errichtung dcr Landwirtbschaftskammern. Ju Prsußsn bar man das Gesetz über die Landwirtbschaftskammern erlassen, obne biir Frage zur Erlsdigung zU bringen: [011 bébufs Her- stsUung dieser LandwirtbsÖastskamm-Lrn das landwirthscbastlichc Ge- werbr auch einen Unterbau Erhalten, aus dsm bie Landwirtbschafis- kammsrn hervorgehen? Man bat [ich dort damit grbolfen, daß man dic Wahl der Mitgliedkr zu den Landwirtbsäyaftskammern in die Hand der Kreisbertretung legte. Das wäre indrß sin Modus, den ich für die Handwerkerkammern nicht empfehlen würde. Allein 23 ist unleugbar, daß man die Handwerker zu diesen Kammern wählen [affen kann, obne daf; man vorher die Frage der ZwangSorganisation, der Zwang?»- genoffcnschafien ober obligatorischen Innungen erledigt. Erhält man solche Organe, die unzweifelhaft _ das wäre bei Redaktion des Gc- seyes zu berücksichtigkn _ als dix legitimierten Vertreter des Hand- werkerstandes anzusehen sein würden, fo werden fie dann auch die besten Organe sein, die uns bei der definitiven Gestaltung der Organi- sation mit ihren Gutachten zur Seite sieben. Man legte in Preußen auf die Schaffung der Landwirthschaftskammern deshalb Werth, weil man sagte: aÜe Projekte, die “behufs Beseitiguxg des landwirtbscbaft- lichen Notbstandes etwa auftauchen können, könnsn wir zweckmäßig keinen besseren Gestaltungen zur Begutachtung vorlegen, als den aus dem Kreise der Landwirtbe berborgegangenen Kammern; ob Anerben- recht, ob Verschuldungßgrenze, ob Entschuldungsvérfabren _ über alle dergleichen Fragen sollen demnächst die Landwirtbscbaftskammern zu begutachten baben. Soüte nun nicht eine Kammer, die fich aus dem Handwerk selbst aufbaut, der legitimierteste Körper sein für die Frage, ob Zwangsinnungen, Fachgenoffensckyaften oder sonst was als Unterbau für die Organisation des Handwerks gewählt werden soll, und welche von diesen möglichen Gestaltungen vorzuziehen sei?
Meine Herren, ich komme noch einmal auf die Frage der Zu- sammensc'ßung dieser Kammern. Sie könncn unzweifelhaft aus den-
jenigen Personen aktiv und passiv gewählt werden,. welche ein Hand- werk betreiben. Nun wird aber immer von seiten der Herren, die für die obligatorischen Organisationen schwärmen, vielleicht der Ein- wand gemacht, daß eine solche Gestaltung oder Kompofition der Kammern keine außreickpende Gewähr dafür gebe, daß auch die Innungen als das korporative Handwerk mit seinen Interessen in aubreichendsm Maße dabei berücksichtigt Werden. Ich würde inbeffen für meine Person gar nicht dagegen sein, daß man dsrx Vorhandenen Innungen eine präzipualeVetbeiligung bei den Handwerkerkammern gebe. Haben wir aber solche Handwerkerkatiimern, dann haben wir noch einen besonderen Vortheil, und der Würdigung diesss Vortheils, glaube ich, können sich alle billig Denkenden, die fich mit der Frage beschäftigen, nicht Verschließen. Es ist un- leugbar, daß die Handwerkerbewegung, wie ich schon ge- sagt habe, hauptsächlich durch die Vcrtreter der Innungen genährt wordén ist. Weite Kreise des Handwsrkerstandes, die außerbalb der Innung stehen, sind bisher eigentlich so gut wie garnicht zum Wort gekommen. Dabsr liegt es in der BiUigkeit, vor der definitiben Entscheidung dieser schwer wiegenbcn Frage auch diese Kreise übrr die künftige Organisation zu hören. Diese Forderung ist um so unabweiÖbarer, je: wenigér ver- kannt werden kann, daß auf diesem Gebiet sehr erhebliche Schwankungen in den Anschauungen der Herren Volksvertréter fich vollzogen Haben. Ich erinnere nur cm bis Ausführungen, die wir gebört haben Von Herrn von K'leist-Rctzow, bon Herrn Friki- herrn Von Stumm, von dem Herrn bon Rheinbabsn und dem Herrn bon Hsrtling, der in früheren Jahren lange: dsr Vorkämpfer dcs chtrums auf diesem Gebiete war und noch kürzlich im bayeriscbsn Reichsrat'k) ein (Hutacbtén abgegebrn bat, welches die obligaforiscben Innungen durchaus Verwirft, und der mit dieser seiner Auffaffung in dem bayérischn R6ich5ratb ben BeifaÜ seiner Herrrn Koslkgsn gk- funben hat.
Also., meins Hsrrkn, ich bin bSr Pisinung: woslen wir auf dicsrm (Bebiet zu einem Resultat kommen, so ergreifen wir 'mal erst die Gelegsnbeit, die, wie ich hoffs, anxn in dirser Scsfion gcbotkn wCrden wird, zur Bcratbung Links Giséxch iiber die HkrstcÜung WU HankWCrkkrkammern. Legen wir dann aklsdis schwerwirgendkn und wichti- gen Fragen übi'r die pvfitibe Organisation dC-Z Handwerks diessn Kamnwrn bor. Ich darf anrn sagen; wir sind ksine prinzipieükn Gcgncr Liiisr Zwangsorzanisaiibn, davvn smd wir 175811 cntfernt; wir [mb nur Gegnkr géweskn _ und ich giaubk, wir sind 68 auch beute nocb _ dsrjenigrn Organisation, bis von bkn Vertrstern dcs korporiertkn Hanbwsrks untcr dcm Bkgriff dcr obligatoriscbrn JunUng verstanden wird. 21er wir Werdkn, so Hoffe ich, aiif bisssm WSJ? zu Linkin grdeiblicbc-In Resultat kommen, und dkffrn diirfrn Sie vizrfichért skin, bas; jede's mögliche Mittrl Von seiten der Régierung Ergriffen wsrden wird, das dazu dienkn kann, um dem Handwrrk den goldenen Boden wieder zu bcrschaffen, FM 88 zum Schaden ch Rsichs leider Gottes viélfacb bsrlorsn bat. (Brabo! rechts.)
Das Haus beschließt die Besprechung der Interpellation, vertagt die elbe ]edoch um 5 Uhr auf Dienstag 2 Uhr.
Literatur.
_ Militäriscbiés.
„Brauchen Wir Panzerkreuzer? Zcitfrags an dcn Dcutscben R€tchstag, gesicÜt von einem sachbsrständigsn Patriotkn. B8rlin1895. Vkrlag Von Hérmann Pktkrs (Paul Leist). _ Dsr Vsrfaffer Erörtert di? Cinwendungsn, die in dcr Prkffk und im Reichstag 969811 die im RLiÖSÜaUÖHÜÜFZ-Etat für 1895/96 Von der Regierung aufgestsiltkn Forderungén für die Viarine erboben worden find, auf ibrr Bérxcbtigung und entwickelt sodann die Gründe, welch? eine Verstärkung der deutschen Flotte zu Liner gabistcrischcn Notb- wendigkkit mach€n. Er_fübrt aus,_ daß die deutsch Séémacbt bei dem jeZigen Schiffsbeitande dcr Bcitimmung, *deutscbes Cigsntbum und einzelne Angehörige dcs Reichs in [LMM Länbkrn zu schüßen, nicbt mebr Vollständig gcnügsn kbnns, und sslbst wrniger mächtigén Staaten gi'genüber nicht im stankeseida-Z Anseben des Dkulschen R€ich§ durch Achtung gebictxnde Schiffe_x«11r Géltung zn bringen. Besondcrs aber betoni ber Vkrsasier, das; sin" ksn Fail einCÖ Krieg??) bon [än- gerer Dauer die Verstärkung der Flotie erfordsrlich sei, um die Er- nährung dsr b€u17chen Hekrk durch Zusiibrcn bon außérbalb zu sicbe'rn Und bei der Bedrvbung kcr Ligcncn Küsten durcb fcindlicbe Schiff€ diesen in gseignktkr WCise xiitgrgentrétcn zu könncn. Mit Hilfe Von Zablén, die dkm „131100 1110111k111'611é31701'11l1éJk (10 1111111116“ 1894 L_UTUOMMM smd, wird nachzuwsisen gksucbt, das; das Deutsche Reich [elbst Staatcn Wit? Argrntinien, Brafilirn, Chile, China und Japan egenüber mit den jetzigen Seexirritkrästcn im Bedarfsfalle nicht nieYr mit der nötbigcn Entscbiekenbkit auftretén könne, und daß es binter ben europäischsn Großmacbten in der Entwickelung seiner Flotte wegkn Mangels an den zum Sicherungs- Und Rekognoßcikrungs- dienst bsstimmien, mit Panzerschuß versebsnen Kreuzern treit zurück-
gebiiebcn sei. , Verschiedenes.
.Stcuersrklärung und Vernibgcnsanzrige' ist ein in CarbHeyxnann's Verlag, Berlin Mi". 41, erschienenes Werk be- titkli, dgs die Wichfigstkn Bestimmungen 1";er _die Einkommen- und ric Erganzungssteuer in überfichtlich€r W902 zujammensteüt, und dem zngléicb zahlreiche Muster zu Steuererklärungen und Vermögens- anzeigen beigegeben find. Das Werk hat din Zircck, Steuerpflichtigsn drr Verschiedenartißstkn Berufe eine praktische Anleitung zu bietsn, wie fie die Steuere'rklarung zur Cinkommexistsuer-Vcranlagung den eseH- lichen Vorschriften entsprechend anzufsrtigen und abzugeben aben. Um fich bon Jahr zu Jahr überzeugkn zu können, welche Steuer- erklärung bezw. VeriiiögLnSanzeige man seither abgegeben hat, ist es n_otbwendig, von jeder Steuererklärung beziehentlich VrrmögenSanzcige eine Abschrift zurückzubebaltezi und diese Abschriften zu sammeln; hierzu dient ein besonderer Abschnitt. Den Steuerpflichtigcn sei die Be- schaffung des Werks, desen Preis 3 „% beträgt, empfohlen.
„ Zeitschriften.
Jm Januarheft der „Deutschen Rundschau“, beraus- YIM“ bon Julius Rodenberg (VerlaÖvon Gebrüder Paetel, * erlin)wtrd Theodor Zoniane's Roman „Effi * riest“ fortgesetzt. Von brsonderem Interesse ür jeden Deutschkn werden in diesem Heft Her- mann Gritzim's Erinnerungen an seinen Vater Wilhelm, seinen Onkel Jacob Grimm und die Entstehun der Kinder- und Haußmärchen sein“ ebenso die Iugendbriefe von buard Mörike, dem schwäbischen Di ter,_ dessen unvergleichliche Lyrik eines der edelsten litkrarischen Ye iytbumer unseres Volk_s ist. Mitth in die Zeit der Rinaiffance fuhrt Otti? HartMg's meisterhafter E ay .Catxrina Sforza“. Ein Stuck sothler Gegenwart giebt H. [brecht in dem Kapitel über .Bodenwucver und Wobnungßreform'. Mit einem Biidßaus dem Morgenland „„Am remsbrunnxn' von J. T. von Eckardt schließt dxr Haupxtbetl des sts, dem eine wirtbschafts- und finanzpolitische eine, olitis e und eine sehr mannigfaltige literqrische RundsYau 166 anrei en. „nierbaltung und Belehrung, bzxides in der anspre end ten Form, vereinigen sich in dem Heft, mit welchem das neue Jahr
würdig eröffnet wird. illustrierten Zeitschrift . N a t ur u n d
“- In Heft 7 der Haus “ (Verlag von Robert Oppenheim, erlin; Preis vierteljährlich
1 50 .,“) finden fich interesante Abbildun en von (SchneekrystaueU ie zeigen die Photographien von Sehne stallen (bedeutend vn, Yößert), die Professor G. Nordenskjöld im Winter vorigen Jahres in tockholm angefertigt hat. Der HetaUSgeber 131“. Stabv bat de:: erläuternden Text dazu geschrieben. In demselben Hefte ist Eine lebenswabce Abbildung, hes sogenannten .Kletterfiscbes“ enthalten welckäß dem,?escbauer diesen Fisch theils im Wasser, theils kletternd' am ser eig . _ Fm Januarbeft der. Monatsschrift „Nord und Süd- berausgegeben von Paul Lindau (Schlesische VerlagSanstalt yo,; S. Schottlaender, Breslau) beleuchtet Alexander Tille das Ueber. völkerungéproblem sowohl_ von der nationalökonomifcben wie von der naturwisienschaftlichen Seite. _Außerdem hat dieses Heft folgenden Inhalt: .Die Rufbe' von Richard Dehxnel; „Eine edle Mutter“ von Helen Zimmern_; „Die Landwirtbschast und das Agrarrecht“ von Ludwig Fuld; „Aus der Jagd nach der Gesundheit“ von Gerhard- von Amyntor; .Der Sagenkrets vom gepreüten Teufel im Zusammen. hang mit dem christlichen Dogma von der Versöhnung der ersten Iaerunderte und dem altgermanischen Götterglauben“; cndlich das yok kurzem Erfolgreich übcx die Bühne gegangene dreiaktige Schauspiel .Wobltbäter der Menjcbbeit“ yon Felix Philippi, dessen Porträt ip, vorzüglicher Radierung dem Hßst beigegeben ist.
' Handel und Gewerbe.
Hamburg, 14. Januar. (W. T. B.) Kaffee (Nachmittags- bericht.) Good aweragc Santos pr. März 742, pr. Mai 74F, pr. Sky. icmber 73, pr. Dezember 712.“ Kaum behauptet.
Zuckermarkt. (Schlaßbericht) Rüben-Robzucker 1. Produkt Basis 88 0/0 Rendcment 1181.16 Usance, srsi Bord Hambur pr, Januars8,70, br. März 8,80, pr. Mai8,95, pr. August 9,15. Nair.
' Wien, 14. Januar. (W. T. B.) Ausweis der öster. reich1schaungari1chen Staatsbahn (österreichisches NSZ) vom 1. bis 10. Januar 586 735 Fl., Mindereinnabme gegen den sur. [brechenden ZLitraum des vorigen Jabrks 19 684 F1.
Lonbon, 14. Januar. (W. T. B.) An der Küste 1W€izem ladung angeboten.
ZL 96% Jabazuckcr [oko 112 ruhig, Rübcn-Robzuckrr Toko ' ma t.
Cbilc-Kurfer 40Z, pr. 3 Monar 41. _
Glasgow, 14. Januar. (W. T. B.) Die Verichiffungen Von Robxisrn betrug€n in der Vorigen Woche 3684 Tons (369871 3198 Tour? in derislben Woche des vorigen Jahres. _
Bradford, 14_. Januar. (W. TYG.) Wolle gexcbäftslos, Botarw, Crozbrcd 1chwach€r, Engli1ch€ie1t, Garne und Stoffe kaamYebaxere-t. ,
St. PLTLrSÖULJ, 14. Januar. (W. T. B.) Gewinnziebung der rnssiscbcn Prämien-AnTeibe von 1864: 200000 Rb]. Sök. 15 795 Nr. 4, 75 000 Nbl. SLT. 2640 Nr. 40, 40000 Rbl. Ski“. 6153 Nr. 35, 25 000 Rbl. Scr. 10 071 Nr. 6, je 10000 Rbl. Skr. 19664 Nr. 47, Ser. 3022 Nr. 47, _Sér. 13 955 Nr. 34, je 8000 9151 ÉZer. 2790 Jiu 37, ÉZLr. 1561 Jia 8, CZeQ 1414 Nr. 42, Ssr. 8343 Nr. 21, Skt. 13146 Nr. 47, je 5000 Rbi. Ser. 13 400 Nr. 38, SCT. 7109 Nr. 2, Scr. 16920 Nr. 28, Eur. 10242 Nr. 24, Ser. 7112 Nr. 43, Ser. 14834 Nr. 10, SEX. 18 904 Nr. 8, Sér. 16742 Nr. 34, je 1000 Rbl. SLT. 5108 Nr. 6. Ser. 17751 Nr. 7, Ser. 3331 Nr. 47, Skr. 18173 Nr. 24, Ssr. 287 Nr. 12, Ser. 14 796 Nr. 43, Ser. 18777 Nr. 5, Scr. 883 Nr. 46, Ssr. 11549 Nr. 30, Scr. 11895 Nr. 8, Ser. 16163 Nr. 35, SLL“. 413 Nr. 1, Ser. 14 733 Nr. 31, Ser. 5591 Nr. 42, Se r. 8922 Nr. 36, Ser. 16877 Nr. 41, Ser. 16 218 Nr. 39, Ser. 18 839 Nr. 18, Scr. 2810 Nr. 37, Ser. 14 441 Nr. 17.
New-York, 14. Januar. (W. T. B.) Die Börse eröffnete in günstiger Stimmung; im weiterem Verlauf war das Geschäxt durch- weg unrsgelmäßig; der Schluß ruhig. Der Umsaß der Uktirn betrug 162000 Stück. _ _ _
W eizrn anfangs fest, stisg _aiis Kaufe für Récbnung des Aus- lands imb b€ffer€ K"ab€[m€lbu11g€_n, ]pajer Reaktion auf Rkalisikrungcn, matte KabcimÜdungsn sowis aus Zunabmr der unterwegs befindlichen Ménge und da die Abnabu18_rcr sichtbaren Vorräthe in England gerinJcr als erwartest. Schluß 1chwach. _ Mßis steigend nach"_Er- Öffnung auf Dcckungen der PlaZWLkulanten, !Patcr Rkaftion aus er- wariets ZunaHML dEr Ankünsté. _
Visibls supply an Wcrzsn 86615000 Bushels, do. an
New-York 53, do. New-
Mais 11083 000 Basbels. Waarenbericbt. Baumrvolls, Orlsans 5,1, Petroleum träge, do. New-York 5,80, do. Philadélpbia 5,75, do. robss 6,50 nom., do. PiP? line cert. p. Februar 99F, Schmalz West. steam 7,173, do. Robe & Brothers 7,45, Mais wiUig, do. 1). Januar 523, DO. p.Februar 51,3“, do. 1). Mai 51Z, Wsizen kaum bebauptkt, roter Wrnterwsizen 6351, do. Weizen 1). Januar 61.3, do. 1). Februar 61Z, do. 1). März 624, do. 1). Mai 621, Grtrkidsfracbt nacb Liverpool1Z, Kaffee fair Rio Nr. 7 15Z, do. Rio Nr. 7 12. Februar 14,15, do. do. 13. April 14,00, Msbl, Sprinß clears 2,55, Zucker LZ, Kupfer 10. Chicago, 14. Januar. (W. T. B.) Weizen steigend_nach Eröffnung auf crwartetcAbnabme in de_n sichtbaren _Vorrätven [owie auf Käufe: der Haussiers und der Baijfiers; dann saUend auf uner- wartét ungünstige Kabelbsricbte, Zunabm€ der unterwegs befindlichen Menge und lébbafte Verkäufe. _ Mais [chwächtc sich nach (Eröffnung etwas ab, später erholt. Schluß stetig. Weizen pr. Januar 542, pr.,Mai 584. Mais pr. Januar 452. Speck [bort cirar nomin. Pork pr. Januar 11,5735.
Verdingungen im Auölande.
Oesterreicb-Ungarn. _
15. März, Mittags. Direktion der National-Aussteilungsür 1896 in Budapest: Kozizesfion der ausschließlichen AujsteUung' ron Automaten für ver1chiedene Artikel,_ und zwar 3. im Umkreis der National-Ausstellung, 5. in den Post- und Telegraphenämtern'des Stuarts, sowie in dén grö eren im Betriebe bon Privaten befindltchkn Postamtern, 0. in [ämmt ichen Staatsbabnhösen.
Großbritannien.,
23. Januar, 1 Uhr. M. A. P. Dunstan, JScrsrarzr 01' kb? 13551 11161311 17811sz- C0w1151137, Nicholaßlane, London 131.142 Lieferung Von Eijen in Z-Jorm zur Unterstützung Von Eiserxbabu“ 1chisnen. Lastenheft zum Preise von 104 Sb. in den Geschäftézraumcn der Gesellschaft.
Spanien.
Nächstens. Junta der Arbeiten am Guadalquivir und am Past“?!
von Sevilla. Lieferung von 5 Baggerpravmen. Niederlande.
18.Januar. 0011111115516 7001' (16 GSWSSUTS-Sagikbrjsksn 16 KOOHSL'ÜQLU; Vsrkauf ron circa 40000 irg schwofelsaurem Amino“ niak. Bedingungen erhältlich im Bureau der Ssmssyds-Sagfubrisk. 005t26561ch1ch zu Rottrrdam.
Rumänien. _
13. Februar. Dircktion der Posten und Telegrapben in Bukarest? Lieferung von Telegrapbenpfählen verschiedener Länge. BeditxguWkn smd im Ministerium des Innern, sowie bei allen Prcisektuken niedergelegt. _
1. März. Direktion _der Ei1enbabnen in Bukarest: Bau von Gebäuden an der Linie Jiorhi3?i_3imnicea. Kostenanscblag 5400008k-
orwegen. _ _ „
"28- Januar, 7 Uhr. Eismbabnverwaltung in Christiania-
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23. Zarzugr, Vormittags. Yer Direktor der Polizxxisimagazl"e “* Bulak: Lieferung vertchiedener Artikel, wie Hemden, baumwollMs Unterhosen und ndschube, Bekleidungsgegenftände urid Glad“ abzeichen, wollens ecken, Teppiche, Stiefel, Schuhe, W1ch1chLftch Bürstkn, Matten Staüartikel, Uniformen und andere Gegext ax'de“ Lastenheft emzufelien an Wochentagx'n, außer Freitags im Mm des Innern zu Kairo, Abtheilung xu: öffentliche Sicixrbeit.
zum Déutschen Reichs-Ll
Ziveite Beilage
Berlin, Dienstug, den 15. Januar
nzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
1895;
„zx. 12.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiteu nnd Absperruugs-Maßregelu.
_ _ . N a ck t i ck t e n uber die Verbreitung von Tbierkrankkyeiten im Au§[anbe im Jahre 1894.
Oesterreich.
7. Dezember.
Höfe : 47 4
25 18 27 14 23
Kronland
Nicber-Oesterreicb . . . . . . . . . Böhmen . . . . . . . . . . . . ,. . . 19 Mähren . . . Maul- und Klauenseuche 6 Schlesien . . . . . . . . . . . . . . . 12 Galizien, Lungenseuche . . . . . . . . . . . . 1
Orte: 4
6 57 7 23 6 21
31. Dezember. Orte: 2
14. Dezember. 21. Dezember. Zahi der Verseuchten
Orte : Höfe : Orte : Höfe :
49 3 19
9 18
10 5 10 1 8
3 12
Höfe: 38
10
1
Ungarn.
28. November.
Komitate: Orte: Höfe: Maul: und Klauenseuche . . . 18 62 944 Lungenfeuche . . . . . . . 11 37 37 11
Rußland. Ninderpest.
Im Monat September. Zahl des efallencn Vier:
1674
325 1118
Kaukasus. GoUVernements : Stawro ol ................. Ge iets : KUban ................... Tsrék ...................
Schweiz. Maul- und Klauenseuche. 16.-30. Nobember. 1._15. Dezember. Zahl der verseuchten und Verdächti cn Kantone: Orte: Ställe: Orte: täÜL : AppenzeU (1. R1). . . . 3 5 2 3 St. GaUen ...... 4 4 -- _-
Belgien. Jm Moriat Rookmber. Zahl der verseuchten Provinzen: Gemeinden :
Lungenfeucbe 3 7 Maulseucbe ............ 8 49
Sterblichkeits- und GssundbeiWVSrhäTtnisse während des Monats N_obcmber 1894.
Gemäß den Vsröffsntlicbungcn des Kaiierlichn GesundbeitSamts sind während des Monats November bon je 1000 Einwohnern, auf das Jahr birechnrt, als gestorben germizldet: in Berlin 15,9, in Breslau 22,1, in Königsberg 22,5, in Köln 16,5, in Caffcl 12,4, in Magdeburg 19,0, in Stkiiin 23,3, in Altona 12,8, in HannoVCr 15,9, in Frankfurt a. M. 13,8, in Wiesbabm 12,6, in München 20,5, in Nürnberg 17,4, in Augsburg 24,3, in Dresden_17,4, in Lsipzig 14,9 in Stuftgart 16,4, in Karlérube 14,2, in Braunichweig 17,1, in Hainburg14,4_, in Straß- burg 16,0, in Metz 13,2, in Amsterdam 14,5, in Brüs]?! 20,2, in VUkaPCst 22,4, in Cbristianig 16,7, in DUblin 22,8, in Edinburg
13,9, in Gla§gow 22,3, in Kopenhagrn 17,7, in Krakau 32,1, in 91er251 20,7, in London 15,5, in Lybn 18,4, in Mbökau 28,3, in Okiffa 21,3, in Paris 17,1, in St. Pstcrsburg 20,2, in Prag 23,7, inNom (Oktober) 16,4, in Strckbolm 20,5, in Trikst 26,4, in Turin (Oktober) 16,6, in Venedig 18,7, in Warschau 23,3, in Wien 20,2, in NLW-YNk 17,1. (Für-dic nichtdeutichen Orte ist dsr Zeitraum „1014 Wochen, vom 4. Nobsmber bis einschließlich 1. Dkzrmber zukammengefaßt wvrben.)
DLr Gesundheirsstand im Monat Novsmbér_wc1r in der übkr- wiegenden Mehrzahl der deutschen wie der nichtdeutjchn Bsrickytsorts em günstiser und die Sterblichkeit eine sogar noch etwas iiicdrigcre» alsim Oktober. Die Zahl drr deiitscben Orte mit sehr Jiringer Sterblichkeit (StexblichkettSziffer unter 15,0 pr. M.) W Von 48 im Vormonaj aus 59 und onen wir aus der Zahl dirielben hier nur Altona, Schöneberg (b. Berlin), Beuthen O.-S„ Bielefrld, Brandenburg,_Charlottenburg, Flensburg, “rankfurta.M., barburg, Cassel, Kiel, Koblenz, Kottbus, Krefeld, inden, Mühl- Fauien 1. Tb., Posen, QUEdlinbng, Spandau, Wiesbaden, Kaisers- lautcrn, Yeiberg i. S., Lsipzig, Zittau, KarlSrube, Darmstadt, Mainz, chwerin i. M., Eisenach, Weimar, Gojba, Gréiz, Lubxck, Bremen, Hamburg, Metz und von nicbtbkutschen Stadtrn Amstérdam erwähnen. Die Zahl der deutscbkn Orte mit „bober Stkrblichkcit (SterblichkeitSziffer über 35,0 Pro MiÜL)
1. Unxersucbun s-Sacben.
2. Ausgebote, ustellungen u. der [.
3. UnFaÜ- und analiditäts- 2c. erficherung. 4. Verkäuxe, Verpachtun en, Verdingungen 2c. 5. Verloo ung ec. Von ertbpapieren.
5. Dezember.
Komitate : 17
12. Dezember. 19. Dezember.
Zahl ber Verseucbtxn rte: Hofe: Kom1tate: Orte: Höfe: Komitate: Orts: Höfe: 59 915 17 55 ' 890 15 42 452 34 34 11 33 33 9 28 28
ging, von 2 im Oktober auf 1 (Oppeln) zurück. Das Sterblichkeits- maximum„das im Vormonat 37,5 betrug, erreichte im Bericthmonat Oppeln ckck 39.0 pro Mille und Jahr. _ Groß War auch in diesem Monat die Zabi der Orte mit günstiger Sterblichkeit (Sterblichkeits- ziffer boni15 bis 20,0 pro MiUe), 108 gegen 109 im Oktober, und nen_n€n ww axis der Zahl derselben hier nur Aachen, Barmen, Berlin (Nixdorf, Weißensee, Vororte Brrlins), Bochum, Bong, Danzi? Dortmund, DUffeldorf, Duisburg,C1berfeld, Erfurt, E118n,*Fran - furt a.D., M.-Gladbach, Glogay, Görliß, Graubenz, Guben, Halber- stadt, Halle, Hannover, iricbberg, Kattowitz, Köln, Köslin, Kretzznach, Magdkburg, Münter, Nordhausen, Paderborn, Potsdam, Ratibor, "Schleswig, Stralsund, Trier, Bayreuth. Fürth, Zvi, Ingolstadt, Niirnberg, Spcyer, Bau en, Dresden, Plauen, Zivi au, Offenbach, Herlbronzi, Reuxlin Ln, c-iuttgcirt, Ulm, Freiburg i. V., Konstanz, Mannheim, Psorzeim, Worms, Apolda, Qldenburg, Yraunsckywsig, Rostock, Dessau, (Gera, Colmar, Mülhausen i. E., Straßburg und von nichtbeutschrn Stäbtsn Christiania, Edinburg, Kopenhagrn, London, Lyon, Paris, Rom (Okt'ober) Turin (Oktober), Venedig und 'New-York. _ Die Zahl der deut1chen Orts mit mäßig bpher Sterblichkeit (Sterbliclykeitsziffer bis 23,0 pr. M.) blieb fast die gleiche wiL im Vormonat (32 gegen 33) und fübren wir aus der Zabl-bkrfelbkn hier nur Breslau, Gleiwiß, Insterburg, Königsberg, Liegmß, Memel, Thorn, Tilfit, Bamberg, Erlangen, Müncbén, Chemntß, Reichenbach i. S., Eis_ßen, Cannstatt, sibelberg, Alten- burg und yon nichidcutsch€n Stadien Brüssel, 5 ubaprst, Dublin, Glasgow, Liverpbol, Odsffa, St. Petersburg, Stockbolm und Wien an. ' Die Betheiligung des Säuglingßalters an der Gesammtsterb- lichkeit war eme noch geringere als im Oktobsr. Von je 10000 Lebendsn starbsn, aufs Jahr bcrschnef, in Hamburg 23, in Berlin 40, iii Dresden_47, in Stutt art 60, in München 84 Säuglinge. Dieys niedrige, Sauglingssterbli keit bcrubte fast ausschließlich auf drm fast allgrmem [eltenersn Vorkommrn bon akutEn Darmkrankheitsn mit tbdtiichen AngängEn, diZ fast in 610811 Großstädten, wie in Berlin, Brsslau, Görlitz, Dümeldorf, Hannober, Köln, König:“:berg, Magdeburg, Stetiin, München, Nürnberg, Dresdcn, Leipzig, Stutt- gart, BraunschMig, Hamburg, Straßburg. BrüffLl, Budabesi,Kopen- bagcn, Lyndon, VZYÖkau, Odeffa, Paris, St. Petérsburg, Prag, Stock- holm, Triest, War1chau, Wién, Nsw-York u. a. wenigxr Sierbcfällc als im Vormonat bcryyrricfen. _ Dagrgen kamrn akute Ent- zündungen der Atbmungsorgane vielfach häufiger zum Vor- schein und 6111781811 aach in virlen Orten, _wie in Berlin, Bre'slau, Barmeii, Cbarloftenburg, Danzig, Düsseldorf, Effen,Frankfurt a. M. Köln, Königshütte, Magdeburg, Bremm, Hamburg, München, Nürn- bsrg, Stuttgart, Budapest, Kopenbagén, Paris, Prag, Rom (Oktober), Stcckbolm, Triest, _Vcnedig u. a. Häufiger mit dem Tode, während die Zsabl _dcr deCEsäUe in (Elberfeld, K*önigsberß, Dresden, Leipzig, Brü1e1, Krakan, Lonbon, Warschau, St. PeterÉ urg, Nsw-York ab- nabzn, oder wie in Oannvvcr, Amsterdam, Odéffa, Wien die? gleich großk wie im Vormonak blicb. Auck) Erkrankungen an Grippe wurdcn bäufigkr gemeldet und obwohl der Vérlauf im allgi'meincn ein nzilber blieb, kamen dock; auch nikbrfach durch _fie bkdingte Sixrbc- falle zur Mittbeilung; 15 wurden (ius Weißenxsk, Hamburg, Köln, Potsdam je 2, aus Magdeburg und Léipzig je 3, aus Kopeknbagcn und NCtv-York je: 6, aus Berlin und 116057644 je 8, aus" London 41 TodesfäÜe bsricbtst. _ Dic: Zabl dsr SterbEsiiüc an Schwind- 7ucht war nur Wenig Vori der des Voriiwnats vsricbikden. _ Die? Mit- tbcilungen über 5611 Rückgan 9 dm C [) oléra lauteten im allgcméinr-n günstig. Jux Deuticben Néick) gelang es in (111611 bon drr Cp:- pedic beimgkyuchtén Gebiétézn, das Bildin von neuen Seuchenbcrden zu Verbüten und die Weitsrverbrsitimg zu beschränkcn. Wäbrénd des ganzen Monats (vom 29. Oktobcr bis 3. Dszémbcr) kamen 106 Er-
krankungen mit 35 Tobssfäücn zur Féststcüung. Davon entfielen aiif Ostprkufikn 41 (10 Sterbefälle), und zwar battsn der Stadtkréis
[Oeffentlicher Anzeiger.
Köni :*Zberg und der Kreis Labiau die meisten Erkrankungen; auf das Wei ,!elgkbirt entfielen 35 Erkrankungen (17 Todesfälle), fast nur in Tolki'mit, Landkrsis ElbinK, borkommcnb; auf das Neße- und das Wartbcgebiet 7 (] Todesfa_ ), aufObkrschlesien, (besonders Kreis Katto- w1ß) 14 (2), aus das, übrtßr Schlesien 9 (5). In drr [€ ten Woche des Nobember war die Epidsmie in Ostpreußen anz, in en übrigen Gebieten nabezu erloschen. _ In Oesterrei -Ungarn trat die Seuche brsonders in Galizien, *namentlicb in den ersten Nobembcrwbchen , wieder mit gkößékCt Intensität , auf, [[LF aber zu Ende 565 Monats eine erhebliche Ab- na me erkrnnen. Vom 29. Oktober bis 2. Dezember wurdxn aus Galizien 2504 Erkrankunßen mit 1383 Todesfällen mit- Ytbeilt; und zwar waren bauptsäcbli die Bezirke Bobrka, Brody.
orszczow, Buczacz, Berczezauy, zortkow, Hufiatyn, Skalar, Trxmbowla und ZaleSzczyki befaklen, während die Bezirke Cbrzanow, Wieliczka und die Stadt Krakau für cholerafrei erklärt wurden. In . ber Buko_wina kamen bis 18. November noch 5 Erkrankun en mii 2 TodeÖfallrn, seit drm 18. Nbvsmbér jedoch kein Weitkrer Fall zur Kenntmß. __ Aus Italien _wurben aus Neapel am 6. Novsmber Lm Cbochraiaü und 2 vcrbacbiige Erkrankungen gsmeldst. Aus Franbrerch find _Cbolkrafäüe nicht gsmelbet worden. In Belgien zUJtL 11119 die Epidemie nur noch in Lüttich in brfchränkter Zabl, in deri ProbinzenAntwerpkn und Limburg in Vereinzelten FäÜen. AUch in “0 en Niederlan d en kamen aus NordboÜand(An1stckrbam), Südbvslanb und Limburg niir noch versinzrlte FäUe zur Kenntniß. Jn Rußland berrscht€ 218 Cholera noch in den GOUVLMEMMTÖ Psrm, Witcbsk, MmSk, Ka111ch, Petrikau, Lublin, Wilna, Kowno, Lomza, Grodno: doch„rvar die Zabi dcr bekannt gewordsnkn FäÜe eins erheblich kleiners ais tm ijcobcr. Seit bsm 18. Oktober war i a, [Lit dem 21. Ok- tbber Warxchczu, Kasan, [Lit dem 24. Oktobsr jäsan und Ssamara fur (hkléWsrél erklart wordsn, doch kamén in Lomza sowie in Rjäsan Ende Novcmber'nocb einige Cbolßraerkrankungkn zur Fkststéilung. Aus der Türkei Wurden aus Konitantinoprl vom 26. Oktober bis 30. Nobembsr 14 (Erkranknngen mit 6 Todséiällsn gemeldet, die durch Rskruten nach dort eingsscblepbrwordkn waren. Außkrdcm wurden aus „den-Vilajets Hubabendkiar (beiondsrs aus dikm Sanbscbak Jéimid), Wdin, Kaftamouni, Adana, Tuzla, Bitiis eine mäßig bobs 3551 Von Choleraiälicn gemeldet. Jnxenfibkr Trat dagegkn die Seuche m der Stadt Diarbskir aus, wo die Zahl der gemeldeten ErkrankunJEn "und Sterbéfäile Eine größere war (113 bezw. 65). _ Vbn den anderen Jnfskiionskrankbkiten wurden TodeßfäUL an “.Massrn, Diphtherie: und Typhus häufiger, an Scharlach, KSUÖbustcn und Pocken etwas jeltener als im Vormonat gemeldét. Namentlich Haben Masxrn vielfach eine FFM Vérbreitung gefunden und tratsn in verschiedenkn Orlen ( ze e', Oppeln, Bamberg, Mannbsim, Linz, Wien) recht bös-artig aus. Aber auch in Berlin, Effkn, Frankfurt a. M., Stettin, Karlörube, Glaßgow, London, Stockholm warrn Masérnwdesfaile häufigsr, während 116 in Warschau, St. PETITI- burg, New -Y0rk etwas Mnigcr Opfkr als im Oktvbsr for- derten. Zablrsiche Erkrankungen _Zin Massrn gciangtsn auch aus den Regierungsbezirkxn Arnsberg, Dünéldorf, Erfurt, Königsbkrg, Lüne- burg,_ Münster, Poxen, Sckoleswig, Stettin, Wiesbadén u. a. ziir An- zeige. _ TodsÖiäÜ-Z an Schar1ach waren in Budgprst, Ebinburg, Glasgow, Liverpwol, London, Moékau, Odeffa, St.PstcrIburg, W180 Vsrmindcrt, rage en in Berlin, Bréslau, München, _Nsw-York gs- stsigert. _ Die terblichkcit an Diphtbcrie und Kroup Hut in Guben, HaUe, Hamburg, Münckysn, Kbprnbagkn, London, Obeffa. St. Pciérsburg, Prag, Warschau ab-, in Bochum, Essen, Königshütte", Magdébuxrg, Ludwigsbaskn, Chemnitz, Hridel- berg, Glasgow, Moékau, Stockholm, Triést, Wisn, Nsw- York zugenommrn _ und blieb in Birkin, Drrsben, Lsipzig, Amstsrbam, Budapést, Edinburg, Paris fast die _gleicbe, wis im Oktober. Auch Erkrankmigén kamsn außi'r aus bkn mriyten drr griiannten Orts aus dem ngisrungsbszirken Arnsberg, Düffelborf, Schlsswi u. ;. in zahlreichi'n FäÜkn zur Meldung. _ Dis Zabl ber Todesfä 11' an Untsrleibstvbbus war in London, Paris und Warschau 81658 gr- steigeri. An Flscktvpbus kamen aus Krakau und Warschau je 1, aus Aachen 3, aus Moskau 5„Todesfäl]€, Erkrankungrn aus Paris Und drm chierungkbczirk Dümcldorf in Cinzclnxn, aus St. Peters- burg in 9 Fäilsn zum Bericht. An Grnickitarre wurden aii-Z Münckykn, Hambur und Pra je 1, aus St. etersburg 2, aus New- York 7 TobiSsä e mitgetFrüt. DLM Rsuchbustsn erlagen in Berlin, London, Paris, Wiéjt wani Lr. in Glasgow msbr Kindsr als im Oktober. _ Sterbeiäilc aii 5Iocken gslangtcn aus Elbing, Antwkrpen, Paris. rag je 1, aus Liycrvool und St. PStLr-F-burg je 3, aus Bombay ( ktobér) 6, ans Moskau 7, aus Budapest und Warschau je 8, aus Nkw-York 9, aus Dublin 11, aus Ediriburg 16 ziir AnzCigé; Erkrankungen zsigtcn sich in Breslau, Prag, Wirn und dem Régierungsbezirk Münster in verLinzslten FäUrn; aus Budapest kamcn 15, aus London 20, aus St. Pétersburg 25, an:“; Paris 55. aus Ebinburg 111 zur 211138ng An Tollwutb starb in Vioskau 1 Pyribn; an Milzbrand wurdcn aus Moskau 2 Todesfälle, aus rém Regisrungsbézirk Minden 1 Erkrankung bekannt grgebcn.
6. Kommandit-Ge ells aften auÉAktien u. Aktien-Gesell1ch. 7. Erwerbs- und irt 1chafts- cnanschaften.
8. Nirderlaffung 2c. bon RechtSanwä kn.
9. Bank-Auswei 6.
10. Verschiedene ekanntmacbungen.
Zwangsverfteigcrung.
* 1)“ lintersitchinigs-Sachen.
[61275] Bekanntmackxuug. „
Die 989211 die Piilitärpflickyti cn, Backer Albert Max Emil Zastrow und Geno cn, unterm 8. No- VEmber 1880 in der ersten Beilage zum Reichs- AUZLiger Nr. 268 Vom 13. Nobember 1880 crlassene, untcrrn „3. November 1883 in Nr. 262 und untérm 4- Juni 1888 in Nr. 148 dTZsleLn Anzeigers er- nxuertr offene StrafvollvylLstreckungs-Requifition wird bierdurck; nochmals ernsuert.
Landsberg a. W., den 4. Januar 1895.
Der Erste Staatsanwalt.
[61277] „* iffeues Strafvoklstreckuugsersuchen. Die Heeresvflichti en: b]) Friedrich Wil Elm Albert Seelbinder, ge- o'ren den_10. September 1871 zu Ka el, Kreis tsederbarnim, zule t in Rathenow wohn aft, 3) Hermann Ri ard Clnß, geboren den 18.Mai 1870 zu, Luckenwalde, daselbst zuletzt wohnhaft, t ) Hironymus Lauenburger, geboren den 13.Sep- ember*1871 zu Glashütte, daselbst zuletzt wohnhaft, ] 4 Karl Robert Hannemann, geboren den L*, Ugust 1871 zu Luckenwalds, zuleyt in Groß- kxbterfelde wohnhaft, 183) Otto Emil Müller, geboren den 9. August 71 zu Luckeanlde, zule t m Spandau Wohnhaft, L sMÖ ÖYrÖ Urtheil der ]. trafkammer des Königlichen degertchts zu Potsdam vom 23. Nobember 1894 LIM Verlesung der Wehrpflicht zu einer (53le-
strafe 13911 je _180 .F., wofür im Unvermögensfallc eine Geßingnißiirafc von 30 Tagén tritt, berurtbcilt worden. Es wird lrsncxvt, bon dm gsdachtén Vcr- urtbeilten, wo fie betronsn wsrbcn soÜtc'n, diE Grid- strafL birizutrsibkn, im “700? 1798 Unwormögens aber die betreffende Freibcits traik zu voilstreckcn, guck) zu den Akten gruen Seelbinkcr und Genomrri _ 1111 59/94 _ Nachricht bon €in_e_m etwaigen Erfolgs disses Ersuchens gelangrn zu 1011811.
Potsdam, den 31. Dszcmbcr 1894.
Der Erstc Staatsanwalt brim Königlichen Landgkricbt. K. Staatsanwaltsrhaft Ravensburg.
Die am. 18. Nobrmber 1892 gegen den am 1. August 1864 zu Himbach, Gemeinde Ziegelbach, Oberamts Waldsee, gcborencn Franz Josef Vindex berfüqte Vermögensbescblagnabme ist durch Beschluß der Strafkammer des K. Landgerichts dabikr vom 8. Januar 1895 aufgehoben worden.
Den 10. Januar 1895. .
[61276] H.-Staat§anwalt Kiber [ en.
[61278] Bekanntmachung. '
Durch Urtbeil der Strafkammer bixsigen Land- ericbts Vom 21. Dezember 1894 ist die durch Be- Lchluß vom 20. Januar 1888 ausgesprochene Ver- mögensbcschlagnabme gkgen den am „19. Januar 1866 zu Heiligkreuz gkborenen Sebastian Skiny!) wieder aufgebobsn worden.
Colmar, den 2. Januar 1895.
Der Erste Staatßanwalt. I. V.: Schroeder, Staatsanwalt.
2) Aufgebote, Zustellungen und dergl.
[61378] Zwangsversteißerung. .
Jm Wege dsr ZwangÉbolY reckung [0111.15 im Grundbuchs bon dsn Nicdérichönbaus€n€r-Parze[lkn BandZ Nr. 319 auf den Nam€n des Kaufmanns Wilelm Six! zu Weißcnsee eingetraienk, in der Buchbolzersiraßc Nr. 1 bclsgsne Örundstück am 9- März 1895. Vormittags 10 Ybr. vor dem unterzeichnkten Gericht, (311 Gerichtsiteüe, NEUE Friedrichstr. 13, Hof, Flugel (J., _par1., Saal 40, versteigert werden. Das Gxundsiuck ist bei einer Fläche! Von 7 9. 21 (11!) rnit 8340 «M Nußungßwertb zur Gcbäudcstkusr vcranla 1. Auszug aus der Stsuerrolle. beglaubigt; Ab christ dss Grundbuchblatts etwai e Abscbaßungen und [andere das Grundstück betre ende Nachweisungkn, sowié besondere Kaufbcdingungcn können in der Ge- richtsschreiberei cbcndaselbst, Zimmer 41, eingesehen werden. Diejeni en, welche das Eigkxitbum des Grundstücks beanßpruchen, werdcn aufgeforb'ert, vor Schluß des Versteigerurtgstermins_die Einstellun des Verfahrens herbeizgfübrcn, wrdrigenfalls nacß erfolgtem Zuschlag das K*aufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle drs Grundstücks- tritt_. Das Urtbeil üb€r die Ertbeilung des Zuschlags wird am 9. März 1895, Nachmittags 12 Uhr, an Gerickotsstelle, wie oben, Verkündet werden.
Berlin, den 2. Januar 1895. '
Königliches Amtsgericht ]. Abtheilung 86.
[61377] Im Wegs der Zwangsboüstrcckung [011 das im Grundbuchs vori Tempelhof Band 2 Nr. 95 auf den Nam€n dss Kaufmanns Rudolpb Bkrtboid Auerbacbzu Berlin Eingetragene, zu Berlin, Tsmpclbbskr User Nr. 19, belegene Grundstück am13. Vkärz 1895, Vormittags 103 Uhr. Vor dem unterzeichneten Gericht an Gsrichtssteüe, Nruc Friedrich1tr._ 13, Hof, Fir": el ()., parterre; Saal„40, bxrsteigert Werden. as Grundstück ist bci etne'r Flache von 13 & 72 (]111 mit 24 800 „ja Nußungßwcrtb zur Gebäudesteuer veranlagt. _Auszug aus der Steuer- roUe, bcglaubigts Abschrift des Grundbucbblatts, etwaiie Abscbäßun en unix anbcre_ das Gruydstück betre ends Nachwei un 811, jowie brxonderc Kausbedin- ungen können in der erichtsscbrei erei, ebendaselbst, Zimmer 41, eingessbcn werden. Diejenigen, welch? das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werben auf- efordert, Vor Schiris; des Versteigerungstkrmins die Jäinstellung des Verfahrens berbrizufübren, widrigen- falls nach er01 tem Zriscblag das Kaufgekd in Bezug auf den Anspru an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urtbeil über die Ertbeilung des Zuscbla s wird am 13. März 1895, Nachmittags 12_ Uhr, an Gericht§stclle,_ wie oben, Verkündet wsrden. Berlin, den 2. Januar 1895. Königliches Amthericht ]. Abtheilung 86.
[613561
Jn Sachen der'Firma J. D. Ellinger in Halber- stadt, Klägerin, wider dcn Schubmacbermeister Karl Körige in Süpplmgen, Beklagten, wegen Hypothek-