mu tker (O oe), und
. „H,; 1573“; «**-“
und
Werk der
85?
August
_ wurde _ Klavxerpartte
mente und Klavier.
Dir Pianistin M
wiederzugebrn Wußte. verdic'nten Anerkennung.
Herr Karl Major en Willy
Fedisck)
H
überwand
Jm Königlichen
„Don Juan“
Z .Götterdämmerung“.
“Zweck“ statt.
anwalt; Herr
werden
Zeller's
.Der Fa
liebte Operette
dieser Bühne) in Scene.
unter KapeÜmeister Richard Wagneks „Ring des Nibelungen“ geht in der nächten Wochs an folgenden Tagen in Scrne: Montag, 4_., .Rbeingold“,T'-ienstag, .J.,
e- ,Die Walküre“, Donnerstag,
K er b o rt (Flöte),
Konzerte.
ausgefüFrt. die
])1'.
7.,
Die Preise
große Reihe von Aufführungen erlebt hat.
Im Neuen Theatrr haben in diesen Tagrn Probrn zu Einer Novität von Robert Misch, betitelt „Liebe von hsut“ begonnen. Inzwischen übt das Schabclski'sche Schauspie] „Das [ikke Geld" an-
verminderte Anziehungskraft aus.
Im Theater Unter den Linden Werden die Aufführungen der Millöcker'scben Operette .Der Probekufz“ morgen durch den da- selbst statt ndenden Maskenball auf cinen Tag untrrbrockxc'n, am
Sonntag a er wiedrr aufgenommen.
Direktor Schultz, der Autor Herr Julius Freund und der Kom- ponist Herr Einödsbofer wurden oft und stürmisch gerufen.
lavier) und die Königlichen Kammer- Reinbold Oblev ann Sober! (Klarinette), HermannRichter(Horn) (Fagott) aus Ha Saal Bechstein ihren ersten Kammermusik-Abend für - [gsinstru- Nach dem Muster einer in Paris bestehenden äbnlichen_Vereinigung hat der in Hannover lebend? Klaviervirtuos Major mrt den enannten Bläsern dkr dortigen Hoftheater-Kapelle drei Abendx xu veran kalten unternommen, dercn gestriger erster cinem sebr erfreulrcben BLWLis lieferte von der trchnischcn Sicherheit jedes ein- zelnen und Von der musterbaften Präzifion im Zusammenspikl. - Ein Was inbaltloses Quintett yon Tb.. Vcrhéy für Klavicr, Oboe, Kla- rinette, Horn und Fagott, dessen Finalcray ganz wrggelaffen wurdc, eröffnete den Abend. Gedankenboüer und freier konstruiert war das *. 3“ ' darauf folgende Quintett für Blasinstrumentc ohm: Klavier von Joh. Sobeck. Das dritte Werk, Variationen Von Schubert über sein Müklerlird .Jbr Blümlcin ally“, das für Flöre und Klavier ge- schrieben ist, _sowie das bekannt; brxrliche ]IZ-ärrr-Quintett Von BeetHoVen-für. Klavier mit Blasinstrumrnten rcihten fich den Vorigen würdig an und bildczxrn den B§fchlvß gewordenen KunstgenüUe. Reichrr Bciraü für die K*ünstlkr folgte
._ nach jedé'm der Von ihnen ang-éfülwxßn Wrrke. „. .. , -- - _ _ argarete? Lie ig, deren künstlerische: Leistungen
bererts woblbekannt smd, gab am Mittwoch im Saale des Klub- hauses (Potsdamerstraße 9) cin Konzrrt, welchcs mit dkn Königlichén Kammsrmufifern Adalbert Eugrn Sandow (Cello) durch (j-moU-Trio von Chopin (0x). 8) eröffneje. Dirses leider nur zu seltsn vorzüglich
der in dieser Form selten
Espirltc, stilVOUL nnd originclle
Dic
_ K'orxzrrtgrderin techni1cher Sicherheit und schwungWUrm Vortrag; dassaleiche ist zn melden von der Ausführung drr Solostücke Schuman117§, ZNOIZkowski's und anderer, die das Programm darbot. unterstützte das Konzert durch einige Gesangc von Schubert, Radsckc u_nd Tappert, dir sir: trotz einer momsntanrn Jndikposition mit drr ihr etgenen inniaen und intcreffa'Ntc'n Art des Vortrags anziehend Beidrn Kür1ftl€rinn€n „fsbltc ('s Uicht (m drr
Fräulein Adelin (: Herms
Opernhausc wird Muck's Leitun.
.Stegfrisd“, Fran Sucher wird nochmals in drm ganzen Cyclus mitwirken; am 11. d. M. tritx die Künstlerin ihré Ncésc nach Amsrika an. _ _ _ _Jm Königlrckyen Schaujpielbauxe findet morgrn dir crstc Aufführung von Schöntban-KadelburgV Schwank „Zum wohltbätigrn Die Besetzung lautc't: Ober-Amtmann «Hinsdorf: Hrrr Oberländer, Johanna, seine Frau: Frau Seebach, Paul Hinsdorf: Herr Keßler, Clara, seine Frau: “raulein von Maybxtrg, Claudia:? * abermann: Herr Vollmer, ])r. IlkHlscxld: xHerr Klein, Köckeritzx Herr lencke, Woldcck, Tbeater-Direktor: Herr «Hartmann, Lindner, RWW- éer er, Frau Claudius: Frau Schramm. lÉmenceau', welchrr seit längrre'r Zeit aus dcm Spielplan des Lessing-Tbeaters auégeschieden war, nachdem das Werk nahezu zweihundertAufführunJen erlebt hatte, wird am Montag neu eingeübt in das Repertoire die1er Bühne wirder aufgenommcn und zwar wird bsi _dicxser Gelegenheit Jknny Gros; zum ersten Mal die Roüc der Jza 1pielcn. von ihrem vierwöchigen Gastspielurlaub wieder zurück und nimmt beutc ihre Thätigkcit im Lrsfin Theater als .Niobc' wiedrr auf, während fie im Berliner TF _ ; „Madame Sans-Géznc“ zum ersten Ma_l wieder austritt. » „' ' Im _?riedrich-Wilbclmstädti!chen Theater gebt nwrgrn .. e „Der Oberstei er“ (zum Lzsten :'Nal an * _ md his gu? dir Hälfte . ermäßigt. _ Jr) nächstcr Zert soll dir Lindau-K'renffchc Posse „Ein armes Mädél“ folgen, welche am Wicdener Thraker in Wirn einr
Die Künstlerin ist nunmsdr
eater morgen,
nnover gaben
Ye in E*Lmeinscbaft
esangvereins, bat
cstern im
(Alt) und dwig
ülzow (Violinc) übsrsändt.
Sckxwikrigkeixen mtr großer
Mvzarr's gkaebcn.
morgen
dic „Cyprfrr“ gr'nwinsam .Komrt“, „Pséil“, Sonnabknd,
L.,
schmückten unteren
dic Angelegenheid ad.
Sonnabsnd,
der stürmis )en See Habe grwesSn und
Dampfer ski rntfchieden
kommandicrxe er: Posten !“
Kapitän gegeben und von
dcm 'S iff nntrrgrgangr'n sci.
Proreffor Fr. GernsheimÖ i_«eä DJKMÖ dez Ftärn's en „ Herrnroeor ax rue aber:,ein 'rt.Die
Chorwerk „Odys sens“ gelegentlich der demnächstigen AULfübrun FWH 11. Konzert des Stern7schen Vereins (Pbilb personlrch zu leitxn, und der Komponist bat seine'Zusage gegeben. ?_lm Sonntag Mtttag 1211er findet in der Philharmonie die öffent- ltchc_ ;Hauptvrobe_ statt (Ballets zu 2 .,;- bei Soltsttseb md dre T_Oamen Mesa Geyer (Sopran), Anna Stephan Ztemffxn (Alt) sowie die Herren Heinrich Grab! (Tenor), PaulHaase (Barrton) und HeymanniBaß) darin beschäfti t. _ Morgen, S_onnqbcnd, Abends 7? Uhr, findet im Saal Bechsteßn der erste der vtcr Lredergbende [tan, welche die Kammersängerin rau Jettka Ftnkenftern rm Laufe dieses und im Beginn des näc sten Monats bter vxranstaltet. Abonnement zu berabgcseßten Preisen und EtnzelVeraus der Bote u. Bock.
Maunigfaltiges.
BriEröffnan drr gésttigMSiZUttg der Stadtwerordneten Vcrlasdchormzende den Erlaß “Seiner Majestät des Kaisers und Komax? Vom "27. Jazwar_d. J, betreffend die Jon Allerhöchst- drxmelbsn _besrtxloffsnc kümtlrrixlhe Ausschmückung der Sie es-Anee. Dix? Vsrlemng; wurde mir lauten Kundgebungen des Bei alls be- gw cr. _ BZ dsrWahl_cme§beso1detenStadtraths an Stelle des O_cr torbran Stadtraths Pagen crHielt unter den aufgestellten Kan- dtdßt-xn „dy. wréxtmr- Stxmmen drr Stadtrath und Beigcordnete- thdx m Brombrrg. _ Der Vka istrat batte der Versammlung cmc' Ucbcrficht üb-Ir dicZn- :tndAbna me dechmeindcscbulkinder
Stadtverordnctén Ykatterne: di: Vorlage eénsm Aus U von 15- cr: , soncrr mit drr Maßgabe zr! übrrwcisen, zxr prüfen, sY Tngefichtsepdkr' 2" Klasse Thartacbr, dax; ein?.«Anzabl von Schulen nick_)t außreicbknd beseßr sei, rxr Barr r*.eucr Schulen nicht durch anderweitige Vertheilung drr Sckyrxlkmdrr rermicdrn werdcn könnr.
_ DW mit mydcrnen chZrUrgischcn bezw. uwdiziniscben Einrichtungrn vxrrcbenc K*111.U_nfallst_ation wurde am 30. Januar in Ver- brndrzwg mit .-der untcr Lritung des Vorfißendcn der grsammten SanrtatxrvachenVereinigung Herrn (Hocrliß stehenden Sanitätswache Nr. 6, am_ grünem Weg 17, mit ununterbrochenem ärztlichem Tag- und Nachtdtcnst Eröffnet. Die Unfaklstatwnrn 1)ch und )( sollen in rinigrn Tagrn ihre Wirksamkeit bcginnen.
Dic großc Jubiläums Geflügel - Ausstellung, welcbe unt den Brieftauben-Vereinen _ „ hönix“, „Berlin“ brrrtrgrn Tage in dsn Käumrn des Löser'schn Hauses, An der “Stadt- drxhn 20/21 am Alexanderplatz, cröffnctr, ist eine der größjrn Gc- fluael-Ausstcllungen, dic Berlin bisher gesehen hat. Nicht weniger als 1441 Nummern Grfiügrl aÜer Art smd in den bridrn trick) gs- _ _ Stockwerken außgéstLUt. 11a_m0_nt[1ch_ die Abtheilung ..Yübnrr", die allein 449 Stämme zählt. Dre Abtheiluna drr chbttaußcn umfaßt gegen 800 Paare. Brief- raubrn _find 218 angestcUt. Bereits am heutigen Eröffnungstage wurdr _drr _YussieÜUng Von der Protektoriu, Jbrrr Königlichen Hoheit dcr Prmzrqm Frxsdrich Karl besucht.
_ Zum Unrrrgang dcs Srbnclldampfers .Elbc' [regen xolgende wcttsre Meldungen 2366 „W. T. B.“ wor: Dic: Direktion des Norddrurychkn Lloyd Hat eincn Bugfierdampfer zur Durcbkreuzung der Nor_d_1ce m der Umgcdunq von Hokks Leuchtschiff ausgesandt. _ Der Yglt1che Agrnr _dcs Noxddrutschen Lloyd, Southampton m Lowsstosr eingetroffen und hält die Untersuchung über _ „ Dsr gerettete Offizier Stollberg erklärte, der andsrc Dampfer Habe 71:5 außerbcxlb drs Kurjss befunden; er habe das YUM Lick)? Urn dsr Backbordxeikc dieses Schiffs geseben. als 5. _cttnngédook dcr .Elbe“, drm es gelang, vom Schiffe we zukommen, yer zwanztg x'uß lang gewesen, doch glaubr er nicht, daß _ [kalten können. (Hrkknham faLtr aus, _daß er sofort nach dem Zusamme'n mm Abwarrn der Rnketan geholfen babe. _ __ __ Schuld an rkchtwmfltg am Steuerbordbyg der .Elbe' vorbeizufahren Versucht Habe._ De_r crste Befehl des Kapitäns nach dem Zusammensto sei gewexen, dre Boots kcrarrszuwfndcn, aber nicht berabzulaffcn. _ _ „Alles an Bord und die Mannschaft auf ihre „ Yreraus erfolgte der Befehl, die Frauen und Kinder in den Steuerbordbootrn zuerst 511 MW. dlm Der Ka itän bcfand fick) auf der Brücke; er _ _ Der nächste Be 851 war, die Boote nxederzulaffen. Es berrychte durchaus keine Vcrwirrung odér Panik.
Jeder Béfebl
sim
i Kälte. armonie, am 4.Fesruar) cher
Zeit 11 dem re
Bote u.
Bock).
booten.
Offiziere der rvurdcn,
ders brktiscben Zusammknstoß Weg entfernt.
gesteuert, blieb der
Und .Eile'-Svandau am m Gefahr;
Steüe etrvas
; der Weiter
Großartig beschickt ist tßlegrapbjert;
des nahme aus.
Schiffs . Elbe“
VJ"
_ Ap der Amerrfa-Linie“ geldern für die
KeUer-Wans, ist aus
Das
es sich in Drr LnFÜsÖL Lootse
tos; auf Deck Der andere dem Unglück, da er
aus Rettung Breslau, gerichtet find,
veranlaßt. ann _ Y a r m () ut
Diess Befehle ersten Offizier laude,
wurdcn vom wisderbolt.
daß er unt (Fortseßung
sa ten Morgen 5 U r 40 P?inuren statt, als die .Elbe' Kurs dexn Kanal gegen Hurst binnnterfuhr." etwa 15 Knoten. Leuchtscbiff entfernt War, 2-1 Punkte dondBackbordbur; der „Elbe“ [; Ybe_ka__nnt8n _Sch1Fs___r_v_ard ansche_§n_end_ WLt-Nor'x-West er a rkrrkg emen a 2 as an e'a'isnte S i liiiks “reuecn n" Hinteren Theil drr .Elbe“ pasfieren solleYff , U B FM
Hinein. Der „Köln. Ztg.“ wird aus Rotterd am gemeldet: Der Kapitän
deu_tschcn Lloyd smd folgendr Beileidskundgebun en Seine Königliche Hobsit der Groß berzoÉ v oZt I [d en burg un
_ SchneUdampfers dre dadurch vrranlaßt wordcn,
Durch die UnglückSnachricht von dem Urrtergang des
Hamburger Börse hat fich unter Führung der
Rettungsboot ans Ufer Ruder trugen den Namen „Azonia“.
wurde“: mit der größteé Rabe Md Schnell" eit aus- See & boch ber fiarkem Wind aus 080 !: bitter- Die e der Boote waren gefroren und wurden, um
Farm gekappt. Die .Elbe' ging rtrva zwei Minuten, nach- reen_ am unt den andern Geretteten verlassen hatte, unter. _ Das Ver_bal_tniß _der geretteten Mannschaften zur Zahl der ge- retteten Pana tere wird durch den Lootsen odadurcb erklärt, nachdem Befe [ zu retten, die .Elbe' fich nach das Wasser nach dem Promenadendeck binaufkam, wodurch die Steuer- bordboote unbrauchbar wurden._ Das Boot, welches die Gereüetcn. fortbrach_te, befand sicb an der Backbordseite und war das “ da_s Schiff _verließ. Den Befehlen des Kapitäns gemäß dntte Oxfiztex und der Zablmeistex in dem Boote Play. Als das Waffer“11ch uber das Deck ergoß, stürzte alles nach den Rettungs- _ Ferner wurde gestern in
- drr.- dre Frauen und Kinder der Steuerbordseite senkte und
gegeben war „
leßte, Welches nahmen der
Lowestoft im Namen der
Admiralitätsbehörde eine vorläufige Untersuchung ab ebaltcn. Die
.Esbc“, aus:
die von der Ober-Zollbe örde verhört
Das Unglück fand am Mittrvoä) _ in_t südwestlichsn __ Dte_Geschwtndigkeit betrug Als mag ungefahr 40 Metxen vom Terschelling- 1ak), man ein unhzkanntrs Schiff ctwa erannaben. Der Kurs des
Rsckzxem Es heißt jrdoch, daß
-, „ „ „. „„ . . beide Schiffe ihren Kurs beibcbiclten. D' Elb ' ' d- -
n'adrznd drr Zett vom 1. November 1890 518 1. November 1894 ' ' ck ' c war * un „_ N __ „ __ . . _ , _ _ mttfrlbar hmter dem Maschine'nraum etro en. *
D*“ «,cr.„mm..rng JM'HMWL ["er" CML“ AUÜW W drs Unkckanntkn Dampfrrö . drang in 9die: ßSÖlafZZthe BDT?
Die Erschütterung war srhr geriyg. _
Dampfkrs „Cratbie' erfuhr erst gestern, mit welchem
Schiffe sein Dampfer zusammengkstoßen ist und welches Unbeil der“
zur Folge hatte. Der Kavitän meldet: „Morgens
zwischen 5 und 6 Wk waren wir etwa 30 Meilen vom neuen Wasser-
Es War seHr dunkcl; vlößüch wurden an Steuerbord
drei Ltchte_r eines großen Dampfers sichtbar. Sofort wurde Backbord jedoch vergebens. Arrch nachdem rückwärts aedamvft wurde, _ersammenstoß unvermeidlich. Unser Schiff lief mit dem Vorderthetl m dey Dark_tpfer. Obgleich schwer beschadigt, konntrn wir dennock; blaues Ltcht zetgen zum Beweise, daß wir nicht in Roth geratben waren. blaues Licht _und, fuhr und anychcinend seine Reise fortsthe,
Binnen einer halben Stunde zeigte auch der Dampfer da sofort nacb dem Zusammenstoß das Schiff weiter glaubten wir. es sri nicht
_ doch blieben wir, „da wir auch unter der Wa xerlinie ein Leck Hattén, das aber glücklich brseitigt wurde, noch zwei c-tund€n an
dks Zusammenstoßes, zu bemerken.“
ohne
von dem Dam fer Der p
Direktion drs Nord- zugegangen:
Ttef erschüttert durch dJe de Vom Untergang „Elbc“ und dte_ vielen Menschenopfer, __ _ sprech? tc!) meine tiefste Theil- Aus Berlm ltefen folgende Telegramm-x lin: L_wßrn, schönen
tief erschüttert, bskläge ich schmerzli bewxgt den
mit der Katastrophe verbundenen Verlut v' . Der Reichskanzler s so teler Men_schrnleben dem crschüxtrrnden Unglücksfall deutschen Lloyd meme berzlicbste Tbcilnabme aus.
Fürst Hohenlohe. spreche
gez-
Tief bewegt ich dem Nord- 965. S_Htepéoan. _ _ . am nr - e_m Cdmrté zur ngmlung don UnterstüßungZ- Hmterbltebenen der betm Untergang der „Elbe' Ver-
unglückten Personen gebildet, dem die er te1 b ' beigekreten find. _ Nach s 1 Ham urger Ftrmen aus L_owestoft vzom brutigen Tage: mußte der aus dampser wégen hefttgen Schneesturms zurückkehren.
einer in London eingegangenen Depesche
_ekandZe _Bugfier- ? o snun
wertrrer Mannschaftc'n ist aufgegeben. g
31. Das Dach der Kassrne des
Januar.
6. Train-Bgfailloqs, in welchem die Montierungskammern ein- _ _ tft zur Halfte abgebrannr. Das Feuer ist. wie die .Br€s[.Ztg. meldet, Vermuthlich durch emen schadhaften Schornstein
b, 31. Januar. (W. T. B.) Hier wurde heute ein geschwsmmt; dre darin bründlichen
des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)
„ __ __ ___-Ü.- . j '
das Minimum jenseits der Alpen an Tiefe weiter
Wetterbericht Vom 1. Februar, 8 Uhr Morgens. ÖZI- ; FF 3 SZS FEE . Stgiionen. "ZH? Wind. Wetter. ZH [| . __, Zo * Fs- » © Z) =:? [ UFZ: _ , Velmuuct. . 769 OSO 2;wolkig ] Aberdezen . . 773 O,. 5 bedecki 1 . * . Tbristransund 777 stiucbedecrt 3 * . enbagen . 768 NO Zbedeckt 0 " „ * Stockholm . 775 ONO 4 bedeckt _ 1 Laparanda . 782 still Nebrl _17 t. etersbg 783 NO 1Dunst _18 ' _ “_ M95 au . . . 784 NO ] bedeckt _20 * » town . . . 766 NNO Z wolkig 0 Cherbourg . 761 SO 3 bedeckt 2 Leylder . 765 O 6bedeckt „_ 3 lt . . . . 767 ONO 2 bedeckt 1- 2 [ burg . . 765 NO 2 Rebel 0 . winemünde 765 NO 3 bedeckt _ 1 | :“ ;_ Neufabrrvaffer 768 “O 3 Dunst ] ! MCM?! 770 OSO 2 bedeckr ];L „ s . . . . 760 NRW 2 bedeckt x_13 _ nfter. . . 762 NO 6 bedeckt L_ 5 KarlSruhe . . 762 SW 4 Schnee !_ 9 Wk_ckbaden . 761 O ? bedeckt 4_ 5 » Munchen 760 W 5 bedeckt !--12 * Cbanniß 764 Kii] halb bed. [_11 Berlin . . * 764 ;O 2 Schnee [_ 2 _ _ Wien . . . . 762 ML) 1bedeckt _ 5 z“, m' . Yreslau . - . 763 : füll Dunst :- 4 ;; * * - le d'Aix . . 760 O 3 bedeckt !- 2 «„ : ; _ __?za . . . . l 758 ;NO Lbedeckt [_ 3 _. .“» * ! est ..... 759 ZONO ?bedeckt 2 _ „ Uebersicht der Witterung. IZ"- _Daß barometrische Ma imum bat fich weiter ost- ?!c, „, warts nach dem Innern ußlands verlegt, währer'd
. , x * ist * Was Schnee
abgenommen hat.
gefallen ;
an der Küste
_ _ _ Ueber der Nordbälfte Europas _ dauert_d1e _ostltche und nordöstliche Luftströmung + _ fort; l_m Sudwesten des Erdtbeils dagegen weben “... „ ;. * meist sudlicbe und südwestliche Winde. Das Wetter m Deutschland wärmer und trübe; vielfach ist
ist die
Temperatur steUrnweise bis zum Gefrierpunktc gc- stiegcn. Dagcgrn in Süddeutschland daucrt dic strrnge Kälte nock) fort, ebenso im Innern Frank- reichs. Schneehöhe zu Königsberg 18, Hamburg, Magdeburg und Berlin 1] 011).
Drutsche Seewarte.
Theater-Anzeigeu. * * *
Üdmglusxe Ickmusptele. Sonnabcnd: Opern- haus. 30._ Vorstellung. Dou nau. Oper in 2 Akten mit Tanz von WolfYng mad_eus Mozart. Text von Lorenzo Daponte. irigent: Kayeümeister ])rzMuckx Anfang 7? Ubr.
Schausptrlhaus. 32.“ Vorstellung. Zum ersten Male_:_Zum tvohlthatigeu Zweck. Lustsyiel in 4 Aufzugen von Franz von Schöntban und Gustav Kadekburg. Anfang 7x Uhr.
Sonntag: Opernhaus. 31. Vorstellung. Hänsel und Gretel. Marckpensviel in 3 Bildern von Engelbrrt Humperdtyck. Text von Adelheid Wette. __ Dre Puppensec. Pantomimisches BalTel- Dtdertt emenr von_Haßreiter und Gaul. Mufik von Josef aver. Ansana 7? Uhr.
Schauspielhaus. 33. Vorstellung.
Zum wohl-
thätigeu weck. Lustspiel in 4 Aufzügen von Franz yon chönthan und Gustav K'adelburg. An- ang 7? Uhr.
DkUtsthS Theater. Sonnabend: Die Weber. AnÉmg 7? Uhr. onntag, R Uhr: Die Weber. _ 76 Uhr: Web dem. der lügt! Montag: Weh dem, der lügt!
Eerlmer Theater. Sonnabend: Madame Saus-Göne. Anfang 7T Uhr.
Sonntag, N Uhr: Madame Sans-Géne. _ 7? Uhr: Marienburg.
Montag: Marienburg.
Wemng-Theater, Sonnabend :Zwü Wappen. Anfang 71? Uhr. Soxmtczg: um ersten Male: Thielemanns. Luxt_s_vtel m 4 k_ten von Hans Olden. ontag : Neu e*mstudiert : Der Fall Clémeuceau.
Frredrtü) - Wclhelmßüdtrsrnes Theater. Chausseestraße 25/26. _ Sonnabeyd: sz einstudiert. Zum ersten Male tm Friedrtch- thbelmstädtfschrn Tbr'ater: Der Obersteiger. Operette in 3 Akten von M. West Fnddé. HZd._ Vtkußßk VOF? Caäl ZFUW Regie: Herr re . trtgen : err ape mri er- 1 erron. Anfang 7T Ubr. WU) F Sonntag: Der Obersteiger,
Resrdenz- Theater. Blumenstraße Nr. 9. Direktion: Sigmund Laufenburg. Sonnabend: Fer- uayd's Ghekoutrakt. (1711 :"; 1a yards.) Schwank in 3_ Akten von Georges Feydeau, in deutscher Ve- arbettung von Benno Jacobson. Anfang 711 Uhr. k SthYag und folgende Tage: Fernaud's Ghe- ou a .
UML!- Theater. Schiffbauerdamm 4a./5-
Sonnabend: Das liebe Geld. SÖauspiel in 4 Akten von Elsa O_on Schabelski. Anfang 7? Uhr.
Sonntag, Na mrttags 3 Uhr: Muna von Barn elm. _ bands 71 Uhr: Das liebe Geld.
In orberettung: Liebe von Heute. Schau- spiel in 4 Akten von Robert Misch.
TheaterUnterdrnMnden. Vedrenstr. 55/57. Direktion: Iulius Frißsehe. _ Sonnabend bleibt das Theater des Balles wegen geschlossen.
Sonntag: Der Probeknß.
Zentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schul _ Sonnabend: Emil Thomas (1. G. Anna “ äckers. Josefine Dora.
um 152. Male: O. diese Berliner! Große
offe mit Gesan und Tanz in 6 Bildern (nach
Oalingré's „Reiß dur Berlin') von [ins
JWD" Musik von ius Einödsbofer. nfang r'
Sonntag: O, diefe Berliner!
„Adolph Eruu-Theater. Sonnabend: Auf-
;TheÜFr in London. Ein fideles Corps. Anfang. :. Sonntag: Disselbc Vorsteüung.
Konzerte.
Baal Ü2chÜLW Linkstraße 42. Sonnabend, Anfang ?ck Uhr: Lieder-Abend, veranstaltet von
Jettkg Finkenstein, Großbetz. Haff. Kammer- sangertn. 7
ZÜWSRLKZ (Karlstraße). Sonnabend: Dritte
Wiederholung der Parade-Vorstellung vom Sonntag, den 27. Januar._ Gala-Fest-Akt, wie solcher zu Ehren des AUerbochst_en_Geburtsfestes Seiner Majestät des K_atsers und _Konth stattfand, arrangiert und msccmert vom Dtrektor Fr. Renz, Außerdem: Auf- treten der berdorra endsten Künstlerspezialitäten, Dawen und Herrerz, orfübren und Reiten der best- dres11ert€n retbetts-, Spring- und Schulpferde. Zum Schlu der Vorstellung: Auf, auf zur fröhlichen agh. Anfang 7? Ubr.
_ SLYFttaJZPZXe; VYZeÜuYgR. Nachkriittags-thr erma g e _ ret e : e 11 en delber er. Abends 7k Uhr: Wo Ul ]Dn.g H g
_ Familien-Nachrichteu.
Geboretz: Ein Sohn: Hrn. G. von Stein (Grasmy).
Giestorben: Verw. Fr. Landrats) Teßmaé, geb. Karsten ((Groß-Lichterfelde). _ Verw. Fr. Major _Eltse von der Osten. geb. v. Podewils (Stargard :. Pom.). __ Hr. Oberst 3. D. Adalbert von Dob- scbuß (Wresbaden); __ Hr, Hauptmann a. D Otto Wernecke (Koslm). -
Verantwortlicher Redakteur:
I. V.: Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt, Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Acht Beilagen
treten der_erften Pirouette- u. Combette-Tänzerin Eng- lands Miß Rose Batchelor vom Prince of Wales-
(einfrhließlich Bzésm-Beiragez.
zum Deuischen Reichs-Anz
Deutscher Reichstag. 27. Sißung vom Donnerstag, 31. Januar.
'Der SisuMWohnen der Staatsskkretär, StaatS-Mixrister Freiherr von arschall, der Staats-Mrnister von Kyller und der Staatssekretär im Mmifterium fur Elsaß-Lothrmgen
von Puttkamer bci. . _ Auf .der TageSordnung steht zunächst dre FM_se ung der erkxten Berathun des von denAbgg. Aueru. (Hen. oz) ein-
kd
brachten (H eßentwurfs wYen Aufhebuzrg der dem &tatthalter rn Ysaß- othringen ubertragenen außerordentlichen ewalten und des von den Abgg. Colb-us-u. (Herr.. -(Els.-Lothr.-«u. Zentxx? eingebrachten (83.13.er- entwurss wegen Abänderung des eseßes, betreffend die Verfassung und_ die' Verwaltung Elsaß- Lothringens, vom 4. Jult 1879.
Das Wort nimmt * * '“ . Ab. Preiß (5. k. F.): Der Staatssekreté'zr von Puttkgmer hätte fil?) gestern die Lobpreisung der Verhältnisse tn Elsaß-Lotbrmgen
sparen können. Die Thatsachen, welche dagegen vorgebrarht find, di_e Unterdrückung der Zeitungen sprechen laut genug. Fur_dre Bet- bebaltuna des Diktaturparagravben ist nicbt-em emziger strchhaltiger Grund beigebracht worden. Der Staats ekretär memte, man solle den Rei tag mit dem_Krimskrams vers onen, _der_ vdr detx elsaß- lothringichen LandeSausjch eböre. Das ist d_1€ rrchYge Dtktatux- manier. Irn Landesauss UZ vereist der err Staatssekretär uns auf den Reichow? und ier spielt man den andesaußschuß gegen uns aus. Es bandet fich doch um ein Gesetz, das mtr Ylfe des Reichstags zu stande gekommen ist, und das auch nur mit tlfe _des Reichstags fick) wieder abschaffen läßt. Wende man uns doch mcht ein, daß der Diktaturparagrapb selten angewendet werde. Er tft da, und er kann häufiger angewendet werden. Der Geist des Diktatur- paragraphen durchdringt aÜe Beamten, vom Statthalter bts zum leßten Gendarmen. Dieser Geist ist es, der uns terrorisiert. Von diesem Geist des Diktaturparagraphen find unsere StaatSanwalte durcb- drungen; aus diesem Geist heraus find die Verurtbeilungen von Ar- beitern die in trunkenem Zustand die Marseillaiye sangen oder pfiffen, zu 1 Jahre und u 18 Monaten erfol t. Nach den gestrigen Er- klärungen des Rei skanzlers und des taatssekretärs von PuttYamer ist das Schicksal unsers Antrags, [oweit die Regierung in_ Betracht kommt, wohl entschieden. Die Zustände sollen so blerben, _wie fie sind. Die Regierung möge fick) die Konsequenzxn dieser
[tung klar machen. Die Aufgabe Deutschlands m Elsaß- otbringen ist von Anfang an _ falsch aufgefaßt worden. Das elsaß-lotbrinaische Volksbewußtkein war tn" dem fran- zösischen Nationalbewu tsein aufgegangen. Man glaubte_ des- halb, außerordentliäper efugnisse für die Regierung zu beduxfen. Nun hat man anerkannt, daß nie eine Spur von revolutiynaren A itationen gefunden worden sei. Und doch wil_1 man die Diktatur betbebalten. Wenn der Diktäturpara rapb wirklich rzur gegen_Fremde an ewandt Werden soll, so möchte i an die Regterung dre Frage ri ten, ob fie einverstanden ist, wenn wir in der zwerten Lesung ein Amendement einbringen, welches bestimmt: der Diktaturparagrapb darf nicht gegen Inländer, sondern nur gegen Ays- länder angewandt werden. Ich erbitte m_ir darüher eme ausdrückliche Erklärung. Wir verlan en ÜbrlgMZ nicht nur die Beseiti ung des Diktaturparagrapben. Fondern auch der zahlrei en sonstigen cku§nabmebestimmungem Auch is heute, behaupte teh, at die Germanifierung Elsaß-Lo'tbringens noch keine neqnenSwerxben Iortscbritte gemacht; nur eine politische Gleichgültigkeit, eme polittsche ircbbofsrube ist eingetreten. Deninneren Widerstand der Bevölkerung zu brechen, bat Deutschland den falschen Weg der Gewalt ein- geschlagen. Wenn man die Situation ändern will, muß man zuerst den Diktaturparag-rapben abschaffen. Das_ große Ge- heimniß, wie Frankreich Elsaß-Lotbringen fich so tres und sicher assimilieren konnte, lieg_t in der Toleranz. Man sagt in Elsaß- Lotbringen: die Altdeuvchen verstehen fich n t beliebt zu macher). Was verlangt man von uns? SoUen wir erfl ren: Jezzt xmd mr ute Deutsche!? Läge die Sache umgekehrt, hätte Frankrerch eutschs LHebiet annektiert, würden Sie die Bewohner, Wenn fie nach 24 Jahren erklärten, gute Franzosen zu sein, nicht für erbärmliche, gefinnungslose Wicbte erklären? Nach meiner Ansicht kann die Ger- manifierung nur der AbschluZ einer ruhigen, stetigen Entwicklung durch Generationen Lein. gehöre zur jungen Generation und versichere, da diese Deutschland innner mehr ent- fremdet wird, wenn das gegenwärtige System _fortbestehewbleibt. Der Minister von Köller meinte bier neulich, der Dr_ktatur- paragraph reize die elsaß-lotbrinéiscbe Bevölkerung nicht; mit Aus- nahme einiger Krakeblec seien a e Elsaß-Lotbringer zufrieden. Wer find denn die Krakelxler? Wahrscheinlich wir. Sind wir denn kleine Kreise? Wir reprasentierén doch unsere Wählerschaft. Und nicht bloß wir Abgeordnete, die fich als Eléaß-Lotbringer zusammengetban haben, sondern auch alle anderen A geordneten elsaß-lotbringisÖer Herkunft, das ganze elsaß-lotbringische Volk Verlangt die bscbaffung des Ausnahmeregimes; das kann doch nur dazu beitragen, vorsichtig z_u sein bei der Außwabl der Beamten, die nach Elsaß-Lotbrmgen geschickt werden; sonst kommt es dahin, daß diese _Beamtext fkrnf oder sechs Jahre im Reichslande find, ohne daß fie dte_Verbaltntsse kennen. Woher kennt der Minister von Köller denn dre öffentliche Meinung in Elsaß-Lotbrin en? Aus den Kreisblättern, den Organen der Regierung? Es Jie t bei uns keine öffentliche. Meinung; es iebt nur eine Privatmeinung, und die hat man dem Minister yon Kö er nicht gesagt, nicht zu s en ewagt. Er hat wohl das Gesicht, aber nicht das Herz der ElscFY-Lot rin er eseben. ElsaWtbrmgen gleicht einem Hunde, den man an er Kette hält. n Sie die _Liebe der Elsaß-Lothringkr gewinnen wollen, so schaffen Sie die Diktatur ab!
StaatS-Minifter von Köller:
Meine Herren! Sie werden es erklärlicb finden, daß ich die Veranlaffung nehme nach der eben gehörten Rede, zu der der Herr Abg.Lenzmann sogar eben zu gratulieren scheint, daß ich das Wort nehme. Ich bin ja lange genug in den Reichslanden gewesen, um, wenn mir am!) der Herr Redner, der soeben sprach, jedes jVerständniß dafür abgesprochen hat, doch, wenn ich so" sagen soll, ein gewisses Urtbeil über die dortigen Verhältnisse zu gewinnen. Wenn nun die Verbältniffe wirklich so wären, wie fie der verehrte Herr, der soeben die Tribüne verlaffen bat, geschildert hat, und es handelte fich um
meine Heimatb, und ich sollte nun von der Tribüne so berunter'
sprechen, so würde ich das aus einem gewiffen Rücksichtsgefübl für meine Heimatb nicht tbun. (Widerspruch links.) Meine Herren, ich würde meine Heimath nicht mit einem Hunde vergleickpen, dem man den Strickxum den Hals bindet, wie“ es der Herr Abg. Preiß von Elsaß-Lofbringen gethan hat. Ich würde nicht davon sprechen, daß dort kein Mensch eine politische Auffaffung hat, kein Mensch sich um Politik kümmert. Ich würde so nicht von meiner Heimat!) sprechen. (Zwischenrufe) _ Meine Herren, ich warte so lange, bis Sie fertig sind. _ _ (Glocke des Präsidenten.)
Erste Beilage
Berlin, Freitag, den 1. Februar
Nun sind aber, meins Herren, Gott sei Dank die Verhältnisse vollkommen anders, als fie der Herr Abg. Preiß geschildert bat- _(Zwischenrufe.) _ Ach, ich Warte so lange; bitte, bitte! (Heiterkeit.) Vkeine Herren, der Herr Abg. “Preiß, ich glaube, so ist sein Name, aus Coltirar fing damit an, daß er den stolzen Saß ausspraäx der Geist der Diktatur schwebt über jedem Bearntea des Reichs- landes; dero Diktaturpar'agrapb giebt das Salz und die Kraft * der Verwaltung von“ Elsaß-Lotbringen.„ Meine Herren,.- das find ja doch aÜes Bemerkungen und Aeußerungen, die doch hier nur dem einen oder anderen gefallen können, der von den ganzen Verhältnissen dort keine blaffe Ahnung hat. Meine Herren, Elsaß- Lotbringen" ist "ein'Latjd. "wekkhes" sehr gut und sehr 'sp'arsciin ver- waltet wird. Es würden sich alle anderen Bundesstaaten freuen können, wenn wenigstens dieFinanzangeTegenheiten bei ihnen so wären wie in Elsaß-Lothringen. (ZwisÖenrufJ Ja, meine Herren, ist das nicht Wahr? Die elsaß-lotbringischen Finanzen smd die besten im ganzen Deutschen Reich. *
Nun sagen Sie, bei allen Beamten der Verwaltung _ es ist sogar auf die Richter in den Ausführungen“ des Herrn Preiß Bezug genkmmen _ ist der Geist voll von dem Gedanken der Diktatur. Meine Herren, es ist wiederholt hier vom Regierungstifch außgefübrt worden, daß der Diktaturparagrapb überhaupt seit seinem Be- stehen in den 24 Jahren drei- oder viermal angetvendet worden ist. In der ganzen Zeit meiner amtlichen Thätigkeit babe ich erst, nachdem ich vier Jahre dort war, Grlegenheit gehabt, wir ihn einmal anzu- sehen. (Große Heiterkeit.) Ick) habe erst, als es fich darum handelte, das skandalöse Blatt, .die elsaß-lotbringiscbe Volks-Zeitung', zu unterdrücken, Veranlassung genommen, den Diktaturvaragrapben an- zusehen und mich zu überzeugen, daß man dies ganz schlechte, demorali- fierend und schädlich wirkende Blatt in Elsaß-Lotbringen auf diese Weise beseitigen konnte.
Also, meine Herren, die Behauptung, die ganze Verwaltung stände unter dem Stigma des Diktaturparagravhen, ist eine Ueber- treibung, die durch nichts bewiesen ist. Verurtbeilungen zu 18 Monaten seien erfolgt, wenn einer ganz harmlos einmal in der Bezechtbeit sich zu irgend welchen unnüßen Auskufen babe hinreißen lassen. Auch das seien die Folgen der Diktatur. Meine Herren, es ist nicht so unbedenklich, wenn an der Grenze die Rufe: 7j7913 répubüqug! und 7170 15. krauas! ungestraft gelassen werden. Wir anderen Deutsehen sollten den elsaß-lotbringischen Richtern dankbar sein, daß fie in solchen FäUen mit energischen Strafen vorgehen, und es befremdet mich, daß ein elsaß-lothringischer Landeßangeböriger fich darüber be- schwert. (Heiterkeit Links.)
Ich muß sagen, es ist unerhört, und ich frage Sir, meine Herren, aus allen Einzelstaaten Deutschlands, ob ein Abgeordneter seiner Heimatb sich auf die Tribüne hier hinstellen würde, um in den Ausdrücken wie der Herr Abg.“ Preiß aus Clsaß-Lotbringen über das elsaß-lotbringische Volk zu sprechen. Meine Herren, man kann ja darüber streiten, ob dieses oder jenes Wahlrecht das bessere ist; wir haben in auen Einzelstaaten nicht das gleiche" Wahlrecht, wir haben in Elsaß-Lotßringen ein anderes als in Preußen, und dort ein anderes als in Sachsen; das elsaß-lothringische ist ein kombiniertes aus beiden. Ich habe nichts dagegen, wenn Sie dies Wahlrecht als solches bier im Reichstag angreifen; dafür hät'te ich ein Verständniß. Aber daß man fich hier auf die Tribüne hinstellt und Von seinem Heimatbland sagt, es hätte ein Parlament Von Rentnern, das fich binseße, 20 .,“ Diäten verzehre, fich zu Diners von Ministern einladen lasse und nur geborsame Diener mache, wenn die Regierungsvorlagen kommen, das würde ich von meinem Heimatbland von diaser Tribüne aus nicht sagen, selbst Wenn es wahr wäre. (Heiterkeit) Aber, meine Herren, es ist nicht wahr. Ich kenne die verschiedensten Parlamente in Deutschland; ich will nicht anstehen, zu erklären, daß ich kein anderes Parlament in Deutschland gefunden habe, welches sach- gemäßer, ruhiger und ohne Parteileidenschaft die Dinge in der besten Weise führt, Opposition macht gegen Sachen, die ihm nicht gefallen, und Geseßen obne Parteileidenschaft zustimmt, die es für richtig hält. Ich halte mich als ehemaliger fünfjähriger Unter-Staatssekretär in Eksaß-Lotbringen (Heiterkeit), als füanabre dort gewesener ehemaliger Unter-Staatssekcetär in Clsaß-Lotbringen für verpflichtet, das hier von der Tribüne zu erklären, daß mir kein Parlament in Deutsch- land bekannt ist, was so gut und so sachlich arbeitet wie der Landes- ausschuß für Elsaß-Lotbringen; und ich finde es geradezu unver- ständlich, daß der Abg. Preiß von dem Parlament seiner Heimatk) so hier im Reichstag sprechen kann.
Der Herr Abg. Preiß hat es für gut befunden, folgende Deduktion zu machen. Der Diktaturparagrapb soll nur angewendet werden gegen Fremde, gegen Fremde sei aber eine Polizeiverordnung erlassen, welche meinen Namen träge und welche vollauf genügende Garantien gäb'e, daß von auswärts ins Land hinein irgendmelche unliebsamen Agitationen garnicht kommen können. Der Herr Abgeordnete hat zunächst Unrichtiges zitiert. Vom Regierungstiscb ist nicht gesagt worden, daß der Diktaturparagrapl) gegen Ausländer allein an- gewender werden solle; sondern es ist gesagt worden, der Diktatur- paragrapb muß da seirr, um Agitationen, die vom Ausland in das Inland bineinkommen, energisch entgegentreten zu können. Wer das verstehen will, wird einsehen, daß das ganz etwas Anderes ist.
Was der Herr Abg. Preiß von der Meldeordnung gesprochen hat, welche nur gemaeht sei, um den Fremden jede mögliche Chicane aufzuerlegen, ihnen den Besuch von Elsaß-Lothringen zu erschweren, so hat der Herr Ab'g. Preiß die Meldeordnung enWeder nicht ge- lesen, obgleirb sie in jedem Gasthaus in Elsaß-Lotbringen angeschlagen ist, oder _ er Verzeibe mir _ er hat fie nicht verstanden. (Heiterkeir) Das leßtere wird vielleicht der Fall sein. (Sehr gut! rechts.) Die Meldeordnung sagt ausdrücklich, daß jeder Franzose, jeder Ausländer ins Land hineinkommen könne ohne vorherige Erlaubniß und daß er nur die Verpflichtung babe, innerhalb 24 Stunden sich bei der Polizei des Ortes, wo er fich aufhält, anzumelden. * Das nennt der Herr Abg. Preiß .Cbicaniererei“ des Publikumß! Es besteht nur
die eine Reserve gegen ausländische Offiziere und Emigranten;
eiger und Königlich Preußischen Staats-„Anzeiger. “
1895-
für die bestehen allerdings schwierigere Bestimmungen. Denn wenn jemand sein Heimatbland verläßt _ ich kann es offen sagen _, - um srch vom Militärdienst zu drücken, so kann er fich nicht wundern, Wenn man ihn hinterher nicht gern ins Heimatbland bineinläßt, Weil er das meistens nur dazu benutzt, um andere junge Leute zu dem gleichen Schritt zu bewegen.
Von der politischen Gleichgültigkeit und der Kirchbof§rube sprach der Herr Abg. Preiß. Meins Herren, ich habe davon nichts gafunden, daß das Volk in Elsaß-Lotbringen politisch gleichgültig ist. Das Volk dort _ ich spreche insonderkeit von den Elsäffern_ __ ist ein sehr kluges und bedächtiges Volk, welches fich sebr eingehend mit
“'öffétülicbéä"AngeleZéiibsxifén beschäftigt, aber einen Vorzug vor anderen" "
Deutschen hat: Skandalmacher, Heyer, *Krakeblek'find es nicht. (Zuruf.) _ Meine Herren, ich habe von niemand bier gesprochen;
“das überlasse ich Ihrem eigenen Urtbeil.
Der Herr Abg. Preiß hat sodann gesprochen von großen Miß- erfolgen, die die Regierung in Elsaß-Lothringen erzielt hätte. Ich bin ja auf eine andere Stelle berufen und ich kann erklären, daß es mir außerordentlich schwer gewesen ist, Von der Stelle wegzugeben, auf der ich bisher gestanden habe; und wenn ich der Ueberzeugung wäre, daß die Regierung dort nur mit Mißerfolgen gearbeitet hätte, wie der Herr Abg. Preiß behauptet, so werden Sie mir zugeben, daß ich das Land je eber je lieber verlassen hätte. Nun können wir ja meinungSverschieden darüber sein. Hört Prriß hält manches für Mißerfolg, was ich nicht dafür halte. Ich will aber zunächst bier aussprechen, daß ich der Ansicht bin, daß dort nicht nur nicht mit Mißerfolg, sondern mit außerordentlich gutem Erfolg gearbeitet ist; denn ich sehe darin den Erfolg, daß Frieden und einträchtiges Leben zwischen der Regierung und dem Volke besteht. Wenn aber das Ein Mißerfolg sein soll, daß Friede und Eintracht in das Land ein- kebrr, dann hat der Herr Abg. Preiß Recht. Wenn der Miß- erfolg so groß wäre, wenn die Verhältniss so unglaublich in Elsaß- Lotbringen wären, wie fie Herr Preiß geschildert batte, würden Sie es dann verständlich finden, daß ich selbst Grundbefißer in Elsaß- Lotbringen geworden bin? Ich bin heute noch Grundbesitzer dort, und Werde jedes Jahr mit großer Freude hingeben; wenn ich nicht Preuße wäre, würde ich mit Freuden Elsaß- Lothringer sein. (Lebhaftes Brady!) Der Herr Abg. Preiß empfiehlt der Regierung _ ich kann leider seine wohlmeinenden Ratbschläge nicht mehr aus- führen _ anstatt des Weges der Gewalt den Weg der Geduld. Nun, ich kann das doch nicht anders Verstehen, als daß er meint: die elsaß-lotbringische Regierung gebt rok), bureaukratisch, rücksichtslos mit der dortigen Bevölkerung um. (Zuruf.) _ Der Herr Abg. Preiß ruft: Ia wobl! Da frage ich Sie _ hier kann's mir ja keiner be- zeugen, aber ich frage nach Elsaß-Lotbringen hinein, und mancher wird es vieÜLicht da beantworten _ ich frage Sie, ob es nicht gerade in meiner Verwaltung, in der Verwaltung des Innern, mein crnftestes Bemühen gewesen ist, jede auch nur vorkommende Bureau- ksatie sofort todt zu schlagen (große Heiterkeit), jede Vorkommende Aeußerung von Bureaukratie zu unterdrücken und dafür zu sorgen, daß das Beamtentbum mit den Bürgern in Frieden, Einwerständniß und höflichem Umgang verkehrt. Ich kann auch nicht anders sagen, als daß mir Von vielen Kreisen der Bevölkerung ausgesprochen ist, daß man den Verkehr zwischen den Beamten im Lande und der Regierung als einen durchaus guten und normalen erachten müffe. Ich glaube, ich bin mehr im Lande und besonders in den Ortschaften der bäuerlichen Bevölkerung berumgekommen als der Herr Abg. Preiß; er wolle es mir nicht übelnebmen: ich glaube, ich kenne das Land besser wie er. (Lachen links.) Damit richtet fich auch, meine ich, die Bemerkung, die der Herr Abg. Preiß machte: die zu uns ge- kommenen Altdeutscben verständen es nicht, fich beliebt zu machen. Ja, es giebt leider einzelne Leute in der Bevölkerung von Elsaß- Lotbringen. die stellen häufig Ansinnen an die Beamten, denen man nicht nachgeben kann, ohne seine Verpfticbtungen als Beamter zu ver- letzen. Und da muß ich sagen: fefbst auf die Gefahr, unbeliebt zu sein, halte -ich es doch für richtiger, daß ein Beamter seines Amtes waltet, als daß er etwas thut, was er vor srinem Gewissen nicbt verantworten kann. (Sehr richtig!) Wenn Herr Preiß fich also zum Vertreter derjenigen Leute macht, die den Zustand in seinem früheren Vaterlande, in Frankreich, welchem er 11 Jahre an- zugebören die Ehre hatte, vorziehen, wo man manches durcb Hintertbüren erreicht, _ wenn Lr das wünscht, da, glaube ich, wird er aUerdings jkder Zeit auf den äußersten Widerstand der elsaß- [otbringifckyen Beamtenscbaft stoßen. (Brado !) Der Herr Abg.Preiß sagte ferner: Ehrlichkeit ist das erste Gebot. Nun, daß ich ehrlich das ausspreche, was meine Ueberzeugung ist, das werden Sie mir glauben und anhören. Sie können mir sagen: Ich täusche mich _ das will ich mir gefallen laffen; aber ich Verfichere Sie, daß es meine offene ehrliche Ueberzeugung ist, die ich in sechsjähriger Ver- waltung gewonnen habe, dahin gebend, daß Elsaß-Lotbringen, insonder- heit Elsaß, fich allerdings Wesentlich den deutschen Verhältnissen assimiliert hat; daß die Leute fich glücklich fühlen, zum tbeil sehr glücklich (Lachen links), gerade heute einem Reick) anzugehören, wo es doch Gott sei Dank ruhiger zugeht, als es in ihrem früheren Heimatblande zugegangen ist. Mir haben sehr viele einstußreiche Leute wiederholt erklärt: Gott sei Dank, daß wir in diesen Ver- bältniffen nicht mehr Franzosen, sondern Deutsche sind (hört! hört!). Ich würde das nicht sagen, wenn es nicht wahr wäre; Sie kennen mich zum großen Theil genug, um zu wissen, daß ich Ihnen nichts Unrichtiges sage.
Der Herr Abg. Preiß führte sodann aus: daß die Auffaffung unrichtig sei, folge doch aus der Wablstatistik. Zunächst glaube ich an diejenigen Beweise, die man aus Wablftatistiken beraußziebt, überhaupt nicht recht; man kann bekanntlich aus Statistiken, wenn man nur will, alles beweisen. (Heiterkeit.) So kann man auch aus einer Wahlstatistik alles beweisen. Am allerwenigsten glaube ich, daß in einem Lande, wie esElsaß-Lotbringen ist, dem nichts unangenehmer, nichts lästiger ist, als diese infamc Heserei bei den Wahlen, die Wahl- statistik etwas beweist. Endlich, meine Herren, wollen Sie doch nicht