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atis, 12. Februar. W. T. B.) Das Tribunal der Seine
'bat die Nordbabu-Gesell cbafx verurtbeilt, den Erben der Frau
lm aus Stockholm, wel bet dem Eisenbabnunfall bei
pillv ihr Leben einbüßte, folgende Beträge zu zahlen: 1) Fräulein
A nes Holm 50000 r., 2) der Wittwe Holm eine monatliche
Le Srente von 300 r., 3) für .das verlorene Gepäck eine Ente schädigung von 2600 Fr.
MUMM
_ Deutsches Theater.,
Gestern Abend kam ein Schwank in vier Akten von Carlos Rrulrng .Der Mann im Schatten“ zur ersten Aufführung und erzielte eme recht freundliche, wenn auch nicht einwandfreie Aufnahme. Der, Verfaffer hat mit seinem Stück eine Satire auf jene rrnwrffenden reichen Streber schreiben wollen, die im Sonnen- ltcbt leicht erworbener, allgemeiner _Gunst als Kinder des Glücks ihren Weg emporfteigen, wahrend der kluge und 1eistun sfähigcz Mann. dem das Talent, sicb geltend zu machen, fehlt, nn S arten steht. Der Verfasser stellt zwei Figuren, den Rentier Merkel und seinen Privatsekretär 1)1'. Bergmann, in den Vorder- grund der Handlung. Der reich ewordene Maurermeister und jeßige Rentier Merkel gilt (116 talentvo cr Redner, als vielbeschäftigter und vielgesuchter Förderer des Gemeinwohls, während der arme Bergmann, der Verfasser der rednerischen Ergüsse und des weitderzwkigten Briefwechsels Merkel's, unbekannt bleibt und gegen unbedeutenden Lohn arbeitet. Eine kecke Rede, die dem Dr. Bergmann vor zehn Jahren eine derbe Nicderlage einßetragen hat, verhilft jetzt dem Maurermeister, den sie der Sekretär ei va ender Gelegenheit noch Einmal Halten- lä t, zu einer gewissen Bert": mtbeit und zu der Aussicht auf ein Rei stags- mandat. Die Liebe, die der Sekretär für Merkel's Tochter Hegi, muß ihm Trost gewähren über die ihm Vorentbaltene literarische und politische Anerkcnnung. Der leitende Gedankö des Stücks ist im ganzen launig durchgeführt, doch tritt der satiriyche Geist des Verfassers mehr in dem weit angesponnenen Dialog als in der Handlung zu Tage, und dadurch verliert die Scenenfübrung öfter an Wirkungskraft und Eindruck. Die Darstellung der Haupt: rolle, des Maurermeisters Merkel, durch Herrn Hermann Müller unterstützte die satirischen Absichten des Dichters aufs kräftigste; der Darsteller rief als selbstbewußter, bobler , Pbrascnbeld und als Redner in taussnd Aengsten stürmrßche Hriter- keit bewor. Herr Pauli als Schneidermeister Le mann war da egen mehr drastisch als komisch. Den burschikosen 1)r. ergmann Za Herr Jarno besonders im zweiten Akt, in seinem Junggesellen-
eim, mit fröhlicher Laune. Hier batxe aucb Frau_Wildrandt- Baudius in der Episodenrolle einer gemütbltchen Zimmer- vermietherin Gelegenheit, ihr Talsnt zu zeigen.“ Die Rolle de_r jungen Naiven, Trudkc Merkel, war durch Fräulein Eichenberg bexeßt, der SZ im Ton und in der Spielweise etwas an Frische gebrach.
Konzerte.
Der zweite Liederabend des Koéolkscben Gesangvereins Lz WYYSUZ), der am Montag im Sau derSing-Akademie statt- and, war zahlrkiYLbesucbt und beZann mit drei Madrigalcn von dem Engländer John ilbve (1609), „eo Von Häßler (1601) und Annibal Stabile (1585), unter denen das sechsstimmige Madrigal Haßler's durch seine lebhafte polyphonifcbe Gestaltung als das bedeutendste erschien. Das reichhaltige rogramm bot ferner noch künstlerische Genüsse mannigfaltigster rt, wie aydn's Cborlied „Alles hat seine Zeit“, das wundervolle Quintett ür Alt und Männerchor von M..Fleischer, zWei Cborlieder von Martin Grabert, die, sehr melodiös gehalten, dkm Vorbilde der Mendels- sobn'scben Quartette folgen, und Georg Vierling's .Der schnellste Reiter ist der Tod“, das den tief ergreifenden Ernst des Textes mufikaliscb trefflich wiederqiebt und die Klangscbönheit des Chors vortbeilbaft zur Geltun brachte. "Den Beschluß bildeten Schumann's „Gute Nacht“ und . Bruch's
Cborlied für sechs Stimmen, betitelt Waldvxalm“. Die A rung aller Gesälrtkge war, was Stimmen g an äzifion in r Zu- sammenwi ung betrifft, eine höchst lobenSwert und gereirbte dem Dirigenten, dem Köni lichen Mußkdirektor Leo Zellner, ur be- sonderen Ehre, Der ian e i Drehs ock, der das onzert unter“" te, tru mehrere lavkeefi cke von ber, Chopin, sowie eigener ompofi ion an einem klangvoUen Duvsen'scben Flügel vor und erntete, gleich dem erein, reichen Beifall.
Ueber das Konzert der Altistin Ida Junkers (aus Düsseldorf), welches gleichzeitig im Saal Bechtein stattfand, ist wenig Er- l[;eeuliches zu beri ten. Die Stimme sk sehr kräftig, jedoch die Aus- ildung noch ni t so weit vorgeschritten, um ein öffentliches Auf- treten zu rech erti en. Der hier bereits bekannte Pianist Dr. O. Neiyel- (aus öln trug Beethoven's k-moU-Sonate (021 57) und zwei kleinere Stücke von Brahms und Liszt vor, deren usfübrung vouddem spärlich erschienenen Publikum mit Anerkennung aufgenommen wur e.
Jm Königlichen Opernbause werden morgen Maßeagni's „(3373116113 WIdjcaua“ und Rossmi's „Barbier von Seviüa' ge- eben. Die Damen Pierson, zog, Lammert, Deppe, die Herren
ylva, Sommer, Fränkel, ödlinger, Schmidt treten in diesen Opern auf" die Kaveklmeister Muck und Weingartner dirigieren.
Im öniglichen Schauspielhause wird morgen Richard Skowronnek's Lustspiel „Halali' ge eben (Damen Poppe, von Mav- burg, Seebach, Herren Klein, Keéler, Grube, Purschian, Herßer). Hierauf folgt der Schwank .Die st lle Wache".
Im Deutschen Theater kann Grillparzer's Lustspiel „Web dem, der lügt" mit Agnes Sorma als Eldrita und Josef Kainz als Leon nur noch einige Male zur Darstellung kommen, da die Genaänten demnächst einen Urlaub antreten.
Jm Neuen Theater geht dem Volksscbauspiel „Liebe von Heut' von Robert Misch seit vorgestern ein gefäüiges einaktiges Lust- spic-l mit dem Titel „Unsere Backfische“ voran. ' .
Jm Zentral-Tbeater gelangt am nächsten Sonnabend eine neue Posse von Wilhelm Mannstädt und Julius Freund (Mufik von Julius Einödsbofer), betitelt „Unsere Rentiers' zur ersten Aufführung. Der dritte Akt des Stückes wird den Zuschauer in den Grunewald ver- seßen und ihm das Volksleben und -Treiben gelegentlich der Hubertus- jagd vor Augen führen. Direktor _Schulz hat „nach dem Muster Londoner Bühnen den Schauplatz, eme landschaftlich besonders schöne Partie des Grunewalds, mit Hilfe der neuesten Tricks auf dem Ge- biete der Bühnentechnik genau der Natur- nachbilden lassen; die Scenerie bietet demnach nichts Gemaltes, sondern wirklichen Waldboden und natür- liche Baumstämme. - Morgen geht das bisherige ReYertoirektück .O, diese Berliner" zum leisten Mal in Scene; am Freitag b eibt FZ? ffTheater der Generalprobe zu „Unsere RentierS' Wegen ge-
o en.
Morgen Abend 74 Uhr wird in der Marienkirche zum Besten der Obdachlosen eine Ösistliche Musikauffübrung stattfinden, die vom Vorstand des ereins „Dienst gn Arbeitslose“ veranstaltet ist. Mitwirken werden darin die Oratoriensgngerin Fräulein Yenriette Liebert, der Regierungs-Ratb Chrzescmski (TxnorZZa die
ammervirtuosen Felix Meyer (Violine) und Fraziz Poentß ( rfe), der Kammermufiker JUZ Maneke (Violvncello) sowie der Muxkdirektor Dienel, welcher auf der neuen schönen Orgel spielen wird. arten zu 3, 2 und 1 „ck sind vorher bei Bote und Bock, Leipzigerftraße 37, beim Küster, Bischofftraße 4 und 5, und am Konzertabend am Süd- portal der Kirche zy haben. .
Mannigfaltiges.
Herr Geheimer Regierungs-Ratb Pronor Ernst Curtius ist, wie die .Nat.-Ztg.' mittbeilt, am leßten onntag von einem be- dauerlichen Unfall betroffen worden. Als der greife Gelehrte am Nachmittag in der Friedricky-Wilbelmstraße einen Besuch abstatten wollte, wurde er von eincm Schlitten umgeriffen und erlitt einen Bruch des linken Schlüselbeins sowie eine Verlsßung am linken
Au . Bei dem hohen Alter dch allverebrtut Un Be or m 2 leider nicht ' a ede m eine Tbeilnabme- dreffe zu 5 . atte bekanntli schon einmal, vor mehreren Jahren, von einer Dros ke überfahren zu werden.
In der Urania finden morgen, am Freitag und Sonne: zum Besten der Hinterbliebenekn der ,Elbe'-Kataftro?)e§2 Auffübmngen_des AusstatxungsvortraJS „Zwei Amerikafabtten' statt. An diesen dretAbenden wird das Seb cksal der .Elbe“ einer besonderen Beléuchtung unterzogen und das verunglückte Schiff selbst dargestellt wer "en. **
Mährisch-Oftrau, 13. Februar. Jm Schacht El stürzte infolsLe mangelhafter ZimmerunS ein tLzrößerer Tbei XY Flößdecke e n -und begrub die daselbst eschäf gten Arbeiter, von denen, wie „W. T. B." meldet, drei getödtet und einer schwer ver- letzt wurden. 4
Malta, 12. Februar. „Augusta Victoria“ traf beute früh ein. Das Wetter ist sonnig und warm.
Paris, 12. Februar. Wie die bier erscheinende Außgabe des „New. York Herald“ berichtet, hat die Ankunft des Dampfers „Gas. cogne' in New-York besonders bei den Angehörigen der dortigen franzöfischen Kolonie außerordentliche Freude Hervorgerufen. Am Gebäude der „Compagnie TranSatlantique' wurde die franzöfiscbe Flagge ge- bißt und Von einer großen Menschenmenge mit dem 11 „7179 13 (38.500Zr16!“ begrüßt. - Der Verwaltungsrat!) der Compagnie TranSatlantique beglückwünscbte den Kapitän der „Gascogne' und beschloß, ihm zur Anerkennnn für die auf der letzten Uezberfabrt bewiesene Energie eine go dene Medaille zu über. reichen. _ Ueber den Verlauf der Fahrt wird noch Folgendes be- richtet: Am 29. Januar, als die .Gaßcogne' avre seit 3 Tagen verlassen hatte, stqnd plötzlich die Maschine s ill; die Passagiere wurden benachrichtigt, daß ein Zylinderkolben gebrochen fei. Wahrend die gesammte Maschinenmannscbaft die Ausbesserung be ann, trieb die .Gaßcogne' auf der See. Nach achtzebnstündiger ?Frbeit war es gelungen, ein Mesfingband um den Bruch zu legen. Die .Gaßcogne“ machte nun 9 Meilen in der Stunde. Am 2. Februar brach die Kolbenstan € zum zweiten Mal, und das Schiff mußte in- folge dessen behufs usbefferung 41 Stunden still liegen. Während der folgenden Stürme wurde die .Gaécogne' 150 Meilen Vom Kurse abgetrieben und furchtbar von den Wellen geworfen, sodaß die Passagiere unruhig wurden. Am 7. und 9. Februar erfolgten weitere Brüche der Kolbenstange. Am Montag trafen Wei Dampfer die .Gaßcogne'; [eßtere lehnte aber die angebotene Hilfe ab.
New-York, 12. Februar. Wie der .New-York Herald“ meldet. hatte die hier ein etroffenx „Umbria' gleich der ,Teutonia' eine sehr schlimme Fa rt. Dre „Umbria' „nahm den Kapitän und die Mannschaft der Barke „Jean Baptiste" aus Havre auf. Der Dampfer ,Patria“, wklcher bei Sandyhook aufgefahren war, ist wieder flott gemacht worden und nach Hamburg abgegangen.
Toronto, 8. Februar. Cin fchreckliches Unglück erei nete fich, dem „R. B.“ zufol e, heute auf der Grand Trunk-Ei enbabn in der Nähe von eston: es stießen dort zwei Personenzüge, von denen der eine im Schnee stecken geblieben war, zusammen. Zivei Leichname wurden aus den Trümmern berdorgezogen. während zivei andere, wie man befürchtet, gänzlich verbrannten. Acht bis zehn Pkt- sonen erhielten Verleyungen.
Der Hambur er Schnelldampfer Uhr wohlbehalten bier
(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)
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WetterberichtVom13.Fe5ruar, 8Ub Morgens.
. Wind.
Stationen. Wetter.
Regisseur Teß
Belmullet . . OSO 3 wolkenlos 21.5erdeen . . .; W Weiter CbriftiansundZ WSW 2jwolkenlos Kopenhagen . ' “" N Zibedeckt Stockholm . Z 7 N 2an - randa . S bealb bed. !. etersbg NO 1|Nebel 3906 an . . . “ S 2,Schnee
Coerueens- 5 bedeckt
tQWn . . S (Töerbourg . OSO 1,wolkenlos 1Nebel
/ . . . NO 1 . . . . NO 1;bedeckt meurg . . NNO 2ZNebel incmünde » W ZZDunstl) NeufahrWaffer. NO 4an Memel . . . * NNO 3|bedeckt fttn'bedeckt
Wein artner, 73 U r.
Franz von fang 74 Uhr.
SSO „4xbalb 526.3) 766 strülNebeß) 764 WNW 1'wolkig 764 WNW 4 bedeckt 762 WNW Z'bkdeckt 765 O ZFwolkenlos 754 NRW 1jbeüer 7,6edeckt
753 „ONO 9) Nachts Schnee.
SaleZ-tGéue. „-_.____ ag ? [) Nachts Schnee. AWR“. nebel. 5) Raubfrost.
Uebersicht der Witterung. Ein Hochdruckgebiet erstreckt fick) Von der BiScaya-
3) Hock;- Exceüenz.
am niedrigsten, unter 750 mm, ist der Luftdrixck ü_ber onnabend: der Balkan-Halbinsel. Die Luftbewegung ist sgft W , . , überall schwach, im südlichen Nord- und Oftfeegebiet aus nordöstlicher, im Binnenlande Zentral-Europas aus veränderli Richtuna. In Deutschland dauert die trü e, kalte Witterun_ „unt gelegent- lichen Schneefällen fort; in den su lichen Gebiets-
tbeilen hat der ro erheblich zu enommen dagegen an der oftdkutscxxzen Küste ist „86 Lieder, wÉJertsF- FaYtJenF" Y-iZLest und L. worden. Am kaltesten ist es tm sudost ichen eu : Kaveklmeister Ba drei . Anfang 74 Uhr.
Freitag : Der Obersteiger.
land, wo die Temperatur bis zu 18 Grad unter Null
liegt. Auch in Schweden und Nordwest-Rußland
'HM'scht sebr strenge Kälte. ** Deutsche Seewarte.
Theater-Auzeigen.
. . . - , , it! Donnersta: b ÜÜTZYYKYZ [XBÜMYWÜJ YUULLÖÉUYOPW- WILLY und folgende Tage. Fernand 3 Ehe- Fitwirkung der ßervorragendftcn Künstlerinnen und aus. . o ? ung. aka 6 ans eaux. ' ___-___ (Bauern-Ehre.) Oper in 1 Aufzug von Pietro MMagni. Text nach dem gleirbnamigen VolkSstück von G. Verlgcrf.f a .
Die stille Wache. Schwan Richard Skowronnek. Jn Scene geseßt vom Ne-
giffeur Maschke. Freitag : Opernhaus.
Königlicher Kapellmeister,
Schauspielhaus. 45. Vorstellung. thätich weck. cböntban und Gustav Kadelburg. An-
Deutsches Theater. Donnerstag: Weh dem- der lügt! Ansa Freitag (21. Mann im Schatten.
Sonnabend: Der Mann im Warten.
Berliner Theater. Anfang 76 Uhr. (23. Abonnements-Vorftellung): Uriel
Sonnaberd: Zum ersten Male: Die Kinder der
“Tesslng-Theater, Donnerstag: Ghismouda.
See nordoftwärts nacb Lappland kin mit einem A 7 U r. Maximum von 7717113111 Höhe über Mittelschweden; FHTW? DL:- Fall Clémeuceau. Zum ersten Male: Ans Berlin
(Vorverkauf von heute ab.)
Fricdrith - Kilhelmßädtisrhez Theater. Cbaufseestraße 25/26. Donnerstag:
Keßdrnz-Theajer. Blumenstraße Nr. 9.
Direktion: Si und Lautenbnrg. Donnersta : Fer- uaud'k GhekYtrakt. (kü d. 13 parts.) wank virtuosen Herrn Heinr. Grüufeld.
arbeitung von Benno Jacobson.
Neues Theater. In Scene geskßt vom Ober-
Dirigent: Kapellmeister [)x-„Muck, in 4 Akten Von Robert Misch. - Vorher: Unsere bippol. Potpourri, - Der Barbier von Sevilla. Komische Oper Backfisrhe. Schwank in 1 Akt. Anfang 75 Uhr. in 2 Aufzügen von Gioachimo Nosfini. Dichtung , _ _ , „ nacb Beaumarchais, Von Cesar Sterbini übersetzt findet ein offentlicher Billetverkauf nicht statt. von Ignaz Kollmann. Dirigent: Kapeümei gartner. Anfang 74 Uhr. „_ auspielbaus. 44. VorsteUung. Halali. Lust- spiel in 4 Aufzügen von Richard Skowronnek. In
ster Wein-
in 1 Aufzug Von Anfang 74 Uhr.
Anfang Zum wohl- Lustspiel in 4 Aufzügen von
Anna Bäckers. Josefine Dora.
M75 Uhr. „ ' onnements - Vorsteüung): Der zu „Unsere Renners“ gescleken. Sonnabend: Zum ersten
4 Akten von WYLÜLinöds s . Donnérstag: Madame Mufik von J" . bofer
treten der ersten
an 5 o e mit Tanz. Nach dem Ack pGIikw Girl“ von Jonas
Freitag: Dieselbe Vorstellung.
in 3 Akten von Georges Feydeau, in deutscher Be- Anfang 7? Uhr.
Freitag: Privat-Vorfteüung. Für diese Vorsteklung Schulpxerde Cromwell u. dem Steiger Sonnabend: Liebe von Heut.
leyten Male: O. diese Berliner! Große mit Gesang und Tanz. Anfang 74 Uhr. Freitag bleibt das Theater wegen Generalprobe
ale: Novität! Unsere
Rentier's. Große Po e mit Gesan und Tanz in annstädt und &
Adolph Ernü-Theater; Donnerstag: Auf- irouette- und Couxbette-Tänzerin Englands Miß Ro e Batchelor vom Prince of Wales- “ Theater in London. Ein fideles Corps. Große Ge-
Yliscki'm Original Gestorben: Diakonisfin Frl. Marie
arbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. - Vorher: Gefiudeball. Schwank in 1 Akt von Ed. Jacobson und Jean Kren. Anfang 74 Uhr.
ZikkUSRMZ (Karlstraße). Nur noch kurze Große brill. VorsteÜung, unter
Sensationelle Tänze,
Künstler. 1.10 161 [Zu. "SU 393
u. a. Original, 19 Zr01063- 717811
158 Schiffbauerdamm 4-U*-/5- barbja11011§2c. Original! Neue Mus1k- inlagep. Donnerstag: Liebe von Heut. Volksschauspiel Außerdem: das Apportiexpferd Mohr, hierauf em
vorgef. v. Herrn R. Renz. Auftr. d. Schulreiterin Frl. Wally Ren [mit F6? ep. Schuld erd Candelaber, ger. v. Herrn Ernst Renz. Das irl. Springpferd Blitz, ger. Von Frau Renz- Stark. Anfang 7x Uhr.
Freitag: Große Komiker-Vorstellung. “1210 Ui
1211. Scene geseßt vom Ober-Regisxkur Max Grube. _ TUMUdeenOMden' Bebrenftr. 55/57" Sonnabend, Abends 71 Uhr: Große E tra- VN“ Direktion:Julms Frißsche.-Donnerstag:'Mit neuer stellun zum Benefiz für den beliebten Ausstattung: Der Probeknß. Operette in 3 Akten .Augu - Vér- avater Lee. von u oYBkHlilttZiann JundSIulius sWchuer. I l' s “7. S m onie-Abend VN] ar 1.5 er. n ce"? Sk ? von U *" (ermäßigte Preise): Die lustigen Heidelberger- der Königlichen Kapelle. DingeY: Herr Felix JnZscbe- DiUgent: Herr Kapellmeister Jedermann- Abends 71 Uhr: 1:1.- m 1511.
rerauf: Tanz-Divertiffemeut. Anfang 7.) Uhr. Freitag: Der Probeknß. _
[on)n und
Mufik Sonntag, 2 Vorstellungen, Nachmittags 4 Uhr
Familieu-Nachrichten.
ZNUWÖTYMLLT. Me Jakobstraße Nk- 30- Ver [0 b t: Frl. Annemarie Vorberg mit Hrn. Prein.-
Direktion: Richard Schultz. - Emil Thomas a. G. Donnerstag: Zum Burg). - Irmgard
Lieut. Hans Vorher (Schöneberg bei Berlin“,- Éretin Von Eckhardfstein nut
offe Hrn. Referendar iegfried „von Volkmann Halle a. S.) - Marietta Gräfin Maxuscbka- reiin von Toppolczan und Spaetgen mit Hrn-
ieut. Alexander Frbrn. von Elvererdt (BEYW-
Breslau). - Frl. Jula Guenter mrt Hrn. „ yxn- nasial-Oberlehrer 1)r. phj]. Gustav Schonalck)
Jane . . E(eborx-K: Ein Sohn: rn. Pastor Ernst GV
. - Hrn, ro essor 131“. Kurt skl
Berlin). -- Hrn. astor Bollow (Leubus- “ rn. Pastor Röchling (Pfarrhaus JackschönaU)- “' ine Tochter: Hrn. Major Ma Senfft V9" 36 W., 5:1- Yroxff-«r 3.4 ea. .- rn. aor ugaum “
' baus Deutscb-Osfig O.-L.).
ulius Freund.
idney frei be- Fethanien Stettin-Neu-Tornevs. - Hk- Ober-
ppeUations-Ratb a. D. Adol von Mandelslob Jene). - r. Charlotte“ von Rdge, 5138?" 170“; resky (Beritt). - Fr. Konsistortal- xafidkn Christine Wunderlich, geb. Viereck (Berltn)- ““ Hr. StabSarzt 1)r. Constantin Paak (Dresden-N-)-
ufik von Fredy. Dirigent: Herr
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Konzerte.
. Konzert-jhaus. Donnerstag: Karl Rehder- Der Obuaengfd Meret“ Ul Konzert. GeseUschafts"AbMdo
' Dienstag, den 26. Februar (Fastna t): Fast- ua ts-Feier. Villen; & 3 .“ im ureau d
Baal Nüzßein. Linkstraße 42. Donnerstag,
Anfang 8 Uhr: 11. Lieder-Abenb von Selma Nicklaß-Keuwuer, unt. nüt. Mitw. des Hof-Cello-
.Geb. Justiz- und Ober-LandeSgeérick)j
- Hr. Amtöratb Johannes Bayer (BreslasuzéaF udwig Lefeldt (Breslau). „.
Verantwortlicher Redakteur: , I. V.: Siemenroth in Verltn. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin-
Druck der NNÖÖLUUÖM Buchdruckereiund Verlag“ Anstalt, Berlin Mk., Wilhelmstraße N:. 32.
Sechs Beilagen (einschließlich Börsen-BWZ-
iverfitätssebrers d' schls . Dieb Studen . ""berreicbeiTW-wa «FLH
Erste Beilage
zaneutschen Rcickxs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
«. 39.
Berlin, Mittwoch, den 13. Februar
1895.
_ .
Königreich Preußen.
Bekanntmachung,
betreffend das Staats-Anleben der vormals _freien Stadt Frankfurt a.M. yon 8500000Fl. (1.6. 9.April1839.
Bei der am 15. d. M. stattgefundenen 54, Verloosung des 331/„igen Staats-Anlehens der vorxnals freien Stadt Frankfurt a. M. vom 9. April 1839 wurden für dre zur Kapitaltilgung in 1895/96 vorgesehene Summe die nachverzeichneten Schuldverscbreibungen 693066";
1) zur Rückzahlung auf den 1. April1895.
26 Stück bitt. 13. d 1000 Fl. = 1714 „44 29 .J Nr. 3 67 150 239 240 270 298 303 324 333 368 381 384 396 432 437 466 557 671 679 836 844 906 953 1058 1071 = 44571 «FH 54 .J.
26 Stück ditt. 13. Zz 500 F1. = 857 „44 14 „J Nr. 1115 1157 1159 1178 1192 1198 1251 1258 1364 1380 1488 1505 1620 1624 1669 1672 1692 1694 1802 1809 1883 1954 1967 2036 2051 2061 = 22285 .“ 64 „J.
25 Stück Urt.. 13. k 300 Fl. = 514 546 29 J Nr. 2110 2175 2221 2226 2235 2262 2331 2366 2386 2420 2429 2435 2467 2574 2577 2659 2676 2704 2741 2841 2922 2979 2980 3028 3039 = 12857 „46 25 .J.
25 Stück UU. 13. k 150 Fl. = 257 „44 14 J Nr. 3145 3159 3201 3211 3242 3281 3313 3327 3352 3372 3402 3414 3679 3715 3767 3775 3830 3864 3972 3991 3999 4023 4056 4080 4082 = 6428 «46 50 es.
18 Stück bite. 13. I; 100 F1. = 171 .,“ 43 .J Nr. 4117 4162 4176 4229 4301 4307 4333 4336 4339 4360 4443 4496 4512 4577 4628 4724 4802 4830 = 3085 „46 74 .J. .
120 Sjück über 89 228 „54 67 J.
2) zur Rückzahlung auf den 1. Juli 1895.
26 Stück 1.166. (3. 5. 1000 Fl. = 1714 „44 29 J Nr. 31 121 144 163 283 301 309 354 369 388 441 443 454 526 541 546 598 672 704 732 845 846 900 957 997 1084 = 44 571 „46 54 „F.
26 Stück 1.166. (3. 14 500 F1. = 857 „M 14 J Nr. 1109 1130 1131 1211 1225 1240 1273 1359 1384 1457 1573 1680 1704 1718 1724 1753 1770 1771 1780 1806 1911 1943 1960 1967 1990 2052 = 22285 .“ 64 .J.
25 Stück [.jrr. (3. k 300 Fl. = 514 „44 29 ,J Nr. 2170 2245 2295 2300 2336 2389 2511 2522 2661 2678 2685 2695 2708 2757 2772 2784 2791 2816 2861 2872 2989 3028 3035 3042 3074 = 12857 „46 25 .J.
26 Stück dirt. (ck. 5. 150 F1. = 257 516 14 -J Nr. 3162 3199 3215 3229 3240 3262 3271 3287 3339 3348 3367 3383 3503 3531 3597 3609 3692 3694 3733 3800 3831 3920 3976 3977 4019 4056 =- 6685 ck 64 .J. _
16 Stück bitt. (J. T*- 100 F1. = 171 „M 43 J Nr. 4162 4221 4243 4246 4287 4311 4315 4365 4398 4419 4440 4649 4667 4693 4696 4727 = 2742 „Fi: 88 .J.
119 Stück über 89142 „46 95 .J.
3) zur Rückzahlung auf den 1. Oktober 1895.
27 Stück ditt. 1). :*3. 1000 F1. = 1714 „46 29 ,J Nr. 1 28 74 89 214 233 269 275 285 312 345 346 421 496 506 529 570 629 767 791 877 919 948 950 965 1067 1094 = 46285 „46 83 „J.
27 Stück 14166. 1). 5. 500 Fl. = 857 „46 14 „J Nr. 1118 1142 1169 1218 1232 1266 1270 1283 1350 1432 1461 1464 1543 1577 1665 1699 1708 1748 1762 1765 1821 1887 1900 1985 2069 2084 2093 = 23142 „46 78 .J.
27 Siück 14166 1). Tx 300 Fl. = 514 „44 29 J Nr. 2188 2197 2286 2300 2361 2383 2392 2399 2477 2484 2497 2498 2643 2646 2688 2744 2805 2820 2830 2860 2870 2892 2919 2961 2992 3034 3044 = 13885 „ck 83 .J.
16 Stück 141156. 1) 5. 150 F1. = 257 „46 14 .J Nr. 3134 3332 3345 3423 3478 3479 3555 3670 3891 3943 3953 3973 3985 4001 4066 4094 = 4114 .“ 24 .J.
10 Stück 1411215. 1). a'). 100 [. = 171 „46 43 „J Nr. 4103 4153 4194 4271 4390 4532 4620 46 3 4720 4846 = 1714 „16 30 „J.
107 Stück über 89142 „44 98 .J.
4) zur Rückzahlung auf den 1. Januar 1896.
25 Stück lädt:. 4. Z; 1000 Fl. = 1714 „44 29 J Nr. 28 33 60 278 313 328 331 337 339 356 357 425 436 441 458 477 662 712 723 733 768 770 879 1003 1076 = 42857 „14 25 .J.
26 Stück 1.116 „4. 5. 500 Fl. = 857 „46 14 ,J Nr. 1157 1179 1254 1293 1312 1382 1384 1460 1471 1480 1498 1532 1539 1564 1566 1609 1743 1761 1812 1827L1896 1927 1962 1979 2042 2071 = 22285 .“ 64 .J.
27 Siück 14166, 14. 5. 300 1. = 514 „M 29 J Nr. 2231 2234 2242 2310 2324 2377 2380 23 6 2407 2416 2434 2541 2612 2654 2661 2668 2681 2706 2764 2848 2926 2943 2959 3028 3045 3057 3100 = 13 885 „44 83 J.
26 Stück 1411.12. 4. 5. 150 Fl, = 257 „46 14 .J Nr. 3130 3186 3192 3210 3224 3312 3386 3468 3492 3572 3644 3645 3677 3683 3685 3714 3773 3831 3884 3920 3921 3950 4012 4084 4088 4092 = 6685 .“ 64 J.
W Stück dirt. 4. L; 100 Fl. = 171 „i(- 43 .J Nr. 4113 4124 4142 4186 4305 4348 4352 4361 4397 4500 4529 4545 4551 4554 4562 4598 4618 4656 4683 4687 = 3428 „44 60 .J.
124 Stück über 89142 „46 96 .J.
Zusammen:
120 Stück 1411-13. 13. über . 119 , „ (3. , . 107 . . Ü . 124 . , „4 , 89142 , 96 ,
"_"470 Stück über . ". . .' . "___-35665746 56.J
Die Inhaber dieser Obli ationen werden_ hiervon mit drtxi Be- merken benachrichti t, daß ie Kapitalbetxage, deren „Verzinsung nur bis zum betre enden Rückzahlungstermm erfolgt, bei folgenden Stellen erhoben Werden können: „
8. bei der Königlichen Kreiskasse rn Frankfrzrt a. M.,
5581 der Königlichen Staatsfckyulden-Ttlgungs- kasse in Berlin und
e.,bei jeder Königlichen Regierungs-Hauptkasse.
Die Außzablung erfoth bei Pos. 1, 2 und „3 Zbixt, 13., 0. und 1U gegen Rückgabe der O ligationen mit den Zins cbernenkReibe 111 Nr._3 h_is einschließlich 5, bei Pos. 4 (hier. 1.) gegen „Ruckgabx der Obligationen mit denZinsscheinen Reihe 111 Nr. 4 bis emschlreßlr 6.
89228314 67.34 89142 , 95 , 89142 . 98 ,
Der Geldbetrag der unentgeltlich zurückzugebenden, aber fehlen en,
stscheine wird am Kapitalbetra? der Obligation zurückbehalten. „Soll die Einlösung von derg eichen Obligationen weder hei, der KöWltcben Kreiskasse in Frankfurt a. M., noch bei der Königlichen eaierungs-Hauptkaffe in Wiesbaden, sondern bei einer der anderen Kassen bewirkt werden, so find die betreffenden Obligationen einige UZ vor dxr Außzablung durch diese Kaffe an den Unterzeichneten zur kufung einzusenden.
Zurück stehen noch *aus der:
42- Verloosung 1166. 13. 4025. 47. Verloosung [.it-d. 0. 475, 1). 4217.
48. Verloosung [.itb. 13. 3938, 1). 3991. .
49. Verlooxung 1366. 0. 2572 4452 4633, 1). 3902.
51. Verloo_ung 1.161. .4. 2847.
52. Verlomung 1.166. (3. 2278, 1). 2940, 14. 231.
53. Verloosung [.it-„t.. 13. 517 1735 1929, 0. 1352 3856 4184 4537 4625, 1). 783 1503 1946 2302 4092 4165 4615 4667, 4. 43 127 326 349 685 927 1069 1086 1364 1533 1832 1966 2055 2346 2426 2444 2537 2561 2810 2882 2971 3013 3199 3225 3239 3505 3802 3882 4069 4317 4329 4374 4387 4549 4716 4730 4734 4749.
, Dre Inhaber dieser Obligationen werden zu deren Einlösung wrederkwlt aufgefordert. _
Wiesbaden, den 19. Januar 1895.
Regierungs-Präfident. ' In Vertretung: Freiherr von Reiswiy.
Deutscher Reichstag.
35. Sißung vom Dienstag, 12. Februar.
Die zweite Bcrathung des Etats wird fortgeseßt bei dem Etat deS_ReichSamts des Innern.
Ueber den Beginn der Sißung ist Jestern berichtet worden. Nach dem Abg. Dr. Pachnicke nimmt as Wort der
Staatssekretär des “Innern, Staats-Minifter Dr. von Boetticher:
Die Anfübrungen der beiden Herren Vorredner ließen erkennen, daß sie sich darüber nicht im Zweifel befinden, daß es fich um eine Frage des Landrecbts handelt, welche fie ihren Ausführungen zu Grunde gelegt haben. Die Frage der Verbindung der Kessel- revision mit der Thätigkeit des Fabrikinspektors ist der Einwirkung der Reichsgewalt entzogen; und das Einzige, was ich in dieser Be- ziehung thun kann und was ich hiermit zu thun verspreche, ist, daß ich meine Königlich preußischen Herren Kollegen und die übrigen Regie- rungen, welchen die Fabrifinspektoren unterworfen sind, auf die sehr interessanten Darlegungen der beiden Herren Vorredner aufmerksam machen und ihnen anheim stellen werde, die Frage, wo sie noch nicht als vollständig geklärt angesehen wird, an der Hand dieser Aus- führungen einer weiteren Prüfung zu unterziehen. Freilich wird das für die Regierungen nicht ganz leicht sein; denn wir sehen eben hier, daß zwei Abgeordnete, Welche sich für die Materie außer- ordentlich interessieren, diametral entgegengeseßter Meinung sind.
Ick) möchte den Herrn Vorredner aber noch darüber beruhigen, daß ich es den Fabrikinspektoren - die mir übrigens nicht unter- geordnet sind, wie er irrtbümlich voraussetzt - nicht nur nicht übel nehme, wenn fie ibre Wahrnehmungen offen aussprechen und ihre Ueberzeugung, welcbe fie an der Hand ihrer Wahrnehmungen gemacht haben, in den Berichten zum Ausdruck bringen, sondern daß ich es im Gegentbeil gerade für ihre Pflicht halte, das, was fie wahr- genommen haben, auch zu sagen und die Schlüsse, die sie für eine Verbesserung unserer Zustände daraus ziehen zu müssen glauben, der vorgeseßten Behörde rückhaltlos vorzutragen. Ich werde jedem Fabrik- inspektor dankbar sein, wenn er in dieser Beziehung ein offenes Hsrz und einen offenen Mund hat.
Ob die Fabrikinspektoren sämmtlich eine große Abneigung gegen die Uebernahme der Dampfkeffelrevifion haben, weiß ich nicht; es mag sein, daßdie beiden Tbätigkeiten nicht wohl mit einander der- träglicb smd. Wir im Reich haben darüber keine Erfahrunge'n gesammelt, und es wird daher nichts übrig bleibkn, als die Ent- scheidung der Frage den Landeöregierungen, denen fie gefeslich zusteht, zu überlassen.
Abg. Fischer (Soz.): Nur mit gemischten Gefühlen können wir die Berichte der Fabrifinspektoren ansehen. „Dieselben find mit vollendeter Einseitigkeit abgefaßt. Auch hier zetgt sich, dgß die R6- gierung Furcht vor der Sozialdemokratie hat, denn in der An- weisung, die den Fabrikinspekwren geßebkn ist, wird ausdrücklich verlangt, daß kritische Bemerkungen t unlicbst zu vermeiden und Vorschläge nur bei dringendem_ praktischen Bedürfniß zu machen seien. Die Zusammenztellung der Berichte läßt die Tendenz erkennen, alle Mißtöne_ zu unterdrücken. So heißt es in der Einleitung, die wirthscbaftlrcbe Lage der Arbeüer Habe unter dem industrieUen Rückgan nicht gelitten, wahrend aus den Be- richten selbst doch vielfach das e entheil ersichtlich ist, Auch ick) bin der Meinung, daß die Kesselreviwn von der Funktion der Fabrik- aufficbt zu trennen ist. Die Fabrikinspektoreu erklaren übereinstimmend, daß ihre eigentliche Au gabe durch die Keffelrevifion in den Hinter-
rund gedrän t wird. iesmild die Aufsicht, eübt wird, geht daraus ervor, daß za [reiche Arbeitgeber die Fabrikrevtsqion von ihrer Erlaubrziß abhängig machen und daß die Aufsichtsbeamten darauf cm- geben und die Revision in Gegenwart der Unternehmer vsrnebmen. Erfahrungsgemäß aber halten die Arbeiter in (Ge enwart des Arbeit- gebers mit ihren Beschwerden zurück. Dqs is begreiflich, wenn z. B. ein hervorragender rheinischer Industrieller, die Drohung aus- gestoßen hat, jeden Arbeiter zu entxaffen, der dre Vermrttelun des Gewerbe-Jnspekwrs in Anspruch, nahme. Aber an die Jnspc toren sind, wie die Verseßun derjenigen von Köln un Mersehurg 138- weist, in Gefahr, gema regelt zu wrrden, wenn fie den Dingen im Verkehr mit den Arbeitern ernstlich quf den_Grund geben. Der Bil- dung von Arbeiterausschü en stehen dre Arbeitgeber durchaus qblebnend gegenüber, weil jene rück cbtslos die Verstöße gegen die Arberierschuß- geseßgebung brandmarken. In fast allen Berichten der Fabrrkmspek- toren wird über Unsauberkeit und Mangelhaftigkeit der Wohlfahrts- einricbtungen geklagt. Wir wünschen, eine erweiterte Kom etenz und größere Selbständigkeit für die Fnbrikmsvektoren und dre usdxbnung der Aufsicht auf die Hausindustrie, das Handwerk und die Schiffahrt.
Abg. Roes icke (l). k. F.): Niemand hier tm aufe wrrd leugnen, daß in unserem sozialen Leben noch Mtßstande be teben; aber die Sozialdemokraten sehen die Dinge, wie es auch der, Yorredngr gethan hat, stets dmc? eine ganz besondere Brille an, Werl ihnen die
auptsache ist, daß 18 draußen bei den Arbeiteerindruck wachep. Ich möchte eine andere Frage erörtern. Von verschiedenen Seiten “tft in der levten Zeit die Frage behandelt worden, ob 66 angezeigt sei, den Boykott strafrechtlich zu verfolgen. Ich, als Vertreter eines Vom Boykott besonders bedrohten Gewerbes, bin der Meinung, dg eine strafrechtliche Verfolgung des Boykotts sich nicht empfiehlt. „Es tt vielfa hingewiesen worden auf die früher vom Reichstag abgele ute Verschärfung des § 153 der Gewerbeordziung. Die in dieser Beziebun gemachten ' Vorschlage- durften fich dem Boykott gegenü er als unwirksam erweisen, _da fie nur Verabredungen, zur Erlangun besserer Lohnbedm- gungen träfen, welche bei einem Boykott methens in den Hintergrund
treteb. Ick) bin aber auch gegen die strafrechtliche Verfolgung des Boykotts, und ich sage das wiederum als Vertreter eines Gewerbes, gegen das allein Boykotts rn großem Stile durchgeführt werden xönnen. Nur beim Brauereigewerbe läßt sich eine Kontrole uber dars Produkt und die Konsumenten durchführen, obne wßlche em gro er „Boykott unwirksam ist. Wir haben bei dem Bierboykott in _erltn gesehen, wie die Sozialdemokraten ein ganzes Heer vori Polizisten zur _Ausübun der Kontrole aufstellten. Ich glaube ntxht, daß man mtt strangetzlichen Bestimmun en egen die Urhßber'emes Boykotts etwas außrichten würde. Daß tra?en über- haupt nicht zu dem gewünschten Ziele führen, beweisen die Vorgänge in Dresden, wo man die Urheber eines Boykotts mit scharfen Strafen bxlegt Hat„ Man hat dadurch den Boykott nicbt beigelegt, wohl aber du? Situatron der vom Boykott betroffenen Brauerei verschlechtert. StrafrechtlicZeBestimmungen würden nur zur Fol ebaben, da?, stattdes offerxender : etmeBoykotxpla griffe,undwirim5 raugewerbe altenden Lebeimen 5 qykott für wett ge äbrlicber als den offenen. Etw::ige ge- etßltche Bestimmun en ge en den Boykott würden fich auch leicht um- gk en lassen. Die eran kalter eines Bierboykotts brauchen garnicht zu sagen: Trinkt das Bier Von der und der Braueréi nicht! Sie brauchen nur zu sage_n: Trinkt das Bier von der und der Brauerei! und die Arbeiter wüßten Bescheid. Es giebt auch noch andere Mittel zur Umgehung strqfrecht1icher Bestimmungkn ge en den Boykott. In Dessau z. B. erstes; die soztaldemokratische 5Fartei bei dem Bier- boykott den Aufruf: Trinkt nicht das Bier don Männern, welche die Rechte der Arbeiter mit Füßen treten! Jedermann wußte, das; :ck) daimt gemeint war, weil ich den Wahlkreis ver- trat. Jeh'hoffe, daß die Sozialdemokratie einfisht, daß sie mit ihrem Boykott nichts erreicht Hat; denn sie hat es nur dahin gebracht, daß dre Brauereien fich fester zusammenjchlo en. Da aber auch in dieser Beziehung eme andere Ansicht zu berrs en scheint, und da man den Verlauf des Berliner Bierboykotts als Beweis dafür anzieht, daß die vdrhandkenen ftraf esstzlichxn Bestimmungen nicht auskeicben, so sehe ich mich peranlÉt, einige Worte über dem Berliner Bier- boykott und setnxn , erlauf zu sagen. Ich babe dazu noch einen arideren An_[aß, namlich den Umstand, daß ein Mitglied dieses Hauses jizngst erklart, har, wegen. meines Verhaltens in dem Bierboykott ZUÖT'MLHL: mrt rmr diskutieren zu woüsn. Von einer Kapitulation ist nicht dre Rede. Ich hatte noch einen weiteren Grund, die An- Txlegenbetf hier zur Sprache zu bringen. Es ist nämlich in einem
bell, dsr Presse der Abschluß des Bierkrieges als eine Folge Von materreüxn Interessen dargestellt worden, die die bstrcffenden Unter- nsbmerhtkrbeigeleitethatten. Man hat &? geradezu gesagt daß die Hoff- mzng auf Börsenvqrtheile der Grund zum Friedensschlu gewesen sei. Irrsbésondexre ist es dre biefige „Post“ gewksen, welcbe schrieb, ich musse mit der Thatsache rechnen, daß der von mir und von dem Abg. Singer herbeigeführte Friedensschluß als
eine Preisgabe der Interessen der bürgerlichen Geseüschaft aus mate- rteUen Beweggründen allgemein verurtbeilt werde, und binzufü te: ,aber der Kurs dcr Brayereiaktirxn hat sich durch den Friedensscb uß rrbedlicb gehoben. Das ist schli€ßlich doch der Schlüssel für den Aus- an;; des BtexkriegeS." In athicher_ Weise haben sich die .Neue Freußtscbe Zeitung" "und die „Schlefijcbe Zeitun “ ausgedrückt. Ich ur memen Theil batte kerne VeranlaYung, an diese Frage ein-
zugeben; denn“ mir ist es gleichgülti ,ob ersonen, die mich nichtkennen, glauben, daß rch mich von materie en ntereffen leiten lasse. Aber 526 kommen hierbei auch meine BerufSJenossen in Frage, welche jenen Abschluß des Boykotts gebikligt haben. Ich will darum in kurzen Zügen den Verlauf des. Bierkrieges darstellen. (Die Darstellung, welche der Redner giebt, wird vom Präsidenten mit dem Hinweis auf den Gegenstand der Verhandlun abgebrochen.) Das beste Mittel s01cheZustande zu bsseitigen, ist eine rbeitSvermittlung, die unparteiistö wrrkd und loßgelöst ist von jeder politischCn Richtung. Grade die Arbeitsnacbwetsedürften sitze Grundlage für weitere Einrichtungen auf drrsem Gebiete hüden. Geyeßliche Mittel gegen Strikes brauchen wir xncdt; wenn die bürgerlichen KlaÉsen bei dsrartigen Gelegenbeiten st'st zusammenhalten, wird es ein Lichtes sein, allen Ausschreitungen wirksam zu begegnen. Die Arbeiter müssen aber vor alkem erkennen, daß das, was wir für fie tbun, ihnen zum Segen gereicht. Nicht aus Furcht vor dcr Sozialdemokratie, _sondern aus dem Bewußtsein der 111116an Kraft müßten wir energijcher vorgehen. Dann werden wir Störungen solcher Art verhindern.
Abg. Singer (Soz.) behält fich vor, bei affender Gelegenheit der Darstellung, wel e der Vorredner von dem erlauf des Boykotts gegeben, eine Darsts ung nach sozialdcmokratischer Auffassung gegen- überzusteÜen.
Abg. Wurm (Soz.): Es ist heute von einer Seite als wün chms- wertk) bkzeichnet worden, daß auch Arbeiter zu den abrikinspe ionen herangezogen würdrn. Wir gebep weiter, wir wüns en auch die Ver- wrndung von Frauen als Fabrtkinspektorcn. Die Fabrikinspeftoreu werden von den olizeiorganen viel zuwenig unterstützt. Man sollte die Berichte der abrikinspektoren in billigen AuEgaben veröffentlichen, damit auch die Ar eiter sie anschaffen könnten. Die SonntagSrube für den Arbriter sieht a_uf dem Papier gaUÖschön aus, aber in der Praxis hapert es sehr damit. Die technische 3 ildung der Fabrikinspektoren läßt häu (; viel zu wünschkn ührig; wie könnt? es sonst geschehen, daß einer die er Inspektoren das Emßtbmen yon Kohlensäure für unge- fährlick) erklärte? Die Fabrikmspektoren sollten die Ramm der Bétriebe mittbeilen, in dener) ivEFew unzureichender Vorkehrungen Unglücksfälle Vorkommen. Dre Fa rikmspektoren Werden aber niemals ihrsn Zweck ganz erfüllen, wenn nicht die Arbeiteror“ anisationen einen größeren Einfluß erhalten und ihnen die Aufsicht u er die Betriebe zugestanden wird; die Orts-Polizeibebörden reichen in dieser Hinsicht durchaus nicht aus. , _ „
Abg. von Frege (kons.): Dre gewerbltcjhen Mißstände, welche 5011 den Vorrednern berührt worden smd, md Von meiner Partei schon früher zur Sprache gebracht wyrden. Namentlich bestehen solche Mißstände bei den jugendlichen Arbeitern in der Hausindustrie. Die ungehinderte Freizügigkeißhat “in dtelfer Beziehung üble Fol en ge- zcitigt; auch die zahlrerYen Mitte personen, die den Lo n des Arbeiters kürzen, Vcrme ren das Uebel. Wir boffkn, in dieser Beziehung durch den Antrag, auf Verbot der jüdischen Einwandcrung eine Besserung . erzielen, zu können. Einen sehr üblen Einfluß auf die jugendlichen Arbeiter üben auch die sozial- demokratischen Versammlungen aus. Den Vorwurf, den der Vorredner den Orts-Polizcibebörden gemacht hat, muß ich zurückweisen; die (Hewiffenbastigkeir dieser Behörden rst anerkannt.. Wynn uber die Verbindung der Keffelrevisionen mit den Fabrikmspektionen geklat wird, so möchte ich darauf hinweisen, daß bereits vielfach KeF- revifionsvkrsine bcstrben,welche die Revisionen übernehmen. Diescble te Lage der Arbeiter hängt mit der Krisis in der Industrie zusammen, und diese mit der Krifis in der Landwirtbscbaft. Diese kann nur gehoben werden durch die Beseitigung der Silberkrifis, wenn man auf dem Wege des Antrags der Abgg. 1)r. Friedberg, Von'Kardorff, Graf von Mirba durch internationale Maßregeln zu einer Erböhun oder Stabilirerung des Silberwerths elangt. Wir müssen der nsicbt entge entreten, als ob der deutsche rbeiter nur von jen-Zr Seite (zu den ozialdemokraten) Hilfe zu erwarien bade. Derjenige Arbeiter, der keine Familie und fein Vaterland liebt, Wird von uns ganz gewiß eben 0, wenn nicht viel stärker und besser vertreten, als von den Sozialdemokraten. „ _ " ' .
Die Debatte uber den T1161 „Staatssßkretar“ mird hierauf geschlossen. Die Ansxzabenntel der Kapitel „Reich-Saml des