1895 / 42 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 16 Feb 1895 18:00:01 GMT) scan diff

fahrens widersprechen. Macht_ er von djesem Rechte Gehrauck),

Fist sein Recht, die Befchrankung seiner Haftung fur dre achlaßverbindlichkeiten geltend_ zu machen, ausgeschlossen.

Die Vorschriften des __? 2127 bleiben unberührt. __ _

Ist der Erbe ges äftSUnfäbiq oder in dcr Geschaf-tsfähtg- keit beschränkr, so ist zu dem Widerspruche die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erforderlich.“

Zufolge der Vorschrift des § 2095 ist das Inventar: recht dcs Erben allen Nachlaßgläubigern gcgenybcr gus- geschlossen, wenn er nicht vor dem Ablauf__ctncr lhm von dem Nachlaßgcrichte bestimmten Frtjt ("Inventar- frist) ein Verzeichniß über den Vestax» dos Nachlaffes (Jnvcntar) bei dem Nachlaßgericht eingereicht hat; nach der Eröffnung des Konkurses über den Nachlaß bsdarf oH jedoch der Jnventarerrichtung nicht mchr. Unxer Ab1ehnung emcs An- trags: an die Versäumung der vaentarerrtchtung den Ver- lust dcs In:)kntarrecbts nur: gcgcnübcr den vom Erbchffer Her: rührenden Vcrbindlichksitcn, nicht aber auch gegexmver den Verbindlichkeitsn ans Pflichtthcil§recht8m Vßrmächtnxssen, Auf: lagen u. s. m. zu knüpfen, nzurdcn 018 fraglichen Be; stimmungen sachlich angenommen, jedoch mn dym Zusaß, daß denjenigen Gläubigern gegenüber, welcbe 1m Llufgebots- verfahren ausgeschlossen jind, das Jnventarrxcht des (_Hrben auch im Fall der Varsäumung der Jnventarerrtchtnng bestehen bleiben soll. _ _

Gegen den fachlichen Inhalt der §§ 2096 bis 2101,_we1che nähere Bestimmungen über dte Inventarsrxst er- halten, erhob fick) kein Wixwrspruck). Als § 21013 wurde folgende Vorschrift hinzugefugt: _ _

„Sind mehrere Erben vorhanden, 10 kommt dte Wahrung der Inventarfrist durch einen Erben dex1 andexen Erben zu stattcn, soweit nicht ihr Recht, dieBeschrankung 1hrcr Haftung geltend zu machen, aus_qc1chloffen tft“: _

Die §§ 2102 bis 2106 regeln dteArt n_nd Wctse dcr Jnventarcrricvtung. Nach_dem Erxtwurs 2102) muß das Inventar von der zuständrgcn Bchorde oder emem zu: ftäUdigen BLÜMWU aufgenommen_ werden. Auf Antrag des Erben hat abw.“ das:: Nach1aßgertcht_ d_a_s Jnventgr eychhcr selbst aufzunehnwn, sofern es_zuständtg Ut, od_er dn? zunan-dtge Behörde odsr einen zuständigen Beamten mrt Yer Aufxmhmc u beauftragen; duxck) die Stellung emes 1olchcn Jintrags wird die Jnvcntarfri1t_ gewahrt (§_ 2103). Diese Vorschriften wurden um de'm Zuxaß gc- biUigt, daß die Aufnahme des Inventars auch durch einen Notar erfolgen kann. Em Antrag, den § 2102 in dem Sinne zu streichen, daß auch dje _Ausncthc éincs Privatinventars genügen sokle, fand mcht OW Zujtmz: mUng der Mchrhmt. Dcr § 2104, we*l_ch2r_ dem Er_bcn djc Bezugnahme auf ein 511 dem Nachlaßgcrtcht veretts vor- handenes, dcn Vorschrxjtcn dcr §§ 2102, 2103 ent- sprechcndcs Inventar gestattet, wurdc_ mcht branstands], ebensowsnig dkr § 2105 Abs. 1, wonach 171 dem Jnvsntar dxc bei dem Eintritt des Erbfalls vor'f)andcne_n Nachlaßgchn: stände sowie die Nachlaßvcrbindlichkkijcn voUztändrq angegebkn wcrden follc-n. Nach dem § 2105 Abs. 2 wl). da?: Jnvxntqr außerdem die Beschreibung der Nachlaßgcgenstänpe, _sotvext ste

ur Bestimmm1g dcs Werths erforderlich ist, sonne dxe Angabe ch Werths sekbst enthalten. Dcmgegenuber war folgende Fassung des Abs. 2 bcantragt_: _ _

„Das JUVLUWL' soÜ außerdem den Wert!) oer Nachlaß: gegenstände, crforderlichenfalls nach Anhörung von Sack): verständigen, angeben.“ _ _

Die Mehrheit entschied srck) ]edoch untcr Ablchmmg des Antrag?- für den Entwurf. Abgclebnt_wurde auch ein Antrag, in das Einführungßgcscß die Vorschrift aufzunsbyxen, daß die Landesgeseßc unberührt bxciben, wclche behufs Bsxttmmung des Werths dcr Nachlaßchcmtände dieBebörds, dcn Bxamtcn oder Nojar ermächtigen, Sachvcrständigc bei der VlUsxmhmc dcs Inventars zuzuztehen.

Nach dem „'2106 Abs. 1 erlischt das Jnventarrkcht allen Nachla gläubigern gegßnübcr, menn_dkr Erbe cinen Nachlaßgcgenstand, in der Ab11cht, dic Nachlaßgläubiger zu benachthciligcn, in das Inventar nicht aufnimmt. Statt dessen wurde folgende Vorschrift beschlosscxx: _

„Ter Erbe kann die Beschränkung yeiner Haftung Nicht geltend machen, wenn er absichtlich sine erhebliche Unvol]: ständigkeit der im Inventar enthaltkney Azzgabe Her Nachlaß: gegenstände hcrbeiführt oder in dcr Ab)rch_t, dlc Nachlaß: gläubiger zu benachjheiligen, eine nicht bs)tchcndc_Nachlaß: verbindlichkeit als bestehend annimmt. Das glctche gilt, wenn dsr Erb? in den FäUen dss „“ 2103 die ihm obliegende Auskunftscrtheilung verweigert oder absxchicb in crhcbliche'm Maße ve ögert.“ _

Die ' orschrifl des F“ 2106 Über die Ergänzung Links unvollständigen Inventars wurde sachlich nicbt bean: standet, ebensonwnig die Vorschrift dss F 2107, dcrzxxfolge das Nachlaßgericht die Einsicht des errichteten Inventars einem 1120611 zu gcstattcn hat, der ein rechtliches Interesse glaubhaft macht. _

Eine Ergänzxmg erfahr der Entwurf durch folgane Vor: schriften: _

21073. „Wird das Inventar crrichtet, so erd im Vsrhaltniß zwischcn dem Erben und den Nachlaßgläubigern vermuthet, daß zur Zeit des Erbfalls weitere Nachlaßgegen: ftändc als die angegebenen nicht vorhanden waren.“

§ 21071). „Der Elbe hat auf Verlangen ('iNkS Nachlaß- gläubiÉxers vor dem Nachlassgericht den Offenbarungöcid dahin

u lei ep, z daß ér nach bestem Wissen den Bestand des Nachlasses so vollständig angegeben habe, als er dazu im stande sei.

TU" Erbe kann vor der Leistung des Eides das Inventar vervollständigen. _

Verweigert der Erbe die Lmstung des Eides, so kann er die Beschränkung seiner afxung gegenüber dem Gläubiger, welcher den Antrag gests that, nicht geltend machen. Das gleiche gilt, wenn der Erbe weder in dem Termine noch in einem auf Antrag des Gläubigkrs bestimmten neuen Termine erscheint, es sei denn, daß das Nichterscheinen in diesem Ter: mine durch einen genügenden (Grund entschuldigt ist.

Eine wiederholte Leistung des Eides kann von demselben

- oder einem anderen Gläubiger nur verlangt werden, wenn Grund zu der Annahme vzrliegt, daß dem Erben nach der Eidcsleinung weitere Nachlaßgegenstände bekannt geworden sind“.

Einvernehmen bestand, die Vorschriften des § 2108 über den im Verhältniß zu ein einen Nachlaßgläubigcrn eintretenden Verlust des vaenkarrechts durch Ver- trag oder durch Unheil als entbehrlich zu streichen.

Die §§ 2109 bis 2119 enthalten im Anschluß an die Vochchrif1en der KonkurSordnung k§§ 202ff.) nähere Bx stimmungen über den Nachlaßkonkurs und desen Einfluß

auf die HYMng des Erben gegenüber den Nachlaß- gläubigern. ach dem Entwurf stehen dem_ Jnventarerben, um die beschränkte Haftung den Nachlaßglkxuwgern gegenüber eltend zu machen, zwei Wege offen: nämltch der Antrag auf

öffnung des Konkurses über den Nachlaß wegen Ueberschus- dung des leßteren 203 der Konkursordnung) und die Geltend- machung der AbzugScinrede, vermöge _deren der Erbe, wenn der Nachlaß zur vollständigen Befru'digung der Nachlaß: gläubiger unzureichend, der Konkurs übcx den _Nachlaß aber nicht eröffnet ist, einem Nachlaßgläubrger auf dessen Forderung den Betrag in Abzug drinnen kann, mit welchem der Gläubiger im Nachlaßkonfurs ausfallen würde. Diesem System des Entwurfs gegenüber war namentlich mit Rückstcht auf solche Fäüe, in dencn der Erde die“ Vorhältniffe nick): :«u Übkk: sehen vermag, oder in denen der Nachlaß nicht überschuldet, aber zahlung-Zunfähig ist, beantragt, dem Erben das Recht zu geben, sich auch durch den Antrag an Anordnung eine_r Nachlaßpflegschaft von der persönlichen Haftung für die Nachlaßschulden zu befreien, die Abzugseinrede aber zu be- seitigen. Nach einer eingehenden Erörterung wurde der An: trag, vorbehaltlich der Außgestaltung der Vorschriften übsr dic Nachlaßpflegfchaft im einzelnen und vorbehaltlich der Frage, ob und inmicweit die AbzugSeinrede dadurch entbehrlich werde, angenommen.

Die Berathung wandte sich sodann zunächst den Vor- schriften über den Nachlaßkonkurs zu.

Nach dem 5 205 der KonkurSQrdnung ist außer dem Erben jeder Nack) aßgläubiger zu dsm Antrag auf Eröffnung des Verfahrens berechtigt. Da gxmäfz § 2092 Abs. 2 des Entwurfs als Nachlaßverbindljchfeiten auch die Verbindlich: keiten aus Vcrmächtniffen und Auflagen gelten, so mßrdc dkm Entwurf zufolge das Antragsrecht auch den Vermächtnißnehmcrn und denjenigen zustehen, die berechtigt find, die_VoUziel)ung einer Auflage zu fordern. Man war einverstandsn, das AntragSrccht dieser Personen durch cinen Zusaß zu § 205 der KonkureZorhnung auszuschließen, _

Der § 2109 erklärt, vorbehaltliä) des nach § 2150 Ab). 1 den Nachlaßgläubigern zustehenden Absonderungsrechts, _die Eröffnung des Konkurses Über dcn Nachlaß für unzuläsng, wenn das Jnvsntarrccht nach den §§ 2094, 2095, 2106 er- loschen ist. Die Vorschrift wurde in dem Sinne gestricb-rn, daß auch in dem bezeichneten Fall? die Eröffnung des Nach- lafzkonkurscs, sei es auf Antrag des Erben, sei es auf Antra eines Nachlaßgläubigers, nicht achgcschlossen sein solle (vg, jedoch den oben mitgetheilten Beschluß zu § 2094). _

Nach dem § 2110 bat die Eröffnung des Konkurses über dkn Nachlaß die Wirkung, daß der Ekbk, unbeschadet der Vor- schriften dcs § 2118, den Nachlaßgläubigern gegenüber von der persönlichen Haftung bcfrcit wird, Weiter regelt der §2110 dm Einfluß der Konkurskröffnnng auf die Maß: regeln der Zwangsvollstrcckung undder Arrsstvollzithng, Wklck)? nach dcm Eintritte dcs Erbfalls gegen den Nachlaß ODU“ das nicht zum Nachlaß gehörende Ver: mögcn DTS Erbcn erfolgt find. Die Vorschriften wurden, unter Vsrwcifung der k0_nkursrcchtlichcn Bestimmungen in die Konkurs'ordnung, im we1entlichen sachlich gebiüigt. Einver- nehmen bestand, die Bcstimmung hinzuzufügen, daß cine Vor- merkung, die nach dem Eintritt des Erbfaüs im Wege der einstweiligc'n Vkrfügung erlangt worden, unwirksam ist.

Gegen den sach!" en Inhalt des § 2111, demzufolge VcrfÜgUngcn des Er cn übcr Nachlaßgegcnständc durch die Eröffnung des Konkurs-xs iibcr den Nachlaß nicht Unwirksam wcrden, erhob sick) kein Widsrspruck), Man war jedoch der Nnficht, daß dieser Satz eines bcsondcrcn Ausdrucks nicht be- dürfe'. Ter § 2111 wurde da[)e'r gsstrichen,

Der J" 2112 regelt das Verhältniß zwische'n dcm Erbcn und der KonkurSmassc dalxin, daß auf Die vor der Ammhmk dor Erbschaft von dkm Erben bcsorgtxn erb: schaftlichen Geschäfts dic Vorschriftm über dic Gcsxhäftß- führung olmc AUftrag cntsprccbendc Anmsndung nndcn, von dsr Zeit dcr Annahmg der Erbschaft an absr dc-r Erde dcn Nachlaßglänbigern so vcrankwortlick) ist, wis wenn er mit dsr Vkrmalmng des Nqchlasses von ihnm be: cxuftragt wordcn Wäre, GrnnNäZlick) fand diese Art 'der Regelung keinem Widersprnci)._ Man bien os jsdock) für 'n weitkshcnd und fÜr unbiUig, tmr dsm Entwurf den Elben ?chlcchthm dafür verantwortlich zu machen, mcmx er vor der Konkurskröffnung *)"kachlaßschnldetx nicht konkursmäßig bxrichtigt habe. Es rmxrdc dakxcr beschloss", dcm § 2112 Say 1, 2 folgcndo Vorschriftsn hinzuzufügen: _

„Ter Erde ist berechtigt, die Nachkaßvcrdindlichkcitcn für Rschmmg ch Nachlmffxs zu bcricht'xgcn, sofcrn er 01311 Um- ständen nach 0111180111311 darf, da); die Berichtigung aller Nachlaßvcrbindlichkettcx1 aus dym Nachlaß erfolgen kann. Unlerläßt der Erbe, nachdem cr von der Unzulänglichkeit des Nachlasses zur Vcrichtiguxxg der Nachlaßvcrbi«dlichkciten Kenntnis; erlangt hat, mmer Ü:.xlick) dsn Ilmjkag auf Eröffnung des KonfUrscs zu sU'UTU, so Ja! er den Glänbigsrn dcn daraus enkstandsncn Schadcn zU LksLHU]; 170,1 der Bemessung dér Zu: länglichkcit dcs Nacblaffe's 51615611 di? Vcrbindlichkcitcn aus Vermächtnisscn und Auflagen außer Vstracht. '

Der Kenntnis; der Unzulänglickzkeit_stel)t die quf Fahr- läsügkcit beruhende Unkenntniß gleich. ATZ Fahrlässtgkcit gilt es insbesondere, wcnn dsr Erbe Grund hat, das Vorlmndonsein unbkkannter Nachlaßvcrbindlichkeitcn anzunehmen, und es

lcichwohl nntcrläßt, das Aufgebot der Nachlaßgläubigcr zu cantragen, es sei denn, daß die Kosten des Verfahrens gegen- über dem Bestande: des Nachlasses unvsrhältnißmäßig groß smd.“

Der drittc SUB dcs § 2112, dcmxufolgc der Erbe den Nachlaß znr Konkursmasse herauszugcben hat, ohne wegen seiner (Hegknforderungcn zur Zurückbehaltung bkrcchtiqt zu sein, soll in die KonkurIordnung eingestellt we'rden. Der vierte Saß des § 2112, welcher den Erben für die Ausschlagung einer zum Nachlass gcbörsnden Erbschaft oder Lines dem Nachlaffe angefallenen Vermächtnissts verantwortlich macht, wurde gestrichen,

Die VevoUmäcbtigten zum Bunchrath, Köni lich württem- borgischer KriegS-Minister Schott von S ottenstein, Königlich württembergischer Wirklicher Geheimer Kriequath von orion und Landes-Direkjor des ürftentbums Waldeck und yrmont von Saldern sind von ier abgereist.

Nach einer telegraphischen Meldung an das Ober- Fkommando der Marine ist S. M. S. „Bussard“, Kom- mandant Korvettcn-Kapitän Scheder, am 15. Februar in Akaroa (Neuseeland) eingetroffen. "

_ H annover, 16. Februar. Der Proyinzial-Land * hat in seiner gestrigen Sißung bei der zw“e1ten Yemthungtag '

Kaligeseßes einstimmig folgenden Antrag der KWMlsfion angenommen: .

„Oer Provinzial-Landtaa wolLe beschließen: 1) den von StaakHre-gierung Vorgelkgten Ge skyentwurf 81] 5100 anzunehmen, Staatsregierung die Erwartung auszusprechen, dq der M' für Handel und (Gewerbe bei _Anwendung_ der tm durcb §1 Ziffer 7. des Geseyes _zu gewabrenden Bexugniß _auf die Verhält: nisse der Betheiligten tn gerechter und billtger Werse woblwöllendg Rückstcbt nehmen wird, 3) die Staatsregierung zu ersuchen, durch ein demnächst zu erlaffendes kesonderes Geseß den Betrkeben des Grund- eigentbumbkrgbaues die Yköglichkeit zur _Bildung von Gewerkschafte- dadurch zu gewähren, daß auf fie die Besümmungen der §§ 94 bi§134 res BCkggkskZL-Z vom 24. Juni 1865 Anwendung finden."

Württemberg."

Bei der gestern in Stuttgart vorYenommenen ießten Stichwahl zum Landtag wurde loß (Soz.) Mit 10700 Stimmen „egen ])1'. Schall (Deutsche Partei), der 8178 Stimmen erZielt, zum Abgeordneten gewählt. - Dj; Zusammenscßun der Kammer wird dem*„St.:A.f.W„“ zufolge nunmehr sZlgende sein: 31 Abgeordnete der Voikx

partei, 14 der Deutschkn und der LandeS-Partci, 5 diescn -

nahcstchcnde Parteilose und Konservative, 18 Mitglieder des Zentrums und 2 Sozialisten. _ Rechnet man zu obigen noch bie 23 Privilegierten, so ergiebt sich folqsndcg Parteiverhälfniß: 31 Mitglieder der Volkspartei, 30 der Deutschen und der Landes-Partci, 9 diesen nahestehende Partei- loss, 21 Mitglieder des antrums und 2 Sozialisten.

VraunséhtUeig. _

Ter Landtag getwhmigte gestern die RegierungSvorlage wegkn ortseßung der Kalibohrungen und erklärte fick) nut den Abnchten der Regicrung in dieser Frage cinvorstanden.

Reuß ö. L.

+ Jhrc Königliche Hoheit die Herzogin Max von Württemberg traf am 14. d. M. aus Regensbur , über LciFig kommend, zu mehrtägigkm Besuch am Fürstli en „Hof in reiz ein.

Hamburg.

Bei__den gestrigen Wahl en zur Erncuerung der Bürger: schaft nnd die beiden von den Sozialisten aufgestellten Kandidaten in Eilbcck und auf der Vcddcl den _Kandidaten der OrdnungSpartei unterlegen. Die Zu1anxmenzchung Zxthraktionen innsrbalb der Bürger1chaft bleibt fast vc") ig die

is crige,

' Oesterreich-Ungarn.

Tas gestern in Arco ausgegebene Bulletin Üb?!" das Befinden dcs Erzherzogs Albrecht lautet:

Tas abendlickpe Xteber ist gegen Nacht gewichen; Nach1s :vénig Schlaf, häufiger Huksten, rcichlicher Auéwurf. Jn dsr entzündeten linkén Lung? hyginnende Lösung, in der rechfen Lunge katarrbalifche Erscheinungön. Temperatur 37,2, Atbmung noch bcfchcunigt; Puls gut: 84 Schläge, Kräftezustand ganz befriedigend, subjt-ktives Befser- befinden. Professor Wiederbofer. StabSarzt Hübs.

Den Tag Über. dauerten die günstigeren Erserimmgcn ohne wcsentliche Störungen fort. Abends trat mteder cin mäßiges Fieber auf bei befriedigendcm Kräftezustand.

Dis Erzherzogin Elisabeth ist gestern Vormittag von Gries bei Bozen in Arco eitZJetroffcn und am Bahnhof von den Erzherzogen Ernst, 5 ainer und Eugen empfangen morden. Professor Nothnagel aus Wien ist infolge von Verkehrsstöwmgen durch Schneewchen erst gestern Mittag in Arco eingetroffen.

Der l) ö Hmisch e L andta g beendete gestern, wie „W._T.B.“ bscicbtct, die Budgctdcbatte. Der Titel, wonach die1echn

, Schulen von 0?" Subventionen ausgeschlossen werden sollen,

in denen dsr UnterrichtHsprach-x nicht mächtige Kinder auf- g€nommen wixrdkn, myrde mit den Stimmen der Deutschen und des Großgrundbesßcs gegen die der Alt: und Jung- czcchcn abgelehnt. _Ter Antrag des Grafen Schönborn, dcn Lanchaussckwß zu beauftragen, im Einvernehmcn__1mt der Regierung Maßnahmen zu treffen, welche die Etnxub- rung des obligatorischen Unterrichts in batch Landessprach er_1_ an den Mixtclfchulen bezwecken, Wurde an die Vudgctkommisnon verwiesen.

Jm ungarischen Unterhause erklärte gesikrn dcr Finanz:Minist-:r von Lucacs bei der weiteren Bcrathuyg des Budgets, das SpiritUSMonopol werde frühestens tm September 1896, wahrscheinlich aber erst im Scptxmhet 1897 cinqkfübrt wcrdkn. Weiter tbeilte der thlikk mit, in Schemniß sei man auf eine Silberader_ ge- stoßen, die rc-ick) goldhaltig sei; dies mache den staatlichen Bergbau wieder lohnend. Was die Vankfrage angehc, so werde: diese, ob mit ob ohne die österreichisch:ungarische Bank, ]?de7 falls im Jntcrc-ffe der ungarischen Volks"1virtk)schaft_ gelost werden; gegenwärtig ständen noch Verhandlungen _mtt der österreichischen Regierung bevor. Bezüglich dsr Borscnsteuer werde dkm Hause bald eine Vorlage zu ehen. _ „_

Der ehemalige Honned-(Heneral rthur Gorge» nt schwer erkrankt. ,

Großbritannien und Irland.

In der gestrigen Siyung des Unterhauses the_iltc _dcr Präsident des Handelsamts Bryce mit, er habe; e_m_ TCW“ gramm aus Lowsstoft erhalten, demzufolge der Kaprtan dk; „Free Lance“ berichte, ein Mast dcs Wracks der „Elbe set Über Wasser sichtbar. Das Telegramm sage nicht, ob der Mast in aufrechtsr Stellung set. - “Dkk Parlamentssekrctär des Auswärtigen Sir E. _ Gk?!) erklärte, soweit ihm bekannt, sei eine ustxmmung dcr Großmächte zum Uebergankz des Congotaaxß 0" Belgien und zu dem soeben pub izierten belgisch-franzOUsck)?" Die britische Regierung habe.,noch keine offizielle Mittheilun von den Abmachungen ztmkche" Belgien" und Frankreich un wischen Belgien un_d dcm _Congo- staat erhalten. Das Vor aufSrecht Frankrßtchs sel VN? England nicht anerkannt worden. Hinsichtltcb des Wes_1_- beckens des oberen Nil habe England kein Abkommen mk Frankreich getroffen: das einz' e Abkommen_ betreffs 1311?

renze Sierra Leona's. Bezüglt der bulgar1schen_ “Y? frage äußerte Sir E. Grey, den finanziellen Y_eduk7k"§st;1 Bulgariens habe der 81/2 prozentige Eingangszoll m tgenUg- Bulgarien habe daher eine Zollerhöhung auf 15 k93- "oel; geschlagen; die englische Regierung habe nach_UnterhandlunL__ in eine Zollerhöbung auf 101/2 Proz. eingemtlltgt, doch UKW,“ Bedingung der Mctstbegünstßgung für britische Wanken. d:" Abkommen sei auf eine zweijahrige Dauer verembart war “3 bis ein permanenter Vertrag abgeschlossen sel. Ferner

Abkommen nicht erfolgt.

klärte Sir E. Grey, unter der_ muselmanischen Be- »ölkerxxng von Marasch [olle eme gewjffeBewegung gegen die Cbrnten hervyrgetrcxen sem. _Dt'e_ eng11sche Regierung habe die Pforte auf _dte dorngetz Yerhaltmffe und auf die Zustände in anderen Theilen Y_es thaxets Aleppo aufmerksam gemacht. Eine Untersuchung sc _ zugssagt worden. Bei der darauf fort- gesetzten Adreßdebatte beantragte Chamberlain ein Amendement, welches besagt: E_s _nndcrspricht dem öffentlichen Jntsreffe, unter Fuhrung der Munster die Zeit des Parlaments der Erörterung von_ Maßregeln zu widmen, die nach den Er- klärungen der Mmuter keine Aussicht haben, (He-"eß zu werden, während Vorschläge, die ernste konstitutionelle Ver- änderungen mvolmeren, angekündigt worden sind, über welche die' Anstcht „des Parlaments sofort eingeholt werden sollte. Redner crklartc, de'_r_ Zweck der Opposition sei, die ge- sammte parlamenZarnche Taktik der Regierung, besonders das neucstc Wablmanovcr, das unter dem Namen „AnfüUen des Bechers dcs Oberhquscs“ bekannt sci“, anzufechten. Das Manöver bezwecke Zettuergexxdung und damit eine Verwirrung der Fragen und eme Vexzogerung der unvermeidlichen Ver- urtbejl_u_ng dxr Hauptpolttik dcr Regierung. Obwohl die Opyosttmn nght hoffe, die Regierung zu stürzen, beanspruche sie, ihre Sache dem Lande vorzulegen. „Homerule“ ssi noch die Hauptpolitik ' der Regierung und zwar eine „Hmncrule“, _die hmtcr der Vorlage von 1893 nicht zu- rückbleibe. Offenbar_ «laub: die Regierung nicht, daß das Land diese Hauptpolttik unterstüße; sonst würde sie an das Land appelliert haben, nachdem das Oberhaus die Homerulc verworfen habe, und wenn dann dieser Appell zu Gunsten der_HomeLule entschieden hätte, so würde dem Oberhausc ein gröscrcx “&ckan verfeßt worden sein, als durch irgend eine Resolunon mog11ch sei. Y_Oas Land bezeuge, es wolle das Oberhaus nicht dcé-wegen abschansn, weil es em Jroßes Hindernis; für Homernlq set, u_nd s o werde Vl'ksllcht, durch .lnfüllen des Bechers“ den Strett mtt dcm Oberhause anzufachen. “Die Regierung sollte den Wortlaut ihrer Resolution gegen das Oberhaus vor- legxn, damit das Land darüber aufgeklärt werde. Der Staats: scktctär des Innern AEquitk). betonte; das; dies bereits der drittc Versuch eines MißtrauenSvoUtms während der 'eßigen Ndxcßdebatte sei. Die Regierung halte sich für vcrp ichtet, diejenigen Maßregeln voxzubxingcn, die fie den Wählern unter: brthct k)a_be_, und die anläßlich der aljgkmcinen Wahlen von 1892 gcbtUtgt worden seien. Dic Waliser Kirchknbill sei eine dichmerule-Wrage das_ Unter aus passiert habe und ihrer schlie lichen LöLsung merkltck) näher gerückt sei. Das Oberhaus que der liberalen Regierung nur die Lösung nicht um: strxttcnsr Maßregcm Überlassen, ihr aber die Bcbandlung großer Maßregsln versagen. Solange die Régierung das Vér- trcmsn des Untyrkmnses befiße, werde fie ihre bei den Wahlen übernommene Aufgabe durchführen.

Italien.

„W. T. B.“ _meldet aus Rom, den dortigen Blättern zu: fylgk seren uber du: Erwiderung des Besuches des eng: Ztschen Geschwaders durch ein italienisches (He- 1_ch r_va_der folgende Bestimmungen getroffen worden: Das txaltemsche Gefchwqder werde aus drei Sektionen unter dem Kommando _des Vize-Admirals Accinni bestehen und die fol- gendext Schiffe umfassen: „Ré Umberto“, „Sardegna“, „Jtalta“, „Andrea Doria“, „Aretusa“, „Rug ero di Laurin“ ZMF „San Martino“. Der Besuch solle im Juni d. J. statt- nn en. . _ Dte „Politische Korrespondenz“ konstatiert auf Grund von Jnxormattonen von kqmpetentcr Seite, daß der gegenwärtige AustZnthglt de_s Kardtnals Grafen Schönborn in Rom 1hat1ächltch mtt der Frage des Antif emitiSrnus und der mit demselben _verbundenen christlich-sozialen A itation in Oesterretch zusammenhänge._ Jm Vatikan estreite man dyrchaus, daß das vom Kardmal Rampolla an den Prinzen Ltchxensteiy vyr der Versammlung der Wiener Christlich- Soz_1aler_1 _m Linz gerichtete Telsgramm eine Ermuthigung des Apttsemtttsrtzus _oder eine Gutheißung dieser Ziele bedeute. Dre ggnze blSHLklgL Haltung des Heiligen Stuhls schließe eine dxrartrge Auslegung schlechterdings aus. Es sei wahrschein- [1„ch, daß man dem Kardinal Schönborn Aufklärungen in ptescm_ Sinne eben one, die den Zweck verfolgten, den Östxrxetchtschen iskopat über die wahren DisPofitioncn des Hctltgen Stuhls zu beruhigen.

Spanien.

Jn Pgris eingetroffenen Nachrichtcn aus Madrid zu- fOLJL h_at stch der König eine leichte Erkältung zugezogen.

Dre Kammer hat 111 ihrer vorgestrigen Sißung mit245 WM 3 Stimman die Reformen für Cuba cnehmigt.

Zorilla ist, wie die „Köln. Ztg.“ erLZährt, infol„e der von den Cyrtes genehmigten Amnestie vorgestern aus aris Mä) Spanten abgereist.

Lybcnsfrage. Homerule sei Oagech jeßt keine LebenSfcage, da

Schweiz. 50er Bundesrath hat neuerdings die Ausweisung VM funf in Lugano wohnenden Anarchisten beschlossen.

Luxemburg. __Die Kammer hat gestern nacb sechswöchiger Berathun eknstlmmi das Budget für 1895 angenommen und siag) htcrauf bts nach Ostern vertagt.

_ Türkei.

DU? „A enzia Stefani“ meldet, es sei den zur Unter- suchung der ' o_rgänge in Armenien entsendeten Deleqirten ?“.lUUJM, uxichxtge Aussagen von Augenzeugen über die Meße- eten tm Dtstrtkte Sasun zu erhalten,

Schweden und Norwegen.

Das St_orthing bat nach einer Meldung des „W. T. B.“

aus Chrtfttanéa gestern mit allen Stimmen der Linken

YIM die .der Rechten und der Moderaten die Wahlen in nskerud und Stavanger für ungültig erklärt.

Amerika.

Das Finanzcomité des Senats hat, wie „W.-T. B.“ aus Washmgxon berichtet, über die vom Repräsentantenhause JeneYith Bü], die Differentialzölle auf Zucker auf- Yk)? , emen_ ünftigen Bericht erstattet. Aldrich bekämpfte K!? Bill und qurte aus, es wurde nicht klug sein, Deutschland

onzesfionen zu machen. Asien. S [Der „Times“ wird aus Chefoo die Nachri t von dem w.edbstmord des Admirals Ting besteßtigt. Dem elben Blatt djxr _gemeldet, da der enyuen“ 1eßt das emzige noch nßfahige chineßs e Schiff ei.

Me ]apanischen Blätter bestätigen, daß Li: ung- Tschang und der Prinz Kung zu außerordent ichen Gesandten für die FriedenMnterbandlungen ernannt seien. Ems offi ielle Bestätigung stehe noch aus.

Na_ einer Depesche des Amsterdamer „Telegraaf“ aus Ba_tav1a wäxe in der Gegend von Tjambea, Refidentschaft Bt_ntenzorg, eme Verschwörung entdeckt worden, welche die Ntedermxselung der Europäer und Chinesen be- ztyecke. Dte Häupter der Verschwörung und 50 Mitschuldige yeten verhaftet worden.

!Australieu. .

In San Francié-co ist dem „W. T. B.“ zufolge die Ngchrtcht aus „Honolulu eingetroffen, daß die frühere Königin Ltltuokqlant_am 5. d. M. vor ein Kriegßgericht gestellt mo_rden scx. SU? habe erklärt, keine Kenntniß von der revo- luttonären Bewsgqng gehabt zu haben, außcrdkm aber die Kompetenz des TUbunals nicht anerkannt. Das Uriheil sei noch nicht verkündet.

Paölamentarische Nachrichten.

_Die Schlußbcrichtk über die gestrigen Sißungen dcs Retchstags und des auses der Abgeordneten befinden s1ch m der Ersten Bei age. '

- In der beuttgen (39) Ztßung dcs Reichsta s, melchcr d19 Staatssekretäre, StaatH-Mmifter ])r. v on B oetti er und Freiherr von Marschgll, sowie der Staatssekretär Graf von Posadowskr) betwohnten, wurde die Berathung des vqn den Abgg. [)x'. Friedberg, von Kardorff, ])r.__ Lieber und Graf von Mirbach in Betreff der Wahrungsfrage emchbracbten Antrags fortgeseßt.

_ Der Aba. ])r._ Sieg 8 (us.) bekannte fich als überzsugten An- banger der Goldwabruna nnd bekämpfte Von die'sem Standpunkt aus den_ Antrag, dessen_ Ananme zwar formell dkr Entsckzeidung über das WabrungÖsxstem nicbt prajudiziere,_ abcr doch xxach außen hin den Anschsin erwecken wuxde, als wchrde die be7tehcndc Währung als den Interessen 1783 Deutjchn Rerchs nicht entsprecbknd erachtet. Nack) 1x'mer Ueberzkug_ung denke England “an ksin-c intsrnationalc Ver- etnbarung bebuxs Einführung des Bimetallismus. Die Ueber- schw9mmgng des Landes mit Silber im Faak dkr Einführung der DyrpclryaHrung wsrde zaßlréiche' Untcrnsbmungcn ins Lkben ru“s_e_x1, dre tnfolgc kcr dann auftretkndcn UebsrvrodUktion bald in cin? Krms LLkatan würyen.

(Schluß des Blattks.)

- In der yeungen (22.)_Sißung des Hauses der Ab- gqordnetcn, welcher der Mmrster des Jnvcrn von Köller bcxxvohxxtc, _ warde dic zwsité Bcratbung de's Etats dcs Mtntytertums des Innern fortgefexzt.

Abg; Knchl (r]l.) wiks (1117 Die _yiclfachen Bestrebungkn 17171, die fich auf I"? Nkorgantyaxton des Sparkamcnweskns richten, und rsgts an, dxe Revqwn dsr rroyxnzisllcn_Sparkaffstrbändé von Staatéwegsn zu o_rgamfisrcn. Es“ 121 dann yxcÜeicht euwfsfylenswch, disstaat1ichen Revrsoyen_aus den Sparkaffen-Rendantht zu wäblcn.

_GLHUMLL OberZNegierungs-Ratb yon Knebel-Döberiß envtdcrte, _daß das Mintstxrium des Innern disskr Frage bereits Uäbék getreten_ser. _Da aber_ dre einaefordertßn Berichte der Obst - Präfi- denten_uber eme dßrarttgk Revision sebr vsrschiedén ausgefallen seien * befurwortend hatten fich nur die Ober-Präfidenten von Hannover und_Westfalen ausgesprochetx - habe das Ministérium Eincn ent- scheidenden eqschluß noch xncbt fassen können.

Abg. Frejberr Vor] thhtbofen-Jauer (kons.): Jn dcr Vcr- waltung der Standesqmter haben sich einige Uebelstände gszeigt. Paß das Geseß übkr dl? Bkurkundung des Pcrsonenstandes von 1875 uberhaupt reformbedürfttg _ist, und daß die Bkdenke'n gkgen dieses Geseß in den [eßterx zwanzig Jahren nicht géréngkr, sondErn größer gewyrden sind, darauf will ich heute nicht näher eénqcben. In dcn ländlickzcm Beztrkxn smd die Gutsvorsteber, in (eincn Gemxindcn dis Gemetnde-Vorsteber oder Schöffen verpflicbtkt, die StankkÖath- Verwaltung zu führen. Diese haben dazu nicht gcnügcnd 35-11, und dre Verwaltung leidet daruntkr, oder sis nsbmcn Mb dic :“;th unO dgnn_ leidet die Wirthscbaft. AUßEsdSM find die L:?utk in den landlrchkn Bezirken _ oft gar nicht fähig, dis Geschäfte rss Standesamts zu führen. Das kann in viclsn FMM 511 großen Gefahren führen. Es würdc zjvkckmäßig sein, die StandeSamtsbezirke zu Vergrößern, sodaß wcnigcr Bsamtk nöxbig ssiem und dann nur kundige LCUTO zur Vcrwaltung eran- zuzlében. _Vielleicbt würdc _SZ fich auch empfehlen, wenn die Amt:?- gericbte _dte Standesamtsgesäyäfté übernähmen. Dsr Entwurf des Bürxerl1chen (Hesesbuchs sieht auch Normen für die Ebesckolisßung und tbe'ikweise Abänderung des Personcnstandsgeseyes von 1875 vor. Meine Parteigenossen im Reichstag wsrden bci di-scr GLngcnkyeiT Bedenken _gegen das Geseß von 1875 geltend machen,

Minister des Jnnkrn Von Köller crkannte den Klagkn des Vorredners eine gewiffe Berechtigung zu. Die Einrichtung größerkr StandeSamtsbezirkc würde abkr das Publikum )ebr bclästigxn, das dann gezwungen sein _würde, Weite Wege zum StandeSamt zu machkn. Schon jetzt lägen Klagen nach dieser Richtung Vor. Die Heran- ziehung von kundisen Beamten würde die Staatskasse belasten. Dik- Amtsgerichte könnten nicht in Frage kommen, weil den 1300 UMTS- gerichten 12 000 Standesämter Kegenüberständen.

Abg. Seyffardt (nl,) wünschte eine größere Uebereinstimmung der Armengese gebung in de'" einzelnen de'utschcn Staaten. JU Elsaß- Lothringen ge te das_ Unte'rstüZungWobnsitzgesey z. Z. noch nicht. Wohl sei dicse Gesetzgebung Sache des RUÖÖ, das reußifche Abgeordnetenhaus aber habe? das Recht, Von dsn preußischen kimstern zu fordern, daß sie für gleiches Recht und gleiche Pflicht in allen deutschen Staaten einträten.

(Schluß des Blattes.)

- Bei der vorgestern im 10. SchleSwig:Holfteiner Wahl: bezirk (Steinburg) vorgenommenen Ers a wahl für das Haus der Abgeordneten erhielt der ofbesißer Engel- brecht (fr. kons.) 183 und der Hofbefißer Reichstags-Ab: geordß1letter Thomsen (steif.) 33 Stimmen. Ersterer ist sonzit gewä .

Kunst und Wissenschaft.

Im Verein für deutsches Kunstgewerbe Lprack; am Mitt- woch Abend der In enieur der Allgemeinen Elektriz täts-Gesellschaft in Berlin, Herr ichard Opitz, über die Anwendung des elektrischen Stromes für gewerbliche wecke. Redner er- läuterte zuerst in sachlicher Werse die tbeoreti chen Prinzipien der elektri chen Kraftübertragung und rexglicb dann diese moderne Art des Fabri etriebes mit jenem, wo die Kraft mittels Wellen und Riemen ubertragen und vertbeilt wird. Hervorzuheben ist besonders die Objektivität, mit welcher er die Vortheile, aber auch die Nachtbeile beider Betrieböarten rückhaltlos erläuterte, und wenn er schlie?- lich doch bewies, daß die elektrische Kraftübertragun mebr Vortbei e biete und bini er zu arbeiten ermö liche, so verfeßlte er nicht, zu betonen, daß d e von ihm vorgebra ten Daten und iffern deshalb

Lo günstig seien, weil er fie ank die Berliner Verbä tni e bezo en abe, wo die Berliner Elektriz tätswerke zum Motorenb eb e ek-

txischen Strom zum Preise von nur 16 „.I für 1000 Wattstunden l1efe_rten. Auch würden di_e Motoren selbst gegen bi ies Entgelt derltxben,_ ugYwenn auch dre Anschaffungspreise für CinzelZetrieb noeh yexhaltntßrpaßtg boch seum, sq säen diesklben durch die Ersparnisse bet_m Bettteb doch bald amortzfiert. Redner erläuterte dann die ver. schtcdßnen Vsrryendungen elektrischer Motoren und wies insbesondere bin auf dre V_or_tlxetle, welche transportable Motoren bieten, demonstrierte an den vcrrchxedenstext Modellen :oie Vern*er:dung dc-r elsktrischen Kraft bQi Handbohrern, Venttlatoren, Nabmaschinen u.s.1v., zeigte, wie man die )ebr schnell laufenden Elektromqtoren zu noch scanÜLken, aber auch zu ganz laygsamknR-Ztattonen zwmgkn könne, bkwies Experimentell, wie man_ du: Elektrtzttat zurn Kqchkn und zum Erhisen von bäußlichen ©2ra1ben_ der_rUendet,_ und zetgte Endlicky die Anwendung der Elektri- Eat tm_axztltchen Dienst, woxür die Firma Reiniger, Gebb'ert und

Schall etmgeApyarate außgestxllt _battk. Dié fich anschließende Dis- ku_ssion und die vrelfgchxn erixchcnsragcn bewiesen, daß dem inhalts- r€tch€n Vortrag all'ettrgss Jntérkffe entgygkngebracht wurde. Für denselbexx hatte der Redner Eine bésktxkkkk Leitung Von den Straßsn- Yahcln b:_s xn den Saal_ legen (affen, um die starkkn Kräfte, dis er zu Yemen Vtklsachen_Expkrtme_nten brauchte; zur Verfügung zu 5115811: auch ba1te er _eme vollstandig? Sammlung aller Bestandtheils aus*- gelkgt, dre zu ernst kléktréschen Ankage nötbtg find.

DLX _Vorstand des Véreins für deutschs Kunstngrk-L bestsbt nacb den_m den Generalverfammlungcn vom 16. Januar und 8. FS- bruar fur dgs Jahr 1895 ergenommcnk-n Wab1en aus folgsnéen Herren“: Vorxxßendex: Karl Honacker. “Architekt; Erster Stellvértrkter: OttLC-Zbulz, Fabrtkanx; Zweiter Stellvertxstc-r: G?Scimer Hofrath _E Schwer; Schaßnx€nter: L. P. Mitterdorfsr, Fabrikant; Schrift- subrer: W.Q_uebl, Btldbausr und Fabrikbsfißkr; (&?th StsUVcrtrxt-ér: Ernst Flemmm „_1. Lehrer der städtiscbén kaeskhals: Zweitkr Stel]- vsrtreter: _W._ lksck), _JUhabcr d€r_ BerlinLr Gobelin-Manufaktur: AussckZußtzntglteyer; Hemrtch Göbrmg, Vertrcter dsr AUgemeincxi Elkktxtztxats-Gc)ellschaft; Ludwig Lüdtks, Tischlkrmxistkr; A. Müller, Faßrtkbsß er; OWL Rau, FLbrrkbxfitzer in Firma Msisenbacb Riffartb u. Co.;_ x_tdolpb Schaake, Schlonsrmeistc'r: Louis Schluttig, GOTT- waarensabrtfant.

_ - Für dieJahreSausstellung der Män €n€r KünULr- Genosseyscbast im Königxichsn (HläÖPalast ist wtedsr die Zei1t Vom 1. Jun: bxs Ende? Oktober m_ Aussixbt gxnommen. Als letzter An- meldeterxmg rst der _15._Aprc[, als Einlisfsrunngrist die ZLit Vom 10. Arxxtl bis 1. Mat_f€1tges€ßt. An all? answärxigen Kunstinstitutk und Kunstlexkorvorqttoncn _find die Einlaknngcn zur thbeiliqunz eréangtxn und zahlre'tcbe Zujagen hervorrascnder Künstler bkrsité 8111- ge ang .

Verkehrs-Auftalteu.

_Uebxr erxcbrsstörungcn, dis durch dic? Wittsrungs-

yerba1tntff8 Verur1acht wurden, bezw. dxren Bcssitiguxxg, licgkn kwutk folgknda Meldu_ngen des „W. T. B.“ Vor: ' __ Nach amtltcher Bckanntmackyung find die Strscken Ber_ 811"- Krsxmpasx und Vcrgen-Lau_tcrbach WLJLU Schn€€Mr1veLungcn hrs a_uf wezterks gesperrt. - Dl? Stréckc Anklam-Stralsnnd tft Meder fahrbar. _

Wegen dur durcb EissYere in dsr Ostsee bkrvyrgkrufsnén UNTIL- bréckzuzjg der_ Datnvferverbmdgng ernemünd-Z-Ejsxssr Mrdm: dix Nachtxchr1el1zugc 72 und 73 zwiychn Wart: smsmdc und Ncast ké'11Z bxs auf wexteres ntcht gsfabrcn.

_ Kopßnbggcn, 15. Februar. Starker Ostwind treébf S*?Ute 1chweres Ské'kls vondem Hafen von EijLrs; ksewärts. Der Hafen ist somix für Exportdampfer wisécr pasfierbar.

_ Wren,_ 16. Februar. _Jnfo1ge von Schnekverwebungen ist dsr gejammte Vkrkker und_ theilweixe der Güterverkehr auf mehre'rsn Lokalstrkcken 111 Mahrer) und'Scblesien Eingesteüt; in naim (sx ds_r Vcrkcbr mxt dcn umliegendén Ortschaften wc Ln SchneeZurms ganz11ch_unt€rbrochcn. Zablrßicbe Fubrwsrke und «Ölittcn find in wsxschnetten Hohlwsgén versunkcn. Einzelne Dörfe'r smd im Schnke fast unsichtbar.

Budapest, 15._ Fsbruar. Jnfolgencusrlicher Schneeherwebungen

werden aus verschtcd€ncn Landssthcilen vi-Zlfacbe Verkshrs- störungen gemeldet. .___ K_o11stantinop_c[, 15. Februar. Infolge neuerlicher Regen- gume ist dsr Ardg kus; angésckpwollen. Die Provisorischen Vorrich- tmng znr Ermög[1_ ung des Flußübkrgangs für Bahnreisende bei 17-371 «111thij Sufir und Babaeski wurden Mggkriffen. Der Eiskn- ['akznvkrkcbr ist unterbrochen

_ Laut T_Telleamm aus .Hcrbcstbal ist die erste eng- lixche Post Uher Ostende vom 15. Februar ausgeblieben. (Brand: Zugverwätmtg in England und Belgien. Die zweite englische Pott 11er Ostende ift UUSgeblieben, weil die Dampfcrfnhrt Dovsr-Ostendc wegen Sturmes ausfiel. Die dritjc englische Post Über Ostende vom 15. Februar ist wegen Sturms auf See und Zugvcr pätung in Belgien aus: gcblicben. Laut_ Tclsaramm aus ock) ist auch die erste englische Post chr Vlissingen vom 15. Februar aus: gcblieben. Grund: Starker Ostwind.

Bremen,_16.Februar. (W.T.B.) Norddeutscher Lloyd. Der Reichs-Postdampfsr .Habsburg' Hat am 13. Februar Nachts die Reise vvn Genua nach Southampton fortgesetzt. Der Schnell- dampfer ,Werra“ hat am 15. Februar Nachmittags die Reise von Neapel naeh Genua fortgcse 1. Der Schneüdampfer „Kaiser Wilhelm 11.“ hat am 14. xebxuar Nachmittags die Reise von Horta nach NEW : York fortgefsßt. Dcr Reichs = Postdampfer „Bayern“ hat am 15. Februar Vormittags dieRcisc von Neapel

nach Port Said fortgeseyt.

_ London, 15. Fehruar. (W. T. B.) Der Castle-Dampfer „Arundel Castle" tft heute auf der Außreife von London ab- gegangen. Der Union-Dampfer .Moor“ ist gxsteru auf der

Heimreisx von Kapstadt abgegangen. Theater und Musik. *“

Konzer te..

Der dritte Klavier-Abend des Hcrrn Eugen d'Albert fand

gestern im Saal dür Sing-Akademie unter sehr zahlreicher Ve- theiligun des Publikums statt. Die Sonate (0x). 5) in fünf Sätzen von BraJms, eine Tondichtung für Klavier, deren Andante durch die Worte erläutcrt wird: „Der Abend dämmert, das Mondlichtscbeint, es find zwei Hérzxn in Liebe Vereint und halten s1ch selig umfangen“ - eröffnete den Abend. Unter unsern Virtuosem gelingt es wohl keinem wie d'Albcrt, die Gedankentiefe der BrabmS'schen Kompositionen so klar und interessant um Ausdruck zu bringen. Sein energischer Anschlag und die leichte eberwindung der bedeutenden technischen Schwierigkeiten kommen ibm hierbei sehr zu statten. Liszt's U-moU-Sonate in einem Saß, Weber's 35-61»- Sonate und Cbopin's Sonate 0x). 58 folgtén diesem Werke. Der Vortrag dieser dreiÉleichfalls umfangreichen und inbaltvollen Sonaten war ein in jeder eziehung vollendeter. Rauschender Beifall folgte allen künstlenschen Leistungen des sehr interessanten Abends. Die Gesanglebrerin Helene Jabncke gab zu glei er Zeit im Konzertsaal des Klubhaus es Potsdamerstraße 9) em onzert mit ihren Eleven und Elevinnen. esangs-Quartette wechselten ab mit Arien und Liedern dcr einzeln hervortretenden jungen Talente, deren ro e Anzahl ibre spezie e Erwähnung unmöLlic-b macht. Alle ei ungen der Vortra enden ließen gute T_onbidung, meist reine Intonation prä ise Zugsammenwirkung und emgebende Ausdrucksweise erkennen. Es fe lte daher auc? nicht an aufmunternden: Beifall.

Die Pianistin Frau Ma eleine Astor a in Yotsdam ver- anstaltete dort in der vorigen Woche im Saa des afé Sanssouci ein von der vornehmen Gesellxchaft der zweiten Residenzstadt zahlreich

besuchtes Wobltbätigke ts-Konzert zum Besten der Armen. Ernste klasstsche Werke von Bach und Beethoven