1895 / 44 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 19 Feb 1895 18:00:01 GMT) scan diff

aus un dabei ist allerdin 5, da die als E x_ur Auf- gabxeykoßtmenden' Reiseutensilßen m einem Henke Griff oder irgend einer sonfti en Handhabe versehen sind, an welcher der Leder- riemen mit der Bßecbmarke bexestigt werben kann. _ Es em fieblt 1ch ferner, die einzelnen Gep ckstücke mtt_Namen und Adre e des

'gentbümers zu verse en, was am zweckmaßtgstexi durch ein an dem Griff jedes Gepäckfiü s befestigtes kleines; Lxdertascbchen, 11) welches die Visitenkarte des Cigentbümexs bmemgesxboben_ wird, ge- schieht, eine Einrichtung. die _ namentlich in England und Amerika allgemein üblich tft und auf praktiscbste Weise allen Verschleppungen vorbeu t. _ Indem wir quf dre im Inseratentbeil'befindlicbe amtliche ekanntmachung verwerfen, wollen wir nicht verfehlen, den Lesern anheim zu geben, den Beamten die Handhabung des neuen Verfahrens du_rch i_bunltcbstes Erzi egenkoxnnxen nach Möglichkeit zu erleichtern, damrt dtxser erste nt tunwrchttge Versuch einer bequemeren Abfertigurzgßwetse yon dem erhofften Er- folge begleitet ist und die fragliche Einrichtung recht bald wetter aus- gedehnt werden kann.

Breslau, 18. Februar. (W. T. B.) We en Schnee- verwebungen ist der gesammte Verkehr au_f den [chlests en Er_enz- bahnen Kriegsdorf__Röm€rstadt, O_lmuy__Jagerndorf und Ziegen- balZ-Jägerndorf ans unbestimmte Zen emgestelLt. _

Hamburg,18.Februar. (W. T. B.) Hamburg-Amertka- nische Packetfabrt-Aktien-_Gese!lschaft. Der Postdamvfer . Scandia ist gestern Nachmittag in New - Yor_k emgetrqffen. Der Postdampfer . Pbönicia Hai gestern Nachmtttag S c ill 1;

as iert. _ p sLondon, 18. Februar. (W. T. B.) Der ULton-Damvfer .Mexican“ isi ans der Außreise Sonnabend von O_outbampton, der Union-Dampfer .Guelpb“ Von den anartschen Ipsexn ab egangen. Der Union-Dampfer .Tartar ' ist auf der Hler§1s€ ge tern in Plymouth angekommen. Dex Castle - ngpser . Arundel Castle ' isi Sonnabend aus der Außretse von So u t h a mp t o n abgegangkn. Der _ Castle - D_at_npfer . Ga ttb Castle“ ist Sonntag auf der Auér-xtse m Mauritius qngekomtpen.

Konstantinopel, 18. Februar. (W. T; B.) Dr_e Nachnch_t, daß die Orient-Expreß- und fabrvlcinmaßtgen Zug_e_ nu_r his Mustapha Pascha verkehren und die Reisenpen dort _eme sunfiagige Quarantäne durcbzumachen haben, ist vastandtg unbegrundet. _Sobgld der Eiscnbabnverkebr wieder aufgsnommen wnd, nxerden_ die Zuge direkt ohne Unterbrechung Verkehren, nur _werdxn du: Reisenden gk- halten sein, ihre WagJons während der Reise nicht zu verlassen.

Hangoe, 18. Fe ruar. (W. T. B.) Der Dampferverkebr

ist nicht behindert.

Theater und Musik.

Konzerte. _ _ _

Der U11.Svmvbonie-Abend der_KöntZlickyen KaYellx, am vsrgangenen Freitag, gestaltete sub zu Liner wurdtgen Gebachtniß- feier für Richard Wagner (gestorben 13. Februar 1883). _Etngelextst wurde diesklbe durch Bketboven's, dem ._Andenkcn_ eines großen Manneé' gewidmete 3. Symphonie „Eroxca', b€l_ deren Aus- führung der Dirigent, m_ Kavexilmeister Weingartner, namentlich dem Finale dur crgexiartzge _rbytbnxrscbe und dyna- mische Gestaltung eine besonders e_mdrmglicbe Wirkung zu _geben wußte. Dann folgten ausschließlich Wcrke des arbßcri Dichter: Komponisten, und zjvar die .Faust-Ouberture“, das .Stegfrtek-del] und das Vorspiel zum .Parfifal“ mti dem §Schluß des 3. Aktes. Das letztgenannte, hier zum ersten Mal zu (Hecht gebrachte Fragment war von erbebendstem Eindruck und gab der Feter emen xverbeboÜep Abschluß. Die Kapelle setzte unter L_eitunques vbrtrefflixben Dm- gknten ihr anzes Können ein und verxicntdasur unexngcscbranktes Lbb.

Die K aviervirtuofin cFrau Marte R o_ger- Mic [ o 5 aus Parts, welYabereits im vori en ?Jabr bier_konzernerie, gab ch Sonnabend im al der Sing- kademie mit dem Phübarmomschen Orchester ein Konzert, das nur Vorträge moderner_ frqnzosiscber Kbuipositwnen darbot. Die Künstlerin, die es sich in ihrer Lebxtbattgkett “am Pariser Konservatorium wie in ihrem öffentlxchen Austrxten dasexbst angelegen sein läßt, deutsche Werke der Neuzeit zu verbreiteg, verdient schon deshalb unser besonderes Interkffe. Das schon offer hier

an und wurde 'von der _ _ _ ein- gebendßm Verständnißaund voakommxner Sicherheit tm mkcben außgeführt,_ Eigens ften,die aucb m dem hier zum_ ersten a ge- spielten Konzert von Pierné zur Geltung kamen. Dteszs Werk, das der Kompofitionsweise Liszt's folgend, durcb Ehr rauschende O_rcbester- effekte für die Solo rtie ganz besondere Kra erfyrdert, enthalt em?" sebr anmutbigen S erzosaß, welcher auf Wuns i_vtederboltwurde. Em drittes Werk, das gletcbfallßzum ersten Malzu Ge or gebracht wur_de, wgr die .Afrika-Pbantafie' für Klavier und Orchester von St. _Sasns, m welcher die tonmaleriscbe Behandlung de_r Instxumente m der Va- riierung ein acber nationaler Melodie:!“ mit originellen Klangeffxktxn vereinigt er] eint. Außer diesen dreigröxzereti Wexken gelau tenauch etmge Solovortrage fürKlav er von Godard, Ptxrns, Pfxtffer, Ma enet und Cha- brier zurAuSsübrung, die meist durch gefallige Motive undpikanteRhytbmen fesselten und gleich den genannten Klawierkonzerten mit_ so anbaltxndxm und lebbaftem Beifall aufgenommen Wurden, _daß dre _unermudltcbe Künstlerin noch eine 11 abe gewährte. Daß Pbtlbarmomsche Orchester bkwies in den oft e r scbwrerigen Beglettun en der Konzerte unter éwfeffor Mannstaedt's Leitung eme ane ennenswerthe Stand- a ti kéit. _ _

! ?Oie Konzertsängerin Frau Jettka Finkenstenx trug Zu ihrem gleichzeitigen zweiten Liederabend im Saal Bechstein Gesange von Bach, Händel, Beethoven, Mozart, Haydn, Schubert, Schumann, Rubinstein, Liszt, von Bülow, Wagner, A. Becker, Leßmann, von Eulenburg u. a. vor, in denen ihre klangbolle un_d umfang- reiche Stimme sowie ihre warm empfindende T_luödruckswetfe sebr _zur Geltung kamen. Das zablreick) erschienene_ Publtkym spendeie lebhaften Bsifall, auf wslchen Wiederholungen einiger Lieder sowie Zugaben erfolgten. _

Jm Königlichen Opernbause gelangt morgxn C. M. von Weber's „Oberon' mit den Recitativen von FranzYuklner_zur Auf- führung. (Hürm von Bordeaux: Herr _Sylba, Ocherasmin: Herr Lieban,Rezia: Frau Pierfon, Fatime: Fraulem Rotbauser, Obxron: Fräulein Weiß, Zuck: Fräulein Deppe, Almansor: Herr Frankel,

oschana: Frau öße, Kaiser Karl der Große: Hm Stammer.) Kapellmeister Sucher dirigiert. _ _ _.

Jm Königlichen Schauspielhause w1rd_morgen der chWank „Zum wobltbätigen Zweck“ von Franz von Schontban undMGustav Kadelburg ge eben (Damen Schramm, yon MayburxÖ, Oxebach, Herren Bleu e, Ke ler, Klein, Link, Hartmann, Heryer, berlander). Hierauf folgt das enrebild .Die Dxenstboten“ von Benedtx._ _

Jm Friedrich - WilbelmstabUscben Tbeater ist M Erstaufführung der Wiener Posse „Em armes Madel“ wegen des fortdauernden lebhaften Besuchs der Vorstellungen von Zeller's „Ober- steigcr“ voxläufig verschoben worden. _ _ _ _

Die Kammersängerm Frau Jettka in_kenstein wird an ihrem nächsten 111. Liederabend (Saal Be ste_tn,_au_1 21. Febxxxar) das Programa: wiederum mit einerGrzUWe altxtaltemscher Gexange aus dem 17. und 18. Jahrhundert einleiten mid tm fexneren Verlauf des Abends Lieder klassiscbrr deutscher Komponisten sowie neuere Kom- pofitionsn bon Henschel, Sulzbach, Prock), Godard, Massenei2c.fingen.

«Me, fülftreng gehaltene zweite KMZerxin-Y SFF ;_;-Ile den

Ykannigfaltiges.

An Vermächtnissen und Geschenken sind bei d_er Haupt- stiftungskaffe des Ma isirats im Monat Januar d._ J. emgegczjxßen 1134038 „44, an KoFektengeldern 318,30 „46, aus 1ch1edömannts en Vergleichen 633,70 .“, zusammen 12 292,38 akk

Ueber die Witterung im Januar_d. J. berichtet dre „Stat. Korr.“ nach den Beobachiungen des Komglicchn Meteorologiscben Instituts Folgendes: Im Gegensatz zu dem heiteren und trockenen Januar des Vorigen Jahres zetchnete_fich der veYbffene Monat durch trübes Wetter und ergiebige Schneefalle axis. _ te Temperatur, die fast überall, in den westlichen Gebtetstbeilen bis zu 3T". urzier der normalen blieb und nur in Masuren un) 1 0 zu boch war, btelt sich fast den ganzsn Monat unter dem Gefrierpunkt; nur kurz n_ach der Mitte herrschte einige Tage lang Tbauwetter, welchem aber eme um

so kräftigere Tcmperaturabnabme folgte, sodaß der Monat mit stren em

Frostscyloß. Die Niederschläge überschritten mit Außna'hme einigerKü en-

enden übe'raU denvieliäbri Durchschnitt “um einen «Mühen Je fielen, ziemlich leichmäßix über den Monat bertbeilt, WMW größten Theile in orm von Schnee; nur ,um die Mitte des Manon traten Regenfäüe auf. Die Schneedecke, welche bis zum B inn der zweiten Dekade gewachsen war, an vielen Orten des ebeneneBknW, landes bis zu 30 am Höbe, wurde durch diese Regenfälle und die höhere Temperatur“ erheblich vermindert und nahm erst 'in der dritten Dekade wieder zu, um gegen d_as Ende des Monats vielfach ihr Maximum zu erreicbexi. _ -Dte Bewölktzn batte den Dezember im anzen l_loch wetter zugenommen, ledig ich die „ck seeküfte erfreute uh eimgex beixeren Tage._ äbrend der erste„ Dekade des Monats war dtx Wixxerung mxtst durcb“ Depressionen beeinflußt, die, zwischen zw_et Anttcyklonen _1m_ We_s_ten_ und Offen Europas gelegkn, ihren tiefsten Luftdrxzck meist 1m_1udltchen Mittel. Europa batten, sodaß nbrdlicbe und ösiltche Winde fur'Norddeutschjand ungemein Frost und baqfige Schneefqüx brachten. In der_ Weite:: Dekade machte sich der Cmfiuß emos ttesen baromxtrxsckzen Minimum; geltend, das, von den Britischen Inseln konimenb, seinen Bereich langsam nach Osten außdebnte, aber er1t um die Mixtx des Moxicxts einen Uebergan zu Tbauwetter und Regen berbxtfubrte. Dkk": warme

eriode Land jedoch schon im Anfang der dntten Dekade ihren Ab- chluß, indem von neuem ein Maximum, von Wesißn vorrückend, Line nördliche Luftströmun eiuseiteie. Nachdem zupacbst noch einj Depressionen wiederbo t_ Schneefalle Veranlaßt batten, nabm der Lu druck und mit ihm die Kälte Vom 25. an sch_nell zu, sobaß gegen Ende des Monats, W;) der Kern des Mäxtmums uber Skandinavien lagext9_

strenger Frost zur Herrschaft kam. Pos en, 16. Februar. _ Heute früh hat_ aus__ dem bjefigm Zentralbabnbof ein Zu1_amxxtensto_ß zwetex 11ch begegnender üterzüge stattgefunden. Hierbei entgleisten, kme die ;Pos. ngx meldet, eine Lokomotive und 8 Waggons. Von leßieren nnd 4 um- eworfen und stark b€schädißb chsoner) find nicbt verletzt. Der atetialschaden soll nicht un eträchtlich sem.

Schneidemübl, 19. Februar. Das KöniglicbeW Eisenbahn. Betriebßami Schneidemübl Hiebl Folgendes bckannt: ;_5n dem bon Insterburg kommenden cbncilzu? Nr. 2 e_nxgletsie auf der Strecke Golzow_Werbig der_ Po tchgcn infolge Schlenen- bruchs. Der Zu erlitt dadurch eme V_er_spatung von emex Stunde. éersonen find ni t verletzt. Die Bkscbadtgung von Maichgl ts! un- edcutend. _ Ferner: in dem nach Eydxkubncn gebenden Gchyell- zuge Nr. 3 entgleiste aus dsr Strecfc Munchebcrg_Trebn:Z dj: vordere Achse des für Tborn bestimmten Durchgangswagxns. Ye: .Zu erlitt dadurch eine Verspätung von 2Stund_en. Perwncn !md ni t verleßt. Beschädizung an Material jebr gering.

Lübeck, 18. Februar. Der Dampfer .New_a' (vgl. Nr.43 d. Bl.) isi nunme r gestern spät Abends durch den Etsbrkckxr „Travc' wohlbehalten in den hiesigen Hafen gebracht wvrden.

London, 18. Februar. Die Leiche des bei dem Untergan der .Elbe“ ums Lebkn gekommenen FabrikbesißersWalter S _üli aus Düren, für deren Auffindung eiiie Belohnung v_on 200 Pmnd ausgesetzt war, ist, wie „28.33. B.“ bertchtet, gestern ber Dun gxneß von dem Fischer William Tart aufgeftznden worden. Bet _ker Leiche wurden 5 Einbundertmarkscheine, eme goldene_Ubr, _em Ring mit der Inschrift „Emmy Schoellerk, 7 _(Hold-. 8 St_lbermunzen und andere Geéienstände vorgefunden. Dre Leiche hatte emen ,Elks' gr- zeichneten Keitungsgürtcl um.

Rom, 18. Februar. Heute und gestern herrschte wieder_außer- gewöhnliche Kälte. In der Nacht fiel das Thermometer auf :) Grad unter Naa. Die öffentlichen Brunnen sind eingefroren.

O r a n , 18. Februar.

Nack) hier ein ethgenen Nachrichten 871127, der am Mittwoch mit 19 Passagieren na licaxzte in See gßgangene Dampfer .Besos' bet der Insel Hormtges Schtssbruch

Man hofft, daß Paffagiereund Mannschaft gerettet find. (Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

t vom 19.Februar, Weber. Die

Welterbe i Morgens.

8 U . . Ober-Regiffeur

Stationm. Wind. Wettkr.

Bar. auf 0 Gr. Temperatur in " Celsius

5 9 C = 4 0 R.

OSO 2!wolkenlos

...... WM.? ba en . 5 : e e

SwckbolIU . WNW 2':bedeckt

Jparanda . N 4wolkenlos oskau . . . SW 1beiter s- COLJÖZUP . bedeckt beiter

wolkenlos Néch) Dunst 2) bedeckt bedeckt bedeckt

' beiter ft' Nebel Nebel

Belmuilet. . ' Aberdeen . .

und Gretel.

!UR1WMO»

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767 er . . . 770

vit . . . . 767 Zawburg . . 767

winemünde 765 Neufabrwaffer 764 Memel . . . 762

Fig . . . . 767 'nster. . . 767 KarlSrube . . 766 _ MGbaden . 766 Wolbg

Münch . . 764 SYnecZ) Tbenmis . . 767 Ne el

Valin. . . . 766 fti bedeck14) Wien.... 766* Snee

Breßlau. . . 766 Ne [

Je d'Aix . . 763 ; wakenlos _ ina . . . . 761 ;ONO . bene: Triest....z 762 ;ONO _4

Niemann.

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- Olé) IWWWQOWQQ k-“LRlQQ-dtOtC-W

bedeckt Sz), Reif. “2T Reif. 3) Nachts Schnee. 4) Gestern nee.

Uebersicht der Witterung.

Eine Zone hoben Luftdrucks krftreckt sub süko1t- wärts über Deutxcbland binau_s nczcb dxm Schwarzen Meere bin, rend eine zteuxltcb ttefx Depression über Finland erschienen ist; _ _ em anderes Depression ebiet befindet fi jeman? der Alpen. In Deuts land herrscht ru iges, trubes, vxe_l ach nebli es Frostwetter mit geringen Schyeesa ep. Am Hälfesten, 14 bis 22 Grad unter Null, L| es in einem Streifen, welcher sich von Schlesien ngcb ber Donaumündung erstrsckt. Ueber Nordskandmavien bat der Frost erheblich nacbgelaffen, dagegen dauert die strenge Kälte in Schottland noch fast unver- ändert fort. De utscbe Stewart:.

_ Theater-Anzeigen.

Königlithe Ithauspiele. Mittwoch; Opern- haus. 45. Vorstellung. Oberon. Romgntiscbe Oper in 3 Aufzügen. Musik von Carl Maria von

Freitag :

MMW)

kontrakt.

Ballet won Emil Graeb. Jn Scene geseßt vom

vom Ober-Jnspektor Brandt. meister Sucher. Anfang 71! Ubr. Schauspielhaus. thätigeu Zweck. Franz Von Schöntban und_Gustav_ Kadelburg. _ Die Dieuftboteu. Genrebtld in einem AufzuZVM Roderich Benevit. __

Regisseur Max Grube. Anfang é? Ubr. __ Donnerstag: Obernbaus. 46. Vorsikllung. Hansel

Engelberi Humperdinck. T? von Adelheid Wejte.

_ Die Jahreszeiten. * _

und 4 Bildern von Emil Graeb und EUUl Taubert. von _

Musik von P. Hertel. Schauspielhaus. 51. B0 _

Alten sun eu. Lustspiel m 4 Aufzugen von Karl

fang 74 Uhr.

Deutsches Theater. Mittwoch: Dic Weber.

Anfang 74 Uhr. _ Donnerstag: Der Mann uu S Freitag (22. Abonnements- Vo eüung): Der

Kaufmann von Venedig.

Berliner Theater. Mittwvch: Die Kinder

der Excelleuz. Anfang 7! Uhr. Donnerstag: Mavame Freitag (24. AbonnementS-Vorstellung): Kinder der Excelleuz.

fesmg-Theater. Mittwoch: Ans Berlin «.

Anfang 7x Uhr. Donnersta : Ghlsmouda.

- Kilhelmßüdtisthes Theater. Chausseestraße 25/26- , MiUwocb: Der Qberßeiger. ette m

3 Akten von M.

Carl Zeller. RAK:

Kapeümeister B Donnerstag: Der Oberßel

Von Franz Wüllner.

Recitatibe ULULS TUMÜLX.

Dekorative Einrichtung Dirigent: Kaye!!-

50. Vorstellung. Zum tvohl- Lustspiel in 4 Aufzügen von

Teßlaff. 3 Akten von Al andre in 1 Akt. Anfan 7! Uhr. Donnerstag: L ebe von in 4 Wien von Robert Mis .

für Volkßunierbaltungen.

In Scene gesetzt dom ber-

Märcbknsviel in 3 Bildern von

Anfanrét 7,! Uhr.

ellung. Wie die

Donnerstag: Der Probekuß. Sonnabend: Zum ersten Male: riciolo.

tteu.

Mittnwch: Zum 5. ale:

Sans-Déue. Die Adolph Ernß-Theater. treten der ersten

a o e mit Tanz. Nach dem !.WWGLiew Girl" Berlin ".

West und L. Held. fif don Fredy. Dirigent: Herr drei . Anfang 7k Übr-

ser, dLleOHU.

„Der FUNNY“- Glückstag“,

Auber.

Blumenstraße Nr. 9. Carnier).

wank Ha ck in deuxscbeä BL“ ' Anfang *„ Zw ZirknzKem (Karlstraße)-

Jacob on.

Schiffbauerdamm 4a./5 M'ttwo : Der eli e Tonpinel.

! ck ! TBiffon, deutsch von G. von Moser. _ Vor er: Unsere Backfische. Schwank

ent.

Sonntag Nachmittag: Auffübrung des Vereins

TheaterUnterdenü'iuden. Behrenstr. 55/57. Direktion: Julius Fritzsche. _Mitiwocb: Mit neuer AusstattungÄJYer ProbßkuZßWOspeZtte m 3 Akten

- ' 2 kt v 0 :mann un 1 auer. _ anz PWM m A en M (Y?! Y_iüöckek. Zen ?Mel] (;ckth „ZN?! Julius

i rien: rr apemerer eermann. TL Iicezißuf : Taguz-Divertiffemeut. Anfang 7k Uhr.

Ausstattungs-Operette in 3 Akten von Cbivot und Dum. Musik von Au_dran. Die Ballets arrangiert vom BaUetmeister Loms Gundlach.

Kentral-Theater. Alte IakobfYsze Nr. 362).

irelüon: Richard SNF. _ Emil *- omas a. . D Novität! Rentiers. Große Poffe mit Gesang m_1d 4 Akten von Wilhelm Mannstadt und Julius Freund. Musik von Julius Einödsbofer. In Scene vom Direktor Richard Schulß. Anfang 7x U_r.

Donnerstag: Zum 6. Male: Unsere Renners.

Mitthh: Auf- ?irouette- und Couxbette-Tänzerin Englands Miß Ro eBatcbelor vom Prmce of Wales- Theater in London. Ein ftdeles Corps. Große _Ge- Jo __ eFlächen Original Friuli ). _ Hr. Geb. Le ations-Ratbz; von n arbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. _ Borbet: Gestudeball. Schwank in 1 Akt von Ed. Jacobson und Jean Kren. Anfang 7& Uhr. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung.

Konzerte.

Konzert-Haus. MittWoch: Karl Nehber- Ouv. „Ein Sommernachtstraum', Men- Weber. „Der e „Em Künstlerfest', Walzer

!"“), Klein. Romanze f. d. Violine v. Svendfen

Rekdenz-Theatrr. _ Direktion". Sigmund Lmaeziburg. Mittw : Fer- naud's Ehekoutrakt. (R11 3 la pßßt-s.) in 3 Akten von Georges Feydoau, mbeitung von Benno

Donnerstag und folgende :: Fernand

Dienötag, ben 26. Februar„_ (Fastn t): ua ts-Feier. „Billeis k 3 .“

' ! Mittwvcb: Wiederholung des YBmefiz-Vorftellung von dem [belle ten Clown

und „August“ Mr. Labaier Lee. Großeß Amateur- Springen zwischenMr. Lavater Lee und_emer Anzahl Dilettanten. Mr. Lavater Lee _aks Miß Florxya zu ferde. Mr. Lavater Lee in seinen neuen forms ntrées. Außerdem Auftreten der berborrggend m Künstler-Speztalitäten, Vorfübren und Retten best“ dresfisrter rsibeiW, Spnng- und Schulpferßk- Zum Schlu der Vorsteüung: “1210 Wi ['In-_(Bem abreöwechscl _in Zpeking). _Neue Mysik-Emlageu. Aussteuung einer laschc_m1t Geld im Laden des Herrn Louis Krafft, Friedrichstr. 116. Anfang 7Z Ubi. Doximersta : (Ixtra-Vorfteliung. Auf, ans zur [ chen a . _ f Shonntag, 2 ?Vorstellungen. NUÖMLUSJZ 4 11er Die lustigen Heidelberger. Abends 7:_i Uhl- “1210 Ui 1211.

_- Familien-Nachricljten.

Verlobt: Frl. Else von Borcke mit Hrn. PMW“ Lieut. Jo annes von Dassel (Gera_Berlin). ". rl. Hedwig Hankwiy mit Hrn. sFabr1_kc:nten Rudoli bart (EbeWwalde-Spechtbau en betEerSwaM- Geboren: Ein Sohn: Hrn. Regierungs-VQÜ Unsere von Horn (Hannover). _ Eine _T ocbter: PM“ Schulx-Drewi ((Gr.-Drew; ber Sembte'n). Hrn. Fritz Frßrn. von Bode schwingb-Pletxean (Haus Bamenobl bei Finnentxop [. WMW)- Hrn. Prem.-Lieut. von Wißmann (Stettin)- Gestorben: f?r. Eveline (Gräfin Von R ttbex (Dresden). Lieut. Friedrich Wt elm von B _ck nover). _ Hr. Hugo von Gersdorff (Brause?! " bei Königstein a. EH _ Hr. Ober-Amwa' riedricb Wilhelm eefeldt (Zeeftow). meral-Lieut. 3. D. Hugo von

Schwank in

Volkesebauspiel

Musik

Kapitän Cäc-

Tanz in

esth

ro . eckl. Kammerherr udwig von Q,)!!! (Berßlin). _ Hr. Oberst-Lieut. 3. D._ Lom? FZ mantel (PotSdam . _ Hr. Regierun' - „. Richard Dterig ( ontreux). _ Hk. Obst. Herrmann Crueger (Görlty).

idnev frei be- a. :-

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Verantwortlicher Redakteur: _ I. V.: Siemenroth in Berlin Verlaa der Expedition (Scholz) in Berli» ck de N ddeu Buchdruckerei und DmAnstait, FerlintsHÉ'n., Wilhelmstraße N:. 3?- Ucht Beilagen (ewstbließlkb Börsen-Beikageid-e. „- wi di hausau- abe zu Nys "**:-.?.“ Y“ .:.: “.:“MMZ'FIM U v::- 11. UJ16.Feben-n 1895-

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im reau

Nur noch kurze ogramms

von Leipziger - Ick

4

" zum "Mischen Reirhs-Anz

„45 44.

Deutsther Reichstag.

40. Sißung vom Montag, 18. Februar.

'Der Sißung wohnt der Staatssekretär des Innern, Staats-Minifter Dr. von Boetttcher bei.

Auf der TaÉe-Zordnung stebi die Fortseßung der zweiten Berathung des tats des RetchSamts des Innern.

Bei dem Kapitel „Normal-Aichungskommission“

!!!an . Freiherr von Heyl (ul.) sein Bedauern darüber aus, daß der § 6 des AichnngSgeseßes, betreffend die Anwendung des Wchungsstrichs, in den verschiedenen Bundesstaaten cine verschiedene Auslegung erfahre. Es sei durchaus zu wünschen, daß im Wege der Geseßgebung auf diesem Gebiet Einheitlichkeit geschaffen werde.

Staatssekretär des Innern, Staats-Minister ])1'. von Boetticher:

Die Klagen, die dem Herrn Vorredner zu seinen Ausführungen Veranlassung gegeben haben, sind auch an den Bundeskatb gelangt, und der Bundeßraih hat sich mit ihrer Abhilfe beschäftigt; aus Rück- ficht darauf indessen, daß es scheint, als ob diese Klagen doch nur territorial auftreten und keineswegs im ganzkn Reich eine Auslegung des GeseYes über die Aichung der Schankgefäße beliebt wordkn ist, wie in dem engeren Vaterlande des Herrn Vorredners, hat man ge- glaubt, noch nicht die Klinke der Geseßgebung zur Beseitigung dieses Usbelstandes in die Hand nehmen zu !oUcn; und man ist um so mehr zu diesem Beschluß gekommen, als das hoffentlich noch in dieser Session dem Reichstag zugebende Gesetz über die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs eine Handhabe geben wird, um alle Konkurrenzen, von denen der Herr Vorredner gesprochen bat, zu beseitigen. In diesem Gesetzentwurf ist Vorgesehen, daß dem Bundeskatb die Bsfugniß beiwobnt, gewisse Bestimmungen auch über den Raum- gebalt der Gefäße und über die Bezeichnung desselben zu erlassen, und wenn das Gesetz demnächst zur Verabschiedung kommt, so wird ein einheitlicher Recht§zustand für Deutschland unschMr auf dem yon dem «Herrn Vorredner berührten Gebiet berzusteUcn sein. Ich möchte ihm also empfebken, noch bis dahin zu warten, bis das Schicksal dieskr Essetzvvrlage f(xststebt; ebentuell wücde ich für meine Person nichts dagegen haben, eine einzelne Korrkkiur im Wege der Gsseß- gebung in Angriff zu nehmen.

Abg._von Leipziger (kons) regt eine bcffere Gehaltsstkklung der techni1chen Hilssarbkiter be'i der Normal-Aicbungskommiffion an.

Abg.1)r.Hammacher (al.) schließt sick) diesem Wunsch an, indem er ihn auch auf die technischen Hilfsarbeitcér im Patentamt aus-

dehnt, deren Remunsration wkder der Vorbildung diésék Beamten, noch den Anforderungen des Disnstss ent1preche.

Staatssekretär des Innern, Staats:Minister ])1'. von Vocttichcr:

Nicht nur, um nicht hinter den beiden Hsrrsn Vorrednern in dem Woblwollen für die Béamten zurückzubleiben, sondern aus dem Grunda, weil ich den Wunsch der betreffénden Beamten, in ihren Gehalts- bezüge'n Verbessert zu werden, als bsrechtigt ansehe, erkläre? ich hiermit, daß ic!) gsm bemüht sein werde, dissen: Wunsch Rechnung zu tragen. Ich wii! nur hoffen, daß die allgémeinc Finanzlage es dem RCichs-Schaß- amt gestattet, auf den von mir an dis!!! Behörde Weiter zu befördern- dsn Wunsch einzugkben.

_Abg. Dr. F_§rst_er (NW.) gYUbt, kak"; _!"TÖ dies€ Gkbalis- auibefferungen, *(er dre nur geringe? Summen erwrdsrlich ssien, auch !)Li der jetzigen Finanzlage ausrübren laffén.

Beim Kapitel des Gesundheit-Zamts fragt Abg. 131". Lingsns (Z-xntr.) nach dsm Stands der Unisrsuckyung uvsr die Gefahr der Anstkckung durch Jnfkktion-Zstoffe auf Kirchböfen.

_ Direktor des (HksnxidbeitSamts Ur. Köbler erwidért,

da bctrkffs der Ansteckungsksime dsr Leichen seit 1893 V?x- su_„c mix infizierten ThierkadaVLrn gemacht würden. Dikfe Leich€n !Likn eingegrabln und sollen im Oktober d. J. cxbumiékt werds". Dann werde eine Zusammanstkllung dcr Rcsultats und im nächsten Jahre dereg Véröffenilichng «folgen. _ Abi]. Schrödsr (fr. VZ.) bkmcrkt, das;, wie auc!) dic- [intér- 1uchxmg ausfalien möge, ksin Argumsnt gxgcn die Feusrbestatiung daxaus WSWS hergeleitst werdln können. Dic Fordxrung «inér fakul- ÜÜÜZVM Fcucxrbkstatiung werde? immcr Wicker gcstéUi xvcrdxxi, und zwar w§1entlich aus Gesundbsitsrückfiäytsn.

_ Abg._1)r. Lingcns (ZentrY) bcsircitct, daß das Bkstattcn dsr Lerchen zicmndbsiissckpädlich ski.

139. Ok. Langerbans (fr. Volksw.) Mist darauf hin, daß die? B?Crdiguyg der Leichen in großen Städtkn auf imer MSN Schtvi€rig= ksttxrz stoßk. Die Friedbiéfx lägkn 7211 Mit entféx'ni. Bsi Epidcmisn kpixtaxxycn durch die Anbausung bon L€ichen unsirsiibar Ecsabrsn für ck18G€1U11dbéik Der Grund, daß man fich dEr L€ich6nv€rbrknnnng 9992111:er ablebnsnd Vsrbaltk, liége darin, daß cin religiösen" Streit WNW, ob dikser Bestattungsmodus anw€ndbar ssi.

fol ZZlmA-waitcl des Reichs-Vcrsicherunngamts liegen «gsm e n rage vor:

Antrag der Abgg. Auer U. Gen. (Soz.):

_ _ DiLVLrbündStcn Regierungén zu €1'such€li,DLm ReichHFaJC noch in TMM chS8ssion d€n Entwurf kinos GLsLtZLS zugch8n zu lasskn, vodur _ &. dsr §157 des Gesctch, bc-trsffend dia Imbaliditäts- und IlltCrc-vkriicheruna, Labin abgkändcrt wird, daß jsder Verfichkrte, Zv21chsr da:“: 70. LkbsnSjahr vvilendet bak, ("inen R8chtsanspruch auf Illtersrénte (hält, und

_ i). die 9 Abs. 3 und 156 des gknannién (Heseßcs dahin ab- kalnbkri Mrdcn, daß dikjenigen Vkrficbcrten, welche infolge ihres I?!!ttgxn O_Qer körperlichen Zustandks nichl mshr im stande sind, !lch 111 ihrem Beruf dic Hälfte ihrks bisherigen, nach dem Durckyschnitt der [Sytem drsi Jahre zu bkrcch11€nd8n Jahres- axble_1tIVeriettstes zu erwerben, Invalidenrente er-

en.

Anirag der Abgeordneten Hitze u. (Hen. (Zentr):

Dre O_erbündeten Regierungen zu ersuchen, die? Vorlage der "1 Aussicht gest_el[tcn Noyelle zur Abänderung des Gesqßcs, betreffend die Invaliditäts- und Alters- !)kkslcbcrung, möglichst zu beschleunigen.

R _Antrag des Abg. Dr. Pichler (Zentr): Die verbündeten eJléruygen zu ersuchen: - Die Mittel der _Verficherungsanstalten in weiterem Um- Yanße ais bisher für das landwirthscbaftliche Kredit- ek)kanlß und für die Erbauung Von Arbeiter- wl)!)nUngen zugänglich zu machen.

Erste Beilage

Berlin, DienStag, den 19. Februar

_Abg. HZO? ( entr.): Man kann sich der Erkenntniß nicht ver-

schließenxdaß dre ast der Alters- und JnvalidiiäiIVersicherung zumeist auf die Debyltern _der kleinen Arbeitseicr, der Handwerke! fällt. So- lange wir litcht triffc-n, wie es mit dsr Organisationbcé HandWerks steht, konnen wir an eine Ausdehnung der Versicherung nicht herantreten. Wix haben immer die Berufs enossenschaften befür- wortet. Wenn Wir _das Versicherun swesen au? den Berufs enosien- schaftxn aufba_uet_1, wtrd fich ein Anf luß an das Krankenka engeseß vielXeicht ermogllÖSn lassen. In der vorsicgenden Form ist der Antrag Y_uer yndurcbfubrbar. El: t_r1_fft auch gar nicht die Hauptforderun en, dre wr_r _an die Jnyaltdttatsversicherung stellen. Dabin ge ört bauptsachlich,_ daß dix Krankenunterstüßung Von 13 auf 26 Wochen vxrlangert wird, unk! daß Lich an fie unmittelbar die InValxdeyverficberung anzu1chließen ätte. Ebenso wäre Von Bedeutung die Vexwendung _der angesammelten Fonds zu Zwecken der landwirtbschafxltchen Kreditinstitute, wie sie der Antrag Pichler anregt. Zu Arbeiterwxybnungsn sind ja schon Fonds aus den Kassen der Al_ters- und JnWltdenbersicberung bergegeben worden, und wenn atxch dre Landes=Versicherungßanstalten in dieser Beziehung allein Be- sitmmungen 31; treffen haben,_ so kann das Reichs-VerficberunJSamt als obere Beborde doch auch bier seinen Einfluß geltend machen. & ng._Molkenbubr (Soz.): Die Revision des Alters- und «Invalid(tatsverfickyerungsgefeßes ist uns schon lange in Aussicht gestellt worden. _Jn den Motiven wurde versprochen, daß akle Arbeiter, die das fiebztgste Lebens abr _bcendet kaben, Altersrente erbaiten würden; das Geseß fordert a _e_r fur Hie Uebergangszeit einen Nachweis darüber, Jas: der Rentenempsanger__ in den letzten drei Jahren Vor dem «_znkrafttxeten,des Gcsxßes ]? 47 _chbtxn beschäftigt war, und zwar in einem Dienste, der verytcberungHPflrcbttg tst. Die meisten find garnicht in der Lage, emen solchen Nachweis zufübrkn, und find gozwungen, obwvhl sie siebzig Jahre alt sind, weiter Beiträge zu zahlen. Wie sollen z. B. Was::hfrausr] _nacbweisen könnkn, daß sie ununterbrochen 3ckch47 Wochen beschaftigt Waxen? Sie sind auch m2ist schon zu alters- schwach, um_ ununte_rbrochen ihrer Beschäftigung nachgcben zu können. Auch die Satsonarbetter,_ z. B. die Arbeiter in den Zuckerfabriken, werden nicht das ganze Jahr bmdurch bescbä igt, sie können also den ge- forderten Nacthkts ebenfalls nicht ren. Die an die Arbeiter aus- gezab1ten Renten beirxxgen in den ersten drei Jahren nur 34 bis 48 0/0 de_r emgezabltkn Betixagx. Dargus ist dieUnzufricdcnbeit der Arbeiter mtt dem Gesetze erklaxlrch. Wir wollen auch die Bedingungen der Rentsnauszablung erlsichinn. Wir hoffen, daß die Revision des Ge- setzes noch m dieser S_emion stattfindet. Wird es nicht in unserem Sinne: geandert, so verdient es den Namen eines GLsLßLs zur Kapital- anlage auf Kosten der Arbéiier.

Abg. 1)r_.Kruse (nl,) emyfikblt einsn von ihm eingebrachten zL_[ntrcxg Yabm, daß die Seeftsch€rei untcr die Vérsickoerungspflich- ttgexz Betrthe a11fg€_nomme*n Werdc. Dies sei schon früher Von der ngtcrung in Aussicht gknymmen worden, um so mexhr dürfe aiif Entgegenkomxnen dabei gerechnet Werden. Klimatische Krankbettxn mußten als Unfälle angesehen werden, da die See- (lxute stets in Ausubung des Berufs damm befallen würden. Beide Jordxrungen entsprachen durchaus den Wünschcn der bcibeiligten Bevölkerung.

Abg. von Saliscb (d.k_ons.): Auch wir haben, wie das Zentrum, an 738111 A1te_rs- und Ji)validitatéberfickyerungsgkseß eifrig mitgearbeitet, aber auch wir erkenn?" ]c-Zt, daß das Gesey einer gründlichen Umarbeitun bebarf. Dex Forderung des Vorrednsrs, auch *die SekfischerEi bertragspfltchttg_ zu macbcxi, kann ich nur bestimmen, der Beruf ist 1016 kaum em anderer mit GCfabrkn Verbandcn und bkdarf_ deshakb bxsonderer Fürsorge. Ebenso ist uns er Antrczg Ptchl€r !ympatbtscb, daß die Mrfichcrungsanstalten Summen fyr Arbeiterwohnungszj bkrgeben; das darf ab€r erst geschehen, Mun en) hinreichendks Kapital vorhandkn ist. Der Provinz dürfen dadurch keine Lasten erwachsen. Wir sind Anbängsr d(xr Selbstverficherm1g, wunscben aber e_me; ger6chter€ und einfachsre Aufbringung der Mittel. _ Abg. Sterntxxgxr (Ztr): Für dic Landwirtbsébaft in Bayexn, dre unisr dén ungumtigsten Ykrbältnisssn leidet, sind die Beiträgc zur Alters- und JWaliditätSVeriÖLrung ge'radczu eine Last. Der Bauer 1st_ oft gezwungen, für sein ksmde ÖM ganzen Bsitrag zu zahlen. Dre bayersclxkri [andjvirtwchaftlickyen Krkise wünschen Entweder, daß fie ganz__qus diejem Gesetz auSgUchlosscn Wkkdkn, oder daß die Beiträgk eragrgt wsrden.

_ Abg. Vrübxie (Soz.): Ich gebe zu, daß die klcincn Gejvcrbe- trerbendcn burci) dre BsitragSpflicht8n oft erheblich bklastet werdcn, aber das trifftboch auf die größkrcn Industriennternebmen, bksouders dre- gwßxn Aktccngésellsckyastxn, nicht zu. Die Bernfögenosscnsckyaftcn lassen 11ch zu _lange Zen, LHS si? UnfallverbütungSvorschristen erlqsien. _Cbenro_ daULrt es_ zU [anga ehe die Schieds- gerichte uber _ Öli? RentenanWrüche dlr Arbeiter ihre Ent- 1chc_id_mtgcn faÜen. Der Vssclznvsrdefälle smd viele; ein Arb-Zttxy wolltk iich einer Operation nicht untcrwsrfsn und sollte 069- ba!b__k€l!lE_Ret110 erhalten. Das Reichs-Verficberungsamt entschied alle_rdmgs tm Sinne des Arbeiters; boffsntlicb bleibt Ls bsi der Ent- sch81dung. Dt€_S0zigldMiokratkn wcrden jeds Vsrbéfférung dcr Alters- und _analiditaiSvkl71cherung unterstüßén und hoffen dadurch der Unzusrrsdknbcit in den Arbsitcrkrciscn bcffsr abzuhelfen, als es durch diE UmsiUerOrlag? gsscbiebt.

Dic weitsre Berathung wird um 51/2 Uhr vertagt.

Literatur.

Rechts- und Staatßwissenschaft.

[(r, Sébulung für die zivilistische Praxis Von Adolf Stölzel. Berlin 1894, Franz Vabwn. 80. 372 S. Beilage- beft 28 S. 8 “14, gab. 9 «& _ Das Werk ist géwidmet „Unseren jungen Juristsn und ibre'n Bkrailwru'. Damit ist gekcnnzeichnet, wer zunächst das Werk in die Hand nehmen soll. In seiner Stellung als yx0kc35501' !10n01'a1'1115 dEr juris!!! r.'n Fakultät, also als bk?- rufe'ner Rschtslehrer, bikfiger Univsrfitär )atte der Verfasssr, dc'r !L!t Etwa 20JabrenMitg1ied und sLit etwa 10 Jabrkn Präsident dcr Justiz- Prüfungsfommission ist, im Winter 1893/94 Vorlesungen gchalten. Nach stenograpbischen Aufzeichnungén w-.*rd€n dik'selben biérmit einem wkitkren Leserfrc-ise übcrgebsn und dauernd erhaltc'n. Es dürfte zu- trkffend fein, wsnn die Bedeutung der Vorträge und des Werks darin erkannt ist, das; dem jungen Juristen an der Vor- fiihrung des Rkckytsstrsits gezeigt wird, wie 11 aus dem Rechtßbsr- baltmf; die Klage aufbaut, wis sich darauf der rozk Entwickelt und 11qu Verhandlung und BeweiIanmabmc zur Ent!" eidung geführt Wird. Wenn der junge Z).)kediziner am Krankcnbktt belehrt wird, so ist es bewährt, dem jungen Juristen an Fehlgriffcn, wie fie in der Yraxis vorkommc'n, zu beweiskn, welckzsr Wkg der allein richtige ist.

t_1 dieser Art_dcr Belehrung und Bkwcißfübrung dürfen die Vor- trage, cht das in Dr_uck gelegte Werk, als ein Meisterstück bezeichnet Werden. Die Schrift hat untkr Studierendcn und Referendaren wait? Verbreitung gefunden, aber dic Klarheit und Frische der Ent- wickelung wirkt auf den älteren Juristen nicht minder anziehend, mag er sich sonst auch von der Erzählung von Rechtsfällen fern halten. Das; der Lsser nicht überall zustimmt, ist selbstverständlich und vom Verfasser gewiß nicht verkannt (S. 359). Wenn z. B. Anstoß daran genommen ist, was S. 355 vom „Hande Sgebrauch“ gesagt

eMr mtv K'öjxiglüh WMW Staats-Anzeiger.

wird_ (Gruebot, Beiiräge MINT S. 165), so kann hierfür eine Zustrmmuyg empfunden _werden._ Jeder Anstoß s windet aber, wenn fur das allerdings einem Mißverständni außgese te Wort ,Handklsgcbrauch' das zutreffendere „Ges äfts ebrauL' von Hahn, Kommentar 4. Aufl. 5 . 1 S. 76 lJibs. _ ucbelt-Fortsch. Kommentar S. - 8, 750) eing-stellt wird. Unbe- rxchngt tft e_ö_d_agegen, wenn gegen Stölzel (S. 243 ff., 350) fur die Partxifgbtgkett der .Handlung“ eingetreten und gesagt wird (Gruchot, Beitrage a. a. O. S,167), „Handlung bezeichnet die Person d_er F1rmentnhaber'_. Vom theoretischen eficbtspunkt aus mag man von emer_sicherxn Bezeichnung der Partei viel1eicht abjeben können; in der Praxis Wird der _Febler chn jedem Gerichtßbollzieber erkannt werden, dexm er_ Wird _gegen dte_.Handlung F. L'.“ die Zwangstwll- ftxeckung ntchk fubrßn konnexr. Dre Nachsicht, welche zeitweilig gegen _dte uyfichere Kennzeichnung m den Gerichken-geübf wurde, ist übrigens xm Ruckgange ; auch dre pralte wxrden im wohlverstandenen Jntereffe tbrex Mandantep vorsichtiger. _Dte Wirkung der Belehrung, welche den 1ungen_ Juristen Harck? das tbn€n_und ihren Beratbern gewidmete Werk gewahrt ts_t, wnd m den Gerichtsböfen bald erkannt werden. _ Der Erd und das Recht auf Wahrheit. Von Carl (Fade, Landrtcbter. Berlin, 1895. Carl Heymann's Verlag. 8. _S. 87. DSL: Verfasser, welcbkr sich bereits durch seine Schrift: .Die Berufung m Strafsachen“ (Berlin, 1894. Carl Heymann's Verlag)_bekanni gemacht hat, wendet fich in der vorlie enden zunächst gegen die Bestimmung des § 568- des jetzt im Rei Stag zur Be- ratbzmg stehenden _Entwurfs eines (Gesetzes, betreffend Aenderung und Erganzung _dés Gertcht5v€rfassungsgeseyes und der StrafprozeFrdnung (ver [. .Rerch_s_- u. St.:Anz.“_ _Nr. 15 vom 18. Januar 7). J., 1. eilage), w_el er vorscbiaßzt: .DteBeetdigung einesZeugen darf unterbleiben, wcnn dre Aussage des elben als o_ffenbar _unglaubwürdig oder unerheblich fich daxsteüt u_nd leßterenfal]? die Beeidtgung nicht beantragt ist.“ Es wird nztt dem tn der T_agYYltteratur mehrfach eäußerten Bedenken dafür eingetreten, daß die sur den Prozeß förderliche Wabrbeitöermittelung durch ben Vorgeschlggeyen Parqgrabben beeinträchtigt werden könne. Das Ziel der Schrrft 1st_ auf dre ganzliche Abschaffung des Eides ge- richtet. Indem (Abschnitt 17111) das Recht auf Wahrheit bkgründet wird, gelangt Verfasser unter Benußung der §§ 153 bis 156 St.-G.-B. zu folgendem GesxßesWrschlag; „Wer vor einem öffentlichen (_Staats- odxr Gemeindebkamten, der sick) in der rechtmäßigen Aus- ubuxig seines Amts bxfindet, wissentlich die Unwabrbeit erklart oder cuzf Befxagen _dte Wahrheit verschweigt oder ein falsches Gutaihten abgiebt, x_vrrd mxt Zychtbaus bestraft.“ „Liegen mildernde Unzftaride wor, sy_tx1ttGefangmßstrafe nicht unter einem Monat ein.“ Mtt emxm sorgfaltig gesammelten, reichhaltigen Material, welches das Interesse besondßrKWf fich_zteht, entkleidet der Verfaffer die Eides- letstung des rclrgtosen T_Iherls und unterstellt dafür die Wabrbeits- pflicht dem Staat gegeizubér. Wenn gewiß für die nächste Zeit auch chm Vßrsasser kaum dre Erwartung gebeLt Werden wird, daß seine Vorschlage zu (Heseßchryndlagen wxrden önnten, so darf die Schrift doch wegen_ des auf M) xdlxs Ziel €richteten Inhalts denkenden L€sern _ nicht nur der ]UrlstlsÖLn Fa kreise _ emvfoblen werden. _ Peutsche_ Staatskunde. Ein éandbüchlein für jeden Staatßburger _sowie ziim Gebrauch für Schu cn. Von Dr. Ernst Ebeling, Vurgsrmeister. Leipzig 1895, Roßbsrg'sche Hof-Bucb- handlung, Kl. 8. S. 180, geb. 1,80 9-6 _ Mit guter Sachkenntnis; hat der Verfasser aus dkm umfangreichen Stoff die wiffenswertben Grundlagen Hes dßutschan StaatSrcchts angewählt und damit den Leser Vorbkrcttct, em eigenks Uriheil anzustreben.

30,

Land- und Forstwirthfchaft. Die gestern hier abgshaliene GénéralVErsammlung des Bundes

der Landwirtbe h_at _einstimmK folgende Resolution zu dem Antrqge des Abxx. L_Hrascn von aniy (Podangen), betreffknd Vér- staatlrckxung dcr Getrerdeemfubr, angenommen. .Die Heutige Gcncral- ve_rsax111nlu11g des Bundes dcr_ Landwirtbe erklärt die esetzliche Vér- wtrkltchung dss Antrages Kantß als das wirksamste Mittel, um die

für die deutsche Landwirtbsckyast gsradczu Vernichtendc Wirkung dcr

' jeßigen threidßpreise, wcklche nicbt L_ntfe'rnt die Produktionskosten decken,

sch11€l1 und _crwlgrsich zu bekämpfen. Gleichzeitig erblickt die Ver- sammlung mne-unabweisbarc Fordkrung für die Gésundung unserss Ygrmntkn ervexbslcbens in der internationalkn ngslung der 5, ahrungsv-bealtniffe und_ des Börsknwefens auf dsr Bafis dcs effsk- tian Geschäfts mri wirklicer Waare.“ _ EbcnfaÜs einstimmige An- nahme fand_nachsteb€nder Antrag, betreffend DLufsÖlands Visb- zucht und dte_ Konkurrenz de's Auslandes: „1) Die Möglichkeit, die Vtkbzucht xmt Nußsn zn betxeibM, ist für die Erhaltung insbesondere des klsmsn und mittlcrcn Grundbc-sijzcs in DkUTsÖland uncrläßlickye VorZusskßung. 2) Die di'utsche Landwirtbschnft ist im stands, diéfür dic Ernahrung des _deuischen Volks nothwcndigen tbikrischn Erzeugniffe so_[bst l)erpor_z_ubrt_ngcn_und Hierdurch dcm dkutsckyen Nationalwoblstand nicht aÜcm_1ab_rlxch ytklz', MiÜioncn zu erhalten, sondern unssr Vater- land auch 111 !?!?sél' Bszlebung unabhängig Vom Auslande zu machkn. 3) Um_ abxr dicke Ziele zn €r1*cichc-11,muß nicht aÜcin cine Planmäßige Organisation der Züchtung, vct'bundsn mit rationéllcr Pflkge dsr Thierx, unter Zuhilfenahme ausrcichsndlr StaatSmittkl «[]-:ntbalbcn [xi d:ck_ chc» gclctict wcrdxn, sondcrn &? find ais unabwsis- lichc' Bedmguugcn „dcs Erfolges noc'b nachstc'bc'nde anzuskben: &. DLL" daucrndk Schuß gcgcn di? Cixrsckylcppnng dcr Scucben aus dem Ausland, Wklchcr in dcr Absperrung 1*c*zw.schärfsic'nBc- wgckyuua dcr (Grenzx'n brstcbcn muß. Dic Juicri'sssn der deutschen Viehzucht solan in die'scr Richtxmg [mkkr allen Umständm: dcn Wünsäch des Auslands Vorangsstsllt [*loibßn. 1). Di? c'neérgisci)? Bekämpfung der Scuchcnycrsch1eppnng im Inland", Welch sicb bksondcrs gcgcn Schlachtvwk)1)öfc, Vichmärktc, Händlsrstallun cn, dyn »“aufikrbandcl :c. rtcht_cn muß. ,““ DiE Bkseitiaung mannigfach'r Mis; räuchs auf dcm Gebiets 7393 Viel)- und F1eischbandcls, sowie der Prcisnotikrung an dcn S_ffentlichcn Märkten der Viebbös'c. _ (l. Dcr (Fr1aßdurckdgrcifcndsr gcsch- llch8r Maßrkgchn «egen dic bctrüasrijcbcn 21)kanipulationcnauf dcm Gcbict dcs Vuriebrs mtt Naturbuttcr. Andere Staat?", wie“ z. B. in ncucstkr Zcit Frankreich, Habsn cs Verstandc'n, dnrch bobo Strafen und scharfk präzise Bestimmungc'n den Richter in dic Lage: zu Verscycn, in waindlichcr Wexsc_ dcn betri't crischsn Ts.)!ischcr und Vsrkäufcr zu MMA. L_. Dte_Wicde_rcrö nun? dcr Grcnzcn unserm" Westlichen ".!kachbar- [Lnder iür dlc Einfuzr d_c'utschcn Schlacbtvicbs (bksondcrs von Schafkn), um dcxx zsitjvciligcn !!1'b6kschs!ffktl, wslchc dcr dc'utschc Konsum _nicht aufbraucbcn kann, cine Ablciiunq zu géwäbrcn. Isst smd dic auf _ dcm dc'utschcn Markte licgcndcn ULberschüsse o_ft die Urjacbc langandaucrndc'n Preisdrucks und flauer Konjunktion. _t“. Die Einführung Lines WoUzolls chcn alle Staaten, bei ds_ncu sandelsverträgc uns nicht binden. Wir dürfen die déutsche: S_chafzu r, den Hort gerade der armcn Böden, fick) nicbt Verblutcn las1cn, und zWar nicbt alle'in aus landwirthscbaftlickWi, sondern auch aus volkNvirtbscbaftlichen und a!!;1cmcin kulturclicn Gründen. 4) Ausdrücklich aber sei zum Schluß erklärt, das; die För- derung und Hebung dcr Biebncht, so wichttg nnd bcdcntsam fie' gerade in heutiger Zcit auch «!cbeincn mag, eine daucrndc Besserung der Gctreidcprstse nicht entbehrlich erschein?" läßt.“