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L MYXFMÜ Ihrer Beratbungen bildet die Vorlage über die andwi anima. '
Je we r Anlaß besteht, den Werth dieser Organisation des land- rrirtbfchaftlicben Getver-oes vom provmuelleu Standpunkt zu keur- theilen, ' um so schwieri er gestaltet Huh die Entscheidun , als_ es sieh um das WeiterbeJteben de_s entralvereins we" _reußtscher Landwirtbe handelt, dessen stxttg wachsende_ Tbättgi'ett ixmner Uneingesch änktere Anerkennung_gesunden bat. Emgebxnder Erwagpng wird es Jaber bedürfen, ob die Vorzüge der gegenwarrigen Vereins- bildung, unter Erhaltung seiner arbeitsfreudiaen Sekxionen u_nd der lebensvollen Beziehungen zu den Kreißr und Ortsverrmen, mit den Vonbeilen, welche das Gesch“ durcb Verleihung einer_*ki_eficherten Steüung im öffentlichen Rechtsleben darbietet, m gedeib iche Ver- binrung gebracht werden können. _ _ _
chD§r Provinzialausscbuß hat sich für die Bejahung dieser Frage entf ie en,
An seiner Sviße dermißen wir zu unsern] lebbqften Bedauern beute den Mann, welcher fünfzig Jahre lang in Staqts- und Pry- vinzialämtkrn sein Leben dem Wohle Westpreußens gewidmet m_id rnit Erfolg es verstanden hat, die mit der Schaffung peuer Verkaltmffe stets cv__erk:undencn Schwierigkeiten durcb Gercchttgkcrt und Mi -e aus- zuglei en. _ _ _ __ __
In der bewährten UeberzeuguY, daß, wie bisher, die Ruckncht auf das Wohl der Provinz Ihre eratbungen leiten wird, und m_it dcm herzlichen Wunsche, daß Ihre Besxhlüffe _das Wohl_ der wrsi- preußischen Heimatb fördern mögen, erklare irh im AUerbochiten Aus- trage den 7117111. Provinzial-Landtag sür eröffnrr.
Stettin, J.März. Der )()(1. Provinzial-Landtag dcr Provinz Pommern wurde: heute durch den Königlichen Obrr-Präsidenten, Staats-Ministec von Puttkamer mit nachstehender Ansprache eröffnet:
Hochgeebrte Herren; _
Nachdem des Kaisers und Königs Majestät Allergnä'digst gerubt haben, den )()(1. Provinzialeandtag der Provinz Pommern (mf beute zu berufen, babe ich die Ehre, 'Sie beim Beginn Ihrer dieSmaligen Sißungen willkommen zu beißen.
Seit Jbrrr [L' ten Tagung bat der Tod widderum fcbmerzlickye Lücken in Jßre :).)itte gertffen. Das Andknfcn der verstorbenen Mitglieder wird von ancn und von der Provinz, für deren Wohl sie: in rnxrrrem und weitkrem Kreis? Jahre lang mit Hingebung gewirkt babkn, dauernd in Ehren gkbaltcn wrrden.
Dm wichtigsten (Hegcnstand Ihrer diekmaligcn Brratixungen wird die Ihnen zugcgangkne Vorlage wegsrt (ErrichtutZZ einst Landwirtbschafts- kammer für unse're Provinz und die Faffung der SQHUUJM für diese Kam- mer bilden. Ich empfehle die bochbedeutsame Vorlage Ihrer eingkbenden und woblonendrn Erwägirng und bin überzeugt da__ß “Sie an die Prüfung der Ihnen gemachten Vorschläge mit drr vo cn Unbefangen- beit herantreten Werden, wclche dieskr auch für das Gedeihen der pommerschen Landwirtbscbaft wichtige Gegenstand erbciscbt.
Der Ausbau des Kleinbabnnkßes hat im verfloffenkn Fabre, dank Jbrer fo bereitwillig gewährtrn Unterstüxuna und der Opferwilligkeit drr zunächst brthsilig-trn Krcise und Ermeinden, rinkn Erfreulichk'n Fortßang chommm.
Gkgen 300 12111 smd theils dem Bktrich betrits über- gebrn, tbeils in der Ausführung degriffen. Sebreitet wie zu hoffen, dcr Auébau wäbrcnd der nächsten Zabre in der bixberigkn Weise fort, so wird bald ein Zufiand escbaffen sein, welchsr die emröndlicbstrn Lücken im NCH? drr Vrrke' ,ré-wegr unsers: Provinz alß aukgefäüt er- scheinen lä“t.
Dcr rovinzial-Aussckmß bat sicb an dir Königliche Staais- regirrung mit drm Antrags gcwandt, im Wege der Grsrßgebung die Hcranziebung ron Fabriken, Ziegelrien und anderen mdustricüen und grwerblichkn Anlagen zu VorauFlrisiung-rn für die Unter- haltung der Kunst- und Landstraßen möglich zu machrn. Dikscm Antrage liegt die unzweifelhaft berecbrigtr (Erwägung zu Grunde, daß derartige Anlagrn rie ausßebautrn Skraßrn über das aÜgrmeine VCL“- kebrébedürfniß hinaus für ibrén Sonderdortbeil in beträchtlicher Wkise abnußxn, und das; Es dabrr dsr Biüigkit entspricht, fie für diese Synderryrtixsile, durcb dis.o dcr AÜJSU-Einbkis unverbältniß- mäßige Kostkn cntitkbczn, Lin Arnuivalrnt ;arlkn zu lasen. Die zu- ständigcn Hrrrkn Minister babsn fick) dahin ausgesvrocben, das; gegen die Gswäbrung dc? RWTH zu drr Fraglicben Hrranzirbung sowohl an Grmeinden und GUTÖbkzilkZ wie auch an die Kreise Bedenken nicht zu erbeb€n smd, aukgxnommen jedoch für die Unterhaltung der vormaligc'n StaatéÖauF-kxn U;:d derjenigen Kunst- straßen, auf denen Ckaussegeld crkvbkn wird.
Es wird dyn Jbrcr B€schlußfch177anz abkängsn, Ok: dieser An- gelrgknßeir weitcrrr Fortgang zu tbsil Wkkkin TDU.
Es hat fick) das Bedürfniß dcr Akändrrung Cinigrr Brftimmungsn dcs Provinzial - Fsurrsrzikräts-Rerie'mrnts berauzgcstrür. Eine die:“- kezüglicbe Vorlagr wird anen untxrbrrich werdsn. _
Die infolgc JH??? rorjäbrißrn Brichiuffrs gskcbaffknc Pürge drr in Pommern rrrdandenen Kvnstdenfmälkr ist Turck; die Wadi eines“ Prodinzial-Konserrators Und Einseynng (inst dkmselben zur “Seite ftktbettiden, vom Proriirzial-AUHWUZ gewäblrcn Krmmixfion ins Leben ge re en.
Der_Jhncn zur Prüx'ung und Eenkbmigung zugrerdr Entwurf des PrLViuzial-Hansbairßanfchlags für 189596 is: mir grwobnter Um- fickxt i_md Sorgfalt unter Anwendung des GrandsaZe-Z brwährtrr Spar- samkrrt gufacstelJt, vknk die Befriedigung dkrjcnigen Bédükfniffe, für welche die Proyrnzial-Verwalrung zu "drxcn Vat, zu breinrräcbtigkn.
Die Provinziaiabgakrn krauckxn dcn BMU; re:“; akiauxcndsn Ctaté-jabrks nicht zu überstrixc-n.
_ Nach den bißl'cr dxkanr-t *ewvidercr. Allerköcbsien Absicht?" wird unverer §Z"“rrdin/x, 111 die'sm J: re die bebe Ehre und Freude zu lbxil wkxden, Si'js-k' Majrstät dkn Kxikyr Un? König mit Seinrn Erlaucbten Eam'n au.- Anwi: kkr_TTUTUikÜÖUkL,ZM 'ink-klbälb ibrer Erknzen zu bkgrüßrr). C9 wérd_ri€!x_§ ircukigr Errignié; rer gciammtrn Brvölke- run? dre Eklexéknkklt _iirrßx, ]:st J::käqgiichféit an die erbcikrne Per rn umkres ?Illergnadigitrn Land?:“k'mn und das Hobrnzolkernbaus aufs neue zu belbätigkn.
Indem ich Sie, gkebrte HW, (inlade, in Jkrr Arbrite'n mit gewobnikm Eifer _einzutreten, Erkläre ich irn Namrn Skinrr Majistät des Kaisers und Königs den ITT]. Pwmmrrsäxsn Prorinzial-Landtag für eröffnrt. _
__Auf die Aufforderung des Wirrs-Vräfidenien, Bürger: meiijers a._ T. nge-Mckermünde brachte die Versammlung zungchst cin degeisrertes Hoch auf Seine Majenät den Karrer und Roma aus und wählte sodann den Wirklichen Geheimen Rath v o r'. K d l 1 er: Cantrkck zum Vorfißcndrn und den Gehctrnen NegrerungßMatd, Ober-Bürgermeister H a k € 1“- :Stett'm ziim :tellvrrtrrtc'r drs Vornßenden. Die Gewählten nahme'n die Wahl an. Nach der Wahl dcr Schriftfübrcr und Fest- sikliung drr qnwrsenden Mitglieder durch Namenßausruf erfolgte _die Btldung dcr Adiheilungen, die Mittheilung des Vornßrnden _ubcr_ die vorliegenden Geschäftssakhen und deren Vertheilung m die Abrheilungen. Sodann wurdm Wahl- prufungen vorgenommen.
_ Posen, 5. März. In der heutigen Sißung des Pro- vtnzrai-Lgndtags wurde der Etat uber die aus Provinzial- fonds zu leistenden Zahlungen an Beamte der Invaliditäts- und Al_tersverßckxrrungsimftalt Posen für 1895/96 u. f.Z„ ferner fur das Ardeité: und Landarmmhaug Bojanowo (männ- liche _JmafftnZ fur das: Arbeits- und Landarmcndaus zu Hroujtadt (weibliche Inyaffen), für das Landarmcnhaus zu „chrrmm und das gesawmke Landarmen: und Korrigenden- wesen _und endlich für die Provinzial: Erziehungs- Anstalten :Sckjubm urid Cerekwice in Zerkwiv, sowie für das gesammte Zwangserzielzungsweyen genehmigt; die zur Verwaltung der
: ;:KaisZr-(deuisWafimaÖN'l-e ßte "bie B&W"? M Frefritdm, n men kuck“
und noch erforderlich werdend'enMittel wurden l_xerxit g eilt m. die bereits erfolgte VeraUSgabamg nachtragltch genehm gt. Der Vorla e des Landeshauiotmannxs, deri vom FFM. Pro- vinzial-La tage gefaßten Bes luß über Bildung e_mes Tilgunßs- fonds für die Kursderluste_ r Provinzial-Hilfskaffe an er Kraft zu sehen, wurde Tugeßimmt und zur finanzieUen Unter- stüßuna der im Jahre 895 in Posen stattfindenden Gewerbe- Ausstellun eine Beihilfe von 100009“: mit der Maßgabe in Aussicht ge eilt, daß die Nückzahlun nur dann eintreten solle, wenn das Unternehmen Ueberschü e ergiebt. Zur Unter- Mung von ischzuchtbestrebungen m der Provinz 5-8an wurden „46 als eihilfe zur Verfügung des Provinzial: usschuffes und dem Landwirthschaftlichen Provinzialverem zur Unter- baltun dcr Fischbrutanftalt in Prinzenthal bei Bromberg eine Beihil e von 400 „FH für 1895/96 gewährt. Nach der Beschluß- fassung über eventl. Unterstüßung von öffentlichen technisckzen Untersuchungsanstalten wurden die noch der Bestätigung, er uständigen Ressort : Minister unterlie endén Reglements ?ür die Provinzial :Jrren : Anstalt ziekanka und die Provinzial : Irren - Anstalt Owinsk genehmigt. Die von dem Provinzial - Ausschuß in Vorschlaq gebrachte Errichtung einer Wiefeanuschule zu Bromberg wurde ut ehetßen_ und die hierzu erforderlichen Mittel für 895/96 bereit e_ftellt. Tie V-Fsanxmlung erklärte sich mit der Gewährmxg xÖdlzperer Bureauunkoyten:Entschädigung an die LandeS-Bauinjpektoren und AnsteUun sowie Besoldung von Bausekretären an Stelle von Bauxchreibern einverstanden, beschloß auch einige Aenderungen bezüglich der Ge- bührengrwährung fur AUSzahlmi von Chaussee: Unter: haltungskoften. Die der gemerbli en Vorschule zn Posen bisher gewährte Unterstüßung von 3000 „Q jährlich kommt vom 1. Oktober 1895 ab in Fortfal], dafür wird die staatliche Baugewerkschule mit 5000 7/6 jährlich von dem genannten Zeitpunkt ab untcrstüyt. Von den durch die_ Ausführung des (Heseßcs vom 11. Juli 1891 über außerordentliche Armen- pfleqe getroffenen _ Maßnahmen, edenso von den Ver- waltunßsbencIZten uber Bauunfallverstchcrung und Betriebs- kranken asse ür 1892 und 1893, dem finanziellen Ab- schluß für 1892/93 und 1893/94, welche rund 2370009/6 Er- sparnis; aufweisen, sowie endlich von der Uebersicht über den Stand der Rechnungslegung für 1892/93 und 1893/94 nahm die Versammlun Kenniniß. Nach einer der Vorlage des Provinzial:' usschunes entsprechenden Beschlußfassung über Abänderungen dcr Besoldungsordnun en für die Direktoren rind Vorsteher der Taubstummen:Anta1ten und der Blmden-Anstalten, die Ersten und ordentlichen Lehrer von den genannten L_lnstaiten wurde der Provinzial - Ausschuß er- mächtigt, bcjtimch kleine Landparchen zu verkaufen bezw. abzutreten. Schließlich wurde über einige Gesuche von Kor- porationcn und Privaten Beschluß gefaßt.
Württemberg.
In der Kammer der Abgeordneten gelangte gestern der Adreßentwuri zur Berathung. Derselbe bezeichnet die Revismw der Verfassung für geboten und enthält folgende Wrmschc: Ausschluß der Privilegierten aus der Zweiten Kammer, ergänzende Listenwalil, bessere Vertretung der größten Städte im Landtaq, Wablkuverts, unbrxcbränfte _Lrgitimationsprüfung, unbeschränktes Initiativ- recht, freie Feytsesrzng dcr (HeschäftSordnung, Regelung der Rech- nungskontrole', Aufhebung der lebenslänglichen Berufung der Orts- vorsteher, Erhaltung der freiwilligen Gerichtsbarkeit, Volksschulx csexz, Struerrcformen in Staat und Gemeinde, Sparsamkeit, ein: Ictiliche Ge1eßcsbcsrimmung über die Beirräge des Staats _ _Vizinalstraßen, kommunale Wander- gemerbeftcuern, Ueberncht bkzüglich dcs Eisenbahnbaues, biUigcrc Personen: und Gütertarife, billigere Post: tarife im szirksverkehr, Revision der Bauordnung und der Fegerlöiäxdrdnung, nachdrückliche Abhilfe gegen die landwirtyickxaftliche Nothiagc, direkten Bezug der Proviamämter dri de ,cindcimischen Landwirthcn, Regelung des Wildfchadcns, Best 'ung von landwirthschaftlicben Sack): verständigen, Förderung von Kreditinstituten mit unkündbaren Annuitätcn, Förderung der Genossenschaften durcb Kapitalion, Altersverfichrrung, Organisation des Kleingewerbes, Einschrän- kung dcr Konfnrrenz der Gefängnißarbcit, Muster der Arbeiter- füriorge in Staawbetricbcn, Umgestaltung der Geworbe- infpektion, neue Gesmdcordnung. Ter Ministcr-Präfidcnt ])]: Freihcrr von Mittnacht crkiärte den Standpunkt der Regie- rung ziir Frage der Verfanungsrcviüon. Die Regierung rechne mit der Thatsache, daß die Wähler sich für die Volks- kammrr ausgesprockxcn 1)ätten. Sie könne zu der Entfernung der chigen Prioilr'gierten aus der Zweiten Kammer Ja mgen, wcnn zu den bisherigen gewählten Abgeordneten gls Eririß eine Anzahl von Abgeordneten hinzutrete, die in größerkn Kreisxn vom Volk durch Listenwahl nach dem Proportionalmstnn „(i_ewädlt würden. Brdingung sei__der Forthxstand der Ersten Kammer. Die Reaierung hose die Rroixion durchzuführen und wcrdr sich die Leitung derselben nichr aus der_Hand nehmen [affen Die Rede des Ministers fand lebiyaftcyie Zustimmung. Der Abg. Hauß- mann jprach namens der Mehrheit seine Befriedigung über dieselbe aus. *
KMT? WYMZ «“...-«WUFF
für Schulen und
Lippe. Ter Landtag hat in seiner vorgestrigen Sißung die Berathung des Etats in dritter Lesung beendet.
Qefterreich-Ungarn.
Der Herzog von Connaught trifft nach einer Mei- dung des „_W. T. B.“ morgen in Wien ein und wird in der Hofburg adneigen.
Der bulgarische Minister-Präsident Stoilow, der vor: gestern Abexid _m Wien angekommen ist, beabsichtigt etwa 14 Tage da_1§lb[t zu_ verweilen.
Jm _oitcrreicb'ischen Abgeordnetenhauic ab gestern her der Debatte über die Steuerreform er Referent Beer einin geschichtlichen Ueberblick über die Ent- werkiung der Stcuergescßgcbung seit der französischén Revo- lution und _yetontc dcn epochemachenden Einfluß der sächsischen und vreußnzbew Steuergesexgebunß. Der Redner empfahl aiif _das warmite den Abjchluß cs Werkes, dessen Ver- mirklichung die Tagung zu einer der denkwürdigsten machen werde. Der Abg._ Fux (liberal) sprach darauf für, der Abg. Luzzato (Coromm-Klub) gcgen die Vorlage. Der Abg.
joei! dadurch endlich- mit progresfioen Ernst gemacht werde. ' * Großbritannien ud-Jrlaub.
"*Ihre Majestät die Königin hielt geßem Nachmitt im Buxkinglxam-Palast in Gegenwart Ihrer Majestät der K aini n Friedrich, des Herzogs und der Herzo in von Con- nauYt. Prinzen urid der Prinze [in Heinrich von attenberg, des Herzogs und der Herzogin von «rk "und der Herzogin “von Albany einen großen
pfang ab. Viele Mitglieder des diplomatischen Korps waren dabei zugegen._ '
Ihre Majestätine Kaiserin Friedrich u tegestern in London das Frobel:Erziehun sinstitut in W t- enfin ton. Die Parlamentötpitqlieder Mat er und Ac1and hielten abci Ansprachen, worm ste die Vorzüge des Fröbel'schen Erziehungs- systems hervorhoben. '
_ Der Zustand Lord Ros e bery's hatte sich gestern in jeder Beziehung gebessert. ,
_Das Unterhaus, deffen Sisung der Staatssekretär für Indien Fowler und der Staatssekretär für den Krieg Campbell-Bannerman krankheitshalber nicht beiwohnen formten, se te gesterndie BeratbunßH über die erste Lesung der Bil], bctre end dieEinigung in ewerbestreitigkeiicn, fort. (Horst erklärte die Vorlage für ungenügend zur Behandlung der Frage. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer Willens seien, zu einer Verständiguna zu gelangen, sei ein Dazwischerztreten von Parlament und egierung nicht nöthig, tt_idessen sei eine besondere Behörde nothwendig, die verhindern krmne, daß die Streitigkeiten in Arbeitgeinstellungen aus- licfcn. Mundellq erachtete rs im Hinblick auf die gedrückte Lage_ _der Industrie, «ngeachtkt welcher einige bedeutende Ausstandc fortheständen, fur- wünschenswerth, ach Mögliche zu thun, um emen solcher; Kampf abzuwenden. Er. erwarte glänzende Ergebnisse yon unparteiischen Schieds- und Einigungs- amtern, zu denen heide ftreitende Parteien Vertrauen hätten. Der Führer der Umonisteii C hamber lain sagte, die Regierung hätte da§ EinigungSamt mit soviel Autorität und Bedeutung aus- starten formen, daß nicmand,__ol)ne mit der öffentlichen Meinung in Widrrstreit zu gcrathen, 11ch weicern könne, demselben eine Streitfacbe _ zu_ unterbreiten; diese Vorlage indessen sei eine Farce, Wtiltatri Allen U11!) „Howell sprachen die Anficht aus, daß die Bill nicht weit genug gehe. Der Parlaments- Sekretar ch HandelSamts Burt trat für die Bill ein, die ein Vcrsuch ssi. Die Regierung sei bereit, die Meinung des Hauses_ darüber zu vernehmen, und wünsche keineSrvegs streng an irgend einer Bestimmung der Vorlage festzuhalten. Hierauf wurde die erste_Lesun der Bil] angenommen.
Daß Parlamentßmrtglied _ür Bristol (Ost) Sir Joseph D. Weston ist gestern an Influenza gestorben.
Frankreich.
In) Scnat_stand gestern der Antrag Joseph * abréS über die _Vcrpftrchtung der Parlamentsmitglie er zum Heeresdienst zur Bcrathung. Der den Hauptinhalt drs Antrags bilderidc Artikel 1, wonach niemand Mitglied des Parlaments sem kann, wenn er den gesetzlichen Vorschriften Über den aktiven Heeresdienst nicht genügt hat, wurde ange- nommen und darauf der ganze Antrag genehmigt.
Die Deputirtenkammer seßte gestern die Bcratbung des Armeehudgets fdrt. Der Drputirte Graf Trevcnei bemängelte den (Hencralßab, dessen Einrichtung nicht gestalte, von ihm dieselben Dienste wie vom Großen Generalstab in Deutschland zu__erwarten. Redner war gegen die Brzeichnung eiiies Generalqfimus, da die Verantwortli keit fur einen Eiyzeltzen zu groß sei. Er tadelte ferner die inrichtung dcr Kriegs1chule und verlangte eine Anzahl Reformen für den Gcneralßab. Zum Schluß erklärte er, die republikanische Nc- gierungsfqrm scheine ihm nicht geeignet, eine gute militärische Organisation zu zeitigen. Der Deputirte Clovis Hugues bemerkte, man h_abe im Jahre 1793 das Gegentheil gefunden. Der Devutirte ; aberot rief „Nieder mit dem Königthum! Hoch dir so i_ale_cholution!“ Der Deputirte Berteaux for- derte dic - mfubrung der zweixährigen Dienstzeit. Darauf nahm das Wort_ der Berichterstatter der Kommission Jules R och c, der Vergleiche über die' Streitmacht der verschiedenen Na: 110715711 anstelLte und ausführte, Frankrrick) habe sich bemüht, anderen Nationen hierin gleichzukommen: aber seit 1887 seien die Aiisggbcn des Deutschen Reichs für das Militär größer als diejenigen _Frankreichs. Deutschland befißc ein „Hier, das ]Zderzcit fur den Kamyf gerüstet sei. Redner trat alsdann fur den Vorzug des OffensiVsystcms cin. Als ein sozialistischer Abgeordneter beleidigend gegen den Redner vorging, cr: hoh_1ich cin lebhafter Tumult, sodaß die Sißung zeit: wcilig aufgehoben werden mußte. Nach der Wiederauf- nahme _der Berathung wandte sich Jules Noch 6 gegen die crabchung des Effektivbestandes auf dem Budget- wege und ührte aus, cs schien 542000 Mann unter den Fahnen nchen, statt dessen seien es nur406000; ferncrtadelte er_die Maßregcl des Generals Mercier, der 37000 Mann zu frub entlassen habe, und verlangte, daß mit der Organisation der Gefechtskörper ebenso entschieden wie seitens Deutsch: lande?!- vor e_gangcn werde: eine Crsvarung von einigen Millionen onne zu einer Niederlage führen. Der Redner
schloß mit der Bemerkung: Halten wir akle unsere Hoffnungen *
aufrecht, aber nur, wenn wir stark sind! Der Drpuxirte Caoa_tgnac_ warf Jules Roche vor, daß er den Ernst der Lage ubxrtreibe. Der Redner betonte die Nothwendigkeit, in Kriegszeiten starke Bestände zu haben, und führte aus, mit Er_tzschluß der_Marmetrnppcn soivie der Truppen in Algier beiiße Frankreich nur 50000 Mann weniger als Deutschland. Die Berathung wurde 1odann auf Donnerstag vertagt.
Italien.
_ Nach einer Meldung des_„W. T. B.“ aus San Remo“ mird _das _Leichenbegängniß des Großfürsten Alexis Michailomitsck) o_on Ryßland mit großeszepränge vor sich grhcn_. Der Kriegß-Mimster hat verfügt, daß außer sechs K_owpagmcn der _Garmson von San Remo auch ein Bataillon ereptruppen mrt Fahne und Musik und eine Deputation von Offizieren der Armee _unter Fü?rung eines Divifions-Gmcrals auß (Henna daran theilnehmen oUen. Die zweite Divifion des aktiven Geschwaders, aus den Schiffen „Sardegna“, „Lauria“ und „Aretizsa“ bxstehetzd, ist gestern in San Remo eingetroffen, um der Leichenfeier beizuwohnen. Dic Matrosen der russischen Yacht „Roxane“_“ halten die Todtenwacht. _ Sicherm Ver- nehmen xiach Wird der rinz vo n Wales aus Cannes zur Lerchenfeu-r nach San emo kommen, wo der Militär-AttaYé der deutschen thschaft in Rom, Oberst von Engelbre t bereits eingetroffen ist.
?
Ugénzia Stexaxxik' erkläri die Pariet Mkldu dai;
Jtaléxiöm Wunsch genübert habe, mit Frankreich WWU“:
dluu en wegen Ab “renzung der beiderseitigen Y:?siuß phäre_n in OftFAfrjra-wieda aufzunehmen, U: randlos. Dre „Agenzia Stefani“ „bemerkt,_ daß Jeskeffenden Unt lungen im Jahre 1891 nm _der An- na me der franz | en Vorschläge seitens Iigliens ab- gexchloffen worden seien und die italienische Regierung fich “ext darauf beschränkt habe, die Sachlage fefi ufdeUen. ' Der Papst empfing gestern den preu ischen Gesandten von Bülow, der seine Glückwünsche anläßlich des Jahres-
mgs der Krönung des Papstes aussprach.
. Spanien.
Der MarschaU'Martinez Campos ist aus Wien wieder nach Madrid zurückgeke rt. *
Der Gesandte der ereinigteu Staaten Taylor stattete geßern dem Minister-Präsidxnten Sa asta eir_i2_n Besuch_ ab und bot demselben die bednxgungsloß Unterstutzung seiner Regierung in Betreff des Aufstandes aut Cuba an.
Portugal.
Das Panzersckxiff „Vasco de_ Gama“ wird anläßlich der Eröffnung des Nord-Ojtsee=Kanals nach _Kiel gehen. “ '
Amerika.
Aus Cuba ist in Madrid die Nachricht eingetroffen, daß das dorti e Freiwilligenkorps dem General:Gouverneur seine Mitßilfe zur Bekämpfung der Aufständischsn angeboten babe. Dcr Rebellenführer Yaguey babe fick) _ergeben, Der Aufstand in Matanzas sei beendet. _ Die spanischen Truppßn schalteten in Guantanamo ungestort, _ die dortigen wenig zahlreichen Aufständisckxen vermieden sm_cn Zusammenstoß. Drri Kanonenbootc überwachten die Küßc bei Santiago
Cuba .
( D)er New:?)orker „World“ wird aus Colon gemeldet, die Aufständischen von Columbia rückton aquolon o_or, zahl- rciche unbeschästigte Arbeiter vom Panamakanal schlossen sich ihnen an. Fünfzig gefan engenommene Aufständische,darunter 16 Offiziere, seien erscho en worden. _ Der Konsul der Ver: einigten Staaten in Panama msldet, in Bocas del Toro (Columbia) hätten Unruthn _siattgefunden; die Anwesenheit cines Kriegsschiffs Fei nothig.
Affen.
Die vor einiger Zeit in MuScat an dcr arabischen Küste ausgebrochenen Unruhen dauern, wie das „Reuter'sche Bureau“ aus Kalkutta berichtet, noch fort. Die Rebellen, in Stärke von 350 _Mann, haben die Stadt beseßt, während die Truppen des Sultans fich, obwohl sie 2500 Mann zählen, auf die Fort?» beschränken müffen. Die britischen EinwoKner der Stadt sind in einem Sroßen Ko lenschuppen _bei dem _esident- schafthebäude unteYe racht. 9 uf einen britischen Missmnär und den Arzt des efidenten ist gefeuert worden. Die briti- ichen Kriegsschiffe „Sphinx“ und.,„Bramble“ sind in MaScat eingetroffen. _ _
Wie der „Times“ aus PekinZ gemeldet wird, ist L_i- Hun :Tschang von Peking nach rentsm abgcrrift, rim sich nach apan zu begeben. Sein Beglaubigungsschreiben ist von Japan genehmigt worden. Die Unruhen in vers iedenen Thrilen Chinas nehmen allgemein zu; in der rovinz Shantung wurde General Who, der die Plünderungen zu unterdrücken versuchte, von seinen Soldaten enthauptet.
_Aus Yokohama von estern wird gemeldet, die in_Wei: Hal-Wei eroberten chineFischen_Kriegsschiffe seien da- selbst an ekommen; auch die Ausstchten auf Hebung der m WeixFai- ei zum Sinken gebrachten Schiffe seien günstig. Die apaner hätten Shantung und WeiÖai-Wei nach er- n'örung der Forts verlassen. Die dritte japanis e i- vision habe Anhongtfcheng, auf dem Wege nach ukden, ohne Widerstand beseßt.
Afrika. Wie dem „Neuter'schen Bureau“ aus dem Camp S [) era nni
von vorgestern gemeldet wird, wären die Waziri jeßt mit den ihnen auferlegten Bedingungen voUig einverstanden.
Parlamentarische Nachrithteu.
Die Schlußberichtc über die gestrigen SiHungen des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten bc- ßnden fich in der Ersten Beilage.
_ In der heutigen (SZ.) S_ißunq dcsReichstags, welcher der Staatssekretär, Staats:Mimster 131“. von Boetticher und der Staatssekretär Nirberding beiwohnten, wurde _die_ Be- rathung der an die ]üdijche Einwanderung bezuglichen Anträge fortge eßt. Es smd dies der Azitrag dcr Abgg. Freiherr von Hammerstein i_md reiberr von Manteuffel (dkons.) auf Vorlegung eines ese _entwuer, nach welchem nicht reichsangehörigen JSreae neu die Einwanderung untersagt wird, und der yon den Abgg. Liebermann von Sonnenberg und Zimmmermann (New.) ein ebrachte Geseßentwueregen dieEmwatiderung aris- landischer uden. Die heutige erhandlung mird zugleich ausiiedehnt auf den von den Ab g. 1)r. Has s e (nl,) und Graf von Arnim (Rp.) gestellten ntrag:
Die verbündeten Regierungen zu er neben, baldigst einen Ge- skßentrvurf zur Abänderung des eseßes vom 1. Juni 1870 über den Eriverb und Verlust der deiztscben Reichs- und Staatßangebörigkeit vorzule en und m dem- elben die Grundsäße einer Erschwerung des VerluLies der deut chen
Li([ZS- und StaatSangebörigkeit, der durch den Aufenthalt im 315-
lande herbeigekübrt wird, sowie der Erschwerung der Naturalisation W Fremden m Deutschen Reich zur Geltung zu bringen. A Wß- 1)r. Hasse: Der Ueberschu der Einwanderung über die standerung in Deutschland wirke chädlicb in nationaler wie ,in "?"tbskbaftli er Beziehung. Das Gesetz dom 1. Juni 1870 weise v'klfack/k M ngel auf und bedürfe der Reform in der Ricbrung, daß grundsxltcb so wenY Personen wie mö lich naturalifiert Herden; Vor edingung der aturalisation müffe ne en der Erwerbs;- H keit die nationale Gesinnung sein. Andererseits müsse die Bei- _eba ng der deutschen Reichs- und Staatßangebörigkeit den Deutschen im Außland erlei tert werden. Die Bestimmung, daß ein Aufenthalt von ?ck" Jahren im uslande den Verlust der Reichs- und Staatßangebörig- „“it "“ck fich diebe, sei viel zu rigoros. Auch die ErwerbunÉ einer nemden StaatSangebörigkeit solle nicht ohne weiteres diesen erluft "“ck fich LReben. Die Entscheidung über die FraÉe der ErWerbung odxr des erlustes der deutschen Reichs- und taatöangeböcigkejt mufse zentralisiert werden im BundeSamt für Heimathswesen. Die
M. abgesokloffen babe,
* daß die Regierun
game Fuge. sei auf eine breitere Grundlage zu stellen im Interesse einer nationalen Politik. " _ . _
A . Rickert (fr. VV: Die-Notbwmdigkeit einer Axndetung des eyes vom 1. Juni 70 erkenne er nicht an. Er ruhte an den Staatssekretär 131“. von Boettitber _die Frqge, obder Antrag der Abgg. von Hammerstein und Gen. nicht mit den'Niederlaffnngs-
' " die Deutschland mit den auslandisckßen Staaten
in Widerspruch stehe. Der Ant: sei nur der Anfang der Bcstrebungen, den Antisemitismus in die Fesch- aebung zu tragen; das Ziel sei die Y_ufbebung des GeseZes vom . Juli 1869, betreffend die _Glet berechtigung der Juden. Maxi babe zur Begründung dieses ntrags nur die üblichen aptikemitisckxn VolkSversammlungs-RedenSartm vorgebracht, aber den Kern der Sache nicht berührt, nämlich die Frage, ob die jüdische Einwanderung größere Dimensionen angenommen babe. That sächlich sei dies nicht der Fall; die_ Zahl der jüdischen Be- wohner Deutschlands babe 1ch_ seit 1860 stetig relativ vermindert. Der Ausschluß der rusiycben Juden aus den östlichen ovinzen würde das wirtbschaftli e Leben derselben _ auch die „ dwirtbscbaft _ schädigen. Schon gegenwärtig werde diesen Leuten das Leben erschwert. “
(Schluß des Blattes.) _ In der heutigen (ZS.) Sißunq des Hauses der
* Vlbg e o rd 11 eien, welcher der Minister für Handel und
Gewerbe, Freiherr von Verlepsch, beiwohnte, wurde die zwei!? Verathung des Etats der Berg:, Hütten: und Salinenverwaltun bei dem Kapitel der Preußischen und Braunschweigischen Gemeinschaftswerke. am Unterharz fortgeseßt. Abg. Dr. Arsndt (fr. k.): Auch hier handelt es fick) um
Silberbergrverke, und ich nehme daher Gelegenheit, auf die gestrige Debaite zurückzukommen. Aus der Rede dss Abg. Bueck babe ich mit Freudey ersehen, daß die Goldwäbrunqsmänncr zum ersten Male mit der Haltung der Regierung unzufrieden find. Ich hoffe, den Hsrren noch recht oft Gelegenheit zur Unzufriedenheit na dieser Richtung grben wird. Der Abg. Bueck hat gestern eine große Entdeckung gemackyr: nicbt der Werth des Silbers an sich, sondern der Goldpreis des Silbers sei gesunken. Das ist keine Entdeckung, sondern eine Tbatsache, die wir immer be- hauptet Haben. Wäre der Silberwertb an sich gesunken, so müßte fich das in den Landern mit Dopvelwäbrung zeigen, dort ist aber das Silber stabil geblieben. Das Silber spirit im Geldverkebr eine solche Rolle, daß man es nicht dauernd zu einem Spekulations- gegenstand benutzen darf. EZ“ ist wahr, daß das Währungsgeseß 1873 ohne Widerspruch angenommen wurde. Damals aber batte niemand die Tragweite dieses Schritte! übersebcn. Der Abg. Bueck behauptet ferner, Frankrsicb wolle fich "9" Deutschland die Kastanien aus dem Feuer bolen lassen; das; es für die Doppelwäbrunß sei, sei selbstverständ- lich, da es vier Milliarden Silberwvrratb. ha 8. Diese Sunrme ist etwas zu boch; es hat allerdings den dreifacörn Betrag unserer Silber- vorräthe; wir aber babe'n auf der anderen Seite noch Silberberg- werke, die die Franzosen, nicht haben. Aber auch dort sind es dis wirtbschaftlicben Verhältnisse, die zum Bimetaüis- mus drängen. Die Frage wird dort aber nicht politisch enommcn, sondern rein wirtbscbaftltck), wie fie es Verdient. Es wird immer auf die Uebrrvroduktion an Silber bin ewiesen ; man vergißt aber, daß auch der Bedarf an Silber sebr gro ist, und wenn auch 10 0/9 der Silberproduktion nicbt verbraucht werdeii scUten, so würde das nicht viel bedeuten. Der Aba. Bueck sagt: wir wollen uns nicht die Selbständi keit in der Währung durch_ internationale Ab- machungen rau en laffen. Es ist merkwürdig, daß das gerade immer von denjenigen ins Feld geführt wird, die in der Handels- Vertragspolitik unsere Selbständigkeit is_l der Festsevung der Zölle aufgegeben haben. Der Bimetalltßmus ist keineswegs begraben; hat man doch in England nicbt gewagt, einen Antrag auf Aufrechterhaltung der Goldwäbrung einzubringen._ In der That vollziebdswb in indu- strieüen Kreisen emUmschWUng m der Wahrungsfrage Dre Währungk- frage muß ins Land getragen werden. Alle Fragen, dj_eibre Entscheidung in den arlamenten finden, gehören vor die Wahler! Der Abg. Bueck ebauptet, daß wir beßten, daß die Bewegung gegen den Bimetallißmus in Vornehmerer Art geführt werde, als es von unserer Skit? geschehe. Wie von, gegnerischer Seite diese ra ? in die Massen getragen wird, zeigt am besten folgende
teJe aus dem ,Reich§blatt', das dcm_ Abg. Rickert nabesteben sou: .So wurdc sie offen _irroklamikrt, die internationale Silberwäixrung, die freie Geno_ffcnschast zur AuSraubung _des lieben Nächsten, die be- stimmt ist, unser ehrliches (Gold zu Verdrangen, damit die Junker ibrc Schulden mit schlechtem Silber _bezablen können. Wenn ein Bauer seinem Nachbar statt eines Goldfucbses einen alten Fliegenschimmel giebt, sq ist_ das_ kein ehrlicher Bayer, sondern ein Betrüger, Lm Bimetallist und schlechter CIriit.“ Wenn die Gegner zu solchen Worten ihre Zuflucht ncbmen, sv find fie jedenfalls mit ihrem Latein zu Ende. Ich bin Überzruqr, wrnn das Volk in dieser rage erst klar sehen wird, wird das Wort des Grafen Mirbzch fi bewahrhciten, daß die Goldwährung wic Srrru im Winde zersticben wird. _ _
Abg. Bueck (ni.): Ich babe ntcht_1m Namen der national-
likeralen Partei gesprochen, wobl abcr _tm Namen meiner varia: mentarischen Freunde, die für die Goldwabrung eintreten.
Abg. von Evnern(n1.): Wenn .der Abg. Arendt verlangt, das Volk solle über die bimrtallististbk _Frags ausgcklärt werden, so glaube ich, das; dich? Aufklarung sckwn jeyi vorhanden ist, mit Außnabmc xrnrr Kki'Uc, welchr dcn Anschauun en des Abg. Arendt huldigen. Ick icblteßx das aucb aus Ter Stellungnahme des Frriberrn _von Erffa, _der tn dcr leßten Sitzung des Deutschen Landwtrxbicbaitskatbd erklart bat, _er erwarte von einer internationalen Wabrungdkommrssion nicbt Viel, nachdem der englische SÖaHsekretär sich gegen das Aufgeben dcr Gold- wäbrung in England angefprochen babe.
Abg.1)r. A rendt (fr. kons.): Dcr Freiberr _von Crffa stand b_ri skiner Erklärung wobl unter dem Eindruck der Berichte der Goldwabrurigs- blätter über die Verhandlungen im englischen Upterbauie. Diese Berichte sind natürlich völlig falsch. Im iibrigen zeigt das Auftreten des Abg. von Eynern, daß derselbe mit seinem Latein zu Ende ist.
Eine Petition drr mittleren Werksbxamtcn 1. Klasi: _der Staatdwerke Königin Luise und Kövigsgrube m „(Zabrze und Konth- hätte in ObersÖlefien um Geba!t§aufbesserung_ eantragt der_Abg. Gotbein (fr. Vgg.) der Königlicbcn Stczatsregierung zur Erwagung zu überweisen, während die Budgetkommisfioxt Uebergang zur Tages- ordnung beantragt. Der Antrag Gotbein wird abgelehnt und der Beschluß der Budgetkommisfion genehmigt.
Eine Petition der Rechnuzigs- und Bureaubxarnten im Saar- brücker Revier um Gehaltsaufbeßerung wird der Komglichen Staats-
re ierun überwiesen. g DerJ Abg. Wellstein (Zentr.) befürwortet eine Aufbefferung der Bergrevierbeamten. _
Minister für ndel und Gewerbe Freiherr von Berlepf erklärt,diesen Wüns en woblonend AZegenüberzustel)e-n, es sei _jedo_ zu bea ten, daß man mit besonderen ünschen bis zu der Möglichkeit einer a gemeinen GebaltSaufbesserung der Beamten_ zuruckbalten müffe.
Abg. Gotbein (fr. Vgg.) bittet, den Bergredterbeamten, die zum tbeil schon ältere Herren seien, die Kesselrevisionen abzunehmen. Aycb sei eine Aenderung der Eintbeilung der Reviere nothwendig, da ein- zelne davon eine zu große Ausdehnung batten.
(Schluß des Blattes.)
_ Im Hause der Ab eordneten ist von den Abgg_. Motty und Dr. von Jazdzewsßi nachstehender Antrag eingebracht worden: Das us der Ab eordneten wolle beschließen, die Königliche StaatSregiFung zu erfu en: die baldthunliche Aufhebung des Ge-
Zeyes vom 26. April 1886,“betrcffe-d die Beförderung dutschér del ' den Previn Weftprev d , d mMperechjetunßemÉTrlage in die 'Wege zu leitkret].1 un Posen und ck““
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Nr. 9 des „Y_ntralblatts der Bauverwaltung“, heraus egeben im inifterium der öffentlichen Arbeiten, vom 2. Dian. bat fol enden Inhalt: Die Gedächtnißkirche und die Kapelle bei Borki (Ru land . _ Die Anwendung des Stücklobns bei der Bahnunterbaltung. _ WettbeMrb für eine feste Rheinbrücke bei Bonn. 711. (Fortseßung) _ Ueber den Werth von Baum- pflanzunaen für den Untergrund. _ Vermischtes: Keisqusscbreibm für ein Ludwig Richter-Denkmal in Dresden. _ ettbewerb um Entwürfe für die 1897 in Leipzig stattfindende sächfifchatbüringische Industrie- und Gewerbe-Ausftellqu. _ Ausstellung vori mittelalter- li Malereien im Köni lichen Kunstgewerbe-Museum in Berlin. _ Eienbabnfacbwiffenschaftlirße Vorlesungen. _ Melioration des “Nil- thales und die Insel Pbilae. _ Bücherschau.
Kunst und Wiffeuschäft.
Die Ausstellung des künstlerisch Nachlaffes des Malers Bruno 5Yiglhein in der Königlichen National-Galerie wird am Sonntag, den 10. d. M., geschlossen werden._ _
_ Am Montag Abend verstarb bierselbst Professor 11-1". 811601. Sb phj]. Friedrich Hofmann, der frühere Direktor des Gym- nasiums zum Grauen Kloster. Er war am 1. Mai 1820 zit Landsberg bei Halle geboren, studierte in Haar und Berlin, wo Böckb. Ranke, Raumcr und Zumpt zu seinen Lrbrrrn gehörten. Nach langjähriger Wirksamkeit als Lrbrer am Grauen Kloster wurde Hofmann Stadt-Sckyulratb in Berlin, kcbrtr dann aber im Jahrs 1875 als Nachfolger dcs Direktors Boniß wiedsr an dieses Gymnasium zurück, wrlcbss bis zum voriacri Jahre sciner Leitung unterstand. Der Verstorbrne ist auch literariych auf den Ge- bieten der Philologie und Geschichte thätig gcwrssn.
_ Der bekannte Archäologe Sir Henry Rawlinson ist, wie „W. T. B.“ unter dem gestrigen Tage aus London incidet, an Jnßuerzza gkstorben. Er war im Jahre 1810 zu Cbadlin ton in Osord1_birc gebsrcn und erbiélt srinc (Erziehun zu Eaing in
iddleskx. JmJabre-1826 trat er in den Militärdienst der Englisch- Osiindischen Kompagnie und 1833 als Major in Pekfiscben Kriegs- dienst, ward 1840 zum politischen Agenten zu Kandahar in Afghanistan, 1843 zum Agenten in Arabien, 1844_ zum britischen Konsul in Bagdad berufen und in dieser Cigcnschast_1851 zum GenkraYKonsul und Oberst-Lieutenant ernannt. Rawlinjon benutzte diess Stellung zu archäologischen Forscbun en und erwarb fich zunächst ein erOsW Verdienst durch die enaue opierung der Hoch oben an einem ist) iertkn c?elsen angrbracbtcn eilinschrift_ don Bisutun (Bebistan) in Persien. Öbnc die inzwischen in Deuticbland grmachtcn (“ortschritte in der Keilschriftkntzifferung zu kennen, bcstimmtc er den xautwertb der ait- prrfischen Krilzeichen bis auf ein Zeiche]! genau so wie Laffcn m onn. Ein noch größeres Feld für seine Thätigkeit fand er aber auf den Trümmerfeldern von Ninive _und Babylon, wo er eine außerordentlich große Anzahl gssvriicko-babylonifcher Keilschriften entdeckte und in Gemeinschaft mit anderen enltscben Archäologen cntziffcrte. Ein bleibendes Monument bat er ich kk- richtct durch das roße Werk, das er im Auftrage des BrititÖrn Museums und mit Beihilfe von Norris und G. Smith vollendktr; MW (:UUijorm WZGrjpbions 01' NSZi-Srri 115171,“ (1861_187()). Sir Rawlinson war ordentliches auswärtiges Mitglied dcr Berliner Akademie der Wiffenschaften. _
Handel und Gewerbe.
Heute Vormittag 11 Uhr _fand in dem großen Sißungs: saale dcr Reichsbank die ]iibrliche Gcncraloersammlung unter Vorsiß des NeichZbank-Präsidenten, Wirklichen Geheimen Najhs ])1'. Koch in Behinderung des Reichskanzlers statt. Der Vorsißende eröffnete die Vcrsammlunq mit einem Rückblick auf die Thätigkeit der Reichsbank während dss Jahres 1894 unter Hervorhebung der wesent- lichen Punkte des gedruckten Vcrrvaltungsbcrichts und erklärte den Betrag der Dividende. Sodann wurden die fünfstatuten- mäßig_ ausscheidenden Mitglieder des Zentralausschuffes wieder- grwäh t.
Theater und Musik.
Berliner Tbcater.
Gestern ging Oskar Blumenthal's Lustspiel _,Die große (Glockc* untcr dem glei en Beifall auf dieser Bühne in Scene, den cs frübcr schon im Dcut!_ en mid Lcsfing-Theater gefunden bat. Es wurde? im ganzen flott gespielt, wsnn auch nicht alTe Einzelheiten dss launigen Dialogs voll zu ihrem Recht kamen. Der gesunde Grund- gedankx drs Lustspielxs und die treffliche DarstrUung der Haudtrollen verdalscn auch der gestrigen Aufführung zu ihrerxi unYtbeilten Erfolge. Unter den Darstellern sind Fräulein Rris enbofer (5 aronin Solden), Fräulrin Marie Meyer (Constanze), Frau von Pöllniß (Mathilde), und die Herren Franz Guibery, Ferdinand Suske und Gustav Kober mit besonderer Anerkennung zu nennen.
Lessing-Thcaier.
Die erste Aufführung des Lustspiels ,Das Examen“ Von Heinri Lee fand aestern Abend eine sebr freundliche Aufnahme. Dic Zus auer hatten ihre Freude an den Wort- und Situations- wiyen, welche die Hauptwirkung des Lustspiels ausmachen, und schiwfrcn Bebagen aus der gemachltch und ohne tiefere Erregung fick) abwickelnden Handlung, dergn Motive in dem studentischen Leben und Treiben an der Universitat Köni sberg zur Zeit Immanuel Kant's wurzeln. Der schsn bejabrte gro : Denker wird in eine Art Herzenskonfjikt vkrwickelt durch das kk'ckk und liebenswürdig begebrliche Entgegenkommen eim's jungen sächsischen Professorentöcbterlems, das aber mit Einem im Examen stehknden Kandidaten, Ulrich Cuntius, verlobt ist. Der junge (Yaminand weist in der Prüfun? in so warmer,_ fast leidensckxaftlicber ede auf das von Kant fclbs dargelegte Sitten- gesev, auf den kategorischen Imperativ hm, NF _ er dadurch den alten Gelehrten zur Pflicht zurückfübrt und für fi emen
länzenden Examenßabschluß gewinnt. _ Eine sonderlich starke Gabe für Cbarakterzeicbnun und p ycbologiscbe Entwicklun hat der Vrr- affer in diesem Lustpiel ni tbewiesen. Jmmanue Kant erscheint wie ein friedlicher, freundlicher alter Herr gewöhnlichen Schlages;_v_on dem roßen Denker bat er kaum mehr als den Namen rind einige äußer iche Redewendungen. Die, Profefforentocbter Christel tritt burschikos und derb wie eme_ keckc Dorfschöne auf, und- dem jun en Liebhaber man elt es uberhaupt an Eigenart. _ Am meisten arakterisiisch ist en rauf- und trinklustiger Student Leine- weber gezeichnet, der als völliger Jgnorant mit kubner Entschlossen- beit ins Examen geht und mit Würde durchfällt. Neben den lustigen Scherzen, die das Bemerkenwertbeste an dem Stück find, erzielten studentische Aufzüge, Liedervvrträge und Reden im vierten Akt großen
Er ol . .
f Öle Darsteliun war von einem fröhlichen Geist getra en; _ leb- hafte Heiterket we te Herr Waldow in der Rolle des tudtosus Leineweber, den er mit breitem Humor schilderte. Herr Horn pielte den alten, eistigen Getränken sebr geneigten _Diener des Yofessors mit zurüchaltender, aber desto wirksamexrer Komik, rind Frau
alther-Trost trug als alte Schließerin ibre_ volkstbumltchen Reden mit kräfti er Ungeniertbeit vor. Die Christel wurdx von Fräulein Jenny roß geschickt dargestellt; fie fand fich ungekunstelt