1895 / 60 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 09 Mar 1895 18:00:01 GMT) scan diff

ZÉÖMMMQUu-YUN * ...*» ...'-.. “:x-«.'.- .

'.: "*“-"*T- 1?4-W*A;*-)7 “*. «» ..ck-- M: ;“ '

: 22 7224.

-.:4,..„...„ * . *„ '“.“*',-*

“F*** „.,

4444-41-32»:-

.,. . KMW“ «4.1.

der ocbwaffer-Ausscbuß, der unter dem Ebrmvorfiß des Landes- YektorsH von bildet ist, die ganze Thätigkeit dec Waffubau-Verwaltungd Forum zieht und alle Be- schumdeu eingehend un gründlich pruft. Es find mehrfach öffentlich Aufforderungen ergangen, alle Klagen gegen die Wafferbau-Venvaltung vor den Ausschuß zu bringen. In den Jahren 1893/94 hat seitens des Ausschußes eine zweimalige * ereisuna des Elbe- ugd Oderytbiets ftattgefnnd"en. wobei alle Arjazenten derFlüsse _und Kanale aufge ordert wurden, etwai e Beschwerden vorzudringen. Dae Wasserbauverwaang hat auch stets es Material, das vom Ausschuß verlanY tyurde; zur Ver- fügunggestellt. Sie hat die Ueberzeugun , daß fie ihre batigkett nicht zu verdecken braucht, daß fie das Intere 1e der Landcskultur nicbt szbädigt, sondern gefördert hat. Sie ist aber jeder Belehrung stets zuganglich. Ich bitte Sie, alle Beschwerden, die Ihnen im Lande zu Ohren kommen, an den Hochwaffer-Ausschuß zu bringen. Ich ebe Ihnen die Verficberung, daß sie dort eine eingehende und vorurt eilsfreie Prü- fung finden werden. _

Abg. von Pappenheim (kon1.): Ich habe gestern nicht von der Gegenwart, sondern ausdrücklich Von der Vergangenheit gesprochen. Daß meine Klagen über die frühere Thätigkeit der Wasserbau- Verwaltung berechtigt find, werden mir aÜe Anlieger der Ströxte und Kanäle bestätigen. Au di_e_ Gründung des Hochwaffer-Ausschu11es beweist es. Diesem Aus chu11e bringen wir volles Vertrauen cnt- gegen. Das; die Waßerbau-Verrvaltung jeyt andere WEZ? geht als früher, dabon bin ich ü erzeugt. .

Ab . Freiherr von Fuene (Zentr./_:_ Da tch dem Hochwasser- Ausschu e angehöre, te ich hier besiatrgen, daß mit der ?rößten Bereitwilligkeit seitens der Staatsregierung u_ns alles Materia , was wir ir endwie wünschten, vorgelegt _worden itt. Sie können fich davon durcb *inficht in die Akten des Ausxchuffes, die in unserm Bureau in der Wilhelmstraße 89 auslisgen, übkrzsugsn. Auch ich bitte Sie, alle Beschwkrden, die Sie im Lande ü'vcr die Auxfübrung 1368 Waner- baues hören, uns mitzutbeilen. Bis isst find derartig? B67chWkrden leider nur in geringem Umfang an W gélangt. _ .

Abg. Er_af zu Lixnburg-Sttrym (tons) wxmxcht, Faß be1 den Steinlicxerunqyn für die Wkichyslrcgulierung dre einbermisckyen Schiffer mser berückfiäytigt würden.

Obsr:Ba1!direktor Wiebe bemerkt, daß schon jWT so visl wi? -

möglich bei dicsen Lieferungsn einheimische Schiffer bkshkilth würden.

Zur Verbreiterung des Oder:Sprce-Kana1s1md als erste Rate eine Million Mark gefordert.

Referent Abg. von Tikdemann-Bomst (fr. kons.) befürwortet die Bewiüigung mit dem Juweis auf das Verkehrsbedürfniß.

Abg. Ring (kons.): ie Interessen der Adjazenten des Oder- Sprce-Kanals smd durch den Kanal eher geschädigt. als gefördert worden. Statt einer Vkrbefferung der Vorflutk), die man Von dsr Anlage dks Kanals erwartete, ist in vielen Fäklen eine Verwäfferung der angrenzenden Akcker eingenetén. Im Jahre 1889 ist vielen Land- wirtben die ganze Ernte verdorben wvrden und die Entschädigung Von 10 «411 pro Ar, die ibnen im Jahre 1892- cndlick) gewährt wurde, hat die Verluste dsr Leute keineswegs ÜUÖJLJÜÖM. Auch an Dichtig- keit läßt die Kanalanlagk vikl zuwünscben übrig. Die wichtigste Folge der Kanalanlage ist aber wohl dis Versandung dsr mittleren Spree, welcbe Line solche Hebung des Wafferspiegels znr Folge batte, daß bäUfig Ueberschwemmmmkn der umliegsndkn Felder eintrafen. Es handelt fich dabei um 28000 8-- Untér Den obwaltenden Umständen ist es aeratbxn, die Forderung abzul-ebnen.

(Schluß des" Blattes)

Kunst und Wissenschaft.

Tem Senat der Königliahen Akademie der Künste, Sektion für die bildenden Künste, ist die Genehmiaung Lr- tbeilt wcrden, zum Besten der Notbleidenden in Sizilien umd Calabrien, in Verbindung mit der zu demsZlben weck im Akademiegebäude stattfindendcn Ausste_[lung eine önentli _e Ver- loos ung von Oelskizzcn, P-quarsklen, *dandzeichnungen, K'upserstichen, Skulptursn und literarischen Werfkn IT. zu veranstalten und die aus- zugebendm 40000 Loose zu je 1 .“. im ganzen Bereich der Monarchie

MUM

Konzerte. ,

Unter Leitung desKavellmeisters Leopold Auer aus St. Petersbur jübrte dgs Philharmonische Orchester gestern tm Saa dex Philharmonie mehrere Kompositionen von Tschaikowskr auf. Als die bedeutend en verdienen eine Sym- phonie in 0-m011, 0x). 17, und ein iolintKogzert in V-äur, welches Herr Auer meifterbaft vortrug, erwahnt zu werden, wenn auch beide Werke erhebliche Längen enthalten. Cinx Suite aus dem Ballet .Der Nußknacker' besteht aus harmlosen Spielereien mit lieblichen Orcheftereffekten, die immer ein dankbares Publikum finden. wie dies auch gestern der Fall war.. Die hantasie für Orchester, „krancsgca (18 1211711111“, dre glei dem Vor- aus egangenen Werke schon öfter in Berlin gehört wvrden ist, schi dert als svmpbonische Dichtung von dreitbeili er Form vorzugöweise die Qualen, welcbe diejeni en der zur Hölle erdammtm (nacb Dante's Gedicht) zu erleiden Haben, die_ durch Fleischeslust fündigten. Die hierzu vcxwendeten tonmalerijchen Orchestereffekte find der Dichtung in drastijcber Weise angepaßt. Herr Auer, deffen virtuose Ausführung des Vioxinkonzerts rauschenden Beifall erwc'ckte, fügte dem Programm noch T!chaikowski's „Zéréuaäo mélanooüquo“ hinzu. Das Orchestkr entledigte fich seiner zum tbeil sehr schwierigen Aufgabe mit großer Bravour.

Zu gleicher Zeit fand in der Sing-Akademie ein Lieder- und VaUadcn-Abend des Herrn Eugen Gura statt, in welchem, an er bereits bekannten, 13 bier zum ersten Malpon ihm vorgetragene e- sänge Von Schubsrt, E. E. Taubert, rimann Zumve und Carl Löwe zu Gehör gebracht wurden. Die Stimme des unübertrefflichen

,Sängers bcwährte unverändcrte Frische und Biegsamkeit, die

auch im lciscsten _Piano ihre bezaubemde Wirkung nie Verfeblte. Der stets an dem Künstler gerübmte skelknholle und dramatische Vor- trag rvar 86 ganz bxsonders, der das zahlreich erschienene Publikum zu enthusiastischen Beifallsbezeugungcn hinriß. Nur in eringem Maße konnte leider der Sänger ken laut gcwordenen Wün?chen nacb Zu- gaben und Wiederholungen entsvrcchen, da er an demselben Abend noch eine Reise nach München _amytreten hatta. „Herr Profxffor Heihnrich Schwanz führte die K'lavierbcgleitung schr lobens- rvért aus.

Im Königlichen Opernbaufe gelangx morgen V?Lyer- Heer's .Propbet“ zur Aufführung. erx Sylva smgt den Johann Von Leyden, Kapsklmeister Sucher diklglé'rf. Am Montag findxt auf Allerböckysten Befehl der zweitex .Geseüscbaftsabend“ statt. Friedrich Smetana's komische Oper „Dre Verkaufte Braut“ geht in Scene. Die Damen Weiß, Gosse, Dietrich. Koyka, die Herren Sommer, Mödlinger, Lieban, Philivv, Stammcr, Kraka, Schmidt find darin bsschäftigt. Kapellmeister Weingartner dirigiert. _ Für den 20. d. M. ist die erste Aufführung yon Richard Wagner's _,Rienzi“ in neuer Einstudierung in Aussicht genommen. Fray Costma Wagner trifft im Laufe dsr nächsten Woche zu dieser Aufführung in Berlin ('in. Dem Kapellmeister Or. Muck ist die Leitung des mufikalischcn Tbeils übertragen._ Sämmtlicbe Dekorationen, Kostüme und Reani- fiken find neu angefertigt. . .

Jm Königlichen Schausprelbause wxrd morgen Karl Niemann?) Lustspiel „Wie die Alten sungsn' gc'geben (Hökerin Hanne _ Frau Schramm). Am Montag gebt Karl Gu kow's Lustspiel „Zopf und Schwert" in Scene (König Friedri Wilhelm 1.: Herr Molenar, Königin: Frau Kahle, Prinzesfin Wilßelmine:_Frqu von Zochcnhurger, Erbprinz von Bayreuth: Herr Purscbian, Fraulem won «onnSfeld: Fräulein Lindner, Cychmann: Herr Link, Eckbof: Herr Arndt, Ritter Hotbam: Herr Keßler).

Im Deutschen Theater geben mor en am Nachmittag und am Abend .Die Weber“ in Sceye. Am ontag erfolgt das krste Wiederauftreten Vsn Josef Kainz in „Web dem, dxr lügt!“ Dex Sonnabend bringt die erste Vorstellung des Schauspiels Von Rudolf Straß .Drobnen“. Weiter weist der Wochenspielplan folgende_Vor- stellungen auf: Dienstag: ,Die Weber"; Mittwoch: „Der Gjmffeys- wurm“; Donnerstag: .Der Kaufmann von Venedig" mit Joyef Kamz als Bassanio und Emanuel Reicher als Sbylock; Freitag (25, Abonne- mentsv-orstellung): .Die Weber".

Im Berliner Theater wird morgen Nachmittag Lesfing's

Neiseaner in den Haubtwllen zur Auffübmn kointh

der ochen'ielan,bel NHMW»

Fa erld',sleipmstagw Mßo Mek: .Maane Sans-

mit Jenny Groß, Mitthb: „Nathan der Weise", Donnerstag;

.Der Compagnon', Freitag: .Die große Glocke“ (27. Abonnements, *

mnftellunZ). ' ' . Jm esstng-Tbeater tstderWoÖen-Sptelplan folgendermaßen festgesetzt worden: Sonnta und Freitag: ,Das Examen" ontag und Donnerstag: .Der Fa Clsuxenceau' mit Jenny Groß Dienstag: „Sodoms Ende"; Mittwoch: „Aus Berlin 97. . , _ Sonnabend, -mit Friedrich Haase a1s Gast, zum! ersten Mal: „Ani Spieltisch des Lebens“, Schauspiel m vier Akten von Claus Arsen.

Den Aufführungen des Volksschauspiels „Liebe von beut"jm Neuen Theater _wird von morgen an der einaktige Schwank „Edgars Kammexmadcben“ von Eugen Labicbe voraußgeben, der von Friedrich MttteWurzer für die deutsche Bühne überseyt und bearbeitet ist. .

Im Theater Unter den Lrnden'find'et, wie bereits gemeldet, von MMTZY bis einschließlich nächsten Freita das Gastspiel der englischen urlekque-Company statt. Zur AULfübrung gelangt die Gesangs-Burleske „Yorocco 13011116“ („Nach Marokko“) von Wilde Mufik von Carr. '

Mannigfaltiges.

Das von der Invaliditäts- und Altersverficberunasanstalt Berlin im August vorigen Jahres eröffnete Sanatorium Gütergotz hat sich in sehr erfreulicher Weise entwickelt. Das Sanatorium ist zur Zeit „nabkzu voll beleth. Die Verpflegung in demselben geschieht qgnzltcb quf Kosten der nstalt;_auch wird an die Familienangeböri en enze Famtlienyrxterstüßung gewahrt. Zur Aufnahme gelangen solgcbe bkl 'der Jnvalxdttäts- und Altersverficherung§anstalt Berlin verficheue Pyrsonßn, Welche mit einem noch heilsäbigen Leiden behaftet find, das bxx wmterer_Verschlepp11nq d_en Eintritt der Invalidität befürchten laßt. _ Ob dte betreffendc Per1on zur Zeit noch Werbsfähig ist. ist für die? Aufnahme ohne Belang. Die Meldungen für die Aufnahme sxnd an den Vorstand der Verficherungsanstalt, Klosterstraße 41, zu rxcbten. FaUL die Aufnahme wegen Ueberfüllung nicht sofort erfolgen kann, ,wexdxn die Bezverber dec Rexhe nacb vornotiert und gelangen dann 111 diem Reihenfolge zur Aufnckbme.

Posen.. Die von den städtischen Behörden besch1offene Kanalisatton des Wildabachxs, des Fischereiviertels, des Wien Markts, der Breitenstraße und einiger anderen Straßenzüge der Stadt Posen ist während dcr [eßten Z))?onate fertiggestkllt und Zn Benutzung genommen worden.

Clber_feld. Der schon lange bestebknde Plan, die beiden Schwesterstadte Elberfeld und Barmen durcb cine über die Wupper führende el_ektri1che Bahn zu verbinden, hat jetzt feste Gestaltung gkxvoxjnkn, tndem Hie beiden Stadivertretungen bereits mit der Elek- trtschen Aktien-GekcÜscbaft in Nürnberg einen dabin gebenden Vertrag abgeschloffZn haben. Gleichzeitig soll auch auf der schon zwischen bexden Stadien bestehenden Pferdebahn der Elektrische Betrieb ein- geführt werden. ' . '

Temesvar, 8. März. „W. T B." meldet: Das Wasser des'BegQ Kayals steigt; an der Crböbun der Dämme wird ge- arbxttet; falls xm Laufe der Nacht das Wa er nicht sinkt, ist eine Katastrophe unausbleiblickp. *

LonHoq, 9. März. Nach der „Times" ist die _Militär: Akademre m Woolwrcb Wegen der Influenza geschlonen worden.

'New-York, 8. März. Der Postdampfer ,Havel“, wklcher kei Sandybook auf Grund geratben war (vergl. Nr. 59 d. Bl.), ist, wie „W. T. V.“ weiter meldet, heute unter ei enem Dampf bei sebr bobkr FMH wic'der loZJekommen. Eine vorßéxige Leichterung war nicht nötkiZ, aucb Hat der Dampfer keinerlei Schaden erlitten. '

(Fortscßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweitsn

M WIP“

. verskßt-

zu vertreibén. (Vergl. di? Bskanntmackznng im amjlichkn Tkxeil dsr - heutigen Nummer 73. Bl)

„Nathan der Weise“ gegeben, während am Abend Oskar Blumer)- tbal'x- Lustspie'l .Die große Glocke“ mit Franz Gather!) und Marte

Beilage.)

Wetterbericht vom 9. März 8 Ubr Morgens.

Wetter.

Stationen. ' ! l

in 0 (Fklfius

!")“C. =40R.

Bar. auf 0 Gr u. d. “.Neue-sfx) rcd. in Miüim ? Z- Temperatur

W Lzbalb bed. 'ZZbedeckt ZzSchxee [.Nebel LZbedeckt

stiUJSchnee 1'bedcckt

1 bedeckt

(9-

Belmullet. . 746 Aberdeen . . ! 753 Cbristiansund : 760 Kopenhagen . ; 763 Stockholm . Z 763 randa . e 766 k PetLrÖbg. 762 Moskau . . . - 754 Cork,.Tucens- town . . . , 747 Cbkrbourg . ' 750 [dkl. . . . 757 vlt . . . . 760 Hamburg . . 761 Swinemünxe 764 Neafabrwamsr“ 764 Ykemel . . . 763

Yrjö . . . . 755 ünstcr. . . , 758 Karlsruhe . . ' 760 Wiesbaden . 760 München . . 761 : 1§wolfen1os „é--11 Chemnixz .. 7 763 !OSO 1fwo1ken1.4)ß_11 Berlin. . . . * 763 FSO .“)";wolfenlé) [_ 4 Wien . . . . 764 FNNW 1;Nebel ;_10 Breslau. . . 764 SO 1xNebel !;10 Ile d'Aix . . » 755 S 1Regen 7 Nina . . . . 762 O Triest . . . . 763 siku wolkenlrs 3

1) Reif. 7/ Raubfrost. 3) NeiQ 4/ Nebel. “) Reis.

(Z?

(".I (K 6“) (59 (9)

(“F.:“- ICI

('I

OTWtÖödO'Oc-Cjß

|,_|„_„„|_ |“ ]“

i Z ! Sedeckt Lxhevecx:

1Zbeitkr F- ZZwolkean) ?- 21wolkenl.9) ,_ 1§Dunst :?- ]ibedakj '- szedeckt ? 1xbeiter ';"- LTwolkenlos L_ stisZwolkean) ;_ “)'

*]nk-U MW*]OOF-d-*]*I

MEMQÜÉ

Smeww ZU

""L“-W W (?ck (".“)

&?"

1iwolkig ? 4

Uebersicht der Witterung.

Tie Luftdruckvertbeilung bat fich fait gestern er- heblich nicht geändert. Eine Zone Höchsten Luft- drucks erstreckt sich von dsr Alpengkgknd nordwärts nacb Nordskandinavien, während über West- und Ost-Europa umfangreiébe Depresüonen lagern. Bei leichter meist südöstlicher Lufxströmung dauert über Deutschland die kalte, vorwixaand heitere Und trockene Witterung fort; am kältesten iyt es im südlichen Deutschland, wo rie Temperatur bis zu 114- Grad unter dem Gefriervunkts liegt: _die Nachmittags- temperaturen srboben sich im deutycben Binnenlande gestern stellenweise bis zu 5 Grad über Null. Frank- reich ist frostfrei. Erwärmung demnächst wahr- scheinkich.

Denkscbe Skewarte.

Thea'ter-Anzeigen.

Königliche §chausplele.* Sonntag: Opern- baus. 61. Vorstellung. Der Prophet. Große Oper in' 5 Akten von Giacomo Meyerbeer. Text nach dem Franzöfischen des Eugéne Scribe, deutsch bearbeitet Von Ludwig Rxüstab. Basler von Emil Graeb. Ju Scene gejeßt Vom Ober-Regiffcur ZeZZaff. Dirigent: Kapellmeister S11cher Anfang 1 r.

Schauspielhaus. 67. Vorstellung. Wie die Alten sungen. Lmtspiel in 4 AufzüZen von Karl Nie- mann. In Scene gefaßt vom ber-Regiffeur Max Grube. Anfang 7? Uhr.

Montag: Opernhaus._62.VorfteUung. Aquller- Höchsten Befehl: 2. Gexcllschafts-Abend: Die der- kaufte Braut. Komische Oper in 3 Aktxn von Fr. S_metana. Text von K. Sabina, deutkcb Von Max Kalbeck. Tanz von Emil Gracb. _ Die Puppen- fee. Pantomimischs BaÜet-DiVertYement von

ßreiter und Gaul. Musik von osef Bayer.

nsang “JZ Uhr.

Schampielbags. 68. Vorstellung. Zopf und Schwert. Lustjpiel in 5 Aufzügen von Karl Gußkow. Anfang 7 ck Uhr.

Deutsches Theater. Sonntag, Zz Uhr: Die Weber. _ 74- Ubr: Die Weber.

Montag: Weh dem, der lügt!

Dienstag: Die Weber.

Verlinkt Theater. Sonntag, 24 Uhr: Nathan

der Weise. _ 71 Uhr: Die große Glocke. Montag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Dienstag: Madame Sauä-Göne.

Cessmg-Theater. Sonntag: Das Examen. Anfang 7x Uhr.

Montag: Der Fall Clénmtcean.

Dienxtag: Sodoms Ende.

Frredruh - wahelmßädttsrhes Theater. Cbauseesnaße 25/26.

Sonntag: Der Oberüeiger. O ette kn 3 Akten von L. Held und M. West. ufik von Carl Zeller. Regie: Hm Fredy. Dirigent: Herr Kachmeifter Baldreicb. Ermäßigte Preise der Plätze Anfang 77 Uhr.

Montag: Der Obersteiger.

Neues Theater. Schiffbauerdamm 44/5

Sonntag: Liebe von Heut. Volksscbausviel in 4 Akten von Robert Misch. _ Vorbsr: Edgars Kammermädcheu. Schwank in 1 Akt von Eugens Labicbe. Ueberseyt und bearbeitet yon Friedrich Mitterwurzer. Anfang 7.“ Uhr.

Sonntag, Nachxnittag 3 Uhr: Die Waise vou Lowood. Schauypiel in 4Akten von Charlotte Birch-Pfeiffer.

Montag (24. Abonnements-Vorstelluna): Der selige Tongiuel. Schwank in 3 Aktsn Von Alexandre Binon, deutsch von G. don Moser. _ Vorher: Edgars Kammermädchen.

Mittwoch: ng ersten Male: Haus der Zrbäumer. Lustjpiel in 4 Akten Von Hermann

a er.

Kestdenz-Theater. Blumenstraße Nr. 9, Direktion: Sigmund Lautenburg. Sonnta : Fer- naud's Ebekoutrakt. (1711 5. 1a paßds.) cbwank in 3 Akten von Georges Feydeau, in deutscher Be- arbeian von Benno Jacobson. Anfang 74 Uhr.

! 5.1)ng und folgende Tage: Fernaud's Ehe- ou a .

TheaterUnterdenLWden. Behrenftr. 55/57. Direktion: Julius Frißsche. _ Sonntag: Kapitän Cariceiolo. Operette mit Ballet in 3 Akten von Edmond Audran. '

Montag: Für 12 Abende. Gastspiel der engstsch§n Burlesque-Comvany vom Sbaftesbury-Tbeatex m London. Mit voUständig neuer Ausstattung, Original- Gesängen und Tänzen unter Management von F. I. Harris. 50 Mitglieder. Morocco Bound (Nach Marocco). Gesangö-Burleßque in 2 Aktxn von F. Wilde. Mufik von Watson, Carr, Ttto Mattei und J. van Carvll. Anfang 7)? Uhr. .

Dienstag: Gastspiel der vollständigen engltscben Burlesque-Gesellfchaft (50 Mitglieder). Morocco Bound. (Nach Marocco.)

Zentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard - Emil Thomas a. G.

Sonntag: Zum 23. ale: Novität! Uusexe Neutierö. Gr e Poffe mit Gesan und Tanz tn 4 Akten von Wi lm Mannftädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödstfer. In Scsne Zesetzt vom Direktor Richard Schulk- Anfana 7T U :.

Montag: Zum 24. Male: Unsere Rentiers.

Adolph ELKOTYMLX. Sonntag: Auf- treten der ersten irouette- und Courbette-Tänzeriu Englands Miß Ro e Batcbelor vom Prince of Wales- Tbeater in London. Gin fideles Corps. Große Ge- sangspoffe mit Tanz. Na dem eYliscben Origmal „A (Gaiety Girl“ von onas idnev frei be- arbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. _ Vorher: Gefiudebau. Schwank in 1 Akt von Ed. Jacobson und Jean Kren. Anfang 7k Uhr.

Montag: Dieselbe Vorstellung.

Konzerte.

Konzert-Hauz. Karl Nevber- Konzert. Sonntag Anfang 6 Ubr. Montag Anfang 7 Uhr. Wohlthätigkeits-Kouzert, Veranstaltet von Frl. Henriette Liebert.

Familieu-Nachrickpteu.

Verlobt: Frl. Irmgard von Jblenfeld mit Hrn. Pfarrer Hermann von Heyman (Wiesbaden).

Verxbelicht: Hr. Kurt von Glasenapp mit Fkk Eltsabetl) Klicbe (Breslau).

Geboren: Eine Tochter: Hrn. Oberst-Lieutenant Hugo von Pac MM) und Tencxin (Kleinburg- Breslau). _ rn. General-Lankxcbafts-Syndtkus Grüßner (Breslau).

Gestorben: Fr. Mathilde von Koelichen, geb. von

Liebermann (Winzia). _ Hr. Regieruygö- Präsident a. D. Wilhelm Winter (Elmshaukknx _ Fr. Glafira RostislawoWna von Brandxs, aéb- von Walrond (Genua). _ Hr. Oberst Paul von Baumann (Glogau).

„-

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in V erlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlag.“

Anstalt, Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32. - ,

Acht Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage),

und ein Prospekt der Verla s-BWhm-dlm Paul Parey hier. betr. echts- und B??“ waltuugslexikou füäürdt?“ Preußischen Lask

Erste Beilage

_zum Dcytschen Reickxs-Wtzciger, und Königlich Preußischen Staats-Llnzciger.

„11.6 60.

Personal-Veräuderuugeu.

Königlich Preußiscbe Armee. Militär-Justixbeamte. Durch Verfügung des General-Auditeurs der Armee. 27, Februar. Kxißler, Garn. Auditeur zu Rastatt, als Div. Auditeur zur 29. Dtv. nach Freiburg i. Baden, Dethleffsen, Garn. Auditeur, von Thorn nacb Rastatt, _ beide Vom 1. April d. I. ab

Beamte der Militär-Verwaltung.

Durch Allerböcbsten Abschied. 7. Februar. Kühse, Geheimer Bauratb, Jntend. und Bauratb der Jntend. 71]. Armee- KorpS, auf seinen Antrag mit Penfion in den Ruhestand versetzt.

14. Februar. 1). Foerster, Zablmstr. vom 2. Rbem. Hus. Regt. Nr. 9, Hintze, Öablmftr. vom Gren. Regt. König Friedrich Wklbelm 17. (1. Pomm.) Nr. 2, _ beim Ausscheiden aus dem Dienst mit Pensum der Charakter als ReÖnungs-Ratl) verlieben.

Durch Verfügung des Krieas-Mintsterums. 19. Je- bruar. v. Müller, Roßarzt Vom Magdebur . Hu!. Neat. Nr. 10, unter Verseßung zum Kür. Neat. von Driesen Westfäl.) Nr. 4, zum Ober-Roßarzt, Heinrichs, Unter-Roßarzt vom Feld-Art. Regt. Nr. 33, JKU, Unter-Roßarzt vom 2. Brandenburg. Ulan. Regt. Nr. 11, ivs, Unter-Roßarxt vom 2. Gryßberzogl. H2 . Drag. Regt. (Leib-Drag. Regt.) Nr. 24, _ zu Roßärzten, Kos wald, Schwake, Stolzenburq, Netbe, Unter-Roßärzte der Res., zu Roßärzten des Beurlaubtenstandes, _ ernannt. Pankritius, Ober- Roßarzt vom 2. Brankenbura. Ulan.Regt.Nr. 11, zum Töüring. Ulan. Regt. Nr. 6, Viehweaer, Ober-Noßarzt Vom Kür. Regt. Von Driesen (Westfäl) Nr. 4, zum 2. Brandenburg. Ulan. Regt. Nr. 11, Jacob, Roßarzt vom 2. Bad? Drag. Regt. Nr. 21, zum Magdsburg. us. Regt. Nr.10, SÖWertfeger, Roßarzt vom 2. Großherzogl. eff. Drag. Neat. (Leib-Drag. Regt.) Nr. 24, zum 2. Bad. Drag. Regt. Nr. 21, Bath, Roßar-t Vom Kür. Regt. Gras (Heßler (Rhein.) Nr. 8, zum 2. Westfäl. Hus. Regt. Nr. 11, _ derseßt.

20. Februar. Schormann_, Luether, Wuttke, Ziegler, Dsnecke,Sverber, Zablmstr. Axpircmten, zu Zablmstrn. beim )(1. kezw. 11., 711. und 171. Armes-Korps ernannt.

Kaiserliche Marine.

Offiziere 2c. Ernennungen, Vefördsrungen, Ver- seßungen Ic. Steüextbesetsungen für das Frühjaßx 1895. Berlin, 4. März Die Kapitans zur See: Koch Vom Kommando S. M. Schulscbiffs .Moltke“, v. Wiefersheim vom Kommando S. M. Schulscbiffs „Stein“, _ entbunden. Rölger, „unter Entbindung von der Sie!]unq als Kommandeur der 2. WersX-Diw zum Kom- mandantkn S. M. Schulschiffs „Stein", Wodrig als Präses des Torvedo-Versuckyskommandos zum Kommandantkn S. M. Schulscbiffs „Vlücber“, Lavaud, unter Entbindung von dkm Kommando S. M. Panzerschiffs 4. Klasse .Heimdall“, zum Komman- danten S. M. Kreuzers 2. Klasse „Kaiserin AUFZusta“ _ ernannt. Die Korv. Kapitäns: Thiele (AUÉUst) Vom ommando S. M. Schulschiffs .Blücher' entbunden. von der Stellung als Kommandeur der 2. Matrosen-Art. Abtheil., zum Kommandanten S. M. Schulschiffs „Moltke' ernannt. Flichtenhöfer mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Komman- deurs der 2. Werft-Div. beauftragt. “Fischer, unter Belaßuna in 'der Stellung als Kommandeur der 2. Abtheil. Yer 2. Makro en-Div., zum Kommandanten eines Panzerschiffs 4. Klaße dkr Res. Div. der Nordsee, Ascher zum Kommandanten eines Pan-zsrschiffs 4. Klasse der Res. Div. der Nordsee, Zey e, unter Belassung in der Stellung als Kommdr. der 1. Torpedo-Abtheil.„ zum Chef der Torpedobootsflottille, v.Holßendorfs zum Kommandanten S. M. Krsuzers 3. Klasse .Gefion', ©0915, unter Belassung in dem Kommando zur Dienst- Yeistung beim Retcbs-Marineamt, zum Kommandanten eines Panzer- xchiffs 4. Kkaffe der Res. Div. dsr Ostsee, Holzbauer zum Kom- mandantsn S M. Avisos ,Jagd“, Müller, unter Bßlaffung in kem Kommando zur Dienstleistung beim Stab des Ober-Kommandos der Marine, zum Kommandanten eines Panzerschiffs 4. Klasse der Rss. Div. der Ostsee, PalmgrS-n, unter Entbinduna von der Stsllunq als Kommandeur der 1. Abtheilung der 1. Ykakrossn-Div., zum Kommandanten S. M. Avisos „Pfeil“, Krstschmann mit dkr Außerdienststcllung S. M. Kayonenboots „Wolf“ zum qumandeur der 2. Mafrosen-Arti[[erte-Abtheilung, _ Ernannt. Dre Kapitän-Lts: v. Möller zum Kommandanten S. M. Avisos .Meteor“, Gercke zum Kommandanten S. M Avisos .Bliß“, Gerstung zum Kommandanten S. M. Schulsckptffs „Griüe“, Frhr. v. Schimmelmann zum Chef einer Torpsdoboyts-Dtv., Merten zum Kommandanten Vcrmeffungs1chiffs .Albatroß“, Schneider zum Chef einer Torpedoboots-Div., _ ernannt. _

Knorr, Admiral und Chef der Marinestation der OWM, mit kkr Vertretung des erkranktén kommandierenden Admirals beauftragt.

Schutztruppe fürDeutsch-Ostafrika. _ Mxrgler, Hauptm. a. D., scheidet mit dem 18. Marz 1895 aus dlexer Schußtruppe aus.

Deutscher Reichstag. 55. Sißung vom Freitag, 8. März.

Das Haus setzt die zweitc-Beratbung des Militär- Etats beim Kapitel „Naturalverpflegung“ fort.

w dUeber den Beginn der Sißung ist bereits gestern berichtet or 611.

Die Rede, mit welcher der Krie :Minister Bronsart von Schellendorff auf die Ausfü rungen des Abg. von VoÜmar, betreffend die Nationen der höheren Offizicre, ant: wortete, hat folgenden Wortlaut:

' Meine Herren! Den Ausführungen dé's Herrn Von VoUmar kann “b nicht beitreten, und ich muß auch schon g1e7ch Vorweg bemerken, 5,09 ck nicht in Au§ficht zu steüen vermag, daß wir im nächsten Etat eme Reduktion der Rationskompetenz eintreten lassen woklen. Der ÖM Abg. von Vollmar bat fich übrigens, wie ich glaube, in seinen Aussührungen in einem Irrtbum befunden. Bei den Ver- baxdlungen über die Gewährung von Pferdegeldern ist aus- drücklich in Erwägung gezogen worden, ob man den höheren Offizieren ebenfalls Pferdegelder bewilligen wolle. Das ist damals meines Wissens von dem hohen Hause aber abgelehnt worden und ist die Mehrheit damit auch ausdrücklich einverstanden gemefen,

ß, indem die höheren Offiziere keine Pferdegelder bekommen, man ibuen die bisherige Rationskompetenz beläßt auch für diejenigen Pferde, die sie nicht halten. Das ist hier seiner Zeit verab- schiedek worden. Ein Blick in die Verhandlungen wird das ergeben.

Wenn der Herr Abgeordnete nun sagt, daß einzclne höhere Offiölskc Rationen beziehen und sie in ihrer Stellung nicht brauchen, weil fie keine Pferde halten, so kann ich das nicht' zugeben. Ich

ck 11 Lid e r , untkr Entbindung -

Berlin, Sonnabend, den 9. März

babe, glaube ich, 8 Rationzn und halte 7 Pferde. Sie werden viel- leicht sagen: das ist zu viel in meiner Stellung. Aber für cinen MM:! Zn mcincm Altkr ist da:“- Rkitsn immer noch eine nützliche Bk- wegung. 1:amcntlich, wenn man fast den ganzen Tag im Reichstag zu- bringt (große Heiterkeit); da ist es sehr gesund, Wenn man fick) Vor- mittags etwas zu Pferde bewegen kann.

Also der Herr Abg. von Vollmar hat sich im Jrrtbum befundxn. Ich bedaure daher, daß ich auch im nächsten Etat nicht in der Lage bin, bei den höheren Offizieren eine RationSreduktion vornehmen zu laffen. '

Abg. vpn Vlemdr (Soz.): Bei dem Kriegs-Minister mag der Unterskcbted zwucben den_ Ratizmen und den wirklich vorhandenen Juden nicht bestehen; Thanache i1t aber, daß viele Offiziere nur die

alfte der Pferde balxm, für die fie Rationen beziehen.

_ Abg. Grqf Arntm (Rp.) dankt] denz Abg. Freiherrn von Buol fur ferne gestrige Anregung. Sßlbstbtlfe ist der Landwirtbscbaft leicht anzuratberx, aber mcht tmmer [etch durchzuführen, Die Affoziationen dZH landrytrtb'sckyaftltchßn Angßhots, die Anlage von Silos smd wicbxige Fragen fur dl? Lan_dwirth_schast, leicht gelöst in e*xportierendcn Ländern, wo“ das (Getreide eme Zert _lang zurückgehalten und dann im Frühjahr aus den Markt'geworfky erd. In Deutschland ist die Klasnfikation des Gßjrktdes mcht so lex_cbt; kein anderes Land hat so vikle Verschiedene GxtrUd-Isyrtkn :th De_utxchland. Aber bei den je igen niedrigen Preisen Wurdep dle Pryv:antamter_doch keßnk €r6€blich61cköheren Prejse zahlen, und_ dt? Lßnkwxrbechaft batte wentg Vortheil von dem direkten Ver- kaps an dre MxlztarVSrwaltung. Der VorWUrf, daß die Landwirtbe mtr" der Selbsthilfe nicht knügend vyrgegangen seien, muß entsckzisden zgruckgewxesen werden. V a_n bat 1_chon Verkaufs Lnoffensckoaften gx- btldet, aber 1716, laffen_s1ch utcht so [NÖT aus DLM Boden stampfen.

Abg. Rtchter (sr. Volfxp.): Das Bxstreben der Militärwerwal- tun'g, dtrkkt von den Produzenten zu kaufen, schädigt schon jetzt die Netchskaffe. Der_von dem _Abg. Grafßn Von Arnim verlesene Brief bewe1st nur,_wte )chryer es ist, dis Börxennotierungkn zu regeln. Die Frage, ob dte MtlttaYVerwaltung Von den landwirtbsÖaftlichsn Ver- katzfsgenoffenfckyaftßn ?trekt kaufen soU, x(my nur durch den Beweis Ent- schieden werden, dat; diefe Berkanngenone-„njcbaften billiger liefern als die anderen Produzantex und d'r? Zwis ch€nbänd1€r. Bis'xtzt ist das nock) nicht be- wtxsßnx _ Ich mochte „eme andere Saxbe zur Sprache brin Ln. Die Mrlrtgrv-erwalturzg gentsßt auf der Eixerxbabn biUigere TariJL, als fie sonst xm allgemetnen' üblich_fitzd. Es itt das eine Benachtbsiligung der Staatskaffk. Dre Tartse„_sür die Militärverwaltung betragen nur 70 0/9 DSL allgsmezncn_ T_arlse. Gkketzmäßig ist eine solche VL!- qunsngung mzr [Zet wxrkltcb militariscben Tranéporten Von Waffen, Pfexden sc., stwfulterft; daß fie _auch bei Beförderung Von Naturalien gewahrt wrrd, rst mcht zu „rechtfertigen.

' Abg. Grqf von Arman) (Rp.): Der W) . Richter glaubt, daß [ck enxen Brrsf Verklesen batxe. Das ist ni tder FaU, sondern es war eme dcp axntltchen Verhandlungkm entnommene Aussage des Herr_n Schxm1dt-Lobme. Es _bat sub daran eine längkre Diskussion cknupft, m der fich herausstsüte, daß die Bkbauptungén des Herrn

chmrxt fick) bcwabrhYTteten._ In de_r Börsén-Enqué*tekommisfion war der E1ndruck_ allgemexn, daß die KurSnotierungen einer wesentlichen Neuzedur bcdurfxn. _ Die Herren erinnern fich, daß einige Makler in diessr Beziehun§V0x7ch1a98 gemacht Haben, die ihnen sehr schlecht bekommen sind; es md'1a sogar unangenehme Scenen auf der Börse entstanden.

Der Abg. Richter. meint, xs müsse fich Erst heraussteÜM, ob die Ge- nossenschaxten bringer arbezten, als de': Kaufmann. Man hai allgemkin das thner hsyGenosenxckyastsn auf die Jahn? geschrieben und 1931, wir) drkxes Prtnztp__Vortbetl zu bri'ngen Ver1pricht, kommZn die Herren, dre u'ns das GenonenschaFtk-wcsen 1mm€r empfohlen babsn, und sagen: LS wtrd doch erst daraus ankommen, ob die Genoffsnschastcn biUiger arbetten! DJs rst doch keine Politik!

'stoümaäptigterzum Bundesratß, preußischer General- Major Jretberr von (Hemm xn g€nx Die Tariseräßi ung für die militärischen - xankZVoxte beruht auf Art. 47 der RkichsVfoaZung. Die Ermäßigung trrxtgxbrrgens nur dgnn ein, wenn das zu beförderndé Gut sich als _Mtlrtargut chargktertfiert, d.h. xvirklicb im Befiß der Militärwerwaltung 1ft.„W„as" dre Höhe der Tarife anlangt, so beträgt der allgsmeine Tgr'rßfzxr Getrexde pro Tonne und Kilometer 4,5 „_1, während für die müxtarxxckpen Transporte 4.2 „5 berechnet werden. Diese Ermäßigung errercht abcr noch lange nicht jene, xvelche infolge der für verschiedene Gegendén bestehenden AuZnahmetarise' géwäbrt wird; so beträgt der für dkn Beztxk Brouxber z. B. 3,8 „5 pro Tonus und Kilometer.

_ „Abg. chbter (sr. 301636): Der besondere Tarif für die mili- tarUckZen TranSporte bat zweifellos an Charakter einer Rcfaktie. Cbcnxo thUfellos ist es, daß dadurch €inz€ln€ Jntereffentenkreise be" günsYt wsxkxen.

bg. Hxlpcsrt (b._k. F.) spricht fich für möglichst ausgedehnten Bezug Von Naturalien für die Armce direkt Von dsn Produzenten aus.

Abg. von. Podbielski (dkons.) hat 0611 Antrag eingsbracht:

den Retchskanzler zu krsuchen, er kale Veranlassen, daß für das

Etaksjahr 1895/96 die Mittel bereit gestsllt werden, um den

Quartierwixtben, wel während der Uebungen der Tru pen

den Mannschaften die Vsrp SJUUJ freiwiÜig Verabfolgen, cine cr- gfztung nach den Süßen für die Marschwerpflegung ge- wabren zu können.

Die Abba. ])]: Schaedler und Genossen (Zentr.) haben den Antrag eingebracht:

den Réichskanzler zu ersuchen, zu veranlaffen, daß die mit der Ver- abreichung Warmer Aben_dkost_ an die Mannschaften des aktiven Hekrks angestellten Vermche sortgeseßt werden, und je nach dem Er ebniß diese'r Versuche Mittel zur aÜgemeinen Einführung dieser E richtung in den Etat 1896/97 einzustellen.

Abg. yon Podbielski (dkons.) befürwortet seinen Antrag aus BiUigkeitsgründen. Die Frage sei schon frübc'r angeregt worden und der Reichstag habe die 5 erechtigung des in seinem Antrag ausge- sprochenen Wunsches anerkannt.

Bevollmächtigter zum BundeSratk), preußischer Krisgs- Minister Bronsart von Schellendorff:

Msine Herren! Wenngleich ich nicht in der Lage bin, im Namen der verbündeten Regierungen eine Erklärung zu der von Herrn Abg. von Podbielski gestellten Resolution abzugeben, so kann ich doch für meine Person schon jeyt sagen, daß ich dem Gedanken durch- aus sympathisch gegenüber stehe. Es ist schon in früheren Jahren von meiner Seite sehr lebhaft für diese Gleichstellung der Ent- schädigung für Vcrpfiegung auf dem Marsch wie im Kantonnement plaidiert worden; ich bin damals nicht durchgedrungen. Jm ver- gangenen Jahre haben wir einen solchen Versuä) im Einverständnis; mit dem Herrn Reichs-Schaxzsekretär gemacht. Dieser Versuch hat fich nach jeder Richtung hin bewährt. Sowohl die Truppe ist damit zufrieden gewesen, noch mebx aber die Bevölkerung. Als dkr gegen- wärtig uns beschäftigende Etat aufgestellt wurde, war ich aber nicht im Befiß der Berichte der Truppentheile, und aus diesem Grunde ist eine Mebrforderung in den Etat 1895/96 nicht eingestellt worden. Nachdem diese Berichte eingehend geprüft sind, nachdem ich auch

1895.

dem Herrn ReicbseSchaykskretär davon Kenntniß gegeben habe, besteht aUerdings die Absicht, in den nächsten Etat eine solche Forderung, wic fie 161“ Herr Abg. von» Podbielski zur Anregung gebracht hat einzustechn, soxern eben aucb die VékbündUM Regierungen damit ein- verstanden smd.

Staatssekretär des Reichs: Schayamts 1)r. Graf von Posadowsky:

Meine Herren! Wie der Herr Krikgs-Minister bereits ausge- führt, hat bei einzelnen Armee-Korvs bereits dersuchsweise die G6- wäbrung der Marschwerpflegung auch an den Kantonnementstagen stattgsfunden. TheoreFische Erörterungkn darübsr, ob nicht für sämmt- liche Armee-Korps-Bezirke die Marschwerpßegung statt der “Kan- tonnementsverpflkgung zu gswäbren sei, haben auch schon zwischen dkm Kriegs-Minifterium und der Reich€=Finanzvkrwalckung ge1chwebt. Bei dieser Gelegenheit ist der Gedanke aufgktreten, ob man nicht nur für die Landestbeile, wo diE Lebsnßmittsl Und dcshalb die Vér- pflegung Hesondcrs kostspislig find, diese erböbtsn SäYe für alle (FMÜUMÜUUUJSLQZC gkwäbren könnte, dagcgen in den Landestbeilen, namentlich dss Osten-I, wo die stanmittel und demnach die Ver- pflegung biüiger smd, kik.» mskrégersn Säse Der Kantonnementsvkrpfle- gung wie bißbkr zu gcwäßrsn wärsn. Bei näherer Erwägung disses Gedankens [)at fich (1er herau§g€st€[[t, daß dieser Weg vollständig un- gangbar sei. Es würde imeolke nicht verstandsn werden, wenn man in jvoblhabenderen Landestbéilen, ivo die Lebensmittel tbkurcr find. höhere Säße gewährte als in ärmeren Landesthéilcn, wo selbstverstänklich die ManöVLrlast schärfer drückt, wenn man nur deshalb, weil dort die Lkbenßmittel etwas biUiger find, die geringeren Säys anwkndesk. Erkennt man deshalb an, daß in einzelnen Landestbeilen, wo die Verpflegung tbeurer ist, die bisherigsn Vsrpflegungssätze nicht aus- reichen und gewährt diesen Landestbeilen die höherén Verpflsgungs- sätze der Marschwerpflsgung, so wird nichts übrig bleiben, als den höheren Verpflegungssaxz für die gesammts Armss, für sämmtliche Armce-Korps-Bczirke zu gewähren. Bei den Vorwerhanklungsn mit der Rcich5-Krieg§verr1*altung MUßte L*Z absr abgsk'bnt Wkrdsn, schon in dicssn Etat dicsE böhéren Sätze (inzustCUcn, aus Rückfickpt an die Finanzlage. Dix“ verbündeten Regierungkn glaubtén nicht, [766er Beträge aus neuen “Stsusrn als 32 MiÜionen erlangén zu können, und dieser Msbrbxjrag an Stcuern war durch anders dringknde Aus- gabkn bereits in Anspruch genommen. Durch die r8ichlich€n Strxicbungen, die cht der Rkichstag gemacht hat, bak fick,) die Situation ykrfckwbsn, und Wknn der Antrag, dsr seinerzeit auch von dem Hsrrn Abg. 1)r. Bachem angedeutet worden ist, wenn auch in “etwas anderer Richtung, die Majorität des Hauses smdst, so Werden die Verbünd€ten Régierungen erwäg€n, ob fie in Form eines Nachtrags-Etats diess Forderung noch zu dem EtatßentWUrfe für 1895/96 anmelden.

Abg. Dr. Schaedler (IMU): Nam€ns MkiUL'k politischén Freunde babe ich mich zunächst für dem Antrag des Abg. Von Pod- biklski zu erklären. Was dsn Von mir und einer Anzahl meiner politischen Freundc Cinqkbrachtcn Antrag betrifft, so hat dersslbe Anlaß zu Unterstküungen gesgkbcén, die ich entschieden zurückweisén mu . Die 'A'nßeßgenbeit, ist schon früher cingchknk erörtert wwrden, sowo [ tn mrlttarlschen wre in Zivilkreisen. Von maßgebsnder Seije ist zu- gegebkn worder], das; die gegenwärjigk Ernährung des Soldaten in der Garnikon im Vergleich zu dcn Ansprüchen, die an den Soldaten gestsllt wxrdcn, zu karg bernéffsn ist. Die Kosten, welche die ErfüUung des in meinsm Anfrage aus- gesprochenen Wunschss Veruxsachkn würds, sind auf acht Millionsn Mark jährlich bsrecbm't worde'n. Ich würd? mich garnicht scheuen, die Bewilligung diessr Summs sch0n für dkn Vorlicgknden Etat zu beantragen, da ich glaubk, daß eins solche Aufwendung ssbr gut angébracbt skin würds. Vorläufig JEM mein Antrag aber nur dahin, das; die mit dsr Verabreichung warmcr Abkndkost an die Mann- schaften angestsüten Versuche fortgeskßt werdkn. Ich kavriziere mich auch garnicht_ darauf, das; Es gerade ein warmes Abendbrot sein muß; in manchc-xn Fällen wird Ein solches ja nicht zu beschaffen sein, wie z. B. auf Märschen, im Manöver u. s. w. Aber es sokl aaf alle FäÜE cin gujes, auIrsichsndss Abend- brot sein; denn die Hauptfach? ist, das; “M Soldat ordentlich zu essen bekommt. Ein Blatt hat gesagt, mein lextrag solle wobl „S eck für das Volk“ sein, um die Tabacksteucr durcbxubringkn. Mit der“ aback- steuer hat mein Antrag nicht das Geringstö zu thun Mein Antrag geht nur dahin, das; die' Vorschläge mit dem warmen Abendbrot fort- gcsc t werdan, und ich_ gcbe mich dsr Hoffnung hin, daß dikskk Antrag die ustimmung dss Hauses findest. ,

Bevollmächtigter zum Bundesrats), preußischer Kricgs- Minister Bronsart von Schellendorff:

Meine Herren! Die Militärverwaltxmg steht jeder Anrsgung dankbar gegenüber, die dahin zielt, die' matcriellu Lags des Soldaten zu kabéffkkn. Wenn die Lebenshaltung des Einzklnen im Volke fich Verbessert, so ist die Militärwerwaltung der Meinuag, daß im Lande der allgemeinen Wehrpflicht auch die chCnshaltung des gémeinen Soldaten verbeffcrt Werden muß. Wir haben nach dieser Richtung schon Verschiedene Versuche gemacht, aber bei allen dicser! Versuchen, mit dkn gkgebcncn Mitteln eine Vérbsffkrung der materiellen Lage des Mannes herbeizuführen, find wir nicht viel weiter ge- kommsn als bis zu der Frage: Wächst uns 9111 Kornfeld auf der flachen Hand? (Heiterkeit) Ich habe infolge dessen auch die An- regungen des Hsrrn Abg. Dr. Schaedlcr in der Kommission mit größter Befriedigung entgegengenommen. Ich hoffe daher, daß, wenn diese Resolution im Hause einstimmige Annahme findet, auch die Be- denken, die vielleicht noch anderweit dagegen bestehen, fallen gelassen werden würden. O1) 86 mir gelingt, soweit zu kommen, daß jeder Soldat in Süddeutschland täglick) seine zwei Maß Bier und in Norddeutschland &Flasche Rojbwein bekommf, das weiß ich aUerdings noch nicht. (Heiterkeit.)

Abg. H u g (Zentr.): Ich erkläre namens meiner Partei, daß wir dem Antrags des Abg. von odbielski zustimmen werden. Die Sätze für die Kantonnemcntsverp egung smd zu niedrig, als daß dafür eine hinreichende Verpflegung geliefert werden könne.

Staatssekretär des Reichs : Schaßamts 131: Graf von Posadowsky: '

Wenn die Mehrheit dieses Hauses die wvblwoksende Absicht äußert, größere Mittel für eine ausreichende Verpflegung unserer Armee bereitzustellen, so ist es nicht wahrscheinlich, das; fich diefen wohl-